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Bundesverwaltungsgericht 10.11.2011 E-6042/2011

10. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,037 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2011

Volltext

° ° Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6042/2011 Urteil   v om   1 0 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, Somalia,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2011 / N (…).

E­6042/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 26. September 2011  in der Schweiz um  Asyl nachsuchte,  dass das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom  26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 24. Oktober 2011  auf das Asylgesuch nicht eintrat, dass  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  summa­ rischen  Befragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  vom        10.  Oktober  2011  das  rechtliche  Gehör  bezüglich  der  möglichen  Zuständigkeit  Belgiens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren,  zum  Nichteintretensentscheid  und  zur  Wegweisung nach Belgien gewährte, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbrachte, bei einer Rückkehr  nach Belgien müsste er wieder auf der Strasse  leben und frieren und er  habe im Jahre 2011 seitens der Behörden kein Geld erhalten (vgl. Akten  BFM A6/10 S. 8), dass  das  Bundesamt  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung vom 24. Oktober 2011 – eröffnet am 2. November 2011 – nicht  eintrat  und  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  die  Schweiz  habe  sich  mit  der  Umsetzung  des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA],               SR 0.142.392.689) verpflichtet, die Dublin­II­Verordnung  (Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrages  zuständig ist [Dublin­II­VO]) anzuwenden, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  einem  Abgleich  mit  der  europäischen  Fingerabdruck­Datenbank  (Zentraleinheit  EURODAC)  am  30.  Oktober  2008,  am  11.  März  2010  und  am  19.  November  2010  in  Belgien um Asyl nachgesucht habe,

E­6042/2011 dass  die  belgischen  Behörden  ein  Übernahmeersuchen  des  BFM  vom    14.  Oktober  2011  im  Sinne  von  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  am      19. Oktober 2011 gutgeheissen hätten, dass gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge­ treten werde, wenn Asylsuchende  in einen Drittstaat ausreisen könnten,  der  für die Durchführung des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staats­ vertraglich zuständig sei, dass die Überstellung nach Belgien – vorbehältlich einer allfälligen Unter­ brechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist  –  bis  spätestens am    19. April 2012 zu erfolgen habe, dass mithin auf das Asylgesuch nicht eingetreten werde, dass  die  Folge  eines  Nichteintretensentscheides  gemäss  Art.  44  Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz sei und der  Beschwerdeführer  in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor  Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden würde, weshalb  das Non­Refoulement­Gebot nicht zu prüfen sei, und auch keine Hinwei­ se  auf  eine  Verletzung  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  Novem­ ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK,  SR 0.101) im Falle einer Rückkehr nach Belgien bestehen würden, das  Belgien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  (sogenannte  Aufnahmerichtlinie),  welche  zahlreiche  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden  beinhalte,  ohne  Beanstandungen  von  Seiten  der  Europäischen  Kommission  umgesetzt  habe, dass der Beschwerdeführer nach seiner Rückkehr nach Belgien mit den  dortigen  Behörden  zu  klären  habe,  inwiefern  er  sich,  nachdem  seine  Asylgesuche  dort  nicht  gutgeheissen worden  seien,  weiterhin  auf  diese  Richtlinien berufen könne, dass es in Belgien im Übrigen zahlreiche karitative Organisationen gebe,  an  welche  sich  der  Beschwerdeführer  zwecks  Befriedigung  seiner  Bedürfnisse wenden könne, dass der Vollzug der Wegweisung nach Belgien somit zumutbar sei, dass der Vollzug der Wegweisung auch technisch möglich und praktisch  durchführbar sei,

