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Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 D-513/2009

27. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,019 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2008

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­513/2009 Urteil   v om   2 7 .   Juli   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, B._______, geboren Y._______, Kongo (Kinshasa), Beschwerdeführerinnen,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23.  Dezember 2008 / N_______.

D­513/2009 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerin  A._______,  eine  aus  Kinshasa  stammende  Staatsangehörige der Demokratischen Republik Kongo und Mitglied der  Pfingstgemeinde,  verliess  nach  eigenen  Angaben  ihren  Heimatstaat  zusammen mit  ihrer  Tochter  am  Z._______  auf  dem  Luftweg.  Über  ihr  unbekannte  Länder  gelangten  die  Beschwerdeführerinnen  am  3.  September 2008 illegal in die Schweiz, wo sie am Folgetag im C._______  Asylgesuche einreichten. Nach der Kurzbefragung im C._______ vom 12. September 2008 wurden  die  Beschwerdeführerinnen  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton  D._______ zugeteilt. Am 3. Dezember 2008  fand eine direkte Anhörung  durch das BFM statt. Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machte  die  Beschwerdeführerin  A._______ im Wesentlichen geltend, sie habe im Vorstand der Kirche des  Pastors E._______ gearbeitet und dabei Sitzungen und andere Anlässe  vorbereitet sowie das Amt der (...) innegehabt. Ihr Pastor sei im Jahre (...)  verhaftet und zu (...) Jahren Gefängnis verurteilt worden, da man diesem  (Nennung  der  Vorwürfe)  vorgeworfen  habe.  Am W._______  habe  eine  Spezialversammlung  im  Hinblick  auf  die  Freilassung  des  Pastors  stattgefunden,  an  welcher  25  bis  30  Personen  teilgenommen  hätten.  Plötzlich  seien  Soldaten  der  Regierung  erschienen  und  hätten  einige  Leute,  so  auch  sie,  geschlagen  und  anschliessend  den  gesamten  Vorstand  der  Kirche  festgenommen.  Noch  in  der  Kirche  hätten  ihr  die  Soldaten die Brille, die Schuhe sowie die Tasche abgenommen. Sie sei in  der Folge mit ungefähr drei weiteren Personen in einer Zelle festgehalten  worden. Sie könne nicht sagen, wohin man sie gebracht habe. Ihre Mutter  habe dann ein paar Tage später ihre Freilassung durch eine Geldzahlung  erwirken  können.  Ferner  habe  sie  schon  vor  dem  erwähnten  Vorfall  verschiedentlich mündliche Drohungen erhalten, denen sie  jedoch keine  Beachtung geschenkt  respektive diese nicht ernst genommen habe. Auf  die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. B.  Mit Verfügung vom 23. Dezember 2008 – eröffnet am 27. Dezember 2008  – lehnte  die  Vorinstanz  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer Tochter ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Zur  Begründung führte sie aus, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

D­513/2009 A._______ den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standzuhalten  vermöchten. Ausserdem erachtete sie den Vollzug der Wegweisung der  Beschwerdeführerinnen als zulässig, zumutbar und möglich. C.  Mit  Eingabe  vom  26.  Januar  2009  erhoben  die  Beschwerdeführerinnen  Beschwerde gegen die Verfügung des BFM und beantragten, es sei die  vorinstanzliche Verfügung aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihnen  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige Aufnahme anzuordnen, und ersuchten in formeller Hinsicht um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses. Der  Beschwerdeeingabe  lagen  diverse  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel)  bei.  Auf  die  Begründung  der  Beschwerde  und  die  Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen  eingegangen. D.  Mit  Eingabe  der  Beschwerdeführerinnen  vom  2.  Februar  2009  wurden  Originale  von  bereits  mit  der  Beschwerdeschrift  eingereichten  Dokumenten (Nennung Dokumente) nachgereicht. E.  Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  4.  Februar  2009  wurde den Beschwerdeführerinnen mitgeteilt, dass sie den Ausgang des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könnten.  Die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen  und gleichzeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. F.  Mit  Eingabe  vom  9.  Februar  2009  legten  die  Beschwerdeführerinnen  weitere Beweismittel (Nennung Beweismittel) ins Recht. G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  Februar  2009  wurde  die  Vorinstanz  in  Anwendung von Art. 57 VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen.

