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Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 D-5258/2010

31. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,901 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. Juli 2010

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5258/2010 Urteil   v om   3 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Bendicht Tellenbach;  Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Afghanistan, vertreten durch Katerina Baumann, Fürsprecherin, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 14. Juli 2010 / N_______.

D­5258/2010 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der eigenen Angaben zufolge aus B._______, Provinz C._______,  stammende  Beschwerdeführer  afghanischer  Staatsangehörigkeit  seinen  Heimatstaat im Juni 2010 auf dem Landweg verliess und über D._______  und  weitere,  ihm  unbekannte  Länder  am  21.  Juni  2010  illegal  in  die  Schweiz gelangte, wo er gleichentags im E._______ um Asyl nachsuchte, dass  am  24.  Juni  2010  eine  Knochenaltersbestimmung  nach  Greulich  und  Pyle  vorgenommen wurde,  welche  ein  Skelettalter  von mindestens  19 Jahren ergab, dass  der Beschwerdeführer  am 1.  Juli  2010  im E._______  summarisch  zu  seinen  Asylgründen  befragt  und  im  Rahmen  von  gleichentags  durchgeführten  Nachbefragungen  zu  seiner  gesundheitlichen  Situation,  seinem Alter, zum Reiseweg sowie zum eingereichten Identitätsdokument  befragt  und  ihm  gleichzeitig  das  rechtliche  Gehör  zum  Ergebnis  der  Knochenaltersbestimmung  und  zum  Umstand,  dass  das  BFM  die  angeführte Minderjährigkeit als nicht glaubhaft erachte, gewährt wurde, dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  überdies  am  6.  Juli  2010  direkt  anhörte, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend machte,  er  habe  keine  öffentliche  Schule,  jedoch  die  Schule  in  der  Dorfmoschee  besucht  und  in  der  Landwirtschaft  gearbeitet sowie die Tiere ihrer Familie gehütet, dass er  sich am  (...)  zusammen mit  zwei Kollegen und den Tieren vom  Feld  auf  den  Heimweg  gemacht  habe,  als  sie  von  vermummten  Angehörigen  der  Taliban  angehalten,  gefesselt  und  mit  verbundenen  Augen  in  deren  Camp  geführt  worden  seien,  wo  man  sie  wiederholt  erfolglos  für  den  heiligen  Krieg  habe  rekrutieren  wollen,  weshalb  sie  geschlagen worden seien, dass  nach  einer  Woche  einer  der  Kollegen  von  den  Taliban  mitgenommen worden und nicht mehr zurückgekehrt sei und das Gleiche  einige Tage später mit  dem zweiten Kollegen geschehen sei, worauf  er  um  sein  Leben  gefürchtet  und  bei  der  nächstbesten  Gelegenheit  die  Flucht ergriffen habe,

D­5258/2010 dass  er  zwei  Tage  durch  Wälder  und  danach  einer  Strasse  entlang  gegangen  und  schliesslich  am  (...)  bei  seinem  in  F._______,  Provinz  G._______,  lebenden Onkel eingetroffen sei, welcher  in der Folge seine  Ausreise  organisiert  habe,  da  er  Repressalien  sowohl  von  Seiten  der  Taliban  als  auch  der  Behörden,  die  ihn  der  Zusammenarbeit  mit  den  Taliban bezichtigen könnten, befürchtet habe, dass  er  überdies  vor  etwa  (...)  Jahren  sein  linkes  Auge  durch  einen  Bajonettstich  verloren  habe,  als  die  Taliban  ihr  Dorf  überfallen  hätten,  worauf  er  sich  damals  während  (...)  Monaten  in  einem  Spital  in  H._______, I._______, habe pflegen lassen und sich dort noch während  (Angabe Zeitdauer) bei seiner Tante zwecks Nachkontrollen aufgehalten  habe, dass er im Weiteren nie einen Reisepass besessen habe, dass  der  Beschwerdeführer  am  6.  Juli  2010  das  Original  seines  Identitätsausweises (Tazkara) zu den Akten reichte, dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 14. Juli 2010 – eröffnet am  15. Juli 2010 – nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz sowie den  Vollzug  anordnete  und  den  afghanischen  Identitätsausweis  Nr.  749754  einzog, dass das BFM zur Begründung  im Wesentlichen anführte,  in Anbetracht  der  Gesamtumstände  (Knochenaltersbestimmung;  Aussehen  des  Beschwerdeführers;  widersprüchliche  Angaben  zum  Geburtsdatum;  unglaubhafte  Angaben  zum  eingereichten  Identitätsdokument  und  zum  Erhalt desselben; Zweifel an der Echtheit des Identitätsdokuments) bleibe  die vom Beschwerdeführer behauptete Minderjährigkeit unbewiesen und  es müsse der Schluss gezogen werden, dass es sich bei  ihm entgegen  seinen Angaben um eine volljährige Person handle, weshalb die direkte  Anhörung ohne Vertrauensperson durchgeführt worden sei, dass  aufgrund  stereotyper  und  unsubstanziierter  Angaben  des  Beschwerdeführers  zum  Reiseweg  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  ihm  verunmöglichten,  Reise­  oder  Identitätspapiere  einzureichen,

