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Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 E-1435/2011

25. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,028 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom . / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­1435/2011 Urteil   v om   2 5 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. Parteien A._______, B._______, C._______, Eritrea, alle vertreten durch Samuel Häberli, Freiplatzaktion (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 2. Februar 2011 / N (…).

E­1435/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  vom  25.  März  2010  stellte  das  BFM  fest,  D._______  – Ehemann  respektive  Vater  der  Beschwerdeführenden  –  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31),  und  ordnete  wegen  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs seine vorläufige Aufnahme als Flüchtling an. Diese  Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B.  Am  18.  Juni  2010  liessen  die  Beschwerdeführenden  durch  ihre  Rechtsvertretung  ein  Asylgesuch  einreichen  und  beantragen,  ihnen  sei  die Einreise  in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens zu  bewilligen (Art. 20 AsylG). B.a  Zur  Begründung  des  Asylgesuchs  wurde  im  Wesentlichen  geltend  gemacht, die Beschwerdeführerin sei nach der Ausreise ihres Ehemanns  wiederholt  verhaftet  worden,  man  habe  sie  belästigt  und  unter  Druck  gesetzt  und  auch  immer  wieder  nach  dem  Verbleib  des  Ehemanns  gefragt und dessen Auslieferung verlangt. Die Beschwerdeführerin habe  deshalb mit den Kindern  in den Sudan  fliehen müssen und befinde sich  im Flüchtlingscamp E._______; durch das  illegale Verlassen Eritreas  im  militärfähigen Alter sei sie einer zusätzlichen Gefährdung ausgesetzt und  erfülle jedenfalls die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft.  Der Sudan stelle keinen zumutbaren dauerhaften Aufenthaltsort dar. Die  Beschwerdeführerin  habe  als  alleinstehende  Frau  mit  zwei  minderjährigen Kindern keine Beziehungen  in Sudan, hingegen sei eine  persönliche  respektive  familiäre  Affinität  zur  Schweiz  gegeben,  wo  sich  der  Ehemann  als  anerkannter  Flüchtling  aufhalte.  Es  sei  bekannt,  dass  die sudanesische Regierung in letzter Zeit mit der Rückschaffung von im  Sudan  lebenden  Personen  eritreischer  Volkszugehörigkeit  begonnen  habe  und  diese  Vertreibungspolitik  vorantreibe.  Dies  werde  durch  entsprechende  Berichte  von  amnesty  international  und  des  Hohen  Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) bestätigt.  B.b  Sodann  machten  die  Beschwerdeführenden  geltend,  es  bestehe  gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG ein Anspruch auf Einbezug in die  Flüchtlingseigenschaft  des  Ehemanns  beziehungsweise  Vaters.  In  Anbetracht  der  schwierigen  Lebensumstände  und  Familiensituation  der  Beschwerdeführenden  und  im  Licht  der  verfassungs­  und 

E­1435/2011 menschenrechtlichen  Normen  zum  Schutz  des  Familienlebens  und  des  Kindswohls  seien  sie  vorliegend  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres  Ehemanns/Vaters einzubeziehen. C.  Mit  Verfügung  vom  23.  Juni  2010  stellte  das  BFM  fest,  das  Mandatsverhältnis mit der Beschwerdeführerin sei nicht mittels einer von  ihr  unterzeichneten  Vollmacht,  sondern  nur  mittels  Vollmacht  ihres  Ehemanns  angezeigt  worden,  und  setzte  eine  Frist  an  zum  Einreichen  einer  rechtsgültigen,  von  der  Beschwerdeführerin  unterzeichneten  Vollmachtsurkunde. Die von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Originalvollmacht wurde  am 13. Juli 2010 fristgerecht zu den Akten gereicht.  D.  Mit Schreiben  vom 23. Dezember 2010  teilte  das BFM – unter Verweis  auf  ein  Schreiben  der  Schweizer  Botschaft  in  Khartum  vom  23.  März  2010  –  mit,  dass  aus  kapazitätsmässigen  und  sicherheitstechnischen  Gründen  eine  persönliche  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  nicht  möglich  sei.  Das  vorliegende  Asylgesuch  lasse  jedoch  noch  einige  entscheidrelevante  Fragen  offen,  die  im  Rahmen  der  Sachverhaltsabklärung daher schriftlich zu beantworten seien. Das BFM  forderte  die  Beschwerdeführerin  deshalb  unter  Fristsetzung  dazu  auf,  ergänzende  Angaben  (insbesondere  zum  Aufenthalt  in  Eritrea,  zu  Familienangehörigen  und  Verwandten  in  Drittstaaten,  zu  den  zum  Verlassen  der  Heimat  führenden  Ereignissen,  zur  Ausreise  aus  Eritrea  und zum Aufenthalt in Sudan) zu den Akten zu reichen. Die  Beschwerdeführenden  liessen  am  26.  Januar  2011  durch  ihren  Rechtsvertreter ihre Stellungnahme zu den einzelnen Fragen einreichen.  E.  Mit  Verfügung  vom  2.  Februar  2011  verweigerte  das  BFM  die  Einreise  der Beschwerdeführenden in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch aus  dem Ausland ab. F.  Mit Eingabe vom 3. März 2011  liessen die Beschwerdeführenden durch  ihren  Rechtsvertreter  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  inhaltlich,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  sei  aufzuheben  und  Ihnen  sei  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  die 

