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Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 C-1389/2009

September 13, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,022 words·~20 min·4

Summary

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung | Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­1389/2009 Urteil   v om   1 3 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Andreas Trommer, Richter Bernard Vaudan,    Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. Parteien 1. X._______,  2. Y._______, beide vertreten durch Thomas Biedermann, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführerinnen,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

C­1389/2009 Sachverhalt: A.  Die  aus Mazedonien  stammende  Beschwerdeführerin 1  (geboren  1972)  reiste  gemäss  ihren  eigenen Angaben  im Mai  1998  in  die Schweiz  ein.  Am  22. Mai  1998  verheiratete  sie  sich  mit  dem  im  Kanton  Wallis  wohnhaften Schweizer Bürger Z._______  (geboren 1967), worauf  sie  in  diesem  Kanton  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib  bei  ihrem  Ehemann erhielt. Am 11. August 1998 nahm ihre einer früheren (im Juni  1990  geschiedenen)  Ehe  entstammende  Tochter,  die  Beschwerdeführerin 2  (geboren  […]  1990),  bei  ihr  in  der  Schweiz  Wohnsitz. B.  Mit Datum vom 23. April 2002 stellte die Beschwerdeführerin 1 ein erstes  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  gemäss  Art. 27  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  29. September  1952  (BüG,  SR  141.0),  welches  jedoch  aufgrund  des  nicht  erfüllten  Erfordernisses  der  Wohnsitzdauer  nicht  weiterbehandelt  wurde.  Am  27. Juni  2003  (Datum  des  Eingangs)  reichte  sie  ein  neuerliches  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  ein.  Im  Rahmen  des  Einbürgerungsverfahrens  unterzeichneten  sie  und  ihr  Ehemann  am  9. Dezember  2003  eine  gemeinsame  Erklärung,  wonach  sie  in  einer  tatsächlich  bestehenden,  ungetrennten  ehelichen  Gemeinschaft  an  derselben  Adresse  zusammenlebten und dass weder Trennungs­ noch Scheidungsabsichten  beständen. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die  erleichterte Einbürgerung nicht möglich  ist, wenn vor oder während des  Einbürgerungsverfahrens  einer  der  Ehegatten  die  Trennung  oder  Scheidung beantragt hat oder keine  tatsächliche eheliche Gemeinschaft  mehr besteht. Ebenfalls bestätigten sie ihre Kenntnisnahme davon, dass  die  Verheimlichung  solcher  Umstände  zur  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung  führen  könne.  Am  19. Februar  2004  wurde  die  Beschwerdeführerin 1  gestützt  auf  Art. 27  BüG  erleichtert  eingebürgert.  Die  Beschwerdeführerinnen  erwarben  damit  das  Bürgerrecht  der  Gemeinde A._______ (Kanton Wallis). C.  Bereits am 22. November 2003 hatte der – zu diesem Zeitpunkt schon an  der  neuen  Adresse  wohnhafte –  Ehemann  der  Beschwerdeführerin 1  einen Mietvertrag für eine (in derselben Gemeinde gelegene)  frühestens  per  30. November  2004  kündbare,  möblierte  1.5­Zimmer­Wohnung  mit 

C­1389/2009 Mietbeginn  per  1. Dezember  2003  unterzeichnet.  Die  Beschwerdeführerin 1,  welche  zunächst  in  der  ehemals  ehelichen  Wohnung  verblieb,  kündigte  diese  per  31. Mai  2004 und  verzog  in  eine  andere  Walliser  Gemeinde.  Am  20. Mai  2005  unterzeichnete  sie  einen  Mietvertrag  für  eine  3.5­Zimmer­Wohnung  in  Langenthal mit Mietbeginn  am  1. Juli  2005.  Seither  ist  sie  in  dieser  Gemeinde  angemeldet  und  wohnhaft. D.  Mit  gemeinsamem  Begehren  vom  31. Januar  2006  machten  die  Ehegatten  beim  zuständigen  Zivilgericht  (unter  Einreichung  einer  von  beiden  am  24. November  2005  unterzeichneten  vollständigen  Vereinbarung über die Scheidungsnebenfolgen) ein Scheidungsverfahren  anhängig. Das Scheidungsurteil erging am 30. Mai 2006 und erwuchs am  30. Juni 2006 in Rechtskraft. Am  1. Dezember  2006  verheiratete  sich  die  Beschwerdeführerin 1  mit  ihrem jetzigen Ehegatten, einem türkischen Staatsangehörigen (geboren  1978),  welchen  sie  im  Jahre  2002  in  der  Türkei  kennengelernt  und  im  Jahre  2005  dort  wieder  getroffen  hatte.  Dieser  Ehe  entsprang  am  (…)  2008 ein gemeinsames Kind. E.  Diese  Umstände  bewogen  das  BFM,  ein  Verfahren  betreffend  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art. 41  BüG  einzuleiten. Mit  Schreiben  vom  14. März  2008  informierte  das  BFM  die  Beschwerdeführerin 1 über die Verfahrenseröffnung. Es  forderte sie auf,  zur  Frage  einer  allfälligen  Nichtigerklärung  ihrer  erleichterten  Einbürgerung sowie derjenigen  ihrer Tochter, der Beschwerdeführerin 2,  zur  Trennung/Scheidung  von  ihrem  Schweizer  Ehemann,  zu  den  Umständen  ihres  Kennenlernens  und  zur  Eheschliessung  mit  ihrem  jetzigen  Ehemann  sowie  zur  aktuellen  Familiensituation  Stellung  zu  nehmen,  und  ihre  Einwilligung  zur  Einsicht  in  die  Scheidungsakten  zu  erteilen. F.  In  einem Schreiben  vom 26. Mai  2008  führte  die  (inzwischen anwaltlich  vertretene) Beschwerdeführerin 1 aus, sie habe ihren früheren Ehemann  im Jahre 1997 anlässlich eines Besuchsaufenthalts bei  ihren  im Kanton 

C­1389/2009 Wallis wohnhaften Schwestern kennengerlernt. Nach ihrer Rückkehr nach  Mazedonien hätten sie unregelmässig  telefonischen Kontakt gehabt und  schliesslich  habe  ihr  ihr  Ex­Ehemann  via  Schweizer  Vertretung  einen  Heiratsantrag  gemacht.  Sie  hätten  sich  daraufhin  noch  einige  Male  getroffen,  sich  zur  Heirat  entschlossen  und  im  Mai  1998  geheiratet.  Anfänglich  sei  die  Ehe  gut  verlaufen.  Im  Jahre  2002  sei  sie  sich  des  Alkoholproblems  ihres  Ex­Ehemanns  erstmals  bewusst  geworden.  Im  Jahre  2003  habe  sein  Alkoholkonsum  zugenommen  und  im  Sommer  2004,  einige Monate  nach  der Einbürgerung,  sei  die Situation  eskaliert.  Aufgrund seiner Ausfälligkeiten ihr und ihrer Tochter gegenüber habe sie  sich  entschlossen,  aus  der  ehelichen Wohnung  auszuziehen.  Sie  habe  damals  jedoch  keine  Scheidung  gewollt,  sondern  hinsichtlich  des  Weiterbestehens  der Ehe noch Hoffnung gehabt. Sie  hätten  daher  eine  Ehetherapie aufgenommen; diese sei jedoch aufgrund der Suchtkrankheit  ihres  Ex­Ehemannes  gescheitert.  Im  Sommer  2005  habe  dieser  –  trotz  der  getrennten  Wohnsitze  –  verstärkt  psychischen  Druck  auf  sie  ausgeübt,  so  dass  sie  krank  geworden  sei  und  eine  Therapie  habe  beginnen  müssen.  Schliesslich  habe  er  damit  begonnen,  sie  richtiggehend  zu  terrorisieren,  so  dass  sie  nach  Langenthal  zu  ihren  Schwestern  gezogen  sei.  Daraufhin  sei  es  ihr  psychisch  relativ  rasch  besser gegangen. Im Jahre 2006 hätten sie sich einvernehmlich scheiden  lassen.  Es  sei  unzutreffend,  dass  sie  im  Dezember  2003  nicht  mehr  daran geglaubt hätten, dass ihre Ehe eine Zukunft habe. Zum damaligen  Zeitpunkt  habe  weder  eine  Trennung  noch  gar  eine  Scheidung  zur  Diskussion  gestanden.  Sie  sei  im  Sommer  2004  einzig  aufgrund  der  Eskalation  infolge  des  vermehrten  Alkoholkonsums  des  Ex­Ehemannes  ausgezogen;  sie  hätten  aber  versucht,  sich wieder  anzunähern,  und  zu  diesem Zweck die Hilfe von Drittpersonen in Anspruch genommen. Dass  es letztlich zur Scheidung gekommen sei, sei alleine auf die Alkoholsucht  ihres  Ex­Ehemannes  und  seine  diesbezügliche  Uneinsichtigkeit  zurückzuführen.  Ihren  jetzigen  Ehemann  habe  sie  im  Sommer  2005  während eines Urlaubs in der Türkei kennengelernt. Sie hätten sich dann  zur Heirat in der Türkei und zum Familiennachzug des Ehemannes in die  Schweiz  entschlossen.  Inzwischen  sei  ein  gemeinsames  Kind  geboren  worden. G.  Nachdem  sie  seitens  der  Vorinstanz  zur  Klärung  einiger  Fragen  (insbesondere  hinsichtlich  der  Chronologie  der  Ereignisse)  aufgefordert  worden  war,  führte  die  Beschwerdeführerin 1  in  einer  weiteren  Stellungnahme vom 25. August 2008 aus, sie habe sich vom 19. April bis 