E­6042/2011 dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  4.  November  2011  eine  Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2011 einreichte, dass  er  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  sei  vollumfänglich aufzuheben, dass  sein  Asylgesuch  materiell  mit  Selbsteintrittsrecht  der  Schweizerischen Eidgenossenschaft  nach Art.  3 Abs. 2 Verordnung EG  Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zu überprüfen sei, indem  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung  und  zu  weiteren  Abklärungen  an  das BFM zurückzuweisen sei, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sei, dass der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung im Sinne  des Art. 55 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren  vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) anzuerkennen sei, dass  die  zuständige  Vollzugsbehörde  anzuweisen  sei,  die Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Belgien  bis  zum  Endentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts nicht zu vollziehen, dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  8.  November  2011  beim Bundesverwaltungsgericht eingingen, und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenom­ men  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Ände­    rung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

E­6042/2011 dass die Beschwerde  frist­  und  formgerecht eingereicht wurde  (Art.  108  Abs. 2 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf diese einzutreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­ wechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über­ prüfen  (Art. 32­35a AsylG),  die Beurteilungskompetenz der Beschwerde­ instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die Vorinstanz zu  Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchfüh­  rung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  die  belgischen  Behörden  ein  Übernahmeersuchen  des  BFM  im  Sinne  von  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  gutgeheissen  haben  und  demnach  die  Zuständigkeit  für  das  vorliegende  Verfahren  auf  Belgien  übergegangen ist, dass der Beschwerdeführer somit ohne weiteres  in einen Drittstaat  (vor­ liegend  Belgien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines  Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist, dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  Belgien  würde  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten, dass  Belgien  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom      28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

E­6042/2011 dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  insbesondere  keine  Gründe  ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der  Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, dass  die  Rüge  in  der  Rechtsmitteleingabe,  das  BFM  habe  in  der  angefochtenen Verfügung die Ausschlussklausel  gemäss Art.  34 Abs. 3  Bst. a AsylG gar nicht in Erwägung gezogen und dem Umstand, dass ein  leiblicher  Bruder  des  Beschwerdeführers  mit  gültiger  Aufenthaltsbewilligung  in  der  Schweiz  weile,  keine  Rechnung  getragen  und  somit  die  behördliche  Begründungspflicht  verletzt,  offenkundig  unbegründet ist, dass Art. 34 Abs. 3 AsylG nach dem Wortlaut des Gesetzes auf Art. 34  Abs. 2 Bst. d AsylG gerade keine Anwendung findet, dass indessen Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­ VO berücksichtigt werden kann, dass  Voraussetzung  für  die  Inanspruchnahme  der  Garantie  von  Art. 8 EMRK zunächst das Bestehen einer Familie  ist, wobei es gemäss  der Praxis  des Europäischen Gerichtshofs  für Menschenrechte  (EGMR)  auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa  EGMR, K. und T. gegen Finnland  [Grosse Kammer], Urteil  vom 12. Juli  2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150), dass  im  vorliegend  massgeblichen  Zusammenhang  unter  den  Begriff   Familienangehörige Ehegatten und minderjährige Kinder fallen, dass der Bruder des Beschwerdeführers somit nicht unter diesen Begriff  fällt, dass  über  die  Kernfamilie  hinausgehend  der  Familienbegriff  auch  die  Beziehungen zwischen allen nahen Verwandten, die  in der Familie eine  wesentliche Rolle spielen können, erfasst werden, dass  die  Strassburger  Organe  als  solchermassen  erweitertes  Familienleben  das  Verhältnis  zwischen  Grosseltern  und  ihren  Enkeln  beziehungsweise  Enkelinnen,  zwischen  Onkeln/Tanten  sowie  ihren  Nichten  und  Neffen  sowie  auch  zwischen  Geschwistern  anerkennen,  sofern eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den  Angehörigen  besteht  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/47  E.  4.1.1  S.  677  f.;  Caroni  Martina,  Schriften  zum  Europäischen  Recht,  Band  58,  Privat­  und 

