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Bundesverwaltungsgericht 25.08.2011 E-4419/2011

25. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,290 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4419/2011 Urteil   v om   2 5 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;  Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, Geburtsdatum unbekannt, Sri Lanka,  p.A Schweizerische Botschaft Colombo, Sri Lanka, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz Gegenstand Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland;  Verfügung des BFM vom 30. Juni 2011 / N (…).

E­4419/2011 Sachverhalt: A.  Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  24.  August  2009  an  die  Schweizerische Botschaft  in Colombo  suchte  der Beschwerdeführer  um  Asyl in der Schweiz nach. Zur Begründung führte er aus, er stamme aus  B._______  (Jaffna).  Am  2.  Juni  2001  sei  er  von  den  srilankischen  Sicherheitskräften  verhaftet  worden.  Er  sei  terroristischer  Aktivitäten  verdächtigt  worden.  Nach  seiner  Freilassung  im Oktober  2002  habe  er  sich regelmässig im Armeecamp zur Unterschrift melden müssen. Am 2.  März  2008  sei  er  um  Mitternacht  von  den  Sicherheitskräften  zuhause  festgenommen  worden.  Mit  verbundenen  Augen  und  an  den  Händen  sowie den Füssen gefesselt sei er in deren Camp gebracht worden, wo er  befragt und misshandelt worden sei. Seine Familie und seine Nachbarn  hätten  sich  umgehend  bei  der  Armee  beschwert,  worauf  er  bereits  am  folgenden Tag wieder  freigelassen worden sei. Am 10. September 2008  sei  er  erneut  zuhause  von  der  Armee  verhaftet  worden.  Dieses  Mal  hätten seine Verwandten und die Nachbarn sofort zu schreien begonnen,  worauf  die Soldaten  von  ihrem Vorhaben abgesehen hätten. Aus Angst  vor einer weiteren Mitnahme durch die Sicherheitskräfte, habe er  in der  Folge nicht mehr zuhause übernachtet. Er vermute, dass die Festnahmen  mit  seinen  Schwestern  in  Zusammenhang  stehen  würden.  Diese  seien  seinerzeit in C._______ (Vanni Gebiet) verhaftet worden. Eine Schwester  werde  im  D._______  als  politische  Gefangene  festgehalten,  von  der  anderen wisse die Familie nicht, ob sie noch am Leben sei.  B.  Mit  Schreiben  vom  10.  September  2009  forderte  die  Botschaft  den  Beschwerdeführer – sofern er am Gesuch  festhalte – auf,  verschiedene  Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen  beziehungsweise zu bezeichnen. C.  Innert  der  angesetzten  Frist  reichte  der  Beschwerdeführer  am  25.  September 2009 seine Antwort ein. Dabei wiederholte er seine bisherigen  Ausführungen.  D.  Am  8.  Oktober  2010  überwies  die  Botschaft  das  Dossier  des  Beschwerdeführers  dem  BFM  zur  weiteren  Bearbeitung  und  zum  Entscheid.  Im  Begleitschreiben  führte  die  Schweizer  Vertretung  aus,  infolge  knapper  Personalressourcen  sei  es  ihr  nicht  möglich,  jeden 

E­4419/2011 Asylsuchenden  zu  befragen.  Aufgrund  der  vorliegenden  Unterlagen  werde  auf  eine  Anhörung  verzichtet,  da  der  Beschwerdeführer  keine  ernsthaften  Bedrohungen  während  des  vergangenen  letzten  Jahres  geltend  mache.  Zudem  habe  er  keine  Dokumente  eingereicht,  welche  seine Aussagen belegen würden. E.  Mit Schreiben vom 10. März 2011 teilte das BFM dem Beschwerdeführer  mit,  aufgrund  der  Aktenlage  erachte  es  den  Sachverhalt  als  erstellt,  mithin  bedürfe  es  keiner  Befragung.  Sodann  setzte  es  dem  Beschwerdeführer  Frist  zu  Einreichung  einer  Stellungnahme  bezüglich  seiner  aktuellen  Situation  sowie  dem  sich  abzeichnenden  negativen  Entscheid. F.  Innert der angesetzten Frist antwortete der Beschwerdeführer am 5. April  2011 und führte aus, er müsse sich nach wie vor wöchentlich beim Civil  Affairs  Office  in  E._______  zur  Unterschrift  melden.  Eine  seiner  Schwestern  sei  immer  noch  im  F._______  inhaftiert,  von  der  anderen  Schwester habe die Familie weiterhin keine Nachricht. Sodann hätten  in  der  Nacht  vom  9. März  2011  drei  unbekannte  Personen  zuhause  nach  ihm gesucht. G.  Mit  Verfügung  vom  30.  Juni  2011  verweigerte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch  ab.  H.  Mit Eingabe vom 28. Juli 2011 an die Schweizerische Botschaft (Eingang:  3. August 2011) zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts beantragt der  Beschwerdeführer  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung. Die Beschwerde ging am 14. August 2011 beim Gericht ein.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

