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Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-8314/2007

27. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,922 Wörter·~15 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen einen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 13. November 2007

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­8314/2007 Urteil   v om   2 7 .   J a nua r   2012   Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Daniel Willisegger, Gerichtsschreiberin Sarah Diack. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Mongolei, (…), Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen einen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 13. November 2007 / N (…).

E­8314/2007 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführenden,  Staatsangehörige  der  Mongolei  mit  letztem  Wohnsitz  in  Ulaanbaatar,  verliessen  eigenen  Angaben  zufolge  ihren  Heimatstaat am 28. Februar 2006 und gelangten am 9. März 2006 in die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  (…)  um  Asyl  nachsuchten.  Dabei  machten  sie  im  Wesentlichen  geltend,  die  Beschwerdeführerin  habe  in  einem  Schönheitssalon  gearbeitet.  Als  eines  Tages  eine  Kundin  infolge  einer  Faltenspritze,  die  die  Beschwerdeführerin  ihr  verabreicht  habe,  gestorben  sei,  habe  die  Chefin  ihr  die Verantwortung  zugeschoben;  schliesslich  sei  gegen  sie –  obwohl sie unschuldig sei  – ein Strafverfahren eingeleitet worden. B.  Mit Verfügung vom 29. März 2006  lehnte das BFM die Asylgesuche der  Beschwerdeführenden  ab  und  ordnete  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug an. Die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) trat  auf  eine  dagegen  eingereichte  Beschwerde  mit  Urteil  vom  3. Juli  2006  nicht  ein,  nachdem  der  einverlangte  Kostenvorschuss  nicht  geleistet  worden war. Für den Inhalt des ordentlichen Verfahrens wird auf die Akten verwiesen.  Soweit  entscheidrelevant,  wird  nachfolgend  in  den  Erwägungen  darauf  Bezug genommen. C.  Am (…) wurde die Tochter der Beschwerdeführenden, D._______, in der  Schweiz geboren.  D.  Mit an das BFM gerichtetem Wiedererwägungsgesuch vom 6. November  2007  (Eingang  beim  BFM)  beantragte  die  Beschwerdeführerin  für  sich  und  ihre  Familie,  es  sei  anhand  der  eingereichten  Beweismittel  ihr  Asylantrag nochmals  zu überprüfen. Die polizeiliche Vorladung  von  (…)  2006  –  welche  sie  bisher  nur  in  Kopie  habe  einreichen  können  –  sei  mittlerweile  per  Post  aus  der  Mongolei  eingetroffen;  eine  weitere  polizeiliche Vorladung von (…) 2006 liege ebenfalls vor. Damit könne sie 

E­8314/2007 nun  ihre  Furcht  vor  einer  unrechtmässigen  und  unverhältnismässigen  Verfolgung  und  einer  eventuellen  Gefängnisstrafe  beweisen.  Einem  Freund  sei  es  zudem  gelungen,  auf  dem  Polizeiposten  ein  Foto  der  gegen sie gestarteten Suchaktion zu machen. Nachdem im ordentlichen  Verfahren  eine  objektiv  nachvollziehbare  Furcht  vor  Verfolgung  noch  verneint  worden  sei,  könne  sie  nun  diesbezüglich  weitere  Beweisunterlagen  vorlegen.  In  diesem  Zusammenhang  reichte  die  Beschwerdeführerin  zwei Polizeivorladungen, datiert  vom  (…) 2006 und  vom  (…)  2006,  das  erwähnte  Fahndungsschreiben mit  ihrem Foto  vom  16. Januar  2007  und  das  Foto  des  Polizeibüros,  auf  dem  das  Fahndungsschreiben ersichtlich ist, zu den Akten. Sinngemäss beantragte die Beschwerdeführerin  sodann eventualiter,  es  sei wegen  ihrer gesundheitlichen Probleme und derjenigen  ihrer Tochter  und  aufgrund  der  Tatsache,  dass  die  medizinischen  Behandlungsmöglichkeiten  in  der  Mongolei  sehr  rückständig  und  beschränkt seien, der Wegweisungsvollzug neu zu überprüfen. Sie habe  wegen  der  erlebten  Ereignisse  und  dem  unerträglichen  Druck  seit  der  Geburt  ihrer  Tochter  gesundheitliche  Probleme;  so  leide  sie  stets  an  Schlafstörungen  und  könne  nur  noch  mit  Schlafmitteln  einschlafen.  Ihr  Blutdruck  sei  sehr  hoch  und  sie  habe  deshalb  von  ihrem  Hausarzt  Medikamente  verschrieben  bekommen.  Letzten  Monat  sei  es  ihr  so  schlecht ergangen, dass  ihr  linkes Auge beinahe herausgesprungen sei.  Sie  habe  einen  solchen  Druck  im  Kopf  gehabt,  dass  sie  sich  habe  umbringen wollen.  Im ärztlichen Attest von Dr. med. E._______, Arzt  für  allgemeine  Medizin,  (…),  vom  28. September  2007  wurden  eine  Anpassungsstörung,  eine  depressive  Verstimmung  und  ein  hoher  Blutdruck  diagnostiziert  und  die  benötigten  Medikamente  aufgelistet.  Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre Tochter habe seit der  Geburt Probleme mit dem Harnfluss und sei deswegen im März operiert  worden. Sie legte dem Gesuch eine Terminbestätigung für die Operation  am  (…)  im  [Spital]  bei.  Der  Bestätigung  des  Oberarztes  F._______, –  datierend vom (…) 2007–  ist sodann zu entnehmen, dass die Operation  erfolgte  und  dass  sich  die  Tochter  weiter  in  ambulanter  Behandlung  befinde.  Weiter  reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  am  (…)  2007  ausgestellte  Entlassungsverordnung  von  G._______,  sowie  eine  Terminbestätigung für eine weitere Untersuchung am 12. Dezember 2007  zu  den  Akten.  Die  Beschwerdeführerin  führt  weiter  aus,  viele  Leute  zu  kennen, die  in der Mongolei an hohem Blutdruck gestorben seien. Falls  sie in die Mongolei zurückkehren müsse, würde sie sofort von der Polizei  inhaftiert  werden,  wobei  sie  sich  sicher  sei,  dass  sie  in  der  Haft  keine 

