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Bundesverwaltungsgericht 22.09.2011 E-5075/2011

22. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,138 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5075/2011 Urteil   v om   2 2 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser. Parteien A._______, geboren am (…), Serbien,   vertreten durch Annelise Gerber, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung  des BFM vom 7. September 2011 / N (…).

E­5075/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  serbischer  Staatsangehöriger  und  Angehöriger der ethnischen Minderheit der Roma mit letztem Wohnsitz in  B._______  (Republik  Serbien)  seine  Heimat  Anfang  August  2011  mit  einem Bus nach Zürich verliess und am 15. August 2011  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ) C._______, ohne Einreichung von Reise­  oder Identitätspapieren, um Asyl nachsuchte,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Kurzbefragung  im  EVZ  vom  26.  August 2011 und der Anhörung vom 7. September 2011 zur Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  seine  Heimat verlassen, weil er Probleme mit den Serben gehabt habe,  dass  sie  2004  sein Haus  angezündet  hätten  und  dabei  sein Vater  ums  Leben gekommen sei, dass er  seitdem mit  seinem  (...)  (mit  dem er  in die Schweiz gekommen  ist) und seiner Grossmutter gewohnt habe,  dass er immer wieder von den Serben geschlagen worden sei, vor einem  Jahr auf den Kopf, so dass er jetzt eine Narbe habe,  dass  vor  zwei  oder  drei  Monaten  einige  Personen  zu  seinem  (...)  eingedrungen seien, nachdem sie die Tür und das Fenster eingebrochen  und beide geschlagen hätten,  dass  ihnen  die  Polizei  nicht  geholfen  habe,  weil  weder  der  Beschwerdeführer  noch  sein  (...)  Beweise  für  ihre  erlittenen  Nachteile  hätten erbringen können,  dass er wegen der Serben nicht habe  in die Schule gehen können und  nun in der Schweiz etwas lernen wolle,  dass er zur Stützung seiner Vorbringen zwei Fotokopien eines zerstörten  Hauses zu den Akten reichte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  7.  September  2011  –  gleichentags  eröffnet  (vgl.  Art.  13  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete,

E­5075/2011 dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundesrat  habe Serbien mit Beschluss  vom 6. März  2009 als  verfolgungssicheren  Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet,  weshalb  das  BFM  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eintrete, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung, dass vorliegend keine derartigen Hinweise ersichtlich seien, dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  überzeugten,  da  sie  äusserst widersprüchlich und unsubstanziiert seien,  dass  er  nicht  habe  angeben  können,  welche  Männer  jeweils  zu  ihnen  gekommen seien und lediglich erklärt habe, es seien "Serben" gewesen,  deren Namen er nicht kenne,  dass  er  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei  darzulegen,  weshalb  genau  diejenigen  Serben,  die  seinen  Vater  umgebracht  hätten,  sieben  Jahre  später den Beschwerdeführer und seinen (...) hätten malträtieren sollen,  dass  sich  die  Lage  der  ethnischen  Minderheiten  in  Serbien  entspannt  habe,  die  Roma  als  ethnische  Minderheit  anerkannt  worden  seien  und  den Schutz des Minderheitengesetzes genössen, dass  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  Roma  nicht  ausgeschlossen  werden  könnten,  Übergriffe  durch  Drittpersonen  aber Straftaten darstellten, die verfolgt würden, dass bei Untätigbleiben von Behördenvertretern die Möglichkeit bestehe,  die Rechte bei höheren Instanzen einzufordern, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14.  September  2011  (vorerst  per  Telefax)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  dabei  beantragen  liess, auf das Asylgesuch vom 15. August 2011 sei einzutreten, es sei die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  als  Folge  davon  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen, gegebenenfalls sei das Dossier zur Neubeurteilung an das  BFM zurückzugeben,  dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege ersuchte, 

E­5075/2011 dass  mit  Instruktionsverfügung  vom  15.  September  2011  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Eingang  der  Beschwerde  bestätigte  und  verfügte, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der  Schweiz abwarten dürfe,  dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und  – soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

