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Bundesverwaltungsgericht 16.11.2011 E-6496/2009

16. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,810 Wörter·~14 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom . / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­6496/2009 Urteil   v om   1 6 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter François Badoud,  Gerichtsschreiberin Karin Maeder­Steiner. Parteien A._______, B._______, C._______, D._______, alle Mongolei,  vertreten durch  1. Stefan Hery, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende  (…), Rechtsvertreter 1 2. lic. iur. Markus Härdi, Rechtsanwalt, (…), Rechtsvertreter  2 Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügungen des BFM vom 9. Oktober 2009  und 21. Mai 2010 / N (…).

E­6496/2009 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführenden  verliessen  ihren  Angaben  zufolge  den  Heimatstaat  am  11.  August  2009  und  gelangten  über  Russland  und  andere ihnen unbekannte Länder am 23. August 2009 in die Schweiz, wo  sie  gleichentags  um Asyl  nachsuchten.  Am  4.  September  2009 wurden  sie  im damaligen Transitzentrum Altstätten  summarisch  befragt  und  am  17. September 2009 durch das Bundesamt für Migration (BFM) zu  ihren  Asylgründen angehört. Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machten  die  Beschwerdeführenden  im Wesentlichen geltend, sie hätten am (…) 2009 an einem Flussufer (…)  Frauen beobachtet und am 1. April 2009 erfahren, dass eine von ihnen –  die einzige Tochter des lokalen (…) – dort an diesem Tag ertrunken sei.  Am  (…)  2009  seien  sie  zum  Polizeiposten  gegangen,  hätten  dort  ihre  Beobachtungen zu Protokoll gegeben, welche den behördlichen Verdacht  entkräftet  hätten,  die  drei  übrigen  Frauen  seien  schuld  am  Tod  der  Tochter  des  (…).  Sie  seien  in  der  Folge  als  Zeugen  für  die  spätere  Gerichtsverhandlung  registriert  worden  und  hätten  sich  ab  diesem  Zeitpunkt  bedroht  gefühlt.  Die  (…),  die  der  Beschwerdeführer  ohne  entsprechende  Bewilligung  betrieben  habe,  sei  behördlich  geschlossen;  zudem  sei  versucht  worden,  der  beim  Militär  arbeitenden  Beschwerdeführerin  einen  (…)  anzuhängen. Deshalb  hätten  sie  sich  im  Sommerhaus  einer  Tante  in  einem  anderen  Stadtteil  vier  Monate  lang  versteckt.  Während  dieser  Zeit  seien  ihre  Dokumente  aus  dem  Haus  entwendet  worden  und  man  habe  nach  ihnen  gesucht.  Aus  Furcht  vor  Verfolgung  hätten  sie  sich  zur  Ausreise  entschieden,  hätten  auf  der  Flucht  jedoch  ihre  (…)  jährige Tochter nicht mitnehmen können, die bei  den Grosseltern zurückgeblieben sei.  B.  Mit  Verfügung  vom  9.  Oktober  2009  –  gleichentags  eröffnet  –  trat  das  BFM  gestützt  auf  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden  wegen Nichtabgabe von Reise­ oder Identitätspapieren nicht ein, verfügte  die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug  an.  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Beschwerdeführenden hätten den Asylbehörden nur die Kopie eines (…)  ausweises  der  Beschwerdeführerin  abgegeben,  während  der 

E­6496/2009 Beschwerdeführer  bislang  keinerlei  Ausweisdokumente  beigebracht  habe.  Ein  (…)  ausweis  gelte  jedoch  nicht  als  rechtsgenügliches  Reise­  oder  Identitätspapier  im  Sinn  von  Art.  1  Bstn.  b  und  c  der  Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311).  Aufgrund  der  Gesamtumstände  sei  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  die  Umstände  ihrer  Aus­  und  Herreise  sowie  ihre  Identität  zu  verschleiern  versuchten.  Die  Angaben  zum  Diebstahl  ihrer  Dokumente  seien  nicht  glaubhaft;  es  lägen  somit  keine  entschuldbaren  Gründe  vor,  die  es  den  Beschwerdeführenden  verunmöglicht  hätten,  Reise­  oder  Identitätspapiere  zu  den  Akten  zu  reichen. Die  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden  seien  widersprüchlich,  würden einen konstruierten Eindruck hinterlassen und seien unglaubhaft.  Im Übrigen wäre es  ihnen möglich und zumutbar gewesen, sich mit den  gesetzlich vorgesehenen Mitteln gegen allfällige falsche Anschuldigungen  beziehungsweise Voreingenommenheit der untersuchenden Behörden zu  wehren.  Die  Beschwerdeführenden  erfüllten  somit  die  Flüchtlingseigenschaft nicht und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung  der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses  seien aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich.  Den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden bezeichnete das  BFM als zulässig, zumutbar und möglich. C.  Mit  Eingabe  vom  15.  Oktober  2009  liessen  die  Beschwerdeführenden  (durch  den  Rechtsvertreter  1)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erheben  und  beantragen,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  an  die  Vorinstanz  zur  Durchführung zusätzlicher Abklärungen und zur materiellen Prüfung des  Asylgesuchs zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur  Begründung  der  Beschwerde  führten  sie  aus,  das  BFM  sei  zu  Unrecht auf  ihr Asylgesuch nicht eingetreten. An den Anhörungen habe  sich herausgestellt, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  gemäss  Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  nötig seien: Die Beschwerdeführerin sei  schwanger, und es handle sich  um eine Risikoschwangerschaft. Ein Vollzug  ihrer Wegweisung  sei  zum 