E­6042/2011 Familienleben  zwischen Menschenrecht  und Migration, S.  25 und S.  35  mit  Hinweisen  auf  Urteile  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte, Strassburg), dass  allerdings  im  Verhältnis  zwischen  diesen  Verwandten  ausserhalb  der  Kernfamilie  die  Berufung  auf  den  Grundsatz  der  Familieneinheit  gemäss  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  −  nebst  einer nahen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung − grundsätzlich  ein  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  voraussetzt  (BVGE  2008/47  E. 4.1.1 S. 677 f.), dass  gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers  sein  Bruder  sein  Heimatland  im  Jahre  2003  verlassen  habe  (A6/10  Pt.  3.02)  und  der  Beschwerdeführer  seit  Oktober  2008  bis  am  25.  September  2011  in  Belgien lebte (A6/10 Pt. 5.02), dass  offenkundig  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  gegeben  sind,  die  auf  eine  tatsächlich  gelebte  Beziehung  beziehungsweise  ein  Abhängigkeitsverhältnis  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seinem  Bruder schliessen lassen würden, dass  aufgrund  dieser  Sachlage  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  das  BFM hätten veranlassen müssen, bezüglich des angeblichen Bruders des  Beschwerdeführers  weitere  Sachverhaltsabklärungen  vorzunehmen  und  dem Beschwerdeführer aus dem Verzicht auf zusätzliche diesbezügliche  Abklärungen auch offenkundig kein Rechtsnachteil erwachsen konnte, dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  bezüglich  einer  rechtskonformen  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst d AsylG vom BFM hinreichend erstellt  wurde, dass im Weiteren das Verwandtschaftsverhältnis des Beschwerdeführers  zum angeblichen Bruder nicht mit hinreichender Gewissheit ausgewiesen  ist, dass  zudem  festzustellen  ist,  dass  gemäss  dem  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Ausweis  die  als  Bruder  des  Beschwerdeführers  bezeichnete  Person  am  15.  Juli  1977  geboren  wurde  und  das  angegebene  Geburtsdatum  des  Beschwerdeführers  auf  den  2.  Februar  1978  lautet  und  demnach  zwischen  den  Geburten  der  Brüder  sechseinhalb  Monate  liegen  würden,  was  biologisch  als  eher  seltener  Tatbestand bezeichnet werden darf,

E­6042/2011 dass  weder  im  Zeitpunkt  des  Ergehens  der  angefochtenen  Verfügung  eine  Sachverhaltsbasis  gegeben  war,  die  einen  Selbsteintritt  des  BFM  nahegelegt  hätte,  noch  aufgrund  der  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe hierfür Gründe ersichtlich sind, dass  die Einwände  in  der Rechtsmitteleingabe  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  unbehelflich  sind  und  nichts  vorgebracht  wird,  das  gegen  die  Rechtsbeständigkeit der angefochtenen Verfügung sprechen könnte, dass  das  BFM  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Aufenthaltsbewilligung  oder  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  hat,  weshalb  die  verfügte  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  in Verfahren  nach Art. 34 Abs. 2  Bst. d  AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht  unter  dem Aspekt  von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG, SR 142.20)  stellt,  sondern vor  der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der Ausübung des Selbstein­ trittsrechts  (Art. 3 Dublin  II­VO)  oder  gegebenenfalls  – wenn  sich Fami­ lienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin­Mitgliedstaaten  befinden  und  zu­ sammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten  Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II­VO), dass das Selbsteintrittsrecht vorliegend, wie ausgeführt, offenkundig nicht  zur  Anwendung  gelangt,  und  dass  in  diesem Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug der Wegweisung nach Belgien zu Recht angeordnet hat, dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­ weisung zu bestätigen ist, dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Beschwerde  nicht  darzutun  ver­ mag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 

E­6042/2011 rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuwei­ sen  ist und bei dieser Sachlage der Antrag um Anordnung vorsorglicher  Massnahmen  sowie  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde gegenstandslos werden, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.−  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG)  und  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  abzuweisen  ist,  da  sich  die  Rechtsbegehren  als  aussichtslos erwiesen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6042/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.−  werden dem Beschwerdeführer auf­ erlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

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