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Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 D-6647/2011

21. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,230 Wörter·~6 min·5

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren)

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6647/2011/sps Urteil   v om   2 1 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer,    Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren [...], Ghana,   vertreten durch Annelise Gerber, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);  Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2011 / N […].

D­6647/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  im Jahr 2002 verlassen haben will und in der Schweiz am 27. November  2010 das erste Asylgesuch einreichte, wobei er geltend machte, er habe  sich seit seiner Ausreise aus dem Heimatland bis zu seiner Einreise in die  Schweiz ununterbrochen in Z._______ aufgehalten, dass er gestützt auf einen Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck­ Datenbank  (Zentraleinheit Eurodac) am 23.  Juni 2003  in Z._______ um  Asyl  nachgesucht  hatte,  weshalb  das  BFM  die  […]  Behörden  am  17. März 2011 um Übernahme seiner Person ersuchte, dass  die  […]  Behörden  die  Antwortfrist  unbenutzt  verstreichen  liessen,  worauf das BFM von der Zuständigkeit Z._______  für die Durchführung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens ausging und mit Verfügung vom  7.  April  2011  auf  das  in  der  Schweiz  gestellte  Asylgesuch  nicht  eintrat  sowie den Beschwerdeführer aus der Schweiz nach Z._______ wegwies, dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs, dass  der  nunmehr  inzwischen  vertretene  Beschwerdeführer  am  7.  Juni  2011 beim BFM ein Wiedererwägungsgesuch einreichte, worauf das BFM  mit  Verfügung  vom  21.  Juni  2011  entschied,  der  Wegweisungsvollzug  werde nicht ausgesetzt, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  rekurrierte,  das  Bundesverwaltungsgericht indessen mit Verfügung vom 12. August 2011  auf diesen Rekurs nicht eintrat, dass  der  Beschwerdeführer  am  19. September  2011  nach  Z._______  überstellt wurde, dass  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  vom  7.  Juni  2011  mit  Verfügung  vom  20.  Oktober  2011  als  gegenstandslos  geworden  abschrieb, dass  für  den  weiteren  Inhalt  dieser  beiden  Verfahren  auf  die  entsprechenden Akten verwiesen wird, dass  der  Beschwerdeführer  am  2. Oktober  2011  erneut  in  die  Schweiz  einreiste und am 7. Oktober 2011 aus der Haft ein weiteres Asylgesuch 

D­6647/2011 einreichte, wobei er geltend machte,  in Z._______ sei es schwierig und  gefährlich  und  die  Zustände  seien  schlecht,  weshalb  ihm  ein  Freund  geraten habe, es noch einmal in der Schweiz zu probieren, dass er  in Z._______ die  ghanaische Botschaft  aufgesucht  habe,  diese  sich jedoch geweigert habe, ihm eine Identitätskarte auszustellen, dass  das  BFM  die  […]  Behörden  am  14.  Oktober  2011  erneut  um  Übernahme  seiner  Person  ersuchte,  worauf  die  […]  Behörden  das  Übernahmeersuchen  am  21.  Oktober  2011  guthiessen,  wobei  festgehalten wurde, die Rückführung habe – vorbehältlich einer allfälligen  Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 21. April 2012 zu  erfolgen, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  20.  Oktober  2011 das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Z._______ zur Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  sowie  zur  Absicht,  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten  und  ihn  nach  Z._______  wegzuweisen,  gewährte, dass der Beschwerdeführer mit Haftanordnung vom 2. November 2011 in  die Vorbereitungshaft überführt wurde, dass  der Beschwerdeführer  am 4. November  2011  eine Stellungnahme  an  das  BFM  einreichte,  wonach  er  in  Z._______  nicht  mit  einem  Asylverfahren,  das  die  im  Dubliner  Abkommen  festgesetzten  Kriterien  erfülle,  rechnen  könne,  sondern  vielmehr  davon  auszugehen  sei,  er  werde auf die Strasse gesetzt und im Fall einer allfälligen Kontrolle ohne  ordentliches Verfahren  ins Heimatland abgeschoben, weshalb von einer  Überstellung  nach  Z._______  abgesehen  werden  solle,  auch  wenn  Z._______  für  die Durchführung des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  gestützt auf das Dublin­Abkommen zuständig sei,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  2.  Dezember  2011  – eröffnet  am  5. Dezember  2011 –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Z._______ anordnete, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte  und  ihn  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 

D­6647/2011 verlassen,  den  Kanton  Y._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisungsverfügung  beauftragte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, Z._______ sei  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig, dass  die  […]  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  der  Verordnung  (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (VO  Dublin)  gutgeheissen  hätten,  womit  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens gemäss DAA bei Z._______ liege, dass  aufgrund  der  ausdrücklichen  Zustimmung  Z._______  zur  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen  sei,  sein  Asylgesuch in Z._______ sei bereits abgelehnt worden, dass  ein  abgeschlossenes  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  indessen  keine Änderung der Zuständigkeit zu bewirken vermöge, dass Z._______ sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951  über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  sei  und  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen  würden,  Z._______  halte  sich  nicht  an  die  daraus resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen beziehungsweise 