E­6496/2009 heutigen  Zeitpunkt  unzumutbar.  Das  BFM  habe  Kenntnis  von  der  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  gehabt,  diese  aber  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  erwähnt.  Somit  seien  vorliegend  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Oktober  2009  verzichtete  der  Instruktionsrichter  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  verwies  für  den  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt. E.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  16.  November  2009  äusserte  sich  das  BFM  zur  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin,  hielt  indessen  an  seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  Das BFM führte aus, Asylsuchende seien gesetzlich verpflichtet, bei der  Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Die Beschwerdeführerin habe  anlässlich  der  Anhörungen  zwar  erwähnt,  dass  sie  schwanger  sei,  indessen  keine  gesundheitlichen Probleme  im Zusammenhang mit  ihrer  Schwangerschaft  geltend  gemacht.  Dass  es  sich  um  eine  Risikoschwangerschaft  handle,  sei  erst  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemacht  worden  und  deshalb  in  der  angefochtenen  Verfügung  unberücksichtigt  geblieben.  Die  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  seien  ausserdem  mit  keinerlei  Arztzeugnissen  belegt  worden.  Aufgrund  der  Gesamtumstände,  insbesondere  der mittlerweile  fortgeschrittenen Schwangerschaft,  werde  indessen vorläufig auf einen Vollzug der Wegweisung verzichtet und die  Situation nach der Geburt erneut geprüft.  F.  In  ihrer  Replik  vom  3. Dezember  2009  machten  die  Beschwerdeführenden geltend, das BFM habe seine Begründungspflicht  und  den  Anspruch  der  Beschwerdeführenden  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  indem  es  die  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  nicht  erwähnt  und  nicht  in  seine  Erwägungen  einbezogen  habe.  Das  BFM  versuche  in  diesem  Punkt  unzulässigerweise,  die  Begründung  der  angefochtenen Verfügung in der Vernehmlassung nachzuliefern.

E­6496/2009 G.  Am (…) 2010 kam das Kind der Beschwerdeführenden zur Welt.  H.  Mit  Eingabe  vom  29.  April  2010  reichte  der  Rechtsvertreter  1  seine  Kostennote zu den Akten. I.  Mit Datum vom 21. Mai 2010 erliess das BFM eine neue Verfügung und  überschrieb  diese mit  der  Formulierung  "Ersetzt  unsere Verfügung  vom  9. Oktober 2009". Es trat gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG (Herkunft aus  einem  so  genannten  Safe  Country)  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden erneut nicht ein, verfügte die Wegweisung aus der  Schweiz  und  ordnete  den  Wegweisungsvollzug  an.  Den  Beschwerdeführenden  wurde  eine  Ausreisefrist  bis  zum  21.  Juni  2010  gesetzt.  Die  Verfügung  wurde  dem  Rechtsvertreter  1  der  Beschwerdeführenden  eröffnet,  dem  Bundesverwaltungsgericht  jedoch  nicht zur Kenntnis gebracht. J.  Mit  Eingabe  vom  17.  August  2010  machte  der  Rechtsvertreter  1  das  Bundesverwaltungsgericht auf die neue Verfügung des BFM vom 21. Mai  2010  aufmerksam  und  hielt  fest,  damit  sei  der  Anfechtungsgegenstand  der  Beschwerde  vom  15.  Oktober  2009  weggefallen,  weshalb  das  Beschwerdeverfahren  –  unter  Zusprechung  einer  Parteientschädigung –  als gegenstandslos geworden abzuschreiben sei.  K.  Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2010 gab der  Instruktionsrichter  des Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführenden Gelegenheit,  sich  zum  Verfahrensgang  und  zur  faktischen  Auswechslung  der  rechtlichen Begründung der angefochtenen Verfügung zu äussern. L.  Mit  Eingabe  vom  1.  September  2010  legten  die  Beschwerdeführenden  ihre Stellungnahme ins Recht.  M.  Mit  Eingabe  vom  5.  April  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  2  seine  Vollmacht zu den Akten. 

