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Bundesverwaltungsgericht 22.07.2011 E-3977/2010

22. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·911 Wörter·~5 min·2

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Mai 2010

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­3977/2010 Urteil   v om   2 2 .   Juli   2011 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Maurice Brodard, Richter Kurt Gysi,    Gerichtsschreiber Rudolf Raemy. Parteien A._______, Afghanistan,  vertreten durch B._______, Zürcher Beratungsstelle für  Asylsuchende, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom  6. Mai 2010 / N (…).

E­3977/2010 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer,  ein Paschtune aus C._______, Provinz Kunduz,  verliess  Afghanistan  eigenen  Angaben  zufolge  am  6.  September  2009  und gelangte über Tadschikistan, Russland, Ukraine sowie weitere,  ihm  unbekannte Staaten am 27. September 2009 in die Schweiz, wo er tags  darauf um Asyl nachsuchte. Am 8. Oktober 2009 wurde er im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  D._______  summarisch  befragt  und  am  9. November 2009 vom BFM zu seinen Fluchtgründen angehört. Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor, er sei in E._______,  Pakistan,  geboren,  wo  er  auch  die  Schule  bis  zur  10.  Klasse  besucht  habe.  Danach  sei  er  mit  seiner  Familie  ins  Heimatdorf  C._______  gezogen und habe als Begleiter des Provinzgouverneurs von F._______  gearbeitet. Zufolge einer Verschlechterung der politischen Situation habe  er  sich  2003  nach  Kabul  begeben  und  ab  März  2007  als  (…)  des  Lanwirtschaftsministeriums gearbeitet. An den freien Tagen sei er immer  wieder nach C._______ zu seinen Eltern zurückgekehrt. Ende 2007 sei er  auf dem Weg dorthin von den Taliban angehalten und vier oder fünf Tage  an einem ihm unbekannten Ort festgehalten worden. Nachdem sein Vater  – auf  telefonische  Aufforderung  des  Beschwerdeführers  hin  –  Lösegeld  bezahlt  habe,  sei  er  (der  Beshwerdeführer)  von  einer  Mittelsperson  freigelassen  worden.  Diese  habe  danach  den  Taliban  mitgeteilt,  den  Beschwerdeführer  getötet  zu  haben.  Wegen  dieser  Ereignisse  habe  er  sich zum Verlassen Afghanistans entschlossen.  B.  Mit Verfügung vom 6. Mai 2010 – eröffnet am 10. Mai 2010 – stellte das  BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz  sowie den Wegweisungsvollzug an. Zur  Begründung  der  Verneinung  des  Asyls  und  der  Flüchtlingseigenschaft  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  nicht  asylrelevant.  Er  könne  sich den Nachteilen, welche auf  der  politischen Situation  in  der Provinz  Kunduz – erhöhte Talibanpräsenz – basierten, mit einer Niederlassung in  Kabul entziehen, wo er  sich bereits arbeitshalber aufgehalten habe. Bei  Schwierigkeiten habe er die Möglichkeit,  sich an die Behörden  in Kabul  zu  wenden,  welche  gemäss  Informationen  des  Amtes  schutzfähig  und  –willig seien.

E­3977/2010 Der Vollzug der Wegweisung wurde vom BFM als zulässig, zumutbar und  möglich bezeichnet. C.  Mit Eingabe vom 2. Juni 2010 erhob der Beschwerdeführer unter Beilage  einer  Fürsorgebestätigung  Beschwerde  und  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei,  soweit  den Wegweisungsvollzug  betreffend,  aufzuheben.  Es  sei  die   Unzumutbarkeit  des Vollzugs  der Wegweisung  festzustellen  und  eine  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  die  Befreiung  von  der Kostenvorschusspflicht. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Juni  2010  hielt  die  Instruktionsrichterin  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. E.  Das BFM hielt in Rahmen eines Schriftenwechsels ­ mit Vernehmlassung  vom 15. Juli 2011 ­ an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte  die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 19. Juli 2011 zur  Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesver­waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

