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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 E-5319/2009

20. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,071 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Juli 2009 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5319/2009 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Markus König,    Gerichtsschreiberin Valerie Kaeser. Parteien A._______, geboren (…), und dessen Ehefrau   B._______, geboren (…), Irak,   beide vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 22. Juli 2009 / N (…) und Verfügung des BFM vom 22. Juli 2009 / N (…).

E­5319/2009 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliessen die aus der Autonomen Region  Kurdistan  stammenden  Beschwerdeführenden  den  Irak  am  1.  Oktober  2008  und  gelangten  am  25.  Oktober  2008  in  die  Schweiz,  wo  sie  am      26. Oktober 2008  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  (EVZ) Chiasso  um  Asyl  nachsuchten.  Am  12.  November  2008  wurden  sie  vom  BFM  summarisch befragt und am 3. Juni 2009 zu ihren Asylgründen angehört. B.  Zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  machten  die  Beschwerdeführenden  geltend,  sie  seien  seit  dem  Jahre  (…)  ein  Paar,  doch  hätten  die  Angehörigen  der  Beschwerdeführerin  diese  Beziehung  nicht  akzeptiert.  Die  Familie  des  Beschwerdeführers  habe  mehrere  Male  vergeblich  um  die  Hand  der  Beschwerdeführerin  angehalten.  Daraufhin  seien  sie  zu  seiner  (…)  nach  C._______  (…)  geflüchtet.  Alle  Versuche,  für  die  verfahrene  Situation  eine  Lösung  zu  finden,  seien  gescheitert.  Schliesslich  hätten  sie  erfahren,  dass  (…)  der  Beschwerdeführerin  sie  beide umbringen wollten, weshalb sie das Land verlassen hätten.  C.  Mit Verfügungen vom 22. Juli 2009 – eröffnet am 27. Juli 2009 – stellte  die  Vorinstanz  fest,  die  Beschwerdeführenden  würden  die  Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche ab, wies sie  aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug an.  Auf  die Begründung  der Verfügung wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  D.  Mit gemeinsamer Rechtsmitteleingabe an das Bundesverwaltungsgericht  vom 24. August 2009 beantragten die Beschwerdeführenden durch  ihre  Rechtsvertreterin in materieller Hinsicht die Aufhebung der vorinstanzlich­ en  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  infolge  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragten  sie  die  Vereinigung  der  beiden  Verfahren  und  die  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in  den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

E­5319/2009 E.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hielt  in  seiner  Verfügung  vom  1.  September  2009  fest,  die  Beschwerdeführenden  könnten  den  Ausgang  des Verfahrens in der Schweiz abwarten, vereinigte die beiden Verfahren,  wies  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  ab  und  verlangte  innert angesetzter Frist die Überweisung eines Kostenvorschusses in der  Höhe  von  Fr.  600.­.  Die  Beschwerdeführenden  erhielten  Gelegenheit,  sich zum Ergebnis der gerichtsinternen Dokumentenprüfung (Prüfung des  eingereichten Nationalitätenausweises) zu äussern.  F.  In  der  Folge  ersuchten  die  Beschwerdeführenden  selber  mit  Schreiben  vom 7. September  2009  (Eingang  beim Bundesverwaltungsgericht)  und         vom  17.  September  2009  (Poststempel)  bezüglich  des  einverlangten  Kostenvorschusses  um  Gewährung  einer  Fristerstreckung  beziehungsweise um Ratenzahlung. Das Bundesverwaltungsgericht wies  sie  mit  Schreiben  vom  21.  September  2009  darauf  hin,  dass  der  Schriftenwechsel  in Fällen,  in denen die Beschwerdeführenden vertreten  seien, ausschliesslich mit der bevollmächtigten Rechtsvertretung erfolge.  Ausserdem  machte  es  die  Beschwerdeführenden  darauf  aufmerksam,  dass  bei  ungenutzter  Frist  und  unveränderter  Sachlage  auf  die  Beschwerde nicht eingetreten werde.  G.  Die  Bezahlung  des  Kostenvorschusses  erfolgte  verspätet,  aber  das  Gericht trat trotzdem – entgegen seiner Ankündigung – versehentlich auf  die Beschwerde ein und führte das Verfahren fort.  H.  Mit Eingaben vom 9. Oktober 2009 und vom 11. Juni 2010  reichten die  Beschwerdeführenden das Originalschreiben eines (…), fünf Artikel über  den  Ehrenmord  und  die  Situation  der  Frauen  in  Kurdistan  sowie  drei  ärztliche Berichte des D._______ zu den Akten.  I.  In  seiner  Verfügung  vom  31.  August  2011  forderte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerdeführenden  auf,  bis  zum  16. September  2011  über  ihre  aktuellen  persönlichen  Verhältnisse  zu  orientieren.  Fristgerecht  gingen  in  der  Folge  ein  Schreiben  und  diverse 