E­6496/2009 N.  Mit Eingaben vom 19. und 20. April 2011 reichte der Rechtsvertreter 1 ein  Beweismittel  im Original  (samt Übersetzung)  sowie  zwei  Fotografien  zu  den Akten. O.  Am  (…)  2011  sprach  die  Beschwerdeführerin  mit  der  in  die  Schweiz  nachgereisten  ältesten  Tochter  der  Beschwerdeführenden  bei  den  kantonalen Migrationsbehörden vor. P.  Mit Eingabe vom 25. Oktober 2011 informierte der Rechtsvertreter 1 das  Bundesverwaltungsgericht  einerseits  über  die  Einreise  der  Tochter  der  Beschwerdeführenden in die Schweiz; andererseits setzte es das Gericht  davon  in  Kenntnis,  dass  die  Beschwerdeführerin  derzeit  im  (…)  Monat  schwanger  sei;  es  müsse  auch  dieses  Mal  von  einer  Risikoschwangerschaft  und  einer  voraussichtlichen  Risikogeburt  ausgegangen werden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG).

E­6496/2009 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1  und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4.  Die  beiden  nach  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  geborenen  beziehungsweise  in  die  Schweiz  eingereisten  Kinder  der  Beschwerdeführenden  sind  in  deren  Asyl(beschwerde)verfahren  einzubeziehen. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen  (Art.  32­35a  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist.  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich,  sofern  sie  die  Anwendung  des  Nichteintretenstatbestands  als  unrechtmässig  erachtet,  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung,  hebt  die  angefochtene  Verfügung  auf  und  weist  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S.  240 f.). 4.  Das vorliegende Beschwerdeverfahren weist die Besonderheit auf, dass  das BFM  im Frühling 2010 seine Akten beim Bundesverwaltungsgericht  bestellte  und  mit  Verfügung  am  21.  Mai  2010  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  vom  9.  Oktober  2009  ersetzte.  Beide  Verfügungen wiesen – abgesehen von einer neu gesetzten Ausreisefrist  – ein  identisches  Dispositiv  auf  (Nichteintreten  auf  das  Asylgesuch,  Anordnung  der  Wegweisung  und  des  Wegweisungsvollzugs,  Bezeichnung des mit dem Vollzug beauftragten Kantons). Hingegen hatte 

E­6496/2009 sich die  juristische Begründung der ersten Verfügung auf Art. 32 Abs. 2  Bst.  a  AsylG  (Nichtabgabe  von  Reise­  oder  Identitätspapieren)  abgestützt,  während  die  zweite mit  der  Bestimmung  von  Art.  34  Abs. 1  AsylG  (Herkunft  aus  einem  so  genannten  Safe  Country)  begründet  wurde.  Im  Ergebnis  wechselte  das  Bundesamt  somit  während  des  Beschwerdeverfahrens die Begründung seines Nichteintretensentscheids  aus. Die  Verfügung  vom  21.  Mai  2010  erging  ausserhalb  eines  Vernehmlassungsverfahrens  und  ohne  vorgängige  Absprache  mit  dem  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Die  neu  erlassene  Verfügung wurde den Beschwerdeführenden korrekt eröffnet, dem in der  Sache zuständigen Gericht jedoch nicht zur Kenntnis gebracht. Das BFM  beschränkte sich darauf, die neue Verfügung zu seinen Akten zu nehmen  und diese daraufhin ungeachtet des hängigen Beschwerdeverfahrens  in  seinem  Archiv  abzulegen.  Das  Gericht  erfuhr  erst  nach  Eingang  des  Schreibens des Rechtsvertreters 1 vom 17. August 2010 – und erneuter  Bestellung der Vorakten aus dem BFM­Archiv – von der Verfügung vom  21. Mai 2010 und ihrer Begründung. Es stellt sich in diesem Zusammenhang vorab die Frage der Zulässigkeit  respektive  der  rechtlichen  Konsequenzen  dieser  prozessualen  Vorgehensweise des BFM. 5.  5.1.  Gemäss  Art.  54  VwVG  geht  die  Behandlung  der  Sache,  die  Gegenstand  der  mit  Beschwerde  angefochtenen  Verfügung  bildet,  mit  Einreichung  der  Beschwerde  auf  die  Beschwerdeinstanz  über  (so  genannter  Devolutiveffekt;  vgl.  hierzu  etwa  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983,  S.   189  f.; ALFRED  KÖLZ  /  ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998, S. 236). Mit  der Rechtshängigkeit der Beschwerde übernimmt die Beschwerdeinstanz  die Prozessleitungsbefugnis, was bedeutet, dass sich grundsätzlich keine  andere  Behörde  als  die  zuständige  Rechtsmittelinstanz  mit  der  Angelegenheit  befassen  darf;  insbesondere  wird  der  Vorinstanz  die  Herrschaft  über  den  Streitgegenstand  entzogen,  und  sie  darf  sich  grundsätzlich  nicht  mehr  mit  der  Angelegenheit  befassen  (vgl.  REGINA  KIENER  in: Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008  [nachfolgend: 

