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Bundesverwaltungsgericht 18.07.2011 E-6206/2007

18. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,187 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Juli 2007

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­6206/2007 Urteil   v om   1 8 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;  Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien,   vertreten durch Annelise Gerber, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 16. August 2007 / N (…).

E­6206/2007 Sachverhalt: A.  Gemäss  eigenen  Angaben  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen  Heimatstaat  am  18.  Mai  2004  und  reiste,  nach  einem  neunmonatigen  Aufenthalt  in  Libyen,  am  28.  Februar  2005  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Mit  Verfügung  vom  18.  April  2005  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  wies  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  deren  Vollzug  an.  Gegen  diese  Verfügung  reichte  der  Beschwerdeführer  bei  der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde  ein,  welche  auf  diese  mit  Urteil  vom  15. Juni  2005  zufolge  Nichtleistens  des  Kostenvorschusses nicht eintrat.  B.  Unter  Missachtung  der  ihm  angesetzten  Ausreisefrist  verblieb  der  Beschwerdeführer in der Schweiz und reichte am 19. Juli 2007 beim BFM  durch  seine  Rechtsvertreterin  eine  als  "Wiedererwägungsgesuch"  bezeichnete  Eingabe  ein.  Darin  beantragte  er,  die  Verfügung  des  BFM  vom 18. April 2005 sei in Wiedererwägung zu ziehen. Es sei ihm Asyl zu  gewähren.  Gegebenenfalls  sei  die  Undurchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  seit  den  Protesten  von  Oromo­Studenten  im  Herbst  2005  und  Frühjahr  2006  hätten  die  äthiopischen  Behörden  die  Suche nach verdächtigen Kämpfern der  "Oromo Liberation Front"  (OLF)  intensiviert. Dies gehe auch aus dem eingereichten Schreiben des OLF­ Büros  in  Berlin  vom  20. November  2006  hervor.  Im  Bestätigungsschreiben werde festgehalten, dass bereits die Tatsache, ein  Oromo zu sein, in den Augen der äthiopischen Behörden ein Verbrechen  sei.  Diese  Tatsache  sei  bislang  von  den  schweizerischen  Behörden  zu  Unrecht verneint worden. Weiter würden nun drei Fotografien vorliegen,  welche die erlittenen Verletzungen am Bein nach Misshandlungen durch  äthiopische  Armeeangehörige  zeigen  würden.  Als  drittes  und  letztes  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  Artikel  aus  der  San  Francisco Chronik  "Reports of  torture  in Ethiopiea are widespread" vom  16. April 2007 ein. C.  Mit  Zwischenverfügung  vom  25.  Juli  2007  setzte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer Frist  zur Leistung eines Gebührenvorschusses  in der 

E­6206/2007 Höhe  von  Fr.  1'200.­,  verbunden  mit  der  Androhung,  bei  unbenutztem  Fristablauf  werde  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  nicht  eingetreten.  Das Einverlangen des Vorschusses begründete das BFM damit, dass die  Rechtsbegehren  als  von  vornherein  aussichtslos  zu  bewerten  seien.  Ferner  hielt  es  fest,  dass  es  sich  bei  der  Verfügung  um  eine  Zwischenverfügung  handle,  welche  nur  durch  Beschwerde  gegen  die  Endverfügung angefochten werden könne.  D.  Innert  der  ihm  gesetzten  Frist  leistete  der  Beschwerdeführer  den  einverlangten Gebührenvorschuss  nicht. Mit  Verfügung  vom  16.  August  2007  trat  das  BFM  deshalb  auf  das Wiedererwägungsgesuch  nicht  ein  und  stellte  fest,  die  Verfügung  vom  18.  April  2005  bleibe  rechtskräftig  sowie  vollstreckbar  und  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  aufschiebende Wirkung zu.  E.  Mit Eingabe vom 17. September 2007 an das Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom  16.  August  2007.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde,  um  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  sowie  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege.  Als  Beweismittel  reichte  er  einen  Bericht  von  amnesty  international  Deutschland, vom 6. September 2007 ein. F.  Am 21. September  2007 wies der  damals  zuständige  Instruktionsrichter  des Bundesverwaltungsgerichts die kantonale Behörde an, von Vollzugs­ massnahmen abzusehen. G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  September  2007  setzte  der  Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung aus und stellte  fest, der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Sodann  wies  er  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ab  und  setzte  Frist  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  in  der  Höhe  von  Fr.  1'200.­.  Diesen  bezahlte  der  Beschwerdeführer am 15. Oktober 2007 fristgerecht.