E­1435/2011 Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Durchführung  des  Asylverfahrens  zu  bewilligen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  der  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  der  Erlass  der  Verfahrenskosten  sowie  die  Ausrichtung  einer  angemessenen  Parteientschädigung  beantragt.  G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  14.  März  2011  verzichtete  der  Instruktionsrichter auf die Erhebung des Kostenvorschusses und verwies  den  Entscheid  bezüglich  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt.  Mit  gleicher  Verfügung lud er die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde vernehmen zu  lassen.  H.  Das BFM hielt  in der Stellungnahme vom 24. März 2011 vollumfänglich  an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest und beantragte  die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde dem Vertreter der Beschwerdeführenden am  28. März 2011 zur Kenntnis gebracht. I.  Am  2.  Mai  2011  liessen  die  Beschwerdeführenden  ein  sudanesisches  Gerichtsdokument  –  im  Original  und  mit  einer  deutschsprachigen  Übersetzung  –  zu  den  Akten  reichen.  Aus  diesem  gehe  hervor,  dass  gegen die Beschwerdeführerin ein Verfahren wegen illegalen Aufenthalts  eröffnet worden sei und sie sich deswegen innert Frist beim zuständigen  Gericht zu melden habe. Dem ebenfalls eingereichten Schreiben der (…)  Kirchgemeinde (…) vom 31. März 2011 sei in diesem Zusammenhang zu  entnehmen,  dass  diese  gerichtliche  Aufforderung  mit  einer  Untersuchungshaft  verknüpft  worden  und  die  Beschwerdeführerin  vorübergehend  ((…))  inhaftiert  gewesen  sei.  Ihr  Ehemann  sei  daher  kurzfristig in den Sudan gefahren und habe sich fast einen Monat lang um  die Familie gekümmert, zumal seine Angehörigen krank gewesen seien.  Zum  Beleg  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  und  des  jüngeren  Kinds  wurden  die  Originale  zweier  englischsprachiger  Arztzeugnisse  der  (…)  Clinic  in  F._______  vom  16. März  2011  zu  den  Akten gereicht.

E­1435/2011 J.  Mit  Schreiben  vom  15.  August  2011  ersuchte  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  das  Bundesverwaltungsgericht  um  prioritäre  Behandlung  der  Beschwerde.  Die  Beschwerdeführerin  und  die  Kinder  seien  bei  schlechter  Gesundheit  und  die  familiäre  Situation  sei  für  alle  Mitglieder der Kernfamilie sehr belastend. Mit Eingabe vom 25. August 2011 liessen die Beschwerdeführenden ein  Schreiben  der  Evangelisch­reformierten  Landeskirche  des  Kantons  G._______ vom 24. August 2011 einreichen.  Am  19.  September  2011  erkundigten  sich  der  Rechtsvertreter  und  am  20. Oktober  2011  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  sowie  ein  Bekannter telefonisch nach dem Stand des Verfahrens und ersuchten um  dessen baldigen Abschluss.  K.  Am  26.  Oktober  2011  liessen  die  Beschwerdeführenden  eine  Meldung  des UNHCR vom 18. Oktober 2011 einreichen. Dieser sei zu entnehmen,  dass  300  eritreische  Flüchtlinge  –  Asylsuchende  und  anerkannte  Flüchtlinge  –  von  den  sudanesischen  Behörden  nach  Eritrea  deportiert  worden  seien.  Diese  Meldung  zeige  erneut  und  mit  aller  Deutlichkeit,  dass  Sudan  nicht  als  sicherer  Drittstaat  für  asylsuchende  Personen  betrachtet werden könne. Es werde auch aus diesem Grund um prioritäre  Behandlung und rasche Entscheidfindung ersucht.  Mit  Schreiben  vom  3.  November  2011  liess  die  Beschwerdeführerin  mitteilen, dass sie schwanger sei und der voraussichtliche Geburtstermin  auf (…) fallen werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021).  Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und  ist daher eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

