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Bundesverwaltungsgericht 04.10.2011 E-2405/2011

4. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,024 Wörter·~15 min·2

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. März 2011 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­2405/2011 Urteil   v om   4 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Walter Stöckli, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, dessen Ehefrau B._______, und deren gemeinsame Kinder C._______, D._______, Bosnien und Herzegowina, alle vertreten durch Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM  vom 24. März 2011 / N (…).

E­2405/2011 Sachverhalt: A.  Die Beschwerdeführenden, ethnische Bosniaken, suchten am 3. Juli 2005  erstmals  in  der  Schweiz  um  Asyl  nach.  Dabei  machten  sie  im  Wesentlichen  geltend,  sie  seien  insofern  vom  Bürgerkrieg  betroffen  gewesen,  als  sie  aus  ihrer  Heimat  (E._______  [serbische  Republik])  vertrieben  worden  seien.  Alle  männlichen  Verwandten  des  Beschwerdeführers, mit Ausnahme seines Vaters, welcher am 20. Januar  2002 verstorben sei, seien im Krieg ums Leben gekommen. Letzterem sei  vorgeworfen  worden,  ein  Kriegsverbrecher  zu  sein.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  seit  1993  im  Haus  eines  Serben  in  F._______  (Föderationsgebiet)  gelebt;  im  November  2003  seien  sie  aufgrund  von  Feindseligkeiten  nach  G._______  ausgereist  und  nach  abgewiesenem  Asylgesuch  am  23.  Juni  2005  in  ihr  Heimatland  zurückgekehrt.  Dort  hätten  sie  in  einem  Flüchtlingsheim  in  F._______  Aufnahme gefunden, das Land jedoch am 30. Juni 2005 wieder verlassen  müssen, nachdem ein Nachbar dem Beschwerdeführer davon abgeraten  habe,  nach  E._______  zurückzukehren  beziehungsweise  an  einer  Gedenkfeier  in  Srebrenica  teilzunehmen,  weil  die  Serben  nach  ihm  fahnden würden. Mit Verfügung  vom 23. Februar  2006  lehnte das BFM  die Asylgesuche ab, da die Asylvorbringen  in wesentlichen Punkten der  allgemeinen  Erfahrung  oder  Logik  des  Handels  widersprächen  und  widersprüchlich  sowie wirklichkeitsfremd ausgefallen  seien,  und  ordnete  die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz sowie den  Vollzug an. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 20. März 2006 wies  die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission  (ARK) mit  Urteil  vom  4.  Mai  2006  ab.  Ende  des  Jahres  2006  kehrten  die  Beschwerdeführenden  mit  Hilfe  des  Rückkehrprogramms  des  BFM  in  ihren Heimatstaat zurück. Für den Inhalt des ersten Asylverfahrens wird weitergehend auf die Akten  verwiesen. B.  B.a. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin mit ihren  beiden  Kindern  ihren  Heimatstaat  am  24.  Januar  2010  erneut  und  gelangte  über  Kroatien  am  25.  Januar  2010  in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ für  sich  und  ihre  minderjährigen  Kinder  ein  zweites  Asylgesuch  einreichte.  Am 1. Februar 2010 fand im EVZ H._______ die Kurzbefragung zu ihrer 

