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Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 D-1/2012

January 18, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,059 words·~5 min·1

Summary

Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung) | Vollzug der Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­1/2012/sed Urteil   v om   1 8 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Gérard Scherrer,    Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Irak,  zurzeit im Transitbereich des Flughafens Zürich­Kloten,  8050 Zürich,   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Flughafenverfahren);  Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011 / N (…).

D­1/2012 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Turkmene mit letztem Wohnsitz in  Kirkuk  (Zentralirak),  traf  gemäss  den  Akten  am  7.  Dezember  2011  auf  dem  Flughafen  Zürich­Kloten  ein,  wo  er  am  folgenden  Tag  ein  Asylgesuch einreichte. B.  Mit  Verfügung  des  BFM  vom  8.  Dezember  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und für  die Dauer von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens als  Aufenthaltsort zugewiesen. C.  Am  11. Dezember  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  summarisch  befragt  und  am  20. Dezember  2011  einlässlich  zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Dabei  gab  er  zu  seiner  Person  an,  er  habe  in  Kirkuk  die  Schule  besucht  und  anschliessend  eine  Anlehre  in  einer  Bäckerei  absolviert.  Seither  habe  er  in  verschiedenen  Bäckereien  gearbeitet. Er habe mit seinen Eltern, der zweiten Ehefrau seines Vaters  und  drei  jüngeren Halbbrüdern  zusammengelebt.  Seine  leibliche Mutter  lebe zurzeit  in Bagdad und drei ältere Brüder seien verheiratet. Er habe  eigentlich nach Deutschland reisen wollen, da dort sein Onkel lebe. Er sei  am  26. September  2011  von  Suleimaniya  (Nordirak)  aus  nach  Istanbul  geflogen.  Am  23.  November  2011  sei  er  mit  einem  Boot  nach  Italien  gebracht worden, von wo er mit dem Zug  in die Schweiz gereist sei. Er  habe  sich  zum  Flughafen  Zürich­Kloten  begeben,  wo  er  von  zwei  Polizisten kontrolliert worden sei. Zur  Begründung  seines Gesuches machte  er  im Wesentlichen  geltend,  dass  die  allgemeine  Situation  im  Irak  gefährlich  sei.  Die  Turkmenen  würden  in  ihren Rechten beschnitten.  In Kirkuk sei die Lage seit Jahren  problematisch  und man  sei  dort  seines  Lebens  nicht  sicher.  Persönlich  habe er aber keine Probleme gehabt.  D.  Am  13.  Dezember  2011  ging  bei  der  Flughafenpolizei  die  Kopie  eines  Ausweises des Beschwerdeführers ein. Am folgenden Tag ging ebendort  eine schlecht lesbare Kopie seiner irakischen Identitätskarte ein.

D­1/2012 E.  Mit  Verfügung  vom  23.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  folgenden  Tag –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  wurde seine Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich  verfügt. Zudem wurde der Vollzug der Wegweisung angeordnet. F.  Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 30. Dezember 2011  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung.  Es  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Es  sei  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche  Prozessführung zu gewähren. Der Eingabe  lagen Ausweiskopien seines  Vaters und drei Internetauszüge bei. G.  Der  Instruktionsrichter  hiess  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  mit  Zwischenverfügung  vom  4.  Januar  2012  gut.  Auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses wurde demnach verzichtet. Das BFM  erhielt die Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung. H.  In seiner Vernehmlassung vom 11. Januar 2012 beantragte das BFM die  Abweisung der Beschwerde.   Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

D­1/2012 beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 2  AsylG,  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3.  Die  Vernehmlassung  vom  11.  Januar  2012  wurde  dem  Beschwerdeführer  bis  anhin  nicht  zur  Kenntnis  gebracht.  Im  Sinne  der  Transparenz und aus Gründen der Prozessökonomie  ist  ihm eine Kopie  derselben mit dem Urteil zuzustellen. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Die Ziffern 1, 2 und 3 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung sind  in Rechtskraft  erwachsen,  zumal  sich  die  Beschwerde  ausdrücklich  nur  gegen  den  Vollzug  der  Wegweisung  richtet.  Betreffend  Asyl  und  die  angeordnete Wegweisung wird weder ein konkreter Antrag gestellt, noch  lässt  sich  ein  solcher  sinngemäss  aus  der  Begründung  ableiten.  Es  ist  deshalb  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der Wegweisung  zu  Recht angeordnet hat. 4.  4.1. Das BFM führt in der angefochtenen Verfügung aus, in den drei von  der  kurdischen  Regionalregierung  kontrollierten  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Suleimaniya  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Der  Wegweisungsvollzug  dahin  sei  grundsätzlich  zumutbar.  Der  Beschwerdeführer stamme aus Kirkuk, das nur eine Autostunde entfernt  von  Suleimaniya  liege.  Zwischen  den  beiden  Städten  gebe  es  einen  regen  Austausch.  Viele  Personen  aus  Kirkuk  begäben  sich  aus  geschäftlichen  oder  persönlichen  Gründen  in  das  autonome  Kurdistan.  Ausschlaggebend  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  im Nordirak  offenbar 

