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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-6977/2011

9. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,157 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Aufhebung vorläufige Aufnahme (Asyl) | Aufhebung vorläufige Aufnahme (Asyl); Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6977/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiberin Sarah Diack. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz Gegenstand Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011 / N (…).

E­6977/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Vorinstanz mit  Verfügung  vom  22.  April  2010  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  11. März  2010  gestützt  auf  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  abwies  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte,  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges jedoch die vorläufige Aufnahme anordnete, dass  dieser  Entscheid  am  25.  Mai  2010  unangefochten  in  Rechtskraft  erwuchs, dass  die  Vorinstanz  mit  Verfügung  vom  7.  Juli  2011  dem  Beschwerdeführer  mitteilte,  dass  sie  –  infolge  der  verbesserten  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  –  die  mit  Verfügung  vom  22.  April  2010  angeordnete vorläufige Aufnahme aufzuheben gedenke, dass sie dem Beschwerdeführer Gelegenheit einräumte, bis zum 21. Juli  2011 dazu Stellung zu nehmen, dass  der Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seinen  neu mandatierten  Rechtsvertreter  –  mit  Eingabe  vom  19.  Juli  2011  (Eingang  beim  BFM)  ausführte,  die  Einschätzung  des  BFM  sei  falsch  und  der  Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka sei  immer noch als unzulässig und  unzumutbar zu bezeichnen, dass  der  Beschwerdeführer  dabei  im Wesentlichen  vorbrachte,  dass  er  aufgrund  seiner Herkunft  aus B._______,  einer Ortschaft  im Norden Sri  Lankas, und seiner Zugehörigkeit zu einer Familie, die zum engeren Kreis  des LTTE­Geheimdienstes gehöre, noch immer gefährdet und daher auf  den Schutz der Schweiz angewiesen sei, dass ihm im Übrigen die Integration in der Schweiz sehr gut gelungen sei  und  er  demgegenüber  aufgrund  der  Tatsache,  dass  er  seinen  Schulabschluss  in  Sri  Lanka  nicht  erreicht  habe  und  seine  Verwandten  allesamt  in  der  Nordprovinz  wohnhaft  seien,  denkbar  schlechte  Aussichten habe, dort wieder Fuss fassen zu können, dass  das  BFM  daraufhin  die  mit  Verfügung  vom  22.  April  2010  angeordnete vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers mit Verfügung  vom 1. Dezember   2011 – eröffnet am 5. Dezember 2011 – aufhob und  den Vollzug der Wegweisung aus der Schweiz anordnete,

E­6977/2011 dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerde  vom  27. Dezember  2011  (Poststempel)  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Asylgewährung,  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges beantragte, dass er  in der Rechtsmitteleingabe  im Wesentlichen geltend machte, er  habe von seiner Mutter gehört, dass immer noch fast täglich Angehörige  der  sri­lankischen  "Eelam  Public  Democratic  Party"  (EPDP)  bei  ihr  vorbeikommen und nach  ihm  fragen würden, und er bei einer Rückkehr  daher immer noch befürchte, dort gefoltert oder umgebracht zu werden, dass  er  in  formeller  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass  er  weiter  beantragte,  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  wiederherzustellen  und  die  zuständigen  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaats  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  sei  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  die  beschwerdeführende  Person  darüber  in  einer  separaten  Verfügung  zu  informieren, dass er überdies eine Fürsorgebestätigung vom (…) 2011 zu den Akten  reichte,  und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Ausländerrechts  betreffend  die  vorläufige  Aufnahme  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 112  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie  Art. 83  Bst. c  Ziff. 3  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, SR 173.110]),

E­6977/2011 dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  vorbehältlich  der  nachfolgenden  Erwägungen  ­  einzutreten  ist  (Art.  37  VGG und Art. 50 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 112  Abs.  1  AuG  i.V.m. Art. 49 VwVG), dass die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts in der Regel in der  Besetzung mit  drei Richtern oder Richterinnen entscheiden  (vgl. Art.  21  Abs. 1 VGG), dass  vorliegend  jedoch  –  da  die  Beschwerde  sich,  wie  nachfolgend  dargelegt,  als  offensichtlich  unbegründet  erweist  –  gestützt  auf  Art.  57  Abs. 1 VwVG (e contrario) auf einen Schriftenwechsel zu verzichten ist, dass  die  Fragen  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der  Asylgewährung mit  der  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  22. April  2010  rechtskräftig  verneint  wurden, dass  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  einzig  die  Frage  der  Aufhebung der vorläufigen Aufnahme bildet,  dass  auf  die  Beschwerde,  soweit  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  die  Gewährung  von  Asyl  beantragt  wird,  nach  dem  Gesagten  nicht  einzutreten  ist,  zumal  damit  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger Weise  über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung geregelten Anfechtungsgegenstand hinaus erweitert wird, dass  das  Bundesamt  gemäss  Art.  84  Abs.  1  AuG  nach  erfolgter  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  periodisch  überprüft,  ob  die  Voraussetzungen dafür noch gegeben sind,

E­6977/2011 dass es die vorläufige Aufnahme aufhebt und den Vollzug der Weg­ oder  Ausweisung  anordnet,  wenn  die  Voraussetzungen  nicht  mehr  gegeben  sind (Art. 84 Abs. 2 AuG), dass  die  Voraussetzungen  für  die  vorläufige  Aufnahme  nicht  mehr  gegeben  sind,  wenn  der  Vollzug  der  rechtskräftig  angeordneten  Wegweisung  zulässig  (Art.  83  Abs.  3  AuG)  und  es  der  ausländischen  Person möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG)  ist, sich rechtmässig in ihren Heimat­, in den Herkunftsstaat oder in einen  Drittstaat zu begeben, dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation,  der  Asylrekurskommission  (ARK),  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  dazu  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009,  Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),  dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem Grund  nach Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  sind  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  dieses  flüchtlingsrechtliche  Rückschiebungsverbot  nur  Personen,  schützt,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  respektive Art. 1A FK erfüllen, dass  die  Vorinstanz  zutreffend  erwog,  dass  –  nachdem  mit  Verfügung  vom 22. April  2010  rechtskräftig  die Flüchtlingseigenschaft  verneint  und  das  Asylgesuch  abgelehnt  worden  ist  –  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung gelangen kann,

