Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-590/2012

21. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·909 Wörter·~5 min·4

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Asylverfahren Schweiz nach Asylverfahren EU/EWR) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­590/2012/sed Urteil   v om   2 1 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger;   Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Sudan,   vertreten durch (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011 / N (…).

D­590/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer – zusammen mit seiner Ehefrau und seinem  erstgeborenen Kind (zweites Kind in der Schweiz geboren am […]) – am  27. Juli 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, wobei die Familie von  B._______ her in die Schweiz eingereist war,  dass das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 22. April 2010  auf die Asylgesuche nicht eintrat und die Wegweisung der Familie nach  B._______ anordnete,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung  der  Familie nach Eingang deren Beschwerde gegen die Verfügung des BFM  vom 22. April 2010 mit Zwischenverfügung vom 6. Mai 2010 einstweilen  aussetzte (Beschwerdeverfahren […]),  dass  das BFM  seine Verfügung  vom 22. April  2010 mit  Verfügung  vom  21. Mai 2010 wiedererwägungsweise aufhob und den Erlass eines neuen  Asylentscheides in Aussicht stellte,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Verfahren  (…)  dementsprechend  mit  Entscheid  vom  2. Juni  2010  als  gegenstandslos  geworden abschrieb,  dass das BFM den Beschwerdeführer und seine Ehefrau am 7. Juli 2010  gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG zu ihren Asylgründen anhörte,  dass das BFM mit Verfügung vom 1. Dezember 2011 in Anwendung von  Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf  das Asylgesuch  des Beschwerdeführers  vom  27. Juli  2009  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  anordnete,  dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer sei gemäss Mitteilung des (…) Innenministeriums vom  19. April  2010  in  B._______  als  Flüchtling  anerkannt  und  B._______  habe  am  9. November  2011  die  Bereitschaft  zur  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers bestätigt,  dass  der  Bundesrat  B._______  als  sicheren  Drittstaat  im  Sinne  von  Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet habe, weshalb auf das Asylgesuch 

D­590/2012 des  Beschwerdeführers  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. a  AsylG  nicht einzutreten sei,  dass in der Schweiz keine nahen Angehörigen oder Personen, zu denen  der  Beschwerdeführer  eine  enge  Beziehung  pflege,  lebten,  und  zudem  offen gelassen werden könne, ob der Beschwerdeführer auch aus Sicht  der  Schweizer  Behörden  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  würde,  da  ihm von B._______ bereits Schutz gewährt werde,  dass  das BFM dem Rechtsvertreter  der  Familie  unter  Bezugnahme  auf  die  Verfügung  vom  1. Dezember  2011  mit  Schreiben  vom  17. Januar  2012  mitteilte,  dass  es  –  um  die  Familieneinheit  gemäss  Art. 8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) zu wahren – B._______ auch um  Übernahme der Ehefrau und der Kinder des Beschwerdeführers im Sinne  der  humanitären Klausel  von Art. 15  der Verordnung  [EG] Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der  für die Prüfung eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  ersucht  habe  und  B._______  dem  Ersuchen  unter  dem  Vorbehalt  zustimme,  dass  die  Ehefrau  ihr  Einverständnis  zur  Familienzusammenführung  in  B._______  erkläre,  weshalb  seine  Mandantin  aufgefordert  werde,  sich  dazu  bis  zum  28. Januar 2012 zu äussern, dass  der  Rechtsvertreter  dem  BFM  am  25. Januar  2012 mitteilte,  dass  ihm die den Beschwerdeführer betreffende Verfügung vom 1. Dezember  2011  bisher  nicht  eröffnet worden  sei,  so  dass  die Ehefrau  sich  zurzeit  auch  nicht  zu  einer  allfälligen  Familienzusammenführung  in  B._______  äussern könne,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  1. Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob, worin  um Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom  1. Dezember  2011  und  um  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  mit  der  Anweisung,  das  Verfahren  mit  demjenigen der Ehefrau des Beschwerdeführers zu koordinieren und die  Übernahme  der  in  B._______  gewährten  Flüchtlingsanerkennung  zu  verfügen, ersucht wurde,  dass  zudem um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung 

D­590/2012 eines  Kostenvorschusses  ersucht  wurde,  wobei  diesbezüglich  eine  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  vom  1. Februar  2012  –  die  ganze  Familie betreffend – eingereicht wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  vorbrachte,  die  Verfügung  vom 1. Dezember 2011 sei ihm erst am 25. Januar 2012 eröffnet worden,  dass das Verfahren betreffend seine Ehefrau, für die eine Rückkehr nach  B._______  unvorstellbar  sei,  noch  nicht  abgeschlossen  sei,  und  in  der  angefochtenen Verfügung mit keinem Wort auf deren Vorbringen und die  schwierige  familiäre  Situation  in  B._______,  die  die  Familie  zum  Verlassen des Landes bewogen habe, eingegangen werde,  dass  mit  seiner  vorgängigen  Wegweisung  sowohl  das  Recht  beider  Ehegatten auf rechtliches Gehör als auch das Recht auf den Schutz der  Familieneinheit verletzt werde,  dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 8. Februar 2012  feststellte,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der Schweiz abwarten könne, und er das BFM mangels aktenkundigem  Nachweis  der  Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung  aufforderte,  bis  zum  15. Februar  2012  darzulegen,  wann  dem  Beschwerdeführer  die  Verfügung vom 1. Dezember 2011 eröffnet worden sei,  dass das BFM am 13. Februar 2012 die vom 25. Januar 2012 datierende  Empfangsbestätigung  betreffend  die  Verfügung  vom  1. Dezember  2011  nachreichte,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31­33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 

