Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
IV.2022.00219
I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiberin Lienhard Urteil vom 11. Juli 2023 in Sachen X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Horschik Obstgartenstrasse 7, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin
Sachverhalt: 1. 1.1 X.___, geboren 1955, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und war in der Folge im Bankenwesen berufstätig (Urk. 2/11/I/1/4 f., Urk. 2/11/I/97). Ab dem 1. Januar 2001 war er als Kundenbetreuer Senior bei der Y.___ Bank (Suisse) SA tätig, wobei es ab Juni 2003 wiederholt zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen kam. Der letzte effektive Arbeitstag war der 13. Mai 2004 und per 30. November 2004 endete das Arbeitsverhältnis (Urk. 2/11/I/5). Am 7. Juli 2005 meldete sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Er gab an, seit Juni 2004 bis auf Weiteres arbeitsunfähig zu sein. Grund sei eine psychische Erkrankung. Im April 2005 habe er sich zusätzlich beidseits Fersenbrüche zugezogen (Urk. 2/11/I/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab und holte namentlich bei Dr. med. Z.___, Facharzt für Psychiatrie, den gutachterlichen Bericht vom 3. Januar 2006 ein. Dr. Z.___ diagnostizierte ein depressives Leiden (Urk. 2/11/I/4-6, Urk. 2/11/I/13, Urk. 2/11/I/18). Mit Verfügung vom 12. Juni 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten gestützt auf das Abklärungsergebnis, namentlich gestützt auf den gutachterlichen Bericht von Dr. Z.___ (vgl. Urk. 2/11/I/21), mit Wirkung ab dem 1. Juni 2005 eine ganze Rente zu (Urk. 2/11/I/33). 1.2 Ab März 2007 führte die IV-Stelle eine Rentenrevision durch (vgl. Urk. 2/11/I/44 ff.). Sie holte insbesondere bei Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das Gutachten vom 25. Juli 2007 ein (Urk. 2/11/I/48). Mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2007 stellte sie die Herabsetzung der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht (Urk. 2/11/I/54). Dagegen erhob der Versicherte am 20. November 2007 Einwände (Urk. 2/11/I/58). Gestützt auf die Ergebnisse einer psychiatrischen Untersuchung vom 18. Januar 2008 durch PD Dr. Dr. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Prävention und Gesundheitswesen und Psychologe FSP, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk. 2/11/I/64) richtete die IV-Stelle dem Versicherten gemäss Mitteilung vom 25. Januar 2008 weiterhin eine ganze Rente aus (Urk. 2/11/I/67). Gleichentags teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe sich im Rahmen der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht einer geeigneten stationären psychiatrischen Behandlung, vorzugsweise in der C.___, zu unterziehen (Urk. 2/11/I/66). Nachdem mit Schreiben der genannten Klinik vom 24. Juni 2008 eine stationäre Behandlung als nicht indiziert betrachtet worden war (Urk. 2/11/I/68), veranlasste die IV-Stelle eine Untersuchung durch RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychoanalyse, die am 14. Oktober 2008 stattfand (Urk. 2/11/I/76). Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht (Urk. 2/11/I/81). Dagegen erhob der Versicherte in den Eingaben vom 15. Januar 2009 und vom 11. Februar 2009 Einwände (Urk. 2/11/I/83, Urk. 2/11/I/96). Die IV-Stelle blieb indes bei ihrem Entscheid und setzte mit Verfügung vom 20. August 2009 die bisherige ganze Rente mit Wirkung ab 1. Oktober 2009 auf eine halbe Rente herab (Urk. 2/11/I/109). Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde (Urk. 2/11/I/114/3-9) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2009.00931 vom 31. Mai 2010 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach erfolgten zusätzlichen Abklärungen erneut über den Rentenanspruch entscheide (Urk. 2/11/I/159). 1.3 Bereits am 6. Mai 2008 hatte die IV-Stelle gegen den Versicherten wegen des Verdachts auf Betrug respektive der strafbaren Verletzung der Meldepflicht im Zusammenhang mit dem Bezug der Invalidenrente Strafanzeige erstattet (Urk. 2/11/I/132). Anlass dazu gegeben hatten eine der IV-Stelle anonym zugestellte Pressemitteilung über das Engagement des Versicherten in der M.___ und weitere von der IV-Stelle getätigte Recherchen (weitere Presseberichte sowie ein Auszug aus dem Handelsregister; Urk. 2/11/I/133 ff.). Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hatte in der Folge gegen den Versicherten eine Strafuntersuchung wegen Betrugs etc. eröffnet (vgl. Urk. 2/11/I/119) und der IV-Stelle Einblick in verschiedene Akten der Strafuntersuchung gewährt (Urk. 2/11/I/117, Urk. 2/11/I/119 ff., Urk. 2/11/I/148 f.). Am 10. Mai 2010 und somit noch vor Erlass des Urteils vom 31. Mai 2010 erliess die IV-Stelle eine weitere Verfügung, mit der sie die laufende Rente mit sofortiger Wirkung sistierte (Urk. 2/11/I/155). Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde (Urk. 2/11/I/160/3-8) wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2010.00555 vom 10. Mai 2011 ab (Urk. 2/11/I/187). 1.4 In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten Fragen zu seinem Gesundheitszustand beantworten. Den entsprechenden Fragebogen füllte dieser am 19. September 2011 aus (Urk. 2/11/I/193). Sodann zog die IV-Stelle weitere Akten des von der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich gegen den Versicherten geführten Strafverfahrens wegen Betrugs etc. bei (Urk. 2/11/I/197, Urk. 2/11/I/198 f.) und sie veranlasste eine psychiatrische Begutachtung des Versicherten durch Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 2/11/I/209). Dieser erstattete sein Gutachten am 19. Dezember 2012 (Urk. 2/11/I/229/1-226). Auch weitere Akten aus dem Strafverfahren der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich gegen den Versicherten fanden Eingang ins Aktendossier der IV-Stelle (Urk. 2/11/I/238/1-91). Am 18. Dezember 2013 erliess die IV-Stelle den Vorbescheid, mit dem sie dem Versicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 12. Juni 2006 und die Rückforderung von zu Unrecht ausgerichteten Rentenleistungen im Betrag von Fr. 107'658.-- in Aussicht stellte (Urk. 2/11/I/250). Am 29. Januar 2014, ergänzt am 19. März 2014, erhob der Versicherte dagegen Einwände (Urk. 2/11/I/255, Urk. 2/11/I/258). Am 3. Dezember 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 2/11/I/272). Am 13. Januar 2016 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 3. Dezember 2015 auf und ersetzte diese durch eine neue Verfügung, mit welcher sie erneut die Verfügung vom 12. Juni 2006 wiedererwägungsweise aufhob und den Versicherten nunmehr zur Rückerstattung der ab dem 1. August 2007 bis zum 31. Mai 2010 ausgerichteten Rentenleistungen im Betrag von Fr. 75'418.-- verpflichtete. Sodann hielt die IV-Stelle fest, vorbehalten bleibe die Rückforderung der ab dem 1. Juni 2005 ausgerichteten Leistungen im Falle einer längeren strafrechtlichen Verjährung nach Abschluss des Strafverfahrens (Urk. 2/11/I/279). 1.5 Gegen die Verfügung vom 13. Januar 2016 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Januar 2016 Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung vom 12. Juni 2006 sei zu bestätigen und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm rückwirkend ab dem Datum der Einstellung die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere eine Rente einschliesslich Verzugszins. Des Weiteren beantragte der Versicherte, es sei von der Rückforderung im Betrag von Fr. 75'418.-- abzusehen. Eventualiter sei die Rückforderung zufolge guten Glaubens und wegen grosser Härte zu erlassen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Versicherte zum einen die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und einer öffentlichen Verhandlung und zum anderen die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung. Betreffend die Rückforderung beantragte der Versicherte, es sei der Beschwerde weiterhin die aufschiebende Wirkung zu gewähren (Urk. 2/1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2016 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 2/10). Mit Verfügung vom 14. März 2016 trat das Gericht auf das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde hinsichtlich der Rückforderung nicht ein, bewilligte hingegen das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (Urk. 2/11). Am 23. September 2016 erfolgte die Vorladung der Parteien zur Hauptverhandlung auf den 8. Dezember 2016 (Urk. 2/13). Nachdem die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich am 17. Dezember 2015 Anklage gegen den Versicherten erhoben hatte (Urk. 2/11/I/276), fällte das Bezirksgericht Dielsdorf am 27. September 2016 das Urteil, mit dem es den Versicherten im Zusammenhang mit dem Bezug der Invalidenrente des Betrugs schuldig sprach und mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten abzüglich zweier Tage Untersuchungshaft bestrafte, den Vollzug der Freiheitsstrafe indessen unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufschob (Urk. 2/16/1). Da der Versicherte gegen dieses Urteil die Berufung erklärte (Urk. 2/16/2, Urk. 2/16/4), sistierte das hiesige Gericht den Prozess auf Antrag der IV-Stelle (Urk. 2/15), dem sich der Versicherte in der Folge anschloss (Urk. 2/19), mit Verfügung vom 11. November 2016 bis zur rechtskräftigen Erledigung des Strafverfahrens gegen den Versicherten (Urk. 2/20). 1.6 Am 25. Juni 2019 teilte der Versicherte mit, das zwischenzeitlich vom Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, gefällte Berufungsurteil vom 16. April 2019 (Urk. 2/28 = Urk. 2/34/67) sei in Rechtskraft erwachsen, und er ersuchte um Aufhebung der Sistierung (Urk. 2/27). Das Obergericht hatte nach Einholung des Gutachtens von Prof. F.___, Direktor der C.___, und Dr. med. G.___, Oberärztin, vom 30. Mai 2018 (Urk. 2/34/57; vgl. auch Urk. 2/34/51) erkannt, der Beschuldigte sei des eingeklagten Betrugs im Sinne von Art. 146 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) nicht schuldig und werde freigesprochen (Urk. 2/34/67/34). Am 12. Juli 2019 sodann teilte der Versicherte mit, seine Rechtsschutzversicherung habe sich mittlerweile bereit erklärt, die Kosten für das Beschwerdeverfahren zu übernehmen (Urk. 2/29). Am 10. Oktober 2019 teilte auch die IV-Stelle mit, sie habe vom Urteil des Obergerichts vom 16. April 2019 Kenntnis (Urk. 2/30, Urk. 2/31/1). Mit gerichtlicher Verfügung vom 11. November 2019 wurde die Sistierung des Verfahrens aufgehoben und die IV-Stelle aufgefordert, die neu hinzugekommenen Versicherungsakten nachzureichen (Urk. 2/33; vgl. Urk. 2/34/1-69). Nachdem der Versicherte auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet hatte (Urk. 2/37), ordnete das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk. 2/38). Der Versicherte reichte seine Replik am 17. Oktober 2020 ein (Urk. 2/41). Die IV-Stelle verzichtete am 2. November 2020 auf eine Duplik (Urk. 2/44). Davon wurde dem Versicherten am 4. November 2020 Kenntnis gegeben (Urk. 2/45). 1.7 Mit Urteil vom 29. September 2021 hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde vom 14. Januar 2016 teilweise gut und änderte die angefochtene Verfügung vom 13. Januar 2016 insoweit ab, als festgestellt wurde, dass der Beschwerdeführer unrechtmässig bezogene Rentenleistungen im Betrag von Fr. 37'848.-- zurückzuerstatten hat. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urk. 2/46 Dispositiv-Ziffer 1). Das Bundesgericht hiess die dagegen am 3. November 2021 (Urk. 2/52/2) erhobene Beschwerde mit Urteil vom 29. März 2022 teilweise gut, hob das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 29. September 2021 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an dieses zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab (Prozess Nr. 8C_729/2021; Urk. 2/53 = Urk. 1).