E­5075/2011 dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten  nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung)  nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung  (Art. 34  Abs. 1 AsylG), dass  es  genügt,  wenn  nicht  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  erkennbare  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  damit  geprüft  werden  muss, ob die Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt  ist  (vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 5.1 S. 248 f. und EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c  S. 35 f., je mit weiteren Hinweisen), dass das BFM in der Verfügung vom 7. September 2011 ausführlich und  zutreffend dargelegt hat, dass keine derartigen Hinweise auf Verfolgung  vorliegen,  zumal  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  die  vorgebrachten Übergriffe beziehungsweise Drohungen von Drittpersonen  glaubhaft zu machen, dass  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  vorstehende  Zusammenfassung  dieser  Erwägungen  und  auf  die  angefochtene  Verfügung zu verweisen ist, 

E­5075/2011 dass  auch  auf  Beschwerdeebene  keine  konkreten  und  stichhaltigen  Erklärungen  für  die  widersprüchlichen  und  unsubstanziierten  Aussagen  im  erstinstanzlichen  Verfahren  vorgebracht  und  damit  die  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt der Verfolgungsvorbringen nicht ausgeräumt werden,  dass  insbesondere  die  allgemeinen,  undifferenzierten  und  äusserst  dürftigen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  über  dessen  Peiniger  (Serben,  Nachbarn  und  die  Polizei…  [vgl.  A9/8,  Antworten  16,  17,  19,  20]),  darauf  hindeuten,  dass  der  Beschwerdeführer  das  Erzählte  nicht  selbst erlebt hat,  dass  die  eingereichten  Berichte  der  UNNews  vom  17.  Mai  2011  und  14. Juni  2011  nicht  geeignet  sind,  an  den  vorinstanzlichen Erwägungen  etwas zu ändern,  zumal  sie sich nicht auf den Beschwerdeführer  selbst  beziehen, sondern darin vielmehr allgemein über die Diskriminierung und  fehlende  Integration  der  Roma  in  Serbien  sowie  in  den  Ländern  der  Europäischen Union referiert wird,  dass im Übrigen den Ausführungen der Vorinstanz zur Verbesserung der  Lage der ethnischen Minderheiten im Zuge des demokratischen Wandels  in Serbien beizupflichten ist,  dass  somit  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine  unmittelbar  gegen  den  Beschwerdeführer  gerichtete  Verfolgung  ersichtlich  sind,  weshalb  das  BFM  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 1  AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,  dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9,  EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu  Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]),

E­5075/2011 dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen  und  somit  die  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  umzustossen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­ Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihm  im  Heimat­  oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

E­5075/2011 dass  angesichts  der  heutigen  Lage  in Serbien  nicht  von  einer Situation  allgemeiner Gewalt  oder  kriegerischen  respektive  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen gesprochen werden kann, dass  zwar  –  wie  von  der  Vorinstanz  bereits  erwähnt  –  Übergriffe  von  Privatpersonen  auf  Angehörige  der  Roma  und  teilweise  behördliche  Schikanen  sowie  Diskriminierungen  nicht  ausgeschlossen  werden  können, indessen diese im Allgemeinen nicht ein Ausmass erreichen, das  den Wegweisungsvollzug in jedem Fall als unzumutbar erscheinen liesse, dass  somit  die  Rückkehr  des  zur  Volksgruppe  der  Roma  zugehörigen  Beschwerdeführers nach Serbien grundsätzlich zumutbar ist, dass  auch  keine  individuellen  Gründe  ersichtlich  sind,  welche  die  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden, da sich in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden,  er  würde  aus  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten, dass  er  zwar  angab,  ein  Analphabet  zu  sein,  er  jedoch  von  (…)  gesicherte Existenz führen konnte, dass in B._______ noch seine Grossmutter in einem Haus wohnt, wohin  er zurückkehren kann und zudem in der Gemeinde die Roma mit 25% die  grösste Minderheit  bilden, womit  davon auszugehen  ist,  dass  dort  noch  andere Verwandte leben,  dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  in  Serbien  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung  vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung  gültiger  Reisepapiere,  falls  er  diese  tatsächlich  nicht mehr  haben  sollte  (vgl.  A5/8  S  3),  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch  BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,

E­5075/2011 dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 VwVG) nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5075/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr.   600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser Versand:

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