E­6496/2009 Kommentar  Auer/Müller/Schindler],  Rz. 1  ff.  zu  Art. 54,  mit  weiteren  Hinweisen auf Lehre und Praxis).  5.2. Eine  Ausnahme  von  diesem Grundsatz  – mithin  ein  Durchbrechen  respektive Aufschieben des Devolutiveffekts – bilden die Regeln über die  Wiedererwägung gemäss Art. 58 Abs. 1 VwVG. Diese Bestimmung sieht  ausdrücklich vor, dass die Vorinstanz die angefochtene Verfügung "bis zu  ihrer Vernehmlassung"  in Wiedererwägung ziehen darf. Somit besteht  in  diesen  Fällen  trotz  Eintritt  des  Devolutiveffekts  eine  Art  Zuständigkeitskonkurrenz  zwischen  der  Vorinstanz  und  der  Rechtsmittelinstanz,  die  es  der  Verwaltungsbehörde  ermöglichen  soll,  aufgrund neuer Tatsachen oder aus besserer Einsicht auf die Verfügung  zurückzukommen.  Die  Regelung  knüpft  an  die  in  Lehre  und  Rechtsprechung  anerkannte  Vorstellung  an,  wonach  einmal  erlassene  Verfügungen  grundsätzlich  abgeändert  werden  können.  Muss  die  Behörde  aufgrund  der  berechtigten  Einwände  in  der  Beschwerde  anerkennen,  dass  ihr  ein  Fehler  unterlaufen  ist,  soll  sie,  wenn  dies  möglich  ist,  aus  prozessökonomischen  Gründen  sogleich  neu  verfügen  können;  damit  lassen  sich  unnötiger  Aufwand  und  Kosten  im  Rechtsmittelverfahren sparen (vgl. etwa AUGUST MÄCHLER in: Kommentar  Auer/Müller/Schindler, Rz. 2 ff. zu Art. 58 mit weiteren Hinweisen). 5.3.  5.3.1. Nach herrschender Lehre und Praxis des Bundesgerichts  ist eine  Wiedererwägung  durch  die  Vorinstanz  nur  bis  zum  Abschluss  des  Schriftenwechsels möglich, wobei nicht nur die erste Vernehmlassung der  Vorinstanz, sondern auch jede weitere Stellungnahme im Sinn von Art. 57  Abs.  2  VwVG  gemeint  ist,  zu  der  diese  von  der  Beschwerdeinstanz  eingeladen worden ist. Die Befugnis der Vorinstanz zur Wiedererwägung  endet  demnach  spätestens  nach  Ablauf  der  Frist  zur  letztmals  ermöglichten  Stellungnahme;  nach  diesem  Zeitpunkt  erlassene  neue  Verfügungen  sind  nichtig  (vgl.  BGE  130  V  138  E.  4.2  mit  weiteren  Hinweisen; MÄCHLER, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 58, und ANDREA PFLEIDERER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  Art. 58  N 36,  je mit  weiteren  Hinweisen).  Nichtigkeit  bedeutet  die  absolute  Unwirksamkeit  einer  Verfügung,  die  demnach  keinerlei  Rechtswirkung  entfalten  kann  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN  /  GEORG  MÜLLER  /  FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich  /  St. Gallen 2010, Rz. 955).

E­6496/2009 Wird  eine  neue Verfügung  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  erlassen,  kann  sie  allenfalls  als  Antrag  einer  Prozesspartei  an  den Richter  interpretiert  werden,  in  diesem Sinn  zu  verfügen  (vgl.  BGE 130 V  138 E.  4.2)  oder  einen  weiteren  Schriftenwechsel  zur  Ermöglichung  einer  Wiedererwägung  zu  eröffnen  (vgl.  PFLEIDERER,  a.a.O.,  und  MÄCHLER,  a.a.O.). 5.3.2. Diese  in Lehre und Praxis vertretene Auffassung ist auch deshalb  überzeugend,  weil  der  geordnete  Ablauf  eines  Beschwerdeverfahrens  kaum mehr möglich wäre, wenn es der Vorinstanz  zu  jedem beliebigen  Zeitpunkt, beispielsweise also auch während der Urteilsfällung, freistehen  würde,  in  eigener  Regie  auf  ihre  Verfügung  zurückzukommen.  Die  gleichen prozessökonomischen Überlegungen, die zur Regelung von Art.  58  Abs.  1  VwVG  geführt  haben  (vgl.  oben  E.  5.2),  sprechen  demnach  auch  für  eine  zeitliche  Beschränkung  der  Wiedererwägungsmöglichkeit  der  Vorinstanz  respektive  dafür,  dass  diese  im  Rahmen  eines  von  der  Beschwerdeinstanz  angeordneten Schriftenwechsels  auf  ihre Verfügung  zurückkommen  soll.  Dies  zeigt  sich  beispielhaft  am  vorliegenden  Verfahren,  in  dem  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  21.  Mai  2010  nicht  zur  Vermeidung  von  unnötigem  Aufwand  und  Kosten  im  Beschwerdeverfahren geführt hat, sondern zum Gegenteil. 5.4.  Nach  dem  Gesagten  war  es  dem  BFM  verwehrt,  in  der  Angelegenheit  nach  geschlossenem  Schriftenwechsel  eine  neue  Verfügung zu erlassen. Die zweite Verfügung vom 21. Mai 2010, die ohne  funktionelle Zuständigkeit der verfügenden Behörde und unter Verletzung  der  Bestimmung  von  Art.  58  Abs.  2  in  fine  VwVG  (umgehende  Benachrichtigung  der  Beschwerdeinstanz)  zustande  gekommen  ist,  erweist sich damit als nichtig (vgl. BGE 133 II 366 E. 3.2 und BGE 129 I  361 E. 2.1).  5.5. Mit dieser Feststellung der Nichtigkeit der zweiten, auf der Grundlage  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  erlassenen  Nichteintretensverfügung  ist  das  Beschwerdeverfahren  in  Bezug  auf  den  ersten Nichteintretensentscheid  gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG weiterzuführen.  5.6. Nach dem oben (vgl. E. 5.3.2) Gesagten stellt sich die Frage, ob das  BFM durch  den Versuch,  seine  erste Verfügung  in Wiedererwägung  zu  ziehen,  nicht  implizit  die  Fehlerhaftigkeit  der  ersten  Verfügung  eingestanden und das Gericht  im Ergebnis um deren Aufhebung – oder 