D­5258/2010 dass  davon  ausgegangen  werden  müsse,  er  sei  mit  eigenen  Reisepapieren von Afghanistan in die Schweiz gereist und habe diese zur  Verschleierung seiner wahren Identität, insbesondere seines Alters, nicht  zu den Akten gereicht, dass  er  zudem  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzlichen Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien, dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zum  Vorfall  mit  den  Angehörigen  der  Taliban  im  (...),  dem  Aufenthalt  in  deren  Camp  und  seiner anschliessenden Flucht durchwegs unsubstanziiert, realitätsfremd,  widersprüchlich, vage und keine Realkennzeichen enthaltend ausgefallen  seien,  weshalb  es  ihm  in  keiner Weise  gelungen  sei,  den  Eindruck  zu  vermitteln, dass er das Geschilderte selber erlebt habe, dass  die  Vorbringen  betreffend  den  Vorfall  vor  (...)  Jahren,  als  er  bei  einem  Überfall  der  Taliban  das  linke  Auge  verloren  habe,  nicht  als  asylrelevant  zu  erachten  sei,  da  die  diesbezüglich  notwendige  medizinische Behandlung abgeschlossen sei und er diesen Vorfall selber  nicht als ausreiserelevant bezeichnet habe, dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Juli 2010 (Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  es  sei  der  vorinstanzliche Entscheid  aufzuheben,  es  sei  die Sache  an  das  BFM  zurückzuweisen  und  dieses  anzuweisen,  sowohl  auf  das  Asylgesuch  einzutreten  als  auch  seine  Minderjährigkeit  festzustellen,  eventuell sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen,  und  in  prozessualer  Hinsicht  um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65  Abs.  1  VwVG  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses ersuchte, dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Juli  2010  die  Beurteilung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben  und  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet wurde,

D­5258/2010 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. August 2010 eine Kopie  seiner Geburtsurkunde nachreichte, dass  die  Rechtsvertreterin  mit  Eingabe  vom  31.  August  2010  die  Übernahme  des  Mandats  bekannt  gab  und  die  vormalige  Rechtsvertretung ([...]) mit Schreiben vom 1. September 2010 ihr Mandat  niederlegte, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  7.  September  2010  das  Original seiner bereits  in Kopie eingereichten Geburtsurkunde  ins Recht  legte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  sich  namentlich  aus  den  Verfahrensakten  keine  Anhaltspunkte  ergeben,  welche  zu  Zweifeln  an  der  Urteilsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  Anlass  geben  würden,  weshalb  er  unter  diesen  Umständen,  ungeachtet  einer  allfälligen  Glaubhaftigkeit  seiner  geltend  gemachten Minderjährigkeit, als prozessfähig zu erachten ist,

D­5258/2010 dass  somit  auf  seine  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts in der Regel in der  Besetzung mit  drei Richtern oder Richterinnen entscheiden  (vgl. Art.  21  Abs. 1 VGG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht  auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  deshalb  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1  S. 240 f.), dass bei dem am 1.  Januar 2007  in Kraft getretenen Nichteintretenstat­ bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich die  hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass das  BFM  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  das  offenkundige  Nichterfüllen  der  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb insoweit  bei  dagegen  erhobenen  Beschwerden  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in  Verbindung  mit  Art. 83  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch materiell  zur Sache zu äussern hatte,

