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Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-5724/2011

30. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,115 Wörter·~11 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5724/2011 Urteil   v om   3 0 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, Mit Zustimmung von Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Dominique Guidon, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. September 2011 / N _______.

D­5724/2011 Sachverhalt: A.  A.a. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2009 reichte der Beschwerdeführer  auf  der  Schweizerischen Botschaft  in Colombo  ein Asylgesuch  ein.  Am  9. März  2010  wurde  er  dort  vertieft  zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Dabei  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er sei aufgrund seiner fünfjährigen  Tätigkeit  von  2003  bis  2008  als  Bankangestellter  für  die  (…)  Bank  in  Kilinochchi in den Fokus behördlicher Aufmerksamkeit gelangt. Aufgrund  der  Intensivierung der Kampfhandlungen  im Raum Kilinochchi Ende des  Jahres 2008 sei die Filiale der Bank  im November von Kilinochchi nach  M._______ im Distrikt Mullaitivu verlegt worden. Er habe sich nach Jaffna  begeben, wo er am 31. Dezember 2008 im Flüchtlingslager in N._______  angekommen sei. Da er eine ideologische und offizielle Zugehörigkeit zur  LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) verneint und sich entsprechend  geweigert habe, ein entsprechendes Bekenntnis zu unterschreiben, sei er  am 4. April 2009 dem CID (Criminal Investigation Department) übergeben  worden. Nach einer  fünfmonatigen  Inhaftierung  im Gefängnis von Jaffna  sei er am 31. August 2009 auf Kaution sowie unter der Auflage, sich für  die Dauer eines Monats jeweils am Sonntag im Lager zur Unterschrift zu  melden, freigelassen worden. Am 30. September 2009 sei das Verfahren  gegen  ihn mangels Beweisen eingestellt worden, dies nicht zuletzt auch  deswegen,  weil  er  seine  Stelle  bei  der  (…)  Bank  zur  Friedenszeit  und  anlässlich  einer  offiziellen  Stellenausschreibung  angetreten  habe.  Nichtsdestotrotz habe er nach seiner Entlassung beziehungsweise nach  Beendigung  des  Verfahrens  weitere  Behelligungen  von  Seiten  der  sri­ lankischen  Behörden  befürchtet,  was  ihn  schliesslich  dazu  bewogen  habe,  die  schweizerischen  Behörden  um  eine  Einreisebewilligung  zu  ersuchen.  Die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  habe  das  Asylgesuch dem BFM überwiesen, welches das Gesuch  im Hinblick auf  fehlende Schutzbedürftigkeit mit Verfügung vom 30. März 2010 ablehnte  und dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz verweigerte. A.b. Am 27. Dezember 2010 reichte der Beschwerdeführer im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  O._______  ein  weiteres  Asylgesuch  ein.  Anlässlich  der  Befragung  vom  29.  Dezember  2010  und  vom  4.  Januar  2011 zur Person (BzP) im EVZ O._______ sowie der direkten Anhörung  vom 17. Januar 2011 durch das BFM machte der Beschwerdeführer zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im Wesentlichen  geltend,  nach  seiner 

