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Bundesverwaltungsgericht 14.10.2011 D-5628/2011

14. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,153 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. Oktober 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5628/2011/sed Urteil   v om   1 4 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), und deren Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Somalia, vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, (….), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 3. Oktober 2011 / N .

D­5628/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, SR 142.311), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention, EMRK, SR 0.101), des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105), des  Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes (SR 0.107), des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 

D­5628/2011 Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO), der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September  2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO (DVO Dublin), des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2), stellt fest, dass  das BFM mit  Verfügung  vom  3. Oktober  2011  in  Anwendung  von  Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin  vom 8. August 2011 nicht eintrat, die Wegweisung nach Italien verfügte,  die  Beschwerdeführerin  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  M._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  und  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  der  Beschwerdeführerin  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass für die Begründung der Verfügung auf die Akten zu verweisen ist, dass  die  Beschwerdeführerin mit  Eingabe  vom  11.Oktober  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die Vorinstanz  anzuweisen,  ihr Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch  für  zuständig  zu  erachten,  zudem  der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  des  Weiteren die Vollzugsbehörden anzuweisen seien, von einer Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  den  Suspensiveffekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe,

D­5628/2011 dass  sie  schliesslich  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1  und  2 VwVG  sowie  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  beantragen liess, dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und,  soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung  gestützt  auf  Art.  56  VwVG  mit  Verfügung  vom  13.  Oktober  2011  vorsorglich aussetzte, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG), dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist und infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

D­5628/2011 dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  gestützt  auf  die  einleitenden  Bestimmungen  sowie  Art.  1  Abs.  1  DAA  i.V.m. Art.  29a Abs.  1 AsylV 1 die Prüfung der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit zur Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der  Dublin­II­VO vorzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss der Datenbank Eurodac bereits am  14. Juli 2008 in N._______ (Italien) und am 8. September 2008 in Holland  daktyloskopiert wurde, dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  Italien  feststeht  und  von  dieser  von  Anfang  an  auch  nicht  bestritten  wurde  (A10/11 Ziff. 16 S. 6), dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  summarischen  Befragung  vom 23. August 2011 darüber hinaus geltend machte, die holländischen  Behörden hätten sie im Januar 2010 nach Italien überstellt und sie habe  in der Folge bis zur Einreise in die Schweiz in Italien gelebt, dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  vom  1.  September  2011  um  Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführerin  am  29. 

D­5628/2011 September  2011  guthiessen  (A23/1),  womit  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  gemäss  DAA  bei  Italien liegt, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  am  23. August  2011  geltend  machte,  sie  wolle  nicht  nach  Italien  zurückkehren,  weil  man  dort  ihre  Asylgründe  nicht  akzeptiert  habe,  sie  dort mit ihren zwei kleinen Kindern auf der Strasse habe schlafen und um  Essen habe betteln müssen, und sie schliesslich dort auch noch vor ihren  Kindern vergewaltigt worden sei (A10/11 Ziff. 16 S. 7), dass  sie  in  der  Beschwerdeschrift  ergänzend  geltend  machte,  die  in  Italien  herrschende  Situation  spreche  insoweit  gegen  die  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  in  diesen  Staat,  als  sie  als  schwangere  und  somit  verletzliche Person mit  ihren  beiden  kleinen Kindern  in  Italien mit  prekären  Lebensverhältnissen  konfrontiert  werde,  zumal  sie  dort  keine  Unterkunft,  keine  Verpflegung  und  keine  medizinische  Versorgung  erhalte, dass  ihre  Kinder  mangels  Wohnsitz  in  Italien  keinen  Kindergarten  und  keine Schule besuchen könnten, dass  diese  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  indessen  nicht  zu  einer  veränderten Betrachtungsweise führen können, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  hinsichtlich  des  die  Lebensbedingungen  von  Asylsuchenden  in  Italien  betreffenden  Vorbehalts festhält, dass Asylsuchende bei der Unterkunft, der Arbeit und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten ausgesetzt sein können, dass  jedoch  zu  erwähnen  ist,  dass  Italien  unter  anderem  Signatarstaat  der  Flüchtlingskonvention  wie  auch  der  Europäischen  Menschenrechtskonvention ist, dass  anders  als  bei  Griechenland  (vgl.  Urteil  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  [EGMR],  M.S.S.  vs.  Belgium  and  Greece,  Nr. 30696/09,  21.  Januar  2011,  Urteil  R.U.  vs.  Greece,  Nr.  2237/08, 7. Juni 2011) hinsichtlich Italien aufgrund der wiederholten und  übereinstimmenden  Stellungnahmen  des  Amtes  des  Hohen  Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR),  des  Kommissars  für  Menschenrechte  des  Europarates  und  von 