E­1435/2011 vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  (dokumentierte)  Ehe  zwischen  der  Beschwerdeführerin  mit  dem  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  vorläufig  aufgenommenen  D._______  vom  BFM  nicht  bestritten  wurde.  Aus  den  Akten  ergibt  sich  ferner,  dass  D._______  sowohl  anlässlich  seines  Asylverfahrens  als  auch  im  Rahmen  des  vorliegenden  Verfahrens  übereinstimmende  Aussagen  zu  Anzahl,  Namen  und  Alter  der  Beschwerdeführenden machte.  Damit  beurteilt  auch  das  Gericht  es  als  erstellt, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um die Ehefrau und  die  zwei  minderjährigen  Kinder  von  D._______  handelt.  Somit  ist  D._______ befugt, für seine Kinder als gesetzlicher Vertreter zu handeln.  Mit Bezug auf die Beschwerdeführerin ist aufgrund der Bevollmächtigung  des  Rechtsvertreters  sowie  den  in  seinen  Eingaben  klar  formulierten  Rechtsbegehren  ebenfalls  von  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs  und  eines Gesuchs um Bewilligung der Einreise auszugehen. 3.2.  Die  Tatsache,  dass  die  Gesuche  nicht  bei  einer  schweizerischen  Vertretung  im Ausland, sondern direkt beim BFM eingereicht wurden,  ist  nach  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  relevant  (vgl.  BVGE  2007/19 E. 3.3 S. 226).

E­1435/2011 4.  Wird  von  Angehörigen  im  Ausland  eine  konkrete  Gefährdung  geltend  gemacht,  geht  die  Prüfung  der  originären  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  AsylG  derjenigen  eines  Anspruchs  auf  Nachzug  von  Familienangehörigen eines vorläufig aufgenommenen Flüchtlings gestützt  auf Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) vor (Art. 74 Abs. 5 der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] i.V.m. Art. 37 der Asylverordnung 1  vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Die  Frage,  ob  allenfalls  die  Voraussetzungen  eines  derivativen  Einbezugs  von  Familienangehörigen  und  eingetragenen  Partnern  in  die  vorläufige  Aufnahme  von  vorläufig  aufgenommenen  Flüchtlingen  vorliegen,  kann  mithin  erst  dann  einer  Prüfung  unterzogen  werden,  wenn  zuvor  festgestellt  wurde,  dass  die  einzubeziehende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  selbstständig  nach  Art. 3  AsylG  erfüllt  (vgl.  BVGE 2007/19).  Demnach  ist  im  Folgenden  zunächst  zu  prüfen,  ob  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  selbstständig  erfüllen,  beziehungsweise ob ihnen gemäss den Kriterien von Art. 20 Abs. 2 und 3  AsylG die Einreise in die Schweiz zu bewilligen ist.  5.  5.1.  Ein  Asylgesuch  kann  gemäss  Art.  19  AsylG  im  Ausland  bei  einer  schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an  das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Hinsichtlich  des  Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung  im Ausland sieht Art. 10  AsylV 1 vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine  Befragung  durchführt.  Davon  kann  nur  abgewichen  werden,  wenn  eine  Befragung  faktisch oder aus organisatorischen oder  kapazitätsmässigen  Gründen unmöglich  ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des  eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE  2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Ausland nicht möglich, ist  die  asylsuchende  Person  aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine  Befragung  im  Ausland  in  der  Verfügung  zu  begründen  (vgl.  BVGE  2007/30 E. 5.8 S. 368). 

