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Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 D-7000/2011

6. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,245 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Asylverfahren Schweiz nach Asylverfahren EU/EWR) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­7000/2011/sps Urteil   v om   6 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , und  B._______, geboren am … ,  sowie die Kinder  C._______, geboren am … , und  D._______, geboren am … , Serbien,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011 / N … .

D­7000/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige von Serbien, welche  sich der ethnischen Minderheit der Roma zurechnen und ihren Angaben  zufolge  aus  der  Ortschaft  X._______  bei  Vranje  stammen  –  am  5. Dezember 2011 in der Schweiz um Asyl nachsuchten,  dass  gleichzeitig  eine  ganze Gruppe  von Roma  aus  der  südserbischen  Gemeinde  Vranje  Asylgesuche  einreichte,  wobei  diese  Personen  mit  gültigen  Reisepässen  und  ihren  Angaben  zufolge  mit  einem  Reisebus  von Serbien über Ungarn und Österreich in die Schweiz eingereist waren,  dass  A._______  (der  Beschwerdeführer)  und  B._______  (die  Beschwerdeführerin) am 19. Dezember 2011 vom BFM zu  ihrer Person  und ihrem Reiseweg befragt und daran anschliessend einlässlich zu ihren  Gesuchsgründen angehört wurden,  dass  sie  dabei  auf  die  Frage  nach  allfälligen  früheren  Auslandaufenthalten  vorbrachten,  sie  hätten  sich  in  der  Vergangenheit  bereits einmal in Schweden und einmal in Deutschland als Asylsuchende  aufgehalten,  dass  sie  ihr  erstes  Asylgesuch  im März  2010  in  Schweden  eingereicht  hätten,  wo  ihr  Gesuch  jedoch  abgelehnt  worden  sei,  weshalb  sie  am  12. Mai 2010 in ihre Heimat zurückgekehrt seien,  dass  sie  ihr  zweites  Asylgesuch  im  November  2010  in  Deutschland  eingereicht  hätten, wo  ihr Gesuch aber ebenfalls  abgelehnt worden sei,  weshalb  sie  am  26.  Mai  2011  wiederum  in  ihre  Heimat  zurückgekehrt  seien,  dass sich die Angaben über vorgängige Gesucheinreichungen sowohl  in  Schweden als auch in Deutschland aufgrund einer Abfrage der Eurodac­ Datenbank bestätigen liessen (Asylanträge verzeichnet  in Schweden per  8. März 2010 und in Deutschland per 10. November 2010),  dass  die  Beschwerdeführenden  zur  Begründung  ihres  jüngsten  Asylgesuches  geltend  machten,  nach  ihrer  Rückkehr  in  ihr  Heimatdorf  X._______, wo sie ein eigenes Haus hätten, seien sie immer wieder von  Serben aus dem Nachbardorf Y._______ angegriffen worden, 

D­7000/2011 dass sie die Angriffe mehrmals bei der Polizei in Vranje angezeigt hätten,  was  jedoch  zu  keiner Reaktion  von Seiten  der Polizei  geführt  habe,  da  Roma von der Polizei nicht geschützt würden,  dass es schliesslich am 10. Juli  2011 zu einem nächtlichen Überfall  auf  sie gekommen sei, bei dem fünf oder sechs teilweise bewaffnete Serben  – darunter ein Polizist – in ihr Haus eingedrungen seien,  dass  alle  oder  doch  einige  dieser  Männer  –  welche  alle  bereits  über  dreissig  respektive  alle  noch  ganz  jugendlich  gewesen  seien  –  die  Beschwerdeführerin  vergewaltigt  hätten  und  danach  auch  noch  auf  die  Kinder losgegangen seien,  dass  der  Beschwerdeführer  daraufhin  sehr  aggressiv  geworden  sei,  worauf  er  einem  der  bewaffneten  Angreifer  sein  Messer  entrissen  und  diesen  damit  verletzt  habe,  respektive  er  eines  ihrer  eigenen  Küchenmesser  behändigt  und  damit  einen  der  unbewaffneten Angreifer  verletzt habe, worauf die Angreifer die Flucht ergriffen hätten,  dass  sie  nach diesem Vorfall  umgehend nach Belgrad  geflüchtet  seien,  wo  sie  in  der  Folge  in  einer  Mietwohnung  gelebt  hätten  und  wo  der  Beschwerdeführer auf dem Bau gearbeitet habe,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Belgrad  eine  Abtreibung  habe  vornehmen  lassen  müssen,  da  sie  aufgrund  der  Vergewaltigung  schwanger geworden sei, worauf  ihnen der  serbische Arzt  jedoch keine  diesbezügliche  Bestätigung  habe  ausstellen  wollen,  da  der  Arzt  ihnen  nicht  geglaubt  habe,  respektive  da  er  keine  Bestätigung  gegen  einen  anderen Serben ausstellen wollte, respektive da der Arzt vielmehr Angst  gehabt habe, da einer der Angreifer ein serbischer Polizist gewesen sei,  dass sie sich nach drei Monaten Aufenthalt  in Belgrad zur Ausreise aus  Serbien entschlossen hätten, da sie  in Belgrad bloss eine Mietwohnung  gehabt hätten und ihnen das Geld ausgegangen sei, respektive da ihnen  zuhause in X._______ weiterhin Nachstellungen gedroht hätten,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  gleichen Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

