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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-6937/2011

9. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,048 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6937/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012   Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer,     Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A._______, geboren am (…), dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), sowie deren gemeinsame Kinder   C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), Syrien,   alle vertreten durch lic. iur. Patrizia Müller, Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Solothurn,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2011 /  N (…) .

E­6937/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden,  syrische  Staatsangehörige  kurdischer  Volkszugehörigkeit mit letztem Wohnsitz in der Provinz G._______, ihren  Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (...) 2011 verliessen, auf dem  Luftweg über Algerien nach Italien und am 23. August 2011 mithilfe eines  Schleppers  in  einem Personenwagen  in  die  Schweiz  gelangten,  wo  sie  gleichentags um Asyl nachsuchten, dass  die  volljährigen  Beschwerdeführenden  am  8.  respektive  27.  September  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  H._______  summarisch befragt wurden, dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  der  Datenbank  Eurodac  am  (…) 2011  in  Italien  um  Asyl  nachgesucht  haben,  wobei  sie  daktyloskopisch erfasst worden sind, dass ihnen (respektive den volljährigen Beschwerdeführenden) anlässlich  der  Befragung  zu  diesem  Sachverhalt  im  Hinblick  auf  eine  allfällige  Zuständigkeit Italiens das rechtliche Gehör gewährt wurde, dass sie  in  ihrer Stellungnahme angaben, dass sie  ihr Heimatland nicht  verlassen hätten, um nach Italien zu reisen und sie lieber sterben würden,  als dorthin zurückzukehren, dass  das  BFM  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  am  28. Oktober 2011  Italien  um Rückübernahme  der  Beschwerdeführenden  ersuchte  und  bis  zum  12. November 2011  keine  Antwort  auf  das  Ersuchen einging, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12. Dezember 2011  (eröffnet  am  16. Dezember 2011)  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Beschwerdeführenden  nach  Italien  wegwies,  sie  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist zu verlassen, den Kanton I._______ mit dem Vollzug der  Wegweisung  beauftragte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

E­6937/2011 dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  vormalige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden in Italien respektive ihre dortigen Asylersuchen sei  durch den Eurodac­Treffer vom (…) 2011 belegt, dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]  sowie  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem  Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in Norwegen  gestellten  Asylantrags")  Italien  für  die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass  das  BFM  auf  das  entsprechende  Rückübernahmeersuchen  vom  12. November von den  italienischen Behörden  innert Frist keine Antwort  erhalten habe, weshalb die Zuständigkeit gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst.  c Dublin­II­VO auf Italien übergegangen sei, dass die Rückführung ­ vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung bis spätestens am 12. Mai 2012 zu erfolgen habe, dass  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einer  Wegweisung  nach  Italien  keine  Gründe  geltend  gemacht  hätten,  die  praxisgemäss  einem  Vollzug  nach  Italien  entgegenstünden, dass Italien das Non­Refoulement­Gebot respektiere und keine Hinweise  einer Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle einer Rücküberstellung bestehen würden, dass  somit  auf  die Asylgesuche  nicht  einzutreten,  die Wegweisung  aus  der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und  der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich  sei,

E­6937/2011 dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Beschwerde  ihrer  Rechtsvertreterin  vom 23. Dezember 2011 (Poststempel) in materieller Hinsicht beantragen  liessen,  es  sei  die  Verfügung  des  BFM  vom  12. Dezember 2011  aufzuheben  und  das  BFM  anzuweisen,  sein  Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende Asylverfahren  für  zuständig  zu  erklären,  dass  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, der Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen,  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  bis  zum  Entscheid  über  den  Suspensiveffekt  der  Rechtsmitteleingabe von einer Überstellung nach  Italien abzusehen und  den  Beschwerdeführenden  sei  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  28. Dezember 2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eingingen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz  teilge­ nommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 VwVG),

E­6937/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  esdas  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  ­  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  ­  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),  dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass die Beschwerdeführenden gemäss Eurodac­Treffer am (…) 2011 in  Italien daktyloskopiert wurden und dort um Asyl nachsuchten (vgl. Akten  BFM  A35 S. 2), dass das BFM die  italienischen Behörden am 28. Oktober 2011 gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  Dublin­II­VO  um  Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführenden  ersuchte  und  bis  zum  Ablauf  der  Frist  am  12. November 2011  keine   Antwort  auf  das  Ersuchen  einging,  weshalb  angesichts  der  Verfristung  eine  stillschweigende  Zusage  zur 

