Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 02.11.2011 D-5815/2011

2. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,107 Wörter·~11 min·4

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5815/2011 Urteil   v om   2 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Türkei,   vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. September 2011 / N _______.

D­5815/2011 Sachverhalt: A.  A.a. Der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger – verliess  seinen Heimatstaat  eigenen Angaben  zufolge  am  24.  September  2008.  Von  B._______  über  einen  ihm  unbekannten  Ort  gelangte  er  am  2.  Oktober  2008  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am  7.  Oktober  2008  im  Empfangs­ und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch einreichte. Anlässlich  der  Befragung  zur  Person  vom  17.  Oktober  2008  und  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  22.  Juni  2009  machte  der  Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, seit dem Jahre 2000 habe er  die  MKP  HKO  (Maoistische  Kommunistische  Partei  Volksbefreiungsarmee)  respektive deren Vorgängerorganisation TKP/ML  (Kommunistische  Partei  der  Türkei/Marxisten­Leninisten)  unterstützt,  wobei  er  Lebensmittel  und  Kleider  geliefert,  Zeitungen  und  Flugblätter  verteilt  sowie  Parolen  an  Wände  geschrieben  habe.  Seit  Januar  oder  Februar 2003 sei er deswegen von der Polizei bedrängt worden. Sie habe  gewollt, dass er für sie als Spitzel tätig werde. Er hätte verraten sollen, wo  sich die Anhänger der Organisation in den Bergen befänden und wohin er  das Material liefere. Dies habe über drei bis fünf Monate gedauert. Er sei  auch  mit  dem  Tod  bedroht,  in  einem  Fahrzeug  mitgenommen  und  geschlagen worden. Deshalb habe er  in den Bergen bei der MKP HKO  während  rund  18 Monaten  Schutz  gesucht.  Die  Organisation  habe  ihm  sodann  eine  gefälschte  Identitätskarte  beschafft,  mit  welcher  er  nach  B._______  gegangen  sei,  wo  er  seit  2004  illegal  gelebt  habe.  Am  14.  Oktober  2004  sei  er  der  Mitgliedschaft  in  einer  illegalen  Organisation  sowie der Körperverletzung und Tötung angeklagt worden. Die Anklage  sei  falsch, da er kein Mitglied sei, sondern nur  logistische Hilfe geleistet  habe.  Das  Verfahren  sei  noch  hängig;  er  befürchte  nun,  bei  einer  Rückkehr umgebracht oder für 20 bis 25 Jahre inhaftiert zu werden. Da er sich während längerer Zeit habe verstecken müssen, leide er unter  psychischen Problemen. A.b. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer  die  Anklageschrift  vom  14.  Oktober  2004,  eine  Kopie  des  Verhandlungsprotokolls  des  2.  Gerichts  für  schwere  Straftaten  in  D._______  vom  6.  August  2009,  ein  Gerichtsdokument  vom  29.  April 

D­5815/2011 2010 und ein Schreiben des türkischen Anwalts vom 19. Juli 2010 zu den  Akten. B.  Mit  Verfügung  vom  13.  September  2011  –  eröffnet  am  21.  September  2011  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  wies  dessen  Asylgesuch  vom  7.  Oktober  2008  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug an. C.  Mit  Eingabe  vom  21.  Oktober  2011  liess  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  wegen  Verletzung  formellen Rechts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das  BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen  rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das  BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen. Es sei  ihm  in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  betreffend  die  Ziffern  4  und  5  aufzuheben  und  es  sei  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Bei  Aufhebung  und  Rückweisung  ans  BFM  sei  dieses  anzuweisen,  sämtliche  Herkunftsländerinformationen,  auf  welche  es  seinen  Entscheid  gestützt  habe,  in  geeigneter  Weise  offenzulegen.  Eventualiter  sei  das  BFM  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  anzuweisen,  sämtliche  Herkunftsländerinformationen,  auf  welche  es  seinen  Entscheid  gestützt  habe, in geeigneter Weise offenzulegen. Dem Beschwerdeführer sei eine  angemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Stellung zu  nehmen. Vor Gutheissung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei  dem  unterzeichneten  Anwalt  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer  detaillierten  Kostennote  zur  Bestimmung  der  Parteientschädigung  anzusetzen. Als Beweismittel wurden diverse Dokumente ins Recht gelegt. Auf  die  Beschwerdebegründung  und  auf  die  als  Beweismittel  eingereichten  Dokumente  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den  Erwägungen eingegangen.