E­4419/2011 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 2.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt,  hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf  die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  ist somit einzutreten  (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1  und Art. 52 VwVG). 3.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4.  4.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine  solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5.  5.1. Der Beschwerdeführer macht vorweg geltend, er sei zu Unrecht nicht  persönlich  angehört  worden,  mithin  habe  das  BFM  ihm  das  rechtliche 

E­4419/2011 Gehör  nicht  hinreichend  gewährt  und  insoweit  den  rechtserheblichen  Sachverhalt nicht richtig festgestellt.  5.2. Gemäss  Art.  19  AsylG  kann  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer  schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht  an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische  Vertretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10 Abs.  1  der Asylverordnung  1  vom 11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV  1). 5.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  im  Urteil  BVGE  2007/30  erkannt,  dass  sich  die  Unmöglichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder  aus  bei  der  asylsuchenden  Person  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben  kann  (vgl.  BVGE,  a.a.O.,  E.  5.2  f.).  Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung und der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient  (vgl. BVGE, a.a.O., E.  5.5),  ist  die asylsuchende Person bei  gegebener  Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht in  einem individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten;  wobei  ein  standardisiertes  Schreiben diesen Anforderungen  in der Regel nicht zu genügen vermag  (vgl.  BVGE,  a.a.O.,  E.  5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls  immerhin  im  Sinn  des  rechtlichen  Gehörs  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  einem  abzusehenden  negativen  Entscheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (vgl.  BVGE,  a.a.O.,  E.  5.7).  Schliesslich  ist  das  Bundesamt  in  jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung in  der Verfügung über das Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE, a.a.O., E.  5.6 sowie 5.7). 5.4. Den Akten  ist  zu entnehmen, dass die Schweizerische Botschaft  in  Colombo den Beschwerdeführer nicht zu seinen Asylgründen befragt hat.  Sie  hat  ihn  –  nach  Eingang  seines  Asylgesuchs  –  mittels  eines  standardisierten  Schreibens  vom  10.  September  2009  aufgefordert, 

E­4419/2011 detaillierte  Angaben  zu  seinem  Asylgesuch  zu  machen  und  entsprechende  Beweismittel  zu  bezeichnen  beziehungsweise  einzureichen.  Dieser  Aufforderung  ist  der  Beschwerdeführer  mit  der  Eingabe vom 25. September 2009 nachgekommen. In seinem Schreiben  nahm  der  Beschwerdeführer  indes  nicht  Stellung  zu  den  ihm  unterbreiteten  Fragen,  sondern  wiederholte  seine  Ausführungen  in  der  Eingabe  vom 24. August  2009 wörtlich.  Bei  dieser Sachlage  durfte  das  BFM  ohne  weiteres  davon  ausgehen,  dass  die  für  die  Beurteilung  des  Gesuchs  notwendigen  Angaben  vorliegen,  namentlich  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  sowie  die  Gründe  für  die  Einreichung  des  Asylgesuchs.  Sodann  hat  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  vor  Erlass  seines  Entscheides,  entsprechend  der  im  BVGE  2007/30  festgelegten  Vorgehensweise,  mit  Zwischenverfügung  vom  10.  März  2011  die  Möglichkeit  gewährt,  sich  zu  seiner  aktuellen  Situation  sowie  dem  sich  abzeichnenden  negativen  Entscheid  zu  äussern.  Ferner  hat  es  in  der  angefochtenen  Verfügung  dargelegt,  aus welchen Gründen  es  auf  eine  Anhörung  verzichtet  habe.  Das  BFM  hat  somit  mit  seiner  Vorgehensweise  den  verfahrensrechtlichen  Anforderungen  Genüge  getan. 6.  6.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 6.2. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn  die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann.  Vorbringen sind glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 

