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Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 C-1902/2011

January 10, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·810 words·~4 min·2

Summary

Rente | Witwenrente

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­1902/2011 Urteil   v om   1 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Franziska Schneider,  Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt. Parteien A._______, Beschwerdeführerin,  gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  Vorinstanz Gegenstand Witwenrente, Einspracheentscheid vom 9. Februar 2011.

C­1902/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  Frau  A._______,  geboren  am  26. Juli  1952,  wohnhaft  in  Montenegro,  sich  am  4. Juni  2010  für  eine  Hinterlassenenrente  für  Personen mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz bei der Schweizerischen  Alters­ und Hinterlassenversicherung (SAK) angemeldet hat, dass  die  Gesuchstellerin  ihren  Ehemann  B._______  am  8. Juli  1994  heiratete  und  dieser  am  27. November  1994  verstorben  ist  (IV­Akten  act. 17), dass  der  verstorbene  Ehemann  gemäss  Auszug  aus  dem  individuellen  Konto in den Jahren 1970­1973 in der Schweiz als Saisonnier gearbeitet  hat (IV­Akten act. 28), dass die SAK mit Verfügung vom 20. Oktober 2010 (IV­Akten act. 31) das  Gesuch  um  Ausrichtung  einer  Witwenrente  abgewiesen  hat,  weil  die  Versicherte  keine  der  Voraussetzungen  für  einen  Bezug  einer  Witwenrente erfülle,  dass die Witwe mit Eingabe vom 25. November 2010  (IV­Akten act. 38)  Einsprache erhoben und ihren Anspruch damit begründet hat, dass sie im  Zeitpunkt des Todes ihres Ehegatten das 45. Altersjahr vollendet gehabt  habe  und  fast  fünf  Jahre  verheiratet  gewesen  sei.  Sie  habe  mit  ihrem  verstorbene  Ehemann  vor  der  Eheschliessung  fast  drei  Jahre  (2  Jahre  und  6  Monate  gemäss  beigelegter  eidesstattlicher  Erklärung)  in  einer  Lebensgemeinschaft gelebt (IV­Akten act. 35), dass  die  SAK  die  Einsprache  mit  Einspracheentscheid  vom  9. Februar  2011  (IV­Akten  act. 41)  abgewiesen  hat,  da  die  Gesuchstellerin  die  Voraussetzungen  zum  Bezug  einer Witwenrente  gemäss  Art. 24  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1946  über  die  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) nicht erfülle, dass  Frau  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  am  15. März  2011  (BVGer  act. 1)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erhoben  und  beantragt  hat,  es  sei  ihr  eine  Witwenrente  oder  eine  einmalige  Abfindung  für  die  Zeit,  die  ihr  verstorbener  Ehemann  in  der  Schweiz gearbeitet habe, auszurichten,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Beschwerde  festhält,  dass  sie  im  Zeitpunkt  des Tode  ihres Ehemannes  42  Jahre  gewesen  sei  und  damit  die Voraussetzungen zum Bezug einer Witwenrente gemäss Art 24 Abs. 