E­8314/2007 Medikamente  erhalten  werde,  geschweige  denn  ein  faires  Verfahren  durchgeführt werden würde. Daher und aufgrund der Tatsache, dass sie  nicht  wisse,  was  dann  mir  ihr  und  mit  ihren  Kindern  passieren  würde,  mache sie sich grosse Sorgen. E.  Mit  Verfügung  vom  13. November  2007  –  eröffnet  am  14. November  2007 –  wies  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  ab,  erkannte  die  Verfügung vom 29. März 2006 als  rechtskräftig und vollstreckbar,  erhob  eine  Gebühr  in  Höhe  von  Fr.  1'200.–  und  hielt  fest,  einer  allfälligen  Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.  Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides erwog das BFM, dass  die  geltend  gemachte  Verfolgung  bereits  Gegenstand  des  ordentlichen  Verfahrens  gewesen  sei,  wo  das  BFM  und  die  ARK  zum  Schluss  gekommen  seien,  dass  diese  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  standhalten  würden.  Die  ARK  habe  den  diesbezüglich  eingereichten Dokumenten mit  Instruktionsverfügung  vom  9.  Juni  2006  (betreffend  Abweisung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wegen  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerdebegehren  und  Einverlangung  eines  Kostenvorschusses)  die  Beweiskraft  und  Asylrelevanz  abgesprochen.  Die  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  eingereichten  Beweismittel  würden  nicht  zu  einem  anderen  Schluss  führen,  da  diese  sich  auf  den  gleichen,  bereits  von  der  ARK  als  nicht  asylrelevant  gewürdigten  Sachverhalt  beziehen  würden. Im  Wesentlichen  mache  die  Beschwerdeführerin  die  Anpassung  einer  ursprünglich  fehlerfreien  Verfügung  im  Wegweisungspunkt  an  eine  nachträglich eingetretene Veränderung der Sachlage geltend,  indem sie  namentlich  die  gesundheitlichen  Beschwerden  ihrer  Tochter  sowie  ihre  eigenen  anführe.  Die  Operation  der  Tochter  sei  zwischenzeitlich  durchgeführt  worden  und  komplikationslos  verlaufen;  die  Tochter  habe  das Spital am gleichen Tag verlassen können. Routinemässige Kontrollen  und  Nachuntersuchungen  nach  einem  Harnabflussleiden  seien  ohne  Weiteres  auch  in  der  Mongolei  in  den  dortigen  Kliniken  möglich.  Dies  gelte  ebenso  für  die Behandlung  von Depressionen  und Bluthochdruck.  Da die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden allesamt in der  Mongolei behandelbar seien, hätten die Beschwerdeführenden bei einer  Rückkehr  nicht  eine  lebensbedrohliche  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes zu befürchten. Daher sei ein Wegweisungsvollzug 

E­8314/2007 in  die  Mongolei  zumutbar.  An  dieser  Einschätzung  würden  die  eingereichten Beweismittel nichts ändern. F.  In  ihrer Beschwerde  vom 8. Dezember 2007  (Datum des Poststempels)  beantragten die Beschwerdeführenden die Aufhebung der angefochtenen  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  aufgrund  des  neuen Sachverhaltes und der Beweismittel, eventualiter die Feststellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  In  verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  ersucht. Sie  führten  dabei  nochmals  ihre  zuvor  bereits  dargelegten  Asylgründe  aus. Die Schweizer Behörden hätten sie zweimal über ihre Fluchtgründe  befragt  und  trotzdem  ihr  Asylgesuch  abgelehnt.  Weil  sie  hier  nicht  arbeiten könnten, seien sie nicht in der Lage gewesen, den von der ARK  verlangten Kostenvorschuss zu leisten (vgl. oben Bst. B). Das BFM habe  ihnen  im ordentlichen Verfahren nicht geglaubt, weil sie keine originalen  Dokumente vorgelegt hätten. Nun seien sie aber in der Lage, ihre Furcht  vor  einer  unrechtmässigen  und  unverhältnismässigen  Verfolgung  und  einer eventuellen Gefängnisstrafe mittels den eingereichten Dokumenten  zu bekräftigen und beweisen. Namentlich hätten sie nun das Original der  polizeilichen Vorladung, welches sie während des Verfahrens lediglich in  Kopie  hätten  einreichen  können,  per  Post  aus  der  Mongolei  erhalten.  Zudem könnten sie ein Foto einreichen, welches zeige, dass die Polizei  eine  Suchaktion  mit  Foto  veranlasst  habe.  Die  Beschwerdeführerin  sei  unschuldig  angezeigt  worden,  aber  auch  ihre  Anwältin  habe  ihr  nicht  helfen  können.  Ihre  damalige  Chefin  habe  alles  zu  ihren  Gunsten  gewendet und sie sei sowohl vom Staat als auch von den Hinterbliebenen  der  Verstorbenen  verfolgt  worden.  Sie  wisse  nicht,  wie  sie  beweisen  solle, dass der mongolische Staat ihr gegenüber nicht schutzwillig sei. Ausserdem  sei  die  Beschwerdeführerin  vermutlich  wegen  dieser  Sache  erkrankt;  nach  der  Geburt  ihres  jüngeren  Kindes  sei  ihr  Blutdruck  sehr  hoch  gestiegen,  sie  habe  Atemprobleme  bekommen  und  letzten Monat  fast  ihr  linkes  Auge  verloren.  Ihr  jüngeres  Kind  habe  nach  der  Geburt  Probleme mit  dem Harnfluss  gehabt,  weshalb  es  habe  operiert  werden  müssen. Falls sie  legal  in die Mongolei zurückkehre, würde sie bei  ihrer  Ankunft  von  der  Polizei  inhaftiert  werden.  Die  Menschenrechtssituation 