C­1389/2009 31. August  2005  in  engmaschiger,  ärztlicher  Behandlung  befunden,  mithin  in  der  Zeit,  als  der  "Psychoterror"  ihres  ehemaligen  Ehemannes  unzumutbar geworden sei (diesbezüglich reichte sie eine entsprechende  Bestätigung  ein).  Bereits  zuvor  sei  sie  an  ihrem  Wohnort  bei  einer  Psychiaterin/Psychologin  in  Behandlung  gewesen.  Anfangs  Juni  2004  habe  sie  sich  am  früheren  gemeinsamen  Wohnort  abgemeldet,  doch  habe sie die neu angemietete Wohnung damals noch nicht bezogen; die  Beschwerdeführerin 2  habe  das  Schuljahr  noch  am  alten  Wohnort  zu  Ende gebracht. Vom Zeitpunkt des Auszugs des Ex­Ehemannes aus der  ehelichen Wohnung habe sie ebenso wenig Kenntnis wie davon, wer die  Wohnung gekündigt habe. Auch könne sie nicht sagen, wann genau sein  Alkoholkonsum  zum  Problem  geworden  sei;  es  habe  sich  um  einen  schleichenden  Prozess  gehandelt.  Einzig  dieses  Alkoholproblem  sei  letztlich  für  die  Scheidung  der  Ehe  ursächlich  gewesen.  Zu  einer  Belastung  geworden  sei  es  ab  Sommer  2003  (häufigere  Betrunkenheit  des  Ex­Ehemannes,  zum  Teil  finanzielle  Schwierigkeiten),  wobei  sie  damals noch nicht das Gefühl gehabt habe, sie würden das Problem nicht  in den Griff bekommen. Mit der Suche einer neuen Wohnung habe sie im  Februar/März  2004  begonnen.  Im  rechtlichen  Sinne  getrennt  hätten  sie  sich mit  ihrem Auszug  im  Juni  2004.  Ihren  jetzigen  Ehemann  habe  sie  tatsächlich bereits  im Jahre 2002 anlässlich eines Besuchsaufenthalts  in  der  Türkei  kennengelernt,  im  Jahre  2005  hätten  sie  sich  dort  wieder  getroffen. Gleichzeitig  erteilte  die Beschwerdeführerin 1  die  verlangte  Zustimmung  zur Einsicht in die Scheidungsakten. H.  Mit  Schreiben  vom  25. September  und  vom  21. Oktober  2008  (jeweils  Eingang  bei  der  Vorinstanz)  beantwortete  der  Ex­Ehemann  der  Beschwerdeführerin 1  ihm  vom  BFM  schriftlich  unterbreitete  Fragen.  Er  gab  an,  aufgrund  ihrer  unterschiedlichen  Mentalitäten  seien  ihre  Interessen  und  Ansichten  stets  "grundverschieden"  gewesen.  Zudem  hätten  sie  finanzielle  Probleme  gehabt,  die  zu  Auseinandersetzungen  geführt hätten. Die Streitereien hätten unmittelbar nach dem Eheschluss  begonnen und seien nach etwa einem Jahr immer schlimmer geworden.  Mit der Zeit hätten sie nur noch (über alles Mögliche, vornehmlich jedoch  über  finanzielle  Belange)  gestritten.  Jeder  habe  sein  eigenes  Leben  gelebt.  Anfangs  November  2003  seien  die  Streitereien  – von  der  Beschwerdeführerin 1  provoziert –  eskaliert.  Daraufhin  habe  sie  die  Trennung verlangt, woraufhin er Mitte November 2003 aus der ehelichen 

C­1389/2009 Wohnung  ausgezogen  sei.  Er  habe  dann  an  sich  sofort  die  Scheidung  gewollt, doch sei es damit nur langsam vorangegangen. Eine Ehetherapie  hätten  sie  jedoch  nie  durchgeführt.  Kenntnis  davon,  zu  welchem  Zeitpunkt  die  Beschwerdeführerin 1  die  ehemals  eheliche  Wohnung  gekündigt habe, habe er keine. Er bestätigt, Alkoholprobleme gehabt zu  haben, und führt weiter aus, dies sei schon vor der Ehe der Fall gewesen  und  der  Beschwerdeführerin 1  bereits  damals  bekannt.  Zu  jenem  Zeitpunkt  habe  sie  dies  jedoch  nicht  gestört;  später  seien  ihr  diese  Probleme  "gerade  recht  gekommen",  da  sie  damit  einen  Grund  für  die  Scheidung  gehabt  habe.  Zur  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung hinsichtlich der stabilen, ungetrennten Gemeinschaft sei er von  der Beschwerdeführerin 1 "genötigt" worden, die  ihm ansonsten das von  ihm für die Arbeit benötigte Auto vorenthalten wollte.  I.  Mit  Schreiben  vom  24. Oktober  2008  gewährte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin 1  unter  Zustellung  von  Kopien  der  beiden  Antwortschreiben  ihres  Ex­Ehemannes  (vgl.  Bst. H)  die  Möglichkeit,  zu  diesen  sowie  zur  beabsichtigten  Nichtigerklärung  ihrer  erleichterten  Einbürgerung Stellung zu nehmen. J.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  8. Dezember  2008  führte  die  Beschwerdeführerin 1  aus,  die  (in  erster  Linie  finanziellen)  Probleme  während  ihrer  Ehe  seien  auf  die  Alkoholsucht  ihres  Ex­Ehemannes  zurückzuführen  gewesen.  Die  anfänglich  bestehenden  Mentalitätsunterschiede  hätten  mit  ihrer  zunehmenden  Integration  abgenommen.  Es  treffe  nicht  zu,  dass  sich  die  Ehegatten  vor  der  Einbürgerung nur noch gestritten hätten,  zutreffend sei  jedoch, dass sie  insbesondere  wegen  finanzieller  Fragen  regelmässig  Auseinandersetzungen  gehabt  hätten.  Das  Suchtproblem  ihres  Ex­ Ehemannes habe sich im Verlaufe des Jahres 2003 verschärft, vorher sei  sie guter Hoffnung gewesen, dass er noch zur Einsicht komme. Einer von  ihr  angeregten  Suchtberatung  sowie  gemeinsamen  Psychotherapie­ Sitzungen  habe  er  sich  jedoch  verweigert.  Vor  der  Trennung  sei  es  zu  Aggressionen  ihr  und  ihrer  Tochter,  der  Beschwerdeführerin 2,  gegenüber  gekommen,  weshalb  sie  ihren  Ex­Ehemann  schliesslich  aufgefordert  habe,  das  eheliche Domizil  zu  verlassen.  Noch  zu  diesem  Zeitpunkt habe sie gehofft, ihn damit zur Vernunft zu bringen und ihn zur  Aufnahme  einer  Therapie  zu motivieren.  Doch  habe  er  sie  dort  wie  an  ihrem  Arbeitsort  weiterhin  belästigt,  weshalb  sie  ihrerseits  im  Sommer 