D­6647/2011 würde  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  des  Beschwerdeführers  nicht korrekt durchführen oder hätte dieses nicht korrekt durchgeführt, dass  es  in  der  Zuständigkeit  der  [...]  Behörden  liege,  den  Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers zu regeln oder gegebenenfalls  seine Wegweisung ins Heimatland anzuordnen, dass  der  Beschwerdeführer  allfällig  neue  Verfolgungs­  oder  Wegweisungsgründe  bei  den  zuständigen  […]  Behörden  vorzubringen  habe, dass  hinsichtlich  der  allgemein  kritisierten  Aufenthaltsbedingungen  in  Z._______ für Asylsuchende und Dublin­Rückkehrende auf die Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  (sogenannte  Aufnahmerichtlinie) zu verweisen sei, dass  diese  zahlreiche Mindestnormen  für  die Aufnahme  und Betreuung  von Asylsuchenden enthalte  und  von Z._______ ohne Beanstandungen  der Europäischen Kommission umgesetzt werde, dass Z._______ zudem als Rechtsstaat die nationalen Gesetze, welche  mit  dem  Völkerrecht  und  dem  Recht  der  Europäischen  Union  konform  seien,  auch  bei  abgewiesenen  Asylsuchenden  und  illegal  anwesenden  Personen anzuwenden habe, dass  weder  der  Stellungnahme  der  Rechtsvertretung  des  Beschwerdeführers  noch  den  vorliegenden  Akten  Anhaltspunkte  entnommen werden könnten, wonach der Beschwerdeführer nach seiner  Überstellung  nach  Z._______  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten  werde, dass  folglich  die  Einwände  des  Beschwerdeführers  gegen  die  Zuständigkeit  Z._______  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen seien und auch nicht gegen  eine Überstellung nach Z._______ sprächen, dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung aus  der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Z._______  zulässig,  zumutbar  und  möglich sei,

D­6647/2011 dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertretung  mit  Eingabe  vom  9. Dezember 2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  dabei  beantragen  liess, auf sein Asylgesuch vom 7. Oktober 2011 sei einzutreten und das  Asylverfahren  in  der  Schweiz  durchzuführen,  es  sei  infolge  fehlender  Zulässigkeit und Zumutbarkeit vom Vollzug der Wegweisung abzusehen  und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  geltend  machte,  der  vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und  dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, dass auf die Begründung der Begehren – soweit entscheidwesentlich – in  den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  16. Dezember  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 VwVG),

D­6647/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM   ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheides stellen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  Z._______  vom  Beschwerdeführer  nicht  bestritten  wird  und  Z._______  der 

D­6647/2011 Rückübernahme  zugestimmt  hat,  womit  die  Zuständigkeit  Z._______  gemäss Dubliner Verfahrensregelung definitiv geworden ist, dass  hinsichtlich  des  Einwandes  des  Beschwerdeführers  im  Beschwerdeverfahren zu den Verhältnissen in Z._______ festzuhalten ist,  dass Z._______ unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  ist, wie die Vorinstanz  in der angefochtenen Verfügung  zu Recht darlegte, dass  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Z._______  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen Normen der EMRK, halten würde, dass zwar das […] Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik steht, in  den Aufenthalts­ und Verfahrensbedingungen  für Personen, welche sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Z._______  aufhalten,  indessen  insgesamt  kein  Vollzugshindernis  zu  erkennen  ist  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­4053/2010  vom10.  Juni  2010,  E­ 6195/2009  vom  30.  Oktober  2009  und  E­4109/2009  vom  17.  August  2009), dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  –  entgegen  der  Behauptung  im  Beschwerdeverfahren  –  betreffend  Unterbringung  von  den  […]  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass  zudem  die  Furcht  des  Beschwerdeführers,  von  Z._______  unmenschlich behandelt und ohne ordentliche Prüfung seines Asyl­ und  Wegweisungsverfahrens  in  sein  Heimatland  abgeschoben  zu  werden,  unbegründet und auch in keiner Weise belegt ist,  dass an dieser Einschätzung weder die erwähnten Berichte noch allfällige  Entscheide  von  ausländischen  Verwaltungsgerichten,  welche  Abschiebungen  nach  Z._______  gestoppt  hätten,  etwas  zu  ändern  vermögen, zumal – entgegen der Behauptung im Beschwerdeverfahren –  keine  Verhältnisse,  wie  sie  sich  in  Griechenland  ergeben  haben,  vorliegen,

D­6647/2011 dass  auch  nicht  von  einer  dramatischen  Zuspitzung  der  Lage  in  Z._______ auszugehen ist, auch wenn nicht in Abrede gestellt wird, dass  die politische und ökonomische Situation in diesem Land nicht optimal ist, dass im Übrigen – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die  zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen  ist, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Z._______  der  Systematik  des Dublin­Verfahrens entspricht und nach dem Nichteintretensentscheid  im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen), dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  beziehungsweise  zur  Anwendung  der  Humanitären  Klausel  (Art.  15  Dublin­II­VO)  besteht,  weshalb  der  vom BFM  verfügte Vollzug  der Wegweisung  zu  bestätigen  ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen  ist, weshalb sich der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung als  gegenstandslos erweist,

D­6647/2011 das  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG  abzuweisen  ist,  da  die  Begehren,  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt,  als  aussichtslos  zu  bezeichnen waren, weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­­ (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und  5 VwVG).

D­6647/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Gérard Scherrer Eva Zürcher Versand:

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