Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 22.04.2026 C-4134/2022

April 22, 2026·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,535 words·~8 min·19

Summary

Genehmigung der Prämientarife | Krankenversicherung, Tarif für stationäre Behandlung, Beschluss des Regierungsrats BL vom 16. August 2022

Full text

Bundesverwaltu ng sgeri ch t Trib un a l ad ministratif f éd éral Trib un a l e am m in istrati vo federale Trib un a l ad ministrativ fe deral

Abteilung III C-4134/2022

Abschreibungsentscheid v o m 2 2 . April 2026 Besetzung Einzelrichter David Weiss, Gerichtsschreiberin Tania Sutter.

Parteien 1. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden, 2. Moove Sympany AG, Peter-Merian-Weg 4, 4002 Basel, 3. SUPRA-1846 SA, Avenue de la Rasude 8, 1006 Lausanne, 4. Einsiedler Krankenkasse, Kronenstrasse 19, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, c/o SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8400 Winterthur, 6. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald, 7. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, 9. Atupri Gesundheitsversicherung AG, Laupenstrasse 18, 3008 Bern, 10. Avenir Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny Groupe Mutuel, 11. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU,

12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart, 13. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 14. Kolping Krankenkasse AG, c/o Sympany Services AG, Peter-Merian-Weg 4, 4052 Basel, 15. Easy Sana Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 16. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Abläsch 8, Postfach, 8762 Schwanden GL, 17. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 18. KLuG Krankenversicherung in Liquidation, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 19. EGK Grundversicherungen AG, Birspark 1, 4242 Laufen, 20. sanavals Gesundheitskasse, Valléstrasse 146E, Postfach 18, 7132 Vals, 21. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich, 22. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 23. vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz, 24. Verein Krankenkasse Visperterminen, Dorfstrasse 66, 3932 Visperterminen, 25. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société cooperative, Place centrale 5, 1937 Orsières, 26. Krankenkasse Institut Ingenbohl, Kronenstrasse 19, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 27. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Industriestrasse 15, 8820 Wädenswil, 28. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten, 29. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 30. SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 37, 8401 Winterthur, 31. Galenos AG, Binzmühlestrasse 95, 8050 Zürich, 32. rhenusana, Widnauerstrasse 6, 9435 Heerbrugg, 33. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel,

34. AMB Assurances SA, Route de Verbier 13, 1934 Le Châble VS 35. Philos Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny, 36. Assura-Basis AG, Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully, 37. Visana AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, 38. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 39. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, 40. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, alle vertreten durch santéservices ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, alle vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsanwalt, aarejura Rechtsanwälte Solothurn AG, Bielstrasse 9, Postfach 130, 4502 Solothurn, Beschwerdeführerinnen,

gegen

Klinik Birshof AG, Reinacherstrasse 28, 4142 Münchenstein, Beschwerdegegnerin,

Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Landeskanzlei, Rathausstrasse 2, 4410 Liestal, handelnd durch Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Amt für Gesundheit, Rechtsdienst, Bahnhofstrasse 5, 4410 Liestal, Vorinstanz.

Gegenstand Krankenversicherung, Tarif für stationäre Behandlung, Beschluss des Regierungsrats BL vom 16. August 2022.

C-4134/2022 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 16. August 2022 (Protokoll Nr. 2022-1170) für die stationären Behandlungen in der Hirslanden Klinik Birshof (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) im Verhältnis zu den durch die santéservices ag vertretenen Krankenversicherungen (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) ab 1. Januar 2013 einen Basispreis nach SwissDRG von Fr. 9'651.– (100 %, inkl. Anlagenutzungskosten und sämtliche gesetzliche Zuschläge) festgesetzt hat, dass die von der santéservices ag vertretenen Krankenversicherungen mit Eingabe vom 16. September 2022 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhoben und die Aufhebung desselben, eventualiter die Festsetzung tieferer Basispreise für die Jahre 2013 bis 2019 beantragt haben (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1), dass der von den Beschwerdeführerinnen mit Zwischenverfügung vom 29. September 2022 bis zum 31. Oktober 2022 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– am 7. Oktober 2022 in der Gerichtskasse eingegangen ist (BVGer-act. 2 und 4), dass der zuständige Instruktionsrichter den Schriftenwechsel durchgeführt und dabei die Fachberichte der Preisüberwachung und des Bundesamtes für Gesundheit sowie die Schlussbemerkungen der Verfahrensbeteiligten eingeholt hat (vgl. BVGer-act. 6, 7, 9, 12, 14 und 15), dass der Instruktionsrichter das Beschwerdeverfahren mit Verfügung vom 30. Oktober 2025 auf Antrag der Beschwerdeführerinnen und im Einverständnis der Verfahrensbeteiligten vor dem Hintergrund, dass die Tarifparteien einen Tarif ausgehandelt haben, der noch durch den Regierungsrat zu genehmigen sei, vorläufig bis am 13. April 2026 formlos sistiert hat (vgl. BVGer-act. 17, 19–21), dass der von den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin ausgehandelte Tarifvertrag über die Abgeltung von stationären akutsomatischen Behandlungen nach SwissDRG ab dem 1. Januar 2013 mit Beschluss des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft vom 24. März 2026 (Protokoll Nr. 2026-435) genehmigt worden ist (Beilage zu BVGeract. 23),