E­2405/2011 Person  statt,  gleichentags  erfolgte  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  durch das BFM.  Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen geltend, sie und ihr Ehemann seien nach ihrer Rückkehr in  Bosnien  und Herzegowina wegen  der  Probleme  ihres  Schwiegervaters,  welcher  von  Serben  der  Kriegsverbrechen  verdächtigt  worden  sei,  von  Unbekannten  wiederholt  beschuldigt  und  die  Familie  sei  mit  dem  Tod  bedroht  worden.  Im  Jahr  2007  sei  ihr  Ehemann  wegen  ihres  Schwiegervaters  fast  zu  Tode  geschlagen  worden.  Aufgrund  dieses  Vorfalls  habe  er  eine  Nervenkrise  durchgemacht,  sie  und  die  Kinder  geschlagen  und  dann  sei  er  verschwunden. Seither  hätten  sie  und  ihre  Schwiegereltern  ihn  weder  gesehen  noch  Neuigkeiten  von  ihm  vernommen. Aus Angst vor diesen Unbekannten habe sie  in F._______  immer wieder umziehen müssen und sei wiederholt  telefonisch mit dem  Tod bedroht worden. Aus Furcht und mangels finanzieller Mittel habe sie  nicht  in  eine  andere  Region  Bosniens  umziehen  und  dort  arbeiten  können. Vor diesem Hintergrund und weil ihr Sohn an einer (…) leide, für  deren  Behandlung  sie  die  Kosten  nicht  aufbringen  könne,  habe  sie  zusammen mit ihren Kindern ihr Heimatland verlassen. B.b. Am 11. April 2010 verliess auch der Beschwerdeführer erneut seinen  Heimatstaat  und  gelangte  durch  ihm  unbekannte  Länder  im  Laderaum  eines LKW am 13. April 2010 in die Schweiz, wo er gleichentags im EVZ  I._______ ein zweites Asylgesuch einreichte. Seine Kurzbefragung  fand  am  23.  April  2010  und  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  am  29.  April  2010 statt. Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  legte  er  dar,  er  werde  seit  seiner  Rückkehr  nach  Bosnien  und  Herzegowina  im  Jahr  2006  wegen  der  Probleme  seines  Vaters  von  Mitgliedern  der  Ravnogorski  Pokret  (westserbische  Widerstandsbewegung,  die  für  eine  neue  sozialistische  Ordnung  im  Nachkriegs­Jugoslawien  eintrat;  Anmerkung  Bundesverwaltungsgericht), sogenannte Tschetniks, bedroht, weshalb er  bei  der  Polizei  mehrfach  vergebens  Anzeige  erstattet  habe.  Die  letzte  dieser  20  oder  30 Drohungen  sei  im  Januar  2008 per SMS erfolgt.  Am  Tag  darauf  sei  er  in  F._______  von  Unbekannten  angegriffen  und  spitalreif  geschlagen  worden.  Da  dieser  Vorfall  von  einigen  Leuten  beobachtet worden sei, hätten die Angreifer von ihm abgelassen und die  Flucht  ergriffen.  Er  sei  ins  Spital  von  J._______  gebracht  worden,  wo  man eine  (…) sowie eine  (…) diagnostiziert  habe. Auch seien  ihm  (…).  http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus

E­2405/2011 Zwar sei die Polizei zu ihm gekommen und habe den Vorfall protokolliert,  jedoch  nichts  Weiteres  unternommen.  Gemäss  Angaben  der  Polizei  würde  es  sich  bei  seinen  Verfolgern  um  Mitglieder  der  Tschetniks  handeln. Um der Sicherheit seiner Familie willen habe er sich schliesslich  in  Absprache  mit  seiner  Frau  im  April/Mai  2008  von  seiner  Familie  getrennt.  Er  habe  Kontakt  mit  einem  Freund  seines  Vaters  aufgenommen, um sich nach dem Wohl seiner Familie zu erkundigen. Bis  im Mai 2009 habe er mit einem Arbeitsvisum in K._______ gearbeitet. Da  er  nach  seiner  Rückkehr  in  F._______  seine  Familie  nicht  mehr  vorgefunden habe, habe er bis zu seiner Ausreise im April 2010 in einem  Hotel in L._______ gelebt.  Für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  wird  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten verwiesen.  Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden ihre Identitätskarten,  eine  Heirats­  und  Geburtsanzeige,  ein  Arztzeugnis  des  Beschwerdeführers,  zwei  Todesbescheinigungen  (Eltern  des  Beschwerdeführers)  sowie  eine  Mitgliederbestätigung  des  Vaters  des  Beschwerdeführers bei der bosnischen Befreiungsarmee zu den Akten. C.  C.a. Mit  Fax­Eingabe  vom  25.  Mai  2010  liess  die  Beschwerdeführerin  eine  Bestätigung  des  Gemeindegerichts  F._______  vom  7.  Mai  2010  sowie  eine  Bestätigung  der  Universitätsklinik  J._______  vom  21.  Mai  2010 ins Recht legen.  C.b.  Einer  durch  das  BFM  veranlassten  amtsinternen  Dokumentenanalyse  vom  8.  Februar  2010  zufolge  weise  die  Gerichtsbestätigung  "ein  hohes  Mass  an  Gefälligkeit  auf  respektive  könnte  zum  Zweck  der  Glaubhaftmachung  der  Vorbringen  gekauft  worden sein." D.  Mit  Schreiben  vom  1.  Juni  2010  forderte  das  Bundesamt  die  Beschwerdeführerin  auf,  im  Rahmen  ihrer  Mitwirkungspflicht  einen  ärztlichen Bericht einzureichen. Dieser Aufforderung kam sie mit Eingabe  vom 23. Juni 2010 nach.  E.  Mit Verfügung vom 24. März 2011 – eröffnet am 26. März 2011 – stellte  die  Vorinstanz  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 

