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Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 A-2401/2011

January 6, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,230 words·~21 min·4

Summary

Berufszulassungen | Verbot zur Führung von Luftfahrzeugen im schweizerischen Luftraum sowie zur Führung von schweizerischen immatrikulierten Luftfahrzeugen im Ausland

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­2401/2011 Urteil   v om   6 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Lorenz Kneubühler, Richterin Kathrin Dietrich,    Gerichtsschreiberin Christa Baumann. Parteien X._______,   vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Hohler,  Badenerstrasse 75, 8004 Zürich, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, 3003 Bern,    Vorinstanz Gegenstand Verbot zur Führung von Luftfahrzeugen im schweizerischen  Luftraum sowie zur Führung von schweizerischen  immatrikulierten Luftfahrzeugen im Ausland.

A­2401/2011 Sachverhalt: A.  X._______ (Jahrgang 1963) verlor am 11. September 2010 gegen 20.20  Uhr  im  Landeanflug  auf  den  Heliport  Raron  die  Herrschaft  über  den  Helikopter HB­ZSH, weshalb er in Niederengsteln (VS) notlanden musste.  Bei diesem Unfall zog er sich leichte Verletzungen zu. Überdies entstand  ein erheblicher Schaden am Luftfahrzeug. B.  Wegen  dieses  Vorfalles  leitete  das  Bundesamt  für  Zivilluftfahrt  (BAZL)  eine  Administrativmassnahmeuntersuchung  gegen  X._______  ein  und  entzog  ihm vorläufig seine schweizerischen Fluglizenzen (ICAO CPL [H]  37200/ICAO  und  PPL  [A]  37200/NAT).  Nachdem  das  BAZL  davon  Kenntnis  erhalten  hatte,  dass  X._______  ausserdem  im  Besitze  zweier  amerikanischer  Fluglizenzen  (CPL  [H]  und  PPL  [A])  ist,  ordnete  es  mit  Verfügung vom 12. April 2011, mitgeteilt am 13. April 2011, was folgt an: "1. X._______wird per sofort und bis auf Weiteres untersagt, im  schweizerischen  Luftraum  ein  Luftfahrzeug  sowie  generell  ein schweizerisch immatrikuliertes Luftfahrzeug zu führen. 2. Das  Bundesamt  für  Zivilluftfahrt  wird  die  amerikanischen  Behörden  über  den  Flugunfall  sowie  dessen  Folgen  informieren. 3. Widerhandlungen gegen Ziffer 1 dieser Verfügung können in  Anwendung  von  Art. 91  LFG  mit  einer  Busse  von  CHF 40'000.00 bestraft werden. 4. Einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  die  Ziffern  1  und  2  dieser Verfügung wird die aufschiebende Wirkung entzogen. (…)" C.  Dagegen reicht X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 26. April  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  mit  dem  Antrag,  Ziffer  2  der  angefochtenen  Verfügung  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  zu  Lasten  des  BAZL  (nachfolgend:  Vorinstanz)  aufzuheben.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  verlangt  er  zudem  die  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. D.  In seiner Vernehmlassung vom 6. Mai 2011 schliesst die Vorinstanz auf  kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

A­2401/2011 E.  Mit  Zwischenverfügung  vom  16. Mai  2011  weist  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung im Sinne der Erwägungen ab.  F.  Mit Schreiben vom 30. Mai 2011  teilt die Vorinstanz der amerikanischen  Federal  Aviation  Administration  (FAA)  daraufhin  mit,  der  Beschwerdeführer  habe  am  11. September  2010  einen  Flugunfall  verursacht, weshalb eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden sei.  Die  vorläufigen  Ergebnisse  derselben  hätten  die  Vorinstanz  dazu  veranlasst,  dem  Beschwerdeführer  bis  auf  Weiteres  zu  untersagen,  im  schweizerischen Luftraum ein Luftfahrzeug zu lenken und in der Schweiz  immatrikulierte Luftfahrzeuge zu führen. G.  In  den  Schlussbemerkungen  vom  30. Juni  2011  modifiziert  der  Beschwerdeführer  sein  Rechtsbegehren  dahingehend,  als  er  nur  mehr  beantragt,  Ziffer  2  der  angefochtenen  Verfügung  insoweit  kostenfällig  aufzuheben oder zu präzisieren, als der Vorinstanz zu untersagen sei, die  FAA  in  einem  über  das  Schreiben  vom  30. Mai  2011  hinausgehenden  Ausmass über seinen Flugunfall zu informieren. H.  In  ihren  Schussbemerkungen  vom  8. August  2011  hält  die  Vorinstanz  unter Erneuerung ihrer Argumentation an den gestellten Anträgen fest. I.  Auf  die  weiteren  Ausführungen  in  den  Rechtsschriften  wird  –  soweit  erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom 17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32)  nichts  anders  vorsieht  (Art. 37  VGG).  Gemäss  Art. 32  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art. 5  VwVG.  Als  Vorinstanz  gelten  die  in  Art. 33  VGG  genannten 

A­2401/2011 Behörden,  zu  denen  das  BAZL  zählt.  Zu  den  zulässigen  Anfechtungsobjekten gehören namentlich von der Vorinstanz im Rahmen  eines  Administrativmassnahmeverfahrens  getroffene  Anordnungen  (vgl.  Art. 32  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  folglich  für  die  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  1.2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  im  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat  (Bst.  a),  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Bst.  c).  Der  Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist  als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  von  dieser  unmittelbar  betroffen  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interessen  an  deren  Aufhebung,  weshalb  er  zur  Beschwerdeführung berechtigt ist. 1.3. Auf die im Übrigen frist­ und formgerecht (Art. 50 und Art. 52 VwVG)  eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten. 2. In  prozessualer  Hinsicht  stellt  sich  zunächst  die  Frage  nach  dem  Streitgegenstand. 2.1. Mit der Einreichung der Beschwerde wird die Angelegenheit bei der  Beschwerdeinstanz  rechtshängig,  womit  die  Vorinstanz  die  Befugnis  verliert,  darüber  zu  entscheiden  (AUGUST  MÄCHLER,  in:  Auer/Müller/  Schindler  [Hrsg.],  VwVG  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/St. Gallen  2008  [nachfolgend  zitiert  als:  Verwaltungsverfahren],  Art. 58  N. 1).  Dieser  sog.  Devolutiveffekt  wird  einzig  durch  Art. 58  VwVG  durchbrochen.  Laut  dieser  Bestimmung  hat  die Vorinstanz die Möglichkeit,  die angefochtene Verfügung bis  zu  ihrer  Vernehmlassung in Wiedererwägung zu ziehen und diese aufgrund neuer  Tatsachen  oder  besserer  Erkenntnis  im  Sinne  des  Beschwerdeführers  abzuändern. Sie kann sich jedoch im Rahmen der Wiedererwägung auch  darauf beschränken,  ihre ursprüngliche Verfügung  lediglich zu erläutern,  um  allfällige  Unsicherheit  über  deren  Tragweite  zu  beseitigen  (STEFAN  VOGEL,  Verwaltungsverfahren,  Art. 69  N. 3).  Wird  eine  Verfügung  während des Beschwerdeverfahrens in Wiedererwägung gezogen, so tritt  die  neue  Verfügung  anstelle  der  ursprünglichen,  weshalb  das  Beschwerdeverfahren insoweit als gegenstandslos abzuschreiben ist, als  die  Vorinstanz  den  Anträgen  des  Beschwerdeführers  in  der  neuen 

A­2401/2011 Verfügung  entsprochen  hat  (Art. 58  Abs. 3  VwVG;  ANDREA PFLEIDERER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009  [nachfolgend zitiert als: Praxiskommentar], Art. 58 N. 48, N. 52). 2.2. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Dispositivziffer angeordnet,  die amerikanischen Behörden über den Flugunfall  sowie dessen Folgen  zu informieren. Diese Entscheidformel wird in den Erwägungen weder in  Bezug  auf  den  Adressatenkreis  noch  den  Umfang  der  Mitteilung  konkretisiert.  Vor  diesem  Hintergrund  hat  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  am  13. April  2011  auf  entsprechende  Nachfrage  hin  telefonisch  mitgeteilt,  zu  beabsichtigen,  die  FAA  in  einer  in  Englisch  abzufassenden  Mitteilung  über  die  wesentlichen  Umstände  des  Flugunfalls vom 11. September 2010 sowie die zentrale Begründung des  Flugverbots  zu  informieren.  Erwähnt  werde  insbesondere  das  abgelaufene  Type  Rating,  das  ungültige  medizinische  Tauglichkeitszeugnis  (sog.  medical  certificate)  des  Beschwerdeführers  sowie  dessen  derzeitige  Einschätzung  als  "medical  unfit".  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  6. Mai  2011  hat  die  Vorinstanz  diese  Angaben  bestätigt  und  ausdrücklich  festgehalten,  nicht  (mehr)  die  Absicht  zu  haben,  die  FAA  über  die  vom  Beschwerdeführer  vor  dem  Unfall  eingenommenen Medikamente  und Drogen  in  Kenntnis  zu  setzen  (S. 8  f.). In diesem Sinne hat die Vorinstanz ihre ursprüngliche Erkenntnis zum  einen  erläutert,  zum  anderen  insoweit  eingeschränkt,  als  sie  nunmehr  darauf  verzichtet,  die  FAA  über  den  (angeblichen)  Medikamenten­  und  Drogenkonsum  des  Beschwerdeführers  zu  informieren.  Allerdings  ist  fraglich, ob diese Äusserungen als neue Verfügung im Sinne von Art. 58  VwVG zu qualifizieren sind.  2.3. Die  rechtliche Qualifikation  eines Aktes  als  Verfügung  hängt  einzig  davon  ab,  ob  dieser  die  inhaltlichen Strukturelemente  von Art. 5 Abs.  1  VwVG  aufweist,  es  sich  hierbei  mithin  um  eine  an  den  Verfügungsadressaten  gerichtete,  behördliche  Anordnung  handelt,  die  auf  Rechtswirkung  ausgerichtet  ist  und  in  Anwendung  des  Bundesverwaltungsrechtes  ergeht  (MARKUS  MÜLLER,  Verwaltungsverfahren, Art. 5 N. 6 f.). Sind diese Voraussetzungen erfüllt,  so  liegt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art. 58  VwVG  vor,  es  sei  denn,  diese  entfalte  als  nichtige Verfügung  keinerlei Rechtswirkung. Nach  der  von  Lehre  und  der  Rechtsprechung  als  massgebend  erachteten  Evidenztheorie  erweist  sich  eine  Verfügung  als  nichtig,  wenn  der  ihr  anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest 