E­6496/2009 um Eröffnung  eines  die Möglichkeit  der Wiedererwägung  eröffnenden –  weiteren Schriftenwechsels ersucht hat.  Dieser  Punkt  braucht  hier  nicht  geklärt  zu  werden:  Wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  ergibt,  ist  das  BFM  offensichtlich  zu  Recht  gestützt  auf  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden nicht eingetreten. Es bleibt damit die Feststellung,  dass  das  vom  BFM  gewählte  prozessuale  Vorgehen  auch  inhaltlich  schwer nachvollziehbar ist.  5.7.  Dass  die  Vorinstanz  mit  der  Konzeption  des  einzig  durch  die  Wiedererwägungsmöglichkeit gemäss Art. 58 Abs. 1 (und Art. 57 Abs. 2)  VwVG eingeschränkten Devolutiveffekts nicht vertraut ist, zeigt sich auch  an der Feststellung  in  ihrer Vernehmlassung, angesichts der mittlerweile  fortgeschrittenen Schwangerschaft, werde vorläufig auf einen Vollzug der  Wegweisung  verzichtet.  In  der  angefochtenen  Nichteintretensverfügung  waren  die  Beschwerdeführenden  verpflichtet  worden,  die  Schweiz  am  Tag  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  der  Verfügung  zu  verlassen,  und  der  Aufenthaltskanton  war  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragt  worden.  Hätte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  gleich  nach  Eingang  der  Vernehmlassung  abgewiesen,  wäre  der  legale  Aufenthalt der Beschwerdeführenden umgehend beendet worden und der  Aufenthaltskanton  ab  diesem  Zeitpunkt  verpflichtet  gewesen,  die  rechtskräftige Wegweisung sofort zu vollziehen. Konsequenterweise hätte  das BFM in dieser Vernehmlassung die entsprechenden Dispositivziffern  der  angefochtenen  Verfügung  wiedererwägungsweise  aufheben  und  nach Geburt  sowie Abschluss  des Beschwerdeverfahrens  neu  verfügen  müssen.  6.  6.1.  Auf  ein  Asylgesuch  wird  unter  anderem  nicht  eingetreten,  wenn  Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Stellen  des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG). Keine Anwendung findet diese Bestimmung, wenn Asylsuchende  glaubhaft machen  können,  sie  seien dazu aus entschuldbaren Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG),  wenn  aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder  wenn  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

E­6496/2009 6.2.  6.2.1.  Vorliegend  wurden  im  Rahmen  des  erstinstanzlichen  Asylverfahrens  innerhalb von 48 Stunden nach Stellen des Asylgesuchs  unbestrittenermassen  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere  abgegeben.  Die  überzeugenden Argumente, mit  denen  das BFM das Vorliegen  von  entschuldbaren  Gründen  für  die  Nichtabgabe  von  Ausweisschriften  verneint und das Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft  begründet hat,  werden in der Beschwerdeschrift nicht bestritten.  6.2.2.  Die  Beschwerdeführenden  erfüllen  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich nicht, was vorliegend bereits im Rahmen der summarischen  Vorprüfung gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a respektive Abs. 3 Bst. b AsylG  (vgl. hierzu BVGE 2007/8 E. 5) festgestellt werden kann. An  dieser  Feststellung  ändert  auch  der  Umstand  nichts,  dass  die  Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 20. April  2011 – ohne weiteren  Kommentar  ihrer  Rechtsvertretung  –  das  angebliche  Schreiben  einer  mongolischen  Rechtsanwältin  vom  4.  April  2011  und  zwei  Fotografien  einreichen,  welche  die  Beschwerdeführerin  in  (…)  uniform  zeigen:  Ihre  Tätigkeiten  für  die  (…)  war  vom  BFM  nicht  bestritten  worden,  und  im  Dokument  wird  bestätigt,  dass  gegen  die  Beschwerdeführerin  ein  Strafverfahren wegen Beschädigung von  (…)  im Wert  von umgerechnet  rund  (…)  Schweizer  Franken  ((…)  MNT)  hängig  und  die  maximale  Strafandrohung bei diesem Delikt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren  sei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  schliesst  sich  in  diesem  Zusammenhang der ausführlich begründeten Haltung der Vorinstanz an,  es  sei  der  Beschwerdeführerin  möglich  und  zuzumuten  sich  in  der  Mongolei  –  nötigenfalls  mit  Hilfe  ihrer  Rechtsanwältin  –  gegen  die  angeblich  gänzlich  unberechtigten  Vorwürfe  zur  Wehr  zu  setzen  (vgl.  Verfügung vom 9. Oktober 2009 S. 5 f.).  Die Frage der Authentizität der Bestätigung – in der ausgeführt wird, das  (…)  material  sei  "verletzt  und  geschädigt"  worden,  während  die  Beschwerdeführerin  ein  Strafverfahren  wegen  (…)  diebstahls  geltend  gemacht hatte – kann offenbleiben. 6.3. In der Beschwerde wird inhaltlich einzig gerügt, die Vorinstanz habe  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  nicht  erwähnt.  Vorliegend  sei  von  einer  ausgeprägten  Risikoschwangerschaft  und  einer  voraussichtlichen  Risikogeburt  auszugehen.  Weil  das  BFM  über  die  Situation  der 