D­5815/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  und  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

D­5815/2011 Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a  Abs. 2  AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde in casu auf die Durchführung  eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  Praxisgemäss  wird  bei  vereinfachten  Verfahren  bei  offensichtlich  unbegründeten  Beschwerden  bei  Direktentscheiden  auf  die  vorgängige  Bekanntgabe des Spruchkörpers verzichtet. Mit dem vorliegenden Urteil  wird  das Gesuch um Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter  oder  welche  Bundesverwaltungsrichterin  und  welcher  Gerichtsschreiber  oder  welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren  betraut  ist  und  welche  Richter  an  einem  Entscheid  weiter  mitwirken  werden, abgewiesen. 5.  5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 6. 

D­5815/2011 6.1. Zur Begründung  ihres negativen Asylentscheids hielt die Vorinstanz  zunächst  fest,  aufgrund  seiner  in  mehrfacher  Weise  unsubstantiierten,  tatsachenwidrigen  und  unlogischen  Aussagen  könnten  dem  Beschwerdeführer  weder  die  Beweggründe,  weshalb  er  sich  der  MKP  HKO angeschlossen und diese Organisation wieder verlassen habe noch  sein  mehrjähriger  illegaler  Aufenthalt  in  B._______  geglaubt  werden. Im  Weiteren  wurde  insbesondere  ausgeführt,  die  MKP  ziele  auf  eine  kommunistische Gesellschaftsordnung in der Türkei ab, wobei dieses Ziel  mit  einem  bewaffnet  geführten  revolutionären  Kampf  erreicht  werden  solle.  Die  Organisation  verfüge  dazu  über  die  paramilitärische  Gruppe  HKO,  die  auch  terroristische  Aktivitäten  durchführe.  Unter  diesen  Voraussetzungen  sei  eine  strafrechtliche  Verfolgung  von  Unterstützungstätigkeiten  für  die  MKP  im  Rahmen  der  Terrorismusbekämpfung  rechtsstaatlich  legitim.  Bei  den  in  der  Anklageschrift  vom  14.  Oktober  2004  vorgeworfenen  Taten  handle  es  sich  klar  um  gemeinrechtliche  Straftaten,  zu  deren  Aufklärung  die  türkischen Behörden verpflichtet seien. Es könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der  Türkei die MKP HKO unterstützt habe.  In welcher Form und  in welchem  Ausmass könne nicht geklärt werden, da er offenbar nicht bereit sei, an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken.  Es  sei  jedoch  davon  auszugehen, dass sein Engagement über das hinausgehe, was er gewillt  sei,  zuzugeben.  Das  gegen  ihn  hängige  Strafverfahren  sei  vom  Gegenstand  her  rechtsstaatlich  legitim  und  es  sei  davon  auszugehen,  dass  er  mit  einem  rechtsstaatlich  korrekten  Verfahren  rechnen  könne.  Seine  Vorbringen  hielten  weder  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art.  7  AsylG  noch  denjenigen  an  die  Asylrelevanz  nach  Art.  3  AsylG  stand,  weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  sein  Asylgesuch abzulehnen sei. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. 6.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  im Wesentlichen  gerügt,  das  BFM  beziehe  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  verschiedentlich  auf  die  aktuelle  Lage  in  der  Türkei,  schätze  diese  aber  völlig  falsch  ein.  Die  vorgenommene  Lageanalyse  widerspreche  jeglichen  aktuellen  Länderberichten.  Zusammenfassend  habe  die  Vorinstanz  den 