E­5319/2009 Unterlagen, welche die gesundheitlichen und beruflichen Verhältnisse der  Beschwerdeführenden belegen, ein.  J.  Die  Vorinstanz  hielt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  30.  November  2011,  welche  den  Beschwerdeführenden  am  5.  Dezember  2011  zur  Replik  zugestellt  wurde,  vollumfänglich  an  der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Vom  Gericht  am  6.  Dezember  2011  innert  angesetzter  Frist  zur  Replik  eingeladen,  verzichteten diese auf eine Stellungnahme. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be­ schwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  ha­ben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  trotz  der  verspäteten  Überweisung  des  Kostenvorschusses  einzutreten,  da  das  Gericht  die 

E­5319/2009 fälschlicherweise an die Hand genommene Weiterführung des Verfahrens  zu verantworten hat. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.   Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Das BFM führte zur Begründung seiner angefochtenen Verfügungen  vom 22. Juli 2009 aus, die von den Beschwerdeführenden aufgrund ihrer  Liebesbeziehung  geltend  gemachten  Probleme  könnten  in  der  vorgebrachten  Art  und  Weise  nicht  geglaubt  werden.  Sie  hätten  diese  nicht  anschaulich  darzustellen  vermocht,  sondern  nur  stereotype  Angaben  gemacht.  So  hätten  sie  nicht  genau  erklären  können,  wie  sie  sich  kennen  und  lieben  gelernt  hätten.  Auch  die  Darstellung,  wie  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  die  Liebesbeziehung  herausgefunden  haben sollen, müsse als unsubstanziiert qualifiziert werden. Das gelte  in  gleicher Weise für die Besuche, als die Eltern des Beschwerdeführers um  die  Hand  der  Beschwerdeführerin  angehalten  hätten.  Ebenso  seien  die  Beschwerdeführenden nicht in der Lage gewesen, die Drohungen seitens 