A­2401/2011 leicht  erkennbar  ist  und  die  Rechtssicherheit  durch  die  Annahme  der  Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird (BGE 129 I 362 E. 2.1, BGE 117  Ia  222  E. 8;  MÜLLER,  Verwaltungsverfahren,  Art. 5  N. 10,  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 956 ff.).  .   2.4.  Gemäss  Art. 34  Abs.  1  VwVG  ist  die  Vorinstanz  gehalten,  ihre  Verfügung  schriftlich  zu  eröffnen.  Gibt  sie  eine  Verfügung  telefonisch  bekannt,  so  leidet  diese  an  einem  schweren  Mangel,  der  für  den  Adressaten  offensichtlich  ist  und  durch  dessen  Nichtigkeit  die  Rechtssicherheit  nicht  gefährdet  wird  (MÜLLER,  Verwaltungsverfahren,  Art. 5  N. 9  mit  weiteren  Hinweisen).  Die  Äusserungen  der  Vorinstanz  anlässlich des Telefonates vom 13. April 2011 erweisen sich demnach als  nichtig.  In  Bezug  auf  deren  gleichlautende  Aussagen  in  der  Vernehmlassung  verhält  es  sich  insofern  anders,  als  diesen  bereits  die  Strukturelemente  einer  Verfügung  fehlen,  da  sie  nicht  an  den  Beschwerdeführer,  sondern  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichtet  waren.  Die  Vorinstanz  hat  es  folglich  unterlassen,  ihre  Äusserungen  in  Verfügungsform  zu  kleiden,  womit  sie  während  des  Beschwerdeverfahrens keine neue Verfügung im Sinne von Art. 58 VwVG  erlassen  hat.  Das  Beschwerdeverfahren  bezieht  sich  folglich  grundsätzlich auf die vorinstanzliche Verfügung vom 12. April  2011  (vgl.  aber nachfolgende E. 3). 3.  Bei diesem Ergebnis eröffnet sich zum einen die Frage, ob die Vorinstanz  die angefochtene Anordnung ausreichend begründet hat, zum anderen ist  zu prüfen, wie  sich die  vorinstanzliche Zusicherung,  die FAA nicht  über  den  (angeblichen)  Drogen­  und  Medikamentenkonsum  des  Beschwerdeführers  zu  informieren,  in  Bezug  auf  das  Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers auswirkt.   3.1. Das Bundesgericht  leitet die Pflicht der Behörden, Verfügungen und  Entscheide zu begründen, aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der  Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ab  (BGE  132  I  197  E. 3,  BGE  131  I  30  E. 3).  Für  das  nichtstreitige  Verwaltungsverfahren  wird  diese  Verpflichtung  in  Art. 35  VwVG  wiederholt,  ohne  über  die  verfassungsmässige  Anforderungen  hinauszugehen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbuch  für  die  Anwaltspraxis,  Band  X,  Basel  2008,  Rz. 3.104  ff.).  Laut  den  von 

A­2401/2011 Rechtsprechung  und  Lehre  dazu  entwickelten  Grundsätzen  muss  die  Begründung  eines  Entscheides  so  abgefasst  sein,  dass  der  Betroffene  diesen  sachgerecht  anzufechten  vermag. Dies  ist  nur möglich, wenn  er  sich  über  die  Tragweite  des Entscheides  ein Bild machen  kann. Hierzu  muss  die  entscheidende  Behörde  zumindest  kurz  die  Überlegungen  nennen,  von denen  sie  sich  leiten  liess und auf  die  sie  ihren Entscheid  stützt.  Demgegenüber  ist  es  nicht  erforderlich,  dass  sie  sich  mit  jeder  tatsächlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  des  Rechtssuchenden  auseinandersetzt,  solange  sie  auf  die  rechtserheblichen Argumente des Beschwerdeführers eingeht (BGE 134 I  88  E. 4;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.106,  FELIX  UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, Praxiskommentar, Art. 35 N. 17 ff., je mit  weiteren Hinweisen).   3.2. Die Vorinstanz hat die angefochtene Anordnung (zitiert  in E. 2.2.)  in  den Erwägungen einzig insofern konkretisiert, als sie darin die rechtliche  Grundlage nennt, auf welche sie diese abstützt. Allein diese  Information  ermöglicht  es  dem  Beschwerdeführer  indes  nicht,  die  Tragweite  der  fraglichen  Anordnung  abzuschätzen,  ist  doch  daraus  weder  ersichtlich,  wen die Vorinstanz informieren möchte, noch welche Informationen sie in  welcher Form weiterzugeben beabsichtigt. Die angefochtene Anordnung  wurde demnach unzureichend begründet. 3.3.  Ein  solcher  Mangel  führt  nach  der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichtes  jedoch  nicht  immer  zur  Aufhebung  der  angefochtenen Verfügung und deren Rückweisung an die Vorinstanz zur  Neuentscheidung.  Vielmehr  kann  eine  Gehörsverletzung  dank  der  umfassenden  Kognition  des  Bundesverwaltungsgerichts  (Art. 49  VwVG)  geheilt werden, wenn die Verfahrensverletzung nicht allzu schwer wiegt,  die  unterbliebene  Handlung  im  Beschwerdeverfahren  nachgeholt  und  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  geboten  wird  (BVGE  2007/30 E. 8.2,  BVGE  2009/61 E. 4.1.3.,  BVGE  2009/36 E. 7.3;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.112).  Demzufolge  kann  die  sich aus einer unzureichenden Begründung ergebende Gehörsverletzung  geheilt werden, wenn die Vorinstanz spätestens im Beschwerdeverfahren  ihre  Entscheidgründe  darlegt  und  das  Bundesverwaltungsgericht  der  betroffenen  Partei  die  Möglichkeit  bietet,  sich  dazu  zu  äussern.  Dies  freilich  nur,  wenn  das  Bundesverwaltungsgericht  seine  Kognition  nicht  aufgrund  der  besonderen  Fachkenntnisse  der  Vorinstanz  einschränkt  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.112 und Rz. 114). 

A­2401/2011 3.4. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer  Inhalt und Tragweite der  angefochtenen Anordnung zunächst telefonisch, anschliessend in der  im  Rahmen  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  abgegebenen  Vernehmlassung  erläutert.  In  diesen  Stellungnahmen  hat  sie  die  ihrem  Entscheid  zugrunde  liegenden  Überlegungen  dargelegt  und  sich  ausserdem  mit  der  Argumentation  des  Beschwerdeführers  auseinandergesetzt.  Dieser  hatte  im  Beschwerdeverfahren  sowohl  in  seiner  Beschwerdeschrift  als  auch  in  seinen  Schlussbemerkungen  Gelegenheit,  sich  zur  nachgelieferten Begründung  zu äussern. Dadurch  wurde  der  Mangel  der  Gehörsverletzung  geheilt,  zumal  das  Bundesverwaltungsgericht  die  vorliegende  Angelegenheit  mit  umfassender Kognition überprüft. Auf eine Aufhebung der angefochtenen  Verfügung  und  deren  Rückweisung  zur  Neuentscheidung  kann  daher  verzichtet werden. 3.5.  Die  Vorinstanz  hat  dem  Beschwerdeführer  sowohl  anlässlich  des  Telefonates  vom  13. April  2011  als  auch  in  ihrer  Vernehmlassung  zugesichert,  ihre  Verfügung  vom  12. April  2011  insoweit  nicht  zu  vollstrecken,  als  sie  vorsieht,  die  FAA  über  den  (angeblichen)  Drogen­  und  Medikamentenkonsum  des  Beschwerdeführers  in  Kenntnis  zu  setzen.  Gemäss  Art. 39  VwVG  kann  eine  Behörde  ihre  Verfügung  vollstrecken, wenn sie nicht mehr durch Rechtsmittel angefochten werden  kann  (Bst.  a),  die Verfügung  zwar  noch  angefochten werden  kann,  das  zulässige  Rechtsmittel  aber  keine  aufschiebende  Wirkung  hat  (Bst.  b)  oder  die  einem  Rechtsmittel  zukommende  aufschiebende  Wirkung  entzogen worden ist (Bst. c). Der Wortlaut dieser Bestimmung könnte zur  Annahme  verleiten,  die  Entscheidung  über  die  Vollstreckung  liege  im  Ermessen der zuständigen Behörde. Dies trifft  jedoch nicht zu. Vielmehr  ist  die  zuständige  Behörde  aus  Gründen  der  Rechtssicherheit  und  der  Rechtsgleichheit  gehalten,  rechtskräftige  Verfügungen  zu  vollstrecken.  Anders verhält es sich nur, wenn es sich um eine Verfügung handelt, die  auf Begehren  des Verfügungsadressates  erlassen wurde, weil  dieser  in  diesem Fall  berechtigt,  nicht  jedoch  verpflichtet  ist,  von  dem  ihm  in  der  Verfügung  eingeräumten  Recht  Gebrauch  zu  machen  (TOBIAS  JAAG,  Praxiskommentar,  Art. 39  N. 5,  THOMAS  GÄCHTER/PHILIPP  EGLI,  Verwaltungsverfahren,  Art. 39  N. 20).  Werden  diese  Überlegungen  auf  den  vorliegenden  Fall  übertragen,  so  zeigt  sich,  dass  die  Vorinstanz  grundsätzlich nicht berechtigt ist, ohne rechtsgenügliche Wiedererwägung  auf  die Vollstreckung der  von Amtes wegen erlassenen Verfügung  vom  12. April  2011  zu  verzichten.  Ihre  anderslautende  Zusicherung  erweist  sich  demnach  als  widerrechtlich,  womit  sie  unter  Vorbehalt  des 