E­1435/2011 5.2. Vorliegend sah sich die Botschaft in Khartum nicht in der Lage, eine  persönliche  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  zu  ihrem  Asylgesuch  durchzuführen.  Das  BFM  begründete  in  der  Verfügung  vom  23.  Dezember  2010  diesen  Verzicht  mit  dem  begrenzten  Personalbestand  der Botschaft und fehlenden Voraussetzungen im sicherheitstechnischen  und räumlichen Bereich. Der Vertreter der Beschwerdeführenden nahm in  der Folge mit Eingabe vom 26. Januar 2011 ausführlich zu den gestellten  Fragen  Stellung.  Vorliegend  erhielten  die  Beschwerdeführenden  somit  rechtsgenügend  Gelegenheit,  ihre  Asylgründe  darzulegen  und  bei  der  Erhebung und Ergänzung des massgebenden Sachverhalts mitzuwirken.  6.  6.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu  bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird, das  heisst  im  Hinblick  auf  die  Anerkennung  als  Flüchtling  und  die  Asylgewährung,  oder  aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung  des  Sachverhalts  ein  weiterer  Aufenthalt  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  oder  die  Ausreise  in  einen  Drittstaat  nicht  zumutbar  erscheint (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.2 S. 224). Nach Art. 52 [Abs. 2] AsylG  kann  einer  Person,  die  sich  im  Ausland  befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden  kann,  sich  in  einem  anderen  Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwendung von Art. 52 [Abs. 2]  AsylG  ist  in  einer Gesamtschau  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der  ganzen  Umstände  geboten  erscheint,  dass  es  gerade  die  Schweiz  ist,  die  den  angesichts der bestehenden Gefährdung erforderlichen Schutz gewähren  soll  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 21  E.  4a  S.  139).  Bei  dieser  Beurteilung sind namentlich die persönliche Beziehung zur Schweiz, die  Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Qualität  allfälliger  Beziehungen  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 insbesondere E. 2.f S. 131  ff.). Damit Art. 52 [Abs. 2] AsylG zur Anwendung kommen kann, muss als  Grundvoraussetzung  eine  Gefährdung  im  Sinn  von  Art. 3  AsylG  vorliegen.  Nur  dann  ist  es  gerechtfertigt,  dass  überhaupt  die  Ausschlussklausel von Art. 52 [Abs. 2] AsylG angewendet wird. 6.2. Das BFM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,  das Gesuch vom 18. Juni 2010 sei als eigenständiges Asylersuchen aus 

E­1435/2011 dem  Ausland  beurteilen.  Die  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts erfordere die Anwesenheit der Beschwerdeführenden in der  Schweiz nicht.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  zwar  offensichtlich  ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den  eritreischen  Behörden  gehabt.  Es  sei  ihnen  indessen  zuzumuten,  in  ihrem  aktuellen  Aufenthaltsstaat  Sudan  zu  verbleiben;  den  subsidiären  Schutz  der  Schweiz  würden  sie  nicht  benötigen. Um die nötige Versorgung zu erhalten, könnten sie allenfalls in  das  ihnen  zugewiesene  Flüchtlingslager  zurückkehren.  In  diesem  Sinn  habe  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  entschieden,  dass  für  somalische  Flüchtlinge  der  Aufenthalt  in  äthiopischen  Flüchtlingslagern  grundsätzlich  zumutbar  sei. Diese Schlussfolgerung müsse auch  für die  Flüchtlinge  in Sudan gelten, weil diese den gleichen Aufenthaltspflichten  unterstehen würden wie die Flüchtlinge in Äthiopien. Die Furcht vor einer  Rückschaffung  durch  die  sudanesischen  Behörden  nach  Eritrea  sei  als  klar unbegründet zu bezeichnen. Zu  keinem  anderen  Ergebnis  führe  die  Beurteilung  des  Gesuchs  im  Rahmen des Familiennachzugs. Bei vorläufig aufgenommenen Personen  richte  sich  der  Familiennachzug  nach  Art. 85  Abs. 7  AuG.  Danach  könnten  Ehegatten  und  minderjährige  Kinder  solcher  Personen  frühestens  drei  Jahre  nach  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  nachgezogen  und  in  diese  eingeschlossen  werden.  Der  Ehemann  beziehungsweise Vater der Beschwerdeführenden sei am 25. März 2010  vorläufig aufgenommen worden, womit diese minimale Wartefrist von drei  Jahren nicht erfüllt sei. 6.3. Auf  Beschwerdeebene  wird  festgehalten,  das  BFM  habe  in  seiner  Verfügung nicht in Frage gestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Bezug  auf Eritrea die Flüchtlingseigenschaft erfülle und eine enge Beziehung zur  Schweiz bestehe. Hinsichtlich der Zumutbarkeit des weiteren Verbleibs in  Sudan  habe  die  Beschwerdeführerin  stets  dargelegt,  dort  unter  sehr  prekären  Bedingungen  zu  leben.  Das  Leben  im  Flüchtlingscamp  E._______  sei  für  sie  und  ihre  Kinder  unerträglich  und  zunehmend  gefährlich  geworden,  zumal  sie  als  alleinstehende  Frau  ständigen  Bedrohungen durch Männer ausgesetzt gewesen sei; ausserdem sei die  medizinische Versorgung der ständig kranken Kinder nicht gewährleistet.  Aus  diesen  Gründen  sei  sie  nach  F._______  ausgewichen,  wo  sie  bei  einer Bekannten behelfsmässig und vorübergehend Unterkunft gefunden  habe. Auch  in F._______ sei es zu polizeilichen Übergriffen gekommen. 