D­5258/2010 dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG  die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG)  oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass der Beschwerdeführer  innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung  des  Asylgesuches  keine  Identitäts­  oder  Reisepapiere  im  Sinne  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  Bst.  a  AsylG  abgab  und  diese  Unterlassung  vorliegend  unbestritten  ist,  zumal  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im  EVZ  lediglich  eine  Faxkopie  seiner  Identitätskarte zu den Akten reichte, dass unter den Begriff der Reise­ oder  Identitätspapiere gemäss Art. 32  Abs. 2 Bst. a AsylG nur solche Dokumente und Ausweise fallen, welche  von  den  heimatlichen  Behörden  zum  Zweck  des  Identitätsnachweises  ausgestellt  werden  und  grundsätzlich  nur  Reisepapiere  (­pässe)  und  Identitätskarten, nicht aber zu anderen Zwecken ausgestellte Dokumente  wie Führerausweise, Berufs­ und Schulausweise sowie Geburtsurkunden  diese Anforderungen erfüllen (vgl. BVGE 2007/7 E. 4­6), dass der Beschwerdeführer am 6. Juli 2010, mithin  fünfzehn Tage nach  Einreichung  des  Asylgesuchs,  seine  Tazkara  im  Original  zu  den  Akten  reichte, dass  eine  afghanische  Tazkara  grundsätzlich  ein  Identitäts­  oder  Reisepapier im Sinne der mit BVGE 2007/7 begründeten Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts D­5319/2007 vom 18. Januar 2008 E. 4.4), dass  zunächst  zu  prüfen  ist,  ob  der  Beschwerdeführer  entschuldbare  Gründe  für  die  verspätete  Einreichung  seiner  Tazkara  vorzubringen  vermag,

D­5258/2010 dass  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG  dann vorliegen, wenn die asylsuchende Person glaubhaft macht, dass sie  ohne  ihre  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  in  die  Schweiz  gereist  ist  und  sie  sich  umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht,  die  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  innert  angemessener  Frist  zu  beschaffen (BVGE 2010/2 E. 6), dass der Beschwerdeführer diesbezüglich anlässlich der Nachbefragung  und der direkten Anhörung vorbrachte, er habe seine  Identitätskarte bei  seinem  Onkel  zurückgelassen,  weil  er  gewusst  habe,  dass  er  illegal  ausreise, und es schwierig gewesen sei, die Papiere mitzunehmen  (vgl.  act. A15/15,  S.  4),  respektive  er  habe Angst  gehabt,  seine  Tazkara  auf  dem Fluchtweg zu verlieren (vgl. act. A11/5, S. 2), dass  er  am Morgen  des  2.  Juli  2010  seinen Onkel  telefonisch  gebeten  habe,  ihm  das  Original  seiner  Identitätskarte  zukommen  zu  lassen,  worauf dieser gleichentags den Ausweis auf der Post aufgegeben habe  (vgl. act. A15/15, S. 2, 9 und 10), dass  der  Beschwerdeführer  aber  dadurch  nicht  glaubhaft  zu  machen  vermag,  er  habe  seine  Identitätskarte  aus  zwingenden  Gründen  zurücklassen müssen (BVGE 2010/2 E. 6.2 S. 29), zumal er nicht darlegt,  weshalb  es  schwierig  gewesen  wäre,  ein  faltbares  A4­Blatt  grosses  Identitätsdokument  auf  seiner  Reise  in  die  Schweiz,  die  mit  verschiedenen Fahrzeugen bewerkstelligt worden sei, mitzuführen, dass  ebenso  wenig  die  blosse  Angst,  während  der  Ausreise  das  Identitätsdokument  zu  verlieren,  einen  zwingenden  Grund  darzustellen  vermag, dass  zwar  aus  den  Akten  –  unbesehen  des  tatsächlichen,  vorherigen  Aufbewahrungsortes  der  Tazkara  (vgl.  act.  A18/11,  S.  4  unten)  –  und  aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer zwei Wochen nach  Einreichung seines Asylgesuches ein  Identitätsdokument  im Original  ins  Recht  legte,  insgesamt der Schluss gezogen werden kann, er habe sich  umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht,  den  schweizerischen  Asylbehörden  innert  angemessener  Frist  ein  Identitätsdokument  nachzureichen, dass das  fragliche  Identitätsdokument  aber  nicht  als  rechtsgenüglich  im  Sinne der oben zitierten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts  erachtet werden kann,