D­5815/2011 entsprechenden  Sachverhalt  in  verschiedenen  Punkten  unrichtig  abgeklärt.  Im  Weiteren  nenne  sie  bei  der  Lagebeurteilung  teilweise  überhaupt keine Quellen und  teilweise solche, welche mangels genauer  Angabe nicht überprüft werden könnten. Indem sie in allgemeiner Weise  auf ihre Erkenntnisse verweise, ohne jedoch genaue Quellen anzugeben,  verletze  sie  ihre  Begründungspflicht  und  damit  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör.  Zudem  habe  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unvollständig  abgeklärt,  indem  sie  trotz  Zweifel  an  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinem  Gesundheitszustand  kein  ärztliches Gutachten eingeholt habe. Was die vom BFM angezweifelten Sachverhaltselemente  (Motivation  für  Anschluss  und  Verlassen  der  Organisation,  Umfang  der  Aktivitäten,  illegaler  Aufenthalt  in  B._______)  betrifft,  wird  auf  Beschwerdeebene  insgesamt  an  der  Glaubhaftigkeit  der  in  diesem  Zusammenhang  gemachten Angaben festgehalten. Sodann  wird  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht,  die  dem  Beschwerdeführer  vorgeworfenen  beziehungsweise  "untergeschobenen"  Delikte,  welche  er  nicht  begangen  habe,  hätten  zur  Folge,  dass  die  Strafverfolgung  zur  asylrelevanten  Verfolgung  werde.  Ausserdem  sei  davon auszugehen, dass  ihm gerade aufgrund seiner  früheren Tätigkeit  für  die MKP HKO  im Rahmen  des  hängigen Strafverfahrens  das Recht  auf  ein  faires  Verfahren  verwehrt  würde  und  ihm  anlässlich  der  Untersuchungshaft  oder  einer  Strafverbüssung  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  Folter  und  andere  unmenschliche  und  erniedrigende  Behandlung drohe. Aus diesem Grund erfülle der Beschwerdeführer die  Flüchtlingseigenschaft.  Da  er  an  terroristischen  Aktionen  nie  beteiligt  gewesen sei, sondern bloss logistische Unterstützung geleistet habe, falle  auch der Tatbestand der Asylunwürdigkeit gemäss Art. 53 AsylG ausser  Betracht. Schliesslich wird ausgeführt, der Wegweisungsvollzug sei unzulässig, da  dem  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe.  Aufgrund  der  zu  befürchtenden Schikanen während der Haft und der grossen psychischen  Probleme  erweise  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  unzumutbar.

D­5815/2011 6.3.  6.3.1.  In  casu  gilt  es  zunächst  zu  prüfen,  ob  die  auf Beschwerdeebene  erhobene  Rüge,  das  BFM  habe  gegen  formelles  Recht  verstossen,  gerechtfertigt  ist.  Es  stellt  sich  die  Frage,  ob  einerseits  durch  die  mangelnde  Offenlegung  der  in  die  angefochtene  Verfügung  eingeflossenen  Länderinformationen  die  Begründungspflicht  beziehungsweise  der  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  und  andererseits  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  unvollständig und unrichtig abgeklärt wurde. 6.3.1.1  Bezüglich  der  beantragten  Offenlegung  sämtlicher  Herkunftsländerinformationen, auf die das BFM seinen Entscheid gestützt  habe,  ist  festzustellen, dass sich  in den vorinstanzlichen Akten keinerlei  Länderberichte  befinden,  in  welche  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  hätte Einsicht gewähren können. Im Übrigen handelt es sich bei den aus  Länderdokumentationen  gewonnenen  Erkenntnissen  um  allgemeines  Fachwissen,  welches  als  solches  nicht  herausgegeben  werden  kann.  Schliesslich  ist  davon  auszugehen,  dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  alle  entscheidwesentlichen  Verfahrensakten  im  gesetzlich  zulässigen  Umfang  ediert  hat  (vgl.  Schreiben  des  BFM  vom  23.  September  2011  an  den  Rechtsvertreter  betreffend  Akteneinsichtsgesuch).  Eine  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts  bezüglich  einzelner  von  der  Einsicht  ausgenommenen  Dokumente  wird  denn auch nicht geltend gemacht. 6.3.1.2  In  der  Beschwerde  wird  im  Zusammenhang  mit  der  Rüge,  das  BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig  abgeklärt,  hinsichtlich  der  Glaubhaftigkeit  des  Beschwerdeführers  zunächst  geltend  gemacht,  das  Vorgehen  der  türkischen  Polizei,  einen  mutmasslichen MKP HKO Aktivisten  unter Druck  zu  setzen,  um  ihn  als  Spitzel  zu  gewinnen,  anstatt  direkt  ein  Strafverfahren  zu  eröffnen,  sei  gemäss  Länderinformationen  gang  und  gäbe.  Entgegen  der  vorinstanzlichen  Erkenntnis  handle  es  sich  dabei  um  ein  durchaus  übliches  Verfahren. Angesichts  dessen,  wonach  das  BFM  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  nicht  asylrelevant  würdigte  und  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dieser  Einschätzung  anschliesst  (vgl.  nachstehend  E.  6.3.2.3),  erübrigt  es  sich,  auf  allfällige  Unglaubhaftigkeitselemente in den Ausführungen des Beschwerdeführers  einzugehen. Somit ist es auch nicht entscheidrelevant abzuklären, ob das 