E­2405/2011 Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig  verfügte  es  die Wegweisung  aus  der Schweiz  und  ordnete  den Vollzug  an. Bezüglich  der  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. F.  Mit  Schreiben  vom  6.  April  2011  zeigte  die  Rechtsvertreterin  ihre  Mandatierung an. G.  Am  26.  April  2011  –  Datum  Poststempel  –  liessen  die  Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde erheben  und  beantragen,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  vollumfänglich  aufzuheben,  die  Sache  sei  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, bei der Schweizer Vertretung  in  Sarajewo  eine  Botschaftsabklärung  bezüglich  der  Familie  des  Beschwerdeführers  und  der  gewalttätigen  Vorkommnisse  durch  die  Tschetniks  in  Auftrag  zu  geben.  Eventualiter  sei  die  Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden festzustellen und ihnen  sei Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig  oder  zumindest  unzumutbar  sei  und  sie  seien  in  der  Folge  vorläufig  aufzunehmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  liessen sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersuchen.  Mit  der  Eingabe  liessen  sie  eine  Bestätigung  von  Dr. med.  B.,  Praxis  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  vom  14.  April  2011  den  Beschwerdeführer  betreffend  sowie  einen  Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH:  "Bosnien­Herzegowina:  Behandlung  von  PTBS;  Gutachten  der  SFH­Länderanalyse"  vom  11.  Juni  2009)  zu  den  Akten  reichen,  H.  Mit Instruktionsverfügung vom 2. Mai 2011 stellte die Instruktionsrichterin  des Bundesverwaltungsgerichts  fest,  die Beschwerdeführenden  könnten  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  verwies  den  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt, 

E­2405/2011 wies  das Gesuch  um  unentgeltliche Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  2  VwVG  ab  und  verzichtete  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  forderte  sie  die  Vorinstanz  zur  Stellungnahme auf. I.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Mai  2011  beantragte  das  BFM  die  Abweisung der Beschwerde. Am 17. Mai 2011 wurde die Stellungnahme  den Beschwerdeführenden zur Kenntnis gegeben. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Eine solche Ausnahme  im Sinne  von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  ist  vorliegend  nicht  gegeben,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig entscheidet. 1.3. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

E­2405/2011 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.  4.1.  Die  Vorinstanz  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus,  die  letztmals am 3 Mai 2005 eingereichten Asylgesuche seien aufgrund der  Unglaubhaftigkeit  der  Aussagen  abgelehnt  worden.  Auch  die  neuen  Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche  im Zusammenhang mit den  bereits  im  ersten  Asylgesuch  erwähnten  stehen  würden,  seien  unsubstanziiert  und  oberflächlich.  Die  Beschwerdeführerin  sei  weder  in  der  Lage,  genaue  Daten  betreffend  ihre  Probleme  zu  nennen,  noch  genauere Angaben zu ihren verschiedenen Aufenthaltsorten zu machen,  wo sie sich nach der Rückkehr aufgehalten habe. Substanzlos seien auch  die Ausführungen zu den Drohungen und ausweichend die Antworten  in  Bezug  auf  die  unternommenen  Schritte  bei  der  Polizei.  Der  Beschwerdeführer  stelle  seine  Probleme  in  einen  Zusammenhang  mit  den  im ersten Asylverfahren geltend gemachten. Seit 2007 sei er 20 bis  30  Mal  telefonisch  von  Tschetniks  bedroht  und  schliesslich  im  Januar  2008  tätlich  angegriffen  worden.  Auch  die  neuen  Vorbringen  seien 

E­2405/2011 bezüglich die Tschetniks unsubstanziiert und vage ausgefallen. Er habe  zu  Protokoll  gegeben,  erst  von  der  Polizei  erfahren  zu  haben,  dass  es  sich  bei  seinen  Verfolgern  um  Tschetniks  handeln  würde,  habe  jedoch  nicht  darlegen  können,  woher  die  Polizei  dies  gewusst  habe.  Auch  betreffend Anzahl seiner Anzeigen habe er keine Antwort geben können.  Des  Weiteren  habe  er  weder  seine  Verfolger  beschreiben  noch  weitergehende Angaben zu diesen machen können, er habe sich in vage  Aussagen geflüchtet, indem er behauptet habe, alle Bosnier seien gleich  beziehungsweise man könne sie im Internet anschauen (vgl. Akten BFM  C10/13 S. 6 f.).  Ferner  seien  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  in  wesentlichen  Punkten  widersprüchlich  ausgefallen.  So  habe  der  Beschwerdeführer  ausgeführt,  nach  Absprache  mit  seiner  Frau  aus  dem  Familienhaus  geflüchtet  zu  sein,  wogegen  die  Beschwerdeführerin  das  Gegenteil  zu  Protokoll gegeben habe (vgl. C10/13 S. 6, B7/10 S. 5). Schliesslich seien die ins Recht gelegten Dokumente nicht geeignet, ihre  Vorbringen  zu  belegen.  So  handle  es  sich  bei  der  Bestätigung  der  Universitätsklinik  J._______  um  ein  medizinisches  Zeugnis  ohne  Beweiswert,  und  auch  die  zu  den  Akten  gereichte  Bestätigung  des  Gemeindegerichts F._______ sei aufgrund deren Inhalts und der obigen  Erwägungen als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren.  4.2.  4.2.1. Die Beschwerdeführenden  rügen  in  ihrer Eingabe, das BFM habe  seine  Begründungspflicht  verletzt,  indem  es  viel  zu  wenig  auf  den  Sachverhalt  eingegangen  sei  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  in  ihrem  Entscheid  nicht  berücksichtigt  habe.  Zudem  habe  es  den  Sachverhalt nicht genügend abgeklärt. Die  für  das  Verwaltungsverfahren  in  Art.  35  Abs.  1  VwVG  statuierte  Begründungspflicht ist Ausfluss des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, [BV, SR 101]). Die Behörden sind  gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung verpflichtet, die Vorbringen  des Betroffenen  tatsächlich zu hören  (vgl. Art. 30 VwVG), sorgfältig und  ernsthaft  zu  prüfen  (vgl.  Art.  32  Abs.  1  VwVG)  und  in  der  Entscheidfindung  zu  berücksichtigen.  Sie  gewährleistet  den  Verfügungsadressaten  die Möglichkeit,  wirksam  Beschwerde  zu  führen,  und  verhindert,  dass  sich  die  Behörden  von  unsachgemässen  Motiven 

