Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-890/2012

21. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,068 Wörter·~5 min·4

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Februar 2012

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­890/2012 Urteil   v om   2 1 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , Bosnien und Herzegowina,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 8. Februar 2012 / N … .

D­890/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  Staatsangehöriger  von  Bosnien  und  Herzegowina,  welcher  sich  der  Volksgruppe  der  Bosniaken  zurechnet –  am 24. Januar 2012 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,  dass  er  vom  BFM  am  27.  Januar  2012  zu  seiner  Person,  seinem  Reiseweg  und  summarisch  zu  seinen  Gesuchgründen  befragt  und  am  8. Februar 2012 einlässlich angehört wurden (vgl. dazu act. A4 und A10),  dass er dabei angab, er stamme aus der Ortschaft X._______ [im Gebiet  der  bosnisch­kroatischen  Föderation  gelegen],  wo  er  mit  seiner  Mutter  und seiner Schwester gelebt habe,  dass sein Vater … [im Ausland] arbeite, sie von ihm aber nicht respektive  nur selten unterstützt worden seien, weshalb sie nie Geld gehabt hätten,  dass  er  während  zwölf  Jahren  zur  Schule  gegangen  sei  und  eine  Ausbildung …  [zu  einem Beruf]  absolviert  habe,  er  jedoch  nur  einmal –  von März bis November 2009 – eine Arbeit … [im Ausland] auf dem Bau  gehabt  habe  und  nach  dem  Verlust  dieser  Stelle  wieder  zuhause  gewesen sei, wo er keine Arbeit gefunden habe,  dass er auf die Frage nach dem Grund seine Ausreise aus Bosnien und  Herzegowina zur Hauptsache vorbrachte, er habe dort nicht einmal Geld  für  Zigaretten  gehabt,  da  ihm  der  Vater  nur  sehr  selten Geld  geschickt  habe  und  seine  Mutter  und  seine  Schwester  ihm  sein  Geld  weggenommen hätten, wenn er gelegentlich einmal gearbeitet habe,  dass  er  letztlich  von  der  Mutter  und  der  Schwester  aus  dem  Haus  geworfen  worden  sei,  weil  er  keine  Arbeit  gefunden  habe,  worauf  er  mangels Unterkunft ausgereist sei (vgl. dazu act. A10 F. 13 und F. 17),  dass  er  jedoch  nicht  nur  aus  wirtschaftlichen  Gründen  in  die  Schweiz  gekommen  sei,  sondern  auch,  weil  er  psychische  Probleme  habe  und  Tabletten  benötige,  da  er  als  Kind  von  seiner  Familie  geschlagen  und  unterdrückt worden sei und er auch nie Freunde gehabt habe,  dass  er  dabei  auf  drei  medizinische  Berichte  verwies,  darunter  ein  Spitalbericht  …  [von]  2008  betreffend  einen  Suizidversuch,  sowie  auf  seinen Bedarf an Antidepressiva (vgl. dazu act. A4 Ziff. 7.02 ­ 7.04 sowie  act. A10 Ziff. 18 ­ 24), 

D­890/2012 dass er zusammenfassend vorbrachte, er sei hier, weil er ein ruhiges und  normales Leben möchte, mithin er  lieber Selbstmord begehen würde als  in die Heimat zurückzukehren (vgl. act. A10 F. 25 ­ 27)  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  8.  Februar  2012  (mündlich  und  schriftlich  eröffnet  am  gleichen  Tag)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Bosnien und Herzegowina  anordnete, dass das Bundesamt seinen Entscheid auf die Bestimmung von Art.  34  Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) abstützte  und dazu ausführte, gemäss Beschluss des Bundesrates handle es sich  bei  Bosnien  und Herzegowina  um  einen  verfolgungssicheren  Staat  und  dem  Beschwerdeführer  gelinge  es  nicht,  die  Vermutung  fehlender  Verfolgung  zu  widerlegen,  da  er  hauptsächlich  wirtschaftliche  und  finanzielle Gründe für seine Ausreise geltend mache,  dass die geltend gemachten Probleme jedoch nicht relevant seien, da sie  bloss  Ausdruck  der  nach  wie  vor  erschwerten  wirtschaftlichen  und  sozialen Bedingungen in Bosnien und Herzegowina seien, wie auch den  geltend gemachten Übergriffen von Seiten seiner Eltern keine Relevanz  zukomme, zumal diese schon Jahre zurücklägen,   dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  nach  Bosnien und Herzegowina als zulässig, auch unter Berücksichtigung der  psychischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  als  zumutbar  und  schliesslich auch als möglich erklärte, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  –  mittels  einer  an  das  BFM  gerichteten  fremdsprachigen  Eingabe  vom  13. Februar  2012  (Poststempel) – sinngemäss Beschwerde erhob,  dass  seine  Eingabe  vom  Bundesamt  von  Amtes  wegen  übersetzt  und  daran  anschliessend  an  das  Bundesverwaltungsgericht  überwiesen  wurde  (vgl. dazu Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])   dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  zur  Hauptsache  geltend  macht,  er  habe  seine  Heimat  in  Tat  und  Wahrheit  in  erster  Linie  aus  Furcht  vor  Nachstellungen  von  Seiten  der  wahhabitischen  Sekte 