D­5815/2011 BFM  diesbezüglich  den  Sachverhalt  unvollständig  und  unrichtig  festgestellt hat. Wie  sich  aus  den  folgenden  Ausführungen  ergibt,  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  BFM  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Türkei  mit  einem  rechtsstaatlich  korrekten  Verfahren  rechnen  kann  (vgl.  E.  6.3.2.2).  Bei  dieser  Sachlage  erweist  sich  der  Vorhalt,  das  BFM  habe  betreffend  der  in  der  Türkei  herrschenden  Menschenrechtssituation  eine  komplett  falsche  Lageeinschätzung vorgenommen, als unbegründet. Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  auch  aus  der  Rüge,  die  Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt  in Bezug auf seinen  Gesundheitszustand ebenso unvollständig und unrichtig abgeklärt, nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten.  In  Anbetracht  des  Umstands,  wonach  Asylsuchende  verpflichtet  sind,  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  AsylG),  hätte  vom  Beschwerdeführer  erwartet werden dürfen, dass er  von sich aus ein Arztzeugnis einreicht.  Da er das BFM bereits mit Fax­Schreiben vom 22. Juni 2009 über seine  angeblichen  gesundheitlichen  Probleme  informierte,  wäre  es  ihm  erst  recht  zumutbar  gewesen,  sich  in  der  Zwischenzeit  beispielsweise  von  seinem Hausarzt einen entsprechenden Bericht ausfertigen zu lassen. 6.3.1.3  Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  insgesamt  kein  Anlass besteht, die angefochtene Verfügung wegen Verletzung formellen  Rechts  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen.  Das  Bundesamt  war  nach  dem  Gesagten  nicht  gehalten,  die  verwendeten  allgemeinen  Länderinformationen  offenzulegen, weshalb  sich die Rüge, die Begründungspflicht  und damit  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  seien  verletzt  worden,  als  unbegründet erweist. Der Antrag, bei Aufhebung und Rückweisung an die  Vorinstanz sei diese anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen  in geeigneter Weise offenzulegen und der Eventualantrag, das BFM sei  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  anzuweisen,  sämtliche  Herkunftsländerinformationen  in  geeigneter  Weise  offenzulegen  sowie  dem  Beschwerdeführer  sei  eine  angemessene  Frist  einzuräumen,  um  dazu  Stellung  zu  nehmen,  werden  demnach  abgewiesen.  Den  vorstehenden  Ausführungen  zufolge  ist  auch  die  Ermittlung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  seitens  des  BFM  nicht  zu  bemängeln,  weshalb der Eventualantrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen 