A­2401/2011 Vertrauensschutzes nicht  geeignet  ist,  die Tragweite der angefochtenen  Anordnung zu beeinflussen. Der Beschwerdeführer hat  folglich nach wie  vor ein aktuelles und praktisches Interesse an der Klärung der Frage, ob  die  Vorinstanz  die  FAA  über  seinen  (angeblichen)  Drogen­  und  Medikamentenkonsum  informieren  darf.  Das  Beschwerdeverfahren  ist  damit insoweit nicht als gegenstandslos abzuschreiben. 3.6. Zu prüfen bleibt, ob das Schreiben der Vorinstanz vom 30. Mai 2011  zur teilweisen Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens führt. Im  besagten  Schreiben  hat  die  Vorinstanz  die  FAA  darüber  in  Kenntnis  gesetzt,  dass  sie  gegen den Beschwerdeführer wegen des Flugunfalles  vom  11. September  2010  eine  Untersuchung  eingeleitet  und  ihm  aufgrund derer  vorläufigen Ergebnisse bis auf Weiteres untersagt habe,  im  schweizerischen  Luftraum  ein  Luftfahrzeug  zu  lenken  sowie  in  der  Schweiz  immatrikulierte  Luftfahrzeuge  zu  führen.  Diese Mitteilung  kann  auch bei Gutheissung der Beschwerde nicht rückgängig gemacht werden,  so  dass  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  die  Situation  des  Beschwerdeführers  in  dieser  Beziehung  nicht  mehr  zu  verbessern  vermag. Der Beschwerdeführer hat daher kein aktuelles und praktisches  Interesse mehr an der Überprüfung der entsprechenden vorinstanzlichen  Anordnung.  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  darf  eine  solche  dennoch  erfolgen,  wenn  sich  die  aufgeworfene  Frage  jederzeit  unter  gleichen  oder  ähnlichen  Bedingungen  wieder  stellen  kann,  ohne  dass  im  Einzelfall  rechtzeitig  eine  gerichtliche  Prüfung  stattfinden  kann  und  an  der  Beantwortung  der  Frage  wegen  der  grundsätzlichen  Bedeutung ein  hinreichendes öffentliches  Interesse besteht  (BGE 131  II  670  E. 1.2;  ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren,  Art. 48  N. 22,  VERA  MARTANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  Praxiskommentar,  Art. 48  N. 15  f.).  Ob diese Voraussetzungen  im  vorliegenden Fall  erfüllt  sind,  ist  fraglich.  Diese  Frage  kann  jedoch  offengelassen  werden,  weil  der  Beschwerdeführer  seine  Beschwerde  insoweit  ohnehin  zurückgezogen  hat.  Nachfolgend  ist  demnach  nur  mehr  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  berechtigt  ist,  die  FAA  in  einem  über  das Schreiben  vom  30. Mai  2011  hinausgehenden  Ausmass  über  den  Flugunfall  des  Beschwerdeführers  vom  11. September  2010  zu  informieren.  Im  Übrigen  ist  das  Beschwerdeverfahren  infolge  Wegfalls  des  Rechtsschutzinteresses  als  gegenstandslos  bzw.  infolge  Rückzugs  der  Beschwerde  als  erledigt  abzuschreiben. 4.

A­2401/2011 4.1.  Der  Beschwerdeführer  begründet  die  begehrte  Aufhebung  der  angefochtenen Anordnung  in erster Linie mit der  fehlenden gesetzlichen  Grundlage.  Freilich  stütze  die  Vorinstanz  die  verfügte  Bekanntgabe  auf  Art. 6  Abs.  2  Bst.  d  und  Art. 19  Abs.  1bis  des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1992  über  den  Datenschutz  (DSG,  SR  235.1).  Diese  beiden  Bestimmungen  würden  aber  keine  gesetzliche  Grundlage  für  die  Information  der  amerikanischen  Behörden  bieten,  da  sie  die  Datenbearbeitung nur in den Grundzügen regeln würden, ohne die hierfür  erforderliche  gesetzliche  Grundlage  bereitzustellen.  Dieser  Argumentation hält die Vorinstanz entgegen, die angefochtene Verfügung  basiere auf Art. 6 Abs. 1 DSG und dem gleichlautenden Art. 107 Abs. 5  LFG. Diese Regelungen erlaubten es der Vorinstanz, die FAA über den  Flugunfall  und  dessen  Folgen  zu  informieren.  Dasselbe  lasse  sich  aus  Art. 19  Abs.  1bis  DSG  ableiten  für  den  Fall,  dass  die  weitergegebenen  Informationen  einem  grösseren  Personenkreis  zugänglich  gemacht  würden. Im Übrigen sei die Schweiz als dem Joint Aviation Requirement  (JAR)  angeschlossener  Staat  verpflichtet,  die  lizenzausstellenden  Behörden anderer JAR­Staaten darüber  in Kenntnis zu setzen, dass ein  Träger einer von ihnen ausgestellten Fluglizenz die Voraussetzungen von  JAR­FCL nicht mehr erfüllen würde. Die Vereinigten Staaten von Amerika  seien  zwar  nicht  am  JAR­System  beteiligt,  doch  sei  die  Vorinstanz  gleichwohl  an  diese  gesetzliche  Meldepflicht  gebunden,  stelle  der  Beschwerdeführer  doch  eine  erhebliche  Gefahr  für  den  europäischen  Flugraum  dar.  Eine  andere  Sichtweise  würde  dazu  führen,  dass  höchstwertige  Rechtsgüter  im  europäischen  Raum  je  nach  lizenzrechtlicher  Zuständigkeit  ein  anderes  Schutzniveau  geniessen  würden. 4.2. Art. 13 Abs.  2 BV gewährleistet  das Grundrecht  auf  informationelle  Selbstbestimmung.  Danach  ist  nicht  nur  der  Missbrauch  von  Personendaten,  sondern  jede  Form  der  staatlichen  Bearbeitung  persönlicher  Informationen  geschützt,  die  ohne  Einwilligung  der  betroffenen Person erfolgt  (vgl. zur  in der Lehre diesbezüglich geführten  Diskussion:  RAINER  J.  SCHWEIZER,  in:  Ehrenzeller  et  al.  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfassung,  Kommentar,  2. Aufl.,  Zürich  2008,  Rz. 39  zu  Art. 13,  EVA  MARIA  BELSER,  in:  Belser/Epiney/Waldmann  [Hrsg.],  Datenschutzrecht,  Bern  2011  [nachfolgend  zitiert  als:  Datenschutzrecht],  §  6  N. 60  f.,  86,  126,  JÖRG  PAUL  MÜLLER/MARKUS  SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz:  im  Rahmen  der  Bundesverfassung, der EMRK und der UNO­ Pakte, 4. Aufl., Bern 2008, 

