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Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 B-5169/2011

February 17, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,697 words·~18 min·5

Summary

Absolute Ausschlussgründe | Internationale Registrierung Nr. 871652 - OKTOBERFEST-BIER - Schutzverweigerung in der Schweiz

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­5169/2011 Urteil   v om   1 7 .   Februar   2012 Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Claude Morvant; Richter Maria Amgwerd; Gerichtsschreiber Beat Lenel; Parteien Verein Münchener Brauereien e.V., Oskar­von­Miller­ Ring 1, DE­80333 München,   vertreten durch Rechtsanwalt Bernard Volken, Fuhrer  Marbach & Partner, Konsumstrasse 16 A, 3007 Bern, Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Internationale Registrierung Nr. 871'652 ­ OKTOBERFEST­ BIER ­ Schutzverweigerung in der Schweiz.

B­5169/2011 Sachverhalt: A.  Am 5. Januar 2006 erhielt die Vorinstanz eine  "Notification" Nr. 871'652  der  Organisation  Mondiale  de  la  Propriété  Intellectuelle  (OMPI)  zur  Schutzausdehnung  für  die  internationale  Wortmarke  OKTOBERFEST­ BIER als Kollektiv­ oder Garantiemarke mit deutscher Basisregistrierung  für "Bier" in der Warenklasse 32 auf die Schweiz. B.  Am  21.  Dezember  2006  erliess  die  Vorinstanz  eine  vollumfängliche  provisorische Schutzverweigerung (avis de refus provisoire total), mit der  Begründung,  dass  die  Marke  direkt  beschreibend  bezüglich  der  Eigenschaften  der  betreffenden  Ware  und  deshalb  nicht  unterscheidungskräftig, sowie  freihaltebedürftig  im Sinne von Art. 2  lit. a  MschG sei. Zudem liege für die beantragte Kollektiv­ oder Garantiemarke  kein Markenreglement vor. C.  Am  19.  September  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  als  Reglement  dienende  "Zeichen­Satzung"  ein  und  machte  geltend,  dass  unter  "Oktoberfest"  in  der  Schweiz  nur  das  traditionelle  Münchner  Oktoberfest  auf  der  Theresienwiese  verstanden  werde  und  unter  "Oktoberfest­Bier" das Bier, das am Münchner Oktoberfest ausgeschenkt  werde. Es handle sich deshalb um eine indirekte Herkunftsangabe, die im  Gegensatz zur direkten Herkunftsangabe nicht  im Gemeingut stehe. Bei  der  Marke  "OKTOBERFEST­BIER"  handle  es  sich  um  eine  Garantiemarke,  an  deren  Unterscheidungskraft  verminderte  Anforderungen zu stellen seien. Es bestehe kein Freihaltebedürfnis und  die Marke sei in Deutschland als Kollektivmarke und in der Europäischen  Union als Individualmarke geschützt. D.  Mit  Schreiben  vom  26.  November  2007  hielt  die  Vorinstanz  an  der  Schutzverweigerung fest, weil aus der Marke kein Bezug zum Münchner  Oktoberfest  ersichtlich  sei.  Die  Marke  sei  eine  rein  sachliche,  beschreibende  Angabe,  die  nicht  unterscheidungskräftig  und  freihaltebedürftig  sei.  Dem  ausländischen  Eintrag  komme  keine  präjudizierende Wirkung zu. E.  Mit  Schreiben  vom  6.  März  2008  verlangte  der  Beschwerdeführer  eine 

B­5169/2011 anfechtbare Zurückweisungsverfügung, weil er davon ausgehe, dass die  Vorinstanz nicht von der Schutzfähigkeit der Marke zu überzeugen sei. F.  Am  2.  Juni  2008  verfügte  die  Vorinstanz  die  vollumfängliche  Schutzverweigerung  für  die  international  registrierte  Marke  Nr.  871'652  OKTOBERFEST­BIER. G.  Am 27.  Juni  2008  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diese Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Das  Zeichen  sei  ausschliesslich ein Hinweis auf das weltberühmte Volksfest und daher im  Sinne von "Bier des (Münchener) Oktoberfestes" zu verstehen. Es diene  als Hinweis  auf  sämtliche Produzenten, welche  ihr Bier  am Oktoberfest  ausschenkten  und  erfülle  so  die  Funktion  eines  betrieblichen  Herkunftsnachweises.  Eventualiter  sei  das  Zeichen  mit  dem  Vermerk  "durchgesetzte Marke" einzutragen. H.  Anlässlich  einer  Instruktionsverhandlung  vom  25.  November  2008  einigten  sich  Vorinstanz  und  Beschwerdeführer  darauf,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Verkehrsdurchsetzung  der  Marke  mittels  einer  demoskopischen Umfrage auf eigene Rechnung abkläre. I.  Aufgrund  des  Abschreibungsentscheids  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4350/2008  vom  10.  Dezember  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  19.  Dezember  2008  der  Vorinstanz  mit,  dass  er  den  Schutz  für  eine  Kollektivmarke  beanspruchen  und  dazu  eine  demoskopische Umfrage durchführen möchte. J.  Anlässlich einer mündlichen Besprechung vom 17. März 2009 zwischen  den  Vertretern  des  Beschwerdeführers  und  der  Vorinstanz  wurde  vereinbart, den der Vorinstanz vorgängig eingereichten Fragenkatalog für  die demoskopische Umfrage zu überarbeiten. K.  Am  7.  Juli  2009  verfügte  die  Vorinstanz  die  Wiedererwägung  ihres  Schutzverweigerungsentscheids  vom  2.  Juni  2008,  indem  sie  dem  Beschwerdeführer  schriftlich  mitteilte,  dass  das  Verfahren  fortgesetzt  werde.

B­5169/2011 L.  Am  9.  November  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  neuen  Fragenkatalog  ein.  Frage  1  lautete:  "Kaufen  oder  trinken  Sie  Bier  oder  andere  alkoholische  Getränke?  (Ja,  häufig/Ja,  hin  und  wieder/Nein)";  Frage  2:  "Haben  Sie  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  im  Zusammenhang mit Bier schon einmal gehört oder gelesen? (Ja/Kommt  mir  bekannt  vor,  glaube  schon/Nein)";  Frage  3:  "Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis  auf  ein  oder  mehrere  bestimmte  Unternehmen?  (Ja/Nein)",  Frage  4:  "Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis  darauf,  dass  solche  Waren  aus  einer  bestimmten  Stadt  kommen?  (Ja/Nein)";  Frage 5a:  "Auf welches  oder welche Unternehmen weist  die  Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER Ihrer Meinung nach hin?", Frage 5b:  "Welche Stadt ist das Ihrer Meinung nach?". M.  Mit  Schreiben  vom  18.  Februar  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  die  vorgeschlagenen  Fragen  nach  wie  vor  nicht  geeignet  seien,  den  Beweis  für  die  Verkehrsdurchsetzung  der  Marke  zu  erbringen.  Die  Frage  1  dürfe  nicht  als  Filterfrage  verwendet  werden. Frage 2 müsse auch die Antwort "weiss nicht" zulassen. Frage 3  müsse auch die Antwort "auf gar kein Unternehmen" enthalten. Frage 5a  sei zulässig. Fragen 4 und 5b seien unzulässig. N.  Am  10.  August  2010  legte  der  Beschwerdeführer  der  Vorinstanz  ein  durch  das  LINK  Institut  im  Mai  2010  durchgeführtes  demoskopisches  Gutachten  ins  Recht  und  ersuchte  um  Schutz  der  international  registrierten Marke in der Schweiz als durchgesetzte Marke. O.  Mit  E­Mail  vom  14.  Oktober  2010  ersuchte  die  Vorinstanz  den  Beschwerdeführer  um  weitere  Auskünfte  betreffend  zweier  Punkte  des  eingereichten  Gutachtens.  Mit  E­Mail  vom  21.  Oktober  2010  wurden  diese Fragen beantwortet. P.  Mit  Schreiben  vom  11.  November  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer mit, dass in Würdigung der demoskopischen Umfrage  die  Verkehrsdurchsetzung  der  Marke  in  der  Schweiz  nicht  glaubhaft  gemacht sei.

