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Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 E-278/2012

17. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,959 Wörter·~10 min·3

Zusammenfassung

Aufhebung vorläufige Aufnahme (Asyl) | Aufhebung vorläufige Aufnahme; Verfügung des BFM vom 28. November 2011

Volltext

3 Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­278/2012 Urteil   v om   1 7 .   Februar   2012 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Sri Lanka, alle vertreten durch lic. iur. Yves Reich, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz Gegenstand Aufhebung vorläufige Aufnahme; Verfügung des BFM vom  28. November 2011 / N (…).

E­278/2012 Sachverhalt: A.  Der tamilische Beschwerdeführer K.V. verliess eigenen Angaben zufolge  seinen letzten Wohnort D._______ (Jaffna­District) am 14. Oktober 2007  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  und  seinen  zwei  Kindern.  Nach  einem  zwanzigtägigen  Aufenthalt  in  Colombo  sei  die  Familie  über  Damaskus  (Syrien) und die Türkei nach Griechenland gelangt. Kurz darauf habe sich  die Ehefrau von K.V. getrennt. Im Januar 2008 habe er für sich und seine  Kinder  in  Athen  ein  Asylgesuch  gestellt.  Am  10. November  2009  sei  er  von Italien herkommend mit seinen Kindern in die Schweiz eingereist, wo  er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Die  Ehefrau  sei  in  Griechenland  verblieben. Am 13. November 2009 wurde der Beschwerdeführer K.V. im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Kreuzlingen  summarisch,  und  am  29. Januar  2010  eingehend  zu  seiner  Asylbegründung  befragt.  Dabei  machte  er  geltend,  dass  seine  Ehefrau,  die  sehr  gut  singhalesisch  spreche,  mit  Soldaten,  die  in  der  Nähe  von  D._______  in  einem  SLA­Camp  untergebracht  gewesen seien und aus demselben Ort wie  sie  stammen  würden, Probleme gehabt habe. B.  Mit  Verfügung  vom  23. Februar  2010  verneinte  das  BFM  die  Flüchtlingseigenschaft,  lehnte  die  Asylanträge  ab  und  wies  die  Beschwerdeführer  aus  der  Schweiz weg.  Indes wurde  die Wegweisung  aus  Gründen  der  Unzumutbarkeit  nicht  vollzogen  und  die  Beschwerdeführer wurden vorläufig aufgenommen. C.  Am  22. August  2011  gewährte  das  BFM  den  Beschwerdeführern  aufgrund  einer  verbesserten  Situation  in  Sri  Lanka  und  des  Fehlens  individueller Gründe gegen einen Vollzug der Wegweisung das rechtliche  Gehör zu einer allfälligen Aufhebung der vorläufigen Aufnahme. D.  Mit  Schreiben  vom  7. November  2011  reichten  die  Beschwerdeführer  über ihren Rechtsvertreter eine Stellungnahme ein. Dabei verlangten sie,  es  sei  von  der  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  abzusehen  und  ihnen  gestützt  auf  Art. 84  Abs. 5  und  Art. 30  Abs. 1  Bst. b  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer (AuG, SR 142.20) eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

E­278/2012 Dabei  wurde  argumentiert,  dass  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliege,  da  es  sich  beim  Beschwerdeführer  K.V.  um  einen  alleinerziehenden Vater handle und die Kinder sich  in der Schweiz sehr  gut  integriert  hätten.  Zudem  pflege  K.V.  hier  eine  enge  Beziehung  zu  einer  schweizerischen Staatsbürgerin,  die  von  ihrem Ehemann  getrennt  lebe.  Nach  Beendigung  der  jeweiligen  Scheidungsverfahren  würden  beide  zu  heiraten  gedenken.  Gleichzeitig  wurden  diverse  Beweismittel  eingereicht. E.  Mit Verfügung vom 28. November 2011 – eröffnet am 30. November 2011  – hob  das  BFM  seine  Verfügung  vom  23. Februar  2010  betreffend  die  damals  angeordnete  vorläufige  Aufnahme  auf  und  ordnete  an,  die  Beschwerdeführer  hätten  die  Schweiz  bis  am  23. Januar  2012  zu  verlassen. Begründet  wurde  diese  Verfügung  mit  dem  Ende  des  Bürgerkrieges  zwischen  der  srilankischen  Regierung  und  den  separatistischen  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  und  der  damit  verbundenen  Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage. Die beiden Kinder seien  noch in einem sehr jungen und anpassungsfähigen Alter. Auch aufgrund  des  erst  zweijährigen  Aufenthalts  würde  für  die  Kinder  noch  keine  genügend starke und persönliche Bindung an die Schweiz bestehen, die  einer Rückkehr  ins Heimatland  im Wege stehen dürfte. Der Vollzug der  Wegweisung sei daher zulässig, zumutbar und möglich. Die  aufgeworfene  Frage,  ob  in  casu  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall vorliege, sei nicht Gegenstand dieses Verfahrens; es bleibe dem  Kanton  vorbehalten,  mit  Zustimmung  des  Bundesamtes  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  falls  wegen  fortgeschrittener  Integration ein solcher Härtefall vorliegen würde. F.  Mit  Beschwerde  vom  16. Januar  2012  (Poststempel)  an  das  Bundesverwaltungsgericht beantragten die Beschwerdeführer über  ihren  Rechtsvertreter,  die  angefochtene  Verfügung  sei  wegen  Rechtsverweigerung  aufzuheben.  Eventualiter  sei  sinngemäss  von  der  Aufhebung der vorläufigen Aufnahme abzusehen, da der alleinerziehende  Vater und seine Kinder sich sehr gut  integriert hätten und der Vater die  Absicht habe, eine Schweizer Staatsbürgerin zu heiraten. Auf die Details 