C­1389/2009 2004  aus  der  früheren  ehelichen  Wohnung  ausgezogen  sei.  Die  Trennung und  letztlich die Scheidung sei somit einzig und allein auf die  Alkoholsucht  des  Ex­Ehemannes,  seine  diesbezügliche  Uneinsichtigkeit  sowie  seine Aggressionen  ihr  und der Beschwerdeführerin 2  gegenüber  zurückzuführen. K.  Auf Ersuchen der Vorinstanz erteilte der Kanton Wallis als Heimatkanton  der  Beschwerdeführerin 1  mit  Schreiben  vom  19. September  2008  (Eingang  beim  BFM  am  14. Januar  2009)  seine  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. L.  Mit  Verfügung  vom  6. Februar  2009  erklärte  die  Vorinstanz  die  erleichterte  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin 1  für  nichtig.  Zudem  hielt  sie  fest,  die  Nichtigkeit  erstrecke  sich  auf  alle  Familienmitglieder,  deren  Schweizer  Bürgerrecht  auf  der  nichtig  erklärten  Einbürgerung  beruhe.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  aus  den  gesamten Umständen  müsse geschlossen werden, dass die Ehe im Zeitpunkt der erleichterten  Einbürgerung  instabil  und nicht mehr auf die Zukunft gerichtet gewesen  sei.  Insbesondere  verwies  sie  diesbezüglich  auf  die  Wohnsituation  der  damaligen Ehegatten Ende 2003 bzw. Anfang 2004. Sie hob hervor, dass  die Beschwerdeführerin 1 ihren Ex­Ehemann bereits drei Wochen vor der  gemeinsamen  Erklärung  betreffend  die  eheliche  Gemeinschaft  aufgefordert habe, die eheliche Wohnung zu verlassen, woraufhin dieser  für  sich  alleine  eine  frühestens  per  30. November  2004  kündbare  1.5­ Zimmer­Wohnung gemietet habe. Die Beschwerdeführerin 1 selbst habe  gemäss  ihren  eigenen  Angaben  im  Februar/März  2004  mit  der  Suche  einer  eigenen  Wohnung  begonnen;  der  Trennungsentschluss  müsse  vorher  gewachsen  und  gefällt  worden  sein.  Das  Verhalten  der  ehemaligen Ehegatten sei ein klares Zeichen  für die  Instabilität der Ehe  zum  Zeitpunkt  der  Einbürgerung.  Die  –  unbelegten  –  Ausfälligkeiten,  Drohungen  und  Belästigungen  seitens  ihres  damaligen  Ehemannes  müssten  bereits  vor  der  Einbürgerung  stattgefunden  haben.  Es  bestünden  Anhaltspunkte  (finanzielle  Probleme,  unterschiedliche  Mentalitäten,  Interessen  und  Ansichten,  Alkoholsucht,  Streitereien  etc.)  dafür, dass die ehelichen Verhältnisse bereits vor der Unterzeichnung der  gemeinsamen  Erklärung  bzw.  vor  der  erleichterten  Einbürgerung  völlig  destabilisiert  gewesen  seien.  Dennoch  seien  während  des  Einbürgerungsverfahrens  Hinweise  an  die  zuständigen  Behörden  betreffend die Alkoholsucht,  die ehelichen Probleme und die Benutzung 

C­1389/2009 zweier  Wohnungen  gänzlich  ausgeblieben.  Aufgrund  der  Umstände  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Fortsetzung  der  Ehe  seitens  der  Beschwerdeführerin 1  bis  im  Winter  2003/2004  den  Zweck  hatte, ihr den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts zu ermöglichen. Schon  zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung habe kein auf die Zukunft  gerichteter  Wille  mehr  bestanden,  das  eheliche  Leben  wieder  aufzunehmen  bzw.  die  –  völlig  zerstörte  –  eheliche  Gemeinschaft  im  Sinne  der  Vorstellung  des  Gesetzgebers  nach  der  Einbürgerung  langfristig weiterzuführen. Es sei somit davon auszugehen, dass sich die  Beschwerdeführerin 1  die  erleichterte  Einbürgerung  erschlichen  habe,  weshalb die Voraussetzungen für die Nichtigerklärung erfüllt seien.  M.  Mit Rechtsmitteleingabe vom 4. März 2009 hat die Beschwerdeführerin 1  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  erhoben und ihre Aufhebung beantragt; eventualiter sei ihrer Tochter das  Schweizer  Bürgerrecht  zu  belassen.  Zur  Begründung  führt  sie  aus,  obwohl  die  damaligen  Ehegatten  ab  Dezember  2003  aufgrund  der  ehelichen Probleme tatsächlich getrennte Wohnsitz gehabt hätten, sei die  Ehe  zum damaligen Zeitpunkt  in  einer  schwierigen Phase,  jedoch  noch  nicht  definitiv  gescheitert  gewesen.  Rückblickend  betrachtet  sei  dieser  Auszug zwar "der Anfang vom Ende" ihrer Ehe gewesen. Es gehe jedoch  nicht an, retrospektiv auf den damals angeblich nicht mehr bestehenden  Willen  der  ehemaligen  Ehegatten  zur  Weiterführung  der  Ehe  zu  schliessen.  Hätte  die  Beschwerdeführerin 1  lediglich  das  Bürgerrecht  erschleichen  wollen,  so  hätte  sie  die  Situation  mit  ihrem  damaligen  Ehemann  noch  über  ein  paar  weitere  Monate  oder  Jahre  ausgehalten  bzw.  den  Anschein  einer  gelebten  Ehe  so  lange  aufrecht  erhalten.  Auf  eine räumliche Trennung habe sie gedrängt, um eventuell die Ehe noch  retten zu können: Sie habe gehofft, damit  ihren damaligen Ehemann zur  Einsicht  und  zur  Aufnahme  einer  Suchttherapie  zu  bewegen.  Aufgrund  seiner zunehmenden Belästigungen am alten Wohnort habe sie sich zum  Domizilwechsel  nach  Naters  entschlossen.  Auch  zu  diesem  Zeitpunkt  habe  sie  jedoch  die  Hoffnung  auf  die  Rettung  der  Ehe  noch  nicht  aufgegeben.  Sämtliche  entsprechenden  Bemühungen  hätten  jedoch  angesichts  der  Uneinsichtigkeit  ihres  Ex­Ehemannes  betreffend  seine  Alkoholsucht  nichts  gefruchtet.  Diese  alleine  sei  für  das  Scheitern  ihrer  Ehe  ursächlich  gewesen.  Als  endgültiger  Bruch  könne  allenfalls  ihr  Wegzug  aus  dem  Kanton  Wallis  betrachtet  werden.  Die  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung  hervorgehobenen  widersprüchlichen  Angaben zum zeitlichen Ablauf seien auf ihre damalige Schwangerschaft 

C­1389/2009 und  die  mit  dieser  einhergehende  emotionale  Instabilität  und  Erinnerungslücken  zurückzuführen.  Zur  Begründung  des  –  ihre  Tochter  betreffenden  –  Eventualantrags  verweist  die  Beschwerdeführerin 1  auf  das  damals  zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_190/2008  vom  29. Januar  2009  (nunmehr  publiziert  in  BGE  135  II  161). Mit einer weiteren Eingabe vom 17. April 2009 hat sich auf Anfrage des  Bundesverwaltungsgerichts auch die Beschwerdeführerin 2 als Partei  im  Verfahren  konstituiert.  Zur  weiteren  Begründung  des  sie  betreffenden  Antrags  hat  sie  auf  die  seit  ihrer  Einreise  im  Jahre  1998  erfolgte  Schulbildung und soziale  Integration sowie  ihr Wohlverhalten verwiesen.  Aufgrund  gesundheitlicher  Probleme  (Anorexie)  habe  sie  sich  im  Jahre  2008 während mehrerer Monate in spezialisierter stationärer Behandlung  befunden  und  eben  habe  sie  sich  wieder  in  entsprechende  Pflege  begeben.  Für  ihren  Unterhalt  würden  derzeit  die  Beschwerdeführerin 1  und  deren  Ehemann  aufkommen.  Sie  plane  jedoch  eine  (An­)Lehre  im  Pflegebereich  ab  Sommer  2009.  Schliesslich  sei  das  Kriterium  der  wirtschaftlichen  Selbständigkeit  bei  jungen,  sich  in  einer  Ausbildung  befindenden  Einbürgerungswilligen  regelmässig  nicht  erfüllt,  was  ihrer  ordentlichen Einbürgerung nicht entgegenstehen würde. N.  In ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2009 spricht sich die Vorinstanz im  Wesentlichen  unter  Verweis  auf  die  bereits  erwähnten  Gründe  für  die  Abweisung  der  Beschwerde  aus,  insofern  sie  die  Beschwerdeführerin 1  betreffe.  Namentlich  hebt  sie  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin 1  in  der Beschwerde bestätigt habe, im Dezember 2003 – zum Zeitpunkt der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  –  hätten  getrennte  Wohnsitze  bestanden,  so  dass  sie  damals  eine  erhebliche  Tatsache  verheimlicht  habe.  Zudem  trage  die  Anwaltsvollmacht,  welche  mit  dem  gemeinsamen  Scheidungsbegehren  vom  31. Januar  2006  eingereicht  worden sei, das Datum vom 25. August 2004 sowie bereits den Vermerk  "Scheidungsverfahren". Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  17. Juni  2009  spricht  sich  die  Vorinstanz  für  die  vollumfängliche Abweisung  der Beschwerde  aus.  Sie  verweist  namentlich  darauf,  dass  die  Beschwerdeführerin 2  trotz  Aufforderung  zur  Einreichung  von  im  Hinblick  auf  die  Beurteilung  des  Vorliegens  der  Voraussetzungen  der  ordentlichen  Einbürgerung  erforderlichen  Unterlagen  (Straf­  und  Betreibungsregisterauszüge, 

