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Bundesverwaltungsgericht 31.01.2012 D-5195/2009

31. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,198 Wörter·~6 min·3

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Juli 2009

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5195/2009 law/mah Urteil   v om   3 1 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richter Pietro Angeli­Busi, Gerichtsschreiberin Sarah Mathys. Parteien A._______, geboren am (…), China, vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 17. Juli 2009 / N (…).

D­5195/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Tibeter  aus  der  Provinz  B._______, China,  gemäss eigenen Angaben  seine Heimat Anfang Mai  2009  Richtung  Nepal  verliess  und  schliesslich  am  22. Juni  2009  in  die  Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 24. Juni  2009  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ)  Basel  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn  summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen  für das Verlassen des  Herkunftslandes  befragte  und  ihn am 17. Juli  2009  zu den Asylgründen  ohne Beisein einer Hilfswerksvertretung anhörte, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  im  März  2008  in  B._______  gewesen,  weil  er  Butterlämpchen  für  seine  verstorbenen  Eltern  habe  anzünden wollen, dass er dort am 14. oder 15. März 2008 spontan an einer Demonstration  in den hinteren Reihen teilgenommen habe, bis das Militär mit Schiessen  angefangen und er sich zu seiner Herberge begeben habe, dass  sich  die  Besitzer  der  Herberge  wegen  seiner  Teilnahme  an  der  Demonstration auch vor den Behörden fürchteten, weshalb er mit einem  LKW B._______ verlassen habe, dass  er  unterwegs  bei  einer  Strassensperre  kontrolliert  worden  sei  und  seine  Identitätskarte  habe  zeigen  müssen,  aber  sie  nach  einer  halben  Stunde hätten weiterfahren können, dass  er  einen  Tag  nach  seiner  Rückkehr  aufs  Bezirkspolizeipräsidium  gebracht und zu seinem Aufenthalt  in B._______ befragt und fotografiert  worden  sei,  er  jedoch  nicht  zugegeben  habe,  an  der  Demonstration  teilgenommen zu haben, dass sie  ihn nach einem Monat  freigelassen hätten, mit der Androhung,  dass sie seinen Fall weiterbearbeiten würden, sobald die Unruhen vorbei  seien, dass  sich  sein  Bruder  Sorgen  gemacht  habe,  zumal  er  (der  Beschwerdeführer)  bereits  im  Jahre  1993  an  einer  Plakataktion  mitgemacht  habe  und  ihn  die  Behörden  deswegen  zwei  Jahre  später 

D­5195/2009 festgenommen  und  für  neun  Monate  inhaftiert  und  regelmässig  misshandelt hätten, dass er sich deshalb im Mai 2009 entschlossen habe, das Land mit Hilfe  eines Schleppers zu verlassen, die Grenze zu Fuss überquert habe und  ohne  Reisedokument  nach  Nepal  ausgereist  sei,  wo  er  nicht  registriert  worden sei,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  17. Juli  2009  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  ablehnte,  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte,  deren Vollzug aber wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen  Aufnahme aufschob, dass es zudem feststellte, der Beschwerdeführer habe bei Aufhebung der  vorläufigen Aufnahme die Schweiz – unter Androhung von Zwangsmitteln  im Unterlassungsfall – zu verlassen, und den Kanton C._______ mit der  Umsetzung der vorläufigen Aufnahme beauftragte, dass  es  die  dem  Protokoll  der  Anhörung  vom  17. Juli  2009  beigefügte  Verfügung  dem  Beschwerdeführer  im  Anschluss  an  die  Anhörung  sogleich mündlich eröffnete und dabei den Gesetzestext, ein Merkblatt für  anerkannte  Flüchtlinge  und  vorläufig  aufgenommene  Personen  sowie  eine Liste mit den wichtigsten Adressen in den Kantonen aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  anführte,  es  sei  unglaubhaft,  dass  der  Beschwerdeführer  ein  Jahr  gewartet  habe,  um  die  Ausreise  durchzuführen, obschon in jenem Jahr nichts geschehen sei, dass er die Misshandlungen im Gefängnis wie auch die Vorfälle während  der  Demonstration  oberflächlich  und  unglaubhaft  geschildert  habe,  weshalb  die  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht standhielten, demzufolge die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt sei,  sodass das Asylgesuch abzulehnen sei, dass  die  Wegweisung  ferner  die  Regelfolge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuchs darstelle, deren Vollzug aber nicht verfügt werde, wenn ein  Anhaltspunkt  bestehe,  dass  im Falle  der Rückkehr  in  das Heimat­  oder  Herkunftsland  eine  durch  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 