E­278/2012 dieser  Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen eingegangen. In  prozessrechtlicher  Hinsicht  sei  das  Beschwerdeverfahren  bis  zum  Vorliegen  einer  rechtskräftigen  Verfügung  hinsichtlich  des  Gesuchs  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  wegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 84 Abs. 5  AuG zu sistieren. Ferner sei den Beschwerdeführern eine angemessene  Parteientschädigung zuzusprechen. In  der  Beilage  befanden  sich  die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Beweismittel  (Schreiben  der  […]  vom  17. Oktober  2011  über  die  Integration  des  ältesten  Kindes  G.V.,  Taufurkunde  der  E._______ Church vom Juli 2010 von K.V. sowie Scheidungsunterlagen  von Frau F._______ und des Beschwerdeführers K.V.). G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  25. Januar  2012  wurden  die  Beschwerdeführer  vom  Bundesverwaltungsgericht  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss von Fr. 600.­ zu leisten; dieser Anordnung wurde innert  der angesetzten Frist Folge geleistet.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich der Aufhebung der  vorläufigen  Aufnahme  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 3  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Im  vorliegenden Fall  ist  zu  prüfen,  ob die Vorinstanz  die  vorläufige  Aufnahme  zu  Recht  aufgehoben  hat.  Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 

E­278/2012 nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich,  so  wird  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme nach dem AuG geregelt (Art. 44 Abs. 2 des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31],  Art. 83  Abs. 1  AuG).  Das  Verfahren  richtet  sich  folglich  nach  den  allgemeinen  Bestimmungen  der  Bundesrechtspflege (Art. 112 AuG). 1.3. Die Beschwerde  ist  frist­ und  formgerecht eingereicht  (Art. 37 VGG,  Art. 50  und  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführer  haben  am Verfahren  vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung  besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der Beschwerde  legitimiert  (Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf  die Beschwerde ist einzutreten. 2.   2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). 2.2.  Gestützt  auf  Art.  57 Abs. 1  VwVG  (e  contrario)  wurde  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, wie  in den nachfolgenden  Erwägungen  dazulegen  ist,  als  aussichtslos  und  damit  als  von  vornherein  unbegründet im Sinne der erwähnten Bestimmung erweist. 3.   3.1.  In  formeller  Hinsicht  beantragen  die  Beschwerdeführer,  die  Verfügung des BFM sei wegen Rechtsverweigerung aufzuheben, da das  BFM  den  in  der  Stellungnahme  vom  7. November  2011  enthaltenen  Antrag, es sei ihnen gestützt auf Art. 84 Abs. 5 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b  AuG  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  "schlicht  und  ergreifend  ignoriert"  habe.  Selbst  wenn  nicht  das  BFM,  sondern  der  zuständige  Kanton  für  die  materielle  Behandlung  von  Härtefallgesuchen  zuständig  sei,  wäre  es  verpflichtet  gewesen,  das  Gesuch  an  den  zuständigen  Kanton weiterzuleiten. 3.1.1. Von  formeller  Rechtsverweigerung  ist  dann  die Rede,  wenn  eine  Behörde die Vorbringen einer Partei aus unhaltbar scheinenden formellen  Gründen nur mangelhaft prüft oder überhaupt nicht behandelt. Dies kann  z.B.  der  Fall  sein,  wenn  auf  ein  Begehren  durch  zu  Unrecht  geltend 