D­513/2009 H.  In ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2009 hielt die Vorinstanz an ihrem  Entscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. I.  Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  März  2009  wurde  die  vorinstanzliche  Vernehmlassung den Beschwerdeführerinnen zur Kenntnis gebracht und  ihnen die Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. J.  Die Beschwerdeführerin A._______ replizierte mit Schreiben vom 8. April  2009. K.  Mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2011 wurde der Beschwerdeführerin  die Möglichkeit eingeräumt, sich bis zum 22. Juni 2011 zur Mitteilung zu  äussern,  wonach  gemäss  einem  von  dritter  Seite  beim  F._______  eingereichten  Schreiben  vom  20. Mai  2011  ihr  Kind  B._______  in  H._______ zur Welt gekommen sei. L.  Mit  Eingabe  vom  9.  Juni  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin  ihre  Stellungnahme  ein  und  betonte  darin,  ihre  Tochter  sei  in  Kinshasa  geboren. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

D­513/2009 liegt  in  casu  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  demnach endgültig.  1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerinnen  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  108 AsylG  sowie Art.  105 AsylG  i.V.m. Art.  37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde  ist  einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen  (Art. 3 AsylG). 2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7  AsylG). 3.  3.1.  Die  Vorinstanz  hielt  zur  Begründung  des  ablehnenden  Asylentscheides  im Wesentlichen  fest, vor dem Hintergrund der von der 

D­513/2009 Beschwerdeführerin  angeführten  Tätigkeiten  als  Vorstandsmitglied  der  Kirche  des  Pastors  E._______  könnten  von  ihr  sowohl  vertiefte  Kenntnisse  über  diese  kirchliche  Organisation  als  auch  detaillierte  Angaben zu  ihrer Tätigkeit  im Vorstand erwartet werden.  Ihre Angaben,  wonach  der  Pastor  alleine  festgenommen  worden  und  dieser  nie  in  politischer  Weise  tätig  gewesen  sei,  seien  jedoch  gemäss  gesicherten  Erkenntnissen  des  BFM  tatsachenwidrig.  Weiter  würden  auch  die  Darlegungen,  wonach  diese  von  ihr  unterstützte  kirchliche  Vereinigung  keinen  politischen  Zweig  besässe  beziehungsweise  die  Organisation  "(...)"  nur  religiöses  Gut  verbreite,  nicht  mit  den  Tatsachen  übereinstimmen. Der Beschwerdeführerin seien weder die Existenz noch  der  Name  des  politischen  Gegners  E._______  bekannt  und  sie  habe  auch  nicht  ansatzweise Auskunft  über  die  Ideologie  des Pastors  geben  können.  Auch  an  den  Namen  der  Internetseite  beziehungsweise  der  Internetadresse,  worin  sie  die  Nachrichten  im  Allgemeinen  sowie  die  Ankündigung über die Veranstaltung vom W._______ veröffentlicht habe,  habe  sie  sich  nicht  erinnern  können.  Zudem  seien  ihre  Ausführungen  dazu, wie sie die Kundgebungen  jeweils organisiert habe, nur vage und  undifferenziert ausgefallen. Im Weiteren  habe  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Befragung  im  C._______  explizit  dargelegt,  nicht  festgenommen worden  zu  sein. Erst  bei  der  direkten  Anhörung  habe  sie  erstmals  vorgebracht,  in  eine  Zelle  gebracht  worden  zu  sein,  aus  welcher  sie  mit  Hilfe  ihrer  Mutter  befreit  worden sei. Dieses verspätete Vorbringen sei jedoch als nachgeschoben  zu  werten.  Diese  Würdigung  werde  dadurch  verstärkt,  dass  ihr  nicht  bekannt sei, wo genau man sie festgehalten habe. Ebenso sei sie nicht in  der  Lage  gewesen,  über  die  näheren  Umstände  ihrer  Befreiung  durch  ihre  Mutter  zu  berichten.  Auf  Vorhalt  habe  die  Beschwerdeführerin  lediglich erklärt, sie habe nicht viel Zeit gehabt, mit  ihrer Mutter darüber  zu sprechen. Es sei  jedoch als realitätsfremd zu erachten, dass sie sich  mit ihrer Mutter nicht über diesen wesentlichen Punkt ausgetauscht hätte.  Zudem  seien  bekanntlich  auch  kongolesische  Sicherheitsanstalten  gesichert,  weshalb  sich  eine  Flucht  nicht  derart  reibungslos  hätte  bewerkstelligen  lassen,  wie  die  Beschwerdeführerin  dies  geschildert  habe. Sodann habe sie sich auch hinsichtlich des Beginns der Probleme  mit den Behörden, der entstandenen Schwierigkeiten für  ihre Mutter und  den Umständen  ihrer Ausreise  in widersprüchliche, unsubstanziierte und  realitätsfremde Angaben verwickelt.