D­5724/2011 Haftentlassung  im  Spätsommer  2009  habe  er  sich  zu  seiner  Mutter  in  sein Heimatdorf P._______ bei Jaffna begeben, wo er eine Arbeitsstelle  im Internet­Café eines Freundes angetreten habe. Im Juli 2010 sei er zu  Hause  von  Beamten  des  CID  aufgesucht  und  zur  Befragung  in  deren  Camp mitgenommen worden. Auf der Suche nach dem Tresor der Bank,  für die der Beschwerdeführer gearbeitet habe, hätten ihn die Beamten in  der Hoffnung nach Kilinochchi gebracht, er werde sie zum Versteck des  Tresors  führen.  Indessen  sei  er  über  den  Verbleib  des  Tresors  selber  auch  nicht  orientiert  gewesen  und  habe  ihnen  nur  das  Gebäude  der  ehemaligen Bankfiliale sowie den Hauptsitz der Bank zeigen können. Auf  die Frage der Beamten, wohin die Filiale in Kilinochchi verlegt worden sei,  habe er mit Nichtwissen geantwortet. In der Folge hätten ihn die Beamten  zurück nach Jaffna  in  ihr Camp gefahren. Mit den Worten, er habe nun  eine Woche Zeit, sich die ganze Sache durch den Kopf gehen zu lassen,  sei er schliesslich wieder entlassen worden. Im August 2010 sei er erneut  vom CID aufgesucht worden, diesmal  jedoch in seiner Abwesenheit. Die  Beamten  hätten  die  Mutter  darüber  informiert,  dass  ihr  Sohn  verhaftet  würde,  sollte  er  das Versteck  des  Tresors  den Behörden  nicht  bekannt  geben.  Die  Angst  vor  einer  erneuten  Verhaftung  habe  ihn  schliesslich  dazu veranlasst, seine Ausreise aus Sri Lanka in die Wege zu leiten. B.  Mit  Verfügung  vom  15.  September  2011  –  eröffnet  am  16.  September  2011  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  ordnete  es  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, die Aussagen des  Beschwerdeführers  zur  geltend  gemachten  erneuten  behördlichen  Heimsuchung  im  Zusammenhang  mit  seiner  ehemaligen  Tätigkeit  als  Bankangestellter  der  (…)  Bank  in  Kilinochchi  seien  als  abwegig  und  unlogisch  und  daher  als  unglaubhaft  zu  beurteilen.  Wie  den  Akten  bezüglich des vom Beschwerdeführer auf der Schweizerischen Botschaft  in Colombo eingereichten (ersten) Asylgesuchs zu entnehmen sei, hätten  die Behörden  den Beschwerdeführer  am 31. August  2009  aus  der Haft  entlassen und das Verfahren gegen ihn am 30. September 2009 mangels  Beweisen eingestellt. Seither habe er ein Jahr lang unbehelligt bei seiner  Mutter  in  P._______  (Jaffna)  gelebt.  Der  Krieg  zwischen  der  sri­ lankischen Regierung und der LTTE sei  im Mai 2009 mit der Niederlage  der  LTTE  zu  Ende  gegangen.  Der  Beschwerdeführer  sei  im  Zuge  der  letzten  Kriegsphase,  nämlich  am  4.  April  2009,  verhaftet  und  am  31.  August 2009 auf Kaution wieder aus der Haft entlassen worden. Am 30. 

D­5724/2011 September  2009  sei  das  Verfahren  gegen  ihn  eingestellt  worden.  Der  Umstand, dass der Beschwerdeführer zu einem Zeitpunkt freigesprochen  worden sei, als die sri­lankische Regierung alles daran gesetzt habe, sich  in  ihrem  Sieg  zu  behaupten  und  rigoros  gegen  Sympathisanten  und  Angehörige  der  LTTE  vorzugehen,  weise  daraufhin,  dass  die  sri­ lankischen  Behörden weder  etwas  gegen  den  Beschwerdeführer  in  der  Hand  gehabt  hätten  noch  davon  ausgegangen  seien,  dass  er  über  relevante  Informationen  über  LTTE­Interna  verfügt  habe.  Wären  die  Behörden  vom Gegenteil  ausgegangen,  hätten  sie  bereits  im  Zuge  der  letzten Kriegsphase und des endgültigen Sieges über die LTTE versucht,  an  diese  Informationen  heranzukommen.  Es  sei  daher  nicht  nachvollziehbar,  dass  der  CID  den  Beschwerdeführer  ein  Jahr  nach  dessen  Entlassung  erneut  aufgesucht  haben  solle,  um  an  die  gewünschten  Bankinformationen  zu  gelangen.  Es  gelinge  dem  Beschwerdeführer nicht, so müsse geschlossen werden, diesem von ihm  geltend  gemachten  Ausreisegrund  die  nötige  Plausibilität  zu  verleihen. Da  dem  Beschwerdeführer  seine  jüngst  geltend  gemachten Gründe  für  seine  Ausreise  aus  Sri  Lanka  nicht  geglaubt  werden  könnten,  sei  bezüglich  seines  Gefährdungsprofils  auf  die  Vorakten  zu  verweisen.  Gestützt  auf  die  Erwägungen  in  der  Verfügung  vom  30. März  2010  sei  nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von Seiten der sri­ lankischen  Behörden  weitere  Verfolgungsmassnahmen  zu  befürchten  habe.  Nach  dem  Gesagten  hielten  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  weder  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31)  noch  jenen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  stand.  Demzufolge  erfülle  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei. Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1  AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  könne  auch  der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht  angewendet  werden.  Ferner  ergäben  sich  aus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe oder Behandlung drohe. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri­