D­7000/2011 dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seines  Entscheides  im  Wesentlichen  ausführte,  die  Beschwerdeführenden  hätten  im  europäischen  Raum  bereits  in  Schweden  und  Deutschland  ablehnende  Asylentscheide erhalten und aufgrund der Akten lägen keine Hinweis vor,  dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten wären, die geeignet sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant sind,  dass das Bundesamt  in seinen diesbezüglichen Erwägungen namentlich  festhielt, aufgrund der insgesamt unsubstanziierten, realitätsfremden und  zudem  auch  noch  widersprüchlichen  Vorbringen  sei  die  behauptete  Verfolgung nicht glaubhaft,  dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  als  zulässig, zumutbar und möglich erklärte, dass  die  Beschwerdeführenden  gegen  diesen  Entscheid  am  29.  Dezember  2011  Beschwerde  erhoben,  wobei  sie  in  ihrer  Eingabe  sinngemäss  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die  Gewährung  von  Zuflucht  nach Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR  0.101) beantragten sowie um Erlass der Verfahrenskosten ersuchten,  dass sie in ihrer Eingabe geltend machten,  in Serbien und insbesondere  im  der  Region  von  Vranje  sei  es  seit  dem  Krieg  zu  verhängnisvollen  politischen Veränderungen gekommen, indem die Albaner und die Roma  von  dort  durch  verschiedenste  Massnahmen  systematisch  vertrieben  würden,  dass  ihnen  und  insbesondere  der  Beschwerdeführerin  schlimmes  angetan  worden  sei  und  sie  sich  seit  diesem  Vorfall  nicht  mehr  sicher  fühlten, da die Täter vermutlich weiterhin auf freiem Fuss seien,  dass  der  Vorfall  von  der  Beschwerdeführerin  zwar  unglaubwürdig  geschildert  worden  sei,  sie  aber  über  Details  nur  im  Beisein  einer  weiblichen, vertrauenerweckenden Person berichten könne, weshalb sie  nochmals  von  einer  weiblichen  Person  zu  befragen  sei,  wodurch  die  Plausibilität ihrer Vorbringen wiederhergestellt würde,  dass  sie  zudem  in  ihrer  Heimat  immer  wieder  als  Roma  beschimpft  worden seien, es zu Übergriffen serbischer Extremisten gegenüber Roma  gekommen  sei  und  überhaupt  in  ihrer  Heimatregion  von  einer  gegen 

D­7000/2011 Roma  gerichteten  "ethnischen  Säuberungsaktion"  gesprochen  worden  sei,  dass  schliesslich  auch  alle  ihre  Verwandten,  Freunde  und  Bekannten  bereits aufgrund drohender Übergriffe geflohen seien, weshalb auch sie  auf den Schutz der Schweiz angewiesen seien,  dass  am  30.  Dezember  2011  die  vorinstanzlichen  Akten  in  Kopie  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit  das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdeführenden legitimiert sind und sich ihre Eingabe als  frist­  und  formgerecht  erweist  (vgl. Art.  48 Abs.  1 VwVG sowie Art. 108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 52  Abs.  1  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde  – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist,  dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch  auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

