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Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-6700/2011

21. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,165 Wörter·~6 min·3

Zusammenfassung

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 31. Oktober 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6700/2011 Urteil   v om   2 1 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea,  c/o Schweizerische Vertretung in (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 31. Oktober 2011 / N (…).

E­6700/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  beantragte  mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  28. Dezember  2010  (Poststempel)  sinngemäss,  ihm  sei  zwecks  Durchführung  eines  Asylverfahrens  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  bewilligen.  Mit  Schreiben  vom  4. Februar  2011  klärte  das  BFM  den  Beschwerdeführer  über  die  anwendbaren  Rechtsgrundlagen  und  seine  strenge Bewilligungspraxis auf und teilte ihm mit, dass die Aussichten auf  eine  Einreisebewilligung  gering  seien.  Weiter  forderte  das  BFM  den  Beschwerdeführer  dazu  auf,  gegenüber  der  Schweizer  Vertretung  im  Sudan  bis  spätestens  dem  4. März  2011  zu  erklären,  ob  er  an  seinem  Gesuch  festhalte.  Im  Unterlassungsfall  würde  sein  Gesuch  als  zurückgezogen abgeschrieben. Mit Eingabe vom 3. März 2011 (Eingang  beim  BFM)  bekräftigte  der  Beschwerdeführer  seine  Absicht,  an  seinem  Gesuch  festzuhalten.  Das  BFM  teilte  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  6. Juni  2011  mit,  dass  im  Asylverfahren  eine  asylsuchende  Person  in  der  Regel  zwar  durch  die  Schweizerische  Vertretung  vor  Ort  zu  befragen  sei,  im  vorliegenden  Fall  jedoch  aus  kapazitätsbedingten  und  sicherheitstechnischen Gründen  die  Schweizer  Vertretung im Sudan nicht in der Lage sei, eine Befragung durchzuführen.  Da jedoch bezüglich seines Asylgesuchs noch einige Fragen offen seien,  ersuchte  das  BFM  den  Beschwerdeführer  zur  Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  um  eine  ergänzende  Stellungnahme  zu  verschiedenen  Punkten.  Am  7.  Juli  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  auf der Schweizer Botschaft in Khartum ein Antwortschreiben ein. Zur  Begründung  seines  Gesuchs  machte  er  im  Wesentlichen  folgende  Gründe  geltend:  Er  sei  Sohn  eines  eritreischen  und  einer  äthiopischen  Staatsangehörigen.  Geboren  sei  er  in  Eritrea,  wo  er  bis  zum  fünften  Altersjahr  gelebt  habe.  Anschliessend  sei  er  mit  seinen  Eltern  zum  Geburtsort  seiner  Mutter,  B._______  in  Äthiopien,  umgezogen,  wo  er  seither  bis  zu  seiner  Ausreise  in  den  Sudan  ununterbrochen  gewohnt  habe. Im Zuge der Grenzkonflikte zwischen Eritrea und Äthiopien sei sein  Vater  aufgrund  seiner  eritreischen  Staatangehörigkeit  der  Spionage  verdächtigt,  verhaftet,  gefoltert  und  schliesslich  nach  Eritrea  deportiert  worden, wo er seitdem spurlos verschwunden sei. Später sei seine Mutter  gestorben. Mit  ihrem Tod habe er  seinen Aufenthaltsstatus  in Äthiopien  verloren und seine äthiopische Staatangehörigkeit sei aberkannt worden.  Seine  Identität sei sowohl von eritreischer als auch äthiopischer Seite  in  Frage  gestellt  worden.  Aus  Furcht  vor  politischer  Verfolgung  wegen 

E­6700/2011 seiner  eritreischen  Staatsagehörigkeit  bzw.  seiner  eritreischen  Abstammung väterlicherseits habe er Äthiopien verlassen und sei in den  Sudan  eingereist,  wo  er  sich  zunächst  bei  Freunden  im  Hinterland  aufgehalten habe, bis er schliesslich heimlich nach Khartum gereist  sei,  um  den  Flüchtlingsstatus  zu  erlangen,  indem  er  sowohl  den  sudanesischen  Staat  als  auch  den  Hohen  Flüchtlingskommissar  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR)  um  seine  Anerkennung  als  Flüchtling  ersucht  habe.  Im  Sudan  sei  die  medizinische  Versorgung  und  die  Verpflegung  mit  Nahrungsmitteln  ungenügend.  Ausserdem  genössen  eritreische  Flüchtlinge  keinen  Schutz  vor  Entführung  ("slave  trade").  Er  befürchte auch, nach Eritrea deportiert zu werden, da der Sudan Eritreer,  selbst jene mit einem Flüchtlingsausweis, nach Eritrea ausschaffe.  B.  Mit Verfügung vom 31. Oktober 2011 (Eröffnung unbekannt) verweigerte  das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise  in die Schweiz und  lehnte  sein Asylgesuch ab. C.  Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  29.  November  2011  (bei  der  Botschaft  eingegangen)  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  und  beantragte  sinngemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Einreisebewilligung  und  die  Asylgewährung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der Regel  ­  so  auch  vorliegend  ­  endgültig   (Art. 105  des Asylgesetzes 