E­6206/2007 H.  Das BFM beantragte  in der Vernehmlassung vom 30. Oktober 2007 die  Abweisung  der  Beschwerde.  Am  12.  November  2007  stellte  der  Instruktionsrichter  die  Vernehmlassung  dem  Beschwerdeführer  zur  Kenntnisnahme zu. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3. Der Beschwerdeführer  hat  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge­ nommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 50 und   52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

E­6206/2007 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG). 4.  In der Zwischenverfügung vom 25. Juli 2007 prüfte das BFM vorweg die  Frage,  ob  die  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  19.  Juli  2007  als  Wiedererwägungsgesuch oder als neues Asylgesuch entgegenzunehmen  sei.  Dabei  stellte  die  Vorinstanz  fest,  das  Rechtsbegehren  um  Gewährung  von  Asyl  deute  auf  ein  neues  Asylgesuch  hin.  Demgegenüber  mache  der  Beschwerdeführer  mit  den  eingereichten  Fotos,  welche  belegen  sollten,  dass  er  entgegen  der  Feststellung  im  rechtskräftigen  Entscheid  vom  28. Februar  2008  (recte:  18.  April  2005)  verfolgt werde, Gründe nach Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG geltend, welche  im  Rahmen  eines  qualifizierten  Wiedererwägungsgesuchs  einen  grundsätzlichen Behandlungsanspruch eröffnen würden. Aufgrund dieser  Feststellungen  und  unter  Berücksichtigung  von  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1998  Nr.  1  hat  das  BFM  die  Eingabe  zu  Recht  als Wiedererwägungsgesuch  entgegengenommen. 5.  Nachdem  das  BFM  mit  Verfügung  vom  16.  August  2007  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist,  beschränkt  sich  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  einzig  auf  die  Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Gesuch nicht eingetreten ist. 6.  6.1.  Lehnt  das  BFM  nach  rechtskräftigem  Abschluss  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  ein  Wiedererwägungsgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf nicht ein, so erhebt es für das betreffende Verfahren eine Gebühr  (Art. 17b Abs. 1 AsylG). Das BFM kann von der gesuchstellenden Person  einen  Gebührenvorschuss  in  der  Höhe  der  mutmasslichen  Verfahrenskosten  verlangen,  wobei  es  zu  dessen  Leistung  unter  Androhung  des  Nichteintretens  eine  angemessene  Frist  setzt.  Auf  die  Erhebung eines Gebührenvorschuss wird unter anderem dann verzichtet, 

E­6206/2007 wenn  die  gesuchstellende Person  bedürftig  ist  und  ihre  Begehren  nicht  von vornherein aussichtslos erscheinen (Art. 17b Abs. 2 und 3 AsylG). 6.2. Aufgrund der Akten ergibt  sich, dass das BFM vor der Einreichung  des  Wiedererwägungsgesuchs  vom  19.  Juli  2007  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers abgewiesen, die Wegweisung aus der Schweiz sowie  deren  Vollzug  angeordnet  hat.  In  der  Folge  ist  die  ARK  auf  die  gegen  diese Verfügung erhobene Beschwerde mit Urteil vom 15. Juli 2005 nicht  eingetreten.  Demnach  lag  zum  Zeitpunkt  der  Einreichung  des  Wiedererwägungsgesuchs  ein  rechtskräftig  abgeschlossenes  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  vor.  Mithin  war  insoweit  die  Voraussetzung  für  die Erhebung eines Gebührenvorschusses durch das BFM gegeben. 6.3. Weiter  ist  zu prüfen, ob die Vorinstanz auch zu Recht geschlossen  hat,  das  eingeleitete  Wiedererwägungsverfahren  sei  von  vornherein  aussichtslos. 6.3.1.  In  der  Zwischenverfügung  vom  25.  Juli  2007  führte  das  BFM  diesbezüglich  aus,  soweit  die  Vorbringen  im  Wiedererwägungsgesuch  denjenigen  im  ordentlichen  Verfahren  entsprechen  würden,  sei  darauf  grundsätzlich  nicht  erneut  einzugehen.  Diese  seien  im  ordentlichen  Verfahren  bereits  als  nicht  glaubhaft  qualifiziert  worden.  Sodann  hätten  die drei Fotos – welche bezüglich der geltend gemachten Folterungen gar  nichts  zu  belegen  vermöchten,  sondern  lediglich  Operationsnarben  zeigen würden  –  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  beigebracht  werden  können.  Eine  plausible  Erklärung  dafür,  weshalb  dies  dem  Beschwerdeführer  trotz  zumutbarer  Sorgfalt  nicht möglich  gewesen  sei,  sei  der  Eingabe  nicht  zu  entnehmen.  Die  Fotos  würden  daher  gemäss  Art. 66 Abs. 3 VwVG keine Gründe oder Beweismittel darstellen, die zu  einer  wiedererwägungsweisen  Überprüfung  der  rechtskräftigen  Verfügung  Anlass  geben  könnten.  Die  weiteren  Ausführungen  und  entsprechenden  Beweismittel  würden  sich  auf  die  allgemeine  Menschenrechtslage  in  Äthiopien  beziehen.  Der  Beschwerdeführer  sei  indes mit Sicherheit kein "prominenter Äthiopier im Exil", für welchen sich  die  heimatlichen  Behörden  interessieren  würden.  Überdies  habe  er  im  bisherigen  Verfahren  keine  Verbindung  zur  OLF  glaubhaft  machen  können  und  allein  die  Zugehörigkeit  zu  einer  der  grössten  ethnischen  Gruppierungen  in  Äthiopien  vermöge  die  Wegweisung  nicht  als  unzulässig erscheinen zu lassen.