B­5169/2011 Q.  Mit Schreiben vom 10. Mai 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um den  Erlass  einer  beschwerdefähigen  Verfügung.  Daraufhin  verfügte  die  Vorinstanz  am  4.  August  2011  die  Abweisung  des  Gesuchs  um  Schutzausdehnung. R.  Am 14.  September  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz  vom 4. August 2011 sei aufzuheben und die internationale Registrierung  Nr. 871'652 "OKTOBERFEST­BIER"  in der Warenklasse 32 zum Schutz  zuzulassen.  Das  Zeichen  werde  ausschliesslich  als  Hinweis  auf  das  weltberühmte  Volksfest  und  als  "Bier  des  (Münchener)  Oktoberfestes"  von  den  am  Oktoberfest  teilnehmenden  Brauereien  verstanden  und  erfülle  so  die  Funktion  eines  betrieblichen  Herkunftsnachweises.  Es  handle  sich  um  ein  Gruppenzeichen,  das  gemäss  Zeichen­Satzung  jedem  Münchner  Bierhersteller  für  Bier,  das  einen  Stammwürzegehalt  von mindestens 13.5 % besitze, offenstehe. Die Umfrage zeige deutlich,  dass  die  Befragten  den  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  mit  München  assoziierten. S.  Mit  Vernehmlassung  vom  28.  November  2011  äusserte  sich  die  Vorinstanz und beantragte, die Beschwerde abzuweisen. Dabei führte sie  aus, dass die Repräsentativität der Umfrage gewährleistet sei, jedoch der  Anteil  der  Befragten,  die  gemäss  dieser  Umfrage  das  Zeichen  "OKTOBERFEST­BIER" als Biermarke auffassen, derart tief sei, dass der  Nachweis der Verkehrsdurchsetzung gescheitert sei. Es fehle der Marke  an  originärer  Unterscheidungskraft,  wobei  es  keine  reduzierten  Anforderungen  an  die  Unterscheidungskraft  bei  Kollektivmarken  gebe,  und der Begriff "OKTOBERFEST­BIER" sei freihaltebedürftig. T.  Mit  Replik  vom  17.  Januar  2012  legte  der  Beschwerdeführer  dar,  dass  der  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  entweder  als  herstellerbezogene  Angabe  oder  als mittelbare  geografische Angabe  zu  verstehen  sei. Der  Schweizer  Durchschnittskonsument  verstehe  unter  "OKTOBERFEST­ BIER"  das  in München  produzierte  und  am Oktoberfest  ausgeschenkte  Bier. Da nur die dem Beschwerdeführer angeschlossenen Gesellschaften  dieses  herstellen  dürften,  sei  dies  als  betrieblicher  Herkunftshinweis  zu  verstehen.

B­5169/2011 U.  Auf die Durchführung von weiteren mündlichen Verhandlungen haben die  Parteien stillschweigend verzichtet. V.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  ist,  soweit  erforderlich,  in  den  folgenden  Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zuständig  (Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes/VGG,  SR  173.32).  Die  Beschwerde  wurde  in  der  gesetzlichen  Frist  von  Art.  50  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021) eingereicht und der  verlangte Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet.  Als Markenanmelder  ist  der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die  Beschwerde ist daher einzutreten. 1.2.  In  seiner  Replik  vom  17.  Januar  2012  hat  der  Beschwerdeführer  keine neuen Tatsachenbehauptungen erhoben. Da die Sache spruchreif  erscheint, wird auf die Einholung einer Duplik der Vorinstanz verzichtet. 2.  2.1. Der Beschwerdeführer hat seinen Sitz in Deutschland. Zwischen der  Schweiz  und Deutschland  gelten  das Protokoll  vom  27.  Juni  1989  zum  Madrider  Abkommen  über  die  internationale  Registrierung  von  Marken  (MMP,  SR  0.232.112.4)  sowie  die  Pariser  Verbandsübereinkunft  zum  Schutz  des  gewerblichen Eigentums,  revidiert  in  Stockholm  am 14.  Juli  1967 (PVÜ, SR 0.232.04). Nach Art. 5 Abs. 1 MMP darf ein Verbandsland  einer  international  registrierten Marke den Schutz nur  verweigern, wenn  nach  den  in  der  PVÜ  genannten  Bedingungen  ihre  Eintragung  in  das  nationale Register verweigert werden kann. Das trifft gemäss Art. 6quinquies  Bst.  B  Ziff.  2  PVÜ  namentlich  dann  zu,  wenn  die  Marke  jeder  Unterscheidungskraft  entbehrt  oder  ausschliesslich  aus  Zeichen  oder  Angaben zusammengesetzt  ist, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art,  der  Beschaffenheit,  der  Menge,  der  Bestimmung,  des  Wertes,  des  Ursprungsortes  der  Erzeugnisse  oder  der  Zeit  der  Erzeugung  dienen  können  oder  im  allgemeinen  Sprachgebrauch  oder  in  redlichen  und 

B­5169/2011 ständigen  Verkehrsgepflogenheiten  der  Schweiz  üblich  sind.  Dieser  Ausschlussgrund  ist  auch  im Markenschutzgesetz  (MSchG, SR  232.11)  vorgesehen,  das  in  Art.  2  Bst.  a MSchG  Zeichen,  die  Gemeingut  sind,  unter  Vorbehalt  der  Verkehrsdurchsetzung  vom  Markenschutz  ausschliesst. 2.2.  Ob  ein  Zeichen  infolge  Fehlens  jeglicher  Kennzeichnungs­  und  Unterscheidungskraft  zum Gemeingut gehört,  bestimmt sich vorwiegend  nach dem Kriterium des beschreibenden Charakters des Zeichens. Nicht  kennzeichnungskräftig  sind  demnach  insbesondere  Herkunftsbezeichnungen,  Sachbezeichnungen  und  Hinweise  auf  Eigenschaften  wie  beispielsweise  die  Beschaffenheit,  Bestimmung  oder  Wirkung  der Waren  oder Dienstleistungen,  sofern  solche Hinweise  vom  angesprochenen  Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit  und  ohne  Fantasieaufwand  verstanden  werden  und  sich  nicht  in  blossen  Anspielungen  erschöpfen  (BGE  135  III  359  S.  368  E.  2.5.5  akustische  Marke; BGE 131 III 495 S. 503 E. 5 Felsenkeller; BGE 129 III 514 S. 524  E.  4.1  Lego;  BGE  128  III  454  S.  457  E.  2.1  Yukon).  Als  Gemeingut  schutzunfähig  sind  auch  Zeichen,  die  sich  in  allgemeinen  Qualitätshinweisen  oder  reklamehaften  Anpreisungen  erschöpfen  (BGE  129  III  225  S.  227  E.  5.1  Masterpiece;  Urteil  des  Bundesgerichts  4A.161/2007  vom  18.  Juli  2007  E.  4.3 we make  ideas  work).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  im  Bereich  der  Zeichen  des  Gemeingutes  Grenzfälle  einzutragen  und  die  endgültige  Entscheidung  dem  Zivilrichter  zu  überlassen  (BGE  130  III  328  S.  332  E.  3.2 Swatch  Uhrband; BGE 129 III 225 S. 229 E. 5.3 Masterpiece). Für die Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  ist  die  Auffassung  der  Verbraucher,  für  die  Beurteilung  der  Freihaltebedürftigkeit  dagegen  die  Auffassung  der  Mitglieder  der  betreffenden  Branche  massgebend  (CHRISTOPH  WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.  2,  Rz.  41  ff.;  EUGEN  MARBACH,  Markenrecht, in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches  Immaterialgüter­ und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Basel 2009, Rz. 248). 2.3.  Absolute  Freihaltebedürftigkeit  besteht  für  jene  Begriffe,  die  im  Alltagsleben unentbehrlich sind,  für die gleichwertige Alternativen  fehlen  und  auf  deren  freie  Verwendung  die  Konkurrenten  angewiesen  sind.  Deshalb  sind  Zeichen,  die  zur  unmittelbaren  Aussage  in  Bezug  auf  Waren  und  Dienstleistungen  benötigt  werden,  sowie  jene  Zeichen,  auf  deren  Verwendung  der  Verkehr  zwingend  angewiesen  ist,  nicht 