E­6496/2009 Beschwerdeführerin  bezüglich  ihrer  Schwangerschaft  und  folglich  über  das  offensichtliche  Vorhandensein  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses keine Kenntnis zu haben scheine, sei  die Vorinstanz gestützt auf Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG anzuweisen, auf  das  Asylgesuch  einzutreten  und  diesbezüglich  zusätzliche  Abklärungen  vorzunehmen. 6.3.1.  In  ihrer  Vernehmlassung  äussert  sich  die  Vorinstanz  sodann  ausführlich  zur  geltend  gemachten  Risikoschwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  und  hält  fest,  diese  habe  die  Probleme  im  Zusammenhang  mit  ihrer  Schwangerschaft  weder  anlässlich  der  summarischen  Befragung  noch  während  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  deutlich  vorgebracht.  Auch  bei  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  betreffend  den  Wegweisungsvollzug  habe  die  Beschwerdeführerin  die  Probleme  im  Zusammenhang  mit  ihrer  Schwangerschaft  nicht  als  Grund  genannt,  der  gegen  eine  Heim­  beziehungsweise  Rückführung  in  den  Heimatstaat  sprechen  würde.  Asylsuchende  seien gestützt  auf Art.  8 Abs.  1 Bst.  c AsylG verpflichtet,  bei  der  Anhörung  anzugeben,  aus  welchem  Grund  sie  um  Asyl  nachsuchten.  Es  könne  nicht  Aufgabe  der  Behörden  sein,  aufgrund  beiläufiger  Bemerkungen  nach  weiteren  möglichen  Asylgründen  oder  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  suchen.  Der  Beschwerdeführer  seinerseits habe zwar auf die Schwangerschaft seiner Frau hingewiesen  und  auch  ausgeführt,  dass  zwei  frühere  Schwangerschaften  nicht  problemlos  verlaufen  seien.  Bis  zum  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  Verfügung des BFM habe  indessen noch nichts  für  das Vorliegen einer  Risikoschwangerschaft  gesprochen.  Die  Bedenken  und  Probleme  im  Zusammenhang mit der Schwangerschaft und der Geburt seien erstmals  auf  Beschwerdeebene  vorgebracht  worden,  so  dass  das  BFM  im  erstinstanzlichen Verfahren gar nicht Gelegenheit gehabt habe, sich dazu  zu  äussern.  Ausserdem  seien  die  Vorbringen  auch  nicht  mit  einem  Arztbericht belegt worden.  6.3.2.  In  ihrer  Replik  bringen  die  Beschwerdeführenden  vor,  die  Argumentation in der Vernehmlassung erscheine nicht überzeugend, und  halten daran  fest,  das BFM habe durch  sein Vorgehen  im vorliegenden  Fall  seine  Begründungspflicht  beziehungsweise  den  Anspruch  auf  rechtliches Gehör verletzt.