E­2405/2011 leiten lassen (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER in: Kommentar zum VwVG, Auer/  Müller/Schindler [Hrsg.], Zürich 2008, N. 4 zu Art. 35 Abs. 1 VwVG). Der  Untersuchungsgrundsatz  gehört  sodann  zu  den  allgemeinen  Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).  Demnach  hat  die  Behörde  von  Amtes  wegen  für  die  richtige  und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen.  Sie  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich  relevanten  Umstände  abklären  sowie  ordnungsgemäss  darüber  Beweis  führen.  Dieser  Grundsatz  gilt  indes  nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des  Asylsuchenden  (vgl.  Art.  13  VwVG  und  Art.  8  AsylG).  Trotz  Untersuchungsgrundsatz  kann  sich  nämlich  die  entscheidende Behörde  in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen des Gesuchstellers zu  würdigen  und  die  von  ihm  angebotenen  Beweise  abzunehmen,  ohne  weitere  Abklärungen  vornehmen  zu  müssen.  Eine  ergänzende  Untersuchung  kann  sich  jedoch  aufdrängen,  wenn  auf  Grund  dieser  Vorbringen  und  Beweismittel  berechtigte  Zweifel  oder  Unsicherheiten  bestehen,  die  voraussichtlich  nur  mit  Ermittlungen  von  Amtes  wegen  beseitigt werden können (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 13 E. 4c S. 83 f., mit weiteren  Hinweisen). Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  zum  Schluss,  dass  die  vorinstanzliche Begründung zwar nicht besonders ausführlich ausgefallen  ist,  eine  Verletzung  der  Begründungspflicht  darin  jedoch  nicht  zu  erblicken  ist.  So  hat  die  Vorinstanz  in  ihrer  Verfügung  die  Gründe  aufgeführt,  welche  sie  zum  Schluss  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen kommen liessen (vgl. angefochtene Verfügung S. 3 f.). Zudem  hat sie sich auch mit den eingereichten Beweismitteln – wenn auch nur  kurz  –  auseinandergesetzt.  Den  Beschwerdeführenden  war  es  darüber  hinaus  auch  möglich,  ausführlich  zu  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  Stellung zu nehmen und diese gezielt anzufechten, mithin ihre Partei­ und  Verfahrensrechte  wahrzunehmen.  Das  BFM  sah  sich  zu  Recht  nicht  veranlasst,  weitere  Abklärungen  vorzunehmen.  Nach  dem  Gesagten  besteht keine Veranlassung, die vorinstanzliche Verfügung vom 24. März  2011 aus formellen Gründen aufzuheben und das BFM anzuweisen, eine  Botschaftsabklärung durchzuführen.  4.3.  Es  bleibt  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  die  vorgetragenen  Fluchtumstände,  die  zum  erneuten  Entschluss  ihrer  Ausreise  aus  dem 