D­513/2009 3.2. Demgegenüber  wendet  die  Beschwerdeführerin  A._______  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  im  Wesentlichen  ein,  hinsichtlich  des  Vorhalts  widersprüchlicher  Aussagen  sei  festzuhalten,  dass  sie  schon  anlässlich  der  zweiten  Anhörung  erklärt  habe,  im  ersten  Interview  nur  auf  die  ihr  gestellten Fragen geantwortet  zu haben. Überdies habe es  sich bei  der  Erstbefragung nur um ein kurzes Interview gehandelt. Weiter bestreite das BFM die Existenz der Kirche des Pastors E._______  nicht,  welche  auch  als  Opposition  des  herrschenden  Regimes  in  der  Demokratischen  Republik  Kongo  gelte.  Wie  aus  dem  Bericht  der  Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 17. September 2007, Update  Demokratische  Republik  Kongo,  entnommen  werden  könne,  sei  die  Korruption  in  ihrem  Land  notorisch,  da  das  Personal  unterbezahlt  und  Löhne  zeitweise  monatelang  nicht  ausbezahlt  würden.  So  sei  es  nachvollziehbar,  dass  man  sie  aufgrund  einer  Geldzahlung  aus  dem  Gefängnis entlassen habe. Da  ihre  Aussagen  als  glaubhaft  anzusehen  seien  und  sie  sich  für  die  Kirche  des  Pastors  E._______  eingesetzt  habe,  müsse  sie  bei  einer  Rückkehr mit erneuter Verhaftung und willkürlicher Justiz rechnen. 3.3.  In  ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2009 hielt die Vorinstanz an  ihren Erwägungen fest und führte ergänzend an, die Beschwerdeführerin  habe  ohne  plausiblen  Grund  erst  auf  Beschwerdestufe  Beweismittel  eingereicht.  Dieser  Umstand  lasse  bereits  Zweifel  an  deren  Echtheit  entstehen.  Es  sei  notorisch,  dass  Bestätigungsschreiben  und  Mitgliederkarten  im  Heimatland  der  Beschwerdeführerin  käuflich  erwerbbar  seien.  Der  zu  den  Akten  gereichte  Zeitungsartikel,  welcher  einige Orthographiefehler aufweise,  liege  lediglich  in Kopie vor, weshalb  er nicht als taugliches Beweismittel erachtet werden könne. 3.4.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  8.  April  2009  hielt  die  Beschwerdeführerin  daran  fest,  dass  sie  ihre  Asylvorbringen  in  den  beiden  Interviews  glaubhaft  dargestellt  habe. Da  sie  keine Beweismittel  auf  sich  getragen  habe,  habe  sie  sich  nicht  vorstellen  können,  solche  zusätzlichen  Beweismittel  zu  benötigen.  Erst  nach  Erhalt  des  ablehnenden  Asylentscheides  habe  sie  sich  um  die  Beschaffung  von  Beweismitteln  bemüht.  Es  sei  notorisch,  dass  in  der  Demokratischen  Republik Kongo alles gekauft werden könne. Es sei sogar möglich, echt  gefälschte  Pässe  von  den  Behörden  gegen  das  nötige  Entgelt  zu  erhalten.  Da  sie  Mitglied  bei  der  "(...)"  gewesen  sei,  sei  ihre 