E­8314/2007 sei in der Mongolei jedoch schlecht, die Haftbedingungen seien grausam  und  unmenschlich.  Der  Zugang  zu  medizinischer  Versorgung  und  sanitären  Einrichtungen  sei  unzureichend  und  die  Zahl  der  Tuberkuloseerkrankungen  unter  den  Zelleninsassen  steige  ständig.  So  bekäme sie gewiss keine medizinische Betreuung. Falls sie  illegal  in die  Mongolei  einreise,  müsse  sie  sich  verstecken  und  könne  keine  medizinische  Hilfe  beim  Arzt  oder  im  Krankenhaus  beanspruchen.  Sie  kenne viele Leute, die in der Mongolei wegen hohem Blutdruck gestorben  seien.  Ausserdem  sei  fraglich,  was  dann  mit  ihren  Kindern  passieren  würde. G.  Mit  Verfügung  vom  12. Dezember  2007  setzte  die  zuständige  Instruktionsrichterin  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  den  Vollzug  der  Wegweisung  gestützt  auf  Art. 56  VwVG  aus,  hiess  das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz ein, sich bezüglich  der  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  die  gemäss  eigenen  Angaben  benötigten  Medikamente  in  der  Mongolei  gegebenenfalls  auch  in  Untersuchungshaft  beziehungsweise  im  Strafvollzug  erhalten  würde,  zu  äussern. H.  Mit Vernehmlassung vom 21. Dezember 2007 führte die Vorinstanz aus,  die  ARK  habe  bereits  in  ihrer  Verfügung  vom  9. Juni  2006  den  Dokumenten  –  welche  nunmehr  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  eingereicht  worden  waren  –  sowohl  die  Asylrelevanz  als  auch  die  Beweiskraft  abgesprochen.  Darüber  hinaus  stehe  die  mongolische  Staatsbürgerschaft der Beschwerdeführerin gar nicht fest, da sie keinerlei  Identitätspapiere  eingereicht  habe.  Daher  sei  gar  nicht  glaubhaft  dargetan,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  überhaupt  eine  Untersuchungshaft  oder  einen  Strafvollzug  antreten  müsse.  Es  könne  weiter  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein,  jede  auch  nur  ansatzweise  mögliche  Gefährdungssituation  im  Heimatland  der  Beschwerdeführerin abklären zu müssen; hier  finde der  in Art. 12 VwVG  verankerte  Untersuchungsgrundsatz  seine  Grenzen  in  der  Mitwirkungspflicht  gemäss  Art. 8  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31). Daher sei die Beschwerde abzuweisen.

E­8314/2007 I.  Der  Replikeingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  15. Januar  2008  ist  sinngemäss  zu  entnehmen,  dass  sie  weiterhin  beantragen,  ihr  Asylgesuch  sei  gutzuheissen  und  eventualiter  sei  ein  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  zu  erklären.  So  rügt  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  habe  ihren  Asylvorbringen  zu  Unrecht  keinen Glauben geschenkt, und die Ausführungen des BFM, wonach ihre  Identität  nicht  belegt  sei,  seien  nicht  korrekt,  da  sie  die  polizeiliche  Vorladungen im Original,  ihr Berufsdiplom im Original, die Führerscheine  des  Beschwerdeführers  und  der  Beschwerdeführerin  im  Original  eingereicht hätten. Zudem habe sie zur Ausstellung der Geburtsurkunde  ihres  Kindes  die  Heiratsurkunde  beim  Zivilstandsamt  (…)  einreichen  müssen. Das Bundesamt habe das Vorhandensein der von ihr benötigten  Medikamente  gegen Depressionen  und  Bluthochdruck  nicht  geprüft.  Es  entspreche  jedoch  den  Tatsachen,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  den  Strafvollzug  antreten  müsse.  Im  Gefängnis  seien  die  benötigten  Medikamente nicht erhältlich. Sie sei momentan so angeschlagen, dass  sie  sich  kürzlich  einer  eintägigen  Untersuchung  [im  Spital]  habe  unterziehen müssen. Diesbezüglich reichte sie die Terminbestätigung zu  den Akten. J.  Mit Eingabe vom 17. August 2011 gelangte die Beschwerdeführerin ans  Bundesverwaltungsgericht  und  ersuchte  um  eine  baldige  Verfahrenserledigung. Sie erwähnte dabei unter anderem, dass sie noch  immer  unter  hohem  Bluthochdruck  und  Depressionen  leide,  deswegen  Medikamente  einnehmen  und  sich  immer  wieder  Untersuchungen  unterziehen müsse. Die Ungewissheit  über  ihre  Zukunft  beschäftige  sie  sehr,  ihr  Ehemann  könne  ohne  Aufenthaltsbewilligung  keine  Arbeit  finden. Sie und ihr Mann würden Deutschkurse besuchen, ihr älteres Kind  besuche dieses Jahr die [Schule] und das jüngere Kind beginne mit dem  Kindergarten. Sie  legte  ihrer  Eingabe  Kopien  der  Kursausweise  der  besuchten  Deutschkurse  (…),  Kopien  der  vom  Migrationsamt  ausgestellten  Aufenthaltsverlängerungen  mit  Stempeln  bis  zum  September  2009  und  verschiedene Schulzeugnisse ihres älteren Kindes bei. K.  Mit  Verfügung  vom  14. Dezember  2011  räumte  die  zuständige  Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführenden  mit  Frist  bis  zum 