E­2405/2011 Heimatstaat  geführt  haben  sollen,  gesamthaft  als  glaubhaft  gemacht  zu  erachten sind. 4.3.1. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs.  3  AsylG),  aber  auch  dann, wenn  sie wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel  an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits  als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von  ihrer Wahrheit nicht völlig  überzeugt  ist,  sie  aber  überwiegend  für  wahr  hält,  obwohl  nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es  demgegenüber  nicht  aus, wenn  der  Inhalt  der Vorbringen  zwar möglich  ist,  aber  in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachverhaltsdarstellung  sprechen.  Entscheidend  ist  im  Sinne  einer  Gesamtwürdigung,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  die  weiterhin  gültige  Rechtsprechung  der  ARK  in  EMARK  2005  Nr.  21  E.  6.1  S.  190  f.,  mit  weiteren Hinweisen). 4.3.2. Vorab ist festzuhalten, dass die von den Beschwerdeführenden im  zweiten  Asylverfahren  vorgebrachten  Gründe  für  das  Verlassen  ihres  Heimatstaates  auf  denselben  Problemen  basieren  sollen,  welche  sie  bereits  anlässlich  ihrer  ersten  Asylgesuche  vom  3.  Mai  2005  angeführt  haben. Mit rechtskräftigem Urteil vom 4. Mai 2006 hat die ehemalige ARK  die  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführenden  aufgrund  der  Unglaubhaftigkeit  ihrer Vorbringen verneint und die Gewährung von Asyl  entsprechend  verweigert.  Infolge  der  materiellen  Rechtskraft  des  genannten  Urteils  können  diese  Vorbringen  grundsätzlich  nicht  Gegenstand  einer  erneuten  Beurteilung  im  Rahmen  des  vorliegenden 

E­2405/2011 Verfahrens  bilden  (res  iudicata;  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  322  f.;  ALFRED  KÖLZ/  ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Aufl.,  Zürich  1998,  Rz. 715),  weshalb  vorab  vollumfänglich  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  des  BFM  und  auf  die  zutreffenden Ausführungen  im Urteil  der  ARK  vom  4.  Mai 2006 verwiesen werden kann. Was die geltend gemachten Verfolgungsgründe nach der Rückkehr nach  Bosnien  und  Herzegowina  anbelangt,  ist  der  Vorinstanz  beizupflichten,  dass  diese  oberflächlich,  vage,  widersprüchlich  und  damit  unglaubhaft  ausgefallen sind. Die Entgegnungen in der Beschwerde vermögen daran  nichts  zu ändern. So  fielen die Antworten der Beschwerdeführerin auch  auf Nachfragen hin fast durchwegs kurz und wenig differenziert aus. Von  einer  asylsuchenden  Person  kann  aber  erwartet  werden,  dass  sie  imstande  ist,  ihre  konkret  erlebten  Verfolgungsgründe  in  zeitlich  kohärenter  und  substanziierter  Weise  darzulegen.  Diesem  Anspruch  genügen die Vorbringen der Beschwerdeführenden jedenfalls nicht. Auch  wenn  es  beispielsweise  in  F._______  keine  Strassennamen  und  Adressen geben sollte, wie die Beschwerdeführerin behauptet,  ist wenig  nachvollziehbar, dass sie zwar die genaue Anzahl der Häuser,  in denen  sie gewohnt habe, angeben konnte (nämlich 15), darüber hinaus  jedoch  vage blieb und lediglich anführte, bei Freunden und der Familie gewohnt  zu  haben,  diese  jedoch  nicht  einzeln  benannte.  In  diesem  Zusammenhang  fällt  zudem auf, dass der Beschwerdeführer  seinerseits  das Quartier F._______ als letzte offizielle Anschrift angab und nach dem  Ort  des  Überfalls  (im  Januar  2008)  gefragt,  zu  Protokoll  gab,  er  wisse  nicht,  wie  die  Strasse  heisse  (vgl.  C1/14  S.  2  und  8),  was  darauf  hindeutet,  dass  entgegen  der  Angabe  der  Beschwerdeführerin  Strassennamen oder mindestens Quartiere existieren.  Sodann fielen auch die Aussagen zu den angeblichen Drohungen wenig  substanziiert  und  untereinander  nicht  stimmig  aus,  gab  die  Beschwerdeführerin  auf  entsprechende  Frage  doch  zuerst  an,  sie  sei  telefonisch und über Familienmitglieder von Serben bedroht worden, ein  unbekannter  Serbe  habe  die Drohung  an  ihre  Familie  gerichtet,  welche  diese  an  sie  weitergeleitet  habe,  anfangs  2007  sei  sie  zum  ersten Mal  telefonisch  bedroht  worden.  Kurz  darauf  aber  machte  sie  geltend,  das  letzte  Mal  sei  sie  15  Tage  später  persönlich  in  einem  Laden  bedroht  worden (vgl. B7/10 S. 4 f.). Des Weiteren gab sie zu Protokoll,  ihr Mann  sei im Jahre 2007 fast zu Tode geschlagen worden (vgl. B7/10 S. 3). Der 