D­5258/2010 dass das BFM im angefochtenen Entscheid die Gründe inhaltlicher Natur,  die zu diesem Schluss führen, in einlässlicher Weise darlegte, denen sich  das Bundesverwaltungsgericht vollumfänglich anschliesst, dass, da sich der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe zu den  entsprechenden  Vorhalten  (so  hinsichtlich  des  Ausstellungsdatums  der  Tazkara,  der  fehlenden  Angaben  zum  genauen  Geburtsdatum,  der  unleserlichen  zentralen  Angaben,  der  unscharfen  Fotografie)  nicht  äussert,  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist, dass  der  Beschwerdeführer  einwendet,  das  BFM  habe  eine  eigentliche  Prüfung  des  Ausweises  unterlassen,  behaupte  ohne  besseres  Wissen,  von  diesem  Dokument  könne  nicht  auf  seine  Personalien  geschlossen  werden,  verweise  pauschal  auf  die  generell  leichte  Fälschbarkeit  von  afghanischen Identitätsdokumenten und erkläre eine Dokumentenprüfung  als  nicht  durchführbar,  da  diese  Art  von  afghanischen  Dokumenten  keinerlei  Sicherheitsmerkmale  aufweisen  würden,  und  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  habe  in seinem Urteil D­4472/2008 bezüglich  Echtheitsprüfung einer Tazkara einen gewissen Klärungsbedarf erkannt, dass die Einwände als nicht stichhaltig zu erachten sind, dass  nämlich  der  im  zitierten  Bundesverwaltungsgerichtsurteil  entschiedene  Sachverhalt  von  dem  hier  zu  beurteilenden  abweicht,  da  die Vorinstanz in ihrem Entscheid bloss in einem Nebenargument auf die  leichte  Käuflichkeit  von  afghanischen  Identitätsdokumenten  (auch  von  Blanko­Originalen)  und  die  Nichtdurchführbarkeit  einer  Dokumentenprüfung  einging,  jedoch  im  Wesentlichen  den  Inhalt  der  Tazkara  und  damit  zusammenhängende  Aussagen  des  Beschwerdeführers beurteilte, dass im Übrigen die mit Eingabe vom 7. September 2010 nachgereichte  Geburtsurkunde  im  Original  kein  Identitäts­  oder  Reisepapier  im  Sinne  von BVGE 2007/7 darstellt, dass  demnach  insgesamt  keine  entschuldbaren  Gründe  im  Sinne  von  Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG vorliegen, dass  der  Beschwerdeführer  nach  eigenen  Angaben  am  X._______  geboren wurde, somit heute volljährig ist,

D­5258/2010 dass die Vorinstanz aber zu Recht auf diesbezügliche Erwägungen und  allenfalls  weitere  Abklärungen  im  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  verzichten konnte, da sie zutreffend davon ausging, dass er die von ihm  behauptete  Minderjährigkeit  im  Zeitpunkt  des  erstinstanzlichen  Verfahrens nicht glaubhaft machen konnte, dass  gestützt  auf  die  Praxis  bei  der  Prüfung  der  Altersangaben  einer  minderjährigen  Person  zunächst  von  allenfalls  eingereichten  Identitätsdokumenten auszugehen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6 ff.),  vorliegend der Beschwerdeführer zwar ein Identitätsdokument einreichte,  dieses jedoch – wie dargelegt – nicht als rechtsgenüglich erachtet werden  kann,  er  sich  überdies  betreffend  sein  Geburtsdatum  widersprach  und  sich seine diesbezüglichen Angaben mit denjenigen auf der eingereichten  Tazkara nicht in Übereinstimmung bringen lassen, dass  bei  Fehlen  rechtsgenüglicher  Identitätsausweise  sodann  auch  auf  wissenschaftliche  Methoden  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  AsylV  1,  beispielsweise die so genannte Knochenaltersanalyse abgestellt werden  kann, sofern sie bestimmten Kriterien entspricht (vgl. EMARK 2001 Nr. 23  E. 4), dass, soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift rügt, der  Beweiswert  der  Knochenaltersanalyse  sei  praxisgemäss  nur  äusserst  beschränkt,  die  Vorinstanz  ihre  Ausführungen  zum  Alter  des  Beschwerdeführers  nicht  allein  auf  das  Ergebnis  einer  Knochenaltersanalyse  abstellte,  sondern  sich  insbesondere  mit  seinen  Vorbringen  zur  Frage  seines  Alters  und  den  Gesamtumständen  auseinandersetzte, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  insgesamt  mit  überzeugenden  Argumenten  darlegte,  weshalb  den  Angaben  des  Beschwerdeführers über sein Alter nicht geglaubt werden könne, und sich  bei  seiner  Beurteilung  zutreffend  auf  die  offenkundig  ungereimten,  widersprüchlichen  und  realitätsfremden  Angaben  –  insbesondere  sein  Alter,  den  Reiseweg  sowie  seine  Identitätspapiere  betreffend  –  stützte,  denen  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  vorliegend  vollumfänglich  anschliesst, dass  überdies  der  eingereichten  Tazkara  –  wie  die  Vorinstanz  in  zutreffender  Weise  erwog  –  kein  genaues  Geburtsdatum  entnommen  werden  kann,  der  Beschwerdeführer  jedoch  bereits  bei  der  Einreichung 

