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Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 D-6129/2011

14. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,126 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­6129/2011 law/rep/sed Urteil   v om   1 4 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch Mustafa Ates, Advokat, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2011 / N (…).

D­6129/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein  türkischer Staatsangehöriger kurdischer  Ethnie  aus  B._______,  seine  Heimat  eigenen  Angaben  zufolge  am  16. Juni  2011  verliess  und  am  21. Juni  2011  in  einem  LKW  via  unbekannte  Länder  illegal  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  am  23. Juni  2011 um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 30. Juni  2011  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ) C._______ die Personalien des Beschwerdeführers erhob und ihn  zum Reiseweg und – summarisch – zu seinen Ausreisegründen befragte  (vgl. act. A5/9), dass  das  BFM  ihn  am  15. Juli  2011  einlässlich  zu  seinen  Asylgründen  anhörte (vgl. act. A10/16), dass  der  Beschwerdeführer  dabei  zur  Begründung  seines  Asylantrages  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  stamme  aus  einer  politischen  Familie,  welche bei den Behörden auf einer schwarzen Liste stehe, dass  beispielsweise  sein  Vater  und  ein  heute  in  der  Schweiz  lebender  Cousin  im  Jahre  1999  nach  der  Festnahme  von  Abdullah  Öcalan  festgenommen und gefoltert worden seien, dass eine Tante vor vier Jahren aus politischen Gründen nach Frankreich  geflohen sei, dass im Jahre 2008 ein Junge aus der Nachbarschaft namens D._______  verschwunden sei, dass  in  derselben Nacht  die  Polizei  zu  ihm  –  dem Beschwerdeführer –  nach  Hause  gekommen  sei  und  ihn  –  zusammen  mit  zwei  weiteren  Personen  –  an  einen  abgelegenen Ort  gebracht  habe,  wo  er  über  den  Verbleib  von  D._______  befragt  und  unter  Todesdrohungen  davor  gewarnt worden sei, weiterhin das Parteilokal zu besuchen, dass er am selben Abend wieder freigelassen worden sei, dass er sich am 30. Dezember 2009 als Mitglied der prokurdischen Partei  BDP  (Baris  ve  Demokrasi  Partisi  /  Partei  des  Friedens  und  der  Demokratie) habe registrieren lassen,

D­6129/2011 dass er am 15. Februar 2010 anlässlich des Jahrestages der Festnahme  von  Abdullah  Öcalan  vor  dem  Lokal  der  BDP  an  einer  Demonstration  teilgenommen habe, dass er am 22. Februar 2010 zusammen mit weiteren Schülern an einer  Aktion  für  den  Unterricht  in  kurdischer  Sprache  teilgenommen  habe,  worauf  er  aus  disziplinarischen  Gründen  drei  Tage  lang  vom  Schulunterricht ausgeschlossen worden sei, dass  er  in  der  Folge  während  eines  Monats  Zeitungen  seiner  Partei  verteilt habe, dass er am 20. März 2010 mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sei und  Zeitungen verteilt habe, dass  ihn  ein  Fahrzeug  angefahren  habe,  wobei  er  weggeschleudert  worden sei, dass dem Fahrzeug zwei Personen entstiegen seien, welche ihn an einen  abgelegenen Ort geführt hätten, dass sie  ihn dort geschlagen und unter Todesdrohungen gefragt hätten,  weshalb er Zeitungen verteile und weiterhin das Parteilokal besuche, dass er  im Anschluss an dieses Geschehnis  auf Anraten  seines Vaters  keine Zeitungen  für  die Partei mehr  verteilt  und deren Lokal  nicht mehr  besucht habe, dass sein Schwager am 25. Mai 2011 beabsichtigt habe, nach E._______  zu  fahren, um dort  im Vorfeld der Parlamentswahlen an Wahlaktivitäten  teilzunehmen, dass  der  Schwager  indessen  unterwegs  bei  einem  Verkehrsunfall  ums  Leben gekommen sei, dass  er  nach  dem  Unfalltod  seines  Schwagers  und  einer  Fehlgeburt  seiner Schwester unter Schlaflosigkeit und Albträumen gelitten und sich  deswegen in B._______ in psychiatrische Behandlung begeben habe, dass er sich ferner vor dem anstehenden Militärdienst gefürchtet habe, da  er nicht in eine Krisenregion geschickt werden wolle,

