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Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 D-5514/2011

25. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,062 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5514/2011 Urteil   v om   2 5 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Martin Zoller,    Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am _______, Bosnien und  Herzegowina sowie Montenegro, B._______, geboren am _______, C._______, geboren am _______, D._______, geboren am _______, E._______, geboren am _______, F._______, geboren am _______, G._______, geboren am _______, Bosnien und Herzegowina vertreten durch Rechtsanwalt Titus Bosshard,  _______,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. September 2011 / _______.

D­5514/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  dass  die  Beschwerdeführenden  Bosnien  und  Herzegowina  zusammen  mit  ihren  fünf  Kindern  eigenen  Angaben  zufolge  am  9.  Mai  2011  verliessen  und  am  11.  Mai  2011  in  die  Schweiz  gelangten,  wo  sie  am  selben Tag Asylgesuche stellten, dass  sie  dazu  am  23.  Mai  2011  summarisch  befragt  und  einlässlich  angehört wurden, dass der Beschwerdeführer  im Wesentlichen geltend machte, der Ethnie  der Roma anzugehören und aus _______ zu stammen,  dass er wegen seiner Ethnie  immer wieder diskriminiert worden sei und  mit seiner Familie unter prekären Existenzbedingungen  in einem Roma­ Lager gelebt habe,  dass er durch Polizisten geschlagen worden sei,  dass es  für  ihn nicht möglich gewesen sei, die Kinder ordnungsgemäss  einzuschulen,  dass ihm die lokalen Behörden jegliche Hilfe verweigert hätten,  dass ein Monat vor der Ausreise die Wohnbaracke niedergebrannt und er  aus  finanziellen  Gründen  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  eine  neue  Unterkunft zu beschaffen,  dass  er  aus  den  genannten  Gründen  mit  der  Familie  in  den  Westen  geflohen sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  –  ebenfalls  eine  Roma  –  vorbrachte,  Staatsbürgerin sowohl Bosnien und Herzegowinas als auch Montenegros  zu sein,  dass  sie  seit  einigen  Jahren  in  _______  mit  ihren  Angehörigen  unter  prekären  Aufenthaltsbedingungen  gelebt  und  unter  ethnisch motivierten  Diskriminierungen gelitten habe,  dass  sie  keine  Arbeit  gefunden  habe  und  die  Einschulung  ihrer  Kinder  verweigert worden sei, 

D­5514/2011 dass ihre Wohnbaracke niedergebrannt worden sei,  dass  sie  in  Anbetracht  der  geschilderten  Situation  Bosnien  und  Herzegowina verlassen hätten,  dass  das  BFM  auf  die  Asylgesuche mit  Verfügung  vom  27.  September  2011  –  eröffnet  am  29.  September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe  ihrer Rechtsvertretung vom  5.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  einreichten, dass  sie  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Asylgewährung,  eventualiter  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz zur materiellen Beurteilung sowie in prozessualer Hinsicht die  unentgeltliche  Rechtspflege  (Art. 65  Abs.  1  und  2  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  [VwVG,  SR 172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht beantragten, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  10.  Oktober  2011  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtete,  das Gesuch  im Sinne von 65 Abs. 1 VwVG guthiess, dasjenige gemäss  Art.  65  Abs.  2  VwVG  abwies  und  die  Vorinstanz  zur  Vernehmlassung  einlud,  dass  das  BFM  in  seiner  Stellungnahme  vom  21.  Oktober  2011  die  Abweisung der Beschwerde beantragte,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Replik  vom  9.  November  2011  an  ihren Vorbringen festhielten und einen Arztbericht einreichten,  dass auf die vorinstanzlichen Argumente, die Beschwerdevorbringen und  die  Beilagen  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen  einzugehen ist, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 

D­5514/2011 entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass das BFM den Nichteintretensentscheid  gestützt  auf Art.  34 Abs.  1  AsylG getroffen hat, dass  die  Beurteilungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  in  solchen  Verfahren  grundsätzlich  auf  die Frage beschränkt  ist,  ob  die Vorinstanz  zu Recht auf die Asylgesuche nicht eingetreten ist, dass  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 24 E. 2.1. S.  240 f.),  dass auf den Antrag, es sei Asyl zu gewähren, mithin nicht einzutreten ist, dass  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in  Verbindung  mit  Art. 83  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch materiell  zur Sache zu äussern hatte,