D­1/2012 über Kontakte verfüge. Er habe Telefonnummern von zwei Bekannten mit  sich geführt,  die  in Erbil  beziehungsweise Suleimaniya  lebten. Während  der  Anhörung  habe  er  erklärt,  dass  er  mit  diesen  einen  regelmässigen  Kontakt  pflege.  Dies  bestätige  die  Tatsache,  dass  die  Nummern  dieser  zwei Personen mit  anderen wichtigen Nummern aufgeführt würden. Vor  diesem  Hintergrund  gehe  das  BFM  davon  aus,  dass  er  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  sei,  da  er  sich  auch  im  Nordirak  in  Sicherheit  bringen  könne.  Es  sei  anzunehmen,  dass  ihn  seine  Angehörigen  aus  Kirkuk  problemlos  in  Suleimaniya  besuchen  und  unterstützen könnten. Sein in München lebender Onkel könne ihn ebenso  unterstützen. Er sei  jung und gesund und verfüge über Berufserfahrung.  Er spreche Arabisch und Kurdisch. Entgegen seinen Aussagen gebe es  auch im Nordirak eine turkmenische Minderheit. 4.2.  In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts sei die Anordnung des Wegweisungsvollzugs  in  den  Nordirak  unter  bestimmten  Voraussetzungen  zumutbar.  Dies  betreffe  in  der  Regel  alleinstehende,  gesunde  und  junge  kurdische  Männer, die aus der KRG­Region stammten oder eine  längere Zeit dort  gelebt hätten. Sie müssten über ein soziales Netz oder Beziehungen zu  Parteien verfügen. Diese Region stelle nicht automatisch eine inländische  Fluchtalternative  für  Nichtkurden  aus  dem Süd­  und  Zentralirak  dar.  Es  sei zu berücksichtigen, dass das Bleiberecht für Nichtkurden im Nordirak  von  einer  Gewährsperson  abhängig  gemacht  werden  könne.  Der  Beschwerdeführer sei turkmenischer Ethnie und habe in Kirkuk Wohnsitz  gehabt.  Die  beigelegten  Internetartikel  zeigten  auf,  wie  gefährlich  die  Lage  in  Kirkuk  sei.  In  den  kurdischen  Gebieten  habe  er  kein  Beziehungsnetz; die Telefonnummern, die er notiert habe, gehörten zwei  Jungen, die er in Kirkuk kennengelernt habe. Diese würden ihn bestimmt  nicht  beherbergen.  Sein  soziales  Umfeld  befinde  sich  in  Kirkuk,  eine  Rückkehr dorthin wäre für ihn gefährlich. 4.3. Das BFM stellt sich  in seiner Vernehmlassung auf den Standpunkt,  die  Beweismittel  bezögen  sich  auf  Gewalttaten,  die  sich  in  Kirkuk  zugetragen  hätten.  Es  treffe  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  von  dort  stamme, das BFM gehe aber davon aus, dass er sich  im Nordirak eine  Existenz aufbauen könne. 5.  5.1.  Gemäss  Art.  83  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) kann der 