B­5169/2011 durchsetzungsfähig (RKGE in sic! 2000 102, E. 8 und 9; MARBACH, a.a.O.  Rz. 261; WILLI, a.a.O., Art. 2 Rz. 149  ff.; LUCAS DAVID, Kommentar zum  Markenschutzgesetz, in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Lucas David  [Hrsg.],  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz/Muster­ und Modellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, Art.  2 Rz.  14,  40).  Ein  absolutes  Freihaltebedürfnis  an  einem Zeichen  kann  insbesondere  verneint  werden,  wenn  den  Konkurrenten  eine  Vielzahl  gleichwertiger Alternativen zur Verfügung steht  (BGE 134  III 314 S. 321  E.  2.3.3 M/M­Joy,  BGE  131  III  121  S.  130  E.  4.4 Smarties;  Urteil  des  Bundesgerichts 4A_370/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 5.1 Post; Urteil  des  Bundesgerichts  4A_385/2010  vom  12.  Januar  2011  E.  3.3).  Grundsätzlich ist das Freihaltebedürfnis mit Bezug auf die beanspruchten  Waren und Dienstleistungen  zu prüfen  (BGE 131  III  121 S.  130, E.  4.4  Smarties; WILLI, a.a.O., Art. 2 Rz. 43). Bei Worten, die ausschliesslich die  Beschaffenheit  einer Ware  oder  Dienstleistung  beschreiben,  ist  bei  der  Beurteilung  der  Unentbehrlichkeit  nicht  nur  auf  die  Bedürfnisse  der  aktuellen  Konkurrenten  abzustellen,  sondern  auch  auf  diejenigen  der  potentiellen  Konkurrenten  des  Markenhinterlegers  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­181/2007  vom  21.  Juni  2007  E.  4.5  Vuvuzela).  Wenn  eine  freihaltebedürftige  Beschaffenheit  eingetragen  würde,  bestünde  die  Gefahr  der  Begründung  eines  faktischen  Vertriebsmonopols  des  Markeninhabers  für  den  konkreten  Produktbereich, auch wenn der Markeninhaber Dritten nur die Benutzung  der  Beschaffenheitsangabe  als  Marke  und  nicht  deren  beschreibenden  Gebrauch  untersagen  könnte  (KARL­HEINZ FEZER, Markenrecht,  4.  Aufl.,  München 2009, MarkenG §8 Rz. 377). 2.4.  Die  Verbindung  aus  zwei  an  sich  zum  Gemeingut  gehörenden  Elementen  kann  eine  schutzfähige  Marke  bilden  (Urteile  des  Bundesgerichts vom 29. März 1977 E.3, veröffentlicht in PMMBl 1977 I S.  44  f. Bionorm  und  vom  6.  November  1990  E.  2b,  veröffentlicht  in  SMI  1991 S. 91  f. Grand Amour). Dabei hat das Bundesgericht  festgehalten,  dass  die  Kombination  zweier  an  sich  absolut  freihaltebedürftiger  Elemente im Einzelfall und unter Betrachtung des Gesamteindrucks dazu  führen  könne,  dass  an  der  zusammengesetzten  Marke  kein  absolutes  Freihaltebedürfnis mehr bestehe. Dies hat es im Urteil 4A_434/2009 vom  30.  November  2009  E.  3.2  Radio  Suisse  Romande  konkretisiert.  Für  Rundfunkdienstleistungen  sei  zwar  das  Zeichen  RADIO  absolut  freihaltebedürftig, nicht aber das Zeichen RADIO SUISSE ROMANDE im  Gesamteindruck.

B­5169/2011 2.5. Zeichen, die Gemeingut sind, können grundsätzlich nach Art. 2 Bst. a  MSchG  mittels  Verkehrsdurchsetzung  derivative  Kennzeichnungskraft  und  markenrechtlichen  Schutz  erlangen,  wenn  kein  absolutes  Freihaltebedürfnis  besteht  (BGE  134  III  314  S.  319  E.  2.3.2 M/M­joy;  Urteile  des Bundesgerichts  4A_434/2009  vom 30. November  2009 E.  3  Radio  Suisse  Romande;  4A_370/2008  vom  1.  Dezember  2008  E.  5  ­  Post). Ein Zeichen hat sich im Verkehr durchgesetzt, wenn es von einem  erheblichen  Teil  der  Adressaten  der  betreffenden  Waren  oder  Dienstleistungen  im  Wirtschaftsverkehr  als  individualisierender  Hinweis  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen  verstanden  wird  (BGE  131  III  121  S.  131 E. 6 Smarties; BGE 130 III 328 S. 331 Swatch Uhrband; BGE 128 III  441 S. 444 E. 1.2 Appenzeller). Eine solche Verkehrsdurchsetzung ist die  Folge  eines  intensiven  oder  langen  und  im  wesentlichen  unbestritten  gebliebenen  Alleingebrauchs,  der  dazu  führt,  dass  das  Zeichen  trotz  seiner  von  Haus  aus  fehlenden  Kennzeichnungskraft  im  Laufe  der  Zeit  trotzdem  als  Merkmal  eines  ganz  bestimmten  Unternehmens  gewertet  wird.  Je  grösser  das  Freihaltebedürfnis  am  Zeichen  ist,  desto  aufwendiger wird seine Verkehrsdurchsetzung; für wirklich unentbehrliche  Wörter  kann  keine  Verkehrsdurchsetzung  geltend  gemacht  werden  (DAVID,  a.a.O.,  Art.  2 MschG,  Rz.  38).  Die  Verkehrsdurchsetzung  kann  sich  nicht  auf  einen  anderen  Waren­  und/oder  Dienstleistungsbereich  erstrecken als denjenigen,  für welchen sie nachgewiesen wurde.  Ist  die  Verkehrsdurchsetzung  für  einzelne  Waren  und/oder  Dienstleistungen  glaubhaft gemacht, so zieht dies nicht die Verkehrsdurchsetzung für den  entsprechenden  Oberbegriff  aus  der  gleichen  Waren­  und/oder  Dienstleistungsklasse nach sich.  Im Eintragungsverfahren kann sich der  Hinterleger  zu  jedem  Zeitpunkt  auf  die  Verkehrsdurchsetzung  berufen.  Sie  kann  auch  noch  im  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  geltend  gemacht  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­3394/2007 vom 29. September 2008 E. 6;  WILLI, a.a.O., Art.  2, Rz. 187). 2.6. Was der Verkehrsdurchsetzung zugänglich  ist, kann nicht allgemein  gesagt  werden  und  ist  unter  Umständen  von  sich  wandelnden  Verhältnissen  bestimmt.  Dies  gilt  insbesondere  bei  geographischen  Namen, die die Herkunft  der Waren angeben. Solche können die Natur  eines Freizeichens verlieren und zum Individualzeichen werden, wenn sie  während  langer  Zeit  nur  von  einem  einzigen  Unternehmer  als  Marke  verwendet werden. Das Alleinrecht an einer derartigen Ortsbezeichnung  kann  allerdings  nur  erworben  werden,  wenn  die  Warenqualität  der 

B­5169/2011 Arbeitsleistung des Markeninhabers zuzuschreiben ist (BGE 117 II 321 S.  324 Valser). 2.7.  Die  Durchsetzung  eines  Kennzeichens  kann  aus  Tatsachen  abgeleitet  werden,  die  erfahrungsgemäss  einen  Rückschluss  auf  die  Wahrnehmung  des  Zeichens  durch  das  Publikum  erlauben.  Dazu  gehören etwa langjährige bedeutsame Umsätze, die unter einem Zeichen  getätigt worden sind, oder intensive Werbeanstrengungen. Sie kann aber  auch durch eine repräsentative Befragung des massgebenden Publikums  belegt werden (BGE 130 III 328 S. 332 E. 3.1 Swatch Uhrband, BGE 131  III  121 S. 131 E. 6 Smarties).  Feste Beweissätze, wie  zum Beispiel  die  Vorgabe, dass der Nachweis  in  jedem Fall nur mittels demoskopischem  Gutachten  erbracht  werden  könne,  sind  unzulässig.  Grundsätzlich  sind  alle  Beweismittel  zulässig,  die  geeignet  sind,  die  Verkehrsdurchsetzung  nachzuweisen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.124;  CHRISTOPH  AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Art. 12  Rz. 18;  MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  466).  In  vielen  Fällen  mag  das  demoskopische  Gutachten  jedoch  das  einzige  real  verfügbare  Beweismittel zum Nachweis der Verkehrsdurchsetzung bleiben.  2.8. Ein demoskopisches Gutachten sollte tatsächlich den Ausschnitt der  Realität widerspiegeln, den zu messen es vorgibt (CHRISTIAN ROHNER, Die  notorisch bekannte Marke  in der Schweiz, Bern 2002, S. 236). Wird ein  demoskopisches  Gutachten  bei  Gericht  eingereicht,  muss  letzteres  in  seiner Entscheidung erkennen lassen, dass es sich damit beschäftigt hat.  Dabei spielt es keine Rolle, ob es im Ergebnis dem Gutachten gefolgt ist  oder  dessen  Ergebnis  abgelehnt  hat  (RAINER  UTZ,  die  demoskopische  Befragung  als  Beweismittel  im  Markenrecht,  Köln  2011,  S.  94).  Das  Gericht  ist  im  Rahmen  seiner  Beweiswürdigung  nicht  an  dessen  Ergebnisse  gebunden.  Es  ist  Aufgabe  des  Gerichts,  die  Eignung  des  Gutachtens zu prüfen sowie festzustellen, ob es  lege artis erstellt wurde  und insbesondere die Kriterien der Wiederholbarkeit, Überprüfbarkeit und  Nachvollziehbarkeit  beachtet  wurden.  Werden  Fehler  und  Unstimmigkeiten  erkannt,  sind  diese  gegebenenfalls  herauszurechnen  (MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  463;  ANDREJ  LEVIN,  der  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung  im  Markenrecht,  Frankfurt,  2010,  S.  99).  Auch  eine  korrekt  durchgeführte  demoskopische Umfrage  nimmt  dem Richter  die  Aufgabe  der  Entscheidfindung  nicht  ab.  Entgegen  der  in  der  schweizerischen  Literatur  teilweise  vertretenen  Meinung  kann  nämlich 