E­3977/2010 ent­scheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  Das Verfahren  richtet  sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6  AsylG). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  Das BFM hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint,  sein Asylgesuch abgelehnt und  ihn aus der Schweiz weggewiesen. Der  Beschwerdeführer  beantragt  in  seiner  Beschwerde  die  Aufhebung  der  Verfügung,  soweit  die  Wegweisung  und  den  Wegweisungsvollzug  betreffend (Ziffern 3 und 4 des Dispositivs). Die  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft,  die  Ablehnung  des  Asylgesuchs und die Wegweisung an sich blieben somit unangefochten  und  sind  mit  Ablauf  der  Beschwerdefrist  in  Rechtskraft  erwachsen  (Dispositivziffern 1­2). Soweit formell auch die Aufhebung der Ziffer 3 des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  beantragt  zu  sein  scheint,  ist  festzuhalten,  dass  aus  der  Beschwerdebegründung  unmissverständlich  hervorgeht,  dass  die  Anfechtung  der  Wegweisungsanordnung  bloss  akzessorischen  Charakter  zum  Zweck  der  Anfechtung  der  Vollzugsanordnung hat und  in materieller Hinsicht gänzlich unbegründet  bleibt,  weshalb  nur  von  einer  Anfechtung  des  Wegweisungsvollzugs  auszugehen  ist.  Es  ist  somit  einzig  die  Frage  zu  beantworten,  ob  die  Wegweisung zu vollziehen oder ob anstelle des Vollzugs eine vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  ist  (Art. 44  AsylG  i.V.m.  Art.  83  des 

E­3977/2010 Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]). 3.  3.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 3.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug  der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit)  sind  alternativer Natur:  Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung,  wie  im  Folgenden  aufzuzeigen  ist,  als  unzumutbar  erweist,  ist  auf  eine  Erörterung  der  beiden  andern  Voraussetzungen  eines  rechtmässigen  Wegweisungsvollzugs zu verzichten. 4.  4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von Art.  83 Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002,  BBl  2002  3818). 4.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  in  einem  Grundsatzurteil  vom  16.  Juni  2011  (E­7625/2008)  eingehend  zur  Lage  in  Afghanistan  geäussert.  Es  schätzt  die  Sicherheitslage  und  die  humanitäre  Situation  als derart schlecht ein, dass – ausser allenfalls in den Grossstädten – von  einer existenzbedrohenden Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu  sprechen ist. Bezüglich der Hauptstadt Kabul ergibt die Lageanalyse ein  vergleichsweise besseres Bild und eine Rückkehr wird nicht als generell  unzumutbar  beurteilt.  Unter  bestimmten,  begünstigenden  Umständen  kann ein Wegweisungsvollzug dorthin – auch im Sinne einer zumutbaren 