E­5319/2009 der  Familie  der  Beschwerdeführerin  glaubhaft  wiederzugeben,  und  sie  hätten nichts unternommen, um diese zu verifizieren. Gesamthaft würden  sich  die  Aussagen  in  Bezug  auf  die  Probleme  mit  der  Familie  der  Beschwerdeführerin,  die  in  dieser  Form  ohne  weiteres  von  irgendjemandem  nacherzählt  werden  könnten,  in  Allgemeinplätzen  erschöpfen. Die Antworten der Beschwerdeführenden seien ohne Details  und  bloss  allgemeiner  Natur  gewesen. Weder  persönliche  Betroffenheit  noch subjektives Empfinden würden das Geschilderte untermauen.   Zusammenfassend  würden  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  den  Anforderungen  an  die  Glaubwürdigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten,  so  dass  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Demzufolge seien die Asylgesuche abzulehnen. Die Folge der Ablehnung  eines  Asylgesuchs  sei  gemäss  Art.  44  Abs.  1  AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen  würden,  könne  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nicht  angewandt  werden.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  demnach  zulässig,  zumutbar,  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar.  4.2. Die Beschwerdeführenden machten in ihrer Beschwerde vom 24. Au­ gust 2009  insbesondere geltend, die  Interpretation und Beurteilung  ihrer  Aussagen  durch  das  BFM  werde  als  sehr  schwach  bis  unzutreffend  eingeschätzt.  Sie  seien  (…)  und  im  Umgang  mit  den  Behörden  unerfahren.  Die  Anforderungen  des  Bundesamtes  an  die  detaillierte  Darlegung  der  Geschehnisse  seien  vielleicht  zu  hoch.  Aus  den  Vorbringen gehe klar hervor, weshalb die Familie der Beschwerdeführerin  nicht mit einer Heirat einverstanden gewesen sei. Der Beschwerdeführer  sei  ungebildet  sowie  arm  und  komme  aus  untergeordneten  Stammes­  und  Familienverhältnissen,  welche  nicht  an  den  Status  der  Familie  der  Beschwerdeführerin  herankämen.  Deshalb  wolle  deren  Familie  keine  Verbindung mit  der Familie  des Beschwerdeführers  eingehen. Sie  habe  erwartet,  dass  er  verschwinde,  aber  stattdessen  habe  er  die  Beschwerdeführerin  entführt. Damit  habe er  die Ehre und das Ansehen  ihrer  Familie  geschändet  und  er müsse  deshalb mit  dem  Tode  bestraft  werden. Es möge sein, dass die geltend gemachte Verfolgung nicht vom  Staat  ausgehe,  sondern  von  Privaten.  Im  Irak  stehe  aber  das  Stammesrecht  im Vordergrund und unabhängig  von der Schutzfähigkeit  und  Schutzbereitschaft  der  Behörden  habe  die  Blutrache  Vorrang,  weshalb eine Verfolgung durch Dritte als mittelbare Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  verstehen  sei.  Da  der  (…)  des  Wohnortes  des 

E­5319/2009 Beschwerdeführers über diese Geschehnisse  informiert  sei,  habe deren  Familie  von  ihm  eine  Bestätigung  eingeholt.  Sie  sei  in  Kopie  der  Beschwerde  beigelegt,  das  Original  werde  im  Verlaufe  des  Verfahrens  nachgereicht.  Die  gemachten  Angaben  vermöchten  den  Anforderungen  der  Glaubhaftmachung  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG  standzuhalten.  Eine  inländische  Fluchtalternative  gebe  es  nicht,  die  Beschwerdeführenden  hätten dies bereits versucht. Aus diesem Grunde sei ihnen gemäss Art. 3  AsylG Asyl zu gewähren. Im  Übrigen  würden  sich  in  den  überwiegend  kurdischen  Provinzen  im  Nordirak  die  Anzeichen  wachsender  Unzufriedenheit  mehren,  eine  allgemein  schlechte  Lage  habe  zur  Folge,  dass  sich  die  zwei  nationalistischen  Parteien,  die  KDP  (Kurdische  Demokratische  Partei)  und die PUK (Patriotische Union Kurdistans) immer unbeliebter machten.  Deshalb werde beantragt, den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar  zu erklären.  4.3. Vom Gericht zur Vernehmlassung aufgefordert,  führte das Bundesamt in  seiner  Stellungnahme  vom  30.  November  2011  aus,  die  Rüge  in  der  Beschwerdeschrift,  die  Vorinstanz  habe  ausser  Acht  gelassen,  dass  es  sich bei den Beschwerdeführenden um (…) handle, sei unzutreffend, sei  doch  der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Anhörung  (…)  gewesen.  Asylsuchende  gleich  welcher  Herkunft  und  Ausbildung  seien  erfahrungsgemäss  in  der  Lage,  mit  ihren  Worten  über  ihre  Erlebnisse,  Probleme  und  Emotionen  zu  berichten,  was  bei  den  Beschwerdeführenden  nicht  der  Fall  sei.  Im  Weiteren  müsse  das  auf  Beschwerdeebene  eingereichte  Schreiben  des  (…)  als  Gefälligkeitsschreiben  taxiert  werden,  und  auch  die  eingereichten  Situationsberichte seien nicht geeignet, die Vorbringen zu beweisen. An  der angefochtenen Verfügung werde vollumfänglich  festgehalten und es  werde die Abweisung der Beschwerde beantragt. 5. 5.1.  Wie bereits dargelegt (vorstehend E. 3.2.) muss, wer um Asyl nachsucht,  die  Flüchtlingseigenschaft  zumindest  glaubhaft  machen  (Art.  7  Abs.  1  AsylG).  Im Gegensatz zum strikten Beweis genügt es, wenn der Richter  das Vorhandensein der zu beweisenden Tatsache für wahrscheinlich hält,  selbst  wenn  er  noch  mit  der  Möglichkeit  rechnet,  dass  sie  sich  nicht  verwirklicht  haben  könnte  (vgl.  WALTER  KÄLIN,  Grundriss  des 