D­5514/2011 dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten  nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe  Countries)  nicht  eingetreten wird,  ausser  es gebe Hinweise auf  eine Verfolgung  (Art.  34  Abs. 1 AsylG), dass  der  Bundesrat  mit  Beschluss  vom  25.  Juni  2003  Bosnien  und  Herzegowina zum Safe Country im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG  erklärt  hat  und  von  dieser  Einschätzung  im  Rahmen  der  periodischen  Prüfung (vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist, dass  somit  vorliegend  die  formelle  Bedingung  für  den  Erlass  eines  Nichteintretensentscheides auf  der Grundlage  von Art.  34 Abs.  1 AsylG  erfüllt ist, dass in einem zweiten Schritt die materielle Bedingung des Fehlens von  Verfolgungshinweisen zu prüfen ist, wobei gemäss Praxis derselbe weite  Verfolgungsbegriff wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG  zur  Anwendung  gelangt  (zu  den  beiden  erstgenannten  Bestimmungen  vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3. S. 247), welcher nicht bloss ernsthafte  Nachteile  nach  Art.  3  AsylG,  sondern  auch  die  von  Menschenhand  verursachten  Wegweisungshindernisse  im  Sinne  von  Art.  44  Abs.  2  AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG umfasst (vgl. EMARK 2004 Nr. 5  E. 4c.aa S. 35 f., EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3. S. 247), dass  dabei  ein  im  Vergleich  zum  –  bereits  erleichterten  –  Beweismass  des Glaubhaftmachens  nochmals  reduzierter  Massstab  anzuwenden  ist  und  auch  bei  Asylsuchenden  aus  einem  verfolgungssicheren  Staat  das  Erfüllen  der  Flüchtlingseigenschaft  geprüft  werden muss,  sobald  in  den  Akten  Hinweise  auf  Verfolgung  (im  soeben  erläuterten  Sinn)  zu  verzeichnen  sind,  deren  Unglaubhaftigkeit  nicht  schon  auf  den  ersten  Blick erkannt werden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. S. 16 f.), dass solche Hinweise den Akten nicht zu entnehmen sind,  dass  das  BFM  erwog,  die  Beschwerdeführenden  hätten  hauptsächlich  soziale und wirtschaftliche Gründe für die Flucht angeführt,  dass  Nachteile,  welche  sich  aufgrund  der  nach  wie  vor  erschwerten  Lebensbedingungen in Bosnien und Herzegowina ergäben, grundsätzlich  keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellten, 

D­5514/2011 dass diese Einschätzung insofern zu überzeugen vermag, als die geltend  gemachten  Schwierigkeiten  der  Beschwerdeführenden,  eine  Existenzverbesserung  zu  erlangen,  keine  Hinweise  im  obenerwähnten  Sinne ausmachen,  dass  auch  allfällig  erlittene  (einzelne)  Schläge  durch  Polizeibeamte  an  dieser Sichtweise entgegen den Beschwerdevorbringen nichts zu ändern  vermögen,  dass  die  weiteren  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  in  der  geltend  gemachten  Form  als  offensichtlich  nicht  mit  tatsächlich  Erlebtem  in  Verbindung zu bringen sind, dass  gewisse  Schwierigkeiten  bei  der  Einschulung  der  Kinder  möglicherweise bestanden haben,  dass  sie  aber  nicht  in  der  Lage  waren,  die  angeblich  massiven  Schwierigkeiten, eine aufnahmebereite Schule zu finden, angemessen zu  substanziieren  (vgl.  dazu  die  entsprechende  Erwägung  des  BFM  samt  Fundstelllen in den Protokollen),  dass ihre diesbezüglichen Aussagen wiederholt übertrieben anmuten,  dass im Weiteren der Verlust der Hütte der Beschwerdeführenden durch  einen Brand im BFM­Entscheid zwar nicht explizit erwähnt wird,  dass  der  Verlust  der  Unterkunft  –  soweit  damit  ein  kriminelles  Delikt  vorgebracht wird – aber wiederum Unglaubhaftigkeitsaspekte aufweist, dass sich den Angaben des Beschwerdeführers keine Hinweise auf eine  erfolgte zielgerichtete Brandstiftung entnehmen lassen (A 7/8 Antworten 4  und 28 ff.),  dass auch die Beschwerdeführerin die Umstände des Brandes eher vage  zu Protokoll gab (A 10/8 Antworten 3, 19 und 22 f.),  dass der Beschwerdeführer auf Nachfragen ferner erklärte, er sei wegen  der Schulprobleme der Kinder und fehlender Arbeitsmöglichkeiten vor Ort  ausgereist, wobei er als Roma keine Rechte habe (A 7/8 Antworten 5 f.),  dass er die angebliche Brandstiftung als Fluchtgrund nicht erwähnte, 