E­1435/2011 Es  sei  ihr  auch  mehrmals  mit  der  Deportation  nach  Eritrea  gedroht  worden;  in  diesem  Zusammenhang  sei  sie  in  Untersuchungshaft  genommen  worden  und  hätte  wegen  illegalen  Aufenthalts  vor  Gericht  erscheinen müssen. Durch diese schwierige Situation sei sie mittlerweile  psychisch  sehr  angeschlagen  und  nehme  entsprechende  Medikamente  zu  sich.  Insgesamt  sei  daher  ein  weiteres  Verbleiben  im  Sudan  für  sie  und  die  Kinder  nicht  zumutbar.  Die  spezifische  Situation  der  Beschwerdeführenden sei vom BFM nicht ausreichend gewürdigt worden.  Bei  ihnen  handle  es  sich  um  verletzliche  Personen,  die  sich  in  existentieller Not befinden würden; eine weitere Schutzbeanspruchung in  Sudan sei ihnen daher nicht zuzumuten. 7.  7.1. Das BFM hatte es  in der Verfügung vom 25. März 2010 als erstellt  erachtet,  dass  D._______  seinen  Heimatstaat  illegal  und  im  militärdienstpflichtigen  Alter  verlassen  habe.  Weiter  hat  es  ausgeführt,  dass  die  eritreischen  Behörden  solchen  Personen  grundsätzlich  eine  regierungsfeindliche  Haltung  unterstellen  und  diese  bei  einer  Rückkehr  sehr  streng  bestrafen  und  sich  die  Strafmassnahmen  durch  ein  hohes  Mass  an  Brutalität  auszeichnen  würden.  Damit  habe  er  begründete  Furcht,  bei  einer  Rückkehr  nach  Eritrea  ernsthaften Nachteilen  im Sinn  von  Art.  3  AsylG  ausgesetzt  zu  werden,  womit  er  die  Fluchtlingseigenschaft erfülle. 7.2. Gemäss verschiedenen Lageberichten zu Eritrea werden Angehörige  von  im  Ausland  lebenden  Dissidenten,  Wehrdienstpflichtigen  und  Deserteuren  oder  Personen,  welche  die  vorn  Eritreern  im  Ausland  erhobene  zweiprozentige  Einkommenssteuer  nicht  bezahlt  haben,  von  den  Sicherheitsorganen  befragt  und  häufig  inhaftiert,  damit  sie  den  Aufenthaltsort der gesuchten Person preisgeben (vgl. US DEPARTMENT OF  STATE,  2010  Human  Rights  Report  /  Eritrea,  8.  April  2011,  Section  1f;  UNHCR.  Eligibility  Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs of Asylumseekers from Eritrea, 20. April 2011, S. 17 f.; ALEXANDRA  GEISER  [Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  SFH],  Eritrea  Update  vom  Februar 2010, 8. Februar 2010, S. 14). Vor diesem Hintergrund erscheint  es  als  plausibel,  dass  die  eritreischen  Behörden  ein  Interesse  daran  haben, den Verbleib von D._______ in Erfahrung zu bringen, weshalb die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen als nachvollziehbar bezeichnet werden können.  Wie  bereits  erwähnt,  kommt  auch  das  BFM  in  der  Verfügung  vom  2.  Februar 2011 (S. 3 Ziff. 3) zum Schluss, die Beschwerdeführenden hätten 