E­8314/2007 30. Dezember  2011  Gelegenheit  ein,  zu  der  vom  Bundesverwaltungsgericht  veranlassten Botschaftsabklärung Stellung zu  nehmen.  Zugleich  wurden  sie  aufgefordert,  innerhalb  derselben  Frist  aktuelle  Arztzeugnisse  aller  behandelnden  Ärzte  inklusive  Entbindungserklärungen von der ärztlichen Schweigepflicht einzureichen.  Sie wurden darauf hingewiesen, dass die Arztberichte eine Diagnose und  Prognose  beinhalten  und  die  benötigten  Medikamente  (Inhaltsstoffe)  detailliert darlegen sollten. Die  Botschaftsauskunft  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Ulaanbaatar  betraf  Fragen der Erhältlichkeit  blutdrucksenkender Medikamente  in  der  Mongolei,  namentlich  auch  in  den  Gefängnissen  des  Landes,  sowie  Fragen betreffend die Finanzierung der Medikamente. Auf den Inhalt der  Auskünfte im Einzelnen wird in den Erwägungen Bezug genommen. L.  Am 30. Dezember  2011  (Postaufgabe  vom  29. Dezember  2011)  gingen  beim Bundesverwaltungsgericht  kommentarlos  folgende Dokumente ein:  Ein  Arztzeugnis  von  med.  pract.  H._______,  Allgemeine  Medizin  FMH,  (…),  datierend  vom  27. Dezember  2011,  eine  Bestätigung  der  fürsorgerischen  Freiheitsentziehung  (FFE)  [psychiatrische  Klinik]  vom  29. November 2009, ein Bericht von Dr. med.  I._______, datierend vom  21. April  2008  und  eine  Erklärung  betreffend  Entbindung  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  der  die  Beschwerdeführerin  behandelnden  Ärzte.  Im aktuellen Arztbericht der Allgemeinmedizinerin med. pract. H._______  vom 27. Dezember 2011 wird neben weiteren Krankheitsbildern (…) zum  einen der Bluthochdruck der Beschwerdeführerin  (…),  zum andern eine  rezidivierende  depressive Stimmungslage  diagnostiziert. Die Ärztin  führt  aus,  die Hypertonie werde  derzeit  nicht  behandelt  und  die Therapie  sei  sistiert, nachdem die Beschwerdeführerin wieder normale entsprechende  Werte  aufweise.  Diese  Werte  würden  allerdings  stark  schwanken  und  könnten  unter  vermehrter  Belastung  wieder  ansteigen.  Die  grösste  gesundheitliche Gefährdung der Beschwerdeführerin liege derzeit bei den  psychischen,  depressiven  Problemen,  die  im  Jahr  2009  bei  akuter  Suizidalität  einen  fürsorgerischen  Freiheitsentzug  (FFE)  mit  anschliessender  einjähriger  psychiatrischer  ambulanter  Behandlung  erforderlich gemacht hätten. Derzeit bestehe eine latente Suizidalität und  die Beschwerdeführerin werde medikamentös behandelt.

E­8314/2007 Der  ärztlichen  Einweisung  vom  29.  November  2009  ist  sodann  zu  entnehmen,  dass  aufgrund  einer  tätlichen  Auseinandersetzung  im  Durchgangszentrum  ein  Wechsel  in  ein  anderes  Zentrum  bevorgestanden  habe,  die  Beschwerdeführerin  sich  deshalb  gegenüber  ihrer  Familie  und  sinngemäss  ihren  Kindern  schuldig  gefühlt  habe  und  sich daher mit dem Messer habe töten wollen. Der  ältere  Arztbericht  vom  21.  April  2008  bestätigt  schliesslich  die  damalige  ambulante  Therapie  und  hält  fest,  dass  damals  infolge  einer  Eskalation  (Handgreiflichkeiten)  im  Durchgangszentrum  bei  der  Beschwerdeführerin latente Suizidalität festgestellt worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Ein  solches  Auslieferungsersuchen  liegt nicht vor. 1.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  ständiger  Praxis  letztinstanzlich  auch  Beschwerden  gegen  Verfügungen,  in  denen  das  Bundesamt  es  ablehnt,  einen  früheren  Entscheid  auf  Gesuch  hin  in  Wiedererwägung zu ziehen. 1.3.    Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 