2. Mit Verfügung vom 4. Mai 2022 (Urk. 3) wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu den im Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2022 genannten Aspekten, über die das Sozialversicherungsgericht zu befinden hat, Stellung zu nehmen. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich mit Eingabe vom 11. August 2022 unter Erneuerung ihres Antrags auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9) und reichte weitere Unterlagen (Urk. 10/1-3) ein. Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe vom 7. September 2022 (Urk. 11), es sei die Mitteilung vom 25. Januar 2008, wonach ihm weiterhin eine ganze Rente zustehe, zu bestätigen, es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere weiterhin eine Rente plus gesetzlichen Verzugszins ab Datum der Einstellung auszurichten, und es sei von der Rückforderung im Betrag von Fr. 37'848.-- abzusehen (S. 2). Er reichte ebenfalls weitere Unterlagen (Urk. 12/1-2) ein und hielt sodann mit Replik vom 20. Januar 2023 (Urk. 19) an seinen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 11. April 2023 an ihren Anträgen fest, wovon der Beschwerdeführer am 18. April 2023 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 23).
Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. Januar 2021 sind verschiedene geänderte Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2021 verwirklicht hat - die angefochtene Verfügung erging am 13. Januar 2016 (Urk. 2/2) -, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV zur Anwendung, wie sie bis Ende 2020 in Kraft standen. 1.2 Das Sozialversicherungsgericht verneinte in seinem Urteil vom 29. September 2021 hinsichtlich der Frage, unter welchem Titel auf die rentenzusprechende Verfügung vom 12. Juni 2006 zurückgekommen werden könne, sowohl das Vorliegen eines Revisionsgrundes nach Art. 17 ATSG als auch eine prozessuale Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG (vgl. Urk. 2/46 E. 3.1-3.3). Dies wurde vom Bundesgericht bestätigt, hielt es doch in seinem Urteil vom 29. März 2022 in E. 4.1 fest, dass nach unbestritten gebliebener Sachverhaltsfeststellung weder das Gutachten von Dr. E.___ vom 19. Dezember 2012 noch jenes von Prof. Dr. F.___ und Dr. G.___ vom 30. Mai 2018 eine Sachverhaltsveränderung im Vergleich zum Abklärungsergebnis im Zeitpunkt der Verfügung vom 12. Juni 2006 und der Mitteilung vom 28. Januar 2008 zeigten. Ein Zurückkommen auf die zugesprochene Rente unter Art. 17 ATSG oder eine prozessuale Revision fallen nach Feststellung des Bundesgerichts somit nicht in Betracht. Zudem verletzt gemäss Bundesgericht die Beurteilung des Sozialversicherungsgerichts, wonach mit Blick auf das Gutachten von Dr. E.___ vom 19. Dezember 2012 eine prozessuale Revision abzulehnen ist, da mit der Verfügung vom 13. Januar 2016 die Frist von 90 Tagen bereits verstrichen sei, kein Bundesrecht, auch wenn hinsichtlich des Beginns der relativen 90-tägigen Revisionsfrist die Stellungnahme des RAD vom 14. Januar 2013 sowie die telefonische Rücksprache mit dem Gutachter am 18. April 2013 berücksichtigt würden (vgl. Urteil 8C_18/2013 vom 23. April 2013 E. 3.2), und selbst wenn der Vorbescheid vom 18. Dezember 2013 als fristwahrend anzusehen wäre (vgl. Urteil 9C_212/2021 vom 22. Oktober 2021 E. 4.3.3). Somit ist die Frage eines Revisionsgrundes nach Art. 17 ATSG oder einer prozessualen Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG nicht mehr zu prüfen. Auf die diesbezüglichen Vorbringen der Parteien (Urk. 9 S. S. 4 ff; Urk. 19 S. 9 ff) ist deshalb nicht einzugehen. 2. 2.1 Das Bundesgericht hielt in E. 4.2 seines Urteils vom 29. März 2022 (Urk. 1) Folgendes fest: «Die Vorinstanz erachtete die Mitteilung vom 25. Januar 2008 ohne weitere Begründung als wiedererwägungsrechtlich unerheblich. Dem ist entgegenzuhalten, dass die einen Rentenanspruch bestätigende Mitteilung, die auf einer materiellen Rentenüberprüfung basiert, grundsätzlich an die Stelle der bisherigen Verfügung tritt und diese konsumiert (…). Wie im angefochtenen Urteil im Zusammenhang mit der Prüfung der Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG aufgezeigt wurde, hatte die Beschwerdegegnerin nach Erlass der Verfügung vom 12. Juni 2006 im Rahmen des im März 2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens (insbesondere) ein Gutachten des Dr. A.___ vom 25. Juli 2007 und einen Untersuchungsbericht des PD Dr. B.___ vom RAD vom 25. Januar 2008 eingeholt. Die Mitteilung vom 25. Januar 2008 beruhte somit auf umfassenden Abklärungen, mithin einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs. Diese Mitteilung trat daher an die Stelle der Verfügung vom 12. Juni 2006. Die wiedererwägungsweise Aufhebung des Rentenanspruchs setzt entsprechend voraus, dass diese rentenbestätigende Mitteilung als zweifellos unrichtig einzustufen ist. Die Vorinstanz verletzte somit Bundesrecht, indem sie bei der Prüfung der Wiedererwägung der zugesprochenen Rente die Mitteilung vom 25. Januar 2008 ausser Acht liess und auf die Verfügung vom 12. Juni 2006 abstellte. Denn eine Rentenbestätigung setzt eine (qualifizierte) Unrechtmässigkeit einer zugesprochenen Rente nicht zwingend fort (vgl. Urteil 8C_288/2016 vom 14. November 2016 E. 4.2). Mangels Auseinandersetzung mit den medizinischen Berichten, wie sie der Mitteilung vom 25. Januar 2008 zugrunde lagen, und entsprechend auch diesbezüglich fehlender vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellungen, rechtfertigt es sich, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an das kantonale Gericht zurückzuweisen. Es wird zu prüfen haben, ob die Bestätigung des Anspruchs auf eine ganze Rente mit Mitteilung vom 25. Januar 2008 zweifellos unrichtig war.» Das Bundesgericht wies die Sache zu neuer Entscheidung an das Sozialversicherungsgericht zurück. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 1). 2.2 Streitig und zu prüfen ist somit die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 13. Januar 2016 und in diesem Zusammenhang, ob die Mitteilung vom 25. Januar 2008, die an die Stelle der Verfügung vom 12. Juni 2006 trat, zweifellos unrichtig war. 2.3 Die Beschwerdegegnerin stellte sich diesbezüglich auf den Standpunkt, die Mitteilung vom 25. Januar 2008 sei zweifellos unrichtig gewesen. Aus den im psychiatrischen Gutachten von Dr. A.___ vom 25. Juli 2007 erhobenen Befunden lasse sich kaum eine Pathologie ableiten und die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar gewesen. Dies habe auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) in seiner damaligen Stellungnahme festgehalten. Es sei nicht begründet worden, weshalb trotzdem von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % nur in angepassten Tätigkeiten ausgegangen wurde. Mit der Frage der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit habe sich der RAD nicht auseinandergesetzt. Darauf habe auch Dr. E.___ hingewiesen. Bei der RAD-Untersuchung vom 18. Januar 2008 seien eine rezidivierende depressive Störung gegenwärtig schwerer Ausprägung diagnostiziert und eine volle Arbeitsunfähigkeit statuiert worden, obwohl mit Blick auf den psychopathologischen Befund keine schwere depressive Symptomatik erkannt werden könne (Urk. 9 S. 2). Zudem sei die Fahreignung bestätigt worden, was sich nicht mit einer schweren Depression vereinbaren lasse. Auch seien die psychosozialen und krankheitswertigen Faktoren nicht rechtsgenügend geprüft und es sei kein verwertbarer Medikamentenspiegel erstellt worden. Es wären weitere Abklärungen notwendig gewesen, weshalb der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei (S. 3). Da der Beschwerdeführer mittels unwahrer und unvollständiger Angaben die Weiterausrichtung der Rente wie bereits die Rentenzusprechung unrechtmässig erwirkt habe, sei die Rente gestützt auf die materielle Neubeurteilung des Anspruchs rückwirkend ab Rentenbeginn aufzuheben. Es habe kein Anspruch auf Rentenleistungen bestanden. Das Sozialversicherungsgericht habe in seinem Urteil vom 29. September 2021 eine Verletzung der Meldepflicht bejaht, welche ebenfalls zu einer rückwirkenden Rentenaufhebung führe (S. 4). Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 11. April 2023 fest (Urk. 22). 2.4 Der Beschwerdeführer machte geltend (Urk. 11), der Bericht von RAD-Arzt Dr. B.___ sei beweiswertig. Dr. B.___ sei damals der ärztliche Leiter des RAD der IV-Stelle gewesen und sei ein ausgewiesener Experte seines Fachs. An seiner fachlichen Kompetenz könne nicht gezweifelt werden (S. 5). Er habe ihn umfassend untersucht und sich detailliert mit den Diagnosen im Gutachten von Dr. A.___ auseinandergesetzt und festgehalten, seine Diagnosen seien nicht von diesen abweichend (S. 7). Sowohl Dr. B.___ als auch Dr. A.___ hätten übereinstimmend eine volle Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten attestiert (S. 8). Die rentenbestätigende Mitteilung vom 21. Januar 2008 sei nicht qualifiziert unrichtig (S. 9). Daran hielt der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 20. Januar 2023 (Urk. 19) fest.