D­513/2009 Mitgliederkarte  echt  und mehr  könne  sie  dazu  nicht  sagen.  Die  von  ihr  eingereichte  Zeitung  sei  ein  Original  und  nicht  eine  Kopie,  zumal  "G._______"  mit  diesem  Papier  in  diesem  Format  erscheine,  weshalb  nicht von einer Kopie gesprochen werden könne. 3.5.  Nach  Würdigung  der  Akten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  zur  fehlenden  Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin zutreffen und die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  der  Stellungnahme  vom  8.  April 2009 nicht geeignet sind, sie als glaubhaft erscheinen zu lassen. So  hat  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  Gründe,  weshalb  aufgrund  der  Aktenlage  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  als  realitätsfremd,  substanzarm  und  tatsachenwidrig,  somit  als  unglaubhaft  zu  erachten  sind,  in  schlüssiger  und  einlässlicher  Weise  aufgezeigt,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann. Die  Beschwerdeführerin  macht  in  ihrer  Beschwerdeschrift  zum  Vorhalt  widersprüchlicher  Angaben  geltend,  sie  habe  schon  anlässlich  der  zweiten  Anhörung  erklärt,  im  ersten  Interview  nur  auf  die  ihr  gestellten  Fragen  geantwortet  zu  haben.  Überdies  habe  es  sich  bei  der  Erstbefragung  nur  um  ein  kurzes  Interview  gehandelt.  Die  Beschwerdeführerin  geht  recht  in  der  Annahme,  wonach  dem  im  C._______ erstellten Protokoll angesichts des summarischen Charakters  nur ein beschränkter Beweiswert zukommt, weshalb Widersprüche für die  Beurteilung der Glaubwürdigkeit nur dann herangezogen werden dürfen,  wenn klare Aussagen in der Empfangsstelle in wesentlichen Punkten der  Asylbegründung  von  den  späteren  Aussagen  in  der  Anhörung  beim  Kanton  oder  beim  BFM  diametral  abweichen,  oder  wenn  bestimmte  Ereignisse  oder  Befürchtungen,  welche  später  als  zentrale  Asylgründe  genannt  werden,  nicht  bereits  in  der  Empfangsstelle  zumindest  ansatzweise erwähnt werden  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1993  Nr.  3).  Vorliegend  hat  das Bundesamt  in  seiner  Verfügung  vom 23. Dezember  2008  dem  Empfangsstellenprotokoll  indessen  keine  unrechtmässige  Bedeutung  beigemessen,  zumal  aus  der  in  der  direkten  Anhörung  aufgeführten zentralen Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie von  den Soldaten  festgenommen und  inhaftiert worden sei,  die Vorinstanz –  zu  Recht  –  markante  und  wesentliche  Widersprüche  gegenüber  der  Erstbefragung im C._______ ableitete.

D­513/2009 Es  gelingt  der  Beschwerdeführerin  mit  dem  alleinigen  Hinweis  auf  die  notorische  Korruption  in  ihrer  Heimat  nicht,  die  diversen  im  Zusammenhang  mit  der  Inhaftierung  und  der  Flucht  stehenden  Ungereimtheiten plausibel aufzulösen. Weiter  vermögen  die  auf  Beschwerdeebene  gemachten  wiederholten  Hinweise  auf  die Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  nicht zu überzeugen, zumal sich diese Einschätzung durch die fraglichen  Protokollstellen  nicht  erhärten  lässt,  lassen diese doch effektiv  teilweise  jeglichen  persönlichen  Bezug  zu  tatsächlichen  Begebenheiten  und  Realkennzeichen (so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies  assoziatives  Erzählen,  Interaktionsschilderung  sowie  inhaltliche  Besonderheiten)  vermissen  und  erweisen  sich  in  wesentlichen  Punkten  als tatsachenwidrig und substanzlos. Auch  die  von  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens eingereichten Beweismittel sind nicht geeignet, an  dieser  Erkenntnis  etwas  zu  ändern.  Soweit  diese  die  blosse  Mitgliedschaft  der  Beschwerdeführerin  zur  "(...)"  bestätigen  (Nennung  Beweismittel),  so  vermögen  sie  eine  aus  der  erwähnten  Mitgliedschaft  angeblich  entstandene  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  weder  nachzuweisen noch glaubhaft zu machen, zumal auch die Vorinstanz die  blosse  Mitgliedschaft  als  solche  im  angefochtenen  Entscheid  nicht  in  Frage  stellte,  sondern  die  von  der  Beschwerdeführerin  angegebene  Funktion  innerhalb  der  "(...)"  sowie  die  daraus  angeblich  entstandenen  Nachteile als unplausibel erachtete. Hinsichtlich der Bestätigung der "(...)"  vom  (...)  ist  anzuführen,  dass  deren  Inhalt  im  Widerspruch  zu  den  Ausführungen der Beschwerdeführerin steht und daher keine Beweiskraft  zu entfalten vermag. So wird in der Bestätigung angeführt, sie werde seit  dem  W._______  von  der  "Justiz"  gesucht.  Gemäss  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  soll  sie  jedoch  an  diesem  Datum  von  den  Sicherheitskräften  verhaftet  worden  sein,  weshalb  nicht  ersichtlich  ist,  weshalb sie dennoch gesucht worden sein soll. Das Gleiche hat für den in  der  Zeitung  "G._______"  über  die  Beschwerdeführerin  erschienenen  Artikel  zu  gelten  –  unbesehen  des  Umstandes,  dass  sich  dieses  angebliche  Original  entgegen  der  anderslautenden  Ansicht  der  Beschwerdeführerin als leicht manipulierbare Kopie mit unterschiedlichen  Schriftbildern  darstellt.  Ergänzend  ist  anzuführen,  dass  mangels  Nachweises der  Identität der Beschwerdeführerin nicht erkennbar  ist, ob  sich die eingereichten Beweismittel überhaupt auf sie beziehen. 