E­8314/2007 Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1  AsylG). 1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,   sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und  Art. 48  Abs.  1  und  Art.  52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten. 2.  2.1. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht  geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende  Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Der  Sinn  der  Wiedererwägung  –  wie  auch  der  Revision  –  ist  nicht  die  erneute  rechtliche  Würdigung  eines  bereits  hinlänglich  erstellten  und  endgültig  beurteilten Sachverhalts  (vgl. EMARK 1999 Nr. 4 E. 5a S. 24  f.). Es  ist  unzulässig, ein  rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren unter dem Titel  eines  Wiedererwägungsgesuchs  faktisch  zu  wiederholen,  indem  die  rechtliche Beurteilung der verfügenden Behörde (erneut) in Frage gestellt  wird;  in diesem Fall wird mangels qualifizierter Wiedererwägungsgründe  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  nicht  eingetreten.  Zudem  ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten, wenn zu dessen Begründung  lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt werden und aus der  Rechtsschrift  die  tatsächlichen  Anhaltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes  hindeuten  sollen,  nicht  ersichtlich  sind  (vgl. EMARK  2005  Nr.  25  E.  4.2  S.  227  f.,  EMARK  2003  Nr.  17  E.  2a  S. 103 f., EMARK 2001 Nr. 20 E. 3c.dd S. 156). 2.2.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus  Art.  29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  BGE  127  I  133  E.  6, mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  hat  die  zuständige  Behörde  eine  selbst  getroffene  Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, wenn sich der rechtserhebliche  Sachverhalt seit Eintritt der Rechtskraft – am Tag nach Ablauf der nicht  genutzten  Rechtsmittelfrist  oder  durch  bestätigendes  Urteil  der  mit 

E­8314/2007 Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  –  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und mithin  eine Anpassung der  (ursprünglich  fehlerfreien)  Verfügung  erforderlich  ist,  ohne  dass  deren  Gegenstand  neu  beurteilt  wird.  Im  Weiteren  können  auch  Revisionsgründe  einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  rechtskräftige  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  blieb  oder  niemals  einer  materiellen  Prüfung  unterzogen  wurde,  weil  das  angehobene  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen  Urteil  endete.  Ein  solchermassen  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  zu  bezeichnendes  Rechtsmittel  ist  grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens gemäss Art. 66 ff. VwVG zu behandeln (vgl. EMARK  2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 2.3. Beweismittel  sind  neu  im  revisionsrechtlichen  Sinne,  sofern  sie  bis  zum  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  bestanden  haben,  jedoch  trotz aller pflichtgemässen Sorgfalt nicht bekannt waren und daher nicht  geltend  gemacht  werden  konnten,  beziehungsweise  deren  rechtzeitige  Beibringung  nicht  zumutbar  war  (EMARK  1995  Nr.  21  E.  3a  S.  207).  Ebenfalls  als  neu  im  Sinne  der  revisionsrechtlichen  Bestimmungen  des  VwVG  gelten  Beweismittel,  die  zwar  aus  der  Zeit  nach  Abschluss  des  Beschwerdeverfahrens  stammen,  sich  aber  auf  Tatsachen  beziehen,  welche sich vor dem betreffenden Entscheid zugetragen haben (ALFRED  KÖLZ  /  ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich, 2. Auflage 1998, Rz. 741).  Erheblich sind Beweismittel dann, wenn sie zu einem anderen Entscheid  hätten führen können. 3.  3.1.  3.1.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  erstens  geltend,  neu  eingebrachte Beweismittel würden nun belegen, dass ihre im ordentlichen  Verfahren  geltend gemachten Vorbringen asylrelevant  seien. Mit  diesen  Vorbringen  machen  sie  das  Vorliegen  von  rechtserheblichen  neuen  Tatsachen und Beweismitteln im Sinne von Art. 66 Abs. 1 Bst. a VwVG –  also  Revisionsgründe  –  geltend,  die  darauf  abzielen,  dass  die  rechtskräftige  Verfügung  vom  29. März  2006  fehlerhaft  sei.  Diese  Begehren sind als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu behandeln,  wonach zu prüfen  ist,  ob die eingereichten Beweismittel  tatsächlich neu  und erheblich sind. http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207 http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207

E­8314/2007 3.1.2. Hierbei  sind die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen zu  stützen,  wonach  der  vorgebrachte  Sachverhalt  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  als  nicht  asylrelevant  erwogen  worden  sei  und  die  neu  eingereichten Beweismittel  sich genau auf diesen Sachverhalt  beziehen  würden;  die  eingereichten  polizeilichen  Vorladungen,  das  Fahndungsschreiben  und  das  Foto  der  Polizeistation  vermögen  keine  Veränderung  des  mit  Verfügung  vom  29.  März  2006  festgestellten  Sachverhalts zu bewirken und sind daher –  ungeachtet ihrer Authentizität  – unerheblich.  Das  BFM  zog  in  seiner  Verfügung  vom  29.  März  2006  namentlich  in  Erwägung,  dass  die  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll  gegeben habe, die Polizei habe keine Beweise gegen sie gehabt, die ihre  angebliche  Schuld  hätten  belegen  können,  vielmehr  habe  die  gerichtsmedizinische  Untersuchung  ergeben,  dass  keine  aussergewöhnlichen Medikamente eingesetzt worden seien, sondern die  später verstorbene Kundin eine starke allergische Reaktion gezeigt habe,  die zum Tod geführt habe. Das BFM erachtete die behauptete Furcht der  Beschwerdeführerin  vor  einer  asylrechtlich  relevanten  Verfolgung  in  diesem  Zusammenhang  als  unbegründet.  Wie  das  BFM  zutreffend  festgehalten  hat,  sind  im  ordentlichen  Verfahren  die  nunmehr  wiedererwägungsweise  dargelegten  Vorbringen,  soweit  sie  sich  auf  die  Geltendmachung  der  Flüchtlingseigenschaft  beziehen,  allesamt  bereits  bekannt  gewesen  und  gewürdigt  worden.  Ergänzend  kann  festgehalten  werden,  dass  einer  allfälligen  Strafverfolgung  gegen  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  eines  Todesfalls  im  Schönheitssalon,  wo  sie  gearbeitet  hatte,  keine  Verfolgungsmotivation  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu Grunde  liegen würde,  sondern  es  sich  um  eine  grundsätzlich  rechtsstaatlich  legitime  gemeinrechtliche  Strafuntersuchung  ohne  flüchtlingsrechtliche  Relevanz  handeln  würde.  Soweit  im  vorliegenden  Wiedererwägungsverfahren  die  wiedererwägungsweise  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung beantragt werden, hat das  BFM das Gesuch mithin zu Recht abgewiesen. 3.2.  3.2.1.  Zweitens  machen  die  Beschwerdeführenden  als  Wiedererwägungsgründe  sinngemäss  nachträgliche Veränderungen  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  geltend.  Namentlich  habe  sich  die  gesundheitliche  Situation  der  Beschwerdeführerin  und  diejenige  der  Tochter  sinngemäss  seit  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  in  vollzugshinderndem  Masse  verschlechtert.  Diese  Vorbringen  zielen  darauf  ab,  die  ursprünglich  fehlerfreie  rechtskräftige  Verfügung  vom 