C­1389/2009 Wohnsitzbescheinigung,  Arztbericht  und  allenfalls  Arbeits­  bzw.  Lehrvertrag)  keinerlei  Beweismittel  eingereicht  habe,  so  dass  sie  nicht  von  der  Erstreckung  der  Nichtigkeit  der  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin 1 ausgenommen werden könne. O.  Die  Beschwerdeführerinnen  halten  in  ihrer  Replik  vom  25. September  2009  an  ihren  Anträgen  und  deren  Begründung  fest.  Es  sei  der  Beschwerdeführerin 1  nie  um  das  Erschleichen  des  Bürgerrechts  gegangen,  auch  wenn  objektiv  betrachtet  entsprechende  Hinweise  bestehen würden. In Bezug auf die Beschwerdeführerin 2 wird (unter Beilage eines Berichts  der  Psychiatrischen  Dienste  SRO,  Langenthal,  vom  17. August  2009)  ausgeführt,  ihre  Krankheit  habe  es  ihr  bis  anhin  verunmöglicht,  eine  Berufslehre zu absolvieren. Doch habe sie  immer wieder gearbeitet und  werde  sie  demnächst  – mit  engmaschiger  Unterstützung  seitens  von  Spezialisten – die berufliche Integration in Angriff nehmen.  P.  Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  4. Dezember  2009  reichte  die  Beschwerdeführerin 2  eine  Kopie  eines  Vertrages  vom  23. November  2009  über  eine Anstellung  vom 1. Dezember  2009  bis  13. August  2010  als Praktikantin bei einem Kinderkrippen­Verein zu den Akten. Q.  Mit  Eingabe  vom  29. März  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin 2  auf  Aufforderung  zur  Stellungnahme  zu  ihrer  Integration  sowie  zur  Beibringung aktualisierter Beweismittel hin den sich bereits bei den Akten  befindenden  Anstellungsvertrag  (vgl.  Bst. P)  sowie  zwei  Lohnausweise  ein.  Sie  gibt  an,  finanziell  "hapere  es  noch",  da  ihr  der  tiefe  Lohn  als  Angestellte  einer  Kinderkrippe  ein  selbständiges  Bestreiten  des  Lebensunterhaltes noch nicht erlaube. Gesundheitlich sei sie inzwischen  in der Lage, einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen. R.  Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  1. Juni  2011  beantragt  die  Vorinstanz  die  Gutheissung  des  die  Beschwerdeführerin 2  betreffenden  Eventualantrags  unter  gleichzeitiger  Bestätigung  von  Ziffer  2  der  angefochtenen  Verfügung.  Zur  Begründung  verweist  sie  auf  eine  im  Oktober  2010  erlassene  Weisung  des  BFM  derzufolge  Kinder,  die  im 

C­1389/2009 Zeitpunkt  der  Nichtigerklärung  über  16  Jahre  alt  sind  und  die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  der  eidgenössischen  Einbürgerungsbewilligung  (Art. 14  und  15  BüG)  erfüllen,  nicht  in  die  Erstreckung  der  Nichtigkeit  einer  erleichterten  Einbürgerung  einzubeziehen  sind.  Die  Beschwerdeführerin 2  erfülle  die  festgelegten  Alters­  und  Wohnsitzerfordernisse  ebenso  wie  die  Voraussetzungen  gemäss Art. 14 Bst. c und d BüG. Für die Prüfung der weiteren Kriterien  der  Integration  (Art. 14  Bst. a  BüG)  und  Vertrautheit  mit  den  schweizerischen  Lebensgewohnheiten,  Sitten  und  Gebräuchen  (Art. 14  Bst. b BüG) seien Kanton bzw. Gemeinde zuständig.  S.  In  einer  weiteren  Stellungnahme  vom  8. Juli  2011  macht  die  Beschwerdeführerin 2  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei  ihrer  Mitwirkungspflicht  im  Verfahren  sehr  wohl  –  soweit  möglich –  nachgekommen.  Teilweise  sei  ihr  dies  jedoch  aufgrund  ihrer  Krankheit  nicht möglich gewesen. T.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  – soweit  rechtserheblich –  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art. 33  VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen des BFM betreffend die Nichtigerklärung einer erleichterten  Einbürgerung (vgl. Art. 51 Abs. 1 BüG). 1.2.  Gemäss  Art. 37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt.

C­1389/2009 1.3.  Als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  ist  die  Beschwerdeführerin 1  zur  Beschwerde  legitimiert  (vgl.  Art.  48  Abs. 1  VwVG). Dies gilt auch für die von der angefochtenen Verfügung ebenfalls  betroffene Beschwerdeführerin 2, welche  sich  nachträglich  als Partei  im  Verfahren  konstituiert  hat.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).  2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  –  wenn  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art. 62  Abs. 4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE  2011/1 E. 2). 3.  Als  Beweismassnahme  beantragt  die  Beschwerdeführerin 1  ihre  eigene  Befragung sowie diejenige ihres Ex­Ehemannes als Auskunftsperson. Der  Behörde  kommt  grundsätzlich  die  Pflicht  zu,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  zu  ermitteln  (Art.  12  VwVG).  Gemäss  Art. 12  Bst. a  –  e  VwVG  kommen  als  Beweismittel  für  die  Behörde  Urkunden,  Auskünfte  der  Parteien,  Augenscheine,  Auskünfte  und  Zeugnisse  von Drittpersonen  sowie Gutachten  von Sachverständigen  in  Betracht.  Grundsätzlich  werden  Auskünfte  von  Drittpersonen  schriftlich  eingeholt  (PATRICK  L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER,  in:  Waldmann  /  Weissenberger  [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N 115 mit  Verweis auf N 104 f. zu Art. 12). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung  sind  die  Behörden  verpflichtet,  die  von  den  Parteien  angebotenen  Beweise abzunehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen  Sachverhalt  zu  erhellen.  Kommt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer  Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und  vollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  oder  die  behauptete Tatsache sei  für die Entscheidung der Streitsache nicht von  Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne 

C­1389/2009 durch  diese  antizipierte  Beweiswürdigung  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  zu  verletzen  (vgl.  zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit weiteren Hinweisen). Gemäss  Beschwerde  soll  die  Beschwerdeführerin 1  namentlich  zu  den  Eheproblemen  und  Ereignissen  nach  der  erleichterten  Einbürgerung  befragt werden, der Ex­Ehemann insbesondere Auskunft hinsichtlich der  Ursachen  für die ehelichen Differenzen erteilen. Diese Fragen erweisen  sich vorliegend jedoch – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – als für die  Beurteilung  der  Streitsache  irrelevant;  der  entscheiderhebliche  Sachverhalt  ergibt  sich  insoweit  in  hinreichender  Weise  aus  dem  unbestritten  gebliebenen  Akteninhalt.  Von  den  beantragten  Beweisvorkehren  kann  somit  in  antizipierter  Beweiswürdigung  ohne  Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden. 4.  4.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der  Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte  Einbürgerung  stellen,  wenn  sie  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher  Gemeinschaft mit  einem Schweizer Bürger  lebt. Die Einbürgerung  setzt  gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die ausländische Person  in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert  ist, die schweizerische  Rechtsordnung  beachtet  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz  nicht  gefährdet.  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen  müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich  der  Einbürgerungsverfügung  erfüllt  sein.  Fehlt  es  im  Zeitpunkt  des  Einbürgerungsentscheids  an  der  ehelichen  Gemeinschaft,  darf  die  erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden  (BGE 135  II 161  E. 2 S. 165 mit Hinweisen). 4.2.  Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  bedeutet  nach  der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen  einer Ehe.  Verlangt wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemeinschaft,  getragen  vom  beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  aufrecht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  im  Zeitpunkt  des  Einbürgerungsentscheides eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die  Gewähr für die Stabilität der Ehe bietet. Zweifel am Willen der Ehegatten, 