D­5724/2011 lankischen Regierung und den separatistischen LTTE sei im Mai 2009 mit  deren Niederlage  zu Ende  gegangen.  Seither  habe  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage in Sri Lanka deutlich entspannt. Ebenfalls sei festgestellt  worden,  dass  sich  die  Lebensbedingungen  soweit  verbessert  hätten,  dass  eine  Rückkehr  auch  in  den  Norden  und  Osten  Sri  Lankas  grundsätzlich  wieder  zumutbar  sei.  Der  Beschwerdeführer  stamme  aus  P._______  im  Distrikt  Jaffna.  In  Anbe­tracht  der  obigen  Ausführungen  erachte das BFM den Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat somit  als  zumutbar,  da  die  vor  Ort  herrschende  Sicherheitslage  nicht  gegen  einen  Wegweisungsvollzug  spreche.  Im  vorliegenden  Fall  seien  auch  keine  individuellen  Gründe  eruierbar,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs sprächen. Es handle sich beim Beschwerdeführer  um einen gesunden jungen Mann, der in seiner Heimat, wo seine Mutter  und  seine Geschwister  lebten,  sowohl  auf  ein  soziales  Beziehungsnetz  als auch auf eine gesicherte Wohnsituation zurückgreifen könne. Darüber  hinaus  sei  der  Beschwerdeführer  vor  seiner  Ausreise  aus  Sri  Lanka  erwerbstätig  gewesen,  dies  zuletzt  in  einem  Internet­Café  eines  Freundes,  weswegen  davon  auszugehen  sei,  er  werde  bei  seiner  Rückkehr nach Sri Lanka wie zuvor imstande sein, selbständig für seinen  Lebensunterhalt aufzukommen. C.  Mit  Beschwerde  vom  15.  Oktober  2011  (Poststempel  vom  17.  Oktober  2011)  liess  der  Beschwerdeführer  die  nachfolgend  aufgeführten  Rechtsbegehren  stellen:  Es  sei  der  Entscheid  des  Beschwerdegegners  vom  15. September  2011  vollumfänglich  aufzuheben  und  dem  Beschwerdeführer  hierzulande  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  als  Folge  davon  sei  dem  Beschwerdeführer  die  vorläufige Aufnahme  in der Schweiz  zu gewähren. Schliesslich  sei  dem  Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­5724/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung. Er ist daher – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung –  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten. Wie  sich  aus  Art.  42  AsylG  ergibt,  hat  die  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung,  weshalb  auf  das  entsprechende  Feststellungsbegehren mangels Rechtsschutzinteresse  nicht  einzutreten  ist. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 

D­5724/2011 nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a  Abs. 2  AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 5.  5.1.  Zur  Begründung  seiner  Beschwerdeschrift  macht  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen geltend, es seien  ihm die Akten des  ersten  Asylgesuchs,  das  er  auf  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  gestellt  habe,  nicht  ausgehändigt  worden,  obwohl  im  angefochtenen  Entscheid darauf  verwiesen werde. Dementsprechend bezögen sich die  Ausführungen in der Beschwerdeschrift ausschliesslich auf die Akten des  zweiten  Asylgesuchs.  Ergänzende  Ausführungen  betreffend  die  Akten  des  ersten  Gesuchs  würden  ausdrücklich  vorbehalten.  Was  die  Asylgründe  des  Beschwerdeführers  anbelange,  so  habe  die  Vorinstanz  die Situation,  in  der  sich  dieser  befinde,  unzutreffend  eingeschätzt.  Der  Beschwerdeführer  habe  nämlich  eine  wichtige  Funktion  in  der  Bank 