D­513/2009 3.6. Bei dieser Sachlage und  in Würdigung der gesamten Umstände  ist  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Voraussetzungen  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  Die  Vorinstanz  hat  daher die Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  der  Eingabe  vom 8. April 2009 näher einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts  zu ändern vermögen. 4.  4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 4.2.  Die  Beschwerdeführerinnen  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE  2008/34  E.  9.2  S.  510, EMARK 2001 Nr. 21). 5.  5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 5.2.  5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Niemand darf  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen  werden,  in  dem  sein  Leib,  sein  Leben  oder  seine  Freiheit  aus  einem  Grund nach Art.  3 Abs. 1 AsylG gefährdet  sind oder  in dem die Gefahr  besteht, zur Ausreise  in ein solches Land gezwungen zu werden  (Art. 5  Abs. 1 AsylG).

D­513/2009 Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art.  3  der Konvention  zum Schutze  der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5  AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  ihr Heimatland dort mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  sie  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung  Folter  oder  unmenschli­che  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  ge­gen  Italien,  Urteil  vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127, mit weiteren Hinweisen), was  ihr unter Hinweis auf die vor­stehenden Erwägungen nicht gelungen  ist.  Auch die allgemeine Men­schenrechtssituation in Kongo (Kinshasa) lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.3.  5.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und Ausländer  unzumutbar  sein, wenn  sie  im Heimatland  aufgrund  von   Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizini­ scher  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung 

D­513/2009 festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 5.3.2. Hinsichtlich  der  allgemeinen  Situation  in  Kongo  (Kinshasa)  kann  auf die detaillierte, noch von der Schweizerischen Asylrekurskommission  (ARK) in EMARK 2004 Nr. 33 publizierte Lageanalyse verwiesen werden,  die das Bundesverwaltungsgericht  als  im Wesentlichen weiterhin  zutref­ fend erachtet. Namentlich geht es davon aus, dass  in Kongo (Kinshasa)  keine  landesweite  Bürgerkriegssituation  oder  Situation  allgemeiner  Gewalt herrscht. Ende März 2007 kam es im Westen des Landes und in  der Hauptstadt Kinshasa zwischen der  regulären kongolesischen Armee  und  der  Garde  von  Ex­Rebellenchef  Jean­Pierre  Bemba  zu  blutigen  Auseinandersetzungen.  Nach  der  Niederlage  von  Bemba  und  dessen  Reise  ins Exil nach Portugal beruhigte sich die Lage.  In Kinshasa  ist es  zu keinen grösseren Gewaltausbrüchen mehr gekommen, und es kann in  Bezug  auf  den Westen  des  Landes  und  die  Hauptstadt  Kinshasa  nicht  generell  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt gesprochen werden.  5.3.3. Die Rückkehr von Personen aus Kongo (Kinshasa) kann indes nur  unter bestimmten, eingeschränkten Umständen als zumutbar bezeichnet  werden,  nämlich  dann,  wenn  sich  der  letzte  Wohnsitz  der  betroffenen  Person  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  oder  in  einer  anderen,  über  einen  Flughafen verfügenden Stadt  im Westen des Landes befand, oder wenn  die  Person  in  einer  dieser  Städte  über  ein  gefestigtes  Beziehungsnetz  verfügt.  Trotz  Vorliegens  dieser  Kriterien  erscheint  der  Vollzug  der  Wegweisung  jedoch  nach  Prüfung  und  Abwägung  der  individuellen  Umstände  in aller Regel als nicht zumutbar, wenn die zurückzuführende  Person (kleine) Kinder bei sich hat, für mehrere Kinder verantwortlich ist,  sich  in einem  fortgeschrittenen Alter befindet, oder wenn es sich bei  ihr  um  eine  alleinstehende,  über  kein  soziales  oder  familiäres  Netz  verfügende Frau handelt (vgl. EMARK 2004 Nr. 33). 5.3.4. Die Beschwerdeführerin stammt eigenen Angaben zufolge aus der  Hauptstadt Kinshasa, wo sie seit  ihrer Geburt wohnhaft war, die Schule  besuchte,  erwerbstätig  war  und  nach  wie  vor  über  nahe  Familienangehörige  verfügt.  Gemäss  ihren  Aussagen  habe  sie  als  (...)  und – zusammen mit ihrer Mutter – als (...) gearbeitet (vgl. A1/9, S. 1 ff.).  Den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter habe sie durch die eigene  Erwerbstätigkeit  und  die  Hilfe  ihrer  Mutter  bestritten  (vgl.  A9/17,  S. 4). 