C­1389/2009 die  eheliche  Gemeinschaft  aufrecht  zu  erhalten,  sind  beispielsweise  angebracht,  wenn  kurze  Zeit  nach  der  erleichterten  Einbürgerung  die  Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 135 II 161  E. 2 S. 165 mit Hinweisen). 5.  5.1.  Gemäss  Art. 41  Abs. 1  und  1bis  BüG  kann  die  Einbürgerung  vom  BFM  mit  Zustimmung  der  Behörde  des  Heimatkantons  innert  zwei  Jahren,  gerechnet  ab  Kenntnis  vom  rechtserheblichen  Sachverhalt,  spätestens aber innert acht Jahren nach dem Erwerb (Art. 41 Abs. 1 BüG  in der bis zum 28. Februar 2011 geltenden Fassung kannte lediglich eine  [absolute]  fünfjährige  Frist  [vgl.  AS  1952  1087])  nichtig  erklärt  werden,  wenn  sie  durch  falsche  Angaben  oder  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen erschlichen worden  ist, wobei nach  jeder der eingebürgerten  Person  mitgeteilten  Untersuchungshandlung  eine  neue  zweijährige  Verjährungsfrist zu laufen beginnt. Gemäss  Art. 41  Abs. 3  BüG  erstreckt  sich  die  Nichtigkeit  auf  alle  Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig erklärten  Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich anders verfügt wird. 5.2.  Das  blosse  Fehlen  einer  Einbürgerungsvoraussetzung  genügt  im  Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  nicht.  Diese  setzt  vielmehr  voraus,  dass die erleichterte Einbürgerung  "erschlichen",  d.h. mit  einem  unlauteren  und  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist.  Arglist  im  Sinne  des  strafrechtlichen  Betrugstatbestandes  ist  nicht  erforderlich.  Immerhin  ist  notwendig,  dass  der  Betroffene  bewusst  falsche  Angaben  macht bzw. die Behörde bewusst  in  falschem Glauben  lässt und so den  Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine  erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit  Hinweisen).  Weiss  der  Betroffene,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  erleichterte  Einbürgerung  auch  im  Zeitpunkt  der  Verfügung  vorliegen  müssen, so muss er gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben  sowie  seine  Mitwirkungs­  bzw.  Auskunftspflicht  gemäss  Art. 13  Abs. 1  Bst. a  VwVG  die  Behörde  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche  Änderung  der  Verhältnisse  orientieren,  von  der  er  weiss  oder  wissen  muss, dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. Die Behörde darf sich  ihrerseits  darauf  verlassen,  dass  die  vormals  erteilten  Auskünfte  bei  passivem  Verhalten  des  Gesuchstellers  nach  wie  vor  der  Wirklichkeit  entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.).

C­1389/2009 Erheblich  ist ein Sachverhalt nicht nur dann, wenn seine pflichtgemässe  Offenlegung dazu geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste  Behörde  eine  Einbürgerungsvoraussetzung  verneint  und  die  Einbürgerung verweigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er  der  Behörde  bekannt  gewesen,  begründete  Zweifel  am  Vorliegen  einer  solchen Voraussetzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage  gestellt  hätte  bzw.  eine  solche  nicht  ohne  weitere  Beweismassnahmen  hätte verfügt werden können  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  C­5696/2008 vom 12. Mai 2011 E. 5.3 mit Hinweisen). 6.  Die  formellen Voraussetzungen  gemäss Art. 41 Abs. 1  und  1bis  BüG  für  eine Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Namentlich  hat  der  Kanton  Wallis  als  Heimatkanton  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  erteilt  und  wurde  mit  der  Eröffnung  der  Verfügung betreffend Nichtigerklärung am 9. Februar 2009 die gesetzlich  vorgesehene  Frist  eingehalten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_535/2010 vom 13. Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweis; die angefochtene  Verfügung  erging  noch  unter  der  Geltung  des  alten  Rechts  [vgl.  E. 5],  wobei die von diesem vorgesehene fünfjährige Frist eingehalten wurde). 7.  Die  angefochtene  Verfügung  geht  insbesondere  aufgrund  der  Wohnverhältnisse  zum Zeitpunkt  der Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung am 9. Dezember 2003 sowie der Ereignisse  im Anschluss an  die  erleichterte  Einbürgerung  vom  19. Februar  2004  davon  aus,  die  Beschwerdeführerin 1  habe  sich  die  Einbürgerung  erschlichen.  Bereits  vor  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  habe  ihr  Ex­ Ehemann  einen  Mietvertrag  über  eine  frühestens  ein  Jahr  darauf  kündbare  1.5­Zimmer­Wohnung  abgeschlossen.  Sie  selbst  habe  im  Februar/März 2004 mit der Suche einer eigenen Wohnung begonnen. Zu  den  massgeblichen  Zeitpunkten  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  sowie  der  erleichterten  Einbürgerung  habe  sie  somit  nicht  (mehr)  in einer  intakten und stabilen Ehe mit  ihrem Schweizer Ehemann  gelebt,  im Einbürgerungsverfahren  jedoch  die  ehelichen Probleme  bzw.  die  bereits  fortgeschrittene  Zerrüttung  der  Ehegemeinschaft  sowie  den  Umstand,  dass  sie  zwei  Wohnungen  benutzt  hätten,  den  Behörden  verschwiegen. 7.1. Zunächst sind die Ereignisse in ihrer zeitlichen Abfolge festzuhalten:  Nach  dem  unbestritten  gebliebenen  Akteninhalt  haben  sich  die 

C­1389/2009 Beschwerdeführerin 1  und  ihr  Ex­Ehemann  im  Jahre  1997  bei  einem  Besuchsaufenthalt  der  Ersteren  bei  einer  im  Kanton Wallis  wohnhaften  Schwester  kennengelernt.  Nach  kurzer  Fernbekanntschaft  verheirateten  sie  sich  am  22. Mai  1998  in  Leuk  (Kanton  Wallis).  Am  23. April  2002  stellte  die  Beschwerdeführerin 1  ein  erstes  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung,  welches  jedoch  zufolge  der  nicht  erfüllten  fünfjährigen  Wohnsitzdauer  nach  Art. 27  Abs. 1  Bst. a  BüG  nicht  weiterbehandelt  wurde.  Am  27. Juni  2003  stellte  sie  ein  neuerliches  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung.  Am  22. November  2003  hatte  der  damalige  Ehemann  –  auf  Aufforderung  der  Beschwerdeführerin 1  hin,  aus  der  ehelichen  Wohnung  auszuziehen  –  einen  Mietvertrag  über  eine  im  gleichen  Ort  gelegene,  frühestens  per  30. November  2004  kündbare,  möblierte  1.5­Zimmer­Wohnung  mit  Mietbeginn  per  1. Dezember  2003  abgeschlossen.  Am  9. Dezember  2003   unterzeichneten  die  damaligen  Ehegatten  die  gemeinsame  Erklärung  zur  tatsächlich  gelebten,  ungetrennten Ehegemeinschaft und mit Verfügung vom 19. Februar 2004  wurde  das  Einbürgerungsgesuch  gutgeheissen.  Per  31. Mai  2004  zog  auch die Beschwerdeführerin 1 aus der ehemaligen ehelichen Wohnung  aus und verlegte  ihren Wohnsitz  in eine andere Walliser Gemeinde. Am  25. August  2004  unterzeichnete  sie  eine  Vollmacht  im  Hinblick  auf  das  "Scheidungsverfahren  c/ Roger  Locher"  zugunsten  des  sie  nachmals  in  ebendiesem  Verfahren  vertretenden  Rechtsanwalts.  Am  20. Mai  2005  schloss  sie  einen  Mietvertrag  über  eine  Wohnung  in  Langenthal  mit  Mietbeginn per 1. Juli 2005 ab und verzog auf diesen Zeitpunkt dorthin.  Am 24. November 2005 unterzeichneten beide Ehegatten eine vollständig  ausgearbeitete  Vereinbarung  über  die  Nebenfolgen  der  Scheidung,  welche sie zusammen mit einem gemeinsamen Begehren auf Scheidung  am  31. Januar  2006  beim  zuständigen  Zivilgericht  einreichten.  Die  gemeinsame  und  getrennte  Anhörung  der  Ehegatten  fand  am  22. März  2006  statt.  Dabei  gaben  beide  sowohl  ihren  Scheidungswillen  als  auch  die  Zustimmung  zur  Vereinbarung  über  die  Scheidungsnebenfolgen  zu  Protokoll und beide bestätigten am 23. Mai 2006 (mithin zum – aufgrund  der  damals  noch  gesetzlich  vorgegebenen  zweimonatigen Bedenkfrist –  frühestmöglichen  Zeitpunkt)  unterschriftlich  sowohl  ihren  Scheidungswillen  als  auch  die  getroffene  Vereinbarung.  Das  Scheidungsurteil wurde am 30. Mai 2006 gefällt und erwuchs – mangels  Anfechtung –  am  30. Juni  2006  in  Rechtskraft.  Am  1. Dezember  2006  verheiratete  sich  die Beschwerdeführerin 1  an  ihrem Wohnort mit  ihrem  aktuellen  Ehemann,  welchen  sie  im  Jahre  2002  in  der  Türkei  kennengelernt und dort im Jahre 2005 wieder getroffen hatte. 

