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Bundesverwaltungsgericht 18.11.2011 D-5329/2011

18. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,959 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. August 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5329/2011 Urteil   v om   1 8 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;   Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), und deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Republik Kosovo, vertreten durch Urs Bertschinger, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. August 2011 / N _______.

D­5329/2011 Sachverhalt: A.  A.a.  Der  Beschwerdeführer  (Ehemann)  –  ein  Staatsangehöriger  der  Republik  Kosovo  –  reichte  am  9.  Juli  2002  in  der  Schweiz  ein  erstes  Asylgesuch  ein.  Mit  Verfügung  vom  12.  September  2002  stellte  das  vormals  zuständige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  fest,  er  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Diese  Verfügung  wuchs  am  15.  Oktober  2002  unangefochten  in  Rechtskraft,  worauf  der  Beschwerdeführer  am  19.  November  2002  in  seine  Heimat  zurückkehrte. A.b.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  den  Heimatstaat erneut am 26. März 2011 zusammen mit seiner Ehefrau und  den  gemeinsamen  Kindern  E._______  (Verfahren  D­5328/2011),  C._______  und  D._______,  ebenfalls  Staatsangehörige  der  Republik  Kosovo.  Über  ein  ihnen  unbekanntes  Land  gelangten  sie  am  28.  März  2011  illegal  in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum F._______ um Asyl nachsuchten. Am 31. März 2011  fanden die Befragungen zur Person statt und am 26. Juli 2011 wurden die  Beschwerdeführenden zu ihren Asylgründen angehört. Der  Beschwerdeführer  (Ehemann)  machte  dabei  im  Wesentlichen  geltend, er gehöre der Volksgruppe der Roma an und sei in G._______ in  der Gemeinde H._______ wohnhaft  gewesen. Nach  seiner Rückkehr  in  den  Kosovo  im  Jahr  2002  habe  er  keinerlei  Probleme  gehabt.  In  der  Nacht des 12. März 2011 seien  jedoch zwei unbekannte maskierte und  albanischsprechende Männer ins Haus eingedrungen. Zu jener Zeit habe  es einen Stromausfall  gegeben. Man habe  ihn mit einer Pistole bedroht  und gefesselt. Die Männer hätten ihm zwecks Geldzahlung eine Frist von  zwei Wochen angesetzt und gedroht, falls er nicht bezahlen würde, werde  er  und  die  ganze  Familie  getötet.  Während  einer  der  Männer  seine  Ehefrau ins Badezimmer gebracht habe, sei er vom anderen bewacht und  mit dem Tod bedroht worden, sollte er bei der Polizei Anzeige erstatten.  Aufgrund dieses Vorfalls  hätten er  und  seine Ehefrau  sich  zur Ausreise  entschlossen. Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  erklärte  die  Beschwerdeführerin  (Ehefrau)  insbesondere,  sie  gehöre  der  Volksgruppe  der  Roma  an.  Als  die  beiden  Männer  ins  Haus  eingedrungen  seien,  habe  einer  ihr  die 

D­5329/2011 Augen  verbunden,  ein  Stück  Stoff  in  den  Mund  gestopft  und  sie  ins  Badezimmer geführt, wo er sie vergewaltigt habe. Sie habe jedoch vorher  das Bewusstsein verloren. Als sie wieder zu sich gekommen sei, hätten  die Männer das Haus bereits verlassen. Sie habe deshalb ihren Ehemann  von den Fesseln befreien können. Sohn  C._______  führte  im  Wesentlichen  aus,  er  sei  in  der  Schule  beleidigt worden, weil er ein Roma sei. Er habe sich dann entschlossen,  nicht mehr zur Schule zu gehen. Weshalb seine Eltern aus dem Kosovo  ausgereist seien, wisse er nicht. Sie hätten ihm lediglich gesagt, dass die  Familie sich ins Ausland begeben würde. A.c.  Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  (Ehemann)  einen  ärztlichen Bericht vom 12. Juli 2011 zu den Akten. B.  Mit  Verfügung  vom  24.  August  2011  –  eröffnet  am  29.  August  2011 –  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, wies deren Asylgesuche vom 28. März 2011  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug an. C.  Mit Eingabe vom 26. September 2011 liessen die Beschwerdeführenden  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  in  materieller  Hinsicht  beantragen,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben,  ihre  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihnen  dementsprechend  Asyl  zu  gewähren, subeventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  sie  seien  vorläufig  aufzunehmen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  ihnen  die  unentgeltliche Rechtspflege für die Verfahrenskosten zu gewähren. Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit entscheidrelevant – in den  Erwägungen eingegangen. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  10.  Oktober  2011  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  die  Beschwerdeführenden  dürften  den  Ausgang 

D­5329/2011 des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  wies  das  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, SR 172.021) ab und forderte die Beschwerdeführenden unter Hinweis auf  die Säumnisfolge auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.­ zu  leisten. E.  Der Kostenvorschuss wurde am 25. Oktober 2011 fristgerecht einbezahlt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde  ist einzutreten.