D­5258/2010 des  Antrags  zum  Erhalt  dieses  Identitätsdokumentes  sein  genaues  Geburtsdatum gekannt haben will (vgl. act. A1/18, S. 2; A15/15, S. 10), dass gemäss gefestigter Praxis eine asylsuchende Person die objektive  Beweislast  für  die  behauptete  Minderjährigkeit  im  Zeitpunkt  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  und  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  trägt  (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23),  und es dem Beschwerdeführer  vor  dem  Hintergrund  der  Erwägungen  nicht  gelungen  ist,  seine  damalige  Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, dass sodann zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu  Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  feststellte  noch  zusätzliche  Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtete, dass die Vorinstanz die Asylvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht  weder  als  glaubhaft  noch  als  asylrelevant  qualifizierte,  zumal  sich  die  Ausführungen  zu  den  angeführten  Geschehnissen  mit  den  Taliban  als  vage, substanzlos, widersprüchlich und ohne Realkennzeichen versehen  (so  insbesondere  Detailreichtum  der  Schilderung,  freies  assoziatives  Erzählen,  Interaktionsschilderung  sowie  inhaltliche  Besonderheiten)  erweisen (vgl. act. A15/15, S. 6 ff.), dass  auch  die  Schilderungen  betreffend  die  Flucht  aus  dem Camp  der  Taliban und der Umstand, dass weder der Beschwerdeführer noch sein  Onkel in der Folge mit der Familie in Kontakt getreten seien, obwohl der  Beschwerdeführer  über  (Angabe Zeitdauer)  verschwunden  gewesen  sei  (vgl. act. A15/15, S. 4 und 8), offenkundig als realitätswidrig und daher als  unglaubhaft zu erachten sind, dass die Ereignisse, die vor Jahren zur Verletzung des linken Auges des  Beschwerdeführers führten, klarerweise als asylirrelevant zu qualifizieren  sind  und  denn  auch  von  ihm  selber  als  mit  seiner  Ausreise  nicht  in  Zusammenhang stehend bezeichnet wurden, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  den  vorinstanzlichen  Einwänden  nichts  Substanzielles  entgegenzuhalten  vermag,  zumal  der  pauschale  Einwand,  die  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  betreffend  die  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  würden  belegen,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  offenkundig  sei,  angesichts der realitätsfremden, substanzlosen und mit Widersprüchen in 

D­5258/2010 wesentlichen  Sachverhaltselementen  behafteten  Vorbringen  in  keiner  Weise zu überzeugen vermag, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auch  diesbezüglich  auf  die  zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen ist, dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  und  7  AsylG  offenkundig erscheint und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte für die  Annahme  ergeben,  das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss  summarische  materielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen, dass  unter  diesen  Umständen  von  zusätzlichen  Abklärungen  im  Sinne  von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte, dass  das BFM demnach  zu Recht  gestützt  auf Art.  32 Abs.  2 Bst.  a  in  Verbindung  mit  Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art.  44  Abs.  1  AsylG,  Art.  32  Bst.  a  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV1, SR 142.311]; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733,  EMARK 2001 Nr. 21), dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren  oder  unmöglichen  Vollzugs  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  des  AuG  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  seinem  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  BVGE  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  eine 