C­1389/2009 7.2.  7.2.1. Den Stellungnahmen der Beschwerdeführerin 1 im vorinstanzlichen  Verfahren  und  ihren  Eingaben  im  Rechtsmittelverfahren  ist  zu  entnehmen,  dass  sie  ihren  Ex­Ehemann  aufgrund  der  bestehenden  ehelichen  Probleme  (ihrer  Darstellung  zufolge  insbesondere  bedingt  durch die von  ihm zugestandene Alkoholsucht) gegen Ende des Jahres  2003  zum Auszug  aus  der  ehelichen Wohnung aufforderte  und  der Ex­ Ehemann  bereits  im  Dezember  2003  in  einer  eigenen  Wohnung  lebte  (vgl. Stellungnahme zuhanden des BFM vom 8. Dezember  2008 S. 2 f.,  Beschwerde  S. 3 f.,  Replik  S. 1).  Den  Mietvertrag  betreffend  diese  Wohnung unterzeichneten er wie die Vermieterin am 22. November 2003;  als  offizieller  Mietbeginn  war  der  1. Dezember  2003  festgehalten,  doch  gab  der  Ex­Ehemann  zum  Zeitpunkt  des  Abschlusses  des  schriftlichen  Vertrages bereits die neu angemietete Wohnung als Adresse an. Seinem  Antwortschreiben  zuhanden  des  BFM  zufolge  (vgl.  sein  Schreiben  vom  25. September  2008)  hatte  sein  Auszug  aus  der  ehelichen  Wohnung  bereits  Mitte  November  2003  stattgefunden.  Seine  Angaben  erweisen  sich  insgesamt  als  nachvollziehbar,  nicht  unausgewogen  bzw.  übermässig belastend und daher glaubhaft und werden insoweit von der  Beschwerdeführerin 1 nicht bestritten. In einer der ersten Stellungnahmen  gegenüber der Vorinstanz hatte sie selbst den Auszug noch ausdrücklich  auf  November  2003  datiert  (vgl.  erwähnte  Stellungnahme  vom  8. Dezember 2008 S. 5), auch wenn in späteren Eingaben allgemein nur  noch von Dezember 2003 die Rede ist. Es ist folglich davon auszugehen,  dass  der  Auszug  (aufgrund  des  vereinbarten  Mietbeginns)  allerspätestens per Ende November 2003 stattfand. Damit  ist zum einen  erwiesen,  dass  die  Ehegatten  spätestens  ab  Anfang  Dezember  2003  getrennt  lebten,  und  steht  zum  anderen  fest,  dass  die  damals  vorhandenen ehelichen Probleme Anlass für diese Wohnsituation waren. 7.2.2. Die unterschriftliche Bestätigung seitens der Beschwerdeführerin 1  – mit  der  Unterzeichnung  am  9. Dezember  2003  der  gemeinsamen  Erklärung  zur  ehelichen  Gemeinschaft –  sie  lebe  "mit  dem  schweizerischen  Ehegatten  in  einer  tatsächlich  bestehenden,  ungetrennten  ehelichen  Gemeinschaft  an  derselben  Adresse",  erfolgte  somit  tatsachenwidrig.  Zum  einen  lag  eben  keine  "tatsächlich  bestehende,  ungetrennte"  Ehegemeinschaft  mehr  vor;  zum  anderen  waren – wie die Beschwerdeführerin 1 selbst zugestanden hat – eheliche  Probleme  der Grund  für  die Auflösung  der Wohngemeinschaft,  so  dass 

C­1389/2009 unzweifelhaft erscheint, dass die eheliche Gemeinschaft bereits zu jenem  Zeitpunkt massiv zerrüttet bzw. mitnichten mehr intakt und stabil war. Auch  im  weiteren  Verlauf  des  Einbürgerungsverfahrens  hat  die  Beschwerdeführerin 1  den  Behörden  gegenüber  die  bestehenden  Eheprobleme,  den  damit  zusammenhängenden  Auszug  ihres  Ex­ Ehemannes  sowie  ihr  eigenes  Auszugsvorhaben  mit  keinem  Wort  erwähnt.  Dabei  war  sie  selbst  –  ihren  eigenen  Angaben  zufolge  –  ab  Februar/März 2004 auf der Suche nach einer Wohnung für sich und ihre  Tochter  (vgl.  Stellungnahme  zuhanden  des  BFM  vom  25. August  2008  S. 2);  ihr  Auszug  aus  der  früheren  ehelichen  Wohnung  fand  –  wie  erwähnt – per 31. Mai 2004 statt. Selbst wenn die Beschwerdeführerin 1, wie sie in ihren Eingaben geltend  macht (vgl. Beschwerde S.  3, 7), zum Zeitpunkt der Unterzeichnung wie  in  den  Monaten  darauf  noch  Hoffnung  auf  eine  nachmalige  Wiederaufnahme  des  Zusammenlebens  und  allenfalls  den  Willen  zur  Weiterführung  der  ehelichen  Gemeinschaft  gehabt  haben  sollte,  würde  dies  nichts  an  der  Tatsachenwidrigkeit  ihrer  Bestätigung  ändern.  Der  entsprechende Einwand erweist  sich damit als unbehelflich. Dies gilt  im  Übrigen  auch  hinsichtlich  ihrer  weiteren  Einwände,  namentlich  zu  den  Ursachen der ehelichen Probleme (vgl. Beschwerde S. 5 f.) und zu ihren  angeblichen  (durch  nichts  belegten)  Bemühungen  zur  Rettung  der  Ehe  (vgl. Beschwerde S. 6). 7.2.3. Bei den von der Beschwerdeführerin 1 wahrheitswidrig bestätigten  Tatsachen  handelt  es  sich  um  im  Sinne  von  Art. 41  Abs. 1  BüG  erhebliche  Umstände:  Entsprechende  Kenntnis  während  des  Einbürgerungsverfahren  hätte  die  Behörden  unweigerlich  an  der  Intaktheit, Stabilität und Zukunftsgerichtetheit der ehelichen Gemeinschaft  zweifeln  lassen,  und  dementsprechend  –  zumindest  –  weitere,  eingehendere  Abklärungen  in  dieser  Hinsicht  nach  sich  gezogen.  Dies  musste  der  Beschwerdeführerin 1  bewusst  sein.  Dass  sie  zur  Offenlegung  der  "schwierigen  Ehesituation"  zum  damaligen  Zeitpunkt  verpflichtet  gewesen  wäre,  anerkennt  sie  denn  auch  im  Prinzip  (vgl.  Beschwerde S. 5). Damit  hat  sich  die  Beschwerdeführerin 1  die  Einbürgerung  durch  ein  Verheimlichen  erheblicher  Tatsachen  erschlichen.  Die  Eingriffsvoraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 BüG sind somit erfüllt.