D­5329/2011 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen  ist Rechnung zu  tragen  (Art. 3 Abs. 2  AsylG). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 5.  5.1. Hinsichtlich der beschwerdeführenden Eheleute ging das BFM in der  angefochtenen  Verfügung  davon  aus,  ihre  Vorbringen  hielten  wegen  widersprüchlicher  Aussagen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 

D­5329/2011 gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb die Asylrelevanz nicht geprüft  werden  müsse.  Die  Vorbringen  von  Sohn  C._______  seien  nicht  asylrelevant. Der Vollzug der Wegweisung wurde als zulässig, zumutbar und möglich  erachtet. 5.2. In der Rechtsmitteleingabe wird bestritten, dass sich die Eheleute in  zahlreichen  Punkten  widersprochen  hätten.  Diesbezüglich  wird  im  Wesentlichen  gerügt,  insoweit  die  Aussagen  divergierten,  so  sei  dies  wohl  auch  auf  die  teilweise  unvollständige  und  unrichtige  Übersetzung  zurückzuführen. Insbesondere sei die Behauptung unzutreffend, dass die  Beschwerdeführenden nach der Rückkehr des Beschwerdeführers in den  Kosovo  im Jahr 2002 keinerlei Probleme gehabt  hätten. Vielmehr  seien  sie  praktisch  täglich  Opfer  von  tätlichen  Übergriffen  und  Diskriminierungen  durch  Albaner  geworden.  Weshalb  diese  Ausführungen  im  Befragungsprotokoll  nirgends  Erwähnung  gefunden  hätten,  bleibe  schleierhaft.  Ganz  offensichtlich  sei  die  zuständige  Dolmetscherin  nicht  in  der  Lage  gewesen,  korrekt  und  detailliert  zu  übersetzen. Augenfällig sei jedenfalls, dass die Dolmetscherin nicht unter  Strafandrohung  zur  richtigen  Übersetzung  ermahnt  worden  sei.  Im  Zusammenhang mit der Korrektheit der Übersetzung verstosse es in casu  auch  gegen  das  Gebot  der  Fairness  im  Sinne  von  Art.  29  Abs.  1  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  (BV,  SR  101),  wenn  die  Beschwerdeführenden  nicht  darauf  hingewiesen  worden  seien,  sich  zur  Anhörung  von  einem  Dolmetscher  eigener Wahl begleiten zu  lassen (vgl. Art. 29 Abs. 2 AsylG). Der  in der  Schweiz  seit  mehr  als  20  Jahren  wohnhafte  Bruder  des  Beschwerdeführers  hätte  die  Korrektheit  der  Übersetzung  einwandfrei  feststellen  können. Unter  den  gegebenen Umständen  sei  die  Anhörung  nach  Art.  29  Abs.  1  AsylG  nochmals  durchzuführen,  damit  die  Beschwerdeführenden  auch  tatsächlich  in  den  Genuss  eines  fairen  Verfahrens kämen. 5.3.  5.3.1. Vorliegend gilt es zunächst  in  formeller Hinsicht zu prüfen, ob die  von den Beschwerdeführenden erhobene Rüge, die Dolmetscherin habe  teilweise unvollständig und unrichtig übersetzt, begründet ist.