E­4419/2011 Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs.  2  AsylG). 6.3.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15  E. 2.e.­g.;  die  dort  akzentuierte  Praxis  hat  nach  bloss  redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes  nach wie vor Gültigkeit). 7.  7.1.  Das  BFM  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz und  lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung  führte es aus,  angesichts  der  beiden  Festnahmen  und  den  damit  in  der  Folge  verbundenen  Schwierigkeiten  habe  es  Verständnis  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer um seine Sicherheit fürchte. Gemäss ständiger Praxis  der  Schweizer  Asylbehörden  könne  eine  Einreisebewilligung  aber  nur  erteilt  werden,  wenn  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  von  einer  akuten  Gefährdung  der  asylsuchenden  Person  bei  einem  weiteren  Verbleib  im  Heimatland  ausgegangen  werden  könne.  Der  Beschwerdeführer verfüge nicht über ein ausreichendes politisches Profil,  welches  zum  jetzigen  Zeitpunkt  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  zu  einreiserelevanten  Schwierigkeiten  führen  könnte.  Beide  Inhaftierungen  würden  mehrere  Jahre  zurückliegen  und  seien  mit  der  jeweiligen  Freilassung  beendet  worden.  Die  Schikanen,  denen  der  Beschwerdeführer  ausgesetzt  sei,  namentlich  das  regelmässige  Leisten  der  Unterschrift,  seien  bedauerlich.  Derartige  Massnahmen,  welche  im  Zusammenhang  mit  der  allgemeinen  Bekämpfung  des  Terrorismus  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  gestanden  hätten,  komme  jedoch  bereits  aufgrund  fehlender  Intensität  kein  Verfolgungscharakter  zu.  Hinzu  komme,  dass  die  Inhaftierungen  vor  dem  Hintergrund  der  damaligen Bürgerkriegssituation zu beurteilen seien. Heute stelle sich die  Situation mit der Beendigung des Bürgerkrieges anders dar. Ferner führe  allein die Tatsache, dass zwei Schwestern verhaftet worden seien, nicht 

E­4419/2011 dazu,  dass  der  Beschwerdeführer  selbst  eine  Gefahr  für  den  srilankischen  Staat  darstelle  und  deshalb  mit  Verfolgung  zur  rechnen  habe. Würde er tatsächlich ernsthaft verdächtigt, wäre er seit März 2008  erneut  verhaftet  worden.  Was  schliesslich  das  Vorsprechen  von  drei  Unbekannten  anbelange,  so  habe  seit  Kriegsende  der  Einfluss  bewaffneter  Gruppierungen  abgenommen.  Solche  Verfolgungsmassnahmen seitens Dritter würden vom srilankischen Staat  geahndet, mithin habe der Beschwerdeführer die Möglichkeit, sich an die  lokal zuständigen Instanzen zu wenden und um Schutz zu ersuchen.  7.2. In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, das  BFM schätze die Lage in Sri Lanka unzutreffend ein. Es komme nach wie  vor zu Entführungen und Tötungen. Er lebe in grosser Angst.  7.3.  Das  BFM  hat  betreffend  der  geltend  gemachten  Inhaftierung  im  Jahre  2001  sowie  der  Kurzfestnahme  im  Jahre  2008  zu  Recht  festgestellt,  dass  diesbezüglich  der  Kausalzusammenhang  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  nicht  mehr  gegeben  war.  Sodann  ist  mit  der  Vorinstanz  festzuhalten,  dass  die  Behelligungen  seit  2008  einerseits  im  Zusammenhang  mit  der  damaligen  Bürgerkriegssituation  gestanden  haben,  ihnen  andererseits  die  erforderliche  Verfolgungsintensität  fehlt,  um asylrechtlich beachtlich zu sein.  Weiter  ist  festzustellen,  dass  sich  entgegen  der  vom Beschwerdeführer  vertretenen Ansicht die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka seit Mitte  2009 sukzessive verbessert hat. Die Tamilen können sich im Land freier  bewegen,  es  wurden  wichtige  Verbindungswege  wieder  dem  Verkehr  übergeben und das  restriktive Passsystem  für Aus­  und Einreisen nach  Jaffna  wurde  abgeschafft.  Vor  diesem  Hintergrund  und  insbesondere  aufgrund  der  Tatsache,  dass  dem  Beschwerdeführer  seit  seiner  Entlassung im März 2008, mithin seit über drei Jahren nichts Nachteiliges  im Sinne von Art. 3 AsylG widerfahren ist, ist davon auszugehen, dass er  in seiner Heimatregion keine asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen zu  befürchten hat. Sodann genügt allein die Angst vor einer allfällig künftig  möglichen  Bedrohung  nicht,  um  auf  das  Vorliegen  einer  begründeten  Furcht vor künftiger Verfolgung zu schliessen.  Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  mit  dem  sinngemässen  Bekräftigen  seiner  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  substantiiert darzutun, inwiefern das BFM zu Unrecht geschlossen habe,  er  sei  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes.  Um 

E­4419/2011 Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden  Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 7.4. Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle und  unmittelbare  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  beziehungsweise  konkrete Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung  und  eine  damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzutun.  Ein  weiterer Verbleib im Heimatland ist ihm deshalb zumutbar. Das BFM hat  demnach  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt. 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist daher abzuweisen. 9.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63  Abs. 1  in  fine  VwVG  und  Art.  2  und  6  Bst.  b  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

E­4419/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  Schweizerische Botschaft in Colombo. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Kurt Gysi Barbara Balmelli Versand:

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