Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 E-7986/2009

17. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,162 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Flüchtlingseigenschaft und Asyl; Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2009 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­7986/2009 Urteil   v om   1 7 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Walter Stöckli,  Richter Maurice Brodard,    Gerichtsschreiber Jonas Tschan. Parteien A._______, geboren (…), Iran,   vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2009 / N (...).

E­7986/2009 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer,  ein  aus  Teheran  stammender  iranischer Staats­ angehöriger,  verliess  seinen Heimatstaat  gemäss  eigenen Angaben  am   4. August 1996 und gelangte am 14. August 1996 in die Schweiz, wo er  am  15.  August  1996  in  der  Empfangsstelle  Altstätten  um  Asyl  nachsuchte.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  brachte  er  im  Wesentlichen vor, wegen Aktivitäten für den Schah Probleme bekommen  zu haben. Ein Kollege sei festgenommen worden und er habe befürchten  müssen,  verraten  zu  werden,  weshalb  er  das  Land  mit  Hilfe  eines  Schleppers verlassen habe. Mit  Verfügung  vom  27.  April  1998  stellte  das  vormalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF)  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  dessen Asylgesuch  ab,  verfügte  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  führte  das BFF an,  die Vorbringen  des Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  stand,  so  dass  ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Mit  Beschwerde  vom  29.  Mai  1998  an  die  damals  zuständige  Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) liess der Beschwerdeführer  durch  seine  vormalige Rechtsvertreterin  beantragen,  die  vorinstanzliche  Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei  ihm  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen.  Die  Würdigung  des  Verfahrensergebnisses  durch  das  BFF  sei  unzutreffend,  sie  beruhe  auf  einer  unrichtigen  und  unvollständigen  Sachverhaltsfeststellung und sei unangemessen. B. Mit  Urteil  vom  26.  Juli  2000  wies  die  ARK  die  Beschwerde  ab,  soweit  darauf  eingetreten  wurde.  In  den  Erwägungen  wurde  ausgeführt,  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  seien  allzu  realitätsfremd,  um  geglaubt werden zu können. Zu Recht habe deshalb das Bundesamt die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und  dessen  Asylgesuch abgelehnt. C. Mit Eingabe vom 17. Dezember 2007 stellte der Beschwerdeführer durch  seinen  neu  mandatierten  Rechtsvertreter  beim  BFM  ein  Gesuch  um  "Wiederaufnahme des Asylverfahrens und Aufhebung der Wegweisungs­

E­7986/2009 Verfügung".  Der  Beschwerdeführer  habe  sich  engagiert  exilpolitisch  betätigt und damit subjektive Nachfluchtgründe gesetzt. Dem Gesuch lag  ein Ringbuch "Beweismittel über die exilpolitischen Aktivitäten" bei. D. Das BFM führte mit dem Beschwerdeführer am 24. November 2009 eine  Anhörung durch. E. Mit  Verfügung  vom  3.  Dezember  2009  stellte  das  Bundesamt  fest,  der  Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,  lehnte dessen  Asylgesuch  ab  und  verfügte  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Gleichzeitig  ordnete  es  jedoch  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  an.  Der  Beschwerdeführer verfüge über kein derartiges politisches Profil, das ihn  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  einer  konkreten  Gefährdung  aussetzen  würde.  F. Mit  Beschwerde  vom  22.  Dezember  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  in  materieller  Hinsicht  beantragen,  die  Dispositiv­Ziffern  1­3  (1  Nichterfüllen  der  Flüchtlingseigenschaft,  2  Ablehnung  des  Asylgesuches,  3  Wegweisung  aus  der  Schweiz)  der  angefochtenen  Verfügung seien aufzuheben und er  sei als Flüchtling anzuerkennen.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege.  G. Das  Bundesverwaltungsgericht  wies  mit  Zwischenverfügung  vom  30.  Dezember  2009  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ab  und  forderte  den  Beschwerdeführer  auf,  einen  Kostenvorschuss  von  Fr.  600.­  zu  leisten,  welchen  dieser  innert  der  angesetzten Frist einzahlte. H. Das BFM hielt  in  seiner Vernehmlassung  vom 29.  Januar  2010  vollum­ fänglich  an  seiner  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde,  was  dem  Beschwerdeführer  am  2.  Februar  2010  zur  Kenntnis gebracht wurde.

E­7986/2009 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde;  es  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  bei  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht. Der Beschwer­ deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die  angefochtene Verfügung besonders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1,  Art.  52  VwVG);  auf  die  Beschwerde ist demnach einzutreten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheides  aus,  exilpolitische  Aktivitäten,  wie  sie  der  Beschwerdeführer  geltend  mache,  könnten  nur  dann  im  Sinne  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn  davon  ausgegangen  werden  müsse,  dass  diese  Aktivitäten  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Iran  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  ernsthafte  Massnahmen  für  den  Betroffenen zur Folge hätten.

