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Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 E-5594/2011

11. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,391 Wörter·~7 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Verletzung Mitwirkungspflicht) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5594/2011 Urteil   v om   1 1 .   J a nua r   2012     Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;    Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis. Parteien A._______, geboren am (…), China (Volksrepublik), vertreten durch Linda Keller, Rechtsanwältin, Advokaturbüro  Bodenmann, Waisenhausstr. 17, Postfach, 9001 St. Gallen, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 30. September 2011 / N (…).

E­5594/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  China  am  15.  November 2010 mit einem authentischen Reisepasses mit Visum für die  Schweiz  über  den  Flughafen  Peking  verliess  und  über  Doha  am  17.  November 2010 nach Genf gelangte, dass  er  am  21.  November  2010  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachsuchte, dass  dort  am  30.  November  2011  die  summarische  Befragung  zur  Person,  zum  Reiseweg  und  zu  den  Asylgründen  stattfand  (Protokoll  in  den Vorakten: A1), dass  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  in  B._______  geboren  und  habe,  mit  einigen  Unterbrüchen  zu  Studiums­  und Weiterbildungszwecken, immer dort gelebt, dass er weiter ausführte, er sei (…), sei seit März 2008 Mitglied der Falun  Gong und nutze die Methoden dieser religiösen Bewegung (…), dass er am 1. September 2010 in C._______ festgenommen worden sei  und  ihm  die  Polizisten  vorgeworfen  hätten,  Propagandamaterial  an  Studenten verteilt zu haben, dass er diese Vorwürfe zurückgewiesen habe und die Polizisten bei der  späteren  Wohnungsdurchsuchung  glücklicherweise  nichts  gefunden  hätten, weil das Material im Haus eines Freundes versteckt gewesen sei, dass er zwar nicht geschlagen worden sei – man habe ja gewusst, dass  er (…) sei –, man ihm aber eröffnet habe, dass er verhaftet sei, dass er  das Recht bekommen habe,  seinen nächsten Angehörigen und  Freunden  Bescheid  zu  sagen,  und  er  einen  guten  Freund  kontaktiert  habe,  der  bei  der  C._______  Sicherheitsbehörde  arbeite,  welchem  es  gelungen sei, ihn gegen Kaution freizubekommen, dass die Polizisten  ihn  zur Vorsicht  gemahnt  und  ihm gesagt  hätten,  er  werde für mindestens 20 Jahre ins Gefängnis kommen, wenn er sich für  Falun Gong engagieren oder weiterhin Material verteilen werde,

E­5594/2011 dass  man  ihm  bei  der  Freilassung  auch  gesagt  habe,  man  werde  ihn  nach  eineinhalb  Monaten  wieder  kontaktieren,  um  von  ihm  Namen  der  Falun  Gong­Mitglieder  aus  C._______,  B._______  und  D._______  zu  erfahren,  dass der Beschwerdeführer acht Beweismittel zu den Akten reichte, dass  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung  das  rechtliche  Gehör  zum  Umstand  gewährt  wurde,  wonach  –  gestützt  auf  einen  entsprechenden  Eurodac­Treffer  vom  22.  Mai  2007 –  mutmasslich  Grossbritannien  für  die  Durchführung  seines  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens zuständig sei, dass  der  Beschwerdeführer  bestritt,  jemals  in Grossbritannien  gewesen  zu sein, dass  die  britischen  Behörden  ein  Ersuchen  der  schweizerischen  Behörden  um Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  vom  27.  Januar  2011  am  9.  Februar  2011  ablehnten  und  ausführten,  der  Beschwerdeführer  sei  am  (…)  aus  Grossbritannien  nach  China  zurückgeführt worden, dass das BFM den Beschwerdeführer am 16. Juni 2011 zur Anhörung zu  den  Asylgründen  (Art.  29  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31])  auf  den  24.  Juni  2011  im  EVZ  Kreuzlingen  vorlud  und  androhte,  bei  Nichterscheinen  werde  es  auf  sein  Asylgesuch  nicht  eintreten und ihn aus der Schweiz wegweisen, dass das Migrationsamt (…)  laut einer Aktennotiz am 23. Juni 2011 ans  BFM gelangte und nachfragte, ob der Beschwerdeführer am Tag darauf  zur  angesetzten  Anhörung  kommen müsse,  obwohl  er  sein  Asylgesuch  zurückziehen wolle, dass  das  Migrationsamt  dem  BFM  gleichzeitig  mitteilte,  der  Beschwerdeführer  sei  am  (…)  zur  chinesischen  Botschaft  nach  Bern  gereist,  um  sich  ein  Laissez­passer  ausstellen  zu  lassen,  weil  er  ins  Heimatland zurückkehren wolle, dass  der Beschwerdeführer  gemäss  einer Aktennotiz  am 24.  Juni  2011  nicht  zum  Anhörungstermin  erschien  und  Rückfragen  in  der  Asylunterkunft ergaben, dass man dem Beschwerdeführer dort mitgeteilt  habe, er müsse zu seinem Termin im EVZ Kreuzlingen erscheinen, 