D­5514/2011 dass  auch  in  diesem  Lichte  besehen  entgegen  den  Beschwerdevorbringen  nicht  davon  auszugehen  ist,  die  Beschwerdeführenden  seien  Opfer  eines  gezielten  Brandanschlags  geworden, dass ein Brandunfall zwar nicht ausgeschlossen werden kann, es sich für  die  Vorinstanz  so  mangels  Relevanz  indes  erübrigte,  sich  mit  diesem  geltend gemachten Vorfall und allfälligen Verletzungen eines Sohnes der  Beschwerdeführenden detailliert auseinanderzusetzen,  dass  auch  bei  anderer  Sichtweise  eine  Verletzung  der  Begründungspflicht  in  Anbetracht  des  durchgeführten Schriftenwechsels  als geheilt zu betrachten wäre, dass der Brand der Baracke auf Beschwerdeebene neu mit einer von der  Beschwerdeführerin  erlittenen  Vergewaltigung  in  Verbindung  gebracht  wird,  dass  die  verspätete  Geltendmachung  dieses  zentralen  Vorbringens  dessen Glaubhaftigkeit zum Vornherein schwer beeinträchtigt,  dass Opfer  von Gewalt  zwar mitunter  nicht  in  der  Lage  sind,  Erlittenes  bereits am Tage der Anhörung geltend zu machen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  der  Anhörung  vorbrachte,  ihr  Heimatland wegen der prekären Situation als Roma verlassen zu haben,  dass  sie  fehlende  Arbeits­,  Wohn­  und  Einschulungsmöglichkeiten  erwähnte,  dass sie auf Nachfragen bereits Gesagtes wiederholte und erklärte, alles  dargelegt zu haben,  dass  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  der  Anhörung  ihre  Vorbringen  bestätigte und angab, es bestünden keine weiteren Fluchtgründe,  dass  sie  überdies  vorbrachte,  alle  Roma  in  _______  hätten  dieselben  Probleme wie  sie,  und auch am Schluss der Anhörung  für  den Fall  der  Rückkehr keine persönliche Gefährdung durch einen Aggressor erwähnte  (A 10/8 Antworten 3 ff., 46, 54 und 56), 

D­5514/2011 dass  in  Würdigung  dieser  Fallumstände  davon  auszugehen  ist,  die  Beschwerdeführerin  hätte  bei  einer  der  zahlreichen  (Nach­)Fragen  ein  tatsächlich  persönlich  erlebtes  Gewaltdelikt  zumindest  ansatzweise  erwähnt,  dass  an  dieser  Einschätzung  der  eingereichte  Arztbericht  vom  31.  Oktober  2011,  in  welchem  bei  der  Beschwerdeführerin  durch  einen  Allgemeinmediziner  eine  Krise  und  eine  mittelgradige  Depression  diagnostiziert werden, nichts zu ändern vermag,  dass  das  Vorbringen  der  angeblichen  Brandstiftung  gemäss  vorstehenden Erwägungen nicht zu überzeugen vermag,  dass vor diesem Hintergrund die Behauptungen  in der Beschwerde, die  angebliche  Vergewaltigung  stehe  im  Zusammenhang  mit  der  Brandstiftung, umso weniger überzeugt,  dass  das  BFM  in  der  Vernehmlassung  zu  Recht  auf  weitere  Ungereimtheiten  im  Zusammenhang  mit  dem  angeblichen  Vergewaltigungsdelikt hinweist,  dass  es  den  Beschwerdeführenden mangels  stichhaltiger  Argumente  in  der Replik nicht gelingt, diese Erwägungen zu entkräften,  dass die Vorinstanz schliesslich auch zu Recht ausführte, angesichts der  vagen  Angaben  der  Beschwerdeführenden  auch  zu  Belangen  ihres  geltend  gemachten  Herkunftsorts  komme  der  Verdacht  auf,  sie  hätten  sich  nicht  oder  zumindest  nicht  im  geltend  gemachten  Zeitpunkt  am  angeblichen Herkunftsort aufgehalten,  dass  die Behauptung  in  der Beschwerde,  die Beschwerdeführerin  habe  sich  bloss  ein  Jahr  lang  in  _______  aufgehalten,  mit  ihren  früheren  Angaben  nicht  übereinstimmt  (vgl.  A  8/9  S.  1:  lebt  seit  sieben  bis  acht  Jahren dort),  dass auch der neu eingereichte Arztbericht die bestehenden Zweifel am  angegebenen  Lebenslauf  bestätigt,  wird  doch  darin  ausgeführt,  die  Beschwerdeführerin spreche Italienisch, dass  demzufolge  nach  wie  vor  keine  Hinweise  auf  Verfolgung  im  hier  relevanten Sinne  bestehen  und  es  sich mangels Relevanz  erübrigt,  auf  weitere Beschwerdevorbringen einzugehen, 