D­5329/2011 5.3.1.1  Angesichts  dessen,  dass  die  Beschwerdeführenden  bei  der  Befragung  und  der  Anhörung  einerseits  angaben,  sie  verstünden  die  Dolmetscherin gut beziehungsweise sehr gut, und andererseits mit  ihrer  Unterschrift  bestätigten,  das  Protokoll  sei  ihnen  in  eine  ihnen  verständliche  Sprache  übersetzt  worden,  sei  wahrheitsgetreu  und  entspreche  ihren Äusserungen  (vgl. Befragungsprotokolle  vom 31. März  2011, B3 S. 6/7, B4 S. 6, B12 und B13 S. 1/14), muss der Vorwurf der  fehlerhaften Übersetzung als unbehelfliche Schutzbehauptung qualifiziert  werden. Dies  umso mehr,  als  die  der Anhörung  ebenfalls  beiwohnende  Hilfswerksvertreterin  zum  Protokoll  keinerlei  Einwände  anbrachte  (vgl.  B12 und B13 S. 15). Im Übrigen ist davon auszugehen, dass es sich bei  der  in Frage  stehenden Dolmetscherin  um eine berufserfahrene Person  handelt.  Vor  diesem  Hintergrund  und  in  Anbetracht  der  Erklärung  des  Beschwerdeführers, dass es zwischen dem Jahr 2002 und dem 12. März  2011  keine  beziehungsweise  keine  gravierenden  Probleme  gegeben  habe  (vgl.  B3 S.  5,  B12  S.  3  F18),  ist  das  zusätzlich  geltend  gemachte  Vorbringen,  wonach  die  Beschwerdeführenden  praktisch  täglich  Opfer  von  tätlichen  Übergriffen  und Diskriminierungen  seitens  der Albaner  geworden  seien,  als  nachgeschoben,  mithin  unglaubhaft  zu  bewerten.  Aus  dem  Vorhalt,  dass bereits die Übersetzung der im Jahr 2002 durchgeführten Befragung  mangelhaft gewesen sei, vermag der Beschwerdeführer ebenso wenig zu  seinen  Gunsten  abzuleiten,  zumal  er  auch  damals  unterschriftlich  bestätigte, das Protokoll entspreche seinen Ausführungen (vgl. Akten A1  S.  6  und  A7  S.  11).  Demnach  kann  auf  eine  in  der  Beschwerde  gewünschte  Feststellung  der  Familienverhältnisse  anhand  amtlicher  Dokumente  verzichtet  werden.  Schliesslich  ist  zu  bemerken,  dass  das  BFM  die  Beschwerdeführenden mit  Vorladung  vom  13.  Juli  2011  unter  anderem  über  die  Möglichkeit  informierte,  sich  auf  eigene  Kosten  von  einem Beistand und allenfalls einem Dolmetscher ihrer Wahl begleiten zu  lassen (vgl. Akte B11), so dass vorliegend – entgegen dem Vorhalt in der  Beschwerde  –  keine  Verletzung  der  in  Art.  29  Abs.  1  BV  statuierten  Verfahrensgarantie  ersichtlich  ist.  Nach  dem  Gesagten  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Beschwerdeführenden  bereits  in  den  Genuss  eines  fairen  Verfahrens  gekommen  sind,  weshalb  es  sich  erübrigt,  nochmals  eine  Anhörung  im  Sinne  von  Art.  29  Abs.  1  AsylG  durchzuführen.  Somit  kann  auch  darauf  verzichtet  werden,  das  angebliche  Verwandtschaftsverhältnis  der  Beschwerdeführenden  zu  I._______ (Bruder des Beschwerdeführers) amtlich festzustellen.