E­6937/2011 Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden vorliegt (Art. 20 Abs. 1 Bst. b  Dublin­II­VO), dass somit Italien für die Prüfung der am 23. August 2011 in der Schweiz  eingereichten  Asylanträge  zuständig  ist  (vgl.  vorstehend  S.  3,  Dublin­ Assoziierungsabkommen  und  die  Dublin­II­VO,  insbes.  Art.  10  Abs.  1  Dublin­II­VO), dass  die  Beschwerdeführenden  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Italien)  ausreisen  können,  welcher  für  die  Prüfung  ihrer  Asylanträge staatsvertraglich zuständig ist, dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, wonach Italien sich nicht  an die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK,  halten würde, dass  hinsichtlich  der  in  der  Beschwerde  aufgeführten  grundsätzlichen  Vorbehalte gegenüber der Behandlung Asylsuchender in Italien (Ziff. 2.7.)  festzuhalten  ist, dass diese zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und dem  Zugang  zur medizinischen  Infrastruktur  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können, dass aber entscheidend ist, dass Italien unter anderem Signatarstaat der  FK,  der  EMRK  und  der  FoK  ist  und  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen, dieses Land werde sich  im vorliegenden Fall nicht an die aus  diesen Übereinkommen resultierenden Verpflichtungen halten, dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen Behörden rechtmässig behandelt werden und sich – neben  den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen  der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem  1.  Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) 

E­6937/2011 organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung  anbietet, dass  unter  diesen  Umständen  und mangels  anderweitiger,  über  blosse  Mutmassungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  ("Die  Beschwerdeführer  müssen aufgrund des Gesagten ernsthaft  befürchten,  dass  sie und  ihre  Kinder weder eine Unterkunft noch Zugang zu medizinischer Versorgung  erhalten.  Somit  besteht  die  Gefahr,  dass  sie  und  ihr  [sic]  Kinder  nicht  regelmässig  Mahlzeiten  erhalten  und  deshalb  Hunger  leiden  werden")  hinausgehender,  konkreter  Anhaltspunkte  kein  Grund  für  die  Annahme  besteht,  die  Beschwerdeführenden würden  im  Fall  ihrer  Rückkehr  nach  Italien in eine existenzbedrohende Notlage geraten, dass  an  dieser  Einschätzung  auch  die  in  der  Beschwerde  erwähnte  Beurteilung  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe,  wonach  eine  Rückweisung von Asylsuchenden nach  Italien nicht zumutbar sei, nichts  zu  ändern  vermag,  weil  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung mit  der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  zum  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  ergeht  (vgl.  BVGE  2010/45,  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­3223/2011  vom  14.  Juni  2011  und  E­ 2908/2011 vom 25. Mai 2011), dass  dem  A._______  betreffenden  ärztlichen  Zeugnis  vom  7. Dezember 2011  zu  entnehmen  ist,  dieser  sei  nach  Selbsteinweisung  während zweier Tage untersucht, hiernach bei weitergehender Kontrolle  durch den Hausarzt nach Hause entlassen und angewiesen worden, sich  bei Wiederauftreten der Symptome wieder zu melden (vgl. "Prozedere"), dass  aufgrund  dieser  Ausführungen  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  eine  akute  Behandlung  des  Genannten  indiziert  oder  gar  dessen  Reisefähigkeit fraglich ist,  dass  die  gesundheitlichen  Beschwerden  der  Kinder  ([…])  klarerweise  nicht gegen eine Rücküberstellung nach Italien sprechen, dass überdies davon auszugehen ist, die Beschwerdeführenden erhielten  in  Italien  bei  Bedarf  eine  adäquate  medizinische  Behandlung  allfälliger  Gesundheitsbeschwerden,  dass  die  Beschwerdeführenden  im  Übrigen  in  grundsätzlich  nachvollziehbarer Weise dargelegt haben, dass nicht Italien, sondern die  Schweiz das Ziel ihrer Reise gewesen sei, 

E­6937/2011 dass  ihre  diesbezüglichen  Vorbringen  jedoch  unbeachtlich  bleiben  müssen, da es grundsätzlich nicht der asylsuchenden Person obliegt, den  für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen, sondern die  Bestimmung  des  für  sie  zuständigen  Staates  alleine  den  beteiligten  Dublin­Vertragsstaaten obliegt, dass für das Bundesverwaltungsgericht keine Gründe ersichtlich sind, die  das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs.  2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM zu Recht angeordnet wurde, dass im Rahmen des Dublin­Verfahrens systembedingt kein Raum bleibt  für Ersatzmassnahmen  im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG  i.v.m. Art. 83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20),  eine  entsprechende  Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  BVGE  2010/45  E.  10.2), dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,  dass  mit  vorliegendem  Direktentscheid  ohne  vorgängige  Instruktion  die  Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  respektive  um  Vollzugsaussetzung gegenstandslos geworden sind,

E­6937/2011 dass sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  abzuweisen  ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von  Fr.  600.–  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6937/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden,  das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand:

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