D­5514/2011 dass es den Beschwerdeführenden – selbst unter Berücksichtigung eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen  Beweismasses  –  gemäss  oben  stehenden  Erwägungen  insgesamt  nicht  gelungen  ist  und  auch  aktuell nicht gelingt, rechtserhebliche Hinweise auf Verfolgung ersichtlich  zu machen, weshalb der Nichteintretensentscheid in Anwendung von Art.  34 Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist, dass die Anordnung der Wegweisung ebenfalls zu bestätigen  ist, da die  Beschwerdeführenden  –  abgesehen  von  ihrem  bisherigen  Asylbewerberstatus  –  weder  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  verfügen  noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen haben, dass  bei  dieser  Sachlage  zu  prüfen  bleibt,  ob  es Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  die  Vorinstanz  eine  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  hat  (gemäss  den  Bestimmungen  des  AuG),  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzulässig,  unzumutbar  oder unmöglich zu erkennen ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da sich  den Vorbringen der Beschwerdeführenden weder konkrete Hinweise auf  Verfolgung  noch  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung entnehmen lassen, dass in Bosnien­Herzegowina auch für Roma keine Situation allgemeiner  Gewalt  herrscht,  aufgrund  derer  die  Bevölkerung  konkret  gefährdet  erschiene und eine Rückführung dorthin als generell unzumutbar erachtet  werden müsste,  dass  die  Beschwerdeführenden  vor  Ort  entgegen  den  Beschwerdevorbringen über soziale Anknüpfungspunkte verfügen, dass  der  Beschwerdeführer  als  Händler  ein  gewisses  Einkommen  erzielte,  dass  die  Probleme  der  Einschulung  der  Kinder  im  geltend  gemachten  Ausmass  für  unglaubhaft  erachtet  wurden  und  entsprechend  keine  konkreten Hinweise für eine Verletzung des Kindswohls bestehen,  dass eine psychotherapeutische Behandlung der Beschwerdeführerin  im  Bedarfsfall vor Ort durchgeführt werden könnte, 

D­5514/2011 dass  die Beschwerdeführenden  in  der  Lage  sein  dürften,  sich  an  ihrem  bisherigen  oder  an  einem  neuen  Wohnort  wiederum  eine  Existenz  aufzubauen, dass  auch  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  auszugehen  ist, da es den Beschwerdeführenden obliegt, an der Beschaffung gültiger  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzuges  zu  Recht  erfolgte  und  die  Grundlagen  für  die  Gewährung einer vorläufigen Aufnahme nicht erfüllt sind, dass  die  angefochtene  Verfügung  somit  zu  bestätigen  und  die  eingereichte Beschwerde abzuweisen ist, dass die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– den Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  wären  (Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie  Art. 1  ­  3  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),  dass  das  Gesuch  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  mit  Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2011 gutgeheissen wurde, weshalb  keine Kostenauflage erfolgt.  (Dispositiv nächste Seite)

D­5514/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.   Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand:

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