B­5169/2011 auch  der  Tatbestand  der  Verkehrsdurchsetzung  nicht  restlos  bewiesen  werden;  ein  gewisses  Mass  an  wertender  Entscheidfindung  verbleibt  immer  (MARTIN  S.  SCHNEIDER,  Bemerkungen  zum  Entscheid  des  BGer  vom  21.  August  2002,  i.S.  "Appenzeller  Switzerland  [fig.]/Appenzeller  Natural [fig.]" in sic! 2003 S. 72). 2.9. Der Nachweis der Verkehrsdurchsetzung erfordert, dass der Verkehr  das  Zeichen  einem  bestimmten  Unternehmen  zuordnet.  Nur  wenn  das  Zeichen als Marke benutzt worden ist und in die produkteidentifizierende  Funktion  des  Zeichens  investiert  wurde,  ist  die  Überwindung  der  absoluten  Schutzhindernisse  legitim.  Ein  Zeichen,  welches  rein  beschreibend  benutzt  wurde,  wird  demnach  nicht  vom  Normzweck  erfasst.  Die  Benutzung  der  Marke  muss  so  erfolgen,  dass  die  angesprochenen  Verkehrskreise  die  Ware  als  von  einem  konkreten  Unternehmen  stammend  auffassen.  Falls  die  Marke  nicht  selbständig,  sondern in Kombination mit einem anderen Zeichen benutzt wurde, muss  demoskopisch  nachgewiesen  werden,  dass  der  angesprochene  Verkehrskreis die Marke auch bei  isolierter Betrachtung als betrieblichen  Herkunftshinweis  versteht.  Selbst  eine  grosse,  nicht  infolge  von  Benutzung  erworbene  Bekanntheit  reicht  nicht  aus,  wenn  nicht  nachgewiesen  werden  kann,  dass  der  Verkehr  das  Zeichen  einem  bestimmten Unternehmen zuordnet (LEVIN, a.a.O., S. 66 f.). 2.10. Weiter  ist  zum  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung  erforderlich,  dass  sich  das  Zeichen  in  der  ganzen  Schweiz  durchgesetzt  hat.  Eine  bloss  regionale Durchsetzung  genügt  in  keinem Fall. Das Ausmass  der  Verkehrsdurchsetzung  muss  nicht  in  der  ganzen  Schweiz  gleich  ausgeprägt  sein  und  darf  sprachregionale  Schwankungen  aufweisen  (BGE 128 III 441 S. 444 E. 1.2 Appenzeller; MARBACH, a.a.O., Rz. 437 f.). 2.11.  Wer  sich  auf  Verkehrsdurchsetzung  beruft,  hat  diese  selbst  zu  belegen.  Hier  gilt  nicht  die  Untersuchungs­,  sondern  die  Verhandlungsmaxime.  Der  Hinterleger  hat  indessen  nicht  den  vollen  Beweis  für die Verkehrsdurchsetzung zu erbringen, sondern muss diese  nur  glaubhaft  machen  (vgl.  DAVID RÜETSCHI  in  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern  2009, Beweisrecht N. 74f., mit Hinweisen; MARBACH, a.a.O., Rz. 1088 f.;  WILLI,  a.a.O.,  Art.  2  Rz.  188  ff.;  DAVID,  a.a.O.,  Art.  2  Rz.  42).  Dem  Erfordernis  der  Glaubhaftmachung  ist  Genüge  getan,  wenn  die  behaupteten anspruchsbegründenden Tatsachen aufgrund summarischer  Kognition  als  wahrscheinlich  gegeben  erscheinen,  auch  wenn  noch mit 

B­5169/2011 der  Möglichkeit  zu  rechnen  ist,  dass  sie  sich  nicht  verwirklicht  haben  könnten (BGE 130  III 328 E. 3.2 S. 333; 125  III 368 E. 4 S. 372; 120  II  393 E. 4c S. 398). 3.  3.1. Die "Notification" Nr. 871'652 der OMPI besagt: "Indication relative à  la  nature  de  la  marque  ou  au  type  de  marque:  marque  collective,  de  certification  ou  de  garantie".  Gemäss  Schweizer  Recht  kann  die Marke  somit als Garantie­ oder als Kollektivmarke behandelt werden. Während  der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. September 2007 die Marke  noch als Garantiemarke registrieren wollte, hat er mit Schreiben vom 19.  Dezember 2008  festgelegt, dass er das Kennzeichen  "OKTOBERFEST­ BIER" als Kollektivmarke beanspruche. 3.2.  Die  grundsätzliche  Zugehörigkeit  des  Begriffs  "OKTOBERFEST­ BIER"  zum  Gemeingut  wird  auch  vom  Beschwerdeführer  nicht  mehr  bestritten,  wie  implizit  aus  seinem  Schreiben  vom  10.  August  2010  (mittels  dessen  er  die  Verkehrsdurchsetzung  behauptet)  und  aus  dem  unwidersprochen gebliebenen Antwortschreiben der Vorinstanz  vom 11.  November  2010  hervorgeht.  Somit  sind  sich  Beschwerdeführer  und  Vorinstanz  einig,  dass  die  Schutzausdehnung  der  Marke  "OKTOBERFEST­BIER"  vom  Nachweis  ihrer  Verkehrsdurchsetzung  in  der Schweiz abhängig ist. 4.  4.1. Vorab  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  absolut  freihaltebedürftig  ist.  Wenn  dies  zutrifft,  ist  keine  Verkehrsdurchsetzung möglich  (vgl.  E.  2.3).  In  diesem  Zusammenhang  ist Folgendes festzuhalten: 4.2.  Als  Oktoberfestbier  wird  die  Beschaffenheit  einer  Biersorte  mit  mindestens  13.5 %  Stammwürzegehalt  bezeichnet  (http://www.oktoberfest­zeitung.de/index.php/bier/oktoberfestbier/189/,  besucht am 19. Januar 2012). Auch auf der Homepage von Löwenbräu  (die  Mitglied  des  Beschwerdeführers  ist)  erscheint  Oktoberfestbier  als  eine  unter  vielen  Biersorten:  Löwenbräu  Urtyp,  Löwenbräu  Original,  Löwenbräu  Weisse,  Löwenbräu  Grapefruit,  Löwenbräu  Premium  Pils,  Löwenbräu  Alkoholfrei,  Löwenbräu  Radler,  Löwenbräu  Triumphator,  Löwenbräu  Oktoberfestbier,  Löwenbräu  Dunkel  (http://www.loewenbraeu.de  >  Produkte,  besucht  am  19.  Januar  2012). 