E­5319/2009 Asylverfahrens,  Basel  1990,  S.  302  f.).  Die  wahrheitsgemässe  Schilderung  einer  tatsächlichen  Verfolgung  ist  dabei  durch  Korrektheit,  Originalität,  hinreichende  Präzision  und  innere  Übereinstimmung  gekennzeichnet  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr.  28  S.  270).  Unglaubhaft  wird  eine  Schilderung  von  Erlebnissen  insbesondere  bei  wechselnden,  widersprüchlichen,  gesteigerten  oder  nachgeschobenen  Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine  Gesamtbeurteilung  aller  Elemente  (Übereinstimmung  bezüglich  des  wesentlichen  Sachverhaltes,  Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Angaben,  persönliche  Glaubwürdigkeit  etc.),  die  für  oder  gegen  den  Beschwerdeführer  sprechen.  Glaubhaft  ist  eine  Sachverhaltsdarstellung  nur, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung  reicht  es  demnach  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der  Vorbringen  zwar  möglich  ist,  aber  in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche oder  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachverhaltsdarstellung sprechen.  5.2. Vorweg ist festzuhalten, dass vorliegend eine Verfolgung durch Dritte  als mittelbare Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend gemacht wird  (vorstehend E. 4.2. und Beschwerde S. 4). Sowohl  der  Beschwerdeführer  als  auch  die  Beschwerdeführerin  waren  nicht  in der Lage, detaillierte Angaben darüber zu machen, wie sie sich  kennengelernt haben. Selbst als die Beschwerdeführenden ausdrücklich  darauf hingewiesen worden sind, sie könnten frei erzählen, beschränkten  sich  die  Aussagen  nur  auf  das  Allernötigste,  auf  Angaben,  die  jeder  unbeteiligte Dritte so auch hätte machen können (vgl. Anhörungsprotokoll  A._______  A10/14  F75  ff.  und  Anhörungsprotokoll  B._______  A13/15  F69 ff.).  Der  Vorinstanz  ist  zuzustimmen,  wenn  sie  die  diesbezüglichen  Ausführungen  der  Beschwerdeführenden  als  stereotyp  und  detailarm  qualifizierte. Auf die Frage, weshalb die Beschwerdeführenden nicht versuchte hätten,  ihre  Liebesbeziehung  zu  verheimlichen,  antwortete  die  Beschwerdeführerin, sie hätte sich das auch gewünscht, aber sie sei so  oft  mit  dem  Beschwerdeführer  (…)  gewesen,  dass  ihre  Angehörigen  davon  erfahren  hätten.  Dies  entbehrt  jeglicher  Logik,  war  die  Beschwerdeführerin doch eigenen Angaben zufolge im Besitz eines (…),  dessen unbeobachtete Benutzung ein Bekanntwerden der gegenseitigen  Kontaktnahmen verunmöglicht hätte  (vgl. Anhörungsprotokoll B._______ 