D­5329/2011 5.3.1.2 Den vorstehenden Ausführungen zufolge ist die Übersetzung und  damit  die  Ermittlung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  nicht  zu  beanstanden,  weshalb  der  Antrag,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  richtigen  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  abgewiesen  wird. 5.3.2.  Im  Weiteren  ist  abzuklären,  ob  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  beziehungsweise  in  Kosovo  eine  asylrelevante Verfolgung zu befürchten haben. 5.3.2.1  Bei  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  verstrickten  sich  die  beschwerdeführenden Eheleute in zahlreiche Widersprüche, weshalb die  Glaubhaftigkeit  ihrer Vorbringen insgesamt zu bezweifeln ist. So gab der  Beschwerdeführer  namentlich  an,  er  habe  seiner Ehefrau,  nachdem sie  ihm von der Vergewaltigung erzählt  habe, gesagt,  das mache  ja nichts;  sie  hätten  drei  gemeinsame  Kinder  (vgl.  B12  S.  9  F88).  Im Gegensatz  dazu  führte die Beschwerdeführerin aus, er habe gesagt, wenn er diese  Leute  ausfindig machen  könnte, würde er  sie  umbringen  (vgl. B13 S.  7  F56).  Im  Weiteren  mutet  es  vor  dem  Hintergrund,  wonach  die  Beschwerdeführenden  mit  dem  Tod  bedroht  worden  seien,  äusserst  merkwürdig  an,  dass  sie  die  ihnen  angeblich  zwecks  Geldübergabe  angesetzte Frist von zwei Wochen bei der summarischen Befragung mit  keinem  Wort  erwähnten.  Die  entsprechende  Begründung  des  Beschwerdeführers,  er  habe gedacht,  bei  der Anhörung Gelegenheit  zu  haben,  über  alles  zu  sprechen,  was  er  bei  der  Befragung  ausser  Acht  gelassen  habe  (vgl.  B12  S.  7  F59)  muss  daher  als  unbehelfliche  Schutzbehauptung  qualifiziert  werden.  Es  ist  vielmehr  davon  auszugehen,  die  Beschwerdeführenden  hätten  diesen  zentralen  Punkt  bereits  im  Rahmen  der  Befragung  zur  Sprache  gebracht,  wären  sie  tatsächlich  zu  einer  Geldzahlung  aufgefordert  worden.  Angesichts  dessen, dass es  in der Nacht des Überfalls einen Stromausfall gegeben  haben  soll  (vgl.  B3 S.  4,  B4 S.  5),  ist  es  nicht  nachvollziehbar, wie  die  Männer  in  der  Lage  sein  konnten,  sich  im  Haus  der  Beschwerdeführenden  zurechtzufinden.  Es  dürfte  ihnen  schwerlich  möglich gewesen  sein,  die Beschwerdeführerin  in  einem  ihnen  fremden  Haus  ohne  Licht  ins  Badezimmer  zu  bringen  (vgl.  B13  S.  5  F42).  Des  Weiteren  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  der  Ausreise  nicht  noch  zwei  Wochen  zugewartet  hätten,  wären  sie  tatsächlich  in  der  vorgebrachten  Weise  überfallen  worden,  umso  weniger  als  sie  vor  einem  erneuten  Überfall 

D­5329/2011 Angst  gehabt  (vgl.  B12  S.  8  F77)  und  die  Verbindung  in  die  Schweiz  bereits etwa vier oder fünf Tage nach dem Vorfall gefunden haben wollen  (vgl.  B12  S.  10  F97).  Schliesslich  vermag  auch  der  angeblich  ganz  schlechte  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführenden  die  beim  Sachvortrag  festgestellten  Unglaubhaftigkeitselemente  nicht  zu  beseitigen.  Infolgedessen  besteht weder  Anlass,  aktuelle  psychiatrische  Gutachten  einzuholen,  um  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  zu  ziehen, noch eine Befragung des zuständigen Betreuers durchzuführen. 5.3.2.2 Der von der angefochtenen Verfügung ebenfalls betroffene Sohn  C._______ machte als persönliche Probleme einzig geltend, er sei in der  Schule wegen seiner Roma­Zugehörigkeit von Albanern beleidigt worden;  körperlich  hätten  sie  ihn  nicht  angegriffen  (vgl.  Anhörungsprotokoll  vom  26.  Juli  2011,  B14  S.  2).  Diesbezüglich  kann  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  als  zutreffend  erachteten  Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, wonach  keine asylrelevante Verfolgung vorliegt. 5.3.2.3  In  Anbetracht  dieser  Umstände  ergibt  sich  zusammenfassend,  dass  die  Vorbringen  der  beschwerdeführenden  Eheleute  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten,  während  diejenigen  des  Sohnes  C._______  als  nicht  asylrelevant  zu  beurteilen  sind.  Auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  braucht  nicht  eingegangen  zu  werden,  da  dies  zu  keiner  anderen  Einschätzung  führen  würde. Nach  dem  Gesagten  hat  das  BFM  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7. 