B­5169/2011 Noch  eindeutiger  ist  folgender,  englischsprachige  Beschrieb,  der  den  Begriff als Biersorte charakterisiert: Since the 1970s the type of beer served at the festival has been a pale lager  between 5 and 6% abv, and the terms Oktoberfest and Märzen are used by  non­Oktoberfest brewers  in Germany and the USA to market pale  lagers of  this  strength.  The  color  of  these  lagers may  range  from  pale  gold  to  deep  amber, with the darker colors more common in the U.S. Hop levels tend not  to be distinctive, though some USA examples may be firmly hopped. Modern  beers  sold  as  Oktoberfest  and  Märzen  in  Europe  tend  not  to  be  too  differentiated  from  other  pale  lagers  of  this  strength,  while  older  German,  U.S.  and  American­influenced  examples  will  be  fairly  malty  in  flavor  and  inclined  to  use  a  range  of  malts  especially  dark  malts  such  as  Vienna  or  Munich.   (http://beer.wikia.com/wiki/Oktoberfestbier, besucht am 19. Januar 2012).  Auch  der Gebrauch  durch  die Mitglieder  des Beschwerdeführers  erfolgt  im  Sinne  einer  Biersorte  "Oktoberfestbier",  "Oktoberfest  Bier"  oder  "Oktoberfest Märzen", die unter der Marke der Brauerei angebracht wird  (http://www.oktoberfest­zeitung.de/index.php/bier/oktoberfestbier/  189/,  besucht am 19. Januar 2012). "OKTOBERFEST­BIER"  stellt  somit  die  Bezeichnung  einer  Beschaffenheit  (Biersorte)  dar,  die  den  Konkurrenten  des  Beschwerdeführers  untersagt  werden  darf,  falls  der  Begriff  als  Marke  geschützt  würde.  Eine  Substituierung  mit  einem  anderen,  ebenso  gut  eingeführten Begriff erscheint schwierig, weshalb diese Biersorte im Falle  einer Schutzausdehnung auf  die Schweiz nur noch von den Mitgliedern  des Beschwerdeführers so bezeichnet werden dürfte. 4.3. Ob der Begriff "OKTOBERFEST­BIER" aufgrund dieser tatsächlichen  Feststellungen  auch  rechtlich  absolut  freihaltebedürftig  ist,  kann  allerdings  letzten  Endes  offen  gelassen  werden,  wie  in  den  folgenden  Abschnitten erläutert wird. 5.  5.1.  Der  Beschwerdeführer  hat  zur  Glaubhaftmachung  der  Verkehrsdurchsetzung  ein  demoskopisches  Gutachten  des  Typs  "Omnibus­Befragung" ins Recht gelegt.

B­5169/2011 5.2. Die Würdigung demoskopischer Gutachten kann durch Offenlegung  und Dokumentation der Vorgehensweise erleichtert werden: – Informationen  zur  Feldarbeit:  Auswahlverfahren,  Angaben  zur  Untersuchungskonzeption, Tabellenteil mit allen Resultaten  im Detail  inkl.  Daten  über  die  soziodemografische  oder  sonstige  Zusammensetzung  der  Stichprobe  (Geschlecht,  Alter,  Region  etc.),  Methodenbeschreibung,  Ausschöpfungsprotokoll  (bei  Zufallsstichproben), Fehlertoleranztabelle; – Informationen  zum  Interview:  Befragungsart,  Interviewanweisungen,  Befragungszeitraum,  Anzahl  der  eingesetzten  Interviewer  (wenn  mündlich),  Karten­  und  Listen­Vorlagen,  Muster  der  vorgelegten  Beurteilungsobjekte, Umgebungsvariablen, Auffälligkeiten, Anzahl der  Befragten; – Informationen  zur  Organisation:  Auftraggeber,  Aufgabenstellung,  Hinweise zur Art und Häufigkeit der Interviewkontrollen; – Formalia:  Kommentierung  der  wichtigsten  Ergebnisse,  Unterschrift  des  Sachverständigen  zur  Dokumentation  der  Richtigkeit  der  Angaben, Muster des Fragebogens. (LEVIN, a.a.O., S. 43f.; vgl. ANNE NIEDERMANN/MARTIN S. SCHNEIDER, Der  Beitrag  der  Demoskopie  zur  Entscheidfindung  im  Schweizerischen  Markenrecht: Durchgesetzte Marke ­ berühmte Marke, sic! 2002, S. 838). 5.3. Für den Nachweis der Verkehrsdurchsetzung wird in der Literatur ein  demoskopisches  Testfragemodell  mit  dreistufigem  Aufbau  empfohlen.  Diese Testfragen ermitteln zunächst die reine Bekanntheit des Zeichens  in  Abhängigkeit  von  den  Waren  oder  Dienstleistungen  ("Bekanntheitsgrad").  Anschliessend  wird  die  Wahrnehmung  als  Herstellerhinweis  erfragt  ("Kennzeichnungsgrad"),  indem  der  Befragte  angeben muss, ob das Zeichen seiner Meinung nach nur aus einem oder  aus mehreren Unternehmen stammt. Schliesslich soll noch eine konkrete,  namentliche  Zuordnung  zu  einem  Unternehmen  glaubhaft  gemacht  werden ("Zuordnungsfrage") (LEVIN, a.a.O., S. 60; UTZ, a.a.O., S. 108 f.).  Die  Definition  der  Verkehrskreise  hängt  von  den  angemeldeten  Waren  und  Dienstleistungen  ab.  Richtet  sich  eine  Befragung  nur  an  einen  bestimmten  Teil  der  Bevölkerung,  so  kann  eine  zusätzliche,  selektive  Frage positioniert werden. Mittels  einer  "Verkehrskreisfrage" werden die  potentiellen  Käufer  und  Verwender  aus  allen  befragten  Personen 

B­5169/2011 herausselektiert (LEVIN, a.a.O., S. 60; UTZ, a.a.O., S. 110). Die Antworten  von  Befragten,  die  nicht  zu  den  angesprochenen  Verkehrskreisen  gehören,  sind  von  der  Gesamtmenge  abzuziehen  und  nicht  in  den  Basiswert einzurechnen (UTZ, a.a.O., S. 111). 5.4.  Die  Beweiskraft  einer  Umfrage,  also  die  Übereinstimmung  des  Ergebnisses  der  Umfrage  mit  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  im  Verkehr,  hängt  in erster  Linie  von der Fragestellung ab  (UTZ,  a.a.O., S.  34;  MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  463).  Bei  der  Erstellung  der  Testfragen  ist  deshalb darauf zu achten, dass nicht bereits aufgrund der Fragestellung  dem  Befragten  eine  bestimmte  Antwort  nahe  gelegt  wird.  Denn  die  Antworten auf eine suggestive Fragestellung bilden nicht das tatsächliche  Meinungsbild der Befragten ab  (UTZ, a.a.O., S. 37, 40; LEVIN, a.a.O., S.  59,  100;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  822).  Die  Art  der  Frageformulierung  setzt  Perspektiven,  unter  den  denen  der  Befragte  dann  antwortet  (KLAUS  D.  EBERLEIN,  Möglichkeiten  und  Grenzen  der  Meinungsforschung,  Berlin  2001,  226;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  "Neutraler  Fragebogen",  S.  831).  Auch  vorangehende  Fragen  und  Fragen,  die  von  Beginn  weg  auf  eine  geografische  Herkunft  zielen,  können  bestimmte  Antworten  indizieren  (ELISABETH  NOELLE­NEUMANN,  THOMAS  PETERS,  Alle,  nicht  jeder,  Einführung  in  die  Methoden  der  Demoskopie,  2.A., München,  1998, S.  123). Die Fragestellung  darf  den  Befragten  nicht  von  Anfang  an  auf  eine  bestimmte  Antwort  lenken,  sondern muss neutral sein (ANDREA E. FLURY, Grundprobleme des Rechts  der  geografischen  Herkunftsbezeichnung,  Bern  2003,  S.  343).  Die  rechtliche Beweisfrage der "Verkehrsdurchsetzung" bedarf deshalb einer  sorgfältigen  Umsetzung  in  demoskopische  Testfragen.  Zur  Bestimmung  des Wortlauts  dieser Testfragen muss der Sinn  von Art.  2  lit.  a MSchG  berücksichtigt  werden,  d.h.  die  Entwicklung  eines  zunächst  nicht  eintragungsfähigen  zu  einem  als  Marke  verstandenen  Zeichens.  (vgl.  UTZ,  a.a.O.,  S.  108).  Bei  unmittelbar  beschreibenden  Zeichen,  deren  Wortlaut  bereits  die  betreffenden  Waren  charakterisiert,  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  direkte  Frage  danach  nicht  verfälschte Ergebnisse  liefert,  weil  die  gewünschte  Antwort  bereits  in  der  Fragestellung  enthalten  ist  (NOELLE­NEUMANN/PETERSEN, a.a.O., S. 118 f.). 5.5.  Bei  der  Formulierung  der  Fragestellung,  die  eine  Kollektivmarke  betrifft,  besteht  die  besondere Schwierigkeit,  dass  die  dahinterstehende  Organisation  der  breiten  Öffentlichkeit  in  der  Regel  kaum  bekannt  ist.  Gemäss SCHNEIDER  besteht  der  Kern  der  Befragung  darin  zu  ermitteln,  ob  die  Verkehrskreise  im  Zeichen  "xyz"  eine  Marke  im  Rechtssinne 