E­8314/2007 29. März  2006,  mit  welcher  das  BFM  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden ablehnte sowie die Wegweisung aus der Schweiz  und deren Vollzug anordnete, in Bezug auf den Vollzug der Wegweisung  nachträglich anzupassen. Zu  prüfen  ist  demnach,  ob  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  eine  seit  dem  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  (das  heisst  seit  dem  29. März  2006)  erheblich  veränderte  Sachlage  im  wiedererwägungsrechtlichen Sinne vorliegt. Hierbei ist für das Gericht die  Situation heute, zum Zeitpunkt des Entscheids, massgeblich. 3.2.2. In Bezug auf die gesundheitliche Lage der Beschwerdeführerin und  ihrer Tochter wurden bis zum Abschluss des ordentlichen Verfahrens am  29. März  2009  keine  Probleme  aktenkundig.  Diesbezüglich  hat  sich  die  Lage seither geändert. Was die Kinder betrifft, präsentiert sich heute die  Lage  insofern anders, als dass das zweite Kind noch nicht geboren war  und  sich  beide  seit  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahren  nun  sechs  Jahre in der Schweiz aufhalten. Im Folgenden ist zu prüfen, ob aufgrund  der veränderten Sachlage die Anordnung des Wegweisungsvollzugs zum  heutigen  Zeitpunkt  in Wiedererwägung  gezogen  werden müsse  und  ob  der  Vollzug  heute  aufgrund  einer  veränderten  Sachlage  als  unzulässig,  unzumutbar oder unmöglich eingeschätzt werden müsse. 4.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht  möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).  4.1.  Der Vollzug  ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). Weiter  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  FK).  Da  die  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführenden  bereits  rechtskräftig 

E­8314/2007 verneint  wurde  und  diesbezüglich  nach  dem  Gesagten  auch  das  Wiedererwägungsgesuch  vom  BFM  zu  Recht  abgewiesen  wurde,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­ Refoulements  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung  finden. Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  die Mongolei  ist  demnach  unter  dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Gemäss  Art.  25  Abs. 3  BV,  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  werden.  Gemäss  Rechtsprechung  des  EGMR  können  unter  sehr  aussergewöhnlichen  Umständen  ("very  exceptional  circumstances")  gesundheitliche  Probleme  unter  Art.  3  EMRK  fallen,  wenn  im  Heimatstaat  ausgeprägte  unzulängliche  medizinische  Bedingungen  herrschen  und  wenn  damit  massive  Verstösse  gegen  die  Menschenwürde,  namentlich  Massnahmen,  die  den  betroffenen  Menschen seelisch und meist auch körperlich schwer treffen, verbunden  sind (vgl. die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­5822/2008 vom  17. Februar 2011 mit weiteren Hinweisen zitierte Praxis des EGMR). Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  ein  Wegweisungsvollzug  in  die  Mongolei sei aus gesundheitlichen Gründen unzulässig, weil sie in einem  Gefängnis in der Mongolei keine Medikamente gegen zu hohen Blutdruck  erhalten  würde;  im  aktuellsten  Arztzeugnis  ist  zudem  von  latenter  Suizidalität  die  Rede.  Dieses  Vorbringen  vermag  jedoch  klarerweise  keine solche aussergewöhnliche Umstände im Sinne der Rechtsprechung  darzulegen;  die  gesundheitlichen  Probleme  sind  im  Hinblick  auf  eine  allfällige  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  würdigen,  sind  aber nicht geeignet, eine Unzulässigkeit des Vollzugs zu begründen.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  die  Mongolei  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  EGMR  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder  glaubhaft machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 

E­8314/2007 Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Ein  aufgrund  einer  strafrechtlichen Tat rechtstaatlich durchgeführtes Verfahren fällt hier nicht  darunter. Auch die  allgemeine Menschenrechtssituation  in  der Mongolei  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