3. 3.1 Der rentenanspruchsbestätigenden Mitteilung vom 25. Januar 2008 (Urk. 2/11/I/67) lagen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde: Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte mit Bericht vom 13. Mai 2007 (Urk. 2/11/I/46/2-7) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), bestehend seit 25. Juni 2004 (Ziff. 2.1). Die Konsultationen fänden regelmässig alle zwei Wochen statt. Dem Beschwerdeführer sei bis auf Weiteres keine Tätigkeit zumutbar (Urk. 2/11/I/46/2). Eheprobleme, Scheidung und der Verlust der Arbeitsstellen beeinflussten die Gesundheit (Ziff. 6.3). Die Befunderhebung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer depressiv, im Denken verlangsamt, eingeengt, negativistisch sei. Es bestünden Selbstvorwürfe, Insuffizienzgefühle, Ratlosigkeit, wenig Mimik und Gestik und der Beschwerdeführer sei adynam (Ziff 4.5). 3.2 Die Beschwerdegegnerin veranlasste eine Abklärung durch Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der sein Gutachten am 25. Juli 2007 erstattete (Urk. 2/11/I/48). Dr. A.___ hielt fest, er verzichte aufgrund der vorliegenden psychiatrischen Unterlagen auf eine nochmalige Erhebung einer Gesamtanamnese, hingegen werde grosser Wert auf die gegenwärtige Lebenssituation und die Alltagsstruktur des Beschwerdeführers gelegt (S. 2 oben). Die Ehefrau nahm an der Begutachtung teil (vgl. S. 2 oben). Noch vor dem offiziellen Gesprächsbeginn falle auf, dass die Ehefrau die Gesprächssituation von Anfang an völlig dominiere und der Beschwerdeführer sich total schweigend und zurückgezogen verhalte. Dr. A.___ hielt fest, O. - dies sei der deutsche Vorname des Beschwerdeführers - sei schweigend gewesen, mit in sich gekehrter Haltung (S. 2). Er sei der «Boy» der Frau, er sei von «Schneewittchen» abhängig - der Name sei die Übersetzung des Vornamens der Ehefrau, wie sie angegeben habe (S. 3). Dr. A.___ befragte die Ehefrau zu ihrem Beruf und ihrer Arbeit und hielt fest, «Schneewittchen» habe es nicht leicht (S. 5). Während der Untersuchung habe das Telefon der Ehefrau geläutet, die es abgenommen und klar und distanziert geantwortet habe (S. 8 oben). Der Beschwerdeführer habe angegeben, doch nicht zu «spinnen», er wolle deshalb nicht in eine Klinik eintreten, wozu Dr. A.___ festhielt, er, der Untersucher, habe «doch, Sie spinnen!» entgegnet. Darauf scheine der Beschwerdeführer hellwach zu sein und wisse nicht, ob er sich über die Bemerkung «Sie spinnen» aufregen solle (S. 8 unten). Für den Untersucher sei auffällig, dass die Ehefrau jetzt einen harten Gesichtsausdruck habe, mit fast starren Augen - eine Frau, die sich in ihre eigene Festung zurückgezogen habe. Er (Dr. A.___) habe dazu gesagt, dass sie niemandem mehr habe, der sie mit dem Auto chauffiere, wenn ihr Mann in der Klinik sei, es werde dann vieles anders sein! (S. 10 oben). Dr. A.___ schilderte sodann ausführlich seinen Eindruck der Ehefrau des Beschwerdeführers (S. 10 Mitte). Es wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 12): - rezidivierende depressive Störungen, gegenwärtig eher remittiert (ICD-10 F33.4) - passiv-abhängige und ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), mit allgemeinen, als schicksalsträchtig erlebtem Rückzugverhalten - symbiotische Paar-Kollusion, der Beschwerdeführer in der akzeptierten subdominanten Rolle, mit Vernachlässigung eigener (Hausmanns-) Aufgaben (ICD-10 Z63.0) Die gegenwärtige psychische Verfassung, die innere Einengung und die unbewegliche Beziehungskonstellation führten unbestreitbar zu einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100 % (S. 13). Psychosoziale Faktoren spielten heute eine eher untergeordnete Rolle, es sei denn, das beschriebene kollusionäre Paarverhalten sei als ein solcher Faktor zu betrachten. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei unumkehrbar dauerhaft. Die Frage einer angepassten Tätigkeit sei beim gegenwärtigen Therapiestand nicht zu beantworten. Die psychiatrischen Diagnosen schienen ergänzungsbedürftig, insbesondere was die mögliche Persönlichkeitsgrundstörung und die pathologische Paarkonstellation angehe. Falls sich der Beschwerdeführer für eine stationäre Behandlung entschliessen könne, sei in einem Zeitraum von 1-2 Jahren eine Besserung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % zu erwarten. Bedenklich sei allerdings, dass die zumutbare Willensanstrengung zurzeit noch minimal sei (S. 14 f.). 3.3 Dr. med. I.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, und PD Dr. med. B.___, Ärztlicher Leiter RAD und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Prävention und Gesundheitswesen, nahmen zum Gutachten von Dr. A.___ Stellung (Urk. 2/11/I/50/3-4) und hielten fest, aus den erhobenen Befunden lasse sich kaum eine Pathologie ableiten. Damit sei das entstandene Bild psychopathologisch nicht verwertbar. Eindeutige Hinweise auf eine depressive Erkrankung ergäben sich nicht. Das Gutachten sei insoweit nachvollziehbar, als eine früher etwa vorhanden gewesene (mittelschwere) depressive Episode inzwischen remittiert sei. Eindeutig ergebe sich die symbiotische Paarbeziehung mit weitgehender Aufgabendelegation an den Partner, die nicht als ICD-definierte psychiatrische Störung gelte, sondern als ein den Gesundheitsschaden begleitender psychosozialer Belastungsfaktor. Die Voraussetzungen für eine Persönlichkeitsstörung seien zudem angesichts der Biographie des Beschwerdeführers mit Absolvieren des Militärdienstes und erfolgreicher Banklehre mit einem Aufstieg in die Führungsposition nicht erfüllt. Vor diesem Hintergrund seien die gutachterlichen Bemessungen der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar (Urk. 2/11/I/50/3). Es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten auszugehen, wobei es sich um Tätigkeiten handeln solle, die ohne besonderen Zeitdruck, mit geringem Komplexitätsgrad und ohne schwere körperliche Belastungen durchführbar seien. Zudem sei eine Schadenminderungspflicht mit regelmässiger psychotherapeutischer Behandlung und Einnahme von suffizienten Psychopharmaka aufzuerlegen (Urk. 2/11/I/50/3). 3.4 Im Vorbescheid vom 22. Oktober 2007 (Urk. 2/11/I/54) wurde bei einer angenommenen Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepassten Tätigkeiten die Reduktion der bisherigen ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht gestellt. Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte der Beschwerdeführer den Bericht von Dr. H.___ vom 11. November 2007 (Urk. 2/11/I/57) ein, worin dieser eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) diagnostizierte (S. 1 Ziff. 1) und festhielt, auch er gehe nicht von einer Persönlichkeitsstörung aus (S. 2 Ziff. 5). Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner anhaltenden Depression, wegen des starken Antriebsmangels, der enormen Ermüdbarkeit und der Konzentrations- und Merkfähigkeitsprobleme nicht in der Lage, einer Tätigkeit, auch nicht in einem angepassten Bereich, nachzugehen (S. 3 Ziff. 7). 3.5 Am 18. Januar 2008 wurde der Beschwerdeführer von Dr. B.___ untersucht. In seinem Bericht vom 25. Januar 2008 (Urk. 2/11/I/64) diagnostizierte Dr. B.___ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Ausprägung (ICD-10 F32.2; S. 6 Ziff. 12). Zur aktuellen Lebenssituation befragt, habe der Beschwerdeführer angegeben, geschieden zu sein und zwei Söhne im Alter von 23 und 27 Jahren zu haben. Er unterhalte keinen Kontakt mehr zu seiner Ex-Frau, müsse ihr aber Alimente in der Höhe von Fr. 2'500.-- monatlich bezahlen. Er habe zu beiden Söhnen seit Jahren keine Beziehung mehr, diese werde von den Söhnen auch nicht gewünscht. Seine persönliche finanzielle Situation sei angespannt. Er müsse nebst den Alimenten auch noch Schulden tilgen und habe durchaus Existenzängste. Früher habe er mehrere Freunde beziehungsweise gute Bekannte gehabt. Heute habe sich das verändert, ab und an werde er von einem Freund besucht. Bezüglich Freizeit und Hobbies fehle es ihm am Antrieb. So habe er früher gern im eigenen Garten gearbeitet, heute tue er das nicht mehr und laufe einfach nurmehr im Garten herum (S. 2 Ziff. 2). Zum Tagesablauf befragt, führte der Beschwerdeführer aus, dass er an einem Werktag morgens die Partnerin mit dem Auto zum Tram fahre. Er habe dabei immer wieder Angst, dass irgendetwas passiere. Dann bereite er sich einen Kaffee, gehe im Garten umher, schaue fern. Das Essen sei meistens von der Ehefrau vorbereitet. Der Nachmittag verlaufe im Wesentlichen gleich wie geschildert. Am Abend hole er die Frau ab und sie bereite dann das Nachtessen. Gegen 23 Uhr gehe er zu Bett (S. 2 Ziff. 3). Generell verlasse er das Haus nur ungern, dies sei seit etwa 3 oder 4 Jahren so. Er schlafe chronisch schlecht, erwache immer wieder, habe oft Nachtschweiss und werde morgens gegen fünf Uhr wach. Das sei durchgängig so. Er traue sich nichts mehr zu. In seinem Leben habe er keine Perspektive mehr. Auch an der familiären Situation könne er nichts ändern (S. 2 Ziff. 4). Seit 2004 gehe es ihm nun durchgehend schlecht und er arbeite nicht mehr. Er werde mit Truxal 15mg bei bedarfsweiser Einnahme behandelt sowie mit Efexor ER (Venlafaxin) einmal 75 mg abends. Die früher verordnete Dosis von 150 mg habe er nicht vertragen, er habe an Gewicht zugenommen und ausserdem manchmal kurzzeitige Schwindelgefühle gehabt. Wegen seiner Erkrankung sei er bisher nicht in Spitalbehandlung gewesen (S. 2 f. Ziff. 5). Zur vegetativen Anamnese wurde festgehalten, der Schlaf sei chronisch gestört im Sinne sowohl von Einschlaf- wie auch Durchschlafstörungen. Der Appetit sei wechselhaft und im Allgemeinen gut. Alkohol werde selten konsumiert, bei Besuch gelegentlich ein Glas Wein (S. 4 Ziff. 9). Der psychopathologische Befund habe ergeben, dass der Versicherte von normaler Vigilanz und situativ orientiert sei. Er wirke wenig konzentriert. Fragen müssten oft wiederholt werden, auch die Frage-Antwort-Latenz sei deutlich verlängert und die Auffassung wirke eingeschränkt. Auch relevante biographische Daten würden entweder nicht erinnert oder es bedürfe langer Überlegung, um am Ende zu ungefähren Angaben zu gelangen. Die Mimik und Gestik seien deutlich reduziert. Der Versicherte zeige während des Untersuchungsverlaufes kaum Bewegungsveränderungen, bewege sich auch langsam und kleinschrittig. Die Stimmung wirke deutlich gedrückt. Es bestehe eine gedankliche Einengung auf Existenzängste und Perspektivlosigkeit im Lebensverlauf. Aus der Exploration ergebe sich kein eindeutiges Bild im Hinblick auf krankheitsunabhängig bestehende Persönlichkeitsmerkmale. Aus der Verhaltensbeobachtung in der Untersuchung und der Schilderung des Tagesablaufes ergebe sich der Hinweis auf eine deutliche Beeinträchtigung des Antriebs. Eine eindeutige zirkadiane Rhythmik sei nicht zu erfragen. Das Sprechen erfolge relativ langsam und modulationsarm. Wahnhafte Denkinhalte seien nicht vorhanden, die vorgetragenen Existenzängste etwa seien vor dem Hintergrund der beschriebenen Situation nicht als völlig gegenstandslos von der Hand zu weisen. In formaler Hinsicht bestünden ein Kreisen und eine Einengung des Denkens auf bestimmte wiederkehrende Themen. Es fänden sich Hinweise auf ein zeitweise vorhandenes Derealisations- und Depersonalisationserleben geringer Ausprägung. Wahrnehmungsstörungen oder Sinnestäuschungen seien nicht vorhanden. Es ergäben sich keine Hinweise für Aggravation oder Simulation (S. 4 f. Ziff. 10). Eine neuropsychologische Testung sei nicht erfolgt. Das Blutbild zeige keine Auffälligkeiten. Die Konzentration des Venlafaxin liege unterhalb des therapeutischen Bereiches, wobei allerdings die Abnahme deutlich später als bei diesen Indikationen (morgens nüchtern) erfolgt sei. Die Metabolite des Venlafaxin lägen im unteren Normbereich (S. 5 f. Ziff. 11). Es liege eine depressive Störung vor, eine Komorbidität sei nicht festzustellen und es bestünden keine psychotischen Merkmale. Die im Rahmen dieser Untersuchung durch den RAD gestellte Diagnose sei also nicht abweichend von den referierten fachärztlichen Beurteilungen. Insoweit im Gutachten von Dr. A.___ die Achse-Il-Diagnose einer abhängigen und passiven Persönlichkeit gestellt werde, könne diese weder verifiziert noch falsifiziert werden. Es müsse grundsätzlich bezweifelt werden, ob es mit hinreichend diagnostischer Verlässlichkeit in diesem depressiven Zustandsbild möglich sei, vor der Erkrankung bestehende Persönlichkeitsmerkmale zuverlässig zu rekonstruieren. Immerhin weise die schulische und berufliche Entwicklung des Versicherten doch darauf hin, dass eine gewisse soziale Kompetenz notwendig vorhanden gewesen sein müsse. Ein krankheitswertig ausgeprägtes ängstliches und vermeidendes Verhalten ergebe sich aus der Erwerbsanamnese und der beruflichen Qualifikation jedenfalls nicht, bis dann etwa im 2002 die affektive Erkrankung hinzugetreten sei. Auf die Partnerbeziehung sei durch Dr. A.