D­5815/2011 rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen, ebenso abgewiesen wird. 6.3.2.  Im  Weiteren  ist  nun  abzuklären,  ob  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  beziehungsweise  in  der  Türkei  eine  asylrelevante Verfolgung zu befürchten hat. 6.3.2.1 Hinsichtlich eines Verfahrens, in welchem jener Beschwerdeführer  wegen  PKK­Propaganda  angeklagt  und  erstinstanzlich  verurteilt  wurde,  hielt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  deute  nichts  darauf  hin,  dass  das  Strafverfahren  als  rechtsstaatlich  illegitim  zu  bezeichnen  wäre  beziehungsweise  den  Anforderungen  an  ein  mit  rechtsstaatlichen  Mitteln  geführtes  Strafverfahren  nicht  genügen  würde.  So  erscheine  es  mit  Blick  auf  die  jahrzehntelangen massiven Gewaltakte der PKK rechtsstaatlich zulässig,  auch die Beteiligung eines Einzelnen an einer Demonstration  im Namen  dieser  Organisation  als  solche  unter  Strafe  zu  stellen  beziehungsweise  strafrechtlich zu ahnden (vgl. Urteil D­4401/2010 vom 5. August 2010, E.  6.1). 6.3.2.2  Wenn  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgeht,  die  Strafverfolgung wegen Beteiligung an einer Demonstration zugunsten der  PKK  sei  aus  rechtsstaatlicher Sicht  gerechtfertigt,  ist  in  casu  die  gegen  den  Beschwerdeführer  erhobene  Anklage  wegen  Mitgliedschaft  bei  der  MKP HKO sowie Tötung  und Körperverletzung, mithin Straftaten  gegen  Leib  und  Leben,  erst  recht  als  rechtsstaatlich  legitim  zu  erachten.  Im  Weiteren  kann  in  Übereinstimmung  mit  dem  BFM  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  gegen  den  Beschwerdeführer  eingeleiteten  strafrechtlichen Massnahmen im Rahmen eines rechtsstaatlich korrekten  Verfahrens  geführt  werden  beziehungsweise  das  Verfahren  rechtsstaatlichen  Ansprüchen  genügen  wird.  Diesbezüglich  kann  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  als  zutreffend  erachteten  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden. 6.3.2.3 Angesichts dieser Umstände ist insgesamt festzustellen, dass die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  nicht  asylrelevant  zu  beurteilen  sind.  Da  er  bereits  aus  diesem  Grund  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  kann  darauf  verzichtet  werden,  seine  Vorbringen  auf  ihre  Glaubhaftigkeit  hin  zu  überprüfen.  Desgleichen  kann  die  Frage  einer  allfälligen  Asylunwürdigkeit  offengelassen  werden.  Schliesslich  erübrigt 

D­5815/2011 es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die damit  eingereichten  Beweismittel  einzugehen,  zumal  dies  zu  keiner  anderen  Einschätzung zu führen vermag, umso weniger als sich die Beweismittel  nicht  konkret  auf  den  Beschwerdeführer  beziehen;  auf  weitere  Beweiserhebungen wird  verzichtet,  da  sie  zu  keinem  anderen Ergebnis  führen würden. Nach  dem  Gesagten  hat  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  gilt  gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 

D­5815/2011 den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). 8.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen werden. 8.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  kann  der  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der  Türkei  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 

D­5815/2011 Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.1.  Angesichts  des  Umstands,  wonach  in  der  Türkei  derzeit  weder  Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, sind  keine  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer Rückkehr dorthin konkret gefährdet wäre. 8.3.2. Was  die  geltend  gemachten,  jedoch  nicht  belegten  psychischen  Probleme  anbelangt,  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  in  der  Türkei  eine  medizinische  Behandlung  von  psychisch  Kranken  ebenso  gewährleistet  ist, weshalb der Beschwerdeführer bei Bedarf darauf zurückgreifen kann.  Im Weiteren leben seinen Angaben zufolge mehrere Familienangehörige  und  Verwandte  (Eltern,  Geschwister,  Onkel,  Tante)  in  der  Türkei  (vgl.  Befragungsprotokoll  vom 17. Oktober  2008, A2, S.  3), weshalb er  auch  über  ein  soziales  Beziehungsnetz  verfügt.  Zudem  sprechen  keine  anderen  persönlichen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs. 8.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 

D­5815/2011 Beschwerde  ist  demnach abzuweisen. Der Antrag,  vor Gutheissung der  Beschwerde  sei  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer  detaillierten  Kostennote  zwecks  Bestimmung  der  Parteientschädigung  anzusetzen, wird infolgedessen gegenstandslos. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­5815/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand:

D-5815/2011 — Bundesverwaltungsgericht 02.11.2011 D-5815/2011 — Swissrulings