E­6700/2011 vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.   Parteieingaben  in Verfahren vor den Behörden des Bundes sind  in  einer Amtssprache – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch –  abzufassen  (Art.  70 Abs.  1  der Bundesverfassung  der Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 33a Abs. 1  VwVG).  Die  Beschwerdeschrift  ist  vorliegend  zwar  nicht  in  einer  der  erwähnten Sprachen verfasst, aus verfahrensökonomischen Gründen  ist  die  Beschwerde  jedoch  in  der  vorliegenden  Form  entgegenzunehmen.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  in  deutscher  Sprache  (vgl.  Art. 33a  Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 1.4.    Da  kein  Zustellungsdatum  ersichtlich  ist,  steht  vorliegend  der  Zeitpunkt  der  Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  fest.  Die  Beschwerdefrist wurde mit der am 29. November 2011  in der Schweizer  Vertretung  in  Khartum  eingegangenen  Beschwerde  aber  selbst  dann,  wenn  die  Verfügung  zum  frühesten  möglichen  Termin  eröffnet  worden  sein sollte, eingehalten.  1.5.  Die  Beschwerde  ist  somit  frist­  und  im  Übrigen  formgerecht  eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 

E­6700/2011 weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu  bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst  im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder  aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung  des  Sachverhalts  ein  weiterer Aufenthalt im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise  in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint. 4.2.  Gemäss  Art.  3  AsylG  wird  ein  Ausländer  als  Flüchtling  anerkannt,  wenn  er  in  seinem  Heimatstaat  oder  im  Land,  wo  er  zuletzt  wohnte,  wegen  seiner  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  seiner  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 4.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich  im Ausland  befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden  kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu  prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es  gerade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung  erforderlichen  Schutz  gewähren  soll  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 21  E. 4a  S. 139).  Dabei  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 

E­6700/2011 Assimilationsmöglichkeiten  in  der  Schweiz  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  EMARK 1997 Nr. 15 E. 2f S. 131 ff.). 5.  Zur  Begründung  seiner  Verfügung  hielt  das  BFM  im Wesentlichen  fest,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  schriftlichen  Eingaben  entscheidreif  erstellt  sei,  könne  auf  eine  Anhörung  des  Beschwerdeführers  verzichtet  werden,  sofern  ihm  das  rechtliche  Gehör  gewährt werde. Unter Einbezug des Schreibens des Beschwerdeführers  vom  7. Juli  2011  sei  die  Aktenlage  als  rechtsgenüglich  erstellt  zu  erachten.  Aus  seinen  Schilderungen  im  Asylgesuch  vom  28. Dezember  2010 und seinen ergänzenden Stellungnahmen vom 3. März 2011 sowie  vom  7. Juli  2011  gehe  hervor,  dass  seine  Schwierigkeiten  mit  den  eritreischen Behörden asylbeachtlich seien. Das BFM prüfte sodann, ob  aufgrund  des  Aufenthalts  des  Beschwerdeführers  im  Sudan  einer  Asylgewährung durch die Schweiz Art. 52 Abs. 2 AsylG entgegenstehe.  Dabei  räumte  es  ein,  es  sei  nicht  zu  verkennen,  dass  die  Lage  für  die  eritreischen  Flüchtlinge  im  Sudan  nicht  einfach  sei.  Es  bestünden  aber  keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib  im Sudan dem Beschwerdeführer nicht zumutbar oder nicht möglich sei.  Die von ihm geäusserte Befürchtung, nach Eritrea verschleppt zu werden,  sei  klarerweise  als  unbegründet  zu  erachten. Das BFM  verfüge mit  der  Schweizer  Botschaft  im  Sudan  über  sehr  gute  Informationen  über  die  Lage  vor  Ort.  Gemäss  gesicherten  Erkenntnissen  sei  das  Risiko  einer  Deportation  oder  Verschleppung  für  Eritreer,  die  im Sudan  lebten,  sehr  gering. In jüngster Vergangenheit seien auch keine Rückführungen nach  Eritrea  bekannt  geworden.  Mit  Verweis  auf  die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts zu ähnlich gelagerten Fällen stellte das BFM  fest,  dass  der  weitere  Verbleib  im  Sudan  für  den  Beschwerdeführer  zumutbar  sei,  wobei  er  sich  insbesondere  vom  UNHCR  als  Flüchtling  registrieren  lassen  könne,  worauf  er  einem  Flüchtlingslager  zugeteilt  würde,  wo  er  die  nötige  Versorgung  erhielte.  Auch  wenn  sich  die  Aufenthaltsberechtigung  solcher  registrierter  Flüchtlinge  nicht  auf  den  ganzen  Sudan  erstrecke,  sondern  sich  auf  das  zugeteilte  Lager  beschränke,  sei  es  dem Beschwerdeführer  zumutbar,  in  einem  solchen  Lager Schutz  zu suchen. Demnach seien gemäss Art.  52 Abs. 2 AsylG  die Einreise zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen. 6. Vorweg  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  in  casu  den  Sachverhalt  in 