D­5195/2009 SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe,  oder  wenn  die  Wegweisung als nicht zumutbar erachtet werde, dass im vorliegenden Fall das BFM den Vollzug der Wegweisung in den  Herkunfts­  beziehungsweise  Heimatstaat  unter  Berücksichtigung  der  Aktenlage  im  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  nicht  zumutbar  erachte,  weshalb  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Eintritt  der  Rechtskraft  des  Asylentscheids in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17. August  2009  durch  seine  Rechtsvertreterin  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liess, es  sei  vorfrageweise  festzustellen,  dass  die  Vorinstanz  sein  rechtliches  Gehör verletzt habe, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das  Dossier  zur  Durchführung  eines  korrekten  Asylverfahrens  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen;  eventualiter  sei  der  Beschwerdeführer  als  Flüchtling anzuerkennen und vorläufig aufzunehmen, dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen  liess, es sei  ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren,  insbesondere sei  ihm  eine  amtliche  Anwältin  beizuordnen  und  von  der  Erhebung  eines  Kostenvorschusses abzusehen, dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Verfügung  vom  10. September  2009  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  guthiess,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtete,  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  abwies  und  dem  BFM  Gelegenheit  bot,  eine  Vernehmlassung einzureichen, dass  das  BFM  in  seiner  –  dem  Beschwerdeführer  am  7. Oktober  2009  vom  Bundesverwaltungsgericht  zur  Kenntnisnahme  zugestellten –  Vernehmlassung  vom  29. September  2009  festhielt,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  ihres  Standpunktes  rechtfertigen  könnten  und  auf  die  Erwägungen  verwies,  an  denen  es  vollumfänglich  festhalte, weshalb es die Abweisung der Beschwerde beantrage, dass  der  Beschwerdeführer  am  31. August  2011  einen  Arztbericht  vom  18. August  2011  betreffend  seine  gesundheitliche  Situation  einreichen  liess, 

D­5195/2009 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). dass der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen  hat,  er  durch  die  angefochtene,  ihm  gestützt  auf  Art. 13  Abs. 1  AsylG  mündlich  eröffnete  Verfügung  des  BFM  vom  17. Juli  2009  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i. V. m.   Art.  37  VGG  und  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 108  Abs. 1  AsylG;  Art. 105  i. V. m.  Art.  37  VGG  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG)  einzutreten ist, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht  wird,  das  BFM  habe  den  Sachverhalt  unsorgfältig  erhoben,  da  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörung  angegeben  habe,  er  stamme  aus  D._______,  das  BFM  jedoch  im  Anhörungsprotokoll  als  Heimatdorf  E._______  erachtete  und  auch  im  Sachverhalt  aufführte,  der  Beschwerdeführer  stamme  aus  E._______,