E­5319/2009 A13/15  F87  f.  und  F91  f).  Auch  die  auf  Nachfrage  hin  abgegebene  Erklärung,  manchmal  habe  sie  (…),  ist  angesichts  des  Risikos,  dabei  ertappt zu werden, nicht glaubhaft. Des  weiteren  ist  nicht  nachvollziehbar,  dass  Angehörige  der  Beschwerdeführerin  gedroht  hätten,  das  Paar  umzubringen  (vgl.  Anhörungsprotokoll  B._______ A13/15  F108),  es  jedoch  beim nächsten  Zusammentreffen  der  beiden  Familien  nach  der  Entführung  der  Beschwerdeführerin  keinerlei  Streit  gegeben  haben  soll.  Die  Aussage,  ihre Familie habe die Eltern des Beschwerdeführers aufgesucht, um sich  zu  erkundigen,  wo  sich  das  Paar  aufhalte,  und  es  sei  dabei  zu  keiner  Auseinandersetzung  gekommen,  kann  nicht  überzeugen,  wären  doch  nach dem Vorgefallenen zumindest Wortgefechte zu erwarten gewesen.  5.3. Zwar stimmen die Vorbringen der Beschwerdeführenden in mehreren   Punkten  (im Grossen  und Ganzen)  überein,  dies  aber  auf  eine Art  und  Weise,  die  auffällt,  und  zwar  wegen  ihrer  Knappheit.  Sie  wirken  insgesamt  konstruiert  und  das  Verhalten  abgesprochen.  Mit  der  Vorinstanz ist einigzugehen, dass sie – vor allem – jenen Detailreichtum,  welcher bei emotionalen Themen wie etwa einem drohenden Ehrenmord  zu  erwarten  wäre,  vermissen  lassen.  Die  Ausführungen  vermitteln  den  Eindruck, als seien sie einstudiert. Dass es zwischen den Familien zum  Streit  gekommen  sein  kann,  wird  auch  vom  Gericht  nicht  in  Zweifel  gezogen,  die  vorgebrachten  Weiterungen  dagegen  –  Todesdrohungen  beziehungsweise  Risiko  eines  Ehrenmordes  –  können  aufgrund  des  Verhaltens  und  der Aussagen  der Beschwerdeführenden  nicht  geglaubt  werden.  An  dieser  Stelle  ist  auch  klarzustellen,  dass  entgegen  den  Ausführungen  in  der  Beschwerde  (vgl.  S.  4  oben)  gemäss  den  vorliegenden  Akten  nicht  von  einer  Entführung  der  Beschwerdeführerin  durch  den  Beschwerdeführer  gesprochen  werden  kann,  vielmehr  ergibt  sich,  dass  diese,  wofern  sich  das  Ganze  tatsächlich  wie  angegeben  abgespielt hat, aus freien Stücken mit ihm nach C._______ gegangen ist. 5.4. Die Frage, ob das Stammesrecht im Norden des Irak jene dominante  Rolle  spielt,  wie  in  der  Beschwerde  behauptet  wird,  kann  im  Übrigen  offenbleiben,  auch  wenn  daraus  eine  Verfolgung  durch  Dritte  als  mittelbare  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  abgeleitet  wird  (vgl.  Beschwerde     S.  4).  Einzig  ist  diesbezüglich  anzumerken,  dass  die  Schutzfähigkeit  und   ­bereitschaft  der  zuständigen Behörden  vorliegend  gar  nicht  zum Tragen  kommen  konnte  und  jedenfalls  nicht  so  pauschal  wie  behauptet  verneint  werden  kann,  gaben  die  Beschwerdeführenden 

E­5319/2009 doch an, sich nicht an diese gewandt zu haben (vgl. Anhörungsprotokoll  A._______  F106  –  F108  und  Anhörungsprotokoll  B._______  F121 –  F123).  Denn  das  Gericht  kommt  zum  Schluss,  dass  wohl  schwergewichtig  andere  Gründe  als  die  angegebenen  die  Beschwerdeführenden  zum  Verlassen  des  Heimatstaates  veranlasst  haben. So geht es mit den Ausführungen  in der Beschwerde  (vgl. S. 4)  einig,  dass  die  allgemeine  Lage  in  den  kurdischen  Provinzen  des  Nordirak  schwierig  ist,  und  nach  seinen  Kenntnissen  macht  die  Perspektivlosigkeit vielen und vor allem jüngeren Bewohnern zu schaffen.  Davon  ist  aber  ein  grosser  Teil  der  Bevölkerung  betroffen,  und  asylrelevant ist diese Situation nicht.    5.5.  Es  ist  ohne  weiteren  Begründungsaufwand  mit  der  Vorinstanz  zu  schliessen,  dass  die  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  genügen. Das BFM hat die Asylgesuche somit zu Recht abgelehnt.  6. 6.1.  Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7. 7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 7.2.  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

