Justiz-, Gemeindeund Kirchendirektion des Kantons Bern Direction de la justice, des affaires communales et
des affaires ecclésiastiques
du canton de Berne
Münstergasse 2 3011 Bern Telefon 031 633 76 76 Telefax 031 633 76 25 32.13-07.139 Beschwerdeentscheid vom 12. Juni 2008 Dienstbarkeiten (Überbaurecht) Zur Belastung einer Sache bedarf es der Übereinstimmung aller Miteigentümerinnen und Miteigentümer, soweit diese nicht einstimmig eine andere Ordnung vereinbart haben (Art. 648 Abs. 2 ZGB). Die von den Miteigentümerinnen und Miteigentümern vereinbarte Nutzungs- und Verwaltungsordnung und die von ihnen gefassten Verwaltungsbeschlüsse sowie die gerichtlichen Urteile und Verfügungen sind auch für die Rechtsnachfolgerin oder den Rechtsnachfolger einer Miteigentümerin oder eines Miteigentümers und für die Erwerberin oder den Erwerber eines dinglichen Rechtes an einem Miteigentumsanteil verbindlich. Vereinbarungen über die Belastung einer Sache sind jedoch nicht der Nutzungsund Verwaltungsordnung zuzuordnen, weshalb eine Bindung allfälliger Rechtsnachfolger an solche Vereinbarungen entfällt. Die in der Nutzungs- und Verwaltungsordnung enthaltene Bestimmung, wonach es für die Belastung der Grundstücke lediglich einer 2/3 Mehrheit der Miteigentümerinnen und Miteigentümer bedarf, ist für die Rechtsnachfolgerinnen und Rechtsnachfolger der ursprünglichen Mitglieder der Miteigentümergemeinschaft daher nicht bindend. Die Bevollmächtigung zur Unterzeichnung eines Dienstbarkeitsvertrages muss demnach von allen aktuellen Miteigentümerinnen und Miteigentümern erteilt werden.
2 Servitudes (droit d’empiétement) Le concours de tous les copropriétaires est nécessaire pour les constitutions de droits réels, à moins qu’ils n’aient unanimement établi d’autres règles à cet égard (art. 648, al. 2 CCS). Le règlement d’utilisation et d’administration convenu par les copropriétaires, les mesures administratives prises par eux, de même que les décisions et ordonnances judiciaires, sont aussi opposables à l’ayant cause d’un copropriétaire et à l’acquéreur d’un droit réel sur une part de copropriété. Les conventions sur la constitution de droits réels ne doivent toutefois pas être intégrées au règlement d'utilisation et d'administration, car elles ne lient pas les ayants cause. La disposition du règlement d'utilisation et d'administration selon laquelle une majorité des deux tiers des copropriétaires est suffisante pour constituer un droit réel n’est donc pas contraignante pour les ayants cause des copropriétaires. Le pouvoir de signer un contrat de servitude doit donc être octroyé par tous les actuels copropriétaires. Sachverhalt A. Die einfache Gesellschaft, bestehend aus der X. AG und der einfachen Gesellschaft A., B. und C., ist Eigentümerin der Parzelle Gemeinde D. Gbbl-Nr. 1000. Ein auf dieser Parzelle geplantes Projekt fand Eingang in die Überbauungsordnung "E.“ Ortsteil F., die vom Gemeinderat von Gemeinde D. am 27. März 2002 bzw. vom Grossen Gemeinderat von Gemeinde D. am 6. Mai 2002 beschlossen wurde. Für die Realisierung des geplanten Projektes ist es notwendig, mit der Miteigentümergemeinschaft "G.“ einen Dienstbarkeitsvertrag über die Errichtung von drei Dienstbarkeiten zu Lasten der Miteigentumsparzellen Gemeinde D. Gbbl-Nrn. 2000, 3000 und 4000 und zu Gunsten der Parzelle Gemeinde D. Gbbl-Nr. 1000 abzuschliessen. Die Miteigentümergemeinschaft "G." umfasst 82 Miteigentümerinnen und Miteigentümer. Das interne Verhältnis ist im Einzelnen in einer Nutzungs- und Verwaltungsordnung gemäss Art. 647 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210), die vom 13. Februar 1989 datiert, geregelt. Für den Abschluss des Dienstbarkeitsvertrages wurden alle Miteigentümerinnen und Miteigentümer der Miteigentümergemeinschaft "G.“ schriftlich gebeten, eine Vollmacht zugunsten der Präsidentin der Miteigentümergemeinschaft auszustellen. Nach Erhalt von 66 Vollmachten, ausmachend ein Quorum von 80,648%,