E­6700/2011 Beachtung  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl.  BVGE 2007/30) festgestellt hat. Ob  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatstaat  in  asylbeachtlicher  Weise verfolgt wird,  kann offen gelassen werden, weil, wie nachfolgend  aufzuzeigen ist,  ihm der weitere Verbleib im Sudan im Sinne von Art. 52  Abs.  2  AsylG  zugemutet  werden  kann  und  er  dort  nicht  an  Leib  und  Leben  oder  der  Freiheit  nach  einem  Grund  gemäss  Art.  3  AsylG  unmittelbar gefährdet ist. Die  Vorinstanz  hat  mit  Verweis  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  29. April  2010  (D­2047/2010)  zu Recht  festgehalten, dass Deportationen nach Eritrea zwar vorgekommen seien,  aber  nicht  flächendeckend  erfolgten,  dass  das  Risiko  einer  Verschleppung oder Deportation des Beschwerdeführers sehr gering sei,  zumal keine konkreten Hinweise auf eine drohende Deportation vorlägen,  und die Befürchtung des Beschwerdeführers, verschleppt oder deportiert  zu  werden,  somit  unbegründet  sei.  Mit  Blick  auf  das  zitierte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  der  Vorinstanz  darin  zuzustimmen,  dass  der Verbleib im Sudan bzw. das Bemühen um Aufnahme als Flüchtling in  einem der vom UNHCR geführten Lager aufgrund der dortigen Situation  zumutbar ist. Die Auffassung  des BFM, wonach  das Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Einreise  zu  verweigern  sei,  ist  auch  deshalb  zu  bestätigen,  weil  die  Voraussetzungen  für  eine  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  nicht  erfüllt  sind,  zumal  dem  Beschwerdeführer  im  Sudan  keine  unmittelbare  asylrelevante  Gefährdung  droht  und  er  somit  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  ist,  er  ferner  an  keinen  aktenkundigen  gesundheitlichen  Problemen  leidet  und  sich  somit  im  Sudan  auch  nicht  in  einer  existenziellen Notlage befindet. Auf  Beschwerdeebene  macht  er  geltend,  Missverständnisse  aufgrund  sprachlicher Verständigungsprobleme hätten den abweisenden Entscheid  des  BFM  verursacht.  Er  bringt  aber  nichts  vor,  was  geeignet  wäre,  die  Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  ändern,  sondern  wiederholt  im  Wesentlichen  seine  im  erstinstanzlichen  Verfahren  gemachten  Vorbringen,  bestreitet  insbesondere  die  Schutzwilligkeit  und  –fähigkeit  des  sudanesischen  Staates  und  beklagt  sich  über  die  medizinische und anderweitige Versorgung  im Sudan. Daher erübrigt es 

E­6700/2011 sich,  darauf  näher  einzugehen.  Insbesondere  liegen  keine  konkreten  Hinweise vor, welche die Lagebeurteilung in Frage stellen würden. 7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die die Einreise in die Schweiz  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  nicht  erforderlich  ist  und  ein  Asylausschlussgrund gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG vorliegt. Das BFM hat  demnach  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigert beziehungsweise dessen Asylgesuch abgelehnt. 8. Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens wären  dem Beschwerdeführer  die  Kosten  des  Verfahrens  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen Gründen und  in Anwendung von Art. 63 Abs.  1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  allerdings  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

E­6700/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  Schweizerische Vertretung in (…). Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer

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