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Bundesverwaltungsgericht 12.01.2012 E-117/2012

12. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,048 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. Dezember 2011 (Dublin) / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­117/2012 Urteil   v om     1 2 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, B._______, C._______, D._______, Kosovo,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);  Verfügung des BFM vom 29. Dezember 2011 / N (…).

E­117/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  eigenen  Angaben  am  14.  November  2011  illegal  in  die  Schweiz  einreisten  und  hier  gleichentags  Asylgesuche stellten, dass sie anlässlich der Befragungen zur Person vom 25. November 2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  einräumten,  zuvor  in  Ungarn  während  rund  fünfzehn  Monaten  ein  Asylverfahren  durchlaufen zu haben, wobei das Gesuch von zwei Instanzen abschlägig  beurteilt worden und sie im Oktober 2011 unkontrolliert nach Montenegro  ausgereist und nach Kosovo zurückgekehrt seien, um einen Monat später  über unbekannte Wege und Länder in die Schweiz zu kommen, da sie in  Kosovo als Roma von den Albanern verfolgt seien, dass  den Beschwerdeführenden  im Rahmen  der  Befragung  zur  Person  das  rechtliche  Gehör  zu  einem  allfälligen  Nichteintretensentscheid  aufgrund  der  mutmasslichen  Verfahrenszuständigkeit  Ungarns  in  Anwendung  der  Schengen/Dublin­Vertragsgrundlagen  mit  Wegweisung  dorthin gewährt wurde, dass  sie  dabei  ihre  Furcht  äusserten,  von  den  ungarischen  Behörden  nach Kosovo und damit in den Tod zurückgeschickt zu werden, dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  einer  Eurodac­Meldung  vom  18. November 2011 und einer auf Antrag des BFM von den ungarischen  Behörden übermittelten Auskunft vom 14. Dezember 2011 in Ungarn am  (…) September 2010 ein Asylgesuch stellten, welches am (…) Dezember  2010 erstinstanzlich und am (…) Oktober 2011 auf Rekursstufe durch das  zuständige Gericht abgewiesen wurde, wobei die Beschwerdeführenden  als seit dem (…) Oktober 2011 verschwunden galten,  dass  das  BFM  am  22.  Dezember  2011  ein  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  hat)  gestütztes  Übernahmeersuchen  an  Ungarn  richtete,  welchem  die  ungarischen  Behörden  am  23.  Dezember  2011  aufgrund  ihrer  ausdrücklich  erklärten  Verfahrenszuständigkeit  zustimmten,

E­117/2012 dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  29.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  4. Januar  2012  –  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche  der Beschwerdeführenden  vom 14. November  2011  nicht  eintrat,  deren  Wegweisung  nach  Ungarn  und  den  Vollzug  anordnete  und  ferner  feststellte,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine aufschiebende Wirkung zu, dass  es  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (unter  anderem:  Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392.68]; Dublin­ II­Verordnung;  Verordnung  [EG] Nr.  1560/2003  der Kommission  vom 2.  September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003 des Rates  [DVO Dublin])  sei Ungarn  für die Durchführung  des Asylverfahrens zuständig, zumal die ungarischen Behörden dem auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­Verordnung  gestützten  Rückübernahmeersuchen zugestimmt hätten, dass  aufgrund  erheblicher  Substanzarmut  in  den  Schilderungen  der  Reiseumstände  von  Ungarn  nach  Kosovo  und  von  dort  weiter  in  die  Schweiz  Zweifel  an  der  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  ihr  Heimatland bestünden, dass  die  Überstellung  nach  Ungarn  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 23. Juni 2012 zu  erfolgen habe, dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  des  Nichteintretensentscheides  darstelle  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Ungarn  mangels  zureichender gegenteiliger Anhaltspunkte zulässig, zumutbar und möglich  sei und insbesondere weder dem Non­Refoulement­Gebot gemäss Art. 5  AsylG noch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  widerspreche, dass  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  anlässlich  des  ihnen  gewährten  rechtlichen Gehörs zu einer Rückführung nach Ungarn diese 

E­117/2012 Erkenntnisse  nicht  umzustossen  vermöchten,  da  sie  an  der  Verfahrenszuständigkeit  Ungarns  nichts  änderten  und  die  ungarischen  Behörden  das  dort  gestellte  Asylgesuch  geprüft  hätten, weshalb  für  die  Schweiz  kein  Anlass  bestehe,  eine  Gesuchsprüfung  an  Stelle  Ungarns  durchzuführen, dass gemäss Art. 107a AsylG einer allfälligen Beschwerde gegen diese  Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 5. Januar 2012 gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und dabei sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und  die Erteilung eines Bleiberechts in der Schweiz beantragen, dass sie in der Begründung ihre Furcht bekräftigen, dass die ungarischen  Behörden  sie  nach  Kosovo  zurückschicken  würden,  zumal  eine  Abschiebung  dorthin  bereits  nach  dem  definitiven  Asylentscheid  in  Ungarn beabsichtigt gewesen sei, dass  sie  jedoch nicht  nach Kosovo  zurück  könnten,  da  sie  dort  verfolgt  seien  und  Probleme  hätten,  wofür  sie  demnächst  Beweismittel  vorzulegen versuchen würden, dass  insbesondere  ihren  Kindern  in  der  Schweiz  eine  Zukunft  zu  ermöglichen sei, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  10.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