D­5628/2011 internationalen  Nichtregierungsorganisationen  (NGOs)  weder  davon  ausgegangen werden kann, die italienische Gesetzgebung zum Asylrecht  werde  nicht  angewendet,  noch  sei  das  Asylverfahrensrecht  in  diesem  Land in einer Art und Weise von strukturellen Unzulänglichkeiten geprägt,  dass  asylsuchende  Personen  kaum  Chancen  auf  eine  seriöse  Prüfung  ihrer  Asylgesuche  und  ihrer  Beschwerden  durch  die  italienischen  Behörden  haben,  oder  dass  sie  dort  mangels  wirksamer  Beschwerdemöglichkeit keinen Schutz vor willkürlicher Rückschiebung in  ihr Heimatland geniessen, dass  somit  keine  ernsthaften  Zweifel  daran  bestehen,  dass  Italien  die  Richtlinie  Nr.  2005/85/EG  des  Rates  vom  1.  Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (Amtsblatt  Nr.  L  326  vom  13/12/2005 S. 0013 – 0034) respektiert, weshalb dem Kindeswohl auch in  casu Rechnung getragen wird, dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem  Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen  konfrontiert sieht, dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den  Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen  Aufenthalts­  und Lebensbedingungen nicht  zum Schluss  gelangt,  Italien  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie  Nr. 2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von  Asylbewerbern  in  den  Mitgliedstaaten (Amtsblatt Nr. L 031 vom 06/02/2003 S. 0018­0025),  dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5 und 7.7), dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE  2010/45 a.a.O.), dass solche Indizien im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind,

D­5628/2011 dass  für  den  Fall,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  ihren  Kindern  aufgrund  der Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  sein  sollte, in Italien ein menschenwürdiges Leben zu führen, es an ihr liegen  wird,  ihre  Rechte  bei  den  italienischen  Behörden  respektive  beim  Europäischen Gerichtshof  oder  beim EGMR geltend  zu machen  (BVGE  2010/45 E. 7.6.4), dass  im  Übrigen  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  „Arci  con  Fraternità“  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet, dass  unter  diesen  Umständen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  die  Beschwerdeführerin  würde  im  Falle  einer  Rückkehr  nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten, dass die italienischen Behörden der Beschwerdeführerin auch Schutz vor  deliktischen Übergriffen Dritter gewähren, dass  der  vorliegende  Entscheid  in  Übereinstimmung  mit  der  bundesverwaltungsgerichtlichen  Praxis  zum  Wegweisungsvollzug  nach  Italien ergeht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­389/2010 vom  28. Juni 2010), dass die angeblich fehlende Reisefähigkeit nicht nachgewiesen ist, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten  und der Rückweisungsantrag daher abzuweisen ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 Nr.  21),  weshalb  die  verfügte 

D­5628/2011 Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 AuG),  dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorgehende  Erwägungen), dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, dass  es  sich  erübrigt,  auf  weitere  Beschwerdevorbringen  oder  Beweismittel  einzugehen,  da  diese  an  der Würdigung  des  vorliegenden  Sachverhalts nichts zu ändern vermögen, dass die Beschwerdeführerin demnach nicht darzutun vermag,  inwiefern  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  dem  Entscheid  in  der  Hauptsache  gegenstandslos wird, dass  aufgrund  der  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerde  das  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  und 2 VwVG abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 ­  3  VGKE)  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5628/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand:

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