E­6496/2009 6.4. Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass das BFM  vorliegenden  nicht  gehalten  war,  zusätzliche  Abklärungen  zur  gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin vorzunehmen.  6.4.1.  Zum  einen  sind  Asylsuchende  gestützt  auf  Art.  8  Abs.  1  Bst.  d  AsylG verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken und  müssen  insbesondere allfällige Beweismittel  vollständig  bezeichnen und  sie  unverzüglich  einreichen  oder,  soweit  dies  zumutbar  erscheint,  sich  darum bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen.   In  Bezug  auf  gesundheitliche  Probleme  von  Asylsuchenden  bedeutet  dies, dass solche Probleme in geeigneter Form unaufgefordert geltend zu  machen  sind.  Erwartet  werden  darf  dabei  in  der  Regel  zumindest  eine  Umschreibung  und  Konkretisierung  der  behaupteten  gesundheitlichen  Beschwerden.  Eine  allfällige  bereits  stattfindende  medizinische  Behandlung  ist  aktenkundig  zu  machen  und  Arztzeugnisse  sind  –  falls  vorhanden – unaufgefordert einzureichen (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.2).  6.4.2.  Zum  anderen  umfasst  der  Begriff  des  "Wegweisungsvollzugshindernisses" gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG  ohnehin  ausschliesslich  diejenigen  Hindernisse,  welche  sich  auf  die  Zulässigkeit  des  Vollzugs  (Art.  83  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20])  auswirken  können.  Gesundheitliche  Beschwerden  von  Asylsuchenden werden üblicherweise unter dem Aspekt der Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs geprüft (Art. 83 Abs. 4 AuG; vgl. EMARK 2003  Nr. 24) und werden nur  in ganz aussergewöhnlich gelagerten Fällen  für  die  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  von  Relevanz.  Falls  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  gemäss  Art.  83  Abs.  2  und  4 AuG  (Möglichkeit  bzw.  Zumutbarkeit  des Vollzugs)  ergibt,  führt dies nicht zum Eintreten auf das Asylgesuch einer  (unentschuldigt)  papierlosen Person (vgl. BVGE 2009/50 E. 8.4).  6.4.3. Vorliegend  hat  das BFM  in  seiner Vernehmlassung  zu Recht  auf  die  Mitwirkungspflicht  der  Beschwerdeführenden  hingewiesen.  Diese  haben  anlässlich  der  Anhörungen  keine  besonderen  Probleme  im  Zusammenhang  mit  der  Schwangerschaft  geltend  gemacht.  Das  BFM  sah  sich  unter  diesen  Umständen  berechtigterweise  nicht  veranlasst,  diesbezüglich  weitere  Abklärungen  vorzunehmen.  Probleme  mit  der  Schwangerschaft  wurden  erst  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemacht 

E­6496/2009 und  die  Vorinstanz  nahm  dazu  in  der  Vernehmlassung  ausführlich  Stellung. Dieses Vorgehen des BFM ist somit nicht zu beanstanden.  Den  Akten  sind  keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme  von  ganz  aussergewöhnlichen Umständen zu entnehmen, unter denen sich geltend  gemachten  Gesundheitsprobleme  auf  die  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  auswirken  können.  Somit  hätten  allfällige  Abklärungen  ohnehin  nur  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs betroffen und wären unter dem Blickwinkel von Art.  32 Abs. 3 Bst. c AsylG nicht relevant (vgl. BVGE 2009/50 E. 8.4 f.).  6.4.4. Nach dem Gesagten fällt eine Kassation aufgrund einer Verletzung  der prozessualen Rechte der Beschwerdeführenden ausser Betracht.  6.5. Die Beschwerdeführenden haben den Behörden ohne entschuldbare  Gründe  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Asylgesuchs  keinen Reise­ oder Identitätspapiere abgegeben. Aufgrund der Anhörung  konnte  ihre  Flüchtlingseigenschaft  nicht  festgestellt  werden  und  zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  waren  nach  dem  oben  Gesagten nicht nötig. Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass  die Vorinstanz zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das  Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist. 7.  Lehnt  das  BFM  das  Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44 Abs. 1 AsylG).  Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die Wegweisung wurde  demnach  zu Recht  angeordnet  (Art.  44  Abs.  1  AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich,  so  regelt  das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

E­6496/2009 Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden,  in dem  ihr Leib oder  ihre Freiheit aus einem Grund  nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder  in dem sie Gefahr  läuft, zur  Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG;  vgl.  ebenso Art.  33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die  Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen  werden. 8.2.1. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personenschützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO  GATTIKER,  Das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999,  S. 89). Angesichts des rechtskräftigen Nichteintretensentscheids gemäss  Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG kann das  in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  praxisgemäss  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  ist  demnach  unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

E­6496/2009 8.2.2. Vorliegend sind den Akten, wie erwähnt, auch keine Umstände zu  entnehmen, unter denen sich die behaupteten Gesundheitsprobleme auf  die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs auswirken könnten. 8.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie  für den Fall einer Ausschaffung  in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art.  3  oder Art.  1  FoK  verbotenen Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folteraus­schusses  müssten  die  Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127, mit  weiteren  Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatland  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig erscheinen. 8.2.4. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinn der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zu  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818). 8.3.1.  Im  vorliegenden  Fall  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in die Mongolei als zumutbar  im Sinn von Art. 83  Abs. 4 AuG zu bezeichnen, da sie nicht glaubhaft darzutun vermochten,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  einer  konkreten  Gefährdungssituation  im  Sinn  der  zu  beachtenden  Bestimmung  ausgesetzt  wären.  In  der  Mongolei  herrscht  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  grundsätzlichen  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ausgegangen  wird. 