C-4134/2022 dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 26. März 2026 die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit beantragt hat (BVGer-act. 23), dass die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 31. März 2026 die Aufhebung der Sistierung, die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens als gegenstandslos zufolge aussergerichtlicher Einigung und Vertragsgenehmigung durch die Vorinstanz, die hälftige Teilung der Verfahrenskosten sowie die Wettschlagung der Parteikosten beantragt haben (BVGer-act. 25), dass der Instruktionsrichter die formlose Sistierung des Beschwerdeverfahrens mit Verfügung vom 1. April 2026 aufgehoben hat (BVGer-act. 24), dass sich die Beschwerdegegnerin gemäss Eingabe vom 14. April 2026 mit der Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge aussergerichtlicher Einigung und Vertragsgenehmigung durch die Vorinstanz einverstanden erklärt hat (BVGer-act. 26), dass der autonomen Gestaltung der Tarife in Verträgen zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherern Vorrang gegenüber behördlichen Tariffestsetzungen zukommt (vgl. Art. 43 Abs. 4, Art. 47 Abs. 1 und 49 KVG; BVGE 2019 V/5 E. 6.4.1; 2014/37 E. 3.5.1; 2012/18 E. 7.3; RKUV 3/2002 KV 215 E. II/2) und ein hoheitlich festgesetzter Tarif rechtsprechungsgemäss gegenstandslos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des BVGer C-1918/2018 vom 9. Juli 2019 E. 5.9 m.H. auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.), dass die Vorinstanz mit Beschluss vom 24. März 2026 den zwischen den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin pendente lite geschlossenen Tarifvertrag betreffend Abgeltung von stationären akutsomatischen Behandlungen nach SwissDRG ab dem 1. Januar 2013 genehmigt hat, womit für den streitbetroffenen Zeitraum vertraglich vereinbarte und behördlich genehmigte Basispreise vorliegen, die dem mit Regierungsratsbeschluss vom 16. August 2022 hoheitlich festgesetzten Basispreis vorgehen, dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements

C-4134/2022 vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass nach Art. 6 Bst. a VKGE die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird, dass die Verfahrenskosten mit Blick auf das durchgeführte Instruktionsverfahren mit vollständig durchgeführtem Schriftenwechsel (inklusive Einholen von Fachberichten und Sistierung) nur teilweise erlassen werden können, dass die reduzierten Verfahrenskosten auf Fr. 2'000.– festzusetzen sind, dass die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens Folge der zwischen den Tarifparteien erzielten Einigung ist und damit sowohl von den Beschwerdeführerinnen als auch der Beschwerdegegnerin als Tarifparteien bewirkt worden ist, weshalb ihnen die Verfahrenskosten je zur Hälfte aufzuerlegen sind, dass der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 4'000.– zurückzuerstatten ist, dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten antragsgemäss wettgeschlagen werden und der Vorinstanz keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 und 3 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und der vorliegende Abschreibungsentscheid somit endgültig ist.

C-4134/2022 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden je zur Hälfte den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.– wird zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Urteils Fr. 1'000.– zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerinnen, die Beschwerdegegnerin, die Vorinstanz, das BAG und die Preisüberwachung.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

David Weiss Tania Sutter

Versand:

C-4134/2022 — Bundesverwaltungsgericht 22.04.2026 C-4134/2022 — Swissrulings