E­6977/2011 dass sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri  Lanka unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG als rechtmässig erweist und es  sich daher erübrigt, auf diesbezügliche Ausführungen in der Beschwerde  näher einzugehen, dass  gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  SchweizerischenEidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) niemand  in einen Staat ausgeschafft werden darf,  in  dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender  Strafe oder Behandlung droht, dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers,  er  werde  noch  immer  von  der EPDP in Sri Lanka verfolgt, bereits mit Verfügung vom 22. April 2010  rechtskräftig  als  unglaubhaft  beurteilt  wurden  und  daher  nicht  gehört  werden können, dass sich aus den Akten ferner keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass  der  Beschwerdeführer  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusse  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  müsste,  dass  ihm  im  Fall  der  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde  Nr. 37201/06, §§124­127, mit weiteren Hinweisen), dass  seine Vorbringen,  er  laufe  bei  einer Rückkehr Gefahr,  gefoltert  zu  werden  –  wie  dargelegt  –  bereits  rechtskräftig  als  unglaubhaft  erachtet  worden sind, dass sich nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung als zulässig  erweist, dass  gemäss  Art.  83  Abs.  4  AuG  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  Ausländerinnen  oder  Ausländer  unzumutbar  sein  kann,  wenn  sie  im 

E­6977/2011 Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet sind, dass wenn eine konkrete Gefährdung  festgestellt wird – unter Vorbehalt  von Art. 83 Abs. 7 AuG –, die vorläufige Aufnahme zu gewähren ist (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 2002, BBl 2002 3818),  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  BVGE  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011,  aufgrund  einer  umfassenden  Beurteilung  der  aktuellen  Situa­tion  in  Sri  Lanka,  die  seit  1.  März  2011  angewendete  Praxis  des  BFM bestätigte, wonach  unter  anderem der Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  –  mit  Ausnahme  des  Vanni­Gebiets  –  grundsätzlich  zumutbar ist, dass  sich  dabei  eine  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  sowie  eine  Berücksichtigung  des  Zeitablaufs  aufdrängt, dass für eine Person, deren letzter Aufenthalt in der Nordprovinz längere  Zeit  zurückliegt,  die  aktuellsten  Lebens­  und Wohnverhältnisse  und  das  Vorhandensein  begünstigender  Faktoren  (Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes,  Sicherung  des  Existenzminimums  und  der  Wohnsituation) zu prüfen sind, dass  der  knapp  (…)­jährige  Beschwerdeführer,  der  keine  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  geltend  macht,  aus  der  Provinz  Jaffna  im  Norden  Sri  Lankas  stammt,  wo  er  vor  seiner  Ausreise  auch  gelebt hat, dass  die  Ausreise  des Beschwerdeführers  aus Sri  Lanka  am  (…)  2010  (vgl. A1 S. 7) erfolgte und daher nicht längere Zeit zurückliegt, dass  er  somit  mit  den  dortigen  Verhältnissen  noch  bestens  vertraut  ist  und  sich  auch  zahlreiche  Verwandte  ([…])  dort  befinden  und  am  Herkunftsort wohnhaft sind (vgl. A1 S. 4), dass  die  Vorinstanz  daher  berechtigterweise  von  einem  tragfähigen  Beziehungsnetz ausgegangen ist,

E­6977/2011 dass  angesichts  des  sehr  jungen  Alters  des  Beschwerdeführers  und  seiner  Schuldbildung  ([…]  im  Gymnasium;  vgl.  A1  S. 3),  davon  auszugehen  ist,  dass  er  in  Sri  Lanka  auch  beruflich  wird  Fuss  fassen  können, dass auch keine weiteren individuellen Gründe ersichtlich sind, aufgrund  derer allenfalls geschlossen werde müsste, der Beschwerdeführer gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  die  Heimat  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  dass die Frage der Integration in der Schweiz im vorliegenden Verfahren  nicht relevant ist, dass  gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  der  Vollzug  der  Wegweisung  im  heutigen  Zeitpunkt  sowohl  in  genereller  als  auch  in  individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten ist, dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in  den  Heimatstaat  auch möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  beste­ hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der  Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. BVGE 2008/34 E. 12  S. 513 ­ 515), dass  nach  dem Gesagten  die  vom Bundesamt  verfügte  Aufhebung  der  vorläufigen Aufnahme und die Anordnung des Wegweisungsvollzugs  zu  bestätigen sind, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtser­ heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unange­ messen  ist  (Art. 49  VwVG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen  ist,  soweit darauf einzutreten ist, dass aufgrund des direkten Entscheids  in der Hauptsache die Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen  im Zusammenhang mit  einer Datenweitergabe an den Heimatstaat durch den direkten Entscheid  in der Hauptsache ebenfalls gegenstandslos geworden ist, http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

E­6977/2011 dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  es  seien  bereits  Daten  an  den  Heimatstaat  übermittelt  worden,  weshalb  auf  das  Begehren  um  entsprechende Offenlegung nicht einzugehen ist, dass  sich  die  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  –  unbesehen  der  belegten  Mittellosigkeit  –  abzuweisen  ist  und  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6977/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Sarah Diack Versand:

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