D­7000/2011 dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist, dass  demzufolge  die  Frage  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  respektive  einer  allfälligen  Asylgewährung  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens bildet, weshalb auf das diesbezügliche Beschwerdebegehren  nicht einzutreten ist,  dass  demgegenüber  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren  Vollzuges  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell  zur  Sache zu äussern hatte,  dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als  offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  dass  es  entgegen  den  Beschwerdevorbringen  keiner  ergänzenden  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  bedarf  (vgl.  dazu  nachfolgend),  sondern  der  entscheidrelevante  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  vorliegenden Aktenlage als erstellt zu erkennen ist (vgl. dazu Art. 33 Abs.  1 VwVG),  dass  aufgrund  der  Akten  zunächst  festzuhalten  ist,  dass  vorliegend  gerade  auch  Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  AsylG  erfüllt  wären,  da  die  Beschwerdeführenden  aus  Serbien  stammen  (und  damit  einem  Safe  Country  im  Sinne  von  Art. 6a  Abs.  2  Bst. a  AsylG)  und  sich  ihre  Vorbringen betreffend einen angeblich ausreiserelevanten Überfall – wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  insgesamt  als  haltlos  erweisen  (vgl.  diesbezüglich BVGE 2011/8),  dass das BFM denn auch betreffend mehrere Personen aus der eingangs  erwähnten Reisegruppe aus der südserbischen Gemeinde Vranje bereits  Nichteintretensentscheide  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  AsylG  erlassen  hat, welche  bereits  bestätigt wurden  (vgl.  dazu  die Urteile  des 

D­7000/2011 Bundesverwaltungsgerichts  D­6941/2011,  D­6942/2011  und  D­ 6943/2011, alle vom 4. Januar 2012),  dass  das  BFM  demgegenüber  in  vorliegender  Sache  einen  Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  32 Abs.  2 Bst.  f  AsylG  gefällt hat,  das  dies  zwar  nicht  als  naheliegend  erscheint,  der  vorinstanzliche  Entscheid  im  Resultat  aber  dennoch  zu  bestätigen  ist,  da  auch  die  diesbezüglichen Voraussetzungen als erfüllt zu erkennen sind,  dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  f  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  die  asylsuchende  Person  in  einem  Staat  der  Europäischen  Union  (EU)  oder  des  Europäischen  Wirtschaftsraums  (EWR) bereits einen ablehnenden Asylentscheid erhalten hat, ausser die  Anhörung  zu  den  Gesuchsgründen  ergebe  Hinweise  darauf,  in  der  Zwischenzeit  seien  Ereignisse  eingetreten,  welche  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant sind,  dass  nach  ständiger  Praxis  ein  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  dieser  Bestimmung  dann  gerechtfertigt  ist,  wenn  in  einem  formell  rechtskräftigen  Entscheid  der  Behörden  eines  EU­  oder  EWR­Staates  festgestellt oder  implizit davon ausgegangen wurde, dass die betroffene  Person die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und die daraus ergebende  Vermutung von der betroffenen Person nicht umgestossen wird (vgl. dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 33 E. 5.2 und E. 5.4), dass  die  Beschwerdeführenden  aktenkundig  sowohl  in  Schweden  als  auch  in  Deutschland  Asylgesuche  eingereicht  haben,  welche  ihren  Angaben zufolge von den dortigen Behörden definitiv abgelehnt wurden,  dass von den Beschwerdeführenden nicht geltend gemacht wurde, ihnen  sei  in  Schweden  und  zuletzt  Deutschland  kein  ordentliches  respektive  vollständiges  Asylverfahren  zuteil  geworden,  weshalb  die  Grundvoraussetzungen für einen Nichteintretensentscheid in Anwendung  von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG als erfüllt zu erkennen sind,  dass  demzufolge  auf  die  Gesuche  der  Beschwerdeführenden  nur  dann  einzutreten  wäre,  wenn  sich  aufgrund  der  Anhörungen  vom  19.  Dezember 2011 Hinweise auf zwischenzeitliche Ereignisse ergeben, die 