E­3977/2010 Aufenthaltsalternative – als zumutbar erkannt werden. Dabei  ist  in einer  Einzelfallprüfung abkzuklären, ob die in Entscheidungen und Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (EMARK)  2003  Nr.  10  formulierten  strengen  Bedingungen  –  etwa  junger  gesunder  Mann,  tragfähiges  Beziehungsnetz,  Möglichkeit  der  Sicherung  des  Existenzminimums,  gesicherte  Wohnsituation  –  erfüllt  sind.  Im  Grundsatzurteil  wird  offen  gelassen,  ob  die  für  Kabul  gemachte  Lageeinschätzung  auch  für  die  beiden Grossstädte Mazar­i­  Sharif  und  Herat gelten 4.3.  Von  der  Vorinstanz  wurde  die  allgemein  angespannte  Sicherheitslage  in Afghanistan nicht  in Zweifel gezogen. Weiter ging sie  davon  aus,  dass  in  gewissen  Regionen  die  Situation  nicht  permanent  instabil  sei  und  ein Vollzug  dorthin  grundsätzlich  zumutbar  sei.  Für  den  Beschwerdeführer  sei  es  trotz  seiner  Herkunft  aus  der  Provinz  Kunduz  zumutbar  nach  Afghanistan  zurückzukehren,  da  er  mit  seiner  mehrjährigen  Tätigkeit  im  Landwirtschaftsministerium  in  Kabul  über  ein  berufliches  und  soziales  Netz  verfüge,  welches  es  ihm  ermöglichen  werde, bei einer Rückkehr neue Lebensgrundlagen aufzubauen.  4.4. Beim Beschwerdeführer  handelt  es  sich  um einen  alleinstehenden,  jungen  und  gemäss  Akten  gesunden  Mann  aus  C._______,  Provinz  Kunduz,  der  seit  März  2007  eine  Anstellung  als  (…)  im  Landwirtschaftsministerium  in  Kabul  gehabt  hat.  Seine  Familie  (Eltern  und  […]  Geschwister)  lebt  in  C._______.  Gemäss  dem  erwähntem  Grundsatzurteil  steht  aufgrund  der  schlechten  Sicherheitslage  und  der  humanitären  Situation  ein  Wegweisungsvollzug  in  die  Provinz  Kunduz  nicht  zur  Diskussion  und  demnach  ist  zu  prüfen,  ob  die  für  eine  Aufenthaltsalternative  in  Kabul  geforderten  Bedingungen  erfüllt  sind.  Gemäss  Angaben  des  Beschwerdeführers  hat  er  ab  dem  Jahr  2004  in  Kabul gelebt und ab März 2007 auch gearbeitet. Er hat somit zweifellos  einen  Bezug  zu  Kabul.  Allerdings  ergeben  sich  aus  den  Akten  keine  Hinweise, welche darauf schliessen lassen, dass er nebst diesen eigenen  Beziehungen zur Hauptstadt, die er vor bald zwei Jahren verlassen hat,  dort  über  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  verfügt.  Weiter  fehlen  in  den  Akten Anhaltspunkte für eine Sicherung des Existenzminimums und eine  gesicherte  Wohnsituation  bei  einer  Rückkehr,  weshalb  ein  Wegweisungsvollzug nach Kabul ebenfalls als unzumutbar zu beurteilen  ist.  Von  einer  allenfalls  möglichen  Aufenthaltsalternative  in  den  beiden  anderen Grossstädten Mazar­i­Sharif und Herat ist nicht auszugehen, da 

E­3977/2010 sich  keine  Hinweise  ergeben,  wonach  der  Beschwerdeführer  irgendwelchen Bezug hätte zu diesen Städten. 4.5. Der  Vollzug  der Wegweisung  des  Beschwerdeführers  ist  somit  als  unzumutbar zu bezeichnen. Die Voraussetzungen für die Gewährung der  vorläufigen Aufnahme sind erfüllt, nachdem den Akten keinerlei Hinweise  auf Ausschlussgründe gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG zu entnehmen sind. 5.  Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen. Die Ziffern 4 und  5  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  des  BFM  vom  6.  Mai  2010  sind  aufzuheben,  und  die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  den  Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 6.  6.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  und  aufgrund  der  mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Juni  2010  gewährten  unentgeltlichen  Rechtspflege sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 6.2.    Der  Beschwerdeführer  hat  aufgrund  der  Gutheissung  der  Beschwerde  in  Anwendung  von  Art.  64  Abs.  1  VwVG  und  Art.  7  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  einen  Anspruch  auf  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten.  Der  notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich  aufgrund  der  Akten,  gemäss  welchen keine Kostennote vorliegt, zuverlässig abschätzen, weshalb auf  die  Einforderung  einer  Kostennote  verzichtet  werden  kann.  Unter  Berücksichtigung  der  massgebenden  Berechnungsfaktoren  (Art.  9  ff.  VGKE)  ist  die  von  der  Vorinstanz  zu  entrichtende  Parteientschädigung  auf Fr. 500.­ (inkl. Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite)

E­3977/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2.  Die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  vom  4. September 2007 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, den  Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4.  Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  500  (inkl.  Auslagen) zu entrichten.  5.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale  Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Rudolf Raemy Versand:

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