D­5195/2009 dass  zudem  an  der  Anhörung  vom  17. Juli  2009  keine  Hilfswerksvertretung  anwesend  gewesen  und  dem  Entscheid  nicht  zu  entnehmen  sei,  weshalb  keine  Hilfswerksvertretung  aufgeboten  werden  konnte, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  im  Anschluss  an  die  mündliche  Entscheideröffnung  entgegen  seiner  Ankündigung  das  Protokoll  der  Befragung im EVZ nicht eröffnet habe, dass aus diesen Gründen das  rechtliche Gehör des Beschwerdeführers  verletzt worden sei, dass  ferner  geltend gemacht wird,  der Beschwerdeführer  habe Tibet  im  Mai 2009 illegal verlassen, dass  Personen  mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  zwar  kein  Asyl  erhalten, jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen würden, dass  der  Wegweisungsvollzug  des  Beschwerdeführers  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  somit  nicht  nur  unzumutbar, sondern auch unzulässig sei, dass das BFM das Recht auf Akteneinsicht  (Art. 26 VwVG) nicht  schon  dadurch verletzt hat, dass es entgegen einer allfälligen Ankündigung das  EVZ­Protokoll vom 24. Juni 2009 nicht mit der Eröffnung des Entscheids  übergeben  hat,  zumal  der  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  gehabt  hätte, beim BFM ein Gesuch um Akteneinsicht zu stellen, nachdem  ihm  die Verfügung eröffnet worden ist, dass  der  Umstand,  dass  das  BFM  in  den  Erwägungen  festhält,  der  Beschwerdeführer  stamme aus E._______,  entgegen der Auffassung  in  der  Beschwerde  keine  unsorgfältige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts erblickt werden kann,  dass  nämlich  der  Beschwerdeführer  selbst  anlässlich  der  Befragung  im  EVZ  zu  Protokoll  gegeben  hat,  sein  letzter  Wohnsitz  sei  das  Dorf  E._______ in der Gemeinde F._______ gewesen (vgl. act. A1/4 S. 1) und  dies  unterschriftlich  als  der  Wahrheit  entsprechend  bestätigte  (vgl.  act. A1/4 S. 9), dass  das  BFM  den  Hilfswerken  die  Anhörungstermine  rechtzeitig  mitzuteilen  hat,  die  Anhörung  volle  Rechtswirkung  aber  auch  dann 

D­5195/2009 entfaltet, wenn die Vertretung der Hilfswerke der Einladung keine Folge  leistet (Art. 30 Abs. 3 AsylG), dass  im  Protokoll  der  Anhörung  vermerkt  wird:  "Ein  Hilfswerksvertreter  konnte  für  die  heutige  Anhörung  nicht  aufgeboten  werden"  (vgl.  act. A10/11 S. 1), dass jedoch weder aus den Akten noch aus der Verfügung hervorgeht, ob  das BFM rechtzeitig die Hilfswerke über die Anhörung vom 17. Juli 2009  informiert  hatte  und  das  BFM  auch  auf  Vernehmlassungsstufe  hierzu  keine Stellung genommen hat, dass  die  Frage,  ob  die  Verfügung  allenfalls  infolge  gegenüber  den  Hilfswerken nicht erfolgter  rechtzeitiger Mitteilung des Anhörungstermins  bundesrechtswidrig  ist, vorliegend nicht weiter untersucht und erörter zu  werden  braucht,  da  die  angefochtene  Verfügung  aufgrund  der  nachfolgenden Erwägungen ohnehin aufzuheben ist, dass  im  Asylverfahren  der  Untersuchungsgrundsatz  und  die  Pflicht  zur  vollständigen  und  richtigen  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts gilt (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), dass  ferner  der  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  (Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt,  dass  die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört,  sorgfältig und ernsthaft prüft und  in der Entscheidfindung berücksichtigt,  was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss  (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG),  dass Art. 35 Abs. 1 VwVG den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher  umschreibt, die Begründung eines Entscheides jedoch so abgefasst sein  muss,  dass  der  Betroffene  ihn  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  kann,  was  nur  der  Fall  ist,  wenn  sich  sowohl  der  von  der  Verfügung  Betroffene  als  auch  die  Rechtsmittelinstanz  über  die  Tragweite  des  Entscheides ein Bild machen können, dass  sich  die  verfügende  Behörde  zwar  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  kann,  wenigstens  aber  kurz  die 