E­1435/2011 in  Eritrea  "ernsthafte  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden"  gehabt.  7.3.  Vor  diesem  Hintergrund  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Übereinstimmung  mit  dem  BFM  zur  Überzeugung,  dass  konkrete  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Heimat  landesweit einer asylrechtlich relevanten Verfolgung im Sinn von  Art. 3  AsylG  ausgesetzt  sind  respektive waren. Die  Beschwerdeführerin  hat  zudem  ihren  Angaben  zufolge  Eritrea  im  Januar  2010  im  wehrdienstpflichtigen  Alter  und  ohne  behördliches  Ausreisevisum  illegal  verlassen,  was  schon  für  sich  allein  ein  nicht  unbeachtliches  Risiko  schafft,  in  Zukunft  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinn  des  Asylgesetzes  ausgesetzt zu werden.  8.  8.1.  Gemäss  Art.  52  [Abs.  2]  AsylG  kann  einer  Person,  die  sich  im  Ausland  befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden  kann,  sich  in  einem  andern  Staat  um  Aufnahme  zu  bemühen.  Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in  einem  Drittstaat  auf,  ist  zwar  im  Sinn  einer  Vermutung  davon  auszugehen,  die  betreffende  Person  habe  dort  bereits  Schutz  vor  Verfolgung  gefunden  oder  könne  ihn  dort  erlangen,  weshalb  weiter  anzunehmen  ist,  es  sei  ihr  zuzumuten,  dort  zu  verbleiben  beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung  ist  jedoch  widerlegbar  und  kann  sich  insbesondere  mit  Bezug  auf  die  Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S.  176  f.)  oder  auch  auf  die  Zumutbarkeit  der  Inanspruchnahme  dieses  Schutzes als unzutreffend erweisen.  Vor  diesem  Hintergrund  sind  praxisgemäss  zunächst  die  gängigen  individuellen  Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  im  betreffenden  Drittstaat  als  zumutbar  erscheinen  lassen,  und  diese  in  einem  zweiten  Schritt  mit  der  Intensität  und  Qualität  einer  allfälligen  persönlichen Beziehung zur Schweiz in Bezug zu setzen (vgl. etwa Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­8127/2008  vom  12. Mai  2011  E.  5.1;  EMARK 2004 Nr. 21 E. 4). 8.2.  Das  BFM  führt  in  diesem  Zusammenhang  in  der  Verfügung  vom  2. Februar  2011 aus,  es  liege ein Ausschlussgrund  im Sinn  von Art.  52  [Abs.  2] AsylG vor, weil  die Beschwerdeführerenden  sich  seit  dem Jahr  2010 in Sudan befänden, dort vom UNHCR registriert worden seien und 

E­1435/2011 über einen entsprechenden Flüchtlingsausweis verfügen würden. Es sei  ihnen  daher  zumutbar,  vorderhand  in  Sudan  zu  bleiben.  Um  die  notwendige  Versorgung  zu  erhalten,  könnten  sie  wieder  in  das  ihnen  zugeteilte  Flüchtlingslager  zurückkehren.  Soweit  eine  Rückschaffung  nach Eritrea befürchtet werde, sei diese Angst unbegründet. 8.3.  Den  Akten  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  Sudan  nicht  über  ein  tragfähiges  soziales  Netz  verfügen  und  sie  mit  diesem  Staat  auch  keine  besondere  kulturelle  oder  sprachliche  Nähe  verbindet.  Sie  haben  zwar  in  F._______  bei  einer  Bekannten  Unterschlupf gefunden, überleben aber offenbar hauptsächlich dank der  Unterstützungsleistungen  des  Ehemanns  aus  der  Schweiz.  Zudem  handelt  es  sich  bei  der  momentanen  Wohnsituation  offenbar  nicht  um  eine dauerhafte Lösung. Demgegenüber besteht zur Schweiz eine enge  persönliche  Beziehung:  Hier  lebt  seit  September  2008  der  Ehemann  respektive Vater der Beschwerdeführenden, der mit Verfügung des BFM  vom  25.  März  2010  als  Flüchtling  aufgenommen  worden  ist.  Dieser  persönliche  Konnex  ist  von  der  Vorinstanz  bei  der  Behandlung  des  vorliegenden Asylgesuchs            – soweit aufgrund der Begründung ihrer  Verfügung feststellbar – nicht berücksichtigt worden. 8.4. Nach Auffassung  des Gerichts  ist  es  vorliegend  nicht  geboten,  die  Beschwerdeführerin,  eine  alleinstehende  Frau  mit  zwei  Kleinkindern,  gestützt  auf  Art.  52  [Abs.  2]  AsylG  auf  einen  vorab  theoretischen,  sich  fernab  von  der  nächsten  Bezugsperson  entfaltenden  Schutz  durch  die  sudanesischen  Behörden  zu  verweisen.  In  diesem  Zusammenhang  ist  festzuhalten,  dass  Sudan  zwar  das  Abkommen  vom  28. Juli  1951  über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) unterzeichnet hat, in  der  Praxis  aber  keinen  zuverlässigen  Schutz  vor  Rückschiebung  in  Verfolgerstaaten  gewährt  und  Flüchtlinge  in  vielfacher  Hinsicht  diskriminiert  (vgl.  UNCHR,  Brief  Background  Note  on  the  Situation  of  Eritrean  Asylum­Seekers  and  Refugees  in  Sudan;  U.S.  Department  of  State, 2010 Country Reports on Human Rights Practices / Sudan, Section  2 d,  11. April  2011). Angesichts  der  nahen persönlichen Beziehung der  Beschwerdeführenden  zur  Schweiz  ist  es  angezeigt,  ihnen  die  Einreise  zu ihrem in der Schweiz lebenden Ehemann und Vater zu bewilligen und  zu ermöglichen.  8.5. Den  Beschwerdeführenden  ist  deshalb  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2  AsylG  die  Einreise  in  die  Schweiz  zur  Durchführung  des  ordentlichen  Asylverfahrens zu bewilligen.