E­117/2012 dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheides stellen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 

E­117/2012 weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  die  ungarischen  Behörden  dem  Ersuchen  des  BFM  um  Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 16 Abs. 1  Bst. e Dublin­II­Verordnung (Wiederaufnahmepflicht und Zuständigkeit  jenes  Landes,  das  bereits  abschlägig  über  einen  Asylantrag  entschieden  hat)  am  23.  Dezember  2011  ausdrücklich  zugestimmt  haben  und  mithin  Ungarn  für  die  Durchführung  der  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren der Beschwerdeführenden zuständig ist, dass die erwähnte gesetzliche Grundlage der Zuständigkeit vom BFM  zutreffend  erkannt  und  von Ungarn  auch  akzeptiert  wurde  und  deren  grundsätzliche  Anwendbarkeit  im  Übrigen  seitens  der  Beschwerdeführenden nicht bestritten wird,  dass sich mithin die Frage, ob die Beschwerdeführenden zwischen der  Ausreise  aus  Ungarn  und  der  Einreise  in  die  Schweiz  überhaupt  kosovarischen  Boden  betreten  hätten,  gar  nicht  stellt,  zumal  die  dreimonatige  Frist  nach  Art.  16  Abs.  3  Dublin­II­Verordnung  unbestrittenermassen zwischenzeitlich nicht abgelaufen ist, dass  es  dennoch  erstaunt,  dass  die  Beschwerdeführenden  auf  Beschwerdestufe  eine  zwischenzeitliche  Rückkehr  nach  Kosovo  infolge  ihrer  dortigen Verfolgungslage  verneinen,  im  erstinstanzlichen  Verfahren  aber  noch  übereinstimmend  geltend  machten,  sie  seien  zwischenzeitlich freiwillig für rund einen Monat dorthin zurückgekehrt, dass  Ungarn  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der  EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  des  Übereinkommens  vom  20. November  1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) ist,

E­117/2012 dass die Dublin­II­Verordnung voraussetzt, dass alle Mitgliedstaaten des  Dublin­Raums  ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen und  diese Vermutung grundsätzlich solange gilt, als nicht erhärtet ist, dass der  Zielstaat  der  Überstellung  seinen  Mindestverpflichtungen  aus  dem  EU­ Gemeinschaftsrecht  systematisch  nicht  nachkommt,  oder  ernsthafte  Hinweise  bestehen,  wonach  die  Behörden  des  zuständigen  Staates  im  konkreten Fall das internationale Recht nicht respektieren würden,  dass vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Ungarn würde  sich  nicht  an  diese  Verpflichtungen  und  vorab  das  Non  Refoulement­ Gebot halten, dass die Beschwerdeführenden keine Gründe vorbringen können, die die  Zuständigkeit  der  Schweiz  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  nach  sich  ziehen würden  beziehungsweise  die  der Ausreise in den Drittstaat entgegenstünden, dass  die  behauptungsgemäss  besseren  Zukunftsperspektiven  für  die  Kinder  in  der  Schweiz  für  sich  besehen  jedenfalls  einer  Drittstaatwegweisung nicht entgegenstehen, dass die in Aussicht gestellten und angeblich dem Beweis der Verfolgung  in  Kosovo  dienenden,  jedoch  nicht  näher  spezifizierten  Beweismittel  mangels Relevanz für die vorliegende Eintretens­ und Wegweisungsfrage  nicht abzuwarten sind, sondern gegebenenfalls den für das Asylverfahren  zuständigen ungarischen Behörden vorzulegen wären, dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  weder  angesichts  der  Verhältnisse  in  Ungarn  noch  zufolge  der  individuellen  Situation  der  Beschwerdeführenden  und  ihrer  Kinder  Anlass  zur  Annahme  einer  existenziellen Notlage  im Falle einer Rückführung dorthin und mithin zur  Ausübung des Selbsteintrittsrechts  im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­ VO besteht, dass  bei  dieser  Sachlage  für  die  schweizerischen  Asylbehörden  insgesamt  keine  Veranlassung  besteht,  in  Abweichung  von  der  festgestellten  Zuständigkeitsordnung  vom Selbsteintritt  gemäss Art.  3  Abs. 2 Dublin­II­Verordnung i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung  1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)  Gebrauch  zu  machen,  das  BFM  die  Überstellung  der  Beschwerdeführenden  nach  Ungarn  in  diesem  Sinne  zu  Recht  als  zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat und die vom Bundesamt 

E­117/2012 verfügte Wegweisung samt ihrem Vollzug zu bestätigen ist,  dass  das BFM demzufolge  zu Recht  in  Anwendung  von Art.  34 Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist, dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Wegweisung aus der Schweiz zu Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG) und  vorliegend keine Ausnahme von diesem Grundsatz ersichtlich  ist  (vgl.  BVGE 2008/34 E. 9.2), weshalb diese zu Recht angeordnet wurde, dass  –  wie  bereits  angeführt  –  die  Frage  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  in Verfahren  nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG bereits Voraussetzung (und nicht erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45  E. 10.2), weshalb  allfällige Vollzugshindernisse  systembedingt  bereits  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­Verordnung)  geprüft  wurden,  dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist und es sich erübrigt, auf deren Inhalt näher einzugehen, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­117/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand:

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