E­278/2012 gemachte  Unzuständigkeit  wie  Verneinung  der  Zuständigkeit  gar  nicht  eingetreten  wird  (vgl.  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, N. 277).  3.1.2.  Das  BFM  hat  in  seiner  Verfügung  vom  28. November  2011  festgehalten, dass ein solches Gesuch eines persönlichen Härtefalls nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  –  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  betreffend  –  sei.  Es  bleibe  dem  Kanton  vorbehalten, einer Person wegen fortgeschrittener Integration oder wegen  Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin eine Aufenthaltsbewilligung  zu erteilen. In  der  Tat  verhält  es  sich  so,  dass  gemäss  Art. 40  Abs. 1  AuG  Bewilligungen  nach  Art. 32  bis  35  und  Art. 37  bis  39  AuG  von  den  Kantonen erteilt werden; so auch die Aufenthaltsbewilligung nach Art. 33  AuG  (vgl.  dazu  auch  Art. 98  AuG).  Der  Bund  hat  nur  –  wie  in  Art. 84  Abs. 5 AuG angedeutet – Zustimmungsrechte, die der Koordination und  der  Harmonisierung  der  kantonalen  Praxis  dienen  sollen.  Aus  dieser  Tatsache,  dass  es  sich  beim  BFM  hinsichtlich  Aufenthaltsbewilligungen  nicht  um  die  zuständige  Behörde  handelt,  muss  die  vorliegende  Rüge  einer  formellen Rechtsverweigerung als unbegründet qualifiziert werden.  Daran  ändert  auch  die  Meinung  des  Rechtsvertreters  nichts,  dass  das  Bundesamt verpflichtet gewesen wäre, das Gesuch an den Kanton Bern  weiterzuleiten. 3.2.  Im Weiteren wird  gerügt,  das BFM habe  den Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  festgestellt,  da  das  BFM  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  in  "keiner  Art  und  Weise  mit  den  Besonderheiten  der  persönlichen  Situation"  insbesondere  der  beiden  Kinder  auseinandersetze,  die  jedoch  ausführlich  in  der  Stellungnahme  vom  7. November  2011  dargelegt  worden  seien.  Damit  wird  implizit  die  Verletzung der Begründungspflicht durch das BFM gerügt. 3.2.1.  Für  die  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  im  Verwaltungsverfahren  ist  der  Untersuchungsgrundsatz  die  prägende  Verfahrensmaxime  (Art. 12  VwVG).  Die  Behörde  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich relevanten Umstände abklären sowie darüber ordnungsgemäss  Beweis  führen  (vgl.  Alfred  KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 268).

E­278/2012 Der Anspruch  auf  rechtliches Gehör  findet  seine Erfüllung  im Umstand,  dass  die  Behörde  die  Vorbringen  einer  Partei  nicht  nur  hört,  sondern  sorgfältig  und  ernsthaft  prüft  und  beim  Entscheid  berücksichtigt  (vgl.  BGE 129 I  232  E. 3.2).  Daraus  lässt  sich  die  Pflicht  der  Behörden  zur  Begründung ihres Entscheides ableiten, welche so abgefasst sein muss,  "dass der Betroffene über die Tragweite  des Entscheides Rechenschaft  geben  und  ihn  in  voller  Kenntnis  der  Sache  an  die  höhere  Instanz  weiterziehen kann"  (BGE 134 I 83 E. 4.1, vgl. auch Entscheidungen und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr. 12 E. 12c). Indes hat die verfügende Behörde sich nicht ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinanderzusetzen,  sondern  darf  sich  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (vgl.  BGE 126  I  97  E. 2b,  EMARK  1993  Nr. 3 E. 4b). Soweit weitergehend, richten sich die Anforderungen an die  Begründungsdichte  nach  dem  Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen und den Interessen der Betroffenen.  Die  Vorinstanz  verfügt  im  Bereich  der  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs,  bzw.  der  Aufhebung  dieser  Anordnung,  über  einen erheblichen Ermessensspielraum. Dieser Umstand wirkt sich direkt  auf die erforderliche Begründungsdichte aus: Im Rahmen der Prüfung der  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sind  die  Vorbringen  der  betroffenen Person, ihre persönliche Situation sowie die allgemeine Lage  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  zu  würdigen,  und  die  auf  diese Weise  erlangten Befunde  sind  an  verhältnismässig  offenen Rechtsbegriffen  zu  messen.  Die  Begründung  des  angeordneten  Wegweisungsvollzugs  hat  demnach dichter und ausführlicher auszufallen, als wenn  lediglich – wie  bei  der  Anordnung  der Wegweisung  –  eine  gesetzlich  vorgeschriebene  Rechtsfolge  angewandt  wird.  Die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  kann  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Heimatstaat  oder  aus  den  persönlichen  Verhältnissen  der  betroffenen  Person  ergeben.  Zur  Begründung  einer  Verfügung,  mit  welcher  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festgestellt  wird,  hat  die  Vorinstanz  daher  einerseits  ausdrücklich  darzutun,  dass  die  betroffene  Person  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  unter  Würdigung  der  dort  herrschenden  politischen,  sicherheitstechnischen  und  wirtschaftlichen  Verhältnisse keiner konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Andererseits  muss  dargelegt werden,  dass  auch  aufgrund  der  persönlichen Situation  der  betroffenen  Person  keine  konkrete  Gefährdung  zu  befürchten  ist.  Insgesamt  gilt  es  die  humanitären  Aspekte  im  Zusammenhang  mit  der  Situation,  in  der  sich  die  betroffene  Person  bei  einer  Rückkehr  ins 