C­1902/2011 1  AHVG  nicht  erfülle.  Sie  sei  aber  mit  dem  Verstorbenen  verheiratet  gewesen  und  habe  mit  ihm  zusätzlich  in  einer  ausserehelichen  Gemeinschaft  während  mehreren  Jahren  gelebt.  Im  Weiteren  sei  sie  Hausfrau,  arbeitslos  und  habe  keine  Einkünfte,  weshalb  sie  eine  Witwenrente beantrage. Habe sie keinen Anspruch auf eine Witwenrente,  so  beantrage  sie  eine  einmalige  Abfindung  für  die  Zeit,  die  ihr  verstorbener Ehemann in der Schweiz gearbeitet habe, dass die  Instruktionsrichterin die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom  6. April  2011  (BVGer  act. 2)  aufgefordert  hat,  ein  Zustelldomizil  in  der  Schweiz anzugeben,  dass  die  SAK  (nachfolgend:  Vorinstanz)  mit  Vernehmlassung  vom  18. Mai  2011  (BVGer  act. 5)  erneut  festhielt,  dass  die  Beschwerdeführerin weder die Voraussetzungen von Art. 23 noch Art. 24  AHVG  für  eine  Witwenrente  erfülle.  Die  einmalige  Abfindung  sei  eine  mögliche Zahlungsart einer Rentenleistung. Da die Voraussetzungen  für  eine  Witwenrente  in  casu  nicht  bestehen  würden,  könne  auch  keine  einmalige Abfindung gewährt werden, dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Verfügung  vom  25. Mai  2011  (BVGer  act. 6)  die  Vorinstanz  aufgefordert  hat,  den Nachweis  für  den  Zeitpunkt  der  Zustellung  des  Einspracheentscheids  vom  9.  Februar  2011  zu  erbringen, dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  14. Juni  2011  (BVGer  act. 9)  mitgeteilt  hat,  dass  sie  den  genauen  Zeitpunkt  der  Zustellung  des  Einspracheentscheids  nicht  eruieren  könne. Die Einspracheverfügungen  der SAK würden mit B­Post frankiert und versandt. Die Beförderungszeit  nach Montenegro betrage zwischen  fünf und  fünfzehn Werktagen  (ohne  Aufgabetag), nähere Präzisierungen seien aber nicht möglich, dass die Instruktionsrichterin die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom  17. Juni  2011  (BVGer  act. 7)  mit  Hilfe  der  Schweizerischen  Botschaft  aufgefordert hat, innert Frist ein Zustelldomizil in der Schweiz anzugeben, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom  17. September  2011  (BVGer act. 10) mitgeteilt hat, dass sie kein Zustelldomizil in der Schweiz  bezeichnen könne, da sie keine Verwandten in der Schweiz habe, dass  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 

C­1902/2011 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG;  SR  172.021)  beurteilt,  sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten, dass  Verfügungen  der  Vorinstanz  im  Bereich  des  Witwenrentenanspruchs vor Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind, dass  die  Beschwerde  innerhalb  von  30  Tagen  seit  der  Eröffnung  der  Verfügung einzureichen ist (Art. 50 VwVG), dass  schriftliche  Eingaben  spätestens  am  letzten  Tag  der  Frist  der  Behörde einzureichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post  oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung zu übergeben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG), dass  der  angefochtene  Einspracheentscheid  vom  9. Februar  2011  der  Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zugestellt werde, der Zeitpunkt  der Zustellung jedoch nicht nachgewiesen werden kann, dass die üblichen Zustellungsfristen nach Montenegro ungefähr 5 bis 15  Arbeitstage betragen, dass  die  Beschwerdeführerin  ihre  Eingabe  vom  15. März  2011  (eingegangen beim Bundesverwaltungsgericht  am 30. März 2011) damit  innerhalb  der  vom  Gesetz  vorgeschriebenen  dreissigtägigen  Rechtsmittelfrist  eingereicht  hat,  wenn  man  von  einer  maximalen  Zustellungszeit für den Einspracheentscheid von 15 Tagen ausgeht, dass  die  Beschwerdeführerin  durch  den  angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  ist  und  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung  ein  schutzwürdiges  Interesse  hat  (Art. 48  Abs. 1  VwVG;  vgl.  auch  Art. 59  ATSG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert, dass  die  Beschwerde  daher  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde  (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 VwVG; wurde vgl. auch Art. 60 ATSG). Auf  die Beschwerde ist daher einzutreten, dass  vorliegend  streitig  und  zu  prüfen  ist,  ob  die  SAK  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  keine  Witwenrente  und  keine  einmalige  Abfindung zugesprochen, 