___ gutachterlich an Hand konkreter, in der Situation der Untersuchung erkennbarer Verhaltensbeobachtungen hingewiesen worden; diese Darstellungen wirkten schlüssig und wiesen auf bestimmte, krankheitsstabilisierend wirkende psychodynamische Aspekte der Erkrankung hin. Es handle sich um die Bezeichnung einer psychosozial relevanten Konstellation, nicht an sich um eine zu codierende psychiatrische Krankheit (S. 6 Ziff. 13). Bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung sei zunächst festzustellen, dass ein IV-relevanter psychischer Gesundheitsschaden zweifelsfrei bestehe. Dieser sei im Ergebnis der RAD-eigenen Untersuchung in inhaltlicher Übereinstimmung mit den vorliegenden fachärztlichen Berichten/Gutachten festzustellen. Zweifellos seien psycho-soziale Momente von nachteiliger Auswirkung sowohl bei der Entwicklung als auch der Unterhaltung dieser psychischen Störung gewesen, doch sei inzwischen eindeutig festzustellen, dass die Störung sich als solche verfestigt habe und nicht durch eine Änderung der Lebensbedingungen allein schon verschwinden würde. Es handle sich um ein inzwischen verselbständigtes Krankheitsgeschehen von chronischem Verlauf. Die depressive Stimmung unterliege erfahrungsgemäss in einem längeren Betrachtungszeitraum Veränderungen, wobei verschiedene Verlaufsmuster möglich seien. Es könnten zeitlich abgrenzbare Episoden depressiver Verstimmung bestehen und nach einer gewissen, meist Wochen bis Monate umfassenden Zeit wieder remittieren, diese Remissionen könnten teilweise oder vollständig erfolgen, sodass in letztgenanntem Fall der Gesundheitszustand wieder erreicht werde. Hier liege offenbar ein Verlaufsmuster von initial episodischem, dann chronischem Verlauf mit gewissen Veränderungen in der Ausprägung vor. Durch den Gutachter Dr. A.___ sei damals zwar noch eine gewisse Restsymptomatik festgestellt worden, doch sei die Depression nicht als schwer zu graduieren gewesen. In inhaltlicher Ausrichtung auf das etablierte ICD-10-System sei gegenwärtig die Diagnose einer schweren depressiven Störung ohne psychotische und ohne (wesentliche) somatische Symptome zu stellen. Es handle sich um ein Zustandsbild mit anhaltend schwerer depressiver Verstimmung, Verlust des Selbstwertgefühls, deutlicher Antriebsstörung, auch Schuldgedanken in Hinblick auf die finanzielle Situation und die gestörte innerfamiliäre Beziehung. Suizidalität sei gegenwärtig nicht vorhanden. Es liege im gegenwärtigen Zustand eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jede in Frage kommende Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes vor. Allerdings sei die Prognose nicht notwendig negativ; eine Verbesserung sei möglich. Allerdings verlange dies eine Ausdosierung von Antidepressiva bis an die Grenze der Verträglichkeit, wobei gewisse Nebenwirkungen wie etwa eine begrenzte Gewichtszunahme angesichts der Schwere des Krankheitsbildes toleriert werden müssten; erfahrungsgemäss seien gewisse andere Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindelgefühl und so weiter nur zu Beginn der Therapie vorhanden und würden dann verschwinden oder zumindest an Ausprägung deutlich abnehmen. Es seien zudem ergänzende Behandlungen in Betracht zu ziehen wie etwa eine Schlafentzugsbehandlung, bei sehr spezieller Indikation auch eine Elektrokrampftherapie oder eine Kombination von antidepressiven und antriebsstimulierenden Medikamenten. Es sei im Hinblick auf die praktisch durchgeführte Therapie zweifellos festzustellen, dass diese therapeutischen Optionen nicht ausgeschöpft worden seien. Auch sei unter Gewichtung der durch den Gutachter nachvollziehbar hervorgehobenen Beziehungsaspekte in Betracht zu ziehen, dass eine zeitlich befristete Trennung von der Partnerin sinnvoll sein und auch andere psychotherapeutische Zugänge ermöglichen könnte. Von einer Ausschöpfung aller pharmakologischen und nichtpharmakologischen Verfahren könne eine Besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit mit Wahrscheinlichkeit erwartet werden. Unter den gegebenen Bedingungen - der beschriebenen Beziehungsproblematik und auch der geringen Toleranzschwelle im Hinblick auf Nebenwirkungen der Medikamente - empfehle sich eine stationäre psychiatrische Therapie (S. 6 f. Ziff. 14). 3.6 Nach Auferlegung einer Schadenminderungspflicht (Urk. 2/11/I/66) richtete die Beschwerdegegnerin gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 18. Januar 2008 dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 25. Januar 2008 weiterhin eine ganze Rente aus (Urk. 2/11/I/67).
4. 4.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind, und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts, insbesondere bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Zweifellose Unrichtigkeit meint dabei, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung besteht, also einzig dieser Schluss denkbar ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung bestehenden Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis. Das Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgte oder weil massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (BGE 144 I 103 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_57/2020 vom 18. Juni 2020 E. 4.1, je mit weiteren Hinweisen). Qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom 2. August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen). 4.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E. 3.2.1). 4.3 Dr. A.___ verzichtete in seinem Gutachten vom 25. Juli 2007 (vorstehend E. 3.3) auf eine nochmalige Erhebung der Gesamtanamnese. Damit fehlt es dem Gutachten an der zur Bejahung des Beweiswertes erforderlichen Vollständigkeit. Dass er dagegen grossen Wert auf die gegenwärtige Lebenssituation und die Alltagsstruktur des Beschwerdeführers legte, deutet darauf hin, dass er sich vermutlich nicht im Klaren darüber war, dass es seine zentrale Aufgabe gewesen wäre, eine allfällige Veränderung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit seit Erlass der rentenzusprechenden Verfügung zu untersuchen. Denn der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom 10. Juni 2021 E. 2.3 m.w.H.). Eine solche Sachlage ist vorliegend nicht ersichtlich. Unerklärlich bleibt auch, weshalb die Ehefrau des Beschwerdeführers an der Begutachtung teilnahm und Dr. A.___ sogar so weit ging, die Begutachtung auf sie auszuweiten. So bezieht sich ein grosser Teil des Gutachtens auf ihre Befindlichkeit und seinen Eindruck von ihr sowie auf die Paarbeziehung. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern dies in einem massgeblichen Zusammenhang steht mit der Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Vielmehr könnte beinahe der Eindruck einer Eheberatung entstehen. Es scheint sodann, als habe Dr. A.___ die nötige professionelle Distanz zu der zu untersuchenden Person - und ihrer Ehefrau - vermissen lassen, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass er sich im Gutachten unsachlich und despektierlich über diese äussert. So gibt er dem Beschwerdeführer den Namen «Georg» und seine Frau nennt er «Schneewittchen», der Beschwerdeführer sei der «Boy» der Ehefrau, und er teilt diesem wortwörtlich mit, dass er spinne. Abgesehen davon vermag das Gutachten auch inhaltlich nicht zu überzeugen. Dr. A.___ begründet seine Einschätzung, dass die psychische Verfassung des Beschwerdeführers, die innere Einengung und die unbewegliche Beziehungskonstellation «unbestreitbar» zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führten, nicht und diese ist dementsprechend auch nicht nachvollziehbar, ebenso wenig wie die Aussage, die Frage einer angepassten Tätigkeit sei beim gegenwärtigen Therapiestand nicht zu beantworten. Auf das Gutachten Dr. A.___s kann bereits aus den genannten Gründen nicht abgestellt werden. 4.4 Zu diesem Schluss kamen auch Dr. I.___ und Dr. B.___ vom RAD (vgl. vorstehend E. 3.4). Dennoch gingen sie zunächst ohne weitere Abklärungen von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten aus, sofern es sich um solche ohne besonderen Zeitdruck, mit geringem Komplexitätsgrad und ohne schwere körperliche Belastungen handelt. Angesichts der von Dr. A.___ gestellten Diagnosen und erhobenen Befunde ist jedoch fraglich, ob überhaupt ein solches Belastungsprofil erforderlich war. Die Frage, ob der Beschwerdeführer auch in der angestammten Tätigkeit wieder über eine Arbeitsfähigkeit verfügte, wurde nicht geprüft. 4.5 Nachdem auch der Bericht von Dr. H.___ vom 11. November 2007 (vgl. vorstehend E. 3.5) zu wenig Aufschluss über die Frage einer anspruchsrelevanten Veränderung geben konnte, nahm Dr. B.___ eine eigene Untersuchung des Beschwerdeführers vor. Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2). Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen). 4.6 Dr. B.___ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung von gegenwärtig schwerer Ausprägung (ICD-10F.32.2) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jede in Frage kommende Tätigkeit (vgl. vorstehend E. 3.6). Diese Einschätzung lässt sich mit den Angaben des Beschwerdeführers, an Werktagen regelmässig morgens die Partnerin mit dem Auto zum Tram zu fahren und am Abend wieder abzuholen, nicht vereinbaren. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage ist, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten durchzuführen, wenn dann allenfalls sehr begrenzt (Dilling/Mombour/Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 10. Aufl., Bern 2015, S. 174). Der Beschwerdeführer vermochte jedoch gemäss eigenen Angaben offenkundig regelmässig Auto zu fahren und sich an den Tagesrhythmus der Partnerin zu halten. Er machte nach der Fahrt zu Hause Kaffee, ging im Garten umher und konnte sich mit Fernsehen beschäftigen. Er gab auch an, bei Besuch ein Glas Wein zu trinken, woraus zu schliessen ist, dass er zur Teilnahme an sozialen Kontakten fähig war. Ab und an wurde er von einem Freund besucht. Dr. B.___ erklärte diese Widersprüche zu der von ihm genannten Diagnose und ihren Auswirkungen nicht, ebenso wenig wie den Umstand, dass der Beschwerdeführer bei einer solchen Diagnose offensichtlich weder eine genügende Medikation befolgte noch eine adäquate Therapie wahrnahm. Eine neuropsychologische Testung erfolgte anlässlich der Untersuchung nicht und Dr. B.___ verwendete keine psychologischen Testinstrumente. Dr. B.___ hielt weiter fest, seine Erkenntnisse stünden in Übereinstimmung mit den vorliegenden fachärztlichen Berichten. Diesen kommt jedoch, wie aufgezeigt, kein genügender Beweiswert zu und sie sind nicht nachvollziehbar, weshalb eine Übereinstimmung unerheblich bleibt. Dr. B.___ erachtete zudem die von Dr. A.___ hervorgehobenen Beziehungsaspekte als nachvollziehbar, was mangels Bezugs zur Frage der Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen vermag. Und schliesslich erfolgte keine genaue Begründung, weshalb gemäss Dr. B.___ nun eine von psychosozialen Faktoren trennbare und verselbständigte Beeinträchtigung vorliegt. Bezüglich depressiver Leiden sah die damals beachtliche Rechtsprechung vor, es müsse eine von depressiven Verstimmungszuständen und von den Folgen soziokultureller Belastungsfaktoren klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder ein damit vergleichbarer psychischer Leidenszustand vorliegen (BGE 127 V 294 E. 5a). Die Diagnose einer schweren depressiven Episode wurde jedoch fachmedizinisch nicht glaubhaft gestellt, und eine genaue Abgrenzung erfolgte nicht. Mithin genügte auch dieser Bericht den praxisgemässen Beweisanforderungen eindeutig nicht. 4.7 Somit lag kein medizinischer Bericht vor, der den Beweisanforderungen an eine ärztliche Expertise zu genügen vermochte. Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie eine diesbezügliche allfällige Veränderung seit 2006 wurden nicht rechtsgenüglich überprüft und blieben ungeklärt. Die notwendigen fachärztlichen Abklärungen wurden nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt (vgl. vorstehend E. 4.2). Es steht deshalb fest, dass die rentenanspruchsbestätigende Mitteilung vom 25. Januar 2008 aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erging, womit sie zweifellos unrichtig war. Der Rückkommensgrund der Wiedererwägung ist deshalb zu bejahen. Da es sich um eine Dauerleistung handelt, ist die Berichtigung von erheblicher Bedeutung.