E­7986/2009 Die  geltend  gemachte  Mitgliedschaft  in  der  DVF  (Demokratischen  Vereinigung  für Flüchtlinge) und  in der SPI  (Sozialistischen Partei  Irans)  vermöge  nicht  zu  begründen,  der  Beschwerdeführer  würde  bei  seiner  Rückkehr  in  den  Iran  einer  asylrelevanten  Verfolgung  ausgesetzt.  Den  Akten  könnten  keinerlei  Hinweise  entnommen  werden,  die  iranischen  Behörden hätten von dessen Aktivitäten Kenntnis genommen. Bezüglich  der vorgebrachten Teilnahme an Demonstrationen sei anzumerken, dass  allein  in  der  Schweiz  innert  weniger  Monate  unzählige  exilpolitische  Anlässe  stattfinden  würden,  von  denen  gestellte  Aufnahmen  in  einschlägigen Internetseiten publiziert würden, sodass es den iranischen  Behörden unmöglich sein dürfte, diese konkreten Namen zuzuordnen. Selbst wenn die iranischen Behörde über die politischen Aktivitäten ihrer  Staatsangehörigen  im Ausland  informiert  seien,  könnten  sie  diese  nicht  alle  überwachen.  Zudem  dürfte  auch  den  iranischen Behörden  bekannt  sein,  dass  viele  iranische  Emigranten  aus  vorwiegend  wirtschaftlichen  Gründen  versuchten,  sich  in  Europa  und  speziell  auch  in  der  Schweiz  zum Abschluss  ihres Asylverfahrens ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu  erwirken,  indem  sie  regimekritischen  Aktivitäten  nachgingen.  Die  iranisches  Behörden  hätten  indessen  nur  dann  Interesse  an  der  Identifizierung  von  Personen,  wenn  die  Aktivitäten  als  konkrete  Bedrohung  für  das  politische  System  wahrgenommen  würden.  Die  Aktivitäten des Beschwer­deführers vermöge keine konkrete Gefährdung  im Falle einer Rückkehr  in  den  Iran  zu begründen. Dieser  verfüge über  kein derartiges politisches Profil, das  ihn bei einer Rückkehr  in den  Iran  einer konkreten Gefährdung aussetzen würde. 2.2 In der Beschwerde wird der Argumentation der Vorinstanz entgegen­ gehalten,  es  gelte  als  notorisch  bekannt,  dass  die  iranische  Exilopposition,  insbesondere  auch  die  DVF  und  ähnlich  orientierte  Aktivistengruppen,  in  der  Schweiz  von  den  heimatlichen  Behörden  engmaschig  beobachtet  und  überwacht  würden.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  diese  die  Aktivitäten  sämtlicher  Oppositionsgruppen  sowohl im Heimatstaat als auch weltweit seit Jahren zu überwachen und  zu  unterdrücken  versuchten.  Es  treffe  zwar  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  Beweismittel  verfügen  würde,  dass  die  iranischen  Behörden  von  seiner  Mitgliedschaft  bei  den  genannten  Organisationen  Kenntnis  erhalten  oder  gar  nachteilige  Massnahmen  gegen  ihn  ergriffen  hätten. Dies  könne  allerdings  auch  nicht  erstaunen,  halte er sich doch bereits seit mehr als 13 Jahren nicht mehr im Iran auf.  Er  habe  im  erstinstanzlichen  Verfahren  zahlreiche  stichhaltige 

E­7986/2009 Beweismittel über seine seit Jahren dauernden exilpolitischen Aktivitäten  beigebracht.  Daraus  gehe  hervor,  dass  er  an  verschiedenen  Kundgebungen  und  Demonstrationen  der  iranischen  Exilopposition  teilgenommen und sich dabei  jeweils  in den vordersten Rängen profiliert  habe. Alle diese Aktivitäten führe er bis heute weiter. Bei der Botschaft des  Iran  in Bern seien Angehörige der Geheimdienste  stationiert,  welche  ständig  die  Internetseiten  der  Opposition,  darunter  auch  jene  der  DVF  sowie  der  SPI,  durchsehen  und  sich  besondere  Namen  und  Fotos  der  Aktivisten  einprägen  und  an  ihre  Dienste  weiterleiten würden. Es könne zudem davon ausgegangen werden, dass  die  Beamten  auch  in  Oppositionsgruppen  infiltrierten,  um  die  aktiven  Mitglieder  zu  erfassen  und  zu  identifizieren.  Das  Fotografieren  und  Filmen  von  Demonstranten  entspreche  der  ständigen  Praxis  des  iranischen Botschaftspersonals. Die Behauptung der Vorinstanz, wonach  es  für  die  iranischen  Behörden  angesichts  der  zahlreichen,  im  Internet  dokumentierten  Anlässen  der  exilpolitischen  Opposition  in  der  Schweiz  unmöglich  sein  dürfte,  den  Gesichtern  konkrete  Namen  zuzuordnen,  würde widerlegt. Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  subjektive  Nachfluchtgründe  im  Sinne  von  Art.  54  AsylG  gesetzt  habe,  welche seine Anerkennung als Flüchtling rechtfertigen würden. Aufgrund  der  Begründung  der  Beschwerde  ergibt  sich,  dass  im  Gegensatz  zur  Formulierung  des  Beschwerdeantrags  Nr.  1  (Aufhebung  der  Ziffern  1­3  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung)  nur  die  Nichtanerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  angefochten  wird,  nicht  aber  die  Asylverweigerung  und  Anordnung  der  Wegweisung  (Ziffern  2  und 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung). 3. 3.1 Flüchtlingen wird kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise  aus dem Heimat­ oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach  der  Ausreise  Flüchtlinge  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  wurden  (Art.  54  AsylG).  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise aus dem Heimat­ oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation  erst  geschaffen worden  ist, macht  subjektive Nachfluchtgründe  geltend.  Subjektive Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG,  führen  jedoch  nach  Art.  54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder 