C­1389/2009 7.3.  Sämtliche  auf  die  erleichterte  Einbürgerung  folgenden  Ereignisse  (vgl.  E. 7.1)  verdeutlichen  lediglich,  dass  die  eheliche  Gemeinschaft  genau  jene  Entwicklung  genommen  hat,  welche  sich  aufgrund  des  Zustands  der  Zerrüttung  der  ehelichen  Gemeinschaft  bereits  im  Dezember  2003  abzeichnete.  Dies  gilt  insbesondere  für  die  Wohnungssuche  und  den  Auszug  auch  der  Beschwerdeführerin 1  (spätestens) Ende Mai 2004 aus der vormals ehelichen Wohnung. Die als  Grund  für  ihren  Auszug  angegebenen  Belästigungen  bzw.  die  Aggressionen  seitens  des  Ex­Ehemannes  finden  sich  in  den  Akten  nirgends  auch  nur  ansatzweise  belegt.  Ebenso  gilt  dies  für  die  Mandatierung  wohl  (spätestens)  im  August  2004  eines  Anwalts  (Unterzeichnung  der  Vollmacht  am  25. August  2004).  Diese  lässt  sich  nicht  anders  nachvollziehbar  erklären,  als  dass  bei  der  Beschwerdeführerin 1  damals  der  Entschluss  zur  Durchführung  eines  Scheidungsverfahrens  bereits  gefällt war. Wäre es  ihr  lediglich  um eine  Beratung  im Hinblick  auf  ihre  "Rechte und Pflichten"  gegangen, wie  sie  vorbringt  (vgl.  Beschwerde  S. 5),  wäre  die  Unterzeichnung  einer  –  den  Anwalt  insbesondere  auch  zur  Vertretung  vor  Gericht  legitimierenden –  Vollmacht  nicht  notwendig  gewesen.  Hinsichtlich  der  behaupteten  Bemühungen der Beschwerdeführerin 1  zur Rettung der Ehe  (angeblich  will  sie  sowohl  den  Besuch  einer  Suchttherapie  seitens  des  Ex­ Ehemannes wie einer gemeinsamen Ehetherapie angeregt haben) finden  sich wiederum keinerlei Belege oder sonstige Hinweise in den Akten.  Zumal in Anbetracht des Umstands, dass der Prozess der Zerrüttung der  ehelichen  Gemeinschaft,  welcher  bereits  im  Dezember  2003  weit  fortgeschritten war, auch  in der Folge eine  lineare Fortsetzung  fand und  nicht  etwa  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  eine  Wiederannäherung  zwischen  den  (ehemaligen)  Ehegatten  stattgefunden  hat,  erweist  sich,  dass  die  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin 1  insbesondere  auch  nicht  unangemessen  ist  (vgl.  in  diesem  Zusammenhang  das  bereits  erwähnte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­5696/2008  vom  12. Mai  2011  E. 9.2  mit  Hinweis  auf  das  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_27/2011  vom  21. März  2011). 7.4. Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Bereits zum Zeitpunkt  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  hatten  die  damaligen  Ehegatten  aufgrund  der  bestehenden  ehelichen  Probleme  getrennte  Wohnsitze. Dies lässt darauf schliessen, dass die Ehegemeinschaft zuvor  massiven  Belastungen  ausgesetzt  gewesen  war  und  infolgedessen 

C­1389/2009 bereits  im  Dezember  2003  zerrüttet  war.  Indem  sie  der  Einbürgerungsbehörde  im  Rahmen  des  Einbürgerungsverfahrens  wahrheitswidrig  bestätigte,  in  einer  tatsächlich  gelebten,  stabilen  und  intakten  ehelichen  Gemeinschaft  mit  ihrem  Schweizer  Ehegatten  an  derselben  Adresse  zu  leben,  hat  sie  sich  die  erleichterte  Einbürgerung  durch Verheimlichung erheblicher Tatsachen bzw. durch falsche Angaben  erschlichen.  Damit  erweist  sich  die  angefochtene  Verfügung,  soweit  sie  die  Beschwerdeführerin 1  betrifft,  als  rechtmässig  und  angemessen.  Dementsprechend ist die Beschwerde im Hauptantrag abzuweisen. 8.  In  Bezug  auf  den  Eventualantrag,  mit  welchem  sinngemäss  beantragt  wird, es sei von der Ausdehnung der Nichtigkeit der Einbürgerung auf die  Beschwerdeführerin 2 abzusehen, ergibt sich was folgt: 8.1.  Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  1. Juni  2011  hat  sich  die  Vorinstanz – wie erwähnt (vgl. Sachverhalt Bst. R) – für die Gutheissung  dieses  Antrags  unter  Beibehaltung  von  Ziffer  2  der  angefochtenen  Verfügung ausgesprochen. Bezug genommen hat  sie dabei  auf  eine  im  Herbst 2010 erlassene Weisung, mit welcher sie einer Aufforderung des  Bundesgerichts  nachgekommen  ist,  Grundsätze  im  Hinblick  auf  eine  einheitliche Anwendung von Art. 41 Abs. 3 BüG bzw. die Beurteilung der  Angemessenheit  der  Erstreckung  der  Nichtigkeit  einer  erschlichenen  Einbürgerung  auf  Familienmitglieder  zu  entwickeln.  Das  Bundesgericht  führte  aus,  die  Behörden  hätten  im  Zusammenhang  mit  der  Frage,  in  welchen Konstellationen von einer  solchen Ausdehnung abzusehen sei,  insbesondere die Vorschriften über die Voraussetzungen zur ordentlichen  Einbürgerung nach Art. 14 f. BüG zu beachten. Konkretisierend führte es  aus,  insbesondere  in  Fällen  des  offensichtlichen  Vorliegens  der  Voraussetzungen  der  ordentlichen  Einbürgerung  bei  der  betroffenen,  selber  bereits  mündigen  Person  erwiese  sich  eine  Ausdehnung  der  Nichtigkeit  als  kaum  mit  Sinn  und  Zweck  des  Bürgerrechtsgesetzes  vereinbar (BGE 135 II 161 E. 5.3 S. 170 f.). Der  im  Nachgang  zu  diesem Urteil  erlassenen Weisung  des  BFM  vom  Oktober  2010  zufolge  werden  Kinder,  die  im  Zeitpunkt  der  Nichtigerklärung mindestens 16 Jahre alt sind und die Voraussetzungen  für  die  Erteilung  der  eidgenössischen  Einbürgerungsbewilligung  (mithin  die  Eignungsvoraussetzungen  nach  Art. 14  sowie  die 

C­1389/2009 Wohnsitzerfordernisse  nach  Art. 15  BüG)  erfüllen,  oder  die  durch  die  Nichtigerklärung  staatenlos  würden,  nicht  in  die  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  einbezogen.  Hinsichtlich  der  Beschwerdeführerin 2  hat  das  BFM  die  – von  ihm  zu  prüfenden –  Voraussetzungen  von  Art. 15  BüG  und  Art. 14  Bst. c  und  d  BüG  (Beachtung der Rechtsordnung und keine Gefährdung der  inneren oder  äusseren  Sicherheit)  als  erfüllt  erachtet.  Die  Voraussetzungen  gemäss  Art.  14 Bst. a  und  b BüG  (Integration  und Vertrautheit mit  den  hiesigen  Verhältnissen)  würden  im  Verfahren  der  ordentlichen  Einbürgerung  von  Kanton und Gemeinde überprüft  (vgl. ergänzende Vernehmlassung vom  1. Juni  2011  S. 2 f.).  Eine  Prüfung  dieser  beiden  Erfordernisse  wurde  vorliegend offenbar nicht vorgenommen bzw. veranlasst. Ungeachtet  des  Antrags  auf  Gutheissung  des  fraglichen  Beschwerdebegehrens  geht  aus  der  ergänzenden Vernehmlassung  des  BFM  hervor,  dass  seinerseits  Zweifel  an  der  (namentlich  beruflichen)  Integration der Beschwerdeführerin 2 bestehen. So hebt es – zu Recht –  hervor,  die  von  dieser  mit  Eingabe  vom  29. Mai  2011  erneut  eingereichten  Unterlagen  würden  sich  auf  einen  Praktikumsstellenplatz  betreffend den Zeitraum von Dezember 2009 bis August 2010 beziehen.  Hinsichtlich  der  aktuellen  beruflichen  bzw.  wirtschaftlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin 2  bestehe  daher  Unklarheit.  Namentlich  fehlten  Belege wie ein aktueller Arbeitsvertrag sowie auch ein Arztbericht, welche  Aufschluss  über  ihren  derzeitigen  Gesundheitszustand  bzw.  ihre  Arbeitsfähigkeit  geben  würden,  ebenso  seien  keinerlei  weitere  Beweismittel  eingereicht  worden,  welche  auf  die  Integration  der  Beschwerdeführerin 2 schliessen lassen würden. 8.2.  Im  Zusammenhang  mit  dem  Kriterium  der  beruflichen  Integration  bringt die Beschwerdeführerin 2 vor, die Beschwerdeführerin 1 und deren  Ehemann  hätten  sie  bis  anhin  stets  finanziell  unterstützt,  so  dass  sie  (bislang)  keine  Unterstützung  durch  die  öffentliche  Hand  habe  in  Anspruch  nehmen  müssen  (vgl.  Eingabe  vom  17. April  2009  S. 2).  Sie  macht  geltend,  in  Fällen  von  sich  in  Ausbildung  befindlichen  Jugendlichen, welche ein Gesuch um ordentliche Einbürgerung  stellten,  werde regelmässig nicht auf die wirtschaftliche Selbständigkeit abgestellt  bzw.  würden  solche  Gesuche  gutgeheissen,  obwohl  (noch)  keine  wirtschaftliche  Selbständigkeit  bestehe.  In  einer  ihrer  letzten  Eingaben  (vgl. Eingabe vom 29. März 2011) wird ausgeführt, beruflich könne sie als  integriert  bezeichnet  werden.  Finanziell  "hapere  es"  noch,  da  die  Entschädigungen  für  das  Kinderkrippenpersonal  tief  seien  und  der 