B­5169/2011 erkennen,  das  heisst  es  einem  ganz  bestimmten  Unternehmen  (oder  einer  bestimmten  Organisation)  zuordnen  oder  aber  davon  ausgehen,  dass  es  von  vielen  (unabhängigen)  Unternehmen  verwendet/hergestellt/vermarktet wird. Insbesondere die in diesem Artikel  entwickelte Musterfrage (zum Kennzeichnungsgrad) Jetzt  eine  Frage  zu  Appenzeller  Käse:  Nach  dem  was  Sie  wissen  oder  vermuten:  Darf  im  Prinzip  jeder  Hersteller  Käse  dieser  Sorte  und  aus  der  entsprechenden  Region  unter  dem  Namen  "Appenzeller"  verkaufen,  oder  darf man ihn nur dann unter dem Namen "Appenzeller" verkaufen, wenn man  einer ganz bestimmten Organisation zum Vertrieb dieses Käses angehört? gibt wertvolle Hinweise darauf, wie eine entsprechende Frage  formuliert  werden  kann,  ohne  dass  die  Antwort  bereits  aus  der  Fragestellung  hervorgeht  (SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  73;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S. 821). 5.6.  Die  namentliche  Zuordnung  der  Marke  zu  einem  Unternehmen  (Zuordnungsfrage)  ist  für  den  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung  grundlegend, weil im Rahmen der Auswertung dieser Antworten lediglich  eine für den Anmelder festgestellte Verkehrsdurchsetzung anzuerkennen  ist. Für die Beurteilung des Zuordnungsgrads ist jedoch nicht erforderlich,  dass der Befragte den Namen des Unternehmens eindeutig wiedergeben  kann. Von der Zuordnung subtrahiert werden die negativ zu bewertenden  Aussagen der Befragten, d.h. Nennungen von Unternehmen, die in keiner  rechtlichen  oder  tatsächlichen  Verbindung  mit  dem  Anmelder  stehen.  Dagegen  gelten  alle  Nennungen  als  korrekt  zugeordnet,  welche  den  Namen  nicht  richtig  oder  nicht  vollständig  nennen,  jedoch  nicht  explizit  auf ein anderes Unternehmen hindeuten (LEVIN, a.a.O., S. 64). 5.7. Ein weiterer Parameter ist die Stichprobengrösse, die als Netto­ und  Brutto­Interviews  quantifiziert  wird.  Gemäss  den  Richtlinien  Deutscher  Markt­  und  Sozialforscher  E.V.  Ziff.  5.2  gelten  als  Netto­Stichprobe  die  aus  einer  Brutto­Stichprobe  realisierten  Interviews.  Indirekt  geht  dies  auch aus dem Begriff der Ausschöpfungsquote hervor, die sich aus dem  Verhältnis  Netto­  zu  Bruttostichprobe  ergibt  (ROLF  PORST,  Ausschöpfungen,  die  Sicht  der  Institute,  Mannheim,  1996,  S.  5).  Demzufolge sind Brutto­Interviews die Anzahl  selektierter Personen und  Netto­Interviews  die  Anzahl  tatsächlich  erfolgter  Interviews.  FLURY  geht  davon  aus,  dass  sich  das  Resultat  mit  zunehmender  Grösse  der  Stichprobe verbessere. Die Grösse hänge auch von der Fragestellung ab,  ob  beispielsweise  Filterfragen  eingeschoben  würden.  Ausserdem 

B­5169/2011 müssten  die  Auswertungswünsche  berücksichtigt  werden.  Es  werde  deshalb  vorgeschlagen,  mindestens  1000  Personen  mit  einzubeziehen  (FLURY,  a.a.O.,  366  f.).  Unklar  bleibt  dabei,  ob  es  sich  um  Netto­  oder  Brutto­Interviews  handelt.  Auch  NIEDERMANN/SCHNEIDER  setzen  bevölkerungsrepräsentative Umfragen bei 1000 bis 2000 Netto­Interviews  an  (NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  817).  Die  Vorinstanz  hält  bei  Durchschnittsabnehmern  eine  Mindestzahl  von  1'000  Befragten  als  ausreichend (Institut für Geistiges Eigentum, Richtlinien in Markensachen  vom 1. Januar 2011 [IGE Richtlinien], Ziff. 10.3.6 S. 145), wobei hier mit  "Befragten" Netto­Interviews gemeint sind. 5.8. Zur erforderlichen Höhe der Bekanntheit können der Rechtsprechung  in  der  Schweiz  keine  präzisen  Angaben  für  die  Lösung  im  Einzelfall  entnommen  werden.  Es  wird  lediglich  gefordert,  dass  ein  nicht  unerheblicher Teil der Verkehrskreise Kenntnis haben müsse, wobei der  Bekanntheitsgrad von der Stärke des Freihaltebedürfnisses abhängig sei  (ROHNER,  a.a.O.,  103;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  820,  834  ff.).  Das Bundesgericht befand  in einem Fall, wenn mehr als zwei Drittel der  repräsentativ  Befragten  ein  Zeichen  in  bestimmter  Weise  zuordneten,  dürfe nach allgemeiner Lebenserfahrung angenommen werden, dass es  sich im Verkehr durchgesetzt habe (BGE 128 III 441 S. 444 Appenzeller,  Urteil  des  Bundesgerichts  Nr.  4A_370/2008  vom  1.  Dezember  2008  E.  6.4.1  Post).  In  einem  späteren  Entscheid  reduzierte  es  die  Anforderungen.  Der  Ausnahmecharakter  der  Norm,  der  Abweichungen  vom Eintragungsprinzip nur mit Zurückhaltung zulasse, spreche zwar für  einen  eher  hohen  Prozentsatz  der  erforderlichen  Bekanntheit.  Als  Richtwert  scheine  jedoch  angemessen,  den  Bekanntheitsgrad  im  massgebenden Verkehrskreis im Regelfall auf über 50 % anzusetzen und  tiefere Werte nur unter besonderen Umständen des Einzelfalls genügen  zu  lassen  (BGE  130  III  267  S.  283  Tripp  Trapp).  SCHNEIDER  ist  der  Ansicht,  dass  mangels  anerkanntem  Prozentwert  die  Verkehrsdurchsetzung nicht  abschliessend  festgelegt werden  könne. Es  brauche  den wertenden Entscheid  des Richters,  denn  das Markenrecht  sei  zu  vielschichtig  und  zu  einzelfallbezogen,  als  dass  es  sich  in  ein  starres Korsett  drängen  liesse  (SCHNEIDER,  a.a.O, S.  74;  vgl.  Entscheid  des Bundesverwaltungsgerichts B­7436/2006 vom 21. Februar 2007 E. 5  Farbmarke Blau/Silber).

B­5169/2011 6.  6.1.  Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  zur  Glaubhaftmachung  der  Verkehrsdurchsetzung  des  Zeichens  "OKTOBERFEST­BIER"  eine Studie ein. Die Umfrage wurde unter  dem  Projektnamen  "Oktoberfest­Bier"  durch  das  Link­Institut  vom  3.  bis  8.  März  2010  durchgeführt.  Die  Stichprobengrösse  betrug  1190  Netto­ Interviews und 1208 Brutto­Interviews. 6.2.  Die  Bezeichnungen  "Netto­Interviews"  und  "Brutto­Interviews"  entsprechen nicht der in E. 5.7 festgestellten Terminologie: Während auf  Seite  2  der  Studie  (Bg.  act.  20)  von  761  Netto­  und  1208  Brutto­ Interviews gesprochen wird, erhöht sich die Zahl der Netto­Interviews auf  Seite 8 auf 1190. Frau Laubenstein vom Link­Institut führt dazu aus, dass  es  sich  bei  den  Netto­Interviews  um  diejenigen  Interviews  handle,  bei  denen Frage 22.00 nicht mit "Nein" beantwortet worden sei. Dies ergäbe  746 gewichtete Interviews, was 761 ungewichteten Interviews entspricht.  1208 Personen sei die Gesamtheit der am Omnibus teilnehmenden 15­74  jährigen Befragten, 1190 Personen die 16­74 jährigen Befragten ohne die  15­jährigen (Bg. act. 21b). 6.3.  Im  Sinne  der  obenstehenden  Ausführungen  E.  5.3  entspricht  die  Frage  21.00  der  "Verkehrskreisfrage",  Frage  22.00  dem  "Bekanntheitsgrad",  Frage 23.00 dem  "Kennzeichnungsgrad"  und Frage  25.10 der "Zuordnungsfrage". 6.4. Die Ergebnisse der Umfrage lauteten wie folgt: – Frage 21.00: Kaufen oder  trinken Sie Bier oder andere alkoholische  Getränke?  1190  ungewichtete,  1188  gewichtete  Antworten;  150  (12.6 %) Ja, häufig; 754 (63.5 %) Ja, hin und wieder und 284 (23.9 %)  Nein. – Frage  22.00: Haben Sie  die Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER  im  Zusammenhang  mit  Bier  schon  einmal  gehört  oder  gelesen?  1190  ungewichtete,  1188  gewichtete  Antworten;  734  (61.8 %)  Ja,  442  (37.2 %) Nein, 12 (1.0 %) Weiss nicht. – Frage  23.00:  Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis  auf  ein  oder  mehrere  bestimmte  Unternehmen oder auf gar kein Unternehmen? Filter: Oktoberfest­Bier  schon  einmal  gehört/gelesen.  761  ungewichtete,  746  gewichtete 