A­2401/2011 S.167).  Um  rechtmässig  zu  sein,  bedarf  eine  solche  Datenbearbeitung  gemäss Art. 36 Abs. 1 BV einer gesetzlichen Grundlage.  4.3. Eine solche Grundlage leitet die Vorinstanz unter anderem aus dem  internationalen Recht, mithin den  von der Schweiz  ratifizierten  JAR, ab.  Dabei handelt es sich um Vorgaben für den Flugverkehr, welche die Joint  Aviation  Authorities  (JAA)  ausgearbeitet  haben.  Die  JAA  waren  ein  Zusammenschluss  der  zivilen  Luftfahrtbehörden  von  34  europäischen  Staaten  und  technischen  Gremien  innerhalb  der  Europäischen  Zivilluftfahrt  (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite  >  Joint  Aviation Authorities, besucht am 21. Dezember 2011). Am 30. Juni 2009  wurden  sie  aufgelöst.  Für  die  Bereiche  der  Ausbildung  (FCL),  Flugsimulation  (STD)  und  Helikopter­Operation  (OPS)  gelten  in  der  Schweiz  vorderhand  indes  weiterhin  die  in  diesen  Bereichen  ausgearbeiteten  JAR,  die  mittels  drei  Verordnungen  (VJAR­FCL,  SR  748.222.2;  VJAR­STD,  SR 748.222.4;  VJAR­OPS  3,  SR 748.127.9)  ins  Schweizer  Recht  überführt  worden  sind  (REGULA  DETTLING­OTT,  in:  Hobe/von  Ruckteschell  [Hrsg.],  Kölner  Kompendium,  Luftrecht,  Band  2,  Luftverkehr,  Köln  2009,  Teil  I  A N. 588).  Soweit  darin  eine Meldepflicht  verankert  ist,  welche  die  Schweiz  verpflichtet,  lizenzausstellende  Flugbehörden darüber in Kenntnis zu setzen, dass ein Fluglizenzinhaber  die  Voraussetzungen  von  JAR­FCL  möglicherweise  nicht  mehr  erfüllt,  besteht eine entsprechende Verpflichtung jedenfalls nicht gegenüber den  Vereinigten Staaten von Amerika, da diese dem JAA nicht angeschlossen  waren. Die entsprechenden Verordnungen bieten somit keine gesetzliche  Grundlage für eine Information der FAA. 4.4.  In  Bezug  auf  das  Datenschutzgesetz  ist  festzuhalten,  dass  dieses  grundsätzlich  zur  Anwendung  gelangt,  wenn  Bundesorgane,  wie  die  Vorinstanz, Daten von natürlichen oder juristischen Personen bearbeiten  (Art. 2  Abs.  1  Bst.  b  DSG).  Es  bietet  indes  im  Allgemeinen  keine  gesetzliche Grundlage für die Datenbearbeitung als solche. Hierfür ist im  Regelfall eine bereichsspezifische Gesetzesbestimmung erforderlich, die  eine  angemessene  Bestimmtheit  aufweist  und  den  Zweck  der  Datenbearbeitung,  die  beteiligten  Organe  und  das  Ausmass  der  Datenbearbeitung in den Grundzügen regelt (DAVID ROSTENTHAL/YVONNE  JÖHRI, Handkommentar zum Datenschutzgesetz, Zürich/Basel/Genf 2008,  Art. 17 N. 4, EVA MARIA BELSER/HUSSEIN NOUREDDINE, Datenschutzrecht,  § 7  N. 77).  Im  Bereich  der  Luftfahrt  hat  der  Gesetzgeber  diesen  Anforderungen  mit  der  Schaffung  des  am  1. Januar  2000  in  Kraft  getretenen  (AS 1999  3071)  und  am  1. April  2011  revidierten  Art. 107a  http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

A­2401/2011 LFG Rechnung getragen (BBl 1998 2468 und 2631, BBl 2009 4943). Als  Gesetz  im  formellen  Sinne  bietet  diese  Regelung  eine  ausreichende  gesetzliche  Grundlage,  um  selbst  schwerwiegende  Eingriffe  in  das  Grundrecht  der  informationellen  Selbstbestimmung  zu  rechtfertigen. Die  Rüge  des  Beschwerdeführers,  die  Anordnung  der  Vorinstanz  vermöge  sich  nicht  auf  eine  ausreichende  gesetzliche  Grundlage  zu  stützen,  erweist sich demnach als unbegründet.  5.  5.1. Die  Vorinstanz  hat  die  angefochtene  Verfügung  am  12. April  2011  erlassen.  Zum  damaligen  Zeitpunkt  war  die  revidierte  Fassung  von  Art. 107a  LFG  bereits  in  Kraft  getreten,  jedoch  nicht  als  im  September  2010  aufgrund  des  interessierenden  Flugunfalles  eine  Administrativuntersuchung  gegen  den  Beschwerdeführer  eingeleitet  wurde. Welches Recht unter diesen Umständen zur Anwendung gelangt,  ist mangels einer luftfahrtrechtlichen Übergangsbestimmung aufgrund der  allgemeinen  intertemporalen Grundsätze zu entscheiden. Danach  ist bei  einer  materiellen  Rechtsänderung,  wie  der  vorliegenden,  grundsätzlich  das Recht anwendbar, das im Zeitpunkt der Fällung des erstinstanzlichen  Entscheides  in  Kraft  steht  (BGE 127  II  315  E. 7c;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  N. 327  f.).  Für  den  vorliegenden  Fall  bedeutet  dies,  dass  die  Zulässigkeit  des  angefochtenen  Datentransfers  aufgrund der heute geltenden Fassung von Art. 107a LFG zu beurteilen  ist.  5.2.  Diese  ist  im  Vergleich  zur  ursprünglichen  Fassung  insofern  detaillierter,  als  sie  den  Zweck  der  Datenverarbeitung,  die  beteiligten  Organe  sowie  das  Ausmass  der  zulässigen  Datenverarbeitung  in  den  Grundzügen  regelt.  Darin  widerspiegelt  sich  die  Intention  des  Gesetzgebers,  mit  Art. 107a  LFG  eine  ausreichende  gesetzliche  Grundlage für die Datenbearbeitung zu schaffen. Diese Bestimmung trägt  den  Prinzipien,  Grundsätzen  und  Ansprüchen  des  Datenschutzes  allerdings nicht derart Rechnung, dass den entsprechenden Regelungen  des Datenschutzgesetzes daneben keine eigenständige Bedeutung mehr  zukommt (BBl 2009 4969, für das alte Recht: BBl 1998 2468 und 2631).  Art. 107a  LFG  regelt  die  Bearbeitung  von  Personendaten  somit  nicht  abschliessend.  Ob  eine  Bekanntgabe  von  Personendaten  im  Luftfahrtrecht zulässig ist, gilt es folglich nicht nur aufgrund von Art. 107a  LFG,  sondern  unter  Beizug  der  im  Datenschutzgesetz  verankerten  allgemeinen Grundsätze und massgeblichen Bestimmungen zu beurteilen 

A­2401/2011 (vgl. zum allgemeinen Vorgehen: BELSER/NOURREDINE, Datenschutzrecht,  § 8  N. 96  ff.,  ASTRID  EPINEY/TOBIAS  FASNACHT,  Datenschutzrecht,  § 10  N. 5; BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, Datenschutzrecht, § 12 N. 7 ff.).   5.3. Das Datenschutzgesetz bezweckt den Schutz der Persönlichkeit und  der Grundrechte der Personen, über die Daten bearbeitet werden (Art. 1  DSG).  Unter  den  Begriff  des  Bearbeitens  fällt  unter  anderem  die  Bekanntgabe von Personendaten (Art. 3 Bst. f DSG), wozu nicht nur die  Weitergabe,  sondern  auch  das  Zugänglichmachen  von  Personendaten  zählt  (BGE  127  III  482  E. 3;  URS  BELSER,  in:  Maurer­Lamborou/Vogt  [Hrsg.],  Basler  Kommentar,  Datenschutzgesetz,  2.  Aufl.,  Basel  2006,  Art. 3  N. 30).  Für  den  grenzüberschreitenden  Datenverkehr  sehen  Art. 107a  Abs.  5  LFG  und  der  kumulativ  anzuwendende  Art. 6  DSG  besondere  Rechtmässigkeitsvoraussetzungen  vor  (EPINEY/FASNACHT,  Datenschutzrecht,  § 10  N. 8;  URS  MAURER­LAMBORU/ANDREA  STEINER,  BSK­DSG, Art. 6 N. 4). Sind diese erfüllt,  so bedeutet dies  freilich nicht,  dass  die  Bekanntgabe  von  Personendaten  zulässig  ist,  handelt  es  sich  hierbei doch im Übrigen um eine Datenbearbeitung wie jede andere, die  als  solche  die  allgemeinen  Grundsätze  der  Datenbearbeitung  zu  respektieren hat (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­6242/2010 vom  11. Juli 2011 E. 10.3; ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., § 10 N. 4). Dazu gehören  der Grundsatz  der Rechtmässigkeit  der Datenbearbeitung  (Art. 4 Abs. 1  DSG),  der  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  (Art. 4  Abs.  2  DSG),  das  Verhältnismässigkeitsprinzip  (Art. 4 Abs. 2 DSG), die Zweckbindung der  Bearbeitung von Personendaten (Art. 4 Abs. 3 DSG) sowie die Richtigkeit  von  Personendaten  (Art. 5  DSG).  Verstösst  ein  grenzüberschreitender  Datentransfer  gegen  einen  dieser  Grundsätze,  erweist  er  sich  als  widerrechtlich. Im Sinne dieser Ausführungen ist anschliessend zunächst  zu prüfen, ob die in Frage stehende Information der FAA den besonderen  Voraussetzungen  von Art. 107a Abs. 5  LFG  und Art. 6 DSG genügt.  Ist  dies zu bejahen, so wird  in einem weiteren Schritt  zu untersuchen sein,  wie es sich bezüglich der allgemeinen Grundsätze der Datenverarbeitung  verhält. 6.  6.1.  Gemäss  Art. 107a  Abs.  5  LFG  sind  die  Vorinstanz,  die  Beschwerdebehörden  sowie  die  im  Übrigen  mit  Aufgaben  nach  dem  Luftfahrtgesetz  betrauten  Behörden  und  privaten  Organisationen  berechtigt,  zum  Vollzug  ihrer  gesetzlichen  Aufgaben  den  mit  entsprechenden  Aufgaben  betrauten  in­  und  ausländischen  Behörden 