E­8314/2007 4.2.  4.2.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art.  83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März  2002, BBl 2002 3818). Falls  Kinder  vom  Wegweisungsvollzug  betroffen  sind,  ist  gemäss  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  Kindeswohl  im  Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung vorrangig zu gewichten, da sich dies  aus einer  völkerrechtskonformen Auslegung  von Art.  83 Abs.  4 AuG  im  Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989  über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) ergibt. Demzufolge sind unter dem Aspekt des Kindswohls sämtliche Umstände  einzubeziehen  und  zu  würdigen,  die  im  Hinblick  auf  eine  Wegweisung  wesentlich erscheinen. Namentlich sind in Bezug auf das Kindeswohl  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  Kriterien  wie  Alter  des  Kindes,  Reife,  Abhängigkeit,  Art  der  Beziehung  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit),  Eigenschaften  der  Bezugsperson  (insbesondere  Unterstützungsbereitschaft und ­fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich  Entwicklung  und  Ausbildung  des  Kindes  und  der  Grad  der  erfolgten  Integration  bei  einem  längeren Aufenthalt  in  der  Schweiz  zu  beurteilen.  Gerade  letzterer Aspekt, die Dauer des Aufenthaltes  in der Schweiz,  ist  im  Hinblick  auf  die  Prüfung  der  Chancen  und  Hindernisse  einer  Reintegration im Heimatland als gewichtiger Faktor zu werten, da Kinder  nicht  ohne  guten  Grund  aus  einem  vertrauten  Umfeld  herausgerissen  werden  sollten.  Zu  differenzieren  ist  freilich,  ob  sich  das  Kind  noch  in  einem jungen, stark von der Familie und vom Elternhaus geprägten Alter  befindet  und  demnach  durch  einen  Wegweisungsvollzug  weniger  stark  entwurzelt würde, als dies für einen Jugendlichen bereits im adoleszenten  Alter  zutreffen  würde,  der  sich  im  Aufenthaltsstaat,  wo  er  seine  massgebliche  Erziehung  erhalten  hat,  bereits  stark  in  sein  Umfeld  eingebunden hat, namentlich soziale Kontakte geknüpft hat und aufgrund  dessen seine eigene Identität entwickelt hat (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2  S. 367 f. und BVGE 2009/51 E. 5.6, je mit weiteren Hinweisen). http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51

E­8314/2007 4.2.2.  Aufgrund  der  allgemeinen  politischen  Lage,  der  Menschenrechtssituation  sowie  den  allgemeinen  Lebensumständen  in  der Mongolei, die mit Beschluss des Bundesrates vom 28. Juni 2000 zu  einem  verfolgungssicheren  Staat  ("safe  country")  erklärt  wurde,  ist  eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  unter  dem Aspekt  der Gefährdung  durch  Gewaltsituationen  als  zumutbar  zu  erachten.  In  der  Mongolei  herrscht weiterhin keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner  Gewalt,  aufgrund  derer  eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden angenommen werden müsste. 4.2.3. Betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme der  Tochter sind die vorinstanzlichen Erwägungen zu stützen, wonach diese  mittels  der  komplikationslos  erfolgten  Operation  im  Jahr  2007  behoben  werden  konnten  (vgl.  Arztzeugnis  F._______  vom  (…)  2007;  oben  Bst.  D).  Spätere  Arztzeugnisse  betreffend  gesundheitliche  Probleme  der  Tochter sind nicht eingereicht worden. Es darf mithin davon ausgegangen  werden, dass allfällige Nachkonsultationen auch in der Mongolei, welche  über  ein  funktionierendes  Gesundheitssystem  und  eine  Vielzahl  von  Spitälern verfügt, möglich sind.  4.2.4. Betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden  der  Beschwerdeführerin  wies  die  Vorinstanz  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  darauf  hin,  dass  entsprechende  Therapie­  und  Behandlungsmöglichkeiten in der Mongolei vorhanden seien und dass die  Beschwerdeführerin wegen der geltend gemachten Schwierigkeiten nicht  einer  lebensbedrohlichen  Gefahr  ausgesetzt  würde.  Gemäss  dem  aktuellsten  Arztbericht  von  med.  pract.  H._______  vom  27.  Dezember  2011  ist  wegen  des  überhöhten  Blutdrucks  seit  2010,  mithin  seit  zwei  Jahren,  keine  Medikamentierung  mehr  nötig,  nachdem  sich  die  Werte  normalisiert hätten und die Therapie habe sistiert werden können. Es wird  im Arztbericht vermerkt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die  Beschwerdeführerin  in  Zukunft  erneut  auf  eine  medikamentöse  Behandlung  wegen  erhöhten  Blutdrucks  angewiesen  sein  könnte.  Nachdem  nicht  auszuschliessen  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  nach  einer  Rückkehr  in  die  Mongolei  aufgrund  des  Strafverfahrens  in  Untersuchungshaft  genommen  würde  oder  direkt  den  Strafvollzug  antreten müsste, sowie aufgrund der bekannten Tatsache, dass bei stark  überhöhtem  Blutdruck  die  Nichteinnahme  von  entsprechenden  Medikamenten zum Tod führen kann, hat das Bundesverwaltungsgericht  zur Erhältlichkeit entsprechender Medikamente in der Mongolei durch die  Schweizer  Vertretung  Abklärungen  vornehmen  lassen.  Gemäss  den 