E­278/2012 Heimatland befinden würde, gegen das öffentliche  Interesse am Vollzug  der Wegweisung abzuwägen. Aus der Begründung muss ersichtlich sein,  dass diese Abwägung vorgenommen wurde  (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2,  EMARK 2006 Nr. 4 E. 5.1 m.w.H.). 3.2.2. Vorliegend hat  sich das BFM  innerhalb der Zumutbarkeitsprüfung  hinsichtlich  der  Kinder  genügend mit  der  Tatsache  auseinandergesetzt,  dass  es  im  Hinblick  auf  das  Kindeswohl  Kriterien  von  gewichtiger  Bedeutung zu beachten gilt  (vgl. dazu BVGE 2009/51 E. 5.6). So hat es  sich  insbesondere  zur  Dauer  des  Aufenthalts  in  der  Schweiz  und  zum  Grad der erfolgten hiesigen Integration geäussert. Von daher gesehen, ist  die Begründungspflicht vorliegend nicht verletzt. 3.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Antrag auf Rückweisung der  Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist. 3.4. Ferner wurde das Begehren gestellt, das vorliegende Verfahren sei  bis zum Erlass einer rechtskräftigen Verfügung hinsichtlich des Gesuchs  um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen eines schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls  gemäss Art. 30  Abs. 1  Bst. b  AuG  i.V.m.  Art. 84  Abs. 5 AuG zu sistieren. Bei Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls ermöglicht  Art. 84 Abs. 5 AuG  i.V.m. Art. 31 der Verordnung vom 24. Oktober 2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  die  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  an  vorläufig  aufgenommene  Personen.  Ein  solches  Gesuch  obliegt  unter  Vorbehalt  der  Zustimmung  des  Bundesamtes  –  wie  das  BFM  in  seiner  Verfügung  vom  28. November  2011 richtig festgestellt hat (vgl. E. 3.1.2) – dem zuständigen Kanton. Die  Gesuche von vorläufig aufgenommenen Personen, die sich seit mehr als  fünf Jahren in der Schweiz aufhalten, werden unter Berücksichtigung der  Integration,  der  familiären  Verhältnisse  und  der  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr in den Heimatstaat vertieft geprüft (vgl. Art. 84 Abs. 5 AuG).  Im vorliegenden Fall – der Beschwerdeführer K.V. hat für sich und seine  zwei  Kinder  am  10. November  2009  in  der  Schweiz  einen  Asylantrag  gestellt  –  scheint  es,  dass  ein  solches  Gesuch  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  nach  Art. 84  Abs. 5  AuG  von  den  zuständigen  Behörden nicht behandelt werden dürfte, da allem Anschein nach bereits  in  zeitlicher Hinsicht die Kriterien nicht erfüllt  sein dürften. Folglich sieht 

E­278/2012 das  Bundesverwaltungsgericht  keinen  Anlass,  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  zu  sistieren,  weshalb  dieses Gesuch  abzuweisen  ist. 