C­1389/2009 erzielte  Lohn  die  selbständige  Bestreitung  des  Lebensunterhaltes  noch  nicht erlaube. 8.3.  Die  berufliche  Integration  als  Teilaspekt  des  Kriteriums  der  Eingliederung  in  die  schweizerischen  Verhältnisse  (vgl.  Art. 14  Bst. a  BüG)  umfasst  auch  den  Aspekt  der  wirtschaftlichen  Selbsterhaltungsfähigkeit (vgl. zu diesem Kriterium als Voraussetzung für  die  ordentliche  Einbürgerung:  BGE 136  I  309  E. 4  S. 312 f.  sowie  auch  Urteil des Bundesgerichts 1D_5/2007 vom 30. August 2007 E. 4.2). Sind  für  die  Beurteilung  der  Angemessenheit  der  Ausdehnung  der  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  auf  Familienmitglieder  grundsätzlich dieselben Kriterien heranzuziehen wie bei der ordentlichen  Einbürgerung  (vgl. soeben E. 8.1), kann auf der Grundlage des Fehlens  der  beruflichen  Integration  bzw.  der  fehlenden  wirtschaftlichen  Selbsterhaltungsfähigkeit einer Person zugemutet werden, ein Verfahren  auf  ordentliche  Einbürgerung  zu  durchlaufen,  in  dessen  Rahmen  das  Vorliegen dieses Kriteriums eingehend abgeklärt wird. Vorliegend wurden – trotz mehrfacher Aufforderung seitens des BFM wie  des  Gerichts –  kaum  sachdienliche  Unterlagen  hinsichtlich  der  beruflichen Situation der Beschwerdeführerin 2 und gar keine betreffend  ihre  gegenwärtige  Tätigkeit  (einschliesslich  Verdienst  und  berufliche  Perspektiven)  beigebracht.  Mit  einer  ihrer  neuesten  Eingaben  vom  29. März  2011  reichte  sie  lediglich  einen  (bereits  mit  Eingabe  vom  4. Dezember  2009  zu  den  Akten  gegebenen)  Anstellungsvertrag  betreffend  eine  Praktikumsstelle  von  Dezember  2009  bis  August  2010  (monatlicher  Bruttoverdienst  von  CHF 1'100.­  sowie  Anspruch  auf  13. Monatslohn), sowie Lohnausweise über den Zeitraum vom 1. Januar  2010  bis  13. August  2010  sowie  vom  1. September  2010  bis  31. Dezember 2010 ein. Aus diesen geht hervor, dass sie  in dieser Zeit  ein  bescheidenes  Einkommen  erzielt  hat.  Ob  die  Praktikumsstelle  inzwischen  allenfalls  in  eine  ordentliche  Anstellung  überführt  werden  konnte oder die Dauer des Praktikums verlängert wurde, ist damit ebenso  wenig  bekannt wie,  ob  sonstige  berufliche Perspektiven  bzw. Absichten  der  Beschwerdeführerin 2  bestehen  und  entsprechende  Schritte  in  die  Wege  geleitet  wurden.  Vor  dem  Hintergrund  ihrer  früheren  gesundheitlichen  Schwierigkeiten,  die  sie  während  beträchtlicher  Zeit  daran gehindert haben, eine Ausbildung in Angriff zu nehmen, sowie des  Umstands,  dass  auch  diesbezüglich  aktuelle  Beweismittel  fehlen  (wie  bspw.  ein  Arztbericht),  herrscht  auch  in  Bezug  auf  ihren  aktuellen  Gesundheitszustand  und  damit  ihre  Arbeitsfähigkeit  Ungewissheit. 

C­1389/2009 Zugestandermassen vermag sie  jedenfalls auch zum aktuellen Zeitpunkt  nicht,  selbständig  für  ihren Lebensunterhalt  aufzukommen  (vgl. Eingabe  vom 29. März 2011). Insbesondere in Anbetracht der soeben dargelegten  grundsätzlichen Unsicherheiten bzw. Unklarheiten bestehen zudem keine  Hinweise darauf, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern könnte. Den Akten, auf deren Grundlage der Entscheid zu  fällen  ist  (vgl. Art. 13  Abs. 1  VwVG  sowie  CHRISTOPH AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Bern 2008, N 22 ff. und insb. N 27 zu Art. 13), lässt sich in Bezug auf die  aktuelle  berufliche  Situation  der  Beschwerdeführerin 2,  den  dabei  erzielten  Verdienst  wie  auch  die  beruflichen  Perspektiven  kaum  etwas  entnehmen. Aufgrund der bisherigen Entwicklung  in dieser Hinsicht, des  Fehlens von Beweismitteln hinsichtlich der aktuellen Situation und der auf  dieser Grundlage absehbaren, zukünftigen Entwicklung ist die Integration  der Beschwerdeführerin 2 zumindest in beruflicher Hinsicht zu verneinen.  Die Voraussetzung von Art. 14 Bst. a BüG erscheint damit nicht als erfüllt  und  die  Erstreckung  der  Nichtigkeit  der  Einbürgerung  auf  die  Beschwerdeführerin 2  erweist  sich  infolgedessen  nicht  als  unangemessen.  Es  ist  ihr  zuzumuten,  zur  eingehenden  Prüfung  der  Einbürgerungsvoraussetzungen  ein  Verfahren  auf  ordentliche  Einbürgerung einzuleiten und zu durchlaufen. 8.4. Zudem  ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 2  durch  die  Nichtigerklärung  staatenlos  würde  (vgl.  den  in  E. 8.1  wiedergegebenen Wortlaut  der Weisung  des  BFM  vom Oktober  2010).  Sie  dürfte  stets  über  die  mazedonische  Staatsangehörigkeit  verfügt  haben  bzw.  nach  wie  vor  über  diese  verfügen  (vgl.  das mazedonische  Bürgerrechtsgesetz  vom  11. November  1992  [insb.  Art. 16 ff.]  und  das  Gesetz  zur  Abänderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  2. März  2004  [beide  einsehbar  unter  www.unhcr.org/cgi­ bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&  skip=0&publisher=NATLEGBOD  >  National  Legislation  >  Macedonia,  besucht im August 2011]). 8.5.  Dementsprechend  ist  die  Beschwerde  – trotz  des  vorinstanzlichen  Antrags  auf  Gutheissung  (welcher  insbesondere  in  Anbetracht  der  weiteren  Ausführungen  in  der  ergänzenden  Vernehmlassung  als  relativiert erscheint) – auch im Eventualantrag abzuweisen. http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD

C­1389/2009 9.  Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  somit  als  rechtsmässig  und  angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde  ist dementsprechend  vollumfänglich abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  den  Beschwerdeführerinnen  die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 800.­  in  solidarischer  Verpflichtung  aufzuerlegen  (vgl.  Art. 63 Abs. 1 VwVG  in Verbindung mit  Art. 1 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). (Dispositiv S. 24)

C­1389/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten  von Fr. 800.­ werden den Beschwerdeführerinnen  in  solidarischer  Verpflichtung  auferlegt.  Sie  werden mit  dem  in  gleicher  Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) – die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung;  Akten  Ref­Nr.  K  370  824 retour) – das  Département  de  l'économie,  des  institutions  et  de  la  sécurité,  Service de  l'état civil et des étrangers, Avenue de  la Gare 39, Case  postale 478, 1951 Sion (Ref­Nr. K 370 824) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Viviane Eggenberger

C­1389/2009 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-1389/2009 — Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 C-1389/2009 — Swissrulings