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Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 E-273/2012

19. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,431 Wörter·~7 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. Januar 2012 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­273/2012 Urteil   v om   1 9 .   J a nua r   2012   Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi , mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher,     Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, Guinea­Bissau,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. Januar 2012 / N (…).

E­273/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest  dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Jahre 2009 aus  seinem Heimatstaat ausreiste und am 13. Dezember 2011 in der Schweiz  um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) vom 30. Dezember 2011 sowie der Anhörung  durch das BFM nach Art. 29 AsylG vom 9. Januar 2012 zur Begründung  seines Asylgesuchs  im Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  seit  seinem 20.  Altersjahr Mitglied der Partei "Partido Africano de Independencia Guinee  e Cabo Verde" (PAIGC) gewesen, dass er anlässlich des Wahlkampfes für die Präsidentenwahlen im Jahre  2009  für  den  Kandidaten  der  PAIGC  eine  grosse  Anzahl  von  Plakaten  aufgehängt und Flugblätter verteilt habe,  dass er wegen dieses Engagements mit Anhängern  der Gegenpartei  in  Streit geraten sei, dass  er,  nachdem  der  Kandidat  seiner  Partei  die  Wahlen  gewonnen  habe, von den Anhängern der Gegenpartei gesucht werde und befürchte,  von diesen umgebracht zu werden, dass  er  Guinea­Bissau  im  Jahre  2009  verlassen  und  per  Auto  nach  Dakar,  Senegal  gereist  sei,  wo  er  sich  etwa  ein  Jahr  aufgehalten  und  daraufhin  in  einem  Frachtschiff  an  einen  unbekannten  Ort  in  Italien  gereist sei, dass er ein paar Tage darauf von dort in die Schweiz weitergereist sei, dass  er  nie  einen  Reisepass  besessen  habe  und  nicht  wisse,  wo  sich  seine Identitätskarte befinde, dass  er  ohne  Reisepapiere  gereist  und  auf  seiner  Reise  nirgends  kontrolliert worden sei, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  9.  Januar  2012  –  gleichentags  mündlich  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

E­273/2012 dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Darlegungen  des  Beschwerdeführers  zu  den  Umständen  seiner  Reise  von  seinem  Heimatstaat  in  die  Schweiz  seien  widersprüchlich,  unsubstanziiert und realitätsfremd, weshalb davon auszugehen sei, dass  er für die Reise ein gültiges Reisedokument verwendet habe, welches er  den schweizerischen Behörden vorenthalte,  dass  demnach  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die  unterlassene  Einreichung von Identitätspapieren vorliegen würden,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  im  weiteren  nicht  gelinge,  die  geltend  gemachte Verfolgung glaubhaft zu machen,  dass er  keine differenzierten und nachvollziehbaren Angaben zu seinen  Aktivitäten  für  die  PAIGC,  den  Umständen  der  erlittenen  Verfolgung  sowie  seinen  angeblichen  Verfolgern  zu  machen  vermöge,  und  seine  Ausführungen  auch  auf  mehrmalige  Nachfrage  hin  substanzlos  und  widersprüchlich geblieben seien, dass er namentlich das Datum der Wahlen und den korrekten Namen der  Gegenpartei  nicht  habe  nennen  können  und  divergierende Angaben  zu  den Umständen der Verfolgung gemacht habe, dass  er  somit  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nicht erforderlich seien, dass  keine  Anhaltspunkte  für  eine  dem  Beschwerdeführer  drohende,  gegen  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verstossende  Strafe  oder  Behandlung  vorliegen  und  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  noch  individuelle  Gründe  gegen  eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers nach Guinea­Bissau sprechen würden, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  16.  Januar  2012  (Datum  Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob und dabei in materieller Hinsicht beantragte, diese sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm  das  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen und  ihm die vorläufige Aufnahme zu  gewähren,

E­273/2012 dass  er  in  formeller  Hinsicht  um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass  er  weiter  beantragte,  es  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  auszusetzen,  jegliche  Datenweitergabe  an  die  Behörden  seines  Heimatstaates  sei  zu  unterlassen,  und  er  sei  in  einer  separaten  Verfügung  über  eine  allenfalls  bereits  erfolgte Weitergabe  von Daten  in  Kenntnis zu setzen, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  17.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst  ist,  jedoch  aus  prozessökonomischen  Gründen  ohne  präjudizielle  Wirkung  auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  verzichtet wird, da sich aus der in englischer Sprache verfassten Eingabe  genügend  klare  Rechtsbegehren  mit  entsprechender  Begründung  entnehmen lassen, dass  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde, der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 

E­273/2012 (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art.  48 Abs.  1  und Art. 52 VwVG), weshalb auf  die Beschwerde einzutreten  ist, dass  die  Vorinstanz  ihre  Verfügung  mündlich  eröffnet  und  summarisch  begründet hat,  dass Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG den Parteien grundsätzlich  schriftlich  zu  eröffnen  und  diesfalls  als  solche  zu  bezeichnen,  zu  begründen  und  mit  einer  Rechtsmittelbelehrung  zu  versehen  sind  (vgl.  Art. 34 Abs. 1 und 35 Abs. 1 VwVG), dass  Verfügungen  und  Entscheidungen  im  Asylverfahren  in  geeigneten  Fällen  mündlich  eröffnet  und  summarisch  begründet  werden  können,  wobei  die  mündliche  Eröffnung  samt  Begründung  protokollarisch  festzuhalten und den Asylsuchenden ein Protokollauszug auszuhändigen  ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 und 2 AsylG),  dass  die  mündliche  Eröffnung  des  Entscheids  im  Anschluss  an  die  Anhörung  vom  5.  Januar  2012  erfolgte  und  dem  Beschwerdeführer  zusammen mit den Anhörungsprotokollen und weiteren editionspflichtigen  Akten das schriftliche Entscheidprotokoll übergeben wurde,  dass diese Vorgehensweise des BFM mithin korrekt ist,  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