B­5169/2011 Antworten;  200  (16.8 %)  Ja,  453  (38.1 %)  Nein,  92  (7.7 %)  Weiss  nicht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils  auf  eine  Basis  von  1188  Antworten umgerechnet. – Frage  24.00:  Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis  darauf,  dass  Produkte  mit  dieser  Bezeichnung  aus  einer  bestimmten  Stadt  kommen?  Filter:  Oktoberfest­Bier  ist  kein  Hinweis  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen.  555  ungewichtete,  546  gewichtete  Antworten;  308  (25.9 %)  Ja,  196  (16.5 %) Nein, 42 (3.5 %) Weiss nicht. Die Prozentzahlen sind jeweils  auf eine Basis von 1188 Antworten umgerechnet. – Frage  25.10:  Auf  welches  oder  welche  Unternehmen  weist  die  Bezeichnung "OKTOBERFEST­BIER" Ihrer Meinung nach hin? Filter:  Oktoberfest­Bier  ist  Hinweis  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen.  206  ungewichtete,  200  gewichtete  Antworten;  31  (2.6 %)  Brauerei,  23  (1.9 %)  Oktoberfest  München,  21  (1.8 %)  Deutscher  Hersteller,  16  (1.3 %)  Feldschlösschen,  14  (1.2 %)  Münchener  Bier,  13  (1.1%)  Hofbräu,  11  (0.9 %)  Löwenbräu,  9  (0.8 %)  Heineken,  8  (0.7 %)  Paulaner  Bier,  4  (0.3 %)  Eichhof,  3  (0.3 %)  Spaten,  2  (0.2 %)  Cardinal, 1 (0.1 %) Quöllfrisch, 29 (2.4 %) Andere, 49 (4.1 %) Weiss  nicht.  Die  Anzahl  Antworten  (234)  stimmt  allerdings  nicht  mit  der  angegebenen  Basis  (200)  überein,  weshalb  davon  ausgegangen  werden  muss,  dass  Doppelnennungen  zulässig  waren,  was  die  Validität  der  Auswertung  verfälscht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils  auf eine Basis von 1188 Antworten umgerechnet. – Frage  25.20:  Welche  Stadt  ist  das  Ihrer  Meinung  nach?  Filter:  Oktoberfest­Bier  ist Hinweis auf bestimmte Stadt.  360 ungewichtete,  350  gewichtete  Antworten;  281  (23.7 %)  München,  17  (1.4 %)  Deutschland,  13  (1.1 %)  Monaco,  6  (0.5 %)  Schweiz,  4  (0.3 %)  Bayern,  3  (0.3 %)  Berlin,  1  (0.1 %)  Wien,  1  (0.1 %)  Süddeutscher  Raum,  1  (0.1 %)  Köln,  1  (0.1 %)  Lausanne,  3  (0.3 %)  Diverse,  23  (1.9 %)  Weiss  nicht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils  auf  eine  Basis  von 1188 Antworten umgerechnet. 6.5. Vorab ist festzustellen, dass es sich in casu um eine sog. "Omnibus­ Umfrage" (Mehrthemen­Umfrage) handelte, d.h. es wurden verschiedene  Fragestellungen in der gleichen Umfrage behandelt (EBERLEIN, a.a.O., S.  182  ff.).  Es  liegen  nur  die  Fragen  22.00,  23.00,  24.00,  25.10,  25.20  im  Recht.  Da  die  vorangehenden  Fragen  einen  Einfluss  auf  die 

B­5169/2011 Beantwortung  der  nachfolgenden  Fragen  gehabt  haben  könnten  (EBERLEIN,  a.a.O.,  S.  193),  wäre  es  zweckdienlich  gewesen,  auch  die  vorangehenden Fragen offenzulegen (vgl. E. 5.4). 6.6. Wie  in  E.  5.7  festgestellt,  wird  gemäss  schweizerischer  Praxis  ein  Sample von mindestens 1000 Netto­Interviews vorausgesetzt. Wenn von  1188  gewichteten  Netto­Interviews  ausgegangen  wird,  ist  diese  Voraussetzung ohne Weiteres erfüllt. 6.7.  Die  Frage  22.00,  die  direkt  nach  dem  Zeichen  "OKTOBERFEST­ BIER"  fragte,  hat  durch  den  stark  beschreibenden  Inhalt  der  Wortkombination  möglicherweise  die  Antwort  präjudiziert  (vgl.  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  823).  Die Umfrage  könnte,  wenn  im  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  das  Oktoberfest  durch  ein  beliebiges  anderes bekanntes Volksfest, z.B. "ALBANIFEST" oder "SÄCHSILÜÜTE"  ersetzt  worden  wäre,  ähnliche  Resultate  liefern.  Wenn  beide  Wortteile  allgemein bekannt  sind, wird der durchschnittliche Befragte automatisch  davon  ausgehen,  dass  es  sich  um  Bier  handelt,  das  am  betreffenden  Volksfest ausgeschenkt wird. Die Fragestellung von Frage 23.00 "Ist die  Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER Ihrer Meinung nach ein Hinweis auf  ein  oder  mehrere  bestimmte  Unternehmen  oder  auf  gar  kein  Unternehmen?" lässt sich nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten,  da eigentlich  zwei Fragen gestellt werden, die  jede  für  sich beantwortet  werden könnte. Es wurde deshalb die Annahme getroffen, dass sich die  Antworten "Ja" oder "Nein" auf den ersten Teil des Satzes bis zum Wort  "oder"  beziehen.  Unter  diesen  Umständen  sind  die  Ergebnisse  zu  den  Fragen 22.00 und 23.00 wenig aussagekräftig. 6.8. Zudem verleitet die Fragestellung insgesamt zu Ratespielen anstelle  von  wahrheitsgemässen  Antworten.  Die  Fragekaskade  vermittelt  den  Eindruck,  es  werde  nach  einer  "richtigen"  Antwort  gesucht,  was  die  Befragten  dazu  verleitet,  ihr  Wissen  bezüglich  des  Oktoberfests  auszubreiten,  anstatt  die  eigentliche  Frage  zu  beantworten.  Nur  so  können  die  vereinzelten  Nennungen  von  einzelnen  Mitgliedern  des  Beschwerdeführers erklärt werden. 6.9. Bei der Bestimmung der Verkehrskreise stellt sich die Frage, ob die  Verkehrskreisfrage  21.00  einschränkend  zu  berücksichtigen  sei.  Der  Beschwerdeführer  hat  dies  nicht  vorgenommen,  dafür  hat  er  die  Bekanntheitsfrage  22.00  sowie  die  Kennzeichnungsfrage  23.00  zur  Einengung  der  Basis  verwendet.  Die  Vorinstanz  hat  den 