E­2405/2011 Beschwerdeführer seinerseits gab demgegenüber zu Protokoll, die erste  Drohung habe er im Frühling 2007 erhalten, danach sei er 20 bis 30 Mal  telefonisch  bedroht worden,  das  letzte Mal,  im  Januar  2008,  sei  er  von  Tschetniks  angegriffen  worden,  wobei  er  eine  Gehirnerschütterung  erlitten  habe  und  sich  für  zehn  Tage  im  Spital  habe  behandeln  lassen  müssen.  Von  Drohungen  von  Serben,  die  er  durch  Familienmitglieder  erhalten habe, sprach er indes nicht, und auch die Bedrohung seiner Frau  im Geschäft erwähnte er nicht. Was die Personen anbelangt, welche die  Drohungen  ausgesprochen  hätten,  äusserte  er  sich  sodann  insofern  widersprüchlich,  als  er  zuerst  ausführte,  die  Leute  hätten  sich  als  Zugehörige  der  Ravnogorski  Pokret  vorgestellt,  als  sie  ihn  überfielen  respektive als sie ihn bedrohten (vgl. C10/13 F55 f.), kurz darauf aber im  Widerspruch dazu angab, die Polizei habe ihm gesagt, diese Leute seien  von der Organisation (vgl. C10/13 F60). Die mit Fax­Eingabe vom 25. Mai  2010  zu  den  Akten  gereichte  Bestätigung  des  Gemeindegerichts  F._______,  welches  seine  Aussagen  betreffend  seine  zahlreichen  Meldungen  bekräftigen  sollte,  entspricht  sodann  nicht  der  Charakterisierung  polizeilicher  Anzeigen.  Die  geltend  gemachten  Übergriffe müss(t)en – wenn überhaupt – grundsätzlich der zuständigen  lokalen  Polizei  gemeldet  werden,  welche  dann  zumindest  bestätigt,  ob  eine Meldung erfolgt ist. Ein Gericht hingegen "bestätigt" keinesfalls, dass  die  "Polizei(verwaltung)  weder  zuständig  noch  in  der  Lage  ist",  die  Beschwerdeführenden  zu  schützen,  zumal  es  gegebenenfalls  erst  nach  erfolgten  polizeilichen  Ermittlungen  tätig  werden  kann.  Das  BFM  erachtete  dieses  Dokument  somit  zu  Recht  als  Gefälligkeitsschreiben,  durch  welches  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  nicht  glaubhaft  werden.  Dasselbe  ist  auch  in  Bezug  auf  die  Bestätigung  des  Universitätsspitals  J._______  vom  21.  Mai  2010  festzuhalten.  Daraus  geht  einzig  hervor,  dass  der  Patient  vom  11.  Januar  2008  bis  am  18.  Januar 2008 mit schweren Körperverletzungen hospitalisiert gewesen sei,  was  im  Übrigen  nicht  mit  der  Aussage  des  Beschwerdeführers  übereinstimmt,  wonach  er  zehn  Tage  in  Spitalpflege  gewesen  sei.  Der  Grund  der  Hospitalisierung  ist  daraus  indes  nicht  ersichtlich.  Es  gelingt  mit  diesem  Dokument  mithin  nicht,  eine  asylrelevante  Verfolgung  darzutun.  Insgesamt  ist  festzuhalten,  dass  aufgrund  der  vorliegenden  Akten der Eindruck entsteht,  die Beschwerdeführenden hätten bei  ihren  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen können. Somit gelingt es den Beschwerdeführenden nicht,  die  Erwägungen  der  Vorinstanz,  auf  die  hier  im  Übrigen  verwiesen  werden kann, zu entkräften. 

E­2405/2011 4.4. Nach  Durchsicht  sämtlicher  Akten  und  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  einzugehen.  In  Übereinstimmung  mit  dem  BFM  ist  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten.  Das  Bundesamt  hat  die  Asylgesuche  demnach  zu  Recht  abgelehnt. 5.  5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

E­2405/2011 6.  6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl. WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 6.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem­ ber  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung unterworfen werden.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 

E­2405/2011 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerenden  nach  Bosnien  und  Herzegowina  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG  rechtmässig.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerenden  noch  aus  den  Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihr  Heimatland  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren  Hinweisen). Aufgrund der Akten sowie der vorstehenden Erwägungen im  Asylpunkt ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihnen im Falle einer  Rückschiebung  in  ihr  Heimatland  eine  derartige  Gefahr  droht.  Die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Bosnien  und  Herzegowina  lässt  den  Wegweisungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  ebenfalls  nicht  als  unzulässig erscheinen. 6.3. Gemäss Art.  83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.3.1.  Nach  Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  zum  heutigen Zeitpunkt nicht von einer allgemeinen Situation der Gewalt oder  von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  in  Bosnien  und Herzegowina auszugehen, welche für die Beschwerdeführenden bei  einer  Rückkehr  eine  konkrete  Gefährdung  darstellen  würden.  Seit  dem  Abschluss des Friedensabkommens von Dayton am 14. Dezember 1995  hat sich die allgemeine Lage  in Bosnien und Herzegowina kontinuierlich  normalisiert  und  stabilisiert.  Die  Beibehaltung  dieser  Entwicklung  bestätigte  sich  auch  nach  den  Wahlen  vom  5.  Oktober  2002.  Die  Sicherheitslage  in  Bosnien  und  Herzegowina  hat  sich  in  den  letzten  http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3818 http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3818 http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3818 http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3818 http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3818