E­278/2012 4.  4.1.  Die  vorläufige  Aufnahme  ist  eine  Ersatzmassnahme  für  den  nicht  durchführbaren  Vollzug  der  Wegweisung,  die  in  casu  mittels  der  Verfügung des BFM vom 23. Februar 2010 unangefochten in Rechtskraft  erwuchs.  Gemäss  Art. 83  Abs. 1  AuG  ist  die  vorläufige  Aufnahme  zu  verfügen,  wenn  der  Vollzug  der  Weg­  oder  Ausweisung  nicht  möglich,  nicht  zulässig  oder  nicht  zumutbar  ist.  Das  BFM  hebt  die  vorläufige  Aufnahme wieder auf und ordnet den Vollzug der Wegweisung an, wenn  die Voraussetzungen im Einzelfall dafür nicht mehr gegeben sind (Art. 84  Abs. 2 AuG). Wie schon erwähnt, gilt es nun zu prüfen, ob das BFM zu  Recht die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführer aufhob. 4.2.  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 2009, N. 11.148). 5.  5.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). 5.1.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

E­278/2012 (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.1.2.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  vom  28. November  2011  zutreffend  darauf  hin,  dass  bereits  rechtskräftig  festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  im vorliegenden Verfahren keine  Anwendung findet.  Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  K.V. noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er und seine Kinder  für den Fall einer Ausschaffung  in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer], Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum  heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 5.1.3.  Nach  Art. 8  EMRK  gilt  es  ferner  das  Familienleben  zu  achten.  Unter gewissen Umständen lässt sich daraus ein Anspruch auf Erteilung  einer Anwesenheitsbewilligung ableiten, wenn mittels einer Wegweisung  ein Familienleben nicht ausgelebt werden kann. Voraussetzung ist indes,  dass  zumindest  ein  Familienangehöriger  hier  über  ein  gefestigtes  Aufenthaltsrecht – wie z.B. ein Schweizer Bürgerrecht – verfügt (vgl. BGE  126  II  335 E. 2a m.w.H.).  Der  Familienbegriff  umschliesst  grundsätzlich  die  Kernfamilie,  mithin  die  Ehegatten  und  ihre  minderjährigen  Kinder;  Konkubinatspartner  sind  den  Ehegatten  gleichgestellt  (vgl.  BVGE  2008/47 E. 4.1.1 m.w.H.; EMARK 2001 Nr. 21 E. 8bb). Geschützt werden  soll mit dieser Regelung ein tatsächlich gelebtes Familienleben. Hinweise  für  eine  solche  Beziehung  sind  das  Zusammenleben  in  einem  gemeinsamen  Haushalt,  eine  finanzielle  Abhängigkeit,  speziell  enge  familiäre  Bande,  regelmässige  Kontakte  oder  die  Übernahme  von  Verantwortung  für  eine  andere  Person  etc.  (vgl.  Entscheid  des  Bundesgerichts vom 2. Februar 2009 2C_693/2008 E. 3.1).

E­278/2012 Aus  den  Akten  geht  vorliegend  lediglich  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  K.V.  eine  Liebesbeziehung  zu  einer  Schweizer  Staatsbürgerin  pflegt.  Nach  Abschluss  der  jeweiligen  Scheidungsverfahren  haben  die  beiden  vor,  zu  heiraten.  Schon  jetzt  würden  sie  viel  Zeit miteinander  verbringen,  wohnen  aber  offensichtlich  nicht  zusammen.  Aus  dieser  Verbindung  kann  –  trotz  Heiratsabsicht –  das  Bundesverwaltungsgericht  indes  kein  tatsächlich  gelebtes  Familienleben erkennen, weswegen Art. 8 EMRK in casu nicht verletzt ist. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 5.2.1.  Gemäss  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  ist  der  Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  –  mit  Ausnahme  des  Vanni­ Gebietes – zumutbar (vgl. BVGE E­6220/2006 E. 13.2.1). Hinsichtlich des  Distrikts  Jaffna,  aus welchem die Beschwerdeführer  stammen,  gelangte  das Bundesverwaltungsgericht zur Einschätzung, dass sich die Lage dort  deutlich verbessert und die Versorgungslage sich entspannt habe. Ferner  hätten  die  Polizei­  und  Zivilbehörden  ihre  Funktionen  und  Tätigkeiten  wieder aufgenommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr  herrsche. Auch hätten einige Schulen wieder eröffnet und Spitäler seien  wieder  eingerichtet.  Daher  könne  die  Rückkehr  dorthin  als  generell  zumutbar eingestuft werden. 5.2.2. Angesichts der  im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach  wie  vor  fragilen  Lage  ist  im  Hinblick  auf  den  Wegweisungsvollzug  in  dieses  Gebiet  indes  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  vorzunehmen;  neben  den  allgemeinen Faktoren (wie sozioökonomische und medizinische Aspekte, dem  Kindeswohl  usw.)  ist  auch  dem  zeitlichen  Element  gebührend  Rechnung  zu  tragen  (vgl.  a.a.O.  E. 13.2.1).  Namentlich  die  Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten  Möglichkeiten  der  Sicherung  eines 