E­1435/2011 9.  Da die Beschwerdeführenden bereits aufgrund ihrer eigenen Gefährdung  in  Eritrea  sowie  der  Aufenthaltssituation  in  Sudan  die  Voraussetzungen  für  eine  Bewilligung  der  Einreise  nach  Art.  20  Abs.  2  AsylG  erfüllen,  erübrigen  sich  vorliegend  nähere  Ausführungen  zur  Ableitung  der  Flüchtlingseigenschaft  beziehungsweise  zum Einbezug  in  die  vorläufige  Aufnahme des Ehemanns und Vaters im Sinn von 85 Abs. 7 AuG. 10.  Nach dem Gesagten  ist die Beschwerde vom 3. März 2011  im Sinn der  vorstehenden  Erwägungen  gutzuheissen.  Die  Verfügung  des  BFM  vom  2. Februar  2011  ist  aufzuheben und die Vorinstanz  ist  anzuweisen,  den  Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und hier  das ordentliche Asylverfahren fortzusetzen respektive durchzuführen. 11.  11.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 11.2. Den obsiegenden,  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  vertretenen  Beschwerdeführenden  ist  in Anwendung von Art. 64 VwVG sowie Art. 7  Abs.  1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  eine  Entschädigung  für  die  ihnen  entstandenen  notwendigerweise entstandenen Parteikosten zuzusprechen. Ihr  Rechtsvertreter  hat  am  2.  Mai  2011  eine  Kostennote  in  Höhe  von  Fr. 840.–  zu  den  Akten  gereicht.  Diese  erscheint  angesichts  der  Aktenlage  als  angemessen.  Die  nach  Einreichung  der  Kostenübersicht  vorgenommenen  aktenkundigen  Vertretungshandlungen  (namentlich  wiederholte Gesuche um prioritäre Behandlung und die Weiterleitung von  Unterstützungsschreiben  und  Länderberichten)  sind  nicht  vollumfänglich  als  notwendig  im Sinn  der Bestimmung  zu  beurteilen. Unter Würdigung  aller  Umstände  und  der  massgebenden  Bemessungsfaktoren  wird  die  von  der  Vorinstanz  auszurichtende  Parteientschädigung  auf  insgesamt  Fr. 1000.– (inkl. aller Auslagen) festgesetzt. (Dispositiv nächste Seite)

E­1435/2011 E­1435/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird im Sinn der Erwägungen gutgeheissen. 2.  Die Verfügung des BFM vom 2. Februar 2011 wird aufgehoben. 3.  Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden die Einreise in die  Schweiz zwecks Durchführung der Asylverfahren zu bewilligen. 4.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5.  Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in Höhe von Fr. 1000.– zu entrichten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Eveline Chastonay Versand:

E-1435/2011 — Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 E-1435/2011 — Swissrulings