5. 5.1 Die von der Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vorgenommene Renteneinstellung und die Verneinung eines weiteren Rentenanspruchs sind demnach basierend auf den für eine Wiedererwägung geltenden Regeln materiell zu prüfen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG für ein wiedererwägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Verfügung gilt es grundsätzlich, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Dabei ist – wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung zu ermitteln (BGE 144 I 103 E. 4.4.1 mit Hinweisen, 141 V 9 E. 2.3). Die wiedererwägungsweise Rentenaufhebung oder -herabsetzung erfolgt in der Regel vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 85 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV; vgl. BGE 142 V 259 E. 3.2.1 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_880/2015 vom 21. März 2016 E. 3.2 und 9C_258/2014 vom 3. September 2014 E. 3.2, je mit Hinweisen). Eine rückwirkende Rentenaufhebung oder -herabsetzung kommt im Fall einer unrechtmässigen Leistungserwirkung oder einer Verletzung der Meldepflicht in Frage (Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV sowohl in der bis Ende Dezember 2014 als auch in der seither geltenden Fassung), wobei diese seit der Revision von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV per 1. Januar 2015 für den unrechtmässigen Leistungsbezug nicht – mehr – kausal gewesen sein muss (BGE 142 V 259 E. 3.2.1 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 5 und 8C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2). Dies ist nachfolgend zu prüfen. 5.2 Zuvor bleibt darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin die betreffend Wiedererwägung der Verfügung vom 12. Juni 2006 zunächst am 3. Dezember 2015 erlassene Verfügung noch vor Ablauf der Rechtsmittelfrist mit der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2016 wieder aufgehoben und einen betreffend Wiedererwägung gleichlautenden, jedoch mit Bezug auf die Rückforderung abgeänderten Entscheid erlassen hat. Anstelle von Fr. 87'458.-- (Urk. 2/11/I/272/5) beläuft sich die Rückforderung nunmehr auf Fr. 75'418.-- (Urk. 2/2 S. 5). Hierzu ist auf das in vorstehender E. 4.1 Ausgeführte zu verweisen. Es stand im Ermessen der Beschwerdegegnerin, die von ihr am 3. Dezember 2015 erlassene Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen und durch einen betreffend das Rückforderungsquantitativ abgeänderten Entscheid zu ersetzen.
6. 6.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 6.2 Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes oder eines Arztgutachtens ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen). 6.3 Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung vom 13. Januar 2016 zum Ergebnis der medizinischen Abklärung aus, gemäss dem Gutachten von Dr. E.___ liege kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert im Sinne der Invalidenversicherung vor. Erstellt sei auch, dass ein solcher Zustand zu keinem Zeitpunkt vorgelegen habe. Aus dem Gutachten ergebe sich, dass die psychische Beschwerdesymptomatik und die hieraus resultierenden Einschränkungen im Hinblick auf Versicherungsleistungen gegenüber den behandelnden Ärzten, Gutachtern und Abklärungspersonen simuliert worden seien. Auch seien leistungsrelevante Sachverhalte, wie etwa der Aufbau und die Tätigkeit als Präsident der M.___, die am 16. Juli 2007 im Handelsregister eingetragen worden sei, nicht gemeldet worden. Somit lägen eine unrechtsmässige Anspruchsbegründung und eine Meldepflichtverletzung vor. Die vom Beschwerdeführer gegen die Begutachtung von Dr. E.___ erhobenen Einwände seien nicht stichhaltig. Es handle sich keineswegs nur um ein Gefälligkeitsgutachten. Die Begutachtung sei sehr umfangreich ausgefallen und dem Gutachter hätten sämtliche Unterlagen zur Verfügung gestanden, insbesondere die Unterlagen zu den früher erfolgten ärztlichen Beurteilungen und auch die Akten aus dem Strafverfahren. Damit und mit den erhobenen Befunden habe sich der Gutachter sehr sorgfältig auseinandergesetzt. Die Beurteilung von Dr. E.___ überzeuge vor dem Hintergrund der umfassenden Darstellung des Störungsbildes durch den Beschwerdeführer in der Untersuchung einerseits und angesichts der fehlenden und falschen Sachverhaltskenntnisse der Vorgutachter andererseits (Urk. 2/2 S. 2 ff.). In der Stellungnahme vom 10. Oktober 2019 ergänzte die Beschwerdegegnerin, bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes durch das Gutachten von Prof. F.___ und Dr. G.___ vom 30. Mai 2018, das im Strafverfahren eingeholt worden sei, handle es sich um eine im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne andere Beurteilung eines unverändert gebliebenen Sachverhalts. An der Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. E.___ ändere sich dadurch nichts (Urk. 2/30 S. 1 f.). 6.4 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, das Gutachten von Dr. E.___ genüge den praxisgemäss zu beachtenden Beweisgrundsätzen nicht. Die von den übrigen echtzeitlichen ärztlichen Beurteilungen abweichende retrospektive Beurteilung über eine Zeitdauer von etlichen Jahren überzeuge nicht. Seriös sei eine solche retrospektive Einschätzung gar nicht möglich. Auch das Bundesgericht habe festgehalten, dass eine retrospektive Beurteilung stets mit einer Unsicherheit behaftet sei (Urteil des Bundesgerichts 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E. 4.3.2). Zudem sei der Gutachter auf die Vorberichte inhaltlich nicht im erforderlichen Ausmass eingegangen; insbesondere habe er sich mit den darin gestellten Diagnosen nicht auseinandergesetzt. Den Nachweis, dass für die gesamte Dauer des Rentenbezuges keine Erwerbsunfähigkeit vorgelegen habe, erbringe das Gutachten von Dr. E.___ nicht. In der psychiatrischen Exploration seien subjektive Angaben naturgemäss von Bedeutung, Dr. E.___ habe diese aber nicht unvoreingenommen bewertet. Zur Frage der Erwerbsunfähigkeit habe er sich an keiner Stelle im erforderlichen Mass geäussert. Die lediglich punktuelle Tätigkeit für die M.___ ändere nichts daran, dass effektiv eine Erwerbunfähigkeit vorgelegen habe. Die depressive Erkrankung habe eine normale Arbeit nicht zugelassen. Zu beachten sei sodann, dass Dr. E.___ keine fremdanamnestischen Auskünfte eingeholt habe. Angesichts der objektiven Mängel des Gutachtens von Dr. E.___ gewinne die Beurteilung durch den langjährig behandelnden Arzt Dr. H.___ an Bedeutung. Dieser habe nachvollziehbar dargelegt, dass keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei (Urk. 2/1 S. 4-11). Gemäss dem vom Obergericht des Kantons Zürich im Strafverfahren eingeholten Gutachten von Prof. F.___ und Dr. G.___ liege keine generelle, absichtliche und gezielte Vortäuschung einer psychischen Erkrankung vor, sondern eine psychische Erkrankung in Form einer posttraumatischen Verbitterungsstörung, die sich in relevanter Weise auf die Erwerbsfähigkeit auswirke. Vor dem Hintergrund der auch von den übrigen involvierten Ärzten und insbesondere von Dr. H.___ attestierten Arbeitsunfähigkeit sei demnach nachgewiesen, dass seit dem 22. Februar 2002 eine erwerbliche Betätigung nicht mehr zumutbar sei (Urk. 2/41 S. 2 ff.). 6.5 Dr. E.___ untersuchte den Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2/11/I/209) an mehreren Tagen während insgesamt 17,5 Stunden. Es standen ihm die Akten unter Einschluss derjenigen aus dem Strafverfahren zu Verfügung (Urk. 2/11/I/229/5 f.). Besonderen Bezug nahm er auf die Krankengeschichte des behandelnden Psychiaters Dr. H.___ (Urk. 2/11/I/229/69-87), auf diejenige der Klinik Schützen in Rheinfelden (Urk. 2/11/I/229/88/90) und auf diejenige des Hausarztes (Urk. 2/11/I/229/90 f.). Sodann hatte der Beschwerdeführer ausführlich Gelegenheit, sich zur Vorgeschichte und zu seinen Beschwerden zu äussern (Urk. 2/11/I/229/94 ff.) und Dr. E.___ erhob den psychopathologischen Befund (Urk. 2/11/I/229/139 ff.). Dem fügt sich die diagnostische Beurteilung und die Beantwortung der gestellten Fragen und Zusatzfragen an (Urk. 2/11/I/229/153 ff.). Anhand der erhobenen Befunde untersuchte der Experte die diagnostischen Voraussetzungen folgender Leiden respektive Leidenskategorien: organische und substanzinduzierte Störungen oder eine Störung aus dem Formenkreis der Schizophrenie, affektive oder Persönlichkeitsstörungen, neurotische, Belastungs- oder somatoforme Störungen sowie Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren (Urk. 2/11/I/229/2 u. Urk. 2/11/I/229/153 ff.). Hinweise für eine organische oder substanzinduzierte Störung oder für eine Störung aus dem Formenkreis der Schizophrenien verneinte der Gutachter mit der Begründung, Anzeichen hierfür seien klarerweise nicht vorhanden. Insbesondere liege keine Abhängigkeitserkrankung vor (Urk. 2/11/I/229/153). Der Gutachter führte sodann unter äusserst detaillierter Bezugnahme auf die familiären und beruflichen Ereignisse, schwergewichtig in der Zeit ab der Jahrtausendwende (unter Angabe der jeweiligen Quellen: Darstellung des Beschwerdeführers, Krankengeschichte von Dr. H.___, Akten des Strafverfahrens, frühere Gutachten) aus, das Befinden des Beschwerdeführers, namentlich Niedergeschlagenheit, Bedrückung, Ängste oder Sorgen, sei durch die ungünstigen Vorkommnisse (berufliche Probleme, gescheiterte Ehe, Probleme mit den Kindern) und somit in erster Linie durch die psychosoziale Belastung und weniger durch eine eigentliche depressive Symptomatik bestimmt gewesen. Die Angaben des Beschwerdeführers, das berufliche Scheitern sei allein Folge des Angriffs durch seinen Sohn, und die dadurch bedingte psychische Belastung seien nicht ohne Weiteres plausibel, auch wenn das Gefühl der möglichen Versöhnung mit dem Sohn verloren gegangen sei. Effektiv sei die Freistellung durch die Arbeitgeberin nicht in den auf den Angriff folgenden Tagen erfolgt, sondern erst sechs Wochen danach. Ferner habe bei der Freistellung auch die Frage respektive die Vorbereitung einer künftigen beruflichen Selbständigkeit des Beschwerdeführers eine Rolle gespielt. Anlässlich der Begutachtung habe der Beschwerdeführer zwar einerseits angegeben, die Freistellung durch die Arbeitgeberin habe ihn aus der Bahn geworfen, anderseits sei aber die quälende Mühe des Depressiven, eine Leistung zu erbringen, die zu erbringen ihm tatsächlich nicht mehr möglich sei, nicht deutlich geworden. Die behandelnden Ärzte hätten zwar die für die Diagnose einer depressiven Störung mit mittelgradigen Episoden erforderlichen Symptome oder diejenigen für eine schwergradige Episode teilweise beschrieben, allerdings seien diese durch die Feststellungen anderer Ärzte nicht ausreichend belegt. Beispielsweise seien anlässlich der stationären Behandlung orthopädischer Natur im Spital J.___ im Jahr 2005 (vgl. Urk. 2/11/I/229/7) die Auffassungsgabe und das Konzentrationsvermögen als uneingeschränkt beschrieben und auch sonst keinerlei Auffälligkeiten psychischer Art festgestellt worden. Die mit einer schwergradigen Depression einhergehenden Symptome, insbesondere Verzweiflung, Agitiertheit, ausgeprägte Antriebshemmung und Verlust des Selbstwertgefühls seien auch nicht vereinbar mit der vom Beschwerdeführer nach dem Verlust seiner Stelle bei der Bank Y.