D­513/2009 Zudem  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  Kontakt  zu  Personen  in  ihrem  Heimatland  hat,  war  sie  doch  in  der  Lage,  während  des  hängigen  Beschwerdeverfahrens  Beweismittel  aus  Kongo  (Kinshasa)  zu  beschaffen. Bei einer Gesamtwürdigung der aktuellen Situation bestehen  keine  Hinweise  darauf,  dass  sie  dort  einer  konkreten  Gefährdung  im  Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt sein könnte. Es ist ihr zumutbar,  sich  erneut  in  ihrem  Heimatland  niederzulassen  und  dort  eine  neue  Existenz  aufzubauen,  da  sie  dort  über  eine  familiäres  Beziehungsnetz  verfügt.  In  diesem  Zusammenhang  ist  auf  die  Möglichkeit  der  Beantragung von Rückkehrhilfe durch die Schweiz zu verweisen, die der  Beschwerdeführerin  den  Wiedereinstieg  in  ihrer  Heimat  erleichtern  könnte (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom  11.  August  1999  über  Finanzierungsfragen  [AsylV  2,  SR  142.312]).  Sodann  sind  keine  weiteren  persönlichen  Gründe  ersichtlich,  aufgrund  derer  unter  Umständen  geschlossen  werden  könnte,  die  Beschwerdeführerin  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  zumal  keine  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  aktenkundig  sind.  Überdies  sind  keine  Gründe  ersichtlich, die unter Berücksichtigung der Aspekte des Kindeswohls (vgl.  BVGE 2009/51 E. 5.6 S. 749, BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367  f.)  gegen  einen Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführerinnen  sprechen.  Die –  soweit bekannt – gesunde Tochter B._______, die bis zur Ankunft in der  Schweiz während rund (...) Jahren in ihrem Heimatland lebte, ist bald (...)  Jahre alt und gehört damit nicht mehr zur Kategorie der Kleinkinder,  für  die  ein  Wegweisungsvollzug  nach  Kongo  (Kinshasa)  allenfalls  unzumutbar  sein  könnte.  Zusammenfassend  erweist  sich  der  Wegweisungsvollzug somit als zumutbar. 5.4. Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi­ gen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG;  vgl.  auch  BVGE  2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als  möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.5.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4  AuG).

D­513/2009 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer­ de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese ersuchte  um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art.  65  Abs.  1  VwVG.  Danach  kann  die  Beschwerdeinstanz  eine  bedürftige  Partei, deren Begehren nicht aussichtslos erscheinen, auf Gesuch davon  befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen.  Es  ist  von  der  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerinnen  auszugehen.  Auch  können  die  Begehren  der  Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  ist somit gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten  aufzuerlegen sind. (Dispositiv nächste Seite)

D­513/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-513/2009 — Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 D-513/2009 — Swissrulings