E­8314/2007 Botschaftsauskünften  sei  die medizinische  Versorgung  in Gefängnissen  der  Mongolei  nicht  gut;  diverse  blutdrucksenkende  Medikamente  (namentlich  Magnesiuminjektionen,  NAP,  Captopril,  Nifedipin,  „Bursanid“und CaCl­Injektionen)  seien aber  auch  für Gefängnisinsassen  erhältlich. Diese Medikamente seien  für die Patienten kostenlos; Frauen  würden  betreffend  medizinische  Betreuung  und  Haftbedingungen  nicht  anders  behandelt  als  Männer.  Sollte  ein  Patient  andere  Medikamente  brauchen, müssten diese auf Kosten seiner Angehörigen besorgt werden.  Aufgrund dieser Überlegungen muss nicht davon ausgegangen werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  wegen  ihrer  gesundheitlichen  Probleme  betreffend  hohen  Blutdruck  in  eine  lebensbedrohliche Lage geraten würde. Soweit  in  den  vorliegenden  Arztberichten  schliesslich  von  früheren  Episoden  akuter  Suizidalität,  die  einen  fürsorgerischen  Freiheitsentzug  nötig gemacht hätten, und einer aktuellen Phase  latenter Suizidalität bei  rezidivierenden  depressiven  Stimmungslagen  die  Rede  ist,  ist  festzuhalten,  dass  bisher  die  früheren  akuten  Episoden  mittels  Medikamentierung  behandelt  werden  konnten.  Aus  dem  aktuellsten  ärztlichen  Bericht  geht  nicht  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin  sich  noch in einer Psychotherapie befindet. Das Gericht geht davon aus, dass  der  schwierigen  Situation,  wie  sie mit  einer  zwangsweisen Rückkehr  in  die  Mongolei  verbunden  ist,  im  Rahmen  der  konkreten  Vollzugsmodalitäten  Rechnung  zu  tragen  ist,  und  dass  namentlich  in  Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten sicherzustellen sein wird,  dass  der  Beschwerdeführerin  für  die Rückkehr  die  allfällig  notwendigen  Medikamente  ausgehändigt  werden.  Eine  Behandlung  psychischer  Probleme  ist  auch  in  der  Mongolei  möglich;  gemäss  öffentlich  zugänglichen  Quellen  (vgl.  United  States  Department  of  State  2010  Human  Rights  Report:  Mongolia,  April  2011,  verfügbar  unter:  http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2010/eap/154394.htm,  abgerufen  am  12.  Januar  2012)  befinden  sich  in  den  mongolischen  Gefängnissen  ausgebildete  Psychologen,  womit  eine  fachliche  Betreuung  der  Beschwerdeführerin,  falls  sich  dies  als  notwendig  erweisen  würde,  gewährleistet ist. Somit  erweist  sich  ein  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführenden  auch  unter  dem  Aspekt  der  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin als zumutbar. http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2010/eap/154394.htm

E­8314/2007 4.2.5. Die  beiden  Kinder  der  Beschwerdeführenden  sind  zum  heutigen  Zeitpunkt (…) und (…) Jahre alt. Sowohl ein (…) als auch ein (…)jähriges  Kind ist noch vorwiegend geprägt durch den Familienkern und nicht durch  soziale  Bindungen  ausserhalb  der  Familie.  Die  beiden  Kinder  befinden  sich noch im anpassungsfähigen Alter und eine Rückkehr reisst sie nicht  derart  aus  ihrer  Lebensstruktur  heraus,  dass  von  einer  eigentlichen  Entwurzelung  gesprochen  werden  müsste.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass sich die beiden Kinder nach erfolgter Umgewöhnungsphase  in der  Mongolei  in  das  Schulsystem  eingliedern  und  sich  mit  zunehmendem  Alter ein soziales Umfeld ausserhalb der Familie aufbauen werden. Zwar  ist davon auszugehen, dass sich die Mutter – falls sie einen Strafvollzug  antreten sollte – für diese Zeit nicht um die Kinder kümmern könnte. Aus  den Akten ist jedoch ersichtlich, dass die Beziehung zum Vater intakt ist,  womit davon ausgegangen werden kann, dass er die Rolle der primären  Bezugs­ und Betreuungsperson würde wahrnehmen können. Daher ist es  den beiden Kindern auch unter dem Aspekt des Kindswohls zuzumuten,  in ihr Heimatland zurückzukehren. 4.2.6. Den  Akten  sind  sodann  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  in  die  Mongolei aus individuellen Gründen wirtschaftlicher und sozialer Natur in  eine existenzbedrohende Situation geraten würden. Aus den Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  ergibt  sich,  dass  [Verwandte]  im  Heimatland  leben  (vgl.  A1 S. 2) weshalb  sie  bei  einer Rückkehr  auf  ein  tragfähiges  soziales  Netz  zurückgreifen  können.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  gemäss  seinen  Angaben  über  Berufserfahrung,  womit  angenommen  werden  kann,  dass  er  sich  bei  einer  Rückkehr  beruflich  reintegrieren  kann. Daher  ist davon auszugehen, die Beschwerdeführer brächten alle  Voraussetzungen mit, um in der Mongolei wieder Fuss zu fassen und aus  eigenen Kräften ein Auskommen zu finden. 4.2.7. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung der  Beschwerdeführenden auch heute weiterhin als zumutbar. 4.3.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG)  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG, BVGE 2008/34 E.12).

E­8314/2007 4.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  den  Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine wiedererwägungsrechtlich  relevante Veränderung der Sachlage darzulegen, welche es rechtfertigen  würde, die rechtskräftige vorinstanzliche Verfügung vom 29. März 2006 in  Wiedererwägung  zu  ziehen.  Die  Vorinstanz  hat  das  Wiedererwägungsgesuch daher zu Recht abgewiesen.  5.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist demnach abzuweisen. 6.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da  jedoch  mit  Verfügung  vom  12. Dezember  2007  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG gutgeheissen wurde und aufgrund der Aktenlage nach wie vor von  der  prozessualen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  auszugehen  ist, sind keine Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite)

E­8314/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sarah Diack Versand:

E-8314/2007 — Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-8314/2007 — Swissrulings