E­273/2012 dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH  AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63), dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend Gewährung  von Asyl enthält, dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei das  Asyl zu gewähren, der Streitgegenstand in unzulässiger Weise über den  in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63;  BGE  110  V  51  E.  3c),  weshalb darauf nicht einzutreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 

E­273/2012 sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG  die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG)  oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass  es  sich  gemäss  dem Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts BVGE  2007/7  beim  Begriff  "Reise­  und  Identitätspapiere"  um  Dokumente  handelt, die  "sowohl die einwandfreie Feststellung der  Identität als auch  die sichere Durchführung der Rückschaffung ermöglichen" sollen (vgl. E.  6), dass  vorliegend  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere  eingereicht  wurden  und  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  in  rechtsgenüglicher  Weise  dargelegt  hat,  weshalb  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­  oder  Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass  die  Vorbringen  in  der  Beschwerdeeingabe  keine  andere  Einschätzung zu rechtfertigen vermögen, dass  aufgrund  der  unplausiblen  und  undetaillierten  Schilderung  des  Reiseweges  und  der  Reiseumstände  davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  enthalte  die  für  seine Reise  verwendeten Reise­  und  Identitätspapiere den schweizerischen Asylbehörden in Verletzung seiner  gesetzlichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) vor, dass somit die  Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht  feststeht  und dadurch auch seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt ist,

E­273/2012 dass  im  Weiteren  aufgrund  der  überzeugenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  und  der  Akten  in  Beachtung  der  im  Urteil  BVGE 2007/8 festgelegten Richtlinien (vgl. E. 5.6) der Schluss zu ziehen  ist, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), dass die Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zur  Unglaubhaftigkeit der Vorbringen vollumfänglich zu schützen sind,  dass  soweit  der  Beschwerdeführer  vorbringt,  er  habe  nicht  alle  Fragen  anlässlich  der  in  portugiesischer  Sprache  durchgeführten  Befragung  verstanden  und  ersuche  um  eine  erneute  Anhörung  in  seiner  Muttersprache  Mandinga,  festzustellen  ist,  dass  die  Befragung  zur  Person  vom  30.  Dezember  2011  in  portugiesischer  Sprache  und  die  Anhörung vom 9. Januar 2012 teils auf Portugiesisch, teils auf Spanisch  durchgeführt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  zu  Protokoll gab, er beherrsche das Portugiesische fliessend und genügend  für die Anhörung (A8, S. 3), dass er ausserdem gut Spanisch spreche und sich jeweils Leuten, welche  beim  spanischen  Konsulat  in  Bissau  vorgesprochen  hätten,  als  Dolmetscher anerboten habe, dass  er  anlässlich  beider  Befragungen  unterschriftlich  bestätigte,  den  jeweiligen Dolmetscher verstanden zu haben sowie dass das Protokoll in  eine ihm verständliche Sprache rückübersetzt worden sei, dass  sich  den  Befragungsprotokollen  ferner  keine  Hinweise  auf  Verständigungsschwierigkeiten  entnehmen  lassen  und  auch  die  bei  der  Anhörung  vom  9. Januar  2012  anwesende  Hilfswerkvertreterin  keine  entsprechenden Einwände erhob, dass  unter  diesen  Umständen  davon  ausgegangen  werden  kann,  der  Beschwerdeführer beherrsche die Sprachen, in welchen die Befragungen  durchgeführt  wurde,  genügend,  um  seine  Asylgründe  vorbringen  zu  können, weshalb der Antrag auf Durchführung einer erneuten Anhörung  abzuweisen ist,    

E­273/2012 dass er  im Weiteren auf  seine Probleme  im Heimatstaat  hinweist,  ohne  diese  jedoch  weiter  zu  substanziieren,  weshalb  seinen  Beschwerdevorbringen keine hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine  asylrelevante Gefährdung entnommen werden können, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

E­273/2012 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die dem  Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Guinea­Bissau  noch  individuelle  Gründe auf eine konkrete Gefährdung des alleinstehenden und gemäss  Aktenlage  gesunden  und  über  ein  soziales  Netz  verfügenden  Beschwerdeführers  im Falle  einer Rückkehr  schliessen  lassen, weshalb  der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

E­273/2012 dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  der  Antrag  auf  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde,  sowie das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Zusammenhang mit  einer Datenweitergabe an den Heimatstaat hinfällig geworden sind,  dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  es  seien  bereits  Daten  an  den  Heimatstaat  übermittelt  worden,  weshalb  auf  das  Begehren  um  entsprechende Offenlegung nicht einzugehen ist, dass mit vorliegendem Direktentscheid ohne vorgängige Instruktion auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos geworden ist, dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1  und  2  VwVG  abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  ­  wie  sich  aus  den  vorstehenden Erwägungen ergibt ­ als aussichtslos zu bezeichnen waren,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.−  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­273/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Gesuche  um  unentgeltliche  Rechtspflege  und  Verbeiständung  gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Nicholas Swain Versand:

E-273/2012 — Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 E-273/2012 — Swissrulings