E­5594/2011 dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. respektive  vom 29. Juni 2011 Gelegenheit gab, sich zu seinem Nichterscheinen am  Anhörungstermin vom 24. Juni 2011 zu äussern, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben  vom 7.  Juli  2011 mitteilte,  er  sei  am  (…)  auf  die  chinesische  Botschaft  nach  Bern  gereist,  um  einen  neuen Reisepass  zu  beantragen,  und  habe  sich  (…)  –  nach St. Gallen  begeben müssen, um seine Daten und persönlichen Details zu erfassen  und  der  Botschaft  weiterzuleiten,  weshalb  er  nicht  an  der  Anhörung  erschienen sei, dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  23.  August  2011 ein  zweites Mal – auf den 8. September 2011 –  zur Anhörung zu  den Asylgründen in das EVZ Kreuzlingen vorlud,  dass  es  androhte,  bei  Nichterscheinen  zur  Anhörung  ohne  entschuldbaren Grund werde es auf sein Asylgesuch nicht eintreten und  seine Wegweisung aus der Schweiz verfügen, dass  der  Beschwerdeführer  am  8.  September  2011  wiederum  unentschuldigt  nicht  zum  Anhörungstermin  erschien,  und  das  BFM  ihm  mit Schreiben vom gleichen Tag Gelegenheit zur Stellungnahme gab,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Schreiben  vom  15.  September  2011  ausführte,  er  sei  krank  gewesen  und  habe  ausserdem  erfahren,  dass  am  8.  September  2011  kein  chinesischer  Dolmetscher  zur  Verfügung  gestanden  hätte,  weshalb  er  es  nicht  für  notwendig  erachtet  habe, zum Anhörungstermin zu erscheinen, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  September  2011  –  eröffnet  am       3. Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das  Asylgesuch  nicht  eintrat,  seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und den Vollzug anordnete, dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Beschwerdeführer  sei bereits  im EVZ Kreuzlingen vom BFM über  seine  Mitwirkungspflicht  und  die  Folgen  einer  Verletzung  derselben  aufmerksam gemacht worden, sei zweimal den ordentlichen Vorladungen  zur Anhörung zu den Asylgründen nicht gefolgt, ohne dafür entschuldbare  Gründe  gehabt  zu  haben,  und  habe  dadurch  seine  Mitwirkungspflicht  schuldhaft in grober Weise verletzt,

E­5594/2011 dass keine Wegweisungsvollzugshindernisse erkennbar seien, zumal der  Beschwerdeführer  mit  der  groben  und  schuldhaften  Verletzung  seiner  Mitwirkungspflicht  sein  Desinteresse  an  der  Fortsetzung  des  Asylverfahrens  bekundet  habe  und  sich  solche  Hindernisse  auch  nicht  aus den Akten ergäben, dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  durch  sein  Nichterscheinen  bei  der  Anhörung  eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger  Wegweisungshindernisse  verunmöglicht  habe,  und  es  nicht  den  Behörden  obliege,  nach  allfälligen  Wegweisungsvollzugshindernissen  weiter zu forschen, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  10.  Oktober  2011  beim  Bun­  desverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  unter  anderem  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  vom  30.  September  2011  sei  aufzugeben und das BFM zu verpflichten, auf die Beschwerde (recte: das  Asylgesuch) einzutreten und sie (es) materiell zu beurteilen, dass  er  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  für  sein  Nichterscheinen  bei  den  Anhörungsterminen  habe  es  gute  Gründe  gegeben, dass  er  zur  Zeit  des  ersten  Termin  noch  gemeint  habe,  er  könne  ungefährdet  nach  China  zurückkehren,  aber  inzwischen  von  einer  Freundin  erfahren  habe,  dass  er  wegen  seiner  Zugehörigkeit  zu  Falun  Gong gesucht werde und im Übrigen in jüngster Zeit in China zahlreiche  Mitglieder  der  Falun  Gong­Bewegung  festgenommen  worden  seien,  wobei verschiedene während der Haft zu Tode gekommen seien, was die  zusammen mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel belegten, und  dass  er  zum  zweiten  Termin  nicht  erschienen  sei,  da  gemäss  seiner  Erkundigung kein chinesischer Dolmetscher anwesend sein werde, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts   die Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen  Prozessführung  und  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  mit  Zwischenverfügung  vom 25. Oktober  2011  abwies mit  der Begründung,  die  Beschwerde  erscheine  nach  einer  summarischen  Prüfung  der  aktuellen Aktenlage aussichtslos,  dass  er  gleichzeitig  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  bis  am  9.  November 2011 einen Vorschuss an die Verfahrenskosten von Fr. 600.− 