___ im Jahr 2004 ergriffenen Initiative zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit mit Gründung einer Unternehmung und Schaffung einer Webseite. Der Beschwerdeführer habe diese Aktivitäten mit dem Willen zur Dissimulation seines Zustandes mit fehlendem Antrieb, stark eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit, erheblich beeinträchtigter Auffassungsfähigkeit, schwerer Antriebsstörung und mit Insuffizienzgefühlen begründet. Diese Erklärung bedeute, dass der Beschwerdeführer einen Antrieb hätte zeigen können, der krankheitsbedingt gefehlt habe, und ein Konzentrationsvermögen, das effektiv in hohem Mass beeinträchtigt gewesen sei, ein Auffassungsvermögen, das tatsächlich gestört, sowie ein Selbstwertgefühl, das in Tat und Wahrheit nicht vorhanden gewesen sei. Die Vortäuschung tatsächlich nicht bestehender kognitiver Beeinträchtigungen sei im Gegensatz zur Vortäuschung kognitiver Beeinträchtigungen oder zur Aggravation bestehender kognitiver Beeinträchtigungen nicht möglich. So könne beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit insofern nicht gespielt werden, als ein Mensch, der in der Untersuchung eine erhaltene Konzentrationsfähigkeit aufweise, eben auch über eine solche verfüge. Die Aktivitäten in Bezug auf die Gründung und Vorbereitung einer beruflichen Unternehmung seien unabhängig vom Ausmass der späteren Aktivitäten nicht mit der Feststellung des behandelnden Psychiaters (Dr. H.___; vgl. Urk. 2/11/I/229/7 f., 22 f., 28 f., 42 ff., 66 ff.) vereinbar, es seien die Gedanken des Beschwerdeführers auf die Unmöglichkeit arbeiten zu können eingeengt gewesen. Anlässlich der Begutachtung im Jahr 2006 (durch Dr. Z.___; vgl. Urk. 2/11/I/10 ff.) habe der Experte im Zusammenhang mit der sinngemäss diagnostizierten schweren depressiven Episode auf verschiedene belastende Lebensumstände hingewiesen (familiäre Belastungen, Stellenverlust, Schulden). Im Zusammenhang mit dem objektiven Befund sei festgehalten worden, dass der Kontakt mit dem Beschwerdeführer leicht gelinge. Der Gutachter habe aber auch eine ersterbende Stimme erwähnt, mit der der Beschwerdeführer gesprochen habe und die die Untersuchung erschwert habe, ferner verlängerte Antwortlatenzen und eine das ganze Verhalten beherrschende Emotion der Depression. In seinen Überlegungen habe der Gutachter die reale Situation im Bankengewerbe in den Vordergrund gerückt und habe auch die Möglichkeit eines in der Vergangenheit bestehenden Missverhältnisses zwischen beruflicher Stellung und beruflicher Qualifikation hervorgehoben und für den Fall einer Besserung des Zustandsbildes eine Arbeitsmöglichkeit ohne Kundenkontakt im kaufmännischen Bereich erwähnt. Effektiv habe der Gutachter aber nur einen unvollständigen psychopathologischen Befund dargestellt. Insbesondere sei er nicht der Frage nachgegangen, weswegen bei einem schwer Depressiven der Kontakt leicht gelinge, und er habe sich auch nicht gefragt, inwieweit eine ersterbende Stimme mit einer leichten Kontaktaufnahme vereinbar sei. Nicht geklärt habe der Gutachter auch die plötzliche Lebhaftigkeit und Initiative des Beschwerdeführers, die sich in der Auflehnung gegen die Vorstellung einer möglichen Arbeitstätigkeit gezeigt habe. Aus den Darlegungen des seinerzeitigen Gutachters ergebe sich sodann nicht, dass der Beschwerdeführer irgendwelche Hinweise auf seine Vorstellungen von beruflicher Selbständigkeit und die diesbezüglich unternommenen Aktivitäten gemacht hätte. Nicht erörtert habe der Gutachter schliesslich auch die Bedeutung der mangelnden therapeutischen Compliance, insbesondere die ungenügende Öffnung des Beschwerdeführers gegenüber Behandlungsmassnahmen, wie sie an sich bei einer psychischen Störung von der beim Beschwerdeführer diagnostizierten Art üblich seien. Wenig überzeugend seien sodann auch die vom behandelnden Psychiater Dr. H.___ einerseits festgestellte erhebliche Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten bei gleichzeitig uneingeschränkt attestierter Fahrfähigkeit. Auffällig sei auch, dass trotz Erwähnung ausgeprägter depressiver Symptome und anhaltend attestierter vollständiger Arbeitsunfähigkeit keine Anpassung der Therapieansätze stattgefunden habe, wobei sich vor allem der Beschwerdeführer jeweils dagegen ausgesprochen habe. Gleichzeitig lasse sich diese ablehnende Haltung nicht als Ausdruck eines depressiven Erlebens einordnen. Im Widerspruch zu den mit einer depressiven Erkrankung verbundenen Beeinträchtigungen mit nach Darstellung des Beschwerdeführers passiv-abhängigen und vermeidend-ängstlichen Zügen mit dem Verlust von praktisch allen Aussenkontakten stehe die Tätigkeit als Präsident der im Juli 2007 gegründeten M.___. Dieses Engagement habe, soweit sich den Angaben in den Akten hierzu entnehmen lasse, keiner bloss ehrenamtlichen Betätigung entsprochen, wobei auch eine solche im Widerspruch zu den in der Krankengeschichte von Dr. H.___ und in anderen ärztlichen Berichten beschriebenen Beeinträchtigungen gestanden hätte. Zusammenfassend hielt Dr. E.___ fest, subjektive Leiden in der Form von Sorgen, Niedergeschlagenheit, Gereiztheit oder von Versagensgefühlen seien durchaus Varianten normalpsychologischen Erlebens und umso mehr zu erwarten, je deutlicher eine soziale Situation durch sie gekennzeichnet sei, was beim Beschwerdeführer mit mehrfachem Verlust der Stelle, mit vergeblichen Versuchen einer selbständigen Erwerbstätigkeit, mit einer prekären wirtschaftlichen Situation und mit familiären Problemen der Fall sei. Jedoch habe in der Untersuchung kein Zustand nachgewiesen werden können, in dem der Beschwerdeführer in seiner ganzen Person von Leid und Qual erfasst gewesen wäre, in dem alles, was er erlebe oder sich vorstelle oder dessen er sich erinnere, schmerzbetont sei, in dem er sich selbst minderwertig und hilflos gegenüber einer übermächtigen und bedrohlichen Welt vorkäme, in dem er sich masslos wirkende Sorgen gemacht und eine übersteigerte Traurigkeit gezeigt habe, in dem er eine tatsächlich deutliche Depersonalisation im Sinne eines stark verminderten oder verlorenen Vitalgefühls aufgewiesen habe, in dem er abweichend von der Befundlage durch depressives Erleben und depressive Antriebsveränderung gekennzeichnete kognitive Auffälligkeiten geboten habe, in dem auch eine Entschlussunfähigkeit erkennbar gewesen sei, die Motorik langsam, kraftlos und mühsam erschienen sei und in dem sich eine ihn ganz erfassende Depressivität auch sprachlich ausgedrückt hätte. Eine Depressivität und eine ausgeprägte Antriebsveränderung, die den Beschwerdeführer als Person ganz umfasse, lasse sich aktuell nicht erkennen und habe sich weder anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung durch das Institut für Rechtsmedizin (IRM) im Jahr 2010 (vgl. Urk. 2/11/I/229/81-84) noch anlässlich der gutachterlichen Untersuchung im Jahr 2007 (durch Dr. A.___; vgl. Urk. 2/11/I/48) erkennen lassen. Andererseits seien für eine Depression sprechende Befunde anlässlich der Untersuchung durch den RAD im Januar 2008 zunächst bejaht, die diagnostischen Schlussfolgerungen aber aufgrund fremdanamnestischer Auskünfte revidiert worden. Anlässlich der gutachterlichen Untersuchung 2005/06 (durch Dr. Z.___; vgl. Urk. 2/11/I/18) hätten die Befunde und die gutachterlichen Überlegungen den sich in dieser Zeit tatsächlich gezeigten Aktivitäten widersprochen. Aktuell könne die Diagnose einer affektiven Störung im Sinne von Kapitel F3 der ICD-10 nicht gestellt werden und es sei auch nicht möglich, die Berechtigung einer derartigen Diagnose für die Vergangenheit zu bestätigen (Urk. 2/11/I/154-199). Biografisch bestimmend sei beim Beschwerdeführer ein Gefühl der Benachteiligung, weswegen familiäre und berufliche Anerkennung einen besonderen Stellenwert erhalten hätten, gleichzeitig aber die Rückschläge und Misserfolge auf diesen Ebenen (Scheitern der ersten Ehe, Abkehr der Söhne von ihm, Stellenverluste) in erster Linie als narzisstische Kränkung erlebt worden seien. Mithin sei die Selbstwertregulation im Leben des Beschwerdeführers bestimmend. Allerdings lasse sich kein bis ins Jugendalter zurückzuverfolgendes, tief wurzelndes und anhaltendes Verhaltensmuster belegen, dass von einer Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden könnte. Bejaht werden könne hingegen das Vorhandensein von akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen, wobei diesen kein krankheitswertiger Charakter zuzumessen sei (Urk. 2/11/I/229/199-200). Abgesehen von einer phobischen Störung, die angesichts fehlender mit ihr verbundener Einschränkung der Lebensführung aber nicht krankheitswertig sei, könne eine reaktive neurotische Belastungs- oder somatoforme Störung im Sinne des Kapitels F4 der ICD-10 nicht nachgewiesen werden. Es seien auch keine Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Faktoren im Sinne von Kapitel F5 der ICD-10 vorhanden. Dass den Beschwerdeführer sodann die geringe bis fehlende Libido im Sinne eines Mangels oder Verlusts der sexuellen Aktivität gemäss ICD-10 F52.0 belaste, sei von ihm nicht beschrieben worden (Urk. 2/11/I/229/203). 6.6 Prof. F.___ und Dr. G.___ erstatteten am 30. Mai 2018 ihr psychiatrisches Gutachten (Urk. 2/34/57/2). Das Obergericht des Kantons Zürich hatte dieses im Rahmen des dort hängigen Berufungsprozesses im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer betreffend Betrug etc. in Auftrag gegeben. Das Gutachten basiert auf mehreren Untersuchungen des Beschwerdeführers und den zur Verfügung gestellten Akten der Strafuntersuchung (Urk. 2/34/57/2). Die Gutachter wiesen darauf hin, dem Beschwerdeführer sei 2006 gestützt auf ein Gutachten mit der Diagnose einer depressiven Erkrankung rückwirkend per Juni 2005 eine Rente zugesprochen worden. Im Rahmen von Revisionsverfahren seien die Beschwerden des Beschwerdeführers von den jeweiligen Beurteilern sodann unterschiedlich eingeschätzt worden (Urk. 2/34/57/86). Das Scheitern der ersten Ehe ab Mitte der Neunzigerjahre mit anschliessender Scheidung, die zunehmende Entfremdung von seinen Söhnen und berufliche Rückschläge mit dem Verlust von Arbeitsstellen hätten beim Beschwerdeführer zu Anpassungsreaktionen und ein tätlicher Angriff durch seinen jüngeren Sohn zu einer posttraumatischen Reaktion und zur dauerhaften Aufgabe seiner beruflichen Tätigkeit geführt. Auf der anderen Seite sei der Beschwerdeführer in den Folgejahren auch wieder aktiv in Erscheinung getreten. Im Juli 2007 sei die M.___, als deren Präsident der Beschwerdeführer in Erscheinung getreten sei, im Handelsregister eingetragen worden. Im August 2007 habe der Beschwerdeführer die Vorstandsmitglieder über eine Reise nach N.___ und über vorbereitende Aktivitäten bezüglich der Eröffnungsveranstaltung, die auch Interviews beinhaltet habe, informiert. Im Oktober 2007 sei der Beschwerdeführer zur Einzelzeichnung befugt worden und er habe den Internetauftritt gestaltet. Im Januar 2008 habe der Beschwerdeführer an zwei Vorstandssitzungen der M.___ teilgenommen und habe sich in der Folge bemüht, hochrangige serbische Persönlichkeiten für die Eröffnungsveranstaltung zu gewinnen. Auf seinem Computer habe der Beschwerdeführer eine Vielzahl von Dokumenten, wie Vollmachten, Vereinbarungen, strategische Arbeitspapiere, Provisionsverträge, Pressemitteilungen und Organisationsschreiben im Zusammenhang mit dem Engagement für die M.