E­5319/2009 WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.3. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.4. Das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  schützt  nur  Personen,  die  die Flüchtlingseigenschaft  erfüllen. Da es den Beschwer­ deführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  der  in  Art. 5  AsylG  verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den Irak ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen­ den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer  Ausschaffung  in  den  Irak  dort mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 

E­5319/2009 (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine Menschenrechtssituation  im  Irak  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.5.  7.5.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5.2.  Die  Beschwerdeführenden  geben  an,  sie  hätten  bis  zu  ihrer  Ausreise  in  C._______  bei  einer  (…)  des  Beschwerdeführers  gewohnt,  zuvor  hätten  sie  beide  in  der Provinz E._______  gelebt. Dorthin  ist  der  Wegweisungsvollzug  grundsätzlich  zumutbar,  da  in  dieser  Provinz  gemäss  den  Erkenntnissen  des Gerichts  aufgrund  der  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  (vgl.  dazu BVGE 2008/5 und BVGE 2008/12) und das Gericht davon ausgeht,  dass  zumindest  die  Familie  des  Beschwerdeführers  ihnen  bei  einer  Rückkehr behilflich sein kann, eine neue Existenz aufzubauen. 7.5.3. Auch sind keine individuellen Gründe ersichtlich, welche gegen die  Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen könnten.  Bezüglich  der  vorgebrachten  gesundheitlichen  Probleme,  auf  die  nachstehend  näher  eingegangen  wird,  ist  in  grundsätzlicher  Hinsicht  darauf  hinzuweisen,  dass  nach  der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  Rahmen  der  Tatbestandsvariante  der  medizinischen  Notlage  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geschlossen  werden  kann,  wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur  Verfügung  steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt,  wobei  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringende  medizinische  Behandlung  erachtet  wird,  welche  zur 

E­5319/2009 Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist.  Unzumutbarkeit  liegt  jedenfalls  dann  noch  nicht  vor,  wenn  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine  nicht  dem  schweizerischen  Standard  entsprechende  medizinische  Behandlung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2009    Nr. 2 E. 9.3.2, mit einem Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und 5b). Von  einer  medizinischen  Notlage  im  erwähnten  Sinn  kann  vorliegend  nicht die Rede sein. Zwar wird in der ärztlichen Bestätigung von Dr. med.                F._______,  (…),  vom  (…)  einerseits  festgehalten,  beim  Paar  würden  keine  gravierenden  Gesundheitsprobleme  vorliegen,  anderseits  aber  angegeben, das (…) beziehungsweise dessen Verlaufskontrolle stelle ein  gewichtiges gesundheitsbezogenes Argument für einen weiteren Verbleib  der  beiden  Personen  in  der  Schweiz  dar.  Diesbezüglich  und  ebenso  hinsichtlich der (…) der Beschwerdeführerin ist es Sache der Vorinstanz,  sich  im  weiten  zeitlichen  Vorfeld  des  Wegweisungsvollzug  über  den  aktuellen  Gesundheitszustand  und  die  Transportfähigkeit  der  Beschwerdeführenden ins Bild zu setzen.  Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als  zumutbar. 7.6.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Beschwerdefüh­renden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 

E­5319/2009 insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]).  Sie werden mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss von         Fr. 600.­ verrechnet und sind damit  gedeckt. (Dispositiv nächste Seite)

E­5319/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet  und sind damit gedeckt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  G._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Valerie Kaeser Versand:

E-5319/2009 — Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 E-5319/2009 — Swissrulings