E­2405/2011 Jahren wesentlich verbessert, obgleich das Verhältnis der verschiedenen  Ethnien  zueinander  weiterhin  von  Spannungen  geprägt  und  die  wirtschaftliche Lage schwierig ist. Auf Grund der angelaufenen politischen  und  juristischen  Reformen  und  der  langsamen,  aber  stetigen  Verbesserung  der  Rückkehrbedingungen  erklärte  der  Schweizer  Bundesrat  Bosnien  und Herzegowina mit  Beschluss  vom  25. Juni  2003  zum  so  genannten  verfolgungssicheren  Herkunftsstaat.  In  Anbetracht  dessen  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  einen  Wegweisungsvollzug für die Beschwerdeführenden als zumutbar, was die  politische  und  wirtschaftliche  Lage  anbelangt.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  persönliche  Gründe  der  Beschwerdeführerenden  den  Wegweisungsvollzug als nicht zumutbar erscheinen lassen. 6.3.2.  Im  Zusammenhang mit  den  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Problemen  ist  vorab  darauf  hinzuweisen,  dass  Gründe  ausschliesslich  medizinischer  Natur  den Wegweisungsvollzug  im  Allgemeinen  nicht  als  unzumutbar erscheinen lassen, es sei denn, die erforderliche Behandlung  sei  wesentlich  und  im  Heimatland  nicht  erhältlich.  Dabei  wird  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringliche  medizinische  Behandlung  erachtet,  welche  zur  Gewährleistung  einer menschenwürdigen  Existenz  absolut  notwendig  ist.  Allein  aus  dem Umstand,  dass  der medizinische  Standard  in  der  Schweiz  höher  ist  als  im  Heimat­  respektive  Herkunftsland,  kann  nicht  bereits  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs geschlossen werden (vgl. EMARK 2003 Nr. 24). 6.3.3.  Dem im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Arztzeugnis von  Dr. med.  (…), vom 22. Juni 2010 zufolge, steht die Beschwerdeführerin  seit  dem  19.  Februar  2010  in  Behandlung.  Die  behandelnde  Ärztin  diagnostizierte  eine  Tendenz  zu  depressiver  Verstimmung  und Ängsten  mit  vegetativen  Beschwerden  bei  Problemen  in  Verbindung  mit  der  sozialen  Umgebung  (ICD­10  Z60),  Zielscheibe  fremder  Diskriminierung  und Verfolgung  (ICD­10 Z60.5), chronische  (…) zervikal sowie eine  (…)  bedingt  durch  verstärkten  Androgeneinfluss)  und  verordnete  ihr  Antidepressiva mit stützenden Gesprächen sowie eine Topische Therapie  gegen (…). Gemäss Arztbericht ist ohne Behandlung mit einer spontanen  Besserung  nicht  zu  rechnen,  mit  einer  Behandlung  ist  –  unter  Berücksichtigung,  dass  die  soziale  Ursache  ihrer  Beschwerden  ausserhalb der medizinisch­therapeutischen Einflussmöglichkeiten liegen  würde – eine gewisse Besserung des Beschwerdebildes zu erwarten. Im  Beschwerdeverfahren  wurde  kein  weiteres  Arztzeugnis  zu  den  Akten  gereicht. http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://links.weblaw.ch/EMARK-2003/24 http://de.wikipedia.org/wiki/Androgen