D­5724/2011 innegehabt  und  werde  vom  sri­lankischen  Geheimdienst  als  wichtige  Figur angesehen, weil er Kenntnisse über Mitglieder der LTTE sowie über  die Bank habe. Da der sri­lankische Geheimdienst den Beschwerdeführer  schon  viermal  aufgesucht  habe,  könne  sich  dieser  trotz  gerichtlichen  Freispruchs noch lange nicht sicher fühlen. Zudem komme es häufig vor,  dass  Personen  zunächst  mangels  Beweisen  freigesprochen  und  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  heimlich  ausgeschaltet  würden.  Die  Suche  nach dem Tresor sei  im Übrigen, wie die Festnahme des Filialleiters der  Bank  illustriere,  nach  wie  vor  aktuell.  Der  Beschwerdeführer  befürchte,  dieser Mann habe  ihn zu seinem eigenen Schutz  für das Verschwinden  des  Tresors  und  des  Geldes  verantwortlich  gemacht,  weshalb  zu  erwarten  sei,  bei  seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  lägen  gegen  ihn  schwere  Vorwürfe  in  der  Luft.  Unter  diesen  Umständen  sei  davon  auszugehen, er gelte bei den Behörden als LTTE­Unterstützer. In diesem  Sinne  weise  der  Beschwerdeführer  durchaus  ein  Gefährdungsprofil  auf  und habe gut begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung in seinem  Heimatstaat.  Dementsprechend  erfülle  er  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  ohne Weiteres.  Dies  umso  mehr, als die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Unrecht den Vorwurf  gemacht  habe,  unlogisch  zu  argumentieren. Was  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  anbelange,  so  könne  der  Beschwerdeführer  keinen Schutz  bei  seinen Familienangehörigen  in  Jaffna  finden, weil  es  für die Familie zu riskant sei, ihn aufzunehmen. Dementsprechend werde  seine  Rückkehr  aufgrund  seines  sozialen  und  familiären  Beziehungsnetzes nicht vereinfacht, da er nicht mehr bei  seiner Familie  wohnen könne. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die  aktuelle Sicherheits­ und Menschenrechtslage  im Osten und Norden Sri  Lankas  trotz  Beendigung  des  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  noch  klar  ungenügend  sei, weshalb  die Rückkehr  als  unzumutbar  zu  qualifizieren  sei. 5.2.  Wie  sich  aus  den  Akten  ergibt,  liess  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung  vom  30.  März  2010  des  BFM  unangefochten  in  Rechtskraft  erwachsen;  in  diesem  Zusammenhang  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  sei  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes  (Art. 3 AsylG) und lehnte das Asylgesuch ab. Wie sich aus prozessualen  Grundsätzen  ergibt,  kann  die  bereits  beurteilte  Sachverhaltsdarstellung  des  Beschwerdeführers  nicht  erneut  Gegenstand  einer  materiellen  Beurteilung im Rahmen eines zweiten Asylverfahrens bilden (res iudicata;  FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 322 f.;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 

D­5724/2011 Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. Rz. 715).  Dementsprechend geht es nachstehend einzig noch um die Beurteilung  der vom Beschwerdeführer für die Zeit nach dem 30. März 2010 geltend  gemachten asylrechtlich relevanten Probleme. Zwar verwies das BFM in  der  angefochtenen  Verfügung  im  Zusammenhang  mit  dem  Gefährdungsprofil  des  Beschwerdeführers  auf  die  Akten  des  Auslandverfahrens.  Indessen  ergibt  sich  das  Gefährdungsprofil  des  Beschwerdeführers  vor  dem  30.  März  2010  nicht  aus  den  Akten  des  abgeschlossenen  Verfahrens,  sondern  ausschliesslich  aus  den  Erwägungen  der  in  Rechtskraft  erwachsenen  Verfügung.  Diese  wurde  dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen eröffnet, weshalb in diesem  Zusammenhang keine Verletzung des  rechtlichen Gehörs vorliegt, wenn  ihm die Akten des Auslandverfahrens nicht zugestellt wurden. 5.3.  Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgehalten  hat,  vermögen  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  zu  überzeugen.  Bereits  im  Zusammenhang  mit  der  Schilderung  seines  Reisewegs  ergeben  sich  nämlich  die  ersten  wesentlichen  Unstimmigkeiten.  So  will  der  Beschwerdeführer  ausgerechnet  über  den  bestens  überwachten  Flughafen  von  Colombo  aus  dem  Heimatstaat  ausgereist  sein,  dies  mittels eines echten Reisepasses, welcher zwar seine Passfoto enthalten  habe, aber auf eine Person namens B._______ (geboren […], Sri Lanka)  ausgestellt  gewesen  sein  soll.  Darüber  hinaus  habe  der  verfälschte  Reisepass  ein  sechs  Monate  gültiges  Touristenvisum  mit  einer  Gültigkeitsdauer  von Dezember  2010  bis Mai  2011  für  Italien  enthalten  (B4/10  Ziff.  16  S.  6,  Ziff. 13.1  S.  4).  Bezeichnenderweise  war  der  Beschwerdeführer  jedoch nicht  in der Lage, den  für den Flug benutzten  Reisepass  zu  den  Akten  zu  reichen,  dies  mit  der  unglaubhaften  Begründung,  der  für  den  Flug  benützte  Pass  sei  wie  sein  eigener,  im  Jahre 2009 ausgestellter Reisepass beim Schlepper in Italien verblieben.  Derartige Unstimmigkeiten bezüglich des Reisewegs beziehungsweise zu  den  dabei  verwendeten  Papieren  lassen  praxisgemäss  auch  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  zu  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1998  Nr.  17  E.  4b  S. 150). Dies bestätigt  sich auch  im vorliegenden Fall,  drängt  sich doch  aufgrund  der  Akten  keinesfalls  der  Schluss  auf,  der  Beschwerdeführer  habe sich  lediglich bezüglich des Reisewegs unglaubhaft  geäussert. So  etwa zeichnen sich die neuen Asylgründe des Beschwerdeführers durch  ihren  wirklichkeitsfremden  Charakter  aus.  Unplausibel  erscheint  beispielsweise, dass Angehörige des sri­lankischen Geheimdienstes den 