D­590/2012 Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel  verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 ­ 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  sich  die  Beurteilungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  somit  darin  erschöpft,  bei  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  sicheren  Drittstaat  gemäss  Art. 6a  Abs. 2  Bst. b  AsylG  zurückkehren  können,  in  welchem  sie  sich  vorher  aufgehalten  haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG),  dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  Personen,  zu  denen  die  asylsuchende  Person  enge  Beziehungen  hat,  oder  nahe  Angehörige  in  der  Schweiz  leben,  oder  die  asylsuchende  Person  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  AsylG  erfüllt,  oder  Hinweise  darauf  bestehen,  dass  im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor 

D­590/2012 Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bstn. a ­  c AsylG),  dass sich aus den Akten zwar ergibt, dass sich der Beschwerdeführer vor  der Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz in B._______, mithin in  einem vom Bundesrat als sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2  Bst. b AsylG bezeichneten Land, aufgehalten hat, und die (…) Behörden  ihn  als  Flüchtling  anerkannt  und  seiner  Rückübernahme  zugestimmt  haben,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  indes  unter  anderem  geltend  macht,  die  angefochtene  Verfügung  erwähne  mit  keinem Wort, dass das Asylverfahren seiner sich ebenfalls in der Schweiz  aufhaltenden  Familie  (Ehefrau  und  zwei  minderjährige  Kinder)  noch  hängig sei, wodurch sowohl das rechtliche Gehör als auch das Recht auf  Schutz der Familieneinheit verletzt worden sei,  dass  der  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  gemäss  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) durch Art. 29 ­ 33 VwVG konkretisiert wird,  dass  die  verfügende  Behörde  die  Vorbringen  der  Partei  tatsächlich  zur  Kenntnis zu nehmen, diese sorgfältig und ernsthaft zu prüfen, diese in der  Entscheidfindung  zu  berücksichtigen  und  ihre  Verfügung  zu  begründen  hat, wobei die Begründung des Entscheids so abgefasst sein muss, dass  der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, dass festzustellen  ist, dass die angefochtene Verfügung diesen Kriterien  nicht gerecht wird,  dass der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Familie in der Schweiz  um  Asyl  nachsuchte,  so  dass  sich  von  vornherein  eine  koordinierte  Behandlung  der  Asylgesuche  aufdrängt,  zumal  die  Ehefrau  auf  die  von  ihrem  Ehemann  geltend  gemachten  Asylgründe  verweist  (vgl.  Vorakten  A2 S. 4),  dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  indes  mit  keinem  Wort  erwähnt  wird,  dass  das  Asylverfahren  betreffend  die  Ehefrau  und  Kinder  des  Beschwerdeführers  noch  hängig  ist  und  bisher  keine  Zustimmung  B._______  auch  zu  deren  Rückübernahme  vorliegt  (Antwort  der  […]  Behörden  auf  das  Rückübernahmegesuch  des  BFM  betreffend  die  Ehefrau und Kinder gemäss Art. 15 Dublin­II­VO vom 14. November 2011 

D­590/2012 im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen  Verfügung  noch  ausstehend; Zustimmung der  […] Behörden gestützt auf Art. 7 Dublin­II­ VO am 17. Januar 2012 zwar erfolgt, aber nur unter dem Vorbehalt, dass  die  Ehefrau  einer  Familienzusammenführung  in  B._______  zustimmt,  was  gemäss  den  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  1. Februar  2012  nicht  der  Fall  ist  [vgl.  S. 3  "..  Rückkehr  dorthin  unvorstellbar…"]),  dass  die  angefochtene  Verfügung  überdies  jegliche  Überlegungen  zur  Frage der Wahrung der Familieneinheit gemäss Art. 8 EMRK vermissen  lässt,  dass  die  –  im  Übrigen  ohne  ersichtlichen Grund  erst  gut  acht Wochen  nach  deren  Erlass  eröffnete  –  vorinstanzliche  Verfügung  damit  den  Anforderungen an die Begründungspflicht nicht zu genügen vermag,  dass  das  BFM  somit  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unvollständig  erhoben  und  die  Begründungspflicht  und  damit  den  Anspruch  des  Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat,  dass  die  Beschwerde  infolgedessen  gutzuheissen  ist,  soweit  darin  die  Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt wird, und die Sache  zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen ist,  dass  sich  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses mit  vorliegendem Urteil  ohne  vorgängige  Instruktion  als gegenstandslos erweist,  dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind  (Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG) und sich demnach das Gesuch  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1  VwVG ebenfalls als gegenstandslos erweist,  dass dem vertretenen Beschwerdeführer eine Entschädigung für die ihm  notwendigerweise  erwachsenen  Parteikosten  zuzusprechen  ist  (Art. 64  Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), dass  bisher  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht  wurde,  auf  das  Nachfordern  einer  solchen  indes  verzichtet  werden  kann,  da  sich  der  notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Akten  hinreichend  zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE),

D­590/2012 dass  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf  die  in  Betracht  zu  ziehenden  Bemessungsfaktoren  (Art. 8 ­ 13  VGKE)  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 500.– zuzusprechen ist.  (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen Verfügung beantragt wird. 2.  Die Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011 wird aufgehoben und die  Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  4.  Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 500.–  auszurichten. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

D­590/2012 Seite 9

D-590/2012 — Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-590/2012 — Swissrulings