A­2401/2011 sowie  internationalen  Organisationen  Personendaten,  einschliesslich  besonders  schützenswerter  Daten  und  Persönlichkeitsprofilen,  bekannt  zu  geben,  wenn  diese  Behörden  und  Organisationen  einen  angemessenen  Schutz  der  übermittelten  Daten  gewährleisten.  Diese  Regelung  stimmt  in  Bezug  auf  das  für  einen  grenzüberschreitenden  Datenverkehr erforderliche Schutzniveau mit Art. 6 Abs. 1 DSG überein.  Nach  den  dazu  von  Lehre  und  Rechtsprechung  entwickelten  Grundsätzen bietet ein ausländisches Staat einen angemessenen Schutz  für  die  Datenbearbeitung,  wenn  dessen  Gesetzgebung  den  Anforderungen  der  Datenschutzkonvention  des  Europarates  entspricht  und  die  bestehenden  gesetzlichen  Normen  in  der  Praxis  umgesetzt  werden  (EPINEY/FASNACHT,  Datenschutzgesetz,  § 10  N. 11,  ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 6 N. 29, je mit weiteren Hinweisen). Davon  kann  im  Sinne  einer  widerlegbaren  Vermutung  ausgegangen  werden,  wenn  ein  Staat  auf  der  vom  Eidgenössischen  Datenschutz­  und  Öffentlichkeitsbeauftragten  (EDÖB)  ausgearbeiteten  Länderliste  figuriert  (EPINEY/FASNACHT,  Datenschutzgesetz,  § 10  N. 11,  ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O., Art. 6 N. 30). Die Vereinigten Staaten von Amerika sind als solche  auf  der  fraglichen  Liste  nicht  verzeichnet.  Indes  bieten  dort  ansässige  Datenbearbeiter  nach  Auffassung  des  EDÖB  einen  ausreichenden  Schutz  für  die  Bearbeitung  von  Personendaten,  wenn  sie  dem  für  den  Transfer  von  Personendaten  ausgearbeiteten  Safe  Harbor  beigetreten  und  auf  der  Liste  des  U.S.  Departement  of  Commerce  aufgeführt  sind  (http://www.edoeb.  admin.ch/  >  Themen  >  Datenschutz  >  Übermittlung  von Daten  ins Ausland >  Länderliste,  besucht  am 21. Dezember  2011).  Die FAA erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Sie bietet demnach keinen  ausreichenden Schutz für einen Datentransfer. 6.2. Unter  diesen Umständen  ist  eine Bekanntgabe  von Personendaten  an  sie  nur  zulässig, wenn eine  der  abschliessend  in Art. 6 Abs.  2 DSG  angeführten  Ausnahmen  vorliegt,  so  namentlich wenn  die  Bekanntgabe  für die Wahrung eines überwiegenden öffentlichen Interesses erforderlich  ist  (Bst.  d;  ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O.,  Art. 6  N. 36;  EPINEY/FASNACHT,  Datenschutzgesetz,  § 10  N. 15).  Gemeint  sind  damit  die  öffentlichen  Interessen  der  Schweiz.  Dabei  handelt  es  sich  regelmässig  um  rein  schweizerische  Interessen.  Es  können  aber  auch  Interessen  eines  anderen  Staates  genügen,  wenn  deren  Wahrung  aus  der  Sicht  der  Schweiz erstrebenswert  ist, wie etwa  im Falle der Aufrechterhaltung der  öffentlichen  Sicherheit  (ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O.,  Art. 6  N. 60;  EPINEY/FASNACHT,  Datenschutzrecht,  §  10  N. 23).  Ob  ein  öffentliches 

A­2401/2011 Interesse  überwiegt,  ist  jeweils  unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände des Einzelfalles zu prüfen.  6.3. Die  Vorinstanz  beabsichtigt,  der  mit  ähnlichen  Aufgaben  betrauten  FAA  (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite > Federal Aviation  Administration,  besucht  am  21. Dezember  2011)  verschiedene  Informationen  zukommen  zu  lassen,  welche  sich  auf  die  Person  des  Beschwerdeführers  beziehen.  Dieser  Datentransfer  soll  die  FAA  veranlassen,  gegen  den  Beschwerdeführer  eine  Untersuchung  einzuleiten,  in deren Rahmen dessen Flugtüchtigkeit  einer eingehenden  Überprüfung  unterzogen  wird.  Stellt  sich  dabei  heraus,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  ausreichende  Gewähr  für  ein  sicheres  Führen  eines Luftfahrzeuges bietet, so wird  ihm die FAA aller Voraussicht nach  seine  amerikanischen  Fluglizenzen  entziehen,  womit  er  seine  Berechtigung  zum Führen  von  Luftfahrzeugen  verliert. Dieses Ziel  kann  die  Vorinstanz  mit  den  ihr  zur  Verfügung  stehenden  Mitteln  nicht  erreichen.  Freilich  hat  sie  dem  Beschwerdeführer  bereits  seine  schweizerischen  Fluglizenzen  entzogen  und  ihm  untersagt,  im  schweizerischen  Luftraum  Luftfahrzeuge  zu  führen  sowie  mit  in  der  Schweiz  immatrikulierten  Luftfahrzeugen  andernorts  zu  fliegen.  Der  Beschwerdeführer ist aufgrund seiner amerikanischen Fluglizenzen indes  nach wie vor berechtigt, ausserhalb des schweizerischen Luftraumes ein  auf  einen  ausländischen  Staat  immatrikuliertes  Luftfahrzeug  zu  lenken.  Dadurch wird  die  Flugsicherheit  in  anderen  Staaten  gefährdet,  falls  der  Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, ein Luftfahrzeug sicher zu führen.  Ein  solches  Ergebnis  zu  verhindern,  liegt  im  öffentlichen  Interesse  der  Schweiz und zählt zu den Aufgaben der Vorinstanz, die insbesondere für  die Wahrung der Flugsicherheit mitverantwortlich  ist  (vgl. unter anderem  Art. 3b,  Art. 15,  Art.  20,  Art.  37c,  Art. 37m,  Art. 40  LFG).  Dabei  erweist  sich  ein  zu  diesem  Zweck  erfolgender  Datentransfer  angesichts  des  überragenden Stellenwerts der Flugsicherheit nicht nur als zulässig, wenn  die Fluguntüchtigkeit eines Fluglizenzinhabers ausgewiesen  ist,  sondern  bereits  wenn  ernsthafte  Anhaltspunkte  hierfür  bestehen.  Für  den  vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die angefochtene Bekanntgabe von  Personendaten unter dem Blickwinkel von Art. 107a LFG und Art. 6 DSG  grundsätzlich  statthaft  ist,  wenn  aufgrund  der  Aktenlage  begründete  Zweifel  an  der  Flugfähigkeit  des  Beschwerdeführers  bestehen  und  die  verfügte  Information  im  Übrigen  für  die  Wahrung  überwiegender  öffentlicher Interessen erforderlich ist.

A­2401/2011 6.4.  Die  Vorinstanz  verneint  aufgrund  der  festgestellten  Pflichtverletzungen  die  flugmedizinische  Tauglichkeit  des  Beschwerdeführers,  zweifelt  an  dessen  flugcharakterlicher  Tauglichkeit  und  stellt  unter  Hinweis  auf  das  abgelaufene  Type  Rating  dessen  Fähigkeiten  und  Fertigkeiten  zum  sicheren  Führen  eines  Flugzeuges  in  Frage.  Der  Beschwerdeführer  wendet  dagegen  ein,  aufgrund  der  Untersuchungsakten  könne  ausgeschlossen  werden,  dass  sich  sein  Medikamentenkonsum  negativ  auf  seine  Flugfähigkeit  ausgewirkt  habe.  Überdies  werde  mit  dem  Hinweis  auf  seine  derzeitige  Flugunfähigkeit  eine  Behauptung  aufgestellt,  welche  nicht  den  Tatsachen  entspreche,  bliebe es  ihm doch seit dem Flugunfall vor mehreren Monaten verwehrt,  sein  Flugtauglichkeit  unter  Beweis  zu  stellen.  Vor  diesem  Hintergrund  könne  zum  vornherein  kein  überwiegendes  Interesse  an  einer  entsprechenden Information der amerikanischen Behörden bestehen. 6.4.1.  Die  Flugfähigkeit  setzt  unter  medizinischen  Gesichtspunkten  voraus, dass der Gesundheitszustand einer Person ein sicheres Führen  eines  Luftfahrzeuges  erlaubt  (sog.  flugmedizinische  Tauglichkeit,  JAR­ FCL  3.035).  Dass  eine  Person  diesen  Anforderungen  genügt,  hat  sie  mittels  eines  medizinischen  Tauglichkeitszeugnisses  nachzuweisen.  Dieses  hat  eine  beschränkte  Geltungsdauer,  weshalb  es  periodisch  zu  erneuern  ist  (JAR­FCL  3.095;  WALTER  SCHWENK/ELMAR  GIEMULLA,  Handbuch  des  Luftverkehrsrechts,  3.  Aufl.,  Köln/Berlin/München  2005,  S. 441).  Die  flugcharakterliche  Tauglichkeit  unterscheidet  sich  von  der  flugmedizinischen  insoweit,  als  diese  nicht  auf  medizinische,  sondern  charakterliche  Aspekte  Bezug  nimmt.  In  dieser  Beziehung  ist  entscheidend,  ob  die  in  Frage  stehende  Person  angesichts  ihrer  Persönlichkeitsstruktur  ausreichend  Gewähr  für  die  Einhaltung  der  Luftverkehrsregeln  und  einen  sicheren  Flugbetrieb  bietet.  Hierfür  muss  sie  über  ein  hohes  Mass  an  Verantwortungsbewusstsein,  Selbstbeherrschung und Bereitschaft zur Einhaltung der Regeln verfügen  (SCHÄFER,  Luftfahrtrecht,  Teil  I  A  N.  102;  SCHWENK/GIEMULLA,  a.a.O.,  S. 443). 6.4.2.  Ist aufgrund der vorangehenden Prüfungskriterien die Tauglichkeit  einer Person zu bejahen, so  ist  für deren Flugtüchtigkeit  im Weiteren zu  untersuchen,  ob  sie  über  jene  Fertigkeiten  und  Fähigkeiten  verfügt,  die  ein  sicheres  Führen  eines  Luftfahrzeuges  erlauben.  Dass  diese  Voraussetzungen erfüllt sind,  ist mithilfe von Fluglizenzen nachzuweisen  (Private  Licence  [PPL],  Commercial  Licence  [CPL],  Airline  Transport  Pilote  Licence  [ATPL]),  die  nach  einer  praktischen  und  theoretischen 