B­5169/2011 Beschwerdeführer  bereits  mit  Schreiben  vom  18.  Februar  2010  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  eine  Eingrenzung  der  Verkehrskreise  unzulässig sei. Sie  ist deshalb von einer massgeblichen Basis von 1190  Personen  (1188  Personen  gewichtet)  ausgegangen,  da  die  Anzahl  der  Befragten  nicht  nach  den  Filterfragen  eingeschränkt  werden  dürfe  (Beschwerdeantwort, Ziff. 43 sowie IGE­Richtlinien, a.a.O., Ziff. 10.3.9 S.  147). Die beanspruchten Waren der Klasse 32 (Biere) richten sich an die  über  16  Jahre  alte  Bevölkerung  (Art.  11  Abs.  1  der  Lebensmittel­  und  Gebrauchsgegenständeverordnung  vom  23.  November  2005  [LGV,  SR  817.02]; Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B­2937/2010 vom 14.  Juli  2010  E.  3.1  Gran  Maestro).  Für  die  Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  des  Zeichens  ist  daher  vom  Verständnis  der  Verkehrskreise  der  über  16­jährigen  Bevölkerung  auszugehen.  Die  Vorinstanz  ist  somit  zu  Recht  von  einer  Basis  von  1188  Befragten  ausgegangen. 6.10.  60.8 %  derjenigen,  die  den  Ausdruck  "OKTOBERFEST­BIER"  kennen  (37.2 %  aller  Befragten),  erachten  das  Zeichen  als  keinen  Hinweis auf ein bestimmtes Unternehmen. Von den 26.8 % (16.8 % aller  Befragten)  Antworten,  die  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen  hinweisen,  weisen 17.7 % (2.9 % aller Befragten) auf eine der beteiligten Brauereien  und  6.9 %  (1.2 %  aller  Befragten)  auf  "Münchener  Brauereien"  hin.  11.5 % (1.9 % aller Befragten) ordneten das Zeichen dem Oktoberfest zu.  81.0 % (13.6 % aller Befragten) wussten keine Antwort oder ordneten das  Zeichen Brauereien zu, die weder aus München stammen, noch Mitglied  des beschwerdeführenden Vereins sind, nämlich  "deutsche Brauereien",  Feldschlösschen, Heineken, Eichhof, Cardinal, Quöllfrisch, Kronenbourg,  Calanda  und  diversen  anderen  Brauereien.  Diese  Nennungen  dürfen  nicht  dem  Beschwerdeführer  zugerechnet  werden.  Weiter  ist  eher  fraglich,  ob  die  Nennungen  von  einzelnen  Mitgliedern  des  beschwerdeführenden  Vereins  dem  Beschwerdeführer  zugerechnet  werden können. Von einer überwiegenden Mehrheit, die das Zeichen als  markenmässige Zuordnung erkennt, kann unter diesen Umständen keine  Rede  sein  und  die  atomisierte  Zuordnung  der  Herkunft  gibt  einen  weiteren Hinweis darauf, dass das Zeichen nicht als Marke erkannt wird. 7.  7.1. Der Beschwerdeführer macht eine Verkehrsdurchsetzung von 62 %,  innerhalb  der  beteiligten  Verkehrskreise  von  64 %,  geltend  (Schreiben  des  Bf.  vom  10.  August  2010).  Diese  Zahl  kann  der  vom 

B­5169/2011 Beschwerdeführer  ins  Recht  gelegten  Grafik  "Bekanntheit  &  Wahrnehmung  von  'Oktoberfest­Bier'"  entnommen werden.  Sie  soll  aus  den  Antworten  derjenigen  Personen,  die  den  Begriff  "OKTOBERFEST­ BIER"  als  Marke  verstehen  sowie  derjenigen,  die  ihn  einer  Stadt  zuordnen,  zusammengestellt  worden  sein;  wie  dieser  Prozentwert  berechnet wurde, ist allerdings nicht bekannt. Nach seinen Ausführungen  macht  der  Beschwerdeführer  damit  keine  klassische,  sondern  eine  "besondere" Verkehrsdurchsetzung geltend. 7.2.  Sollte  der  Beschwerdeführer  das  Alleinrecht  an  der  Bezeichnung  "OKTOBERFEST­BIER"  erworben  haben,  können  die  Antworten  "München" auf Frage 25.20 zu den auf den Beschwerdeführer weisenden  Antworten  von  Frage  25.10  addiert  werden,  unter  der  Voraussetzung,  dass nachgewiesen  ist,  dass die Kollektivmarke  tatsächlich und auch  in  Zukunft  alle  Münchner  Brauereien  abdeckt.  Vorliegend  ist  die  Warenqualität so gekennzeichneten Biers  im Sinne von BGE 117  II 321  S.  324  Valser  ohne  Weiteres  der  Arbeitsleistung  der  Mitglieder  des  Beschwerdeführers  zuzurechnen.  Es  handelt  sich  um  Brauereien,  die  sich nicht nur durch die verwendeten Rohmaterialien, sondern auch durch  ihre  Braukunst  differenzieren  (vgl.  E.  2.6).  Dass  der  Beschwerdeführer  alle Münchner Brauereien sowohl  jetzt wie auch  in Zukunft abdeckt und  vertritt,  geht  jedoch aus der  ins Recht gelegten  "Zeichen­Satzung" nicht  hervor. 7.3.  Die  Antworten  der  demoskopischen  Umfrage,  umgerechnet  auf  100 % der 1188 gewichteten Netto­Interviews, sind demzufolge wie folgt  darzustellen: Netto­Interviews gewichtet 1188 100.0 % 21.00 Biertrinker 904 76.1 % 22.00 Kennen "OKTOBERFEST­BIER" 734 61.8 % 22.00 Kennen "OKTOBERFEST­BIER" nicht 442 37.2 % 23.00 Hinweis auf Unternehmen 200 16.8 % 23.00 Hinweis auf Unternehmen (korrigiert) 72 6.1 % 23.00 Hinweis auf gar kein Unternehmen 453 38.1 % 24.00 Hinweis auf bestimmte Stadt 308 34.1 % 25.10 Hinweis auf Beschwerdeführer 72 6.1 % 25.10 Hinweis auf Nichtmitglieder/weiss nicht 162 13.6 % 25.20 Hinweis auf München 281 31.1 % Wenn  entsprechend  den  Ausführungen  von  Erwägung  5.3  die  falschen  Antworten abgezogen werden,  verbleiben nur 6.1 % aller Befragten,  die  das Zeichen "OKTOBERFEST­BIER" einem oder mehreren Unternehmen 

B­5169/2011 im  weitesten  Umfeld  des  Beschwerdeführers  zuordnen.  Dieses  eindeutige  Resultat  ist  ­  auch  in  Anbetracht  des  relativ  grossen  Freihaltebedürfnisses ­ weit entfernt von einer Verkehrsdurchsetzung der  Marke  und  wird  von  den  38.1 %  aller  Befragten,  die  das  Zeichen  überhaupt  nicht  als  Marke  verstehen,  um  mehr  als  das  Sechsfache  übertroffen. Selbst wenn man die Antworten "München" auf Frage 25.20 (31.1 % aller  Befragten)  zu  den  Antworten,  die  das  Zeichen  dem  Umfeld  des  Beschwerdeführers zuordnen (6.1 % aller Befragten) im Sinne von E. 7.2  dieses  Urteils  hinzurechnete,  ergäbe  sich  ein  Total  von  37.2 %  zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers,  was  für  den  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung  nach  wie  vor  nicht  ausreichend  wäre.  Die  Beschwerde ist somit abzuweisen. 8.  8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  Beschwerdeführer  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 8.2.  Die  Gerichtsgebühr  ist  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien  festzulegen  (Art.  63  Abs.  4bis  VwVG,  Art.  2  Abs.  1  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein  Streitwert  zu  veranschlagen  (Art.  4  VGKE),  wobei  in  Anlehnung  an  die  höchstrichterliche  Praxis  auch  im  vorliegenden  Fall  ein  Streitwert  zwischen  Fr. 50'000.–  und  Fr. 100'000.–  angenommen  wird  (vgl.  BGE  133 III 492 E. 3.3 Turbinenfuss [3D] mit Hinweisen). 8.3.  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten  insgesamt  auf  Fr. 2'500.–  festzulegen  und  dem  Beschwerdeführer  zu  überbinden. 8.4. Eine Parteientschädigung  ist dem unterliegenden Beschwerdeführer  nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).

B­5169/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Eine Kopie der Replik des Beschwerdeführers vom 17. Januar 2012 geht  an die Vorinstanz. 2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet. 4.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. fgr/871652; Gerichtsurkunde, Beilage: gemäss  Ziff. 1) – das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David Aschmann Beat Lenel Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat  die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 

B­5169/2011 enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 17. Februar 2012

B-5169/2011 — Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 B-5169/2011 — Swissrulings