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Bundesverwaltungsgericht 23.01.2012 E-6979/2011

23. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,047 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Dezember 2011 /

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6979/2011 Urteil   v om   2 3 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), angeblich China (Volksrepublik),  (…),   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 7. Dezember 2011 / (…).

E­6979/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführerin,  tibetischer  Volkszugehörigkeit,  ihren  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  19.  April  2011  auf  den  Landweg über Nepal verliess, von dort am 22. Mai 2011 auf dem Luftweg  weiterreiste  und  am  24.  Mai  2011  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  sie  gleichentags im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl  nachsuchte, dass sie am 7. Juni 2011 im EVZ befragt und am 23. Juni 2011 durch das  BFM zu ihrem Asylgesuch angehört wurde, dass sie im Wesentlichen vorbrachte, sie stamme aus einem kleinen Dorf  in der Provinz Ütsang in Tibet und habe am 15. April 2011 zusammen mit  einer Freundin in der Bezirkshauptstadt protibetische Plakate aufgehängt, dass  sie  sich  am  Tag  darauf  erneut  in  die  Bezirkshauptstadt  begeben  habe,  um  die  Reaktionen  auf  die  Plakataktion  zu  beobachten  und  ihre  dort lebende Schwester zu besuchen, dass  einige  Stunden  später  sie  ihr  Bruder  aufgesucht  und  über  die  Festnahme ihrer Freundin im Dorf informiert habe, dass  die  Freundin  wohl  den  Namen  der  Beschwerdeführerin  verraten  habe,  da  die Geheimpolizei  auch  bei  ihr  zu Hause  aufgetaucht  sei  und  nach ihr gesucht habe, dass  sie  sich  mit  Hilfe  eines  Onkels  umgehend  nach  Lhasa  abgesetzt  habe,  wenige  Tage  später  nach  Nepal  gelangt  sei  und  sich  bis  zur  Weiterreise am 22. Mai 2011 bei einem Freund des Onkels in Kathmandu  aufgehalten habe, dass  das  BFM  über  die  Fachstelle  "LINGUA"  einen  Experten  damit  beauftragte,  eine Analyse  über  die Herkunft  der  Beschwerdeführerin  zu  erstellen, dass zu diesem Zweck am 29. Juni 2011 ein telefonisches Gespräch mit  der Beschwerdeführerin geführt wurde, dass  mit  dem  Expertenbericht  vom  19.  August  2011  im  Resultat  festgestellt  wurde,  die  vorherrschende  Sozialisation  der  Beschwerdeführerin  habe  "eindeutig  nicht"  in  dem  von  ihr  genannten  Sozialisierungsraum stattgefunden,

E­6979/2011 dass der Beschwerdeführerin mit Schreiben des BFM vom 17. November  2011  Gelegenheit  gegeben  wurde,  zum  wesentlichen  Inhalt  und  den  Resultaten  der  Prüfung  der  Herkunfts­Analyse  schriftlich  Stellung  zu  nehmen,  dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. November 2011 eine  Stellungnahme zu den Akten reichte,  dass  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom 7. Dezember 2011 ablehnte und ihre Wegweisung aus der Schweiz  sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete,  dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  würden  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen,  weshalb  sie  die Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und das Asylgesuch  abzulehnen sei,  dass  in Anbetracht des Ergebnisses der durchgeführten  landeskundlich­ kulturellen  Analyse  sowie  aufgrund  der  unglaubhaften  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  zu  ihren  Asylgründen  davon  ausgegangen  werden  müsse, dass sie nie in Tibet/China gelebt habe und die geltend gemachte  behördliche Bedrohung  in Tibet/China dazu diene, eine Wegweisung zu  verunmöglichen, dass der Ablehnung des Asylgesuches in der Regel die Wegweisung aus  der Schweiz folge, dass  die  amtliche  Prüfungspflicht  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  eines Wegweisungsvollzuges  ihre  vernünftigen  Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der  gesuchstellenden  Person  finde  und  es  nicht  Sache  der Asylbehörden  sei,  nach  allfälligen Wegweisungshindernissen  zu  forschen, wenn eine asylsuchende Person  ihre Herkunft verschleiere  und keine eindeutigen Hinweise auf die tatsächliche Staatsangehörigkeit  bestehen würden, dass  insbesondere  Art.  5  Abs.  1  AsylG  (Grundsatz  der  Nichtrückschiebung) nicht anwendbar  sei und sich aus den Akten keine  Anhaltspunkte  dafür  ergeben  würden,  dass  der  Beschwerdeführerin  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 

E­6979/2011 4. November 1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe, dass aus der Verheimlichung der Staatsangehörigkeit auch zu schliessen  sei, dass weder die  im tatsächlichen Heimatstaat herrschende politische  Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung  dorthin sprechen würden, dass der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich auch möglich sei, selbst  wenn die wahre Identität oder Nationalität verheimlicht werde, dass die Verfügung des BFM der Beschwerdeführerin  am 9. Dezember  2011 eröffnet wurde, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  an  das  BFM  (Eingang  BFM  vom  19.  Dezember  2011  und  Übermittlung  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  27.  Dezember  2011)  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  erhob  und  sinngemäss  beantragt,  die  angefochtene Verfügung des BFM aufzuheben, dass  sie  sinngemäss  vorbringt,  bei  einer  Rückkehr  in  den  Tibet  ernsthaften, flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen ausgesetzt zu sein, dass sie weiter beantragt, ihr zumindest eine vorläufige Aufnahme in der  Schweiz zu gewähren, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  30.  Dezember  2011 den Eingang der Beschwerde bestätigte, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  im  Regelfall  ­  so  auch  vorliegend  ­  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