D­5195/2009 Überlegungen  anzuführen  hat,  von  denen  sie  sich  leiten  liess  und  auf  welche sich ihr Entscheid stützt,  dass  sich  die  Begründungsdichte  dabei  nach  dem  Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen  und  den  Interessen  des  Betroffenen  richtet,  wobei  bei  schwerwiegenden  Eingriffen  in  die  rechtlich geschützten  Interessen des Betroffenen – und um solche geht  es bei der Frage der Gewährung des Asyls – eine sorgfältige Begründung  verlangt  wird  (vgl.  LORENZ  KNEUBÜHLER  in:  Kommentar  zum  VwVG,  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich  2008,  N. 6  ff.  zu  Art. 35;  BVGE  2008/47 E. 3.2 S. 674 f., BVGE 2007/30 E. 5.6 S. 366 f.),  dass  sich  das  BFM  in  der  Verfügung  in  keiner  Weise  mit  der  Frage  auseinandersetzt,  ob  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  offenbar  unkontrolliert  bzw.  illegal  erfolgten  Ausreise  aus  China  (vgl.  act. A1/4  S. 7)  die  Flüchtlingseigenschaft  infolge  subjektiver  Nachfluchtgründe  erfüllt (vgl. BVGE 2009/29 E. 6.2­6.5 S. 379 ff.),  dass  demnach  das  BFM  die  ihm  obliegende  Prüfungs­  und  Begründungspflicht und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf  rechtliches Gehör verletzt hat, dass  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  formeller  Natur  ist,  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  deshalb  grundsätzlich  –  das  heisst  ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin  ergangenen  Entscheides  führt  (vgl.  BVGE  2008/47  E. 3.3.4  S. 676 f.,  BVGE  2008/14  E. 4.1  S. 185,  BVGE  2007/30  E. 8.2  S. 371,  BVGE  2007/27 E. 10.1 S. 332), dass  die  Heilung  von  Gehörsverletzungen  aus  prozessökonomischen  Gründen  auf  Beschwerdeebene  nur  möglich  ist,  sofern  das  Versäumte  nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und  der Beschwerdeinstanz  im streitigen Fall die  freie Überprüfungsbefugnis  in  Bezug  auf  Tatbestand  und  Rechtsanwendung  zukommt,  sowie  die  festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende  Entscheidreife  durch  die  Beschwerdeinstanz  mit  vertretbarem  Aufwand  hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.),  dass  im  vorliegenden  Fall  die  unsorgfältige  Prüfung  des  Asylgesuches  des  Beschwerdeführers  seitens  des  BFM  bzw.  die  unzureichende  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  als  schwerer  Mangel  zu  bezeichnen ist, 

D­5195/2009 dass das BFM auf die in der Beschwerde erhobenen Rügen im Rahmen  des  Schriftenwechsels  nicht  eingegangen  ist  und  es  versäumt  hat,  die  Mängel in der Verfügung in seiner Vernehmlassung zu beseitigen,  dass  es  vor  diesem  Hintergrund  nicht  Aufgabe  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist,  Versäumnisse  des  BFM  auf  Beschwerdeebene zu beheben und damit die Vorinstanz gleichsam von  einer  sorgfältigen  Verfahrensführung  zu  entbinden,  zumal  dem  Beschwerdeführer  durch  ein  solches  Vorgehen  eine  Instanz  verloren  ginge,  dass  eine  Heilung  der  festgestellten  Mängel  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus  prozessökonomischen  Gründen  somit  nicht  in  Betracht  fällt, dass  die  Beschwerde  demzufolge  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  vom  17. Juli  2009  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen ist, dass angesichts des Ausgangs des Verfahrens keine Kosten zu erheben  sind (vgl. Art. 63 Abs. 1­3 VwVG), dass  der  Beschwerdeführer  als  obsiegende  Partei  Anspruch  auf  Entschädigung für die ihm durch das Beschwerdeverfahren erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  hat  (Art. 64  Abs. 1  VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]), dass  aufgrund  des  in  der  eingereichten  Kostennote  ausgewiesenen  Aufwandes, welcher angemessen erscheint, die Parteientschädigung auf  Fr. 1645.–  (inkl.  Auslagen  und Mehrwertsteuer)  festzusetzen  ist  (Art. 14  Abs. 2 VGKE), dass das BFM anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer diesen Betrag als  Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­5195/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2.  Die  Verfügung  vom  17. Juli  2009  wird  aufgehoben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen. 3.  Es werden keine Kosten erhoben. 4.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung von Fr. 1645.– zu entrichten. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Sarah Mathys Versand:  

D­5195/2009 Zustellung erfolgt an: – die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben) – das  BFM,  Asyl  und  Rückkehr,  Zentrale  Verfahren  und  Rückkehr,  mit den Akten N (…) (per Kurier; in Kopie) – (…)

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