A­2401/2011 Prüfung  erworben  werden  (SCHÄFER,  Luftfahrtrecht,  Teil  I  A  N. 38,  SCHWENK/GIEMULLA, a.a.O., S. 444 f.). Eine solche Erlaubnis zum Führen  eines Luftfahrzeuges wird ergänzt durch Berechtigungen, die den Umfang  der  Fluglizenz  konkretisieren.  Dazu  zählen  insbesondere Muster­  sowie  Klassenberechtigungen, sog. Class und Typ Rating, die sich auf einzelne  Flugzeugtypen  beziehen,  und  die  Nachtflugqualifikation.  Die  fraglichen  Berechtigungen  setzen  das  Bestehen  einer  theoretischen  und  praktischen  Prüfung  voraus  und  müssen  nach  einer  festgelegten  Zeit  erneuert werden  (JAR­FCL Art. 1.010  i.V. m. Art. 1.215  ff.,  2.010 Bst.  a  Abs. 1 i.V.m. Art. 2.215 ff., JAR­FCL Art. 1.215).  6.5.  Aufgrund  der  bisherigen  Untersuchungen  zum  interessierenden  Flugunfall steht fest, dass der Beschwerdeführer am 11. September 2010  gegen  20.20  Uhr  ohne  Nachtflugbewilligung  auf  einem  nicht  für  Nachtflüge zugelassenen Heliport gelandet ist. Erstellt ist zudem, dass er  zum  damaligen  Zeitpunkt  weder  über  eine  gültige  Klasseberechtigung,  sog. Type Rating,  noch ein gültiges medizinischen Tauglichkeitszeugnis  verfügt  hat.  Anlässlich  seiner  polizeilichen  Einvernahme  vom  14. September  2010  hat  er  ausserdem  zugegeben,  drei  Tage  vor  dem  Unfall  zur  Behandlung  seiner  Depression  eine  Tablette  Efexor  75  eingenommen  zu  haben. Demgegenüber  bestritt  der Beschwerdeführer,  in der Vergangenheit Drogen konsumiert zu haben. Diese Aussage steht  im  Widerspruch  zum  Ergebnis  des  von  der  Staatsanwaltschaft  des  Kantons  Wallis  eingeholten  rechtsmedizinischen  Gutachtens  vom  24. März  2011. Darin  kommen Dr. phil.  nat.  Stefan König  und Prof.  rer.  nat. Wolfgang Weinmann zum Schluss, die dem Beschwerdeführer nach  dem  Flugunfall  abgenommene  Blut­  und  Urinprobe  würden  Kokain  in  einer  wirksamen  Konzentration  oberhalb  des  Grenzwertes  des  Bundesamtes  für  Strassen  (ASTRA),  eine  erhebliche  Konzentration  an  Benzoylecgonin  (inaktives  Stoffwechselprodukt  von  Kokain)  und  eine  geringe  Konzentration  an  Ecgoninmethylester  (zweites  inaktives  Stoffwechselprodukt von Kokain) aufweisen. Daraus sei zu folgern, dass  der  Beschwerdeführer  –  in  Analogie  zum  sicheren  Führen  eines  Fahrzeuges  –  zum  Zeitpunkt  des  Unfalls  aufgrund  der  Kokainwirkung  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  ein  Luftfahrzeug  sicher  zu  führen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  keinen  Anlass,  an  der  Richtigkeit  dieser  gutachterlichen  Feststellungen  zu  zweifeln.  Damit  ist  erstellt,  dass  der  Beschwerdeführer  im Zeitpunkt des Flugunfalles unter dem Einfluss des  vorgängig konsumierten Kokains stand. 

A­2401/2011 6.5.1.  Laut  den  massgeblichen  Regelungen  der  JAR­FCL  dürfen  Bewerber  für  ein  medizinisches  Tauglichkeitszeugnis  für  Privatflugzeugführer weder anamnestisch noch aktuell an einer Krankheit  leiden, welche die Ausübung der mit der Fluglizenz verbundenen Rechte  beeinträchtigen  kann  (Art.  3.335  JAR­FCL  Bst. a).  Besondere  Aufmerksamkeit  ist  in  diesem  Zusammenhang  namentlich  affektiven  Störungen,  mentalen  und  Verhaltensauffälligkeiten  infolge  Alkoholkonsums  und  dem  Gebrauch  sowie  Missbrauch  psychotroper  Substanzen  zu  schenken  (Art.  3.335  JAR­FCL Bst.  b  Abs. 1,  6  und  7).  Diese Regelung wird  im Anhang  10  zu  den  Subpart  B/C  von  JAR­FCL  durch  verschiedene  gesetzliche  Vermutungen  konkretisiert.  Danach  ist  die  flugmedizinische  Tauglichkeit  insbesondere  auszuschliessen,  wenn  der Konsum von Alkohol oder anderer Substanzen in der Vergangenheit  zu  mentalen  oder  anderweitigen  Auffälligkeiten  geführt  hat.  Diese  Vermutung  kann  durch  eine  positiv  ausfallende  vertrauensärztliche  Untersuchung  widerlegt  werden,  wenn  die  betroffene  Person  während  zweier Jahre abstinent gewesen ist (Abs. 4). Im Weiteren ist eine Person  aufgrund einer bestehenden depressiven Störung solange als flugunfähig  einzustufen,  als  diese  Annahme  nicht  durch  das  Ergebnis  einer  vertrauensärztliche Untersuchung, in deren Rahmen die Flugfähigkeit der  in  Frage  stehenden  Person  unter  Berücksichtigung  der  Umstände  des  Einzelfalles  nach  Absetzung  der  psychotropen  Medikation  überprüft  wurde, widerlegt wurde (Abs. 2).   6.5.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  anlässlich  seiner  polizeilichen  Befragung  zu Protokoll  gegeben,  vor  dem Unfall  depressiv  gewesen  zu  sein.  Entsprechend  dürfte  er  zum  damaligen  Zeitpunkt  an  einer  psychischen  Störung  gelitten  haben,  welche  die  medizinische  Flugtauglichkeit  im  Sinne  einer  widerlegbaren  Vermutung  ausschliesst.  Wie  es  sich  diesbezüglich  verhält,  kann  im  vorliegenden  Fall  indes  dahingestellt  bleiben,  da  seine  Flugfähigkeit  aus  anderen  Gründen  zu  verneinen ist. Fest steht nämlich ausserdem, dass der Beschwerdeführer  am 10. September 2010 Kokain konsumiert hat. Hierbei handelt es sich  um eine Substanz, die dem Alkohol  insofern ähnelt, als sie sich auf das  Verhalten  des Konsumenten  auswirkt  und  zu  einer Abhängigkeit  führen  kann.  Damit  ist  sie  als  andere  Substanz  im  Sinne  von  Abs. 4  des  Anhanges  10  zu  den  Subpart  B/C  von  JAR­FCL  einzustufen.  Dies  bedeutet, dass deren Konsum  im Sinne einer widerlegbaren Vermutung  die  flugmedizinische  Tauglichkeit  ausschliesst,  wenn  sie  in  der  Vergangenheit  zu  mentalen  oder  anderweitigen  Auffälligkeiten  geführt  hat.  Eine  solche  Wirkung  des  Kokains  ist  aufgrund  des  fachärztlichen 

A­2401/2011 Gutachtens  erstellt,  wird  doch  darin  festgehalten,  dass  der  Beschwerdeführer  infolge  des  Konsums  von  Kokain  in  seiner  Fähigkeit  zum  sicheren  Führen  eines  Flugzeugs  beeinträchtigt  gewesen  ist.  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  nicht  gelungen,  die  gesetzliche  Vermutung  seiner  flugmedizinischen Untauglichkeit  zu  widerlegen,  zumal  er  zu  der  hierfür  erforderlichen  vertrauensärztlichen  Untersuchung  erst  nach  zweijähriger  Abstinenz,  mithin  frühestens  am  10. September  2012,  zugelassen  wird.  Der  Beschwerdeführer  bietet  damit  nach  den  in  der  Schweiz  geltenden  Regelungen  bereits  aus  diesem  Grund  keine  ausreichende Gewähr,  um einen gesundheitsbedingten Ausfall während  des  Fluges mit  der  erforderlichen Gewissheit  ausschliessen  zu  können.  Inwiefern  sich  das  ungültige  Typ  Rating,  das  ungültige  Tauglichkeitszeugnis, die fehlende Nachtflugbewilligung und die Landung  auf  einen  für  Nachtflüge  nicht  zugelassenen  Heliport  auf  die  charakterliche  Untauglichkeit  des  Beschwerdeführers  auswirken,  kann  deshalb offengelassen werden. 6.6.  Gegen  dieses  erhebliche  Sicherheitsinteresse  ist  das  private  Interesse des Beschwerdeführers abzuwägen, dass seine Personendaten  nicht in ein Land ohne angemessenen Datenschutz exportiert werden und  er  dem  Risiko  von  deren  zweckwidrigen  Verwendung  ausgesetzt  wird  (ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O.,  Art. 6  N. 60).  Der  Beschwerdeführer  befürchtet,  die  FAA  werde  die  erhaltenen  Informationen  an  die  Immigrationsbehörde  weiterleiten.  Deshalb  müsse  er  zukünftig  beim  Grenzübertritt  mit  einer  intensiven  Sicherheitsprüfung,  allenfalls  sogar  einem  Einreiseverbot  in  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  rechnen.  Diesen  Bedenken  will  die  Vorinstanz  Rechnung  tragen,  indem  sie  die  FAA  ausschliesslich  über  die  medizinische  Fluguntauglichkeit  des  Beschwerdeführers  informiert,  ohne  dessen  Kokain­  und  Medikamentenkonsum  zu  erwähnen.  In  der  Tat  kann  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  FAA  der  Immigrationsbehörde  die  übermittelten  Informationen  bekannt  gibt.  In  Übereinstimmung  mit  den  Verfahrensbeteiligten  ist davon auszugehen, dass diese Gefahr deutlich  vermindert  werden  kann,  wenn  die  FAA  nicht  über  den  Drogen­  und  Medikamentenkonsum des Beschwerdeführers  informiert wird,  beziehen  sich doch die übrigen Informationen ausschliesslich auf die Flugfähigkeit  des  Beschwerdeführers,  ohne  dessen  sonstiges  Leistungsvermögen  in  Frage  zu  stellen.  Selbst  eine  solch  eingeschränkte  Datenbekanntgabe  vermag  indes  die  Gefahr  einer  Weitergabe  von  Informationen  an  die  Immigrationsbehörde nicht vollends zu bannen.  Insofern  ist es durchaus  denkbar,  dass  die  FAA  der  Immigrationsbehörde  die  von  der  Schweiz 