E­6496/2009 8.3.2. Den Akten sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass die  Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in die Heimat aus individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Art  in  eine  existenzbedrohende Situation geraten würden. 8.3.3.  Was  die  geltend  gemachte  Risikoschwangerschaft  und  ­geburt  anbelangt kann auf den Arztbericht vom 1. März 2010 verwiesen werden.  Darin hält der behandelnde Arzt  fest, die Beschwerdeführerin habe sich  am  (…)  2009  in  der  (…)  Schwangerschaftswoche  erstmals  bei  ihm  gemeldet.  Am  (…)  2010  sei  ein  Kaiserschnitt  durchgeführt  und  ein  gesundes Kind geboren worden. Seither habe er die Patientin nicht mehr  gesehen;  er  gehe  davon  aus,  dass  sie  gesund  sei.  Es  wurden  keine  weiteren Arztberichte eingereicht.  8.3.4. Mit  Eingabe  vom  25.  Oktober  2011 macht  der  Rechtsvertreter  1  geltend,  die  Beschwerdeführerin  sei  –  im  (…)  Monat  –  erneut  in  Erwartung; nachdem die bisherigen Schwangerschaften mit Kaiserschnitt  hätten  beendet  werden  müssen,  sei  auch  dieses  Mal  von  einer  Risikoschwangerschaft  und  einer  voraussichtlichen  Risikogeburt  ausgegangen werden.  8.3.5.  Das  Ende  der  geltend  gemachten  neuen  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin ist absehbar. Sie hat erneut kein Arztzeugnis zu den  Akten  gereicht  und  auch  keine  konkreten  Gesundheitsbeschwerden  geltend gemacht. Unter diesen Umständen stellt auch die bevorstehende  Geburt  keinen  Umstand  dar,  der  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinn  von  Art. 83 Abs. 4 AuG zu werten wäre. Hingegen wird das BFM der Geburt  und der medizinischen Situation bei der Neufestsetzung der Ausreisefrist  Rechnung zu tragen haben.  Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten, die  Beschwerdeführenden hätten bisher keine Mühe gehabt, in der Mongolei  für ihren finanziellen Unterhalt aufzukommen. Dieser Auffassung schliesst  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  unter  Berücksichtigung  des  Umstands  an,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  ihren  Kindern  in  die  Heimat  zurückkehren werden.  Es  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  in  die  Mongolei  in  eine  existenzbedrohende  Lage  geraten würden.  8.3.6. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit auch als zumutbar. 

E­6496/2009 8.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  allenfalls noch notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4  AsylG),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist abzuweisen. 10.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen  (Art.  63 Abs. 1 VwVG; Art.  1­3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]).  Indessen ist  ihr  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutzuheissen, weil sich  ihre Mittellosigkeit aus den Akten ergibt und  ihre  Begehren  zum  Zeitpunkt  der  Beschwerdeeinreichung  nicht  als  aussichtlos  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  bezeichnet  werden  konnten.  Deshalb sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 11.  Das  Bundesamt  hat  durch  den  Erlass  der  als  nichtig  zu  erklärenden  Verfügung  vom  21.  Mai  2010  nicht  nur  einen  ergänzenden  Schriftenwechsel des Gerichts mit den Beschwerdeführenden erforderlich  gemacht.  Es  darf  aufgrund  der  Akten  auch  ohne  weiteres  davon  ausgegangen werden, dass diese – zusätzlich zum bestehenden Mandat  einer  spezialisierten  Rechtsberatungsstelle  (Rechtsvertreter  1)  –  nicht  einen Rechtsanwalt mit der Wahrung  ihrer  Interessen beauftragt hätten,  wenn  das  BFM  durch  den  vermeintlichen  Ersatz  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  unnötigerweise  eine  komplexe  prozessuale  Ausgangslage  geschaffen  hätte.  Unter  diesen  Umständen  erscheint  es  trotz  Abweisung  der  Beschwerde  gerechtfertigt,  das  BFM  die  einzig  dadurch  verursachten  Parteikosten  der  Beschwerdeführenden  angemessen entschädigen zu  lassen  (vgl. etwa BVGE 2008/47 E. 5 mit  weiteren Hinweisen). Der Rechtsvertreter 2 hat keine Kostennote zu den  Akten  gereicht.  In  Anwendung  von  Art.  14  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  die  pauschale, 

E­6496/2009 anteilmässige  Parteientschädigung  auf  insgesamt  Fr.  1'000.–  (inklusive  sämtlicher Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite)

E­6496/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Es  wird  die  Nichtigkeit  der  Verfügung  des  BFM  vom  21.  Mai  2010  festgestellt. 2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 3.  Das  BFM  wird  angewiesen  den  Beschwerdeführenden  eine  neue  Ausreisefrist zu setzen und dabei die bevorstehende Geburt angemessen  zu berücksichtigen.  4.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5.  Das BFM wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden eine anteilmässige  Parteientschädigung von Fr. 1'000.– zu vergüten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Karin Maeder­Steiner Versand:

E-6496/2009 — Bundesverwaltungsgericht 16.11.2011 E-6496/2009 — Swissrulings