D­1/2012 Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, so ist – unter  Vorbehalt  von  Art.  83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren. 5.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich  in BVGE 2008/4 und BVGE  2008/5  ausführlich  mit  der  Sicherheitslage  im  Nordirak  auseinandergesetzt.  Im  zweitgenannten  Urteil  befasste  es  sich  insbesondere mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs  in  die  drei  kurdischen  Provinzen  des  Nordiraks  (Dohuk,  Erbil,  Suleimaniya).  Es  kam  dabei  zum  Schluss,  dass  in  den  kurdischen  Nordprovinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  die  dortige  politische  Situation  nicht  dermassen  angespannt  sei,  als  dass  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet  werden  müsste. Die Anordnung des Wegweisungsvollzugs setze  jedoch voraus,  dass  die  betreffende  Person  ursprünglich  aus  der  Region  stammt  oder  eine  längere  Zeit  dort  gelebt  hat  und  über  ein  soziales  Netz  (Familie,  Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder  über  Beziehungen  zu  den  herrschenden  Parteien  verfügt.  Andernfalls  dürfte  eine  soziale  und  wirtschaftliche Integration in die kurdische Gesellschaft nicht gelingen, da  der  Erhalt  einer  Arbeitsstelle  oder  von  Wohnraum  weitgehend  von  gesellschaftlichen  und  politischen  Beziehungen  abhänge.  Zusammenfassend  sei  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  für  alleinstehende,  gesunde  und  junge  kurdische  Männer,  die  ursprünglich  aus der Region  stammen und dort  nach wie  vor über ein  soziales Netz  oder  Parteibeziehungen  verfügen,  in  der  Regel  zumutbar.  Für  alleinstehende Frauen und für Familien mit Kindern, sowie für Kranke und  Betagte  sei  bei  der  Feststellung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  grosse  Zurückhaltung  angebracht  (vgl.  BVGE  2008/5 E. 7.5.8 S. 72). 5.3. Beim Beschwerdeführer handelt es sich gemäss den Akten um einen  gesunden  Mann  mit  Berufserfahrung  als  Bäckergehilfe,  der  eigenen  Angaben  zufolge  vor  seiner  Ausreise  aus  dem  Irak  in  Kirkuk  wohnhaft  war, wo er mit dem Vater, der Stiefmutter und seinen Brüdern über enge  familiäre Anknüpfungspunkte verfügt. Das BFM stellt diese Angaben des  Beschwerdeführers  nicht  in  Frage  und  anerkennt  implizit,  dass  ein  Wegweisungsvollzug nach Kirkuk (Zentralirak) nicht zur Diskussion steht.  Entgegen  der  vom  BFM  vertretenen  Auffassung  kann  aufgrund  der 

D­1/2012 Aktenlage  jedoch  nicht  davon  ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer  verfüge  im  Nordirak  über  ein  derart  enges  Beziehungsnetz, das einen Wegweisungsvollzug dorthin erlauben würde.  Aufgrund  der  zur  Verfügung  stehenden  Informationen  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer  habe  längere  Zeit  im  Nordirak  gelebt.  Allein  aufgrund  des  Umstands,  dass  er  unter  anderen  zwei  Telefonnummern  von  Bekannten  mit  sich  führte,  die  in  Erbil  beziehungsweise Suleimaniya  leben, kann nicht geschlossen werden, er  verfüge  dort  über  ein  soziales  Netz  oder  Beziehungen  zu  den  herrschenden Parteien. Ebenfalls  zu beachten  ist,  dass es  sich bei  ihm  nicht  um  einen  ethnischen  Kurden,  sondern  um  einen  ethnischen  Turkmenen  handelt,  was  ihm  eine  Integration  in  die  kurdische  Gesellschaft nicht erleichtern dürfte. Aufgrund der Akten kann daher nicht  davon  ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer  könne  sich  im  Nordirak eine tragfähige Existenzgrundlage erarbeiten.  5.4.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Irak  erweist  sich  bei  einer  gesamtheitlichen Würdigung somit als unzumutbar  im Sinne von Art. 83  Abs.  4  AuG.  Nachdem  sich  aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  das  Vorliegen von Ausschlussgründen nach Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, sind  die Voraussetzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme erfüllt. 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht verletzt. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  Verfügung  des  BFM  vom  23.  Dezember  2011  sind  aufzuheben.  Das  BFM  ist  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  gestatten  und  ihn  vorläufig aufzunehmen. 7.  7.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 7.2.  . Dem  im  Beschwerdeverfahren  nicht  anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführer  ist  keine  Parteientschädigung  auszurichten,  weil  ihm  aus  der  Beschwerdeführung  keine  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen Kosten  im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen  (Art. 64 Abs. 1  VwVG  i.V.m.  Art. 7  Abs. 1  und  Art. 8  des  Reglements  vom  21. Februar 

D­1/2012 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) entstanden sind. (Dispositiv nächste Seite)

D­1/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2.  Die  Ziffern  4  und  5  der  Verfügung  vom  23.  Dezember  2011  werden  aufgehoben und das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer die  Einreise in die Schweiz zu gestatten sowie ihn vorläufig aufzunehmen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM,  die  Flughafenpolizei  (Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl)  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

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