D­890/2012 verlassen, welcher  er  im  Januar  2011  beigetreten  sei,  ohne  zu wissen,  worauf er sich da eingelassen habe,  dass ihm damals von der wahhabitischen Sekte 300 KM (rund Fr. 190.–)  angeboten  worden  seien,  welche  er  aufgrund  seiner  finanziellen  Probleme gerne angenommen habe, er dann aber von der Sekte  immer  mehr  unter  Druck  gesetzt  worden  sei,  die  Moschee  zu  besuchen,  zu  beten, sich einen Bart wachsen zu lassen und die Kleidervorschriften zu  beachten,  was  er  aber  nicht  habe  tun  können,  da  er  zu  seiner  Familie  habe schauen müssen,  dass  er  deshalb  von  der  Sekte  schlecht  behandelt  und  geschlagen  worden sei, und man ihm mit dem Tode gedroht habe für den Fall, dass  er fliehen sollte,  dass er der Sekte bei der Suche nach Entflohenen habe helfen müssen,  mit dem Ziel, sie zu misshandeln und mit dem Tod zu bedrohen,  dass er sich zwar hilfesuchend an die örtliche Polizei gewandt habe, ihm  jedoch nicht  geholfen worden  sei,  sondern die Polizei  gemeint  habe,  er  sei an seiner Situation selber schuld,  dass allerdings gemäss den Aussagen der Leute sogar die Polizei Angst  vor  der  wahhabitischen  Sekte  habe,  da  diese  sehr  gross  und  in  ganz  Bosnien  und Herzegowina  präsent  sei,  weshalb  er  nirgends Schutz  vor  der Sekte finden könne und vermutlich auch in der Schweiz gefährdet sei,  dass  er  aus  Angst  vor  der  Sekte  beim  BFM  noch  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  darüber  zu  berichten,  er  aber  in Wahrheit  in  die  Schweiz  gekommen sei, um sich vor der Sekte zu retten, und nicht aus finanziellen  Gründen, dass er sich schliesslich lieber selber umbringen würde, als sich in seiner  Heimat von der wahhabitischen Sekte ermorden zu lassen,  dass die Beschwerde und die Akten des BFM am 17. Februar 2012 beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. dazu Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung,

D­890/2012 dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit  das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und sich seine Eingabe als frist­  und  nach  Vorliegen  der  Übersetzung  auch  aus  als  formgerecht  erweist  (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1  VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist,  dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch  auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist, dass  demgegenüber  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren  Vollzuges  nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell zur Sache zu äussern hatte,  dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als  offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher 

D­890/2012 Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  gleichzeitig  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a  Abs. 1  und  2  AsylG), dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche oder Beschwerden von  Asylsuchenden  aus  verfolgungssicheren  Staaten  nach  Art.  6a  Abs. 2  Bst. a AsylG (sogenannte "safe countries") nicht eingetreten wird, ausser  es gebe Hinweise auf Verfolgung, dass der Bundesrat Bosnien und Herzegowina mit Beschluss vom 25. Juli  2003  (bestätigt  am  6. März  2009)  zum  "safe  country"  (im  Sinne  von  Art. 6a  Abs. 2  Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass  bei  dieser  Sachlage  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG erfüllt  ist, dass somit auf das Gesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist,  es  sei  denn,  seinen  Vorbringen  wären  Hinweise  auf  Verfolgung  zu  entnehmen,  da  die  fehlende  Verfolgung  im  Herkunftsland  lediglich  vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann, dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein  weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zweites  nur einem reduzierten Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb  auf  ein  Gesuch  einzutreten  ist,  wenn  Verfolgungshinweise  geltend  gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick unglaubhaft sind  (vgl.  dazu  BVGE  2011/8  [mit  Hinweisen  auf  die  gesamte  bisherige  Praxis]), dass  der  Beschwerdeführer  im  erstinstanzlichen  Verfahren  –  wie  vom  Bundesamt  zu  Recht  erwogen  –  keine  relevanten  Verfolgungshinweise  ersichtlich  gemacht  hat,  sondern  er  lediglich  auf  seine  angeblich  schwierige  wirtschaftliche  Situation  respektive  seine  angeblich  fehlende  Unterkunft  verweisen  konnte,  zumal  er  von  seiner  Mutter  und  seiner  Schwester unter dem Vorwurf der Untätigkeit hinausgeworfen worden sei, 