D­7000/2011 geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, dass entsprechende Hinweise aufgrund der Anhörungsprotokolle  jedoch  nicht  ersichtlich  sind,  da  sich  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  insgesamt als haltlos erweisen,  dass die Beschwerdeführenden ihr Asylgesuch zur Hauptsache mit einem  Vorfall  vom  10.  Juli  2011  –  angeblich  ein  Überfall  durch  eine  Gruppe  serbischer  Männer  und  insbesondere  eine  Gruppenvergewaltigung  der  Beschwerdeführerin – begründet haben,  dass sie sich in ihren diesbezüglichen Ausführungen jedoch in eine ganze  Reihe  von  nicht  nachvollziehbaren Widersprüchen  und Ungereimtheiten  verstrickt haben, wobei in dieser Hinsicht – anstelle einer Wiederholung –  auf die zutreffenden Erwägungen des BFM verwiesen werden kann,  dass die vom BFM festgestellten Widersprüche und Ungereimtheiten, wie  namentlich  auch  die  mangelnde  Substanziierung  und  das  Fehlen  einer  erkennbaren  Betroffenheit  nicht  auf  ein  tatsächliches  Erleben  des  behaupteten Ereignisses schliessen lassen,  dass  von  den  Beschwerdeführenden  –  dem  wesentlichen  Sinngehalt  nach – die Mangelhaftigkeit ihrer Gesuchsvorbringen eingestanden wird,  dass von ihnen jedoch vorgebracht wird, die Beschwerdeführerin wäre im  Falle einer Anhörung durch eine vertrauenswürdige Frau  (respektive ein  Frauenteam) zu in sich schlüssigen Schilderungen in der Lage,  dass sich dieses Vorbringen  indes als völlig unbehelflich erweist, da die  Beschwerdeführerin am 19. Dezember 2011 nicht von Männern, sondern  tatsächlich  bereits  von  einem  reinen  Frauenteam  angehört  wurde,  sie  aber trotzdem zu keinen zumindest im Ansatz glaubhaften Schilderungen  in der Lage war,  dass  damit  im Resultat  kein mit  der  Ausreise  aus  der Heimat  in  einem  kausalen  Zusammenhang  stehendes  Ereignis  ersichtlich  ist,  womit  die  Vermutung  der  fehlenden  Flüchtlingseigenschaft  respektive  das  Fehlen  einer Schutzbedürftigkeit auch nicht ansatzweise widerlegt  ist  (vgl. dazu  EMARK 2006 Nr. 33), 

D­7000/2011 dass  alleine  die  Beschwerdevorbringen  betreffend  eine  angebliche  Zuspitzung  der  Lage  für  Roma  gerade  in  der  südserbischen Gemeinde  Vranje  respektive  einer  dort  angeblich  drohenden  "ethnischen  Säuberungsaktion" nicht als Ersatz für die fehlende Verfolgungshinweise  dienen  können,  sondern  als  blosse  Schutzbehauptungen  zu  erkennen  sind,  dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  der  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG zu bestätigen ist, dass  die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen  Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG  sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von  Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass im Falle der Beschwerdeführenden aufgrund der Akten jedoch keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom  BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  mithin  von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG),  dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da die  Beschwerdeführenden  keine  Hinweise  auf  eine  konkrete  Verfolgungssituation  darzulegen  vermochten  und  –  entgegen  ihren  anders lautenden Beschwerdevorbringen – auch keine Anhaltspunkte für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich sind, dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  auszugehen  ist,  da  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  –  ein  Ehepaar,  welches  in  X._______  bei  Vranje  über  ein  eigenes  Haus  sowie  verwandtschaftliche  Anknüpfungspunkte  verfügt  –  keine  individuellen  Vollzugshindernisse zu erblicken sind, 

D­7000/2011 dass sich die allgemeine Lage für Angehörige der ethnischen Minderheit  der Roma in Serbien  in den  letzten Jahren grundsätzlich verbessert hat,  auch wenn sich die Verhältnisse  für Roma  in sozialer und  insbesondere  in wirtschaftlicher Hinsicht zum Teil nach wie vor als schwierig darstellen,  dass indes alleine diese Umstände kein Vollzugshindernis darstellen,  dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Serbien auszugehen ist,  dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der Schweiz aufgrund der Akten ausser Betracht fallen muss, womit auch  die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist, dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,  dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  die  Beschwerdeanträge  als  aussichtslos bezeichnet werden müssen, weshalb das Gesuch um Erlass  der Verfahrenskosten – unbesehen der geltend gemachten prozessualen  Bedürftigkeit – abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie  Art. 1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­7000/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.   3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Lorenz Mauerhofer Versand:

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