D­5329/2011 7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  gilt  gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.]  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG).  7.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  BV,  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung unterworfen werden. 7.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 

D­5329/2011 AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerde­ führenden  in den Heimatstaat  ist demnach unter dem Aspekt  von Art. 5  AsylG rechtmässig. 7.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie  für den Fall einer Ausschaffung  in den Heimatstaat dort mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des UN­Anti­Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Kosovo  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten  ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der  völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1.  Angesichts  des  Umstands,  dass  in  Kosovo  derzeit  weder  Krieg,  Bürgerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht,  sind keine  Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Beschwerdeführenden bei einer  Rückkehr dorthin konkret gefährdet wären. 7.3.2. Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  in  seiner  Praxis  davon  aus,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  von  albanischsprachigen  Roma,  Ashkali  und  Ägyptern  nach  Kosovo  in  der  Regel  zumutbar  ist,  sofern  aufgrund einer Einzelfallabklärung  (insbesondere durch Untersuchungen  vor  Ort;  heute  über  die  Schweizerische  Botschaft,  früher  via  das  sogenannte  Verbindungsbüro)  feststeht,  dass  bestimmte  Reintegrationskriterien – wie berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, 

D­5329/2011 Alter, ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz  in  Kosovo  –  erfüllt  sind  (vgl.  BVGE  2007/10).  Damit  wird  die  Rechtsprechung  der  ehemaligen  Asylrekurskommission  fortgeführt  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 10 und 11). 7.3.3.  In  der  angefochtenen  Verfügung  wurde  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs bejaht, ohne dass eine Einzelfallabklärung vor Ort  vorgenommen  worden  wäre.  Das  Urteil  BVGE  2007/10  verlangt  zwar  nicht  in  jedem  Fall  zwingend  –  etwa  als  formelle  und  materielle  Bedingung  einer  hinreichenden  Erstellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  –  eine  Einzelfallabklärung  vor  Ort.  Es  kann  auch  ohne  Einzelfallabklärung  vor  Ort  der  wesentliche  Sachverhalt,  der  für  die  Beurteilung der Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs relevant ist, als  hinreichend erstellt erachtet werden, wenn alle von der Rechtsprechung  verlangten Integrationskriterien hinreichend substanziiert eruiert sind. 7.3.4.  Vorliegend  ist  der  für  die  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs  relevante  Sachverhalt  als  hinreichend  erstellt  zu  erachten,  weshalb  das  BFM  auf  eine  Einzelfallabklärung  vor  Ort  verzichten  konnte.  Zunächst  muss  festgehalten  werden,  dass  die  im  ärztlichen Bericht vom 13. August 2011 beziehungsweise Vertreterschein  vom  12.  Juli  2011  (vgl.  Akte  B16)  diagnostizierten  gesundheitlichen  Probleme  des  Ehemannes  (psychosoziale  Belastungssituation  mit  chronischen  Spannungskopfschmerzen,  arterieller  Hypertonie,  dyspeptischen Beschwerden und Schlafmangel) sowie die zugegebenen  psychischen  Beschwerden  der  Ehefrau  keine  Wegweisungsvollzugshindernisse  darstellen,  weil  gemäss  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  eine  Behandlung  und  entsprechende Medikation auch  in Kosovo möglich sind. Angesichts der  Arbeitserfahrung  des  Ehemannes  (vgl.  B12  S.  9  F84)  ist  im  Weiteren  davon  auszugehen,  es werde  ihm  trotz  seiner  im  Jahr  2010  verlorenen  Arbeitsstelle  (vgl.  a.a.O.,  F85)  und  ungeachtet  allfälliger  Zugangsschwierigkeiten  gelingen,  in  der  Heimat  eine  neue  Stelle  zu  finden, um den familiären Unterhalt bestreiten zu können. Zudem haben  die  Beschwerdeführenden  in  Kosovo  sowohl  eine  Wohnmöglichkeit  als  auch  ein  soziales  Beziehungsnetz,  da  sie  dort  ein  Haus  besitzen  (vgl.  B12  S.  2  F6,  B13  S.  2  F12)  und mehrere  ihrer  Verwandten  dort  leben  (vgl.  B12  S.  3  F16­17,  B13  S.  2  F7  ff.).  Sodann  sind  keine  weiteren  persönlichen  Gründe  ersichtlich,  aufgrund  derer  geschlossen  werden  könnte, die Beschwerdeführenden gerieten im Falle der Rückkehr in eine 

D­5329/2011 existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung – in  Übereinstimmung mit der Vorinstanz – als zumutbar zu bewerten ist. 7.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8 Abs. 4 AsylG,  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 – 515),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist demnach abzuweisen. 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und mit  dem  am  25.  Oktober  2011  in  gleicher  Höhe  einbezahlten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

D­5329/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt. Dieser Betrag wird mit  dem am 25. Oktober  2011 geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand:

D-5329/2011 — Bundesverwaltungsgericht 18.11.2011 D-5329/2011 — Swissrulings