E­7986/2009 nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Das vom Gesetzgeber vorgesehene  Konzept,  wonach  das  Vorliegen  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von  Asyl  ausschliesst,  verbietet  auch  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit  Fluchtgründen,  welche  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  entstanden  sind  und  die  für  sich  allein  nicht  zur  Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen  (vgl.  BVGE  2009/28  E.  7.4.3;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 7 E. 7b und 8  S. 67 ff., EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen). 3.2  Wie  die  Vorinstanz  in  den  Erwägungen  ihres  angefochtenen  Entscheides richtig anmerkt, sind sich die  iranischen Behörden bewusst,  dass die exilpolitische Betätigung vieler iranischer Asylbewerber nach der  Ablehnung  ihrer  Asylgesuche  oft  zunimmt  respektive  intensiviert  wird  oder  überhaupt  erst  ab  diesem  Zeitpunkt  einsetzt,  was  das  geltend  gemachte  politische  Engagement  und  Bewusstsein  an  sich  in  einem  zweifelhaften  Licht  erscheinen  lässt.  Es  darf  darüber  hinaus  ohne  weiteres  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  iranischen  Sicherheitsbehörden  in  der  Lage  sind,  zwischen  tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  und  Exilaktivisten,  die  es  geradezu  darauf  anlegen, sich durch ihre Aktionen bekannt zu machen, zu unterscheiden. Vorliegend  ist  in  weiterer  Übereinstimmung mit  dem  BFM  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  über  keinerlei  besonders  exponiertes  Profil  verfügt und die zahlreichen Beweismittel zum einen klar zeigen, dass er  er sich zwar bei den Demonstrationen, an denen er teilnimmt, tatsächlich  öfters  in  den  "vordersten  Rängen"  aufhält.  Aber  dieses  Verhalten  führt  auch zum Schluss, dass er eine Identifizierung geradezu sucht. Es kann  deshalb tatsächlich nicht ausgeschlossen werden, dass er den iranischen  Behörden namentlich bekannt ist. Indessen ist nicht einzusehen, weshalb  von  ihm  für das Regime, das sich auf exilpolitische Leader konzentriert,  eine Gefahr ausgehen sollte. Er übt keinerlei besondere Aufgabe aus und  gehört  gemäss  den  Akten  keinem  Führungszirkel  an,  weshalb  seine  allfällige  Identifizierung  bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  nicht  mit  einer  konkreten  Gefährdung  gleichgesetzt  werden  darf;  vielmehr  ist  zu  vermuten,  dass die  iranischen Behörden  ihn gegebenenfalls  einfach als  Mitläufer  wahrnehmen,  wie  es  in  der  exilpolitischen  Diaspora  eine  Vielzahl  davon  gibt.  Es  erübrigt  sich  demnach,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  da  diese  alle  der  gleichen  Argumentationslinie folgen, der das Gericht nicht folgen kann. 

E­7986/2009 Es  ist  mithin  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  befürchten  müsste,  dort  ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu erleiden. Insbesondere  fehlen im vorliegenden Fall auch jegliche aktenkundige Hinweise darauf,  dass  gegen  ihn  aufgrund  der  genannten  Aktivitäten  im  Iran  ein  Strafverfahren oder andere behördliche Massnahmen eingeleitet worden  sind.  3.3  Das  BFM  hat  somit  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zu  Recht  abgelehnt  und  in  Anwendung  von  Art.  44  Abs.  1  AsylG  folgerichtig  die  Wegweisung  verfügt. 4. Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.­ dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Sie werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet  und  sind damit gedeckt. (Dispositiv nächste Seite)

E­7986/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet  und sind damit gedeckt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  das  BFM  und  an  das  Migrationsamt des Kantons B._______. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Jonas Tschan Versand:

E-7986/2009 — Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 E-7986/2009 — Swissrulings