E­278/2012 Existenzminimums  und  der  Wohnsituation  sind  massgebliche  Faktoren  (vgl.  a.a.O. E. 13.2.1.2). Die  Beschwerdeführer  haben  D._______  (Jaffna­District)  im  Herbst  2007  verlassen. Dort habe K.V. seit 1985 – abgesehen von den Jahren 1995 bis 2000,  die  er  als  Lagermitarbeiter  in  G._______  verbracht  habe  –  als  Schweisser  bei  einem Mann  gearbeitet,  der  ein  selbständiges  Geschäft  geführt  habe  (vgl.  A1,  S. 2  und  4).  Ferner  lebe  eine  Schwester  mit  ihren  fünf  Kindern  in  H._______  (Jaffna­District) sowie die Familien seiner Brüder, die in G._______ arbeitstätig  seien,  in der Nordprovinz,  zu denen er  telefonischen Kontakt pflege  (A22, S. 2  und  5 f.).  Folglich  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  auf  ein  tragfähiges  familiäres  Netz  zurückgreifen  können. Auch  ist hinsichtlich einer Wiedereingliederung  in Sri Lanka nicht mit  erheblichen Hindernissen  zu  rechnen,  da  der Beschwerdeführer K.V.  über  eine  langjährige  Arbeitserfahrung  verfügt  und  die  Dauer  seiner  Landesabwesenheit  nicht  von  ausserordentlicher  Bedeutung  ist.  So  sind  insbesondere  keine  Anhaltspunkte dafür erkennbar, dass er und seine Kinder nach einer Rückkehr in  eine finanzielle Notlage geraten würden. Ferner  bildet  das  Kindeswohl  einen  Gesichtspunkt  von  gewichtiger  Bedeutung (Art. 83 Abs. 4 AuG; Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom  20. November 1989 über die Rechte des Kindes [KRK, SR 0.107]). Dabei  sind  namentlich  Alter  des  Kindes,  Reife,  Abhängigkeiten,  Art  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit)  seiner  Beziehungen,  Eigenschaften  seiner  Bezugspersonen,  Stand  und  Prognose  bezüglich  Entwicklung  und  Ausbildung  sowie  Grad  der  erfolgten  Integration  bei  einem  längeren  Aufenthalt in der Schweiz (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6). Die  Kinder  des  Beschwerdeführers  K.V.  sind  heute  (…)  und  bald  (…)  Jahre  alt  und  leben  seit mehr  als  zwei  Jahren  in  der  Schweiz.  Dies  ist  eine  zu  kurze  Zeitspanne,  um  darin  eine  Verwurzelung  in  der  Schweiz  erkennen  zu  können.  Zwar wird  dem  älteren Kind  durch  seine  Lehrerin  eine gute Integration in der Schweiz attestiert, doch sind die Kinder noch  sehr  jung  und  haben  tatsächlich  nur  eine  relativ  kurze Sozialisierung  in  der Schweiz erlebt. Es ist aus den Akten keine weitere Assimilierung wie  z.B. Vereinsaktivitäten etc.  erkennbar. Auch  ist wohl  die Beziehung des  Vaters  zu  seiner  Freundin  als  zu  kurz  und  zu  wenig  intensiv  zu  bezeichnen,  als  dass  man  sie  als  Ersatz  für  die  fehlende  Mutter  bezeichnen  könnte.  Es  kann  ferner  davon  ausgegangen  werden,  dass  sich die Kinder in Sri Lanka – wo einige Schulen wieder eröffnet wurden – 

E­278/2012 auch  dank  ihrer  zahlreichen  Cousins  und  Cousinen  wieder  gut  zurecht  finden werden. Vor diesem Hintergrund ist das Kindeswohl nicht verletzt. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als  zumutbar. 5.3.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.4. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  ist die vom Bundesamt verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu  bestätigten. 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 49  VwVG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Beschwerdeführern  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag  ist mit  dem bereits in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.  (Dispositiv nächste Seite)

E­278/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens wird abgewiesen. 2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführern  auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 4.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige  kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe Versand:

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