D­890/2012 dass  das  Bundesamt  im  Weiteren  zu  Recht  davon  ausgeht,  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  über  eine  angeblich  schlechte  Behandlung durch die Eltern komme keine Relevanz zu,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  von  seinen  bisherigen  Vorbringen  faktisch  distanziert  und  dafür  neu  das  Vorliegen  einer  angeblich  relevanten  Verfolgungssituation  von  Seiten  der  "wahhabitischen Sekte" ("vehabijski sekti") geltend macht,  dass  seine  diesbezüglichen  Vorbingen  jedoch  aufgrund  der  bisherigen  Aktenlage als offenkundig nachgeschoben und im Resultat als bereits auf  den ersten Blick unglaubhaft zu erkennen sind, zumal seine Angaben zur  wahhabitischen  Sekte  als  überaus  rudimentär  zu  bezeichnen  sind  und  sich  seine  Schilderungen  über  deren  angebliche  Aktivitäten  (im  Wesentlichen  das  Verfolgen,  Misshandeln  und  Bedrohen  von  Abtrünnigen) in rein plakativen Elementen erschöpfen,  dass  gleichzeitig  auch  seine  Vorbringen  über  die  angebliche  Übermächtigkeit  der  wahhabitischen  Sekte  unter  Berücksichtigung  der  heutigen  Verhältnisse  in  Bosnien  und  Herzegowina  als  haltlos  zu  bezeichnen  ist,  da die Polizeikräfte der bosnisch­kroatischen Föderation  durchaus  gegen  extremistische  Wahhabiten  vorgehen,  wurde  doch  die  Polizei  in  der  Vergangenheit  von  dieser  Seite  angegriffen  (durch  einen  Anschlag  auf  eine  Polizeistation  im  Juni  2010  und  auch  durch  einen  Schusswechsel bei der amerikanischen Botschaft im Oktober 2011), was  am  25.  Januar  2011  zur  Verhaftung  eines  ihrer  Anführer  und  weiterer  Personen geführt hat,  dass  zusammenfassend  im  Falle  des  Beschwerdeführers  –  auch  unter  Berücksichtigung eines weiten Verfolgungsbegriffes und eines nochmals  reduzierten Beweismasses – kein konkretes, ausreiserelevantes Ereignis  und  insbesondere  keine  rechtserheblichen  Hinweise  auf  Verfolgung  ersichtlich sind, weshalb der Nichteintretensentscheid in Anwendung von  Art. 34 Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist, dass  die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen  Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG  sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von  Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 

D­890/2012 unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  im Falle  des Beschwerdeführers  aufgrund  der  Akten  jedoch  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom  Bundesamt  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  sondern  von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG),  dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da der  Beschwerdeführer keine Hinweise auf eine konkrete Verfolgungssituation  glaubhaft  zu machen vermochte und auch keine Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 Konvention vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  auszugehen  ist, da  im Falle des Beschwerdeführers – ein  junger Mann,  welcher  über  eine …[Berufsausbildung]  verfügt  und  offenbar  wenigsten  während neun Monaten  auf  dem Bau gearbeitet  hat  –  keine  relevanten  individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind,  dass er zwar gegenüber dem Bundesamt das Vorliegen von psychischen  Problemen geltend gemacht hat, verbunden mit einem Hinweis auf einen  Bericht über einen Suizidversuch als Jugendlicher und auf seinen Bedarf  an Antidepressiva,  dass  jedoch  davon  ausgegangen  werden  darf,  die  geltend  gemachte  Erkrankungslage  sei  bereits  in  der  Vergangenheit  in  Bosnien  und  Herzegowina  behandelt  worden  und  könne  dort  auch  in  Zukunft  behandelt  werden,  woran  auch  die  Suiziddrohungen  (gegenüber  dem  BFM und in der Beschwerdeeingabe) nichts zu ändern vermögen,  dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Bosnien und Herzegowina auszugehen ist,  dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der Schweiz ausser Betracht fallen muss, womit auch die Anordnung des  Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist,

D­890/2012 dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dem  Beschwerdeführer  die  Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– aufzuerlegen sind (vgl. dazu Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie  Art. 1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

D­890/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand:

D-890/2012 — Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-890/2012 — Swissrulings