A­2401/2011 erhaltenen Informationen weitergibt und diese daraufhin die befürchteten  Sicherheitsanordnungen  ergreift. Die  hiermit  verbundene Einschränkung  wiegt  im  vorliegenden  Fall  indes  nicht  schwer.  Dabei  ist  zu  beachten,  dass der Beschwerdeführer in der Schweiz lebt sowie arbeitet und, soweit  aktenkundig, keine Angehörigen und Freunde in den Vereinigten Staaten  hat.  Allfällige  von  der  Immigrationsbehörde  ergriffene  Restriktionen  würden  ihn  somit  ausschliesslich  daran  hindern,  in  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  zu  reisen.  Dieser  Eingriff  in  die  Reisefreiheit  des  Beschwerdeführers  wiegt  das  erhebliche  öffentliche  Interesse  an  der  Gewährleistung  der  durch  den  Beschwerdeführer  gefährdeten  Flugsicherheit  nicht  auf.  Die  angefochtene  Bekanntgabe  von  Personendaten  ist  somit  nach  Art. 107a  Abs. 5  LFG  und  Art. 6  DSG  zulässig. 7.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  dasselbe  unter  dem  Blickwinkel  der  allgemeinen  datenschutzrechtlichen  Grundsätze  gilt.  Der  Beschwerdeführer  stellt  diesbezüglich zu Recht weder die Rechtmässigkeit der Datenbeschaffung  noch  deren  treugemässe  Verwendung  in  Frage  (vgl.  hierzu:  ROSTENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 4 N. 9). Sodann ist unbestritten geblieben,  dass  die  in  Frage  stehende  Datenbekanntgabe  den  Grundsatz  der  Erkennbarkeit und der Zweckbindung respektiert (vgl.  im Übrigen: E. 6.3  und  7.2).  Der  Beschwerdeführer  ist  jedoch  der  Auffassung,  die  angefochtene Information der FAA sei unverhältnismässig, zumal sie sich  auf  ausgesprochen  sensible  Personendaten  beziehe.  Dies  erscheine  umso problematischer, als die Vorinstanz mit dem vorgesehenen Hinweis  auf seine derzeitige Fluguntauglichkeit eine Behauptung aufstelle, deren  Richtigkeit bestritten und nicht bewiesen sei. Gegen diese Argumentation  wendet  die  Vorinstanz  ein,  aus  ihrer  Sicht  würden  erhebliche  Indizien  vorliegen,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  fehlenden  Flugtauglichkeit und der Leichtfertigkeit, mit welcher er gegen elementare  Grundsätze  der Aviatik  verstossen habe,  eine erhebliche Gefahr  für  die  Flugsicherheit  darstelle.  Deshalb  sei  es  unerlässlich,  die  FAA  nicht  nur  über  den  Flugunfall,  sondern  über  sämtliche  dem  Beschwerdeführer  angelasteten  Pflichtverletzungen  zu  informieren.  Das  erhebliche  öffentliche  Interesse  an  der  Bekanntgabe  dieser  Personendaten  würde  die  hierdurch  tangierten  Interessen  des  Beschwerdeführers  aufwiegen.  Die verfügte Bekanntgabe sei folglich verhältnismässig. 7.1.  Der  verfassungsmässige  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  gemäss  Art. 5  Abs. 2  BV  verlangt,  dass  eine  staatliche  Massnahme 

A­2401/2011 geeignet und erforderlich  ist,  um den angestrebten Zweck zu erreichen,  und  dass  die  hierdurch  verwirklichten  Interessen  die  beeinträchtigten  wertungsmässig  überwiegen  (ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O.,  Art. 4  N. 19,  EPINEY, Datenschutzrecht,  §  9 N. 24).  Im Bereich  der Datenbearbeitung  können diese Grundsätze dahingehend präzisiert werden, als sowohl der  Zweck, der mit einer Datenbearbeitung verfolgt wird, als auch die Art und  Weise  der  Datenbearbeitung  verhältnismässig  sein  müssen  (ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 4 N. 20). Dies setzt zunächst voraus, dass  Daten nur bearbeitet werden dürfen, wenn ein solcher Vorgang geeignet  und erforderlich ist, um eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen. Im Weiteren  wird  verlangt,  dass  die  Datenbearbeitung  für  die  betroffene  Person  sowohl  in Bezug auf den Zweck als auch die Mittel zumutbar  ist. Hierzu  muss geprüft werden, ob zwischen dem Bearbeitungszweck und einer im  Hinblick  darauf  nötigen,  d.h.  durch  die  Art  und  Weise  der  Datenbearbeitung  möglicherweise  bewirkten  Persönlichkeitsverletzung,  ein vernünftiges Verhältnis besteht. Die Prüfung der Verhältnismässigkeit  verlangt  eine  Gesamtwürdigung  aller  Umstände  des  Einzelfalles  (ROSENTHAL/JÖHRI, a.a.O., Art. 4 N. 21).   7.2. Die verfügte  Information  ist geeignet, die FAA zu veranlassen, eine  Untersuchung  gegen  den  Beschwerdeführer  einzuleiten,  in  deren  Rahmen  dessen  Flugtüchtigkeit  überprüft  wird  und  die  zur  Gewährleistung der Flugsicherheit  erforderlichen Anordnungen getroffen  werden. Um dieses  im öffentlichen  Interesse  liegende Ziel zu erreichen,  genügt  es  nicht,  die  FAA  ausschliesslich  über  den  Flugunfall  und  die  infolgedessen getroffenen Anordnungen zu informieren. Vielmehr sind ihr  all jene Umstände des Flugunfalles vom 11. September 2010 mitzuteilen,  die Rückschlüsse auf die Fähigkeit des Beschwerdeführers zum sicheren  Führen  eines  Luftfahrzeuges  zulassen,  da  die  FAA  nur  aufgrund  einer  solchen  Information  in  der  Lage  ist,  die  vom  Beschwerdeführer  ausgehende  Gefahr  für  die  Flugsicherheit  zuverlässig  abzuschätzen.  Unter  diesem  Blickwinkel  erscheint  es  fraglich,  ob  die  FAA  über  den  Drogen­  und  Medikamentenkonsum  des  Beschwerdeführers  informiert  werden  muss.  Freilich  vermag  die  Ursache  der  flugmedizinischen  Untauglichkeit  die  von  einer  Person  ausgehende  Gefahr  für  die  Flugverkehrssicherheit  zu  beeinflussen.  Allerdings  ist  jeder  Person,  die  Berechtigung  zum  Führen  eines  Flugfahrzeuges  abzusprechen,  die  als  flugmedizinisch  untauglich  einzustufen  ist.  Insofern  erscheint  es  nicht  erforderlich,  der  FAA  die  Gründe  der  flugmedizinischen  Untauglichkeit  des  Beschwerdeführers  mitzuteilen.  Hinsichtlich  der  übrigen  Versäumnisse  des  Beschwerdeführers  verhält  es  sich  anders,  da  sich 