D­6129/2011 dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  11. Oktober  2011  –  eröffnet  am  12. Oktober  2011  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  dessen  Asylgesuch  vom  23. Juni  2011  ablehnte, seine Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug  der Wegweisung anordnete, dass der Beschwerdeführer mittels Eingabe seines Rechtsvertreters vom  10. November  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liess, dass darin beantragt wird, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich  aufzuheben,  es  sei  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle,  und  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter sei auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten und  ihm  die vorläufige Aufnahme zu gewähren, dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragt  wird,  es  sei  dem  Beschwerdeführer mit dem Unterzeichnenden als dessen Rechtsvertreter  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, und es sei auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass  der  Beschwerde  unter  anderem  drei  fremdsprachige  Bestätigungsschreiben  von  F._______  (vom  20. Oktober  2011),  von  G._______  (vom 18. Oktober  2011)  und  von H._______  (undatiert),  ein  Mitgliedsformular bezüglich des Beitritts des Beschwerdeführers zur BDP  vom  30. Dezember  2009  und  einen  Auszug  aus  der  Zeitung  I._______  vom 7. November 2011 beigelegt wurden, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwischenverfügung  vom  17. November  2011  das  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  und  2  VwVG  abwies  und  den  Beschwerdeführer  aufforderte,  bis  zum  2. Dezember  2011  einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  zu  leisten,  verbunden  mit  der  Androhung,  auf  die  Beschwerde  werde  nicht  eingetreten, wenn der Kostenvorschuss innert Frist nicht bezahlt werde, dass  der  Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  von  ihm  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  fremdsprachigen Dokumente  innert derselben Frist  in eine Amtssprache  übersetzt einzureichen,

D­6129/2011 dass  der  Beschwerdeführer  den  Kostenvorschuss  am  22. November  2011 einzahlte, dass  der  Rechtsvertreter  mit  Begleitschreiben  vom  2. Dezember  2011  deutsche  Übersetzungen  der  Bestätigungsschreiben  von  G._______  (samt  dessen Mitgliederausweis  der Halkin Demokrasi  Partisi  [HADEP],  zu Deutsch: Demokratische Volkspartei), H._______ und von F._______  sowie  des  Mitgliedsformulars  bezüglich  des  Beitritts  des  Beschwerdeführers zur BDP nachreichte, dass  er  im  Weiteren  als  Beleg  dafür,  dass  sein  Mandant  aus  einer  politischen  Familie  stamme,  deutsche  Übersetzungen  eines  Ausweises  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  (J._______),  wonach  dieser  am  18. April  1999  anlässlich  der  Lokal­  und Generalwahlen  für  die HADEP  als Wahlbeobachter fungiert habe, sowie eine Quittung über eine Spende  desselben zugunsten der HADEP einreichte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­6129/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass  der  Begriff  der  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  konstanter  schweizerischer  Asylpraxis  einen  in  zeitlicher  und  sachlicher  Hinsicht  genügend engen Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht  voraussetzt, dass  staatliche  Massnahmen  gegen  Leib,  Leben  und  Freiheit  einer  Person dann asylrelevant sind, wenn sie aufgrund ihrer Art und Intensität  ein menschenwürdiges Leben  im Verfolgerstaat  verunmöglichen oder  in  unzumutbarer  Weise  erschweren,  so  dass  sich  die  verfolgte  Person  dieser Zwangssituation nur durch Flucht ins Ausland entziehen kann, dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung  überzeugend  dargelegt  hat,  weshalb  die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen, dass  die  Vorinstanz  zunächst  zutreffend  erwogen  hat,  dass  die  beiden  kurzzeitigen behördlichen Anhaltungen des Beschwerdeführers  im Jahre  2008  und  am  30. März  2010  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  zu  weit  zurückgelegen haben, um noch als Anlass für diese gewertet werden zu  können,

