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Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 E-4146/2011

27. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,154 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4146/2011 Urteil   v om   2 7 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren (…), Tunesien,   vertreten durch René Bussien, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011 / N _______.

E­4146/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer  am 14. März  2011  in  der Schweiz  um Asyl  nachsuchte, dass  vom  BFM  aufgrund  entsprechender  Abfragen  festgestellt  wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  zwar  nicht  in  der  Eurodac­Datenbank  verzeichnet  ist,  gegen  ihn  aber  von  Italien  im  Schengener  Informationssystem  (SIS)  ein  Einreiseverbot  und  eine  Aufenthaltsnachforschung ausgeschrieben sind, dass  am  21.  März  2011  im  (…)  eine  summarische  Befragung  des  Beschwerdeführers stattfand,  dass er dabei zu Protokoll gab, sich seit dem Jahre 2005 illegal in Italien  aufgehalten  zu  haben,  wo  er  mehrmals  von  den  Behörden  erkennungsdienstlich erfasst worden sei, dass  ihm das rechtliche Gehör zu einer möglichen Zuständigkeit  Italiens  für  das  vorliegende  Verfahren  und  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin gewährt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  dabei  die  Befürchtung  äusserte,  in  Italien  erneut wegen illegalen Aufenthalts verhaftet zu werden, dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  15.  Juli  2011  –  eröffnet  am  19.  Juli  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung nach  Italien sowie  den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  B._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  sei  gemäss  eigenen  Angaben  im  Sommer  2005  in  Italien eingereist und habe sich dort bis zu seiner Einreise in die Schweiz  aufgehalten, 

E­4146/2011 dass das BFM am 8. April 2011 an Italien ein Ersuchen um Übernahme  des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 10 Abs. 2 der Verordnung (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  hat  (Dublin­II­VO),  gestellt  habe, dass Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, wes­ halb  gestützt  auf  Art.  18  Abs.  7  Dublin­II­VO  die  Zuständigkeit  für  die  Durchführung des Asylverfahrens auf Italien übergegangen sei, dass  somit  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  9.  Dezember  2011  zu  erfolgen habe, dass  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemachten  Gründe  praxisgemäss  nicht  geeignet seien, seine Rückführung nach Italien zu verhindern, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  bestehen 

E­4146/2011 und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe gegen die  Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen würden, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  23. Juli  2011  gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  in materieller Hinsicht  beantragt, diese sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren sowie  von der Wegweisung abzusehen, dass  er  in  formeller  Hinsicht  beantragt,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und es sei eine weitere Befragung  durchzuführen, dass  er  im  Weiteren  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht, dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  26.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  der  Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen hat, durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher 

E­4146/2011 zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52  VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,  dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen, dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können,

E­4146/2011 dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH  AUER,  Streitgegen­  stand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149), dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend  Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei dem  Beschwerdeführer  Asyl  zu  gewähren,  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63;    BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  vorgängige  mehrjährige  Aufenthalt  in  Italien  vom  Beschwerdeführer nicht bestritten wird, dass das BFM am 8. April 2011 an Italien ein Ersuchen um Übernahme  des Beschwerdeführers gestellt und dieser Staat  innert der  festgelegten  Frist nicht geantwortet hat, weshalb das Bundesamt  in seiner Verfügung  zu Recht feststellte, gestützt auf die Dublin­II­VO sei die Zuständigkeit zur  Beurteilung seines Asylantrags auf Italien übergegangen, dass  der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Italien  nicht  um Asyl  nachsuchte,  entgegen  der  in  der  Beschwerdeeingabe  vertretenen  Auffassung hinsichtlich der Zuständigkeitsfrage keine Relevanz hat,  dass auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, Italien komme seinen  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht  nach,  und  der  Verweis  auf  die  diesbezügliche Einschätzung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) 

E­4146/2011 nicht  zu  überzeugen  vermögen,  mithin  aufgrund  der  Akten  keine  relevanten Gründe ersichtlich sind, welche gegen eine Überstellung nach  Italien sprechen würden, dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten  würde,  dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Italien  werde  den  Beschwerdeführer  in  Verletzung  der  vorgenannten  völkerrechtlichen Abkommen in sein Heimatland zurückschaffen, dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen Raum  verbunden mit  einer  starken  Zunahme von Asylsuchenden zwar mit erheblichen Kapazitätsproblemen  konfrontiert sieht, dass  indessen vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der  italienische  Staat  würde  dem  Beschwerdeführer  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden Asylverfahren nicht gewährleisten, dass Asylsuchende in Italien bei der Unterkunft, bei der Arbeit und beim  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme in der jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften, dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den  Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen  Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die  italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen  ist nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie  Nr. 2003/9/EG,

E­4146/2011 dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.),  dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE  2010/45 a.a.O.), dass solche Indizien im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind, dass  namentlich  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet (s. Urteil des BVGer D­7654/2010 vom 20. April  2011), dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  entgegenstehen  und  aus diesem Grunde einen Selbsteintritt als angezeigt erscheinen  lassen  würden, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34  Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG, SR 142.20) stellt,  sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden 

E­4146/2011 und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass der Antrag auf Durchführung einer zweiten Anhörung, nachdem die  bestehende Aktenlage eine abschliessende Beurteilung erlaubte und die  Beschwerdevorbringen  des  Beschwerdeführers  sich  als  offensichtlich  unbegründet erwiesen haben, abgewiesen wird, dass  der  Beschwerdeführer  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  hinfällig  werden, dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  der  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  unbesehen  der  behaupteten  Bedürftigkeit  (eine  entsprechende Bestätigung  liegt  der Beschwerde  nicht  bei)  abzuweisen  sind,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                       SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­4146/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  und  der  Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  das  Migrationsamt des Kantons B._______. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Nicholas Swain Versand:

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