A­2401/2011 diese  nicht  auf  die  flugmedizinische  Tauglichkeit  beziehen,  sondern  einerseits in Frage stellen, ob der Beschwerdeführer über die Fertigkeiten  und  Fähigkeiten  verfügt,  um  ein  Flugfahrzeug  sicher  zu  führen  (abgelaufenes  Typ  Rating),  andererseits  Zweifel  an  dessen  charakterlicher  Tauglichkeit  wecken  (abgelaufenes  Typ  Rating,  abgelaufenes  medizinisches  Tauglichkeitszeugnis,  fehlende  Nachtflugbewilligung, Landung auf einem nicht für Nachtflüge zugelassen  Heliport).  Die  Weitergabe  der  diesbezüglichen  Informationen  sowie  der  derzeitigen  Einschätzung  des  Beschwerdeführers  als  flugmedizinisch  untauglich  erscheint  unerlässlich,  um  der  FAA  eine  zuverlässige  Einschätzung  der  vom  Beschwerdeführer  ausgehenden  Gefahr  zu  ermöglichen.  Eine  solche  Datenbekanntgabe  ist  für  den  Beschwerdeführer in Anbetracht des Zwecks und der verwendeten Mittel  ausserdem  zumutbar.  Dies  gilt  umso  mehr,  als  er  nicht  berufsmässig  Luftfahrzeuge  führt,  weshalb  er  durch  die  voraussichtlichen  Sicherheitsanordnungen  der  FAA  nur  daran  gehindert  wird,  eine  seiner  Freizeitaktivitäten  auszuüben.  Demnach  besteht  zwischen  der  Datenverarbeitung  und  dem  hiermit  verbundenen  Eingriff  in  das  informationelle  Selbstbestimmungsrecht  des  Beschwerdeführers  ein  angemessenes  Verhältnis.  Soweit  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  verlangt,  die  FAA  erst  nach  Abschluss  des  in  dieser  Sache  gegen  ihn  eingeleiteten  Straf­  und  Administrativerfahrens  zu  informieren,  ist  anzumerken, dass die vom Beschwerdeführer ausgehende Gefahr für die  Flugsicherheit  ein  solches  Zuwarten  nicht  erlaubt,  zumal  sich  die  fraglichen  Verfahren  noch  über  mehrere  Monate  bis  wenige  Jahre  hinziehen  können.  Die  angefochtene  Bekanntgabe  von  Personendaten  erweist sich demzufolge als verhältnismässig.   7.3.  In Bezug auf die gerügte Unrichtigkeit der derzeitigen Einschätzung  des  Beschwerdeführers  als  flugmedizinisch  untauglich  ist  festzuhalten,  dass  die Bearbeiter  von Personendaten  gemäss Art. 5 DSG verpflichtet  sind,  die  Richtigkeit  der  von  ihnen  bearbeiten  Personendaten  sicherzustellen. Richtig im Sinne dieser Bestimmung sind Personendaten,  wenn  sie  eine  Tatsache  oder  einen  Umstand  im  Hinblick  auf  den  Bearbeitungszweck  sachgerecht  wiedergeben.  Personendaten  können  somit  auch  dann  unrichtig  sein,  wenn  sie  an  sich  korrekte  Tatschen  wiedergegeben, im Hinblick auf den Bearbeitungszweck aber irreführend  oder  ungeeignet  sind  (ROSENTHAL/JÖHRI,  a.a.O:,  Art. 5  N. 1;  EPINEY,  Datenschutzrecht, § 9 N. 46 f.). – Der Beschwerdeführer verfügt über kein  gültiges medizinisches Tauglichkeitszeugnis. Ausserdem ist erstellt, dass  er  im  September  2010  zumindest  in  Form  von  Kokain  psychotrope 

A­2401/2011 Substanzen konsumiert hat  (vgl. E. 6.5). Bei dieser Sachlage beruht die  vorinstanzliche  Einschätzung  des  Beschwerdeführers  als  derzeit  flugmedizinisch  untauglich  auf  einer  vertretbaren  Würdigung  der  vorhandenen  Untersuchungsergebnisse.  Dass  die  übrigen  zu  übermittelnden Informationen unrichtig sind, macht der Beschwerdeführer  zu Recht nicht geltend. Die angefochtene Datenbekanntgabe erweist sich  somit im Sinne von Art. 5 DSG als zulässig.  8.  Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass die Vorinstanz  die FAA nicht über den (angeblichen) Medikamenten­ und Drogenkonsum  des  Beschwerdeführers  informieren  darf.  Im  Übrigen  hat  sie  jedoch  zu  Recht entschieden, die FAA in einer in Englisch abzufassenden Mitteilung  über  die  anderen  im  Zusammenhang  mit  dem  Flugunfall  vom  11. September 2010 festgestellten Versäumnisse des Beschwerdeführers  (ungültiges medizinisches Tauglichkeitszeugnis,  ungültiges Type Rating,  fehlende  Nachtflugbewilligung,  Landung  auf  einem  nicht  für  Nachtflüge  zugelassen Heliport), dessen derzeitige Einschätzung als flugmedizinisch  untauglich  und  die  von  der  Schweiz  aufgrund  dieser  vorläufigen  Untersuchungsergebnisse  getroffenen  Anordnungen  in  Kenntnis  zu  setzen. Eine solche Information ist geeignet und zugleich erforderlich, um  die  FAA  zu  veranlassen,  eine  Untersuchung  gegen  den  Beschwerdeführer einzuleiten, um dessen Flugtauglichkeit zu überprüfen  und  diesem,  sofern  erforderlich,  zumindest  zeitweilig  seine  amerikanischen  Fluglizenzen  zu  entziehen.  Diese  Bekanntgabe  erweist  sich  im  Übrigen  unter  Abwägung  aller  massgeblichen  Interessen  als  verhältnismässig.  Bei  diesem  Ergebnis  ist  die  Beschwerde  teilweise  gutzuheissen,  die  angefochtene  Anordnung  aufzuheben  und  eine  Datenbekanntgabe im Sinne der vorstehenden Erwägungen anzuordnen.  9.  Es bleibt über die Verteilung der Verfahrenskosten zu entscheiden. 9.1. Die Gerichtsgebühr wird  in Anwendung von Art. 63 Abs.  4bis VwVG  i.V.m. Art. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  auf  Fr. 1'500.00  festgelegt. Diese hat der Beschwerdeführer insoweit zu tragen, als er als  unterliegende Partei  im Sinne  von Art. 63 Abs. 1 VwVG  zu  qualifizieren  ist.  Eine  Partei  unterliegt,  wenn  ihren  Begehren  aus  formellen  oder  materiellen  Gründen  nicht  entsprochen  wird.  Werden  ihre  Anträge  teilweise gutgeheissen,  so sind die Verfahrenskosten zu ermässigen.  In 

A­2401/2011 der  Praxis  bedeutet  dies,  dass  die  Kosten  der  beschwerdeführenden  Partei  entsprechend  ihrem  Anteil  am  Unterliegen  auferlegt  werden  (MARCEL  MAILLARD,  Praxiskommentar,  Art. 63  N. 14,  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.39).  9.2.  Bei  der  Frage  nach  dem  Obsiegen  und  Unterliegen  ist  im  vorliegenden  Fall  zwischen  der  Zwischenverfügung  und  dem  Endentscheid zu unterscheiden.  Im erstgenannten Entscheid wurde das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  grundsätzlich  abgewiesen,  womit  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  als  unterliegende  Partei  gilt.  In  Bezug  auf  den Endentscheid  ist  der  Beschwerdeführer mit  seinen Anträgen  in  der Hauptsache  teilweise durchgedrungen und erst  durch die Erhebung  der Beschwerde zu einer  rechtsgenügenden Begründung gelangt. Unter  diesen  Umständen  ist  er  in  der  Hauptsache  als  hälftig  obsiegend  einzustufen. In Bezug auf die Verfahrenskosten hat dies zur Folge, dass  ihm  die  gesamten  Kosten  für  die  Zwischenverfügung  im  Betrag  von  Fr. 500.­­ sowie die Hälfte der Kosten für den Beschwerdeentscheid von  Fr. 1'000.­­, mithin Fr.  500.­­,  aufzuerlegen  sind. Die  ihm überbundenen  Verfahrenskosten  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'000.­­  verrechnet.  Die  Vorinstanz  trägt  als  Bundesbehörde  ungeachtet  des  Ausgangs  des  Verfahrens  keine  Verfahrenskosten  (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 9.3. Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren hin  eine  Entschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  zuzusprechen;  obsiegt  eine  Partei  nur  teilweise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 64  Abs. 1 VwVG, Art. 7 ff. VGKE). Wird keine Kostennote eingereicht, setzt  das  Gericht  die  Parteientschädigung  auf  Grund  der  Akten  fest  (Art. 14  Abs. 2  VGKE).  In  Anbetracht  der  Schwierigkeiten  der  sich  stellenden  Rechts­ sowie Tatfragen und des Grades des Obsiegens des anwaltlich  vertretenen Beschwerdeführers erscheint es vorliegend angemessen, ihm  zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.­­ (inkl.  Auslagen und MwSt.) zuzusprechen.  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird  im Sinne der Erwägungen  teilweise gutgeheissen, 

A­2401/2011 soweit sie nicht  infolge Wegfalls des Rechtsschutzinteresses als gegen­ standslos  bzw.  infolge  Rückzugs  als  erledigt  abzuschreiben  ist.  Infolgedessen  wird  Ziff.  2  der  angefochtenen  Verfügung  wie  folgt  abgeändert: "Die  Vorinstanz  wird  die  FAA  in  einer  in  Englisch  abzufassenden  Mitteilung  über  die  im  Zusammenhang  mit  dem  Flugunfall  vom  11. September  2010  festgestellten  Versäumnisse  des  Beschwerdeführers  (ungültiges  medizinisches Tauglichkeitszeugnis, ungültiges Type Rating,  fehlende Nachtflugbewilligung,  Landung auf  einem nicht  für  Nachtflüge  zugelassen  Heliport),  dessen  derzeitige  Einschätzung als flugmedizinisch untauglich und die von der  Schweiz  aufgrund  dieser  vorläufigen  Untersuchungsergebnisse  getroffenen  Anordnungen  informieren,  ohne  den  (angeblichen)  Medikamenten­  und  Kokainkonsum des Beschwerdeführers zu erwähnen." 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'000.­­  gehen  zu  Lasten  des  Beschwerdeführers und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss  in  gleicher Höhe verrechnet.

A­2401/2011 3.  Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des Urteils eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.­­ (inkl. Auslagen und  MwSt.) zu bezahlen.  4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 1/18/18­02­D11­0029; eingeschrieben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus Metz Christa Baumann Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-2401/2011 — Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 A-2401/2011 — Swissrulings