E­6206/2007 6.3.2.  In  der  Rechtmitteleingabe  wird  zu  den  Fotos  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  sei  während  des  ordentlichen  Asylverfahrens  noch  nicht  in  deren  Besitz  gewesen.  Ferner  sei  er  aus  der  Armee  desertiert  und  bei  einer  Rückkehr  nach  Äthiopien  aus  ethnischen  Gründen  gefährdet.  6.3.3.  Zu  diesen  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  ist  festzuhalten,  dass  es  der  Beschwerdeführer  damit  unterlässt,  darzutun,  inwiefern  das  BFM  zu  Unrecht  auf  das  von  ihm  eingereichte  Wiedererwägungsgesuch  nicht  eingetreten  ist.  Namentlich  unterlässt  er  es, substantiiert darzutun, weshalb es ihm weder möglich noch zumutbar  gewesen  sein  soll,  die  Fotos  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  einzureichen.  Der  blosse  Hinweis,  er  sei  bislang  nicht  in  deren  Besitz  gewesen, erscheint als in jeder Hinsicht unbehelflich, sind die Aufnahmen  doch  von  seinem  eigenen  Bein.  Insoweit  hat  das  BFM  zu  Recht  festgestellt, den Fotos sei die revisionsrechtliche Neuheit abzusprechen,  mithin seien sie als verspätet eingereicht im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst.  a VwVG zu würdigen. Darüber hinaus wird mit den Fotografien auch nicht  offensichtlich,  dass  dem  Beschwerdeführer  Verfolgung  oder  menschenrechtswidrige Behandlung droht und damit ein völkerrechtliches  Wegweisungshindernis  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der ARK [EMARK] 1995 Nr. 9).  Weitergehend  vermag  der  Beschwerdeführer  auch  aus  dem  blossen  Hinweis  auf  die  bereits  im  ersten  Asylverfahren  als  nicht  glaubhaft  erachtete  Desertion  wiedererwägungsweise  nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten.  Mit  seinen  diesbezüglichen  Ausführungen  bringt  er  lediglich  appellatorische  Kritik  vor,  welche  unter  dem  Aspekt  des  Wiedererwägungsgesuchs nicht erheblich ist.  Schliesslich liegt, entgegen der vom Beschwerdeführer unter Hinweis auf  verschiedene  Berichte  vertretenen  Ansicht,  bezüglich  der  Oromo  in  Äthiopien  keine  wesentlich  veränderte  Sachlage  im  Sinne  des  Wiedererwägungsrechts  vor.  Diesbezüglich  gilt  nochmals  festzuhalten,  dass  die  Oromo  im  Vielvölkerstaat  Äthiopien  ungefähr  40  %  der  Bevölkerung  ausmachen.  Demnach  kann  die  alleinige  Zugehörigkeit  zu  dieser  Ethnie  nicht  als  Grundlage  für  die  Annahme  einer  begründeten  Furcht  vor  Verfolgung  oder  eines  realen  Risikos  von  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  herangezogen  werden.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  auch  die  eingereichten Berichte vom 20. November 2006 und vom 16. April 2007 

E­6206/2007 nichts zu ändern. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen werden.  6.3.4. Das BFM hat somit in der Zwischenverfügung vom 25. Juli 2007 zu  Recht  geschlossen,  die  Begehren  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  17. September  2007  seien  von  vornherein  aussichtslos  im  Sinne  von  Art. 17b Abs. 2 AsylG. Demnach war die Vorinstanz unabhängig von der  Frage, ob der Beschwerdeführer bedürftig sei, berechtigt, von  ihm einen  Gebührenvorschuss einzufordern.  6.4. Den Akten ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer den  einverlangten Gebührenvorschuss innert der ihm bis zum 9. August 2007  gesetzten Frist nicht geleistet hat. 6.5. Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  das  BFM  zur  Erhebung  eines Gebührenvorschuss berechtigt war und der Beschwerdeführer die  ihm  angesetzte  Frist  unbenutzt  verstreichen  liess.  Die  Vorinstanz  ist  demnach zu Recht auf das Wiedererwägungsgesuch vom 19.  Juli  2007  nicht eingetreten. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig feststellt und angemessen ist (106 AsylG). Die Beschwerde ist  somit abzuweisen 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von  Fr.  1'200.­  (Art. 1  – 3 des Reglements  vom 21. Februar  2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG)  und  mit  dem  am  15.  Oktober  2007  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

E­6206/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'200.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem am 15. Oktober 2007 geleisteten Kostenvorschuss  in gleicher Höhe verrechnet.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  den  B._______. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Barbara Balmelli Versand:

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