D­5724/2011 Beschwerdeführer im Juli 2010, also mehr als ein Jahr nach Beendigung  des Bürgerkriegs, hätten aufsuchen sollen, um sich eine Bankfiliale, den  vormaligen Arbeitsort  des Beschwerdeführers  in Kilinochchi,  zeigen und  zu  versteckten  Tresoren,  gefüllt  mit  allerlei  Kostbarkeiten,  führen  zu  lassen, wobei diese Aktion insoweit als von vornherein unnütz erscheint,  als  die  Bankfiliale  nach  der  Kündigung  des  Beschwerdeführers  nach  M._______  verlegt  worden  sein  soll  (B10/9  F24  ff.  S.  3  ff.).  Vermutlich  wäre es den Agenten des CID  jedoch schon vor der angeblichen Reise  nach  Kilinochchi  eingefallen,  vorgängig  die  den  Beschwerdeführer  betreffenden  Akten  zu  prüfen  und  bei  dieser  Gelegenheit  die  früheren  Vorbringen des Beschwerdeführers zu konsultieren (vgl. a.a.O. F39 S. 5).  Wenn  die  Agenten  des  CID  der  Meinung  gewesen  wären,  der  Beschwerdeführer wisse tatsächlich etwas über den Verbleib der Tresore,  hätten  sie  sich  mit  Sicherheit  anders  verhalten  als  es  der  Beschwerdeführer  in  der  Begründung  seines  Asylgesuchs  schildert,  zumal  eine  Observation  unter  den  gegebenen  Begleitumständen  eher  Aussicht  auf  Erfolg  geboten  hätte.  Die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte,  unprofessionelle  Vorgehensweise  der  angeblichen  Geheimdienstler  lässt  den  Schluss  zu,  der  Beschwerdeführer  hat  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können,  sondern  die  von  ihm  im Rahmen  seines  zweiten  Asylverfahrens  geschilderte  Verfolgungssituation  erfunden. 5.4. Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  weitere  Vorbringen  oder  Beweismittel  näher  einzugehen.  Stattdessen  ist  zusammenfassend  festzustellen,  dass  beim  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  vorliegt  und  er  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden  kann.  Mangels  erfüllter  Flüchtlingseigenschaft  ist  ihm  zu  Recht  das  nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 

D­5724/2011 solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen werden. 7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements 

D­5724/2011 nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5.  In  Sri  Lanka  herrscht  zur  Zeit  weder  Krieg,  Bürgerkrieg  noch  liegt  eine Situation allgemeiner Gewalt vor (vgl. BVGE E­6220/2006 E. 10 ff.).  Zu  prüfen  ist  indessen,  ob  anderweitige  Probleme  des  Beschwerdeführers  allenfalls  individuelle  Gründe  darstellen,  welche  gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Es sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche die Rückkehr  des den Akten zufolge nach wie vor jungen und gesunden, nicht aus dem  "Vanni­Gebiet"  stammenden  Beschwerdeführers  als  unzumutbar 

D­5724/2011 erscheinen  lassen  würden.  In  den  Akten  finden  sich  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher  oder sozialer Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde.  Vielmehr  ist  den Akten zu entnehmen, dass er  im Heimatstaat über ein  grosses  soziales  Beziehungsnetz  verfügt  (B4/10  Ziff.  11  S.  3),  das  ihn  nötigenfalls unterstützen kann. Ausserdem verfügt der Beschwerdeführer  nach  eigenen  Angaben  über  Führungs­  und  Bankerfahrung,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  er  werde  im  Heimatstaat  wieder  wirtschaftlich  Fuss  fassen  können.  Er  muss  somit  nicht  damit  rechnen,  nach  der  Rückkehr mit einer existenziellen Notlage konfrontiert zu sein. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als  zumutbar. 7.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 7.7. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten ist. 9.  9.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 9.2.  Wie  sich  aus  den  vorangehenden  Erwägungen  ergibt,  muss  die  Beschwerde  als  aussichtslos  bezeichnet  werden,  weshalb  die Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen sind.

D­5724/2011 9.3.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­5724/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand:

D-5724/2011 — Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-5724/2011 — Swissrulings