E­6979/2011 dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführerin  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 

E­6979/2011 sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die Vorinstanz  gesetzes­  und  praxiskonform erkannt  hat,  dass  die  Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen von Art. 7 AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  genügen, dass nach Prüfung der vorliegenden Aktenlage die Erwägungen des BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  den  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachten  Sachverhalt  in  den  rechtserheblichen  Aspekten  in  ausgewogener  und  überzeugender  Form  beurteilen  und  zu  bestätigen  sind, dass  die  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  offenkundig  keine  andere  Beurteilung  zulassen, dass  bezüglich  der  Herkunft  der  Beschwerdeführerin  Folgendes  in  Erwägung zu ziehen ist, dass das Bundesverwaltungsgericht Lingua­Analysen des BFM nicht als  Sachverständigengutachten  (Art.  12  Bst.  e  VwVG;  Art.  57  ff.  des  Bundesgesetzes  vom  4.  Dezember  1947  über  den  Bundeszivilprozess  [BZP, SR 273]  i.V.m. Art.  19 VwVG) anerkennt,  sondern als  schriftliche  Auskünfte einer Drittperson (Art. 12 Bst. c VwVG; Art. 49 BZP i.V.m. Art.  19  VwVG),  ihnen  indessen  ­  sofern  bestimmte  Anforderungen  an  die  fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Experten wie auch  an  die  inhaltliche  Schlüssigkeit  und  Nachvollziehbarkeit  der  Analyse  erfüllt  sind  ­  erhöhten  Beweiswert  zumisst  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr.  14  E.  7,  EMARK  1998  Nr. 34)  und  Lingua­Analysen  grundsätzlich  geeignet sind, den Nachweis einer Herkunftstäuschung zu erbringen (vgl.  EMARK 1999 Nr. 19 E. 3d), dass  die  vorliegende  Lingua­Analyse  fundiert,  sehr  differenziert  und  in  allen Teilen der Begründung überzeugend ausgefallen ist, weshalb sie zu  keinen Beanstandungen Anlass gibt, dass das BFM in seiner Verfügung vom 17. November 2011, mit welcher  der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zum  Abklärungsergebnis gewährt wurde, den wesentlichen Inhalt der Analyse 

E­6979/2011 in  umfassendem  Umfang  wiedergegeben  und  damit  den  Grundsätzen  des  rechtlichen  Gehörs  und  des  fairen  Prozesses  Genüge  getan  hat  (EMARK 2003 Nr. 14 E. 9), dass die Lingua­Analyse mit hinreichender Aussagekraft erkennen  lässt,  dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  hauptsächlich  in  dem  von  ihr  genannten  geografischen  Raum  und  somit  nicht  in  Tibet  sozialisiert  wurde, dass  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  im  Zusammenhang  mit  der  Herkunft  der  Beschwerdeführerin  auch  nicht  nur  ansatzweise  Stichhaltiges entgegenzusetzen vermögen, wenn bloss vorgebracht wird,  das  BFM  wüsste,  dass  sie  aus  dem  Tibet  stamme,  und  dies  der  Aktenlage widerspricht, dass  die  gesamten  Akten  und  Umstände  das  klar  überwiegend  wahrscheinliche Bild eines eigentlichen Sachverhaltskonstrukts und einer  erheblich  beeinträchtigten  persönlichen  Glaubwürdigkeit  der  ihre  gesetzliche  Mitwirkungspflicht  (Art.  8  insb.  Abs.  1  Bst.  a  AsylG)  verletzenden Beschwerdeführerin zeichnen, dass  die  Beschwerdeführerin  demnach  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen  vermag,  weshalb  das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 

E­6979/2011 Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Basel  2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  ausführt,  die  amtliche  Prüfungspflicht  bezüglich  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit eines Wegweisungsvollzuges finde ihre vernünftigen Grenzen  an der Mitwirkungspflicht  der  gesuchstellenden Person und es  sei  nicht  Sache  der  Asylbehörden,  nach  allfälligen Wegweisungshindernissen  zu  forschen, wenn eine asylsuchende Person ihre Herkunft verschleiere und  keine  eindeutigen  Hinweise  auf  die  tatsächliche  Staatsangehörigkeit  bestehen würden,

E­6979/2011 dass  auf  die  weitere  zutreffende  Begründung  in  der  angefochtenen  Verfügung verwiesen werden kann, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  schliesslich  möglich ist, da in objektiver Hinsicht keine Vollzugshindernisse erkennbar  sind (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei der  Beschaffung  der  erforderlichen Reisepapiere mitzuwirken  (Art.  8 Abs.  4  AsylG), dass die Beschwerdeführerin demnach nicht darzutun vermag,  inwiefern  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.−  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6979/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.−  werden der Beschwerdeführerin auf­ erlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

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