___ erstellt. Dokumentiert seien auch mehrere hundert Telefongespräche in der Zeit von Juli 2008 und März 2009. Anlässlich der im weiteren Verlauf nach der Zusprechung der Rente erfolgten psychiatrischen Abklärungen seien unterschiedlich ausgeprägte Befunde erhoben und unterschiedliche diagnostische Beurteilungen abgegeben worden (Urk. 2/34/57/87 ff.). Aufgrund der aktuellen Untersuchung und der Zusammenschau der biografischen und krankheitsanamnestischen Informationen sei die Diagnose einer spezifischen Reaktion auf eine schwere Belastung (ICD-10 F43.8) im Sinne einer posttraumatischen Verbitterungsstörung zu stellen. Diese sei auf dem Boden einer narzisstischen Selbstwertproblematik entstanden, die ihrerseits die diagnostischen Kriterien einer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) aufweise. Die posttraumatische Verbitterungsstörung sei ein vergleichsweise neues Störungskonzept und beschreibe Patienten, die in der Folge eines singulären Ereignisses unter einer schwer behandelbaren emotionalen Störung litten. Die Emotionen von Enttäuschung und Verbitterung hätten das Verhalten und das Erleben des Beschwerdeführers zunehmend geprägt. Durch den tätlichen Angriff des Sohnes sei das Störungsbild vollends ausgeprägt. Die Diagnose der Verbitterungsstörung biete die geeignete Grundlage, um zumindest einen Teil der bisherigen Widersprüche in den diagnostischen Beurteilungen aufzulösen. Das bezüglich dieser Störung hauptverursachende Ereignis sei auf den März 2004 mit dem Angriff durch den Sohn zu datieren. Entsprechend sei das anschliessende Beschwerdebild vom behandelnden Psychiater als akute posttraumatische Reaktion beschrieben und von diesem bis Februar 2005 noch als Anpassungsstörung nach ICD-10 codiert worden. Auch nachdem der behandelnde Arzt die Diagnose in eine rezidivierende depressive Störung geändert habe, seien im Rahmen der nachfolgenden medizinischen Beurteilungen immer wieder psychosoziale Aspekte als Ursache der Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit festgestellt und diskutiert worden. Dies passe zu der Konzeptualisierung der posttraumatischen Verbitterungsstörung als Sonderform einer pathologischen Belastungsreaktion. Die von der posttraumatischen Verbitterungsstörung Betroffenen litten unter einer Vielzahl von Symptomen, die auch die diagnostischen Kriterien anderer psychischer Störungen bildeten, insbesondere Angststörungen, depressive Episoden, psychosomatische Beschwerden oder Dysthymien. Tatsächlich litten Patienten mit einer posttraumatischen Verbitterungsstörung häufig auch unter einer depressiven Erkrankung. Dass beim Beschwerdeführer eine solche Diagnose gestellt worden sei, sei denn auch nicht per se falsch. Wie von Dr. E.___ beschrieben entspreche der Zustand des Beschwerdeführers aber qualitativ nicht dem einer depressiven Störung. Der Unterschied zeige sich in erster Linie am Affekt. Bei der posttraumatischen Verbitterungsstörung sei die Modulationsfähigkeit des Affekts ungestört. Die Kernemotion der Verbitterung sei zudem eine deutlich andere Emotion als die anhedon depressive Verstimmung bei der Depression. Der modulierbare und phasenweise ungestörte Affekt des Beschwerdeführers sowie die Kernemotion der Verbitterung bildeten die Kernabgrenzungsmerkmale zur Depression. Die bei einer Verbitterungsstörung auftretenden und vom Beschwerdeführer auch beschriebenen Selbstvorwürfe, die Herabgestimmtheit und die Gefühle von Hilf- und Hoffnungslosigkeit ähnelten zwar den gedanklichen und emotionalen Auslenkungen bei der Depression. Das Emotionsspektrum bei der Verbitterungsstörung mit Groll, Aggression und Gekränktheit und dem Gefangensein in einem negativen Lebensereignis gehe aber weit über dasjenige bei einer Depression hinaus. Beim Beschwerdeführer sei eine entsprechende Symptomatik ab 2001 klinisch auffällig geworden und habe 2004 mit der Vollausprägung einer Verbitterungsstörung ihren Höhepunkt erlangt. Bei einer depressiven Erkrankung wäre dagegen ein anhaltend erstarrter, wenig modulierbarer und vor allem verarmter Affekt zu erwarten gewesen. Dieser hätte sich, anders als der Beschwerdeführer seine Befindlichkeit beschreiben habe, weder situationsbedingt noch in zeitlicher Hinsicht ständig geändert. Dies könne als Verstehenshintergrund dafür dienen, dass der Beschwerdeführer auf Laien in spezifischen Situationen vollkommen unauffällig gewirkt habe oder bei Ablenkung und erfreulichen Ereignissen sogar bester Laune gewesen sei. Die Reagibilität mache verständlich, weshalb der Zustand von Vorgutachtern widersprüchlich beurteilt worden sei und entweder ein ausgeprägt depressiver Affekt von Gutachtern gar nicht gesehen oder ein depressiver Affekt als gebessert beschrieben worden sei (Urk. 2/34/57/88 ff.). Vor diesem Hintergrund lasse sich somit feststellen, dass der Beschwerdeführer sich über die Jahre in einem subjektiv immer gleichbleibenden und ihn ständig begleitenden Zustand der schweren Verbitterung und des seelischen Schmerzes über negative Lebensereignisse befunden und sich zerstört und arbeitsunfähig gefühlt habe. Zugleich gebe es in seiner Lebenswirklichkeit aber Hinweise dafür, dass er an vorbestehende Ressourcen habe anknüpfen, sein Wissen und seine Kontakte an andere weitervermitteln und sich organisatorisch in Projekte habe einbringen können, auch wenn seine diesbezügliche Schaffenskraft möglicherweise nicht mehr seinen ehemaligen Fähigkeiten und seinem Anspruch entsprochen habe. In Übereinstimmung mit Dr. E.___ sei festzustellen, dass die spätestens seit 2004 beobachteten Auffälligkeiten im Zusammenhang mit einer narzisstischen Selbstwertproblematik stünden. Anders als Dr. E.___, der von einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung ausgegangen sei, seien effektiv die Kriterien für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erfüllt. Der Beschwerdeführer zeige insbesondere ein tiefgreifendes Muster von Grossartigkeit, ein Bedürfnis nach Bewunderung und einen Mangel an Empathie und der Stellenwert der Selbstwertthematik habe sich bereits seit der Jugend angedeutet. Bis heute denke der Beschwerdeführer in gekränkter und verletzter Weise immer wieder und täglich an die Situation mit den Söhnen und die beruflichen Probleme zurück. Bereits früh habe sich auch die Überzeugung herausgebildet, dass alles sowieso keinen Sinn mehr mache und dass er nicht mehr arbeiten könne. In der Folge habe er sich - abgesehen von den selbstwertregulierenden Tätigkeiten als Präsident verschiedener Institutionen - auf sein Gramerleben zurückgezogen und habe sich trotz seiner häufigen Anwesenheit zu Hause nicht in der Lage gefühlt, seine Ehefrau im Haushalt zu entlasten. Deren Belastung durch Vollzeitstelle, Kinderbetreuung und Haushalt habe der Beschwerdeführer in sarkastischer Weise damit kommentiert, dass seine Frau mit ihm «auch ein Geschenk» habe. Er habe bislang auch keine Initiative gezeigt, eine Besserung herbeizuführen, etwa dadurch, alle irgend verfügbaren Therapiestrategien wahrzunehmen, die seinen Zustand tatsächlich verbessern könnten (Urk. 2/34/57/89 ff.). Auch die Verhaftung und das Strafverfahren seien als weitere Kränkung und Demütigung erlebt worden. Eine relativierende Einfügung und Anpassung der erlebten Ereignisse in seine Grundschemata sei ihm nicht gelungen und es sei zu einem trotzig-starrsinnigen Festhalten an seiner Haltung gekommen, nie etwas Unrechtes im Sinne gehabt zu haben. In selbstwertschützender Art habe er sich etwa auch darauf versteift, dass letztlich jede einzelne Überprüfung seines Rentenanspruchs eine gegen ihn gerichtete Schikane gewesen sei, woraus wiederum der narzisstische Anspruch deutlich werde, er habe sich nicht wie jeder andere Bezüger einer Rente einer regelmässigen Prüfung zu unterziehen. An seiner starren, resignativ-passiven Haltung und dem Selbstbild eines von aussen zerstörten Menschen halte der Beschwerdeführer bis heute fest. Gegenüber Therapievorschlägen abseits der seit Jahren immer gleichen Behandlung zeige er sich abwehrend. Seine Aktivitäten erkläre der Beschwerdeführer mit einer nach aussen gezeigten Fassade und beschreibe zudem, dass es immer wieder gute Phasen gebe und dass sein Befinden abhängig von Situation und Tageszeit variiere. Tagsüber und in der Öffentlichkeit gehe es ihm gut und zuhause und am Abend wieder schlechter. Bezüglich dieses Erklärungsmodells sei Dr. E.___ zuzustimmen, dass eine tatsächlich nicht vorhandene Fähigkeit wie Konzentration, Antrieb, soziale Kompetenz oder die Fähigkeit, in der Öffentlichkeit mit Menschen und vor grossem Publikum zu agieren, nicht nach aussen vorgetäuscht werden könne. Diese Fähigkeiten des Beschwerdeführers sprächen dafür, dass er in der Lage sei, an alte Ressourcen anzuknüpfen, und sie sprächen gegen eine schwerwiegende Erkrankung. Es sei zwar davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer herabgestimmt, verzweifelt, gekränkt und zerstört fühle und er aufgrund der ihn nicht loslassenden Erinnerung an das Erlebte auch in seiner Gesamtverfassung beeinträchtigt gewesen sei. Diese Beeinträchtigungen und die Leistungseinbussen seien indessen nicht derart erheblich gewesen, dass sie ihm die beschriebenen Aktivitäten verunmöglicht hätten. Es liege zwar eine gedankliche Einengung vor, die er aber bei Bedarf habe beiseitedrängen können, während sie ihn in anderen Momenten wiederum völlig beherrscht habe (Urk. 2/34/57/105 ff.). Bezüglich der durch die Störung verursachten Leistungseinbusse sei zusammenfassend Folgendes festzuhalten: Die auf dem Boden einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und verschiedener Kränkungserlebnisse aufgetretene Verbitterungsstörung gehe mit vielfältigen Beeinträchtigungen des psychosozialen Funktionsniveaus einher. Die Störung führe bei vielen Patienten dazu, dass sie sich von Beginn an arbeitsunfähig fühlten, und sie machten einen leistungsverminderten Eindruck. Die konkrete Auswirkung der Störung auf die für die Arbeitsfähigkeit relevanten Fähigkeiten müsse jedoch anhand der tatsächlich festzustellenden Funktionsbeeinträchtigungen beurteilt werden (Grad der Antriebsreduktion, der Konzentrationsstörungen, der gedanklichen Einengung und der Verstimmung). Die diesbezüglichen Erhebungen und Befunde seien in der Vergangenheit widersprüchlich gewesen und die in den Jahren 2005 bis 2019 effektiv vorhandenen Leistungseinbussen seien nach inzwischen 13 Jahren retrospektiv nicht mehr bestimmbar. Es sei äusserst schwierig bis unmöglich, Annahmen zur Arbeitsfähigkeit im Zeitraum zwischen 2005 bis 2013 zu treffen. Infolge der Ermittlungen sei aber deutlich geworden, dass der Beschwerdeführer im Überwachungszeitraum zwischen 2008 und 2009 nachweislich in der Lage gewesen sei, täglich mehrere Telefonate zu führen, Dokumente zu erarbeiten, sich flexibel umherzubewegen und Veranstaltungen vorzubereiten und diese auch zu moderieren. Diese Aktivitäten seien mit schweren Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, beispielsweise wegen hochgradiger Konzentrationsstörungen, Antriebsverminderung, Denkeinengungen oder schwerster Herabstimmung, nicht vereinbar und rechtfertigten Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Zu beachten sei aber, dass die Haltung respektive Überzeugung des Beschwerdeführers, nicht mehr in der Lage zu sein, seinen Beruf weiterhin auszuüben, Teil der bestehenden Störung sei. Die Arbeitsplatzphobie sei typisches Merkmal einer posttraumatischen Verbitterungsstörung. Eine Rückkehr an den von Kränkungen geprägten Arbeitsbereich löse nachvollziehbar massive Ängste vor einer erneuten basalen Kränkung aus. Dies vermöge zumindest zeitweise eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, führe aber auch zu Überlegungen hinsichtlich alternativer Arbeitsfelder. Die störungsbedingte Fehlhaltung und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten seien aber ursächlich für die hartnäckige Weigerung des Beschwerdeführers, überhaupt in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Auf der anderen Seite bestünden zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und seinen Aktivitäten erhebliche Diskrepanzen. Eine zielführende Diskussion darüber sei mit dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen. Er sei dabei geblieben, sich nicht erklären zu können, weswegen seine Angaben gegenüber den Gutachtern einerseits und seine Alltagsaktivtäten andererseits derart voneinander abwichen. Die Enttäuschung und Verbitterung über das Erlebte rechtfertige in der subjektiven Sicht des narzisstisch Gekränkten aggravierendes Verhalten gegenüber Untersuchern und Sozialversicherern. Aus psychiatrischer Sicht sei auch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer trotz der Störung aufgrund seiner überdurchschnittlichen Intelligenz zur Einsicht befähigt gewesen sei, dass die nicht den Tatsachen entsprechenden Angaben geeignet seien, die jeweiligen Gutachter einen höheren Beeinträchtigungsgrad annehmen zu lassen, als dies tatsächlich der Fall sei. Trotz der bestehenden psychischen Störung könne der Beschwerdeführer für die von ihm gemachten Angaben verantwortlich gemacht werden. Von einer generellen und absichtlichen Vortäuschung einer psychischen Erkrankung könne indessen nicht gesprochen werden. Die Störung in Form einer posttraumatischen Verbitterungsstörung und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung hätten zu einer Verminderung der psychosozialen Funktions- und Leistungsfähigkeit geführt, nicht jedoch zu einer schweren Leistungseinbusse bezüglich Konzentrations- und Merkfähigkeit oder bezüglich Antrieb, wie dies bei einer schwergradigen Depression der Fall wäre. Das Aktivitätsprofil stehe der von den verschiedenen Gutachtern unterschiedlich eingeschätzten Arbeitsunfähigkeit entgegen, denn diese Aktivitäten verlangten ein Niveau von Antrieb, Konzentration und sozialen Fähigkeiten, das mit schweren Einbussen in diesen Bereichen nicht vereinbar sei. Von einer voll erhaltenen Arbeitsfähigkeit könne hingegen auch nicht gesprochen werden, denn es hätten eine dysphorische Herabgestimmtheit bestanden und eine aggressiv-resignative und narzisstisch geprägte Fehlhaltung, von aussen anhaltend zerstört worden zu sein. Diese Haltung trage in sich Störungscharakter und könne Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bewirken. Erwartungen bezüglich Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit oder revisionsrechtliche Überprüfungen führten zu erneuten emotionalen Entgleisungen und Zustandsverschlechterungen. Diese könnten vom Beschwerdeführer nicht vollumfänglich gesteuert werden. Seine Arbeitsfähigkeit sei auch daher aktuell beeinträchtigt und ohne Behandlung sei eine Besserung nicht zu erwarten. Insgesamt aber liege ein ungünstiger Verlauf vor. Die Gesamtverfassung und die Grundemotion der Verbitterung machten eine Chronifizierung wahrscheinlich. Jedenfalls hätten die langjährige Auseinandersetzung mit der IV und das strafrechtliche Verfahren zu einer Verfestigung der Störungsdynamik geführt. Eine Besserung lasse sich nur mittels einer intensiven und spezifischen psychotherapeutischen Intervention erreichen, dürfte aber vor Erreichen des Rentenalters nicht zu erwarten sein (Urk. 2/34/57/110-118). 6.7 Vor dem Hintergrund der in vorstehender E. 6.2 genannten Grundsätze zur Würdigung und zum Beweiswert von ärztlichen Gutachten ist zunächst festzuhalten, dass sowohl das von der Beschwerdegegnerin in Anwendung von Art. 44 ATSG eingeholte Gutachten von Dr. E.___ als auch das vom Obergericht des Kantons Zürich im Zuge des Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer veranlasste Gutachten von Prof. F.___ und Dr. G.___ je auf einer umfassenden Untersuchung des Beschwerdeführers mit detaillierter Anamnese und Befunderhebung beruhen, eine ausführliche diagnostische Beurteilung und Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen der festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigung auf das erwerbliche Leistungsvermögen im Begutachtungszeitpunkt und retrospektive enthalten. Anlässlich beider Begutachtungen stand den Experten umfassendes Aktenmaterial aus dem bisherigen IV-Verfahren zur Verfügung (Urk. 2/34/57/2). Da die Herkunft des Beweismittels für dessen Beweiswert nicht entscheidend ist (BGE 125 V 351 E. 3a), kommt es in erster Linie darauf an, ob die betreffende Expertise in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). 6.8 Dr. E.___ kam in seinem sehr ausführlichen Gutachten in nachvollziehbarer Darlegung zusammengefasst zum Schluss, eine auf die Lebensführung einwirkende, durch medizinische Befunde hinreichend begründbare psychische Störung, die sich im Sinne eines Klassifikationssystems, wie dem ICD-10 belegen lasse, sei aktuell und für die Vorgeschichte nicht nachweisbar (Urk. 2/11/I/229/203 ff.). Prof. F.___ und Dr. G.___ diagnostizierten aktuell und für die relevante Zeit davor, das heisst auch für die Zeit seit der Zusprechung der Rente, eine posttraumatische Verbitterungsstörung vor dem Hintergrund einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und sie hielten fest, das Leiden sei mit Einschränkungen der psychosozialen Leistungsfähigkeit verbunden. Die emotionale Abkehr vom sozialen Nahfeld und die anhaltende dysphore Verstimmung sowie die Interesse- und die Antriebslosigkeit verursachten eine schwer überwindbare resignative Haltung bezüglich des eigenen psychischen Zustandes und der Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2/34/57/118 ff.). 6.9 Prof. F.___ und Dr. G.___ kamen somit diagnostisch zu anderen Schlüssen als Dr. E.___. Erstere gingen davon aus, es liege ein krankheitswertiges Leiden mit Auswirkungen auf die erwerbliche Leistungsfähigkeit vor. Letzterer kam zum Schluss, die erhobenen Befunde und die bestehenden Symptome entsprächen keiner relevanten psychischen Erkrankung; eine solche habe zu keiner Zeit bestanden. Abweichungen ergeben sich auch hinsichtlich der Einschätzung der Folgen des Leidens. Während Dr. E.___ eine relevante Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht verneinte, gingen Prof. F.___ und Dr. G.___ von einer über die Jahre in gewissem Umfang eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus, allerdings nicht in dem von den früheren Gutachtern attestierten hohen Grad (Urk. 2/34/56/117 f.), gemeint sind damit in erster Linie die psychiatrischen Gutachten von Dr. Z.___ vom 3. Januar 2006 und von Dr. A.___ vom 25. Juli 2007 (vgl. Urk. 2/11/I/18, Urk. 2/11/I/48). Eine konkrete Bezifferung der Arbeitsfähigkeit nahmen Prof. F.___ und Dr. G.___ nicht vor, weder für den Zeitpunkt der Begutachtung noch retrospektive. Sodann äusserten sie sich weder konkret zur Arbeitsfähigkeit hinsichtlich der angestammten Tätigkeit im Bankenwesen in verantwortlicher Stellung noch zur Leistungsfähigkeit in einer dem Gesundheitszustand besser angepassten Tätigkeit. Sie sprachen stattdessen in allgemeiner Weise von einer Angst vor der Rückkehr in ein Arbeitsverhältnis (Urk. 2/34/57/112 f.). An anderer Stelle äusserten die beiden Experten sogar grundsätzliche Zweifel am Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2/34/57/111). Somit bleibt offen, ob und falls ja in welchem Ausmass ihrer Auffassung nach im relevanten Zeitraum ab Juni 2005 (vgl. Urk. 2/11/I/33) eine Arbeitsunfähigkeit und als Folge davon eine für den Rentenanspruch wesentliche Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorlag. Nicht restlos zu überzeugen vermag auch das Diagnosekonzept von Prof. F.___ und Dr. G.___. Gemäss den für die diagnostische Erfassung psychischer Erkrankungen weithin anerkannten und auch von Prof. F.___ und Dr. G.___ erwähnten Klassifikationssystemen ICD-10 oder DSM-5 nimmt eine Persönlichkeitsstörung stets in der Kindheit und Jugend ihren Anfang (Dilling/Mombour/Schmidt, a.a.O., S. 277; Falkai/Wittchen, Diagnostische und Statistisches Manual Psychischer Störungen DSM-5, Bern 2015, S. 886 f.). Dieser Umstand fand im Gutachten zwar Erwähnung, jedoch bleiben Fragen offen. Einerseits wiesen die Gutachter auf das schon in der Jugend vorhandene Bedürfnis nach Anerkennung, Wichtigkeit und Wertschätzung und andererseits auf seinerzeit kränkende Ereignisse hin; inwiefern sich vor diesem Hintergrund ein als pathologisch zu bezeichnendes Störungsbild entwickelte, arbeiteten die Gutachter nicht heraus (vgl. Urk. 2/34/57/101 f.). Auch andere wesentliche Diagnosekriterien (etwa: Verhaltensmuster ist andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt) wurden nicht mit der erforderlichen Nachvollziehbarkeit erörtert (vgl. Urk. 2/34/57/95 ff.). Des Weiteren handelt es sich bei der von Prof. F.___ und Dr. G.___ diagnostizierten posttraumatischen Verbitterungsstörung um ein Leiden, das in den Klassifikationssystemen der ICD-10 oder der DSM-5 so nicht enthalten ist. Es handelt sich um eine Form der Reaktion auf eine schwere Belastung. Die ICD-10 nennt diesbezüglich unter Ziffer F43 verschiedene Störungsbilder (F43.0: Akute Belastungsreaktion; F43.1: Posttraumatische Belastungsstörung; F43.2: Anpassungsstörungen; F43.8: Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung; F43.9: Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet). Auf diesen Umstand gingen Prof. F.___ und Dr. G.___ nicht ein. Wesentlich ist sodann, dass Prof. F.___ und Dr. G.___ unter Bezugnahme auf zahlreiche, im Einzelnen aufgezählte Diskrepanzen zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und dem über die Jahre effektiv beobachteten Aktivitätsprofil zwar nicht von einer bewussten und gezielten Vortäuschung einer Erkrankung, jedoch von einer Aggravation ausgingen, das heisst von einer im Verhältnis zum objektiven Befund übertriebenen, unter Umständen zielgerichteten Präsentation von Symptomen (Urk. 2/34/57/116 f.). Die Gutachter hoben in diesem Zusammenhang hervor, im Juli 2007 habe der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung durch Dr. A.___ erklärt, seine Tage mit Kaffeetrinken, kleineren Erledigungen und Gartenarbeit zu verbringen und nicht gern unter Menschen zu gehen, da er diese nicht ausstehen könne. Tatsächlich habe er Ende Mai 2008 jedoch an einer konstituierenden Sitzung und zwei Wochen vor der Untersuchung an einer ausserordentlichen Sitzung der M.___ teilgenommen. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer im August die Organisation mehrerer Sponsoren für die Eröffnungsveranstaltung bekanntgegeben und angekündigt, im Urlaub Kontakt zu Präsidenten serbischer Wirtschaftskammern aufnehmen zu wollen. Ausserdem seien auf dem Computer des Beschwerdeführers viele auf das Jahr 2007 zurückgehende und durch ihn erstellte Dokumente wie Einladungen, Vertragsentwürfe und ähnliches sichergestellt worden. Am 18. Januar 2008 habe der Beschwerdeführer bei RAD-Arzt Dr. B.___ angegeben, wegen Antriebsmangels keinerlei Hobbies nachzugehen und sich nur zuhause und im eigenen Garten aufzuhalten. Ferner habe er angegeben, dass er seit drei Jahren keinen Geschlechtsverkehr mit der Ehefrau mehr gehabt habe (vgl. Urk. 2/11/I/64/2-4). Drei Wochen später habe er bei einer Sitzung der M.___ bekannt gegeben, dass er Einladungen an hochrangige Persönlichkeiten versendet und in seinen Ferien den Vizebotschafter der Schweiz in Belgrad angesprochen habe. Weitere vier Wochen später habe der Beschwerdeführer die Eröffnungsveranstaltung der M.___ moderiert. Sodann sei die Ehefrau im Spätsommer 2008 schwanger geworden und im Mai 2009 sei die Tochter des Beschwerdeführers geboren worden. Am 14. Oktober 2008 habe der Beschwerdeführer RAD-Arzt Prof. Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychoanalyse, unter anderem berichtet, s