E­5594/2011 einzubezahlen,  und  dieser  den Kostenvorschuss  im  genannten Umfang  innert Frist leistete, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 ­ 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  das  Bundesverwaltungsgericht  – sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. BVGE E­6496/2009 vom 16. November 2011, E. 3 mit  Hinweis), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt,

E­5594/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  ihre  Mitwirkungspflicht  schuldhaft  auf andere Weise grob verletzen, dass  der  Beschwerdeführer  ohne  vorgängige  Entschuldigung  den  ordentlich  angesetzten  und  ihm  zur  Kenntnis  gebrachten  Anhörungstermin  nicht  wahrnahm,  nachdem  er  bereits  anlässlich  der  summarischen Befragung auf seine Mitwirkungspflicht und die negativen  Folgen von deren Verletzung aufmerksam gemacht worden war, dass  die  im  Rahmen  des  ihm  jeweils  gewährten  rechtlichen  Gehörs  vorgebrachten  Gründe  für  sein  Verhalten  offensichtlich  keine  entschuldbaren Gründe sind, dass,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann,  und der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelstufe nichts anderes vorbringt, dass  namentlich  die  Begründung  des  zweiten  Fernbleibens,  welches  Fehlverhalten  letztlich  zum  Nichteintretensentscheid  der  Vorinstanz  geführt  hat,  unbeachtlich  ist,  da  es  nicht  am Beschwerdeführer  liegt  zu  bestimmen,  unter  welchen  Rahmenbedingungen  er  einer  Vorladung  nachkommen möchte, dass  der Beschwerdeführer  zweifellos  den Tatbestand  der  schuldhaften  und groben Verletzung seiner Mitwirkungspflicht erfüllt, weshalb das BFM  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst.  c  AsylG  auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer 

E­5594/2011 solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung  im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM  zu  Recht  angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  demgegenüber  Hinweise  auf  blosse  Eventualitäten  und  vage  Möglichkeiten von Vollzugshindernissen nicht genügen, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht darauf verweist,  dass der Beschwerdeführer durch sein Nichterscheinen bei der Anhörung  eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger  Wegweisungshindernisse  verunmöglicht hat, dass  sich  im  Übrigen  aus  den  Akten  ergibt,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt,  als  er  laut  seinen  Angaben  (…)  B._______  gearbeitet  und  der  Falun  Gong­Bewegung  beigetreten  sein  will,  nachweislich  in  Grossbritannien  aufgehalten  hat,  was  seine  Glaubwürdigkeit erschüttert, zumal er seinen dortigen Aufenthalt leugnet, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

E­5594/2011 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, aus welchen zu  schliessen  wäre,  das  BFM  habe  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  Verletzung  dieser  Bestimmungen  als  zulässig  bezeichnet,  zumal  der  Beschwerdeführer mit seinen Kontakten zur chinesischen Botschaft in der  Schweiz  demonstriert  hat,  dass  er  keine  begründete  Furcht  vor  den  heimatlichen Behörden hat, dass  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25 Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom  4. Novem  ber  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  im  Heimatland  droht,  da  selbst  bei  Glaubhaftigkeit  seiner Angaben nicht  von einem ernsthaften  Interesse der chinesischen  Behörden  am  Beschwerdeführer  auszugehen  ist,  hätten  sie  ihn  sonst  kaum  aus  der  Haft  entlassen  und  später  auch  noch  mit  seinen  authentischen Papieren über den Flughafen Peking ausreisen lassen,  dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  auf  Rechtsmittelstufe,  er  habe  von  einer  Freundin  erfahren,  dass  er  in  China  gesucht  werde,  ebenso  wenig  wie  die  eingereichten  Beweismittel,  welche  ihn  nicht  persönlich  betreffen,  an  der  zutreffenden  Einschätzung  des  BFM  etwas  zu ändern vermögen,  dass  das  BFM  den  Vollzug  seiner Wegweisung mithin  zu Recht  als  im  Sinne von Art. 83 Abs. 3 AuG zulässig bezeichnet hat, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend zumutbar ist,

E­5594/2011 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  mit  dem  am  9. November  2011  einbezahlten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu  verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5594/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  am  9.  November  2011  einbezahlten  Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Stöckli Esther Karpathakis Versand:

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