D­6129/2011 dass  der  Beschwerdeführer  ferner  anlässlich  seiner  Anhörungen  ausdrücklich  verneint  hat,  nach  dem  Vorfall  vom  20. März  2010  noch  irgendwelche  behördliche  Probleme  gehabt  zu  haben  (vgl.  act.  A10/16  S. 12 Antwort 100), dass  überdies  nichts  darauf  hindeutet,  dass  in  der  Türkei  gegen  den  Beschwerdeführer  im  Zusammenhang  mit  den  beiden  kurzen  behördlichen  Mitnahmen  ein  Verfahren  eröffnet  worden  wäre,  weshalb  der Behauptung in der Beschwerde, er sei im Falle einer Rückkehr in die  Türkei  wegen  seines  früheren  Engagements  für  die  BDP  beziehungsweise  seiner  Zugehörigkeit  zu  einer  politischen  Familie  gefährdet, die Grundlage entzogen ist, dass  die  erst  auf  Beschwerdeebene  erhobene  Behauptung,  der  vom  Beschwerdeführer erwähnte und im Zusammenhang mit dem Vorfall vom  15. Februar  2010  wegen  Zugehörigkeit  zu  einer  illegalen  Organisation  angeklagte Cousin K._______ habe ihm später mitgeteilt, er sei während  einer  staatanwaltlichen  Einvernahme  auch  über  ihn  –  den  Beschwerdeführer  –  befragt  worden,  weshalb  ihm  eine  künftige  Verhaftung  drohe  (vgl.  act.  A10/16  S.  9  F  und  A  71  bis  73  i.V.m.  Beschwerde S. 4 unten und S. 7 unten), an dieser Einschätzung nichts zu  ändern vermag, zumal der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung  vom 15. Juli 2011 unmissverständlich ausgeführt hat, er selber habe als  Folge  seiner  Teilnahme  an  der  Demonstration  vom  15. Februar  2010  keine behördlichen Schwierigkeiten gehabt (vgl. act. A10/16 S. 9 F und A  71), dass  im Weiteren auch die drei Bestätigungsschreiben, welche  inhaltlich  sehr  unbestimmt  gehalten  sind  und  sich  teils  spekulativ  äussern  ("Ich  sehe seine Zukunft wegen dieser politischen Aktivitäten leider nicht gut."  "A._______  und  junge  Leute  wie  A._______  haben  in  der  Türkei  eine  unbekannte Zukunft. Ich persönlich empfehle, dass er nicht  in die Türkei  kommen soll."), nicht geeignet sind, eine konkrete Verfolgungsgefahr  für  den Beschwerdeführer plausibel zu machen, dass  ferner  die  Feststellung  der  Vorinstanz  zutrifft,  wonach  vorliegend  keine  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  dass  einer  Einberufung  des  Beschwerdeführers  zum  Militärdienst  ein  asylbeachtliches  Verfolgungsmotiv zugrundeliegt, dass  schliesslich  auch  die  Teilnahme  des  Beschwerdeführers  an  einer  Demonstration  in  C._______  im  Jahre  2011,  an  welcher  gegen 

D­6129/2011 Massenfestnahmen  von  Mitgliedern  der  BDP  in  der  Türkei  protestiert  worden sei (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 8 und Beschwerdebeilage 8), nicht  geeignet  ist,  dessen  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  weil  es  sich  allem  Anschein  nach  um  eine  Veranstaltung  im  Rahmen  von  in  verschiedenen  europäischen  Städten  abgehaltenen  Massenprotesten  handelte und nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer durch seine  Teilnahme nachhaltig in den Fokus der türkischen Behörden geraten sein  könnte, dass  das  BFM  demnach  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus  der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art.  33  Abs.  1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

D­6129/2011 da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,  die ihm in der Türkei droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  beziehungsweise  Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  nicht  unzumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung  gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG), dass die Verfahrenskosten durch den am 22. November 2011 geleisteten  Kostenvorschuss  in  Höhe  von  Fr. 600.–  gedeckt  und  mit  diesem  zu  verrechnen sind.

D­6129/2011 (Dispositiv nächste Seite)

D­6129/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Diese  sind  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  in  selber  Höhe gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand:

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