D­5258/2010 Lageanalyse betreffend die Sicherheitslage und die humanitäre Situation  in Afghanistan vornahm, dass  darin  festgehalten  wurde,  dass  sich  die  Sicherheitslage  sowie  die  humanitäre  Situation  in  Afghanistan  in  den  letzten  Jahren  über  alle  Regionen  hinweg,  inklusive  der  urbanen  Zentren  und  der  Hauptstadt  Kabul, ständig verschlechtert habe und deshalb – ausser allenfalls in den  Grossstädten  –  von  einer  existenzbedrohenden  Situation  im  Sinne  von  Art. 83 Abs. 4 AuG gesprochen werden müsse, dass,  da  bezüglich  der  Stadt  Kabul  die  Sicherheitslage  als  weniger  bedrohlich als in den anderen Landesteilen und die humanitäre Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  als  weniger  dramatisch  zu  erachten  sei,  eine  Rückkehr  in  die  Stadt  Kabul  nicht  als  generell  unzumutbar,  sondern  unter  begünstigenden  Umständen  (namentlich:  tragfähiges  soziales  Netz,  guter  Gesundheitszustand)  –  auch  im  Sinne  eine zumutbaren Aufenthaltsalternative – als zumutbar erkannt wurde, dass der Beschwerdeführer aus der östlichen Provinz C._______ stammt,  wobei  auch  das  BFM  offensichtlich  von  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs dorthin ausgeht, dass  sich  aber  auch  die  vom  BFM  genannte  Aufenthaltsalternative  bei  einem in F._______, Provinz G._______, lebenden Onkel schon deshalb  als unzumutbar erweist, da dieser Onkel nicht  in der Stadt Kabul selber  wohnhaft  ist  und  dadurch  die  oben  genannten  restriktiven Bedingungen  für  die  Annahme  einer  Aufenthaltsalternative  in  casu  in  keiner  Weise  erfüllt sind, dass  sich  den Akten  keinerlei Hinweise entnehmen  lassen, wonach der  Beschwerdeführer einen der Tatbestände von Art. 83 Abs. 7 AuG (Aus­ schluss von der vorläufigen Aufnahme) erfüllen würde, dass  sich  nach  den  vorangehenden  Erwägung  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  demzufolge  als  unzumutbar erweist, dass  die  oben  erwähnten  drei  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  alternativer  Natur  sind  und  bei  Vorliegen  nur  einer  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die 

D­5258/2010 vorläufige Aufnahme zu  regeln  ist  (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2),  weshalb auf die Prüfung weiterer Wegweisungsvollzugshindernisse somit  verzichtet werden kann, dass die Beschwerde daher zusammenfassend gutzuheissen  ist,  soweit  sie  die  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  betrifft,  und  im  Übrigen  abzuweisen ist, dass die Ziffern 3 und 4 des Dispositivs der  vorinstanzlichen Verfügung  vom  14.  Juli  2010  aufzuheben  sind  und  die  Vorinstanz  anzuweisen  ist,  den  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen, dass mit  Zwischenverfügung  vom 29.  Juli  2010 der Entscheid über  das  Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von  Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen wurde, dass  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit  wird,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint, dass  der  Beschwerdeführer  bedürftig  ist  und  auch  die  Begehren  der  Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet werden  können, weshalb  das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne  von Art.  65 Abs.  1 VwVG gutzuheissen  ist  und  keine Verfahrenskosten  aufzuerlegen sind, dass der vertretene Beschwerdeführer  teilweise – hinsichtlich der Frage  des Wegweisungsvollzuges – mit seiner Beschwerde durchgedrungen ist,  weshalb ihm für die ihm erwachsenen notwendigen und verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  um  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist  (Art. 64 Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art. 7  ff. des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass  von  der  Rechtsvertretung  keine  Kostennote  eingereicht  wurde,  indes auf das Nachfordern einer solchen verzichtet werden kann, da sich  der  notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Akten  hinreichend  zuverlässig abschätzen lässt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE) und gestützt auf  die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8­13 VGKE)  die  um  die Hälfte  gekürzte  Parteientschädigung  – welche  vom BFM  zu 

D­5258/2010 entrichten  ist  –  auf  Fr.  400.–  (inklusive  Auslagen  und  allfällige  Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. (Dispositiv nächste Seite)

D­5258/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 2.  Die Ziffern 3 und 4 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom  14. Juli  2010  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 3.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 4.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung von Fr. 400.­ zu entrichten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-5258/2010 — Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 D-5258/2010 — Swissrulings