C­1902/2011 dass  gemäss  Art.  23  AHVG  Witwen  oder  Witwer  Anspruch  auf  eine  Witwen­ oder Witwerrente haben, sofern sie im Zeitpunkt der Verwitwung  Kinder  haben  (Abs. 1).  Kindern  von  Witwen  oder  Witwern  sind  gleichgestellt:  a.)  Kinder  des  verstorbenen  Ehegatten,  die  im  Zeitpunkt  der  Verwitwung  mit  der  Witwe  oder  dem  Witwer  im  gemeinsamen  Haushalt leben und von ihr oder ihm als Pflegekinder im Sinne von Artikel  25 Absatz 3 aufgenommen werden; b.) Pflegekinder im Sinne von Artikel  25 Absatz  3,  die  im Zeitpunkt  der  Verwitwung mit  der Witwe  oder  dem  Witwer  im gemeinsamen Haushalt  leben und von  ihr oder  ihm adoptiert  werden (Abs. 2). Der Anspruch auf die Witwen­ oder Witwerrente entsteht  am ersten Tag des dem Tod des Ehemannes oder der Ehefrau folgenden  Monats,  im  Falle  der  Adoption  eines  Pflegekindes  gemäss  Absatz  2  Buchstabe b am ersten Tag des der Adoption folgenden Monats (Abs. 3).  Der Anspruch erlischt: a.) mit der Wiederverheiratung; b.) mit dem Tode  der Witwe  oder  des Witwers  (Abs. 4).  Der  Anspruch  lebt  auf,  wenn  die  neue Ehe geschieden oder ungültig erklärt wird. Der Bundesrat regelt die  Einzelheiten (Abs. 5), dass  gemäss  Art. 24  AHVG  Witwen  überdies  Anspruch  auf  eine  Witwenrente haben, wenn sie  im Zeitpunkt der Verwitwung keine Kinder  oder  Pflegekinder  im  Sinne  von  Artikel  23,  jedoch  das  45. Altersjahr  vollendet  haben  und  mindestens  fünf  Jahre  verheiratet  gewesen  sind.  War  die Witwe mehrmals  verheiratet,  so wird  auf  die Gesamtdauer  der  Ehen abgestellt (Abs. 1), dass die Beschwerdeführerin nie geltend gemacht hat, sie habe Kinder, dass die am 26. Juli 1952 geborene Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des  Todes ihres Ehemannes am 27. November 1994 42 Jahre und 4 Monate  alt gewesen ist, dass  die  Ehe  der  Beschwerdeführerin  gemäss  Auszug  aus  dem  Eheregister  vom 8. Juli  1994 bis  zum Todestag am 27. November 1994  gedauert hat, also 4 Monate und 19 Tage, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 2 Jahre und 6  Monate in unverheirateter Lebensgemeinschaft vor der Heirat vorliegend  nicht  berücksichtigt  werden  können  und  am  Endresultat  auch  nichts  ändern würden, dass  die  Beschwerdeführerin  trotz  Nachfrage  der  Vorinstanz  keine  weiteren Ehejahre nachgewiesen hat,

C­1902/2011 dass  die  Beschwerdeführerin  somit  offensichtlich  keine  einzige  Voraussetzungen  von  Art. 23  und  24  AHVG  erfüllt  und  somit  kein  Anspruch auf eine Witwenrente besteht, dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Beschwerde  zusätzlich  bei  Verneinung einer Witwenrente, eine einmalige Abfindung beantragt, dass  gemäss  Art. 7  des  Abkommens  vom  8. Juni  1962  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  (SR  0.831.109.818.1),  welches  auch  für  den  Staat  Montenegro  gilt,  unter  gewissen  Bedingungen  die  Möglichkeit  besteht,  anstelle  der  Teilrente  eine  einmalige  Abfindung  in  der Höhe des Barwertes der geschuldeten Rente zu gewähren, dass die Ausrichtung einer Abfindung aber den Anspruch auf eine Rente  voraussetzt, dass  die  Beschwerdeführerin,  wie  oben  festgestellt,  jedoch  keinen  Anspruch  auf  eine  Rente  hat  und  deshalb  auch  keine  Abfindung  beanspruchen kann, dass  sich  die  Anträge  der  Beschwerdeführerin  somit  als  offensichtlich  unbegründet  erweisen  und  die Beschwerde  daher  im  einzelrichterlichen  Verfahren gemäss Art. 23 Abs. 2 VGG in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 3  AHVG abzuweisen ist, dass  das  Verfahren  für  die  Parteien  kostenlos  ist,  so  dass  keine  Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), dass die obsiegende Vorinstanz als Bundesbehörde keinen Anspruch auf  Parteientschädigung hat  (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 73.320.2]).

C­1902/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Publikation im Bundesblatt) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …..; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Christine Schori Abt Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90 ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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