E­2405/2011 6.3.4. Aus dem eingereichten ärztlichen Bericht von Dr. med. M._______  vom  14.  April  2011  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  seinerseits  seit  dem  13.  Dezember  2010  wegen  einer  PTBS  in  ambulanter  psychiatrischer  und  psychotherapeutischer  Behandlung  steht.  Aus  dem  Bericht geht hervor, dass er aufgrund seiner einschneidenden Erlebnisse  während der Kriegszeit  in Bosnien an  (…)  leidet und medikamentös mit  Antidepressiva  versorgt  wird,  was  zu  keiner  Besserung  seines  psychischen  Zustandes  geführt  hat,  zumal  ihn  die  Ungewissheit  seines  Verbleibs in der Schweiz sehr beschäftige. Trotz dieses Krankheitsbildes  wird  jedoch  eine  Suizidalität  glaubhaft  verneint.  Gemäss  Arztbericht  ist  eine  Besserung  des  psychischen  Zustandes  des  Beschwerdeführers  wegen  der  Ungewissheit  seines  Verbleibs  in  der  Schweiz  kaum  zu  erwarten. 6.3.5.  In  Würdigung  dieser  Arztberichte  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  attestierten  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführenden  nicht  in  Frage  gestellt werden, jedoch – entgegen ihrer Meinung – nicht dergestalt sind,  dass die Behandlungen, welche zur Gewährung einer menschenwürdigen  Existenz  notwendig  sind,  nicht  auch  in  Bosnien  und  Herzegowina  erfolgen  können.  Insbesondere  ist  festzustellen,  dass  die  gemäss  den  genannten  Arztzeugnissen  verordneten  Medikationen  und  allenfalls  andere oder ähnliche Medikamente respektive eine psychotherapeutische  Behandlung  im  Heimatland  verabreicht  beziehungsweise  erfolgen  können.  Beispielsweise  verfügt  das  Spital  von  J._______,  welches  ungefähr  (…)  Kilometer  von  F._______  entfernt  ist,  sowohl  über  die  notwendige  medizinische  Infrastruktur  als  auch  über  einen  psychiatrischen  Dienst.  Zudem  existieren  in  J._______  zwei  Nichtregierungsorganisationen,  (…)  und  (….),  die  psychosoziale  und  psychiatrische Hilfe  für Frauen und Männer anbieten. Bei diesen beiden  Organisationen  ist  grundsätzlich  eine  kostenfreie  Behandlung  möglich.  Da  die  Zahl  der  Nachfragen  nach  einer  Behandlung  hoch  sein  kann,  könnten  die  Beschwerdeführenden  bereits  von  der  Schweiz  aus  mit  diesen Zentren  in Kontakt  treten, damit sie bei  ihrer Ankunft  in Bosnien­ Herzegowina relativ schnell eine Therapie beginnen können; (…) verfügt  über  eine  Kontaktstelle  in  der  Schweiz.  Zudem  steht  es  den  Beschwerdeführenden  offen,  medizinische  Rückkehrhilfe  im  Sinne  von  Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG zu beantragen. 6.3.6. Die (…) Beschwerdeführerin und der (…) Beschwerdeführer lebten  den  grössten  Teil  ihres  Lebens  in  Bosnien  und Herzegowina. Während 

E­2405/2011 sich die Beschwerdeführerin um den Haushalt und das gemeinsame Kind  sorgte,  weist  der  Beschwerdeführer  mit  acht  Jahren  Grundschule,  vier  Jahren  Berufsmittelschule  und  zwei  Jahren  Universitätsunterricht  in  Fachrichtung  (…) eine gute Schulbildung aus. Zudem hat er mit seinem  Beruf  als  (…)  und  während  seines  Aufenthalts  in  K._______  Berufserfahrung  sammeln  können  (vgl.  C2/1  S.  3).  Es  kann  sodann  davon  ausgegangen  werden,  dass  sie  –  nebst  dem  (…)  der  Beschwerdeführerin  und  anderen  Familienangehörigen  (vgl.  B7/10  S.  4  Antwort  38)  –  in  F._______  über  ein  verwandtschaftliches  und  soziales  Beziehungsnetz verfügen. Hinzu kommt, dass nebst dem Beziehungsnetz  in  Bosnien  und  Herzegowina  mehrere  Familienangehörige  in  der  Schweiz, in Frankreich und Dänemark leben (vgl. C1/14 S. 4; B4/8 S. 3),  welche ihnen beim Aufbau einer neuen Existenzgrundlage im Heimatland  ­ falls notwendig ­ finanziell zur Seite stehen können.  6.3.7.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Bosnien  und  Herzegowina  ­  nicht  zuletzt  auch  unter  Berücksichtigung  des  Kindeswohls  (vgl.  insbes.  Art.  3  Abs.  1  des  Übereinkommens  vom 20. November  1989 über  die Rechte des Kindes  [SR 0.107]) ­ als zumutbar. 6.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.  Insgesamt  ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. 

E­2405/2011 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.­ den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG).  Nachdem  die  Beschwerde  indessen  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden  konnte  und  zudem  von  der  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  auszugehen  ist  (gemäss  Datenbank  des  "Zentralen  Migrationsinformationssystems"  des  BFM  [ZEMIS],  vgl.  ZEMIS­Verordnung  vom  12.  April  2006  [SR  142.513],  sind  die  Beschwerdeführenden nicht erwerbstätig), ist in Gutheissung des mit der  Beschwerde  gestellten  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  von  der  Auferlegung  von  Verfahrenskosten abzusehen. (Dispositiv nächste Seite)

E­2405/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  gutheissen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

E-2405/2011 — Bundesverwaltungsgericht 04.10.2011 E-2405/2011 — Swissrulings