Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 14.09.2011 D-4974/2011

14. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,305 Wörter·~7 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4974/2011/sed Urteil   v om   1 4 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A.______, sowie deren Kinder  B.______, C.______, D.______, E.______, und F.______, Irak, vertreten durch lic. iur. Mario Amato, Soccorso operaio svizzero SOS Ticino,  (..), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­Verfahren); Verfügung des BFM vom 2. September 2011 / (…).

D­4974/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, I. dass die Beschwerdeführenden am (…) erstmals in der Schweiz um Asyl  nachgesucht hatten, dass das BFM mit Verfügung vom (…) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2  Bst.  d des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien  verfügte,  die Beschwerdeführenden aufforderte,  die Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  G._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  und  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  den  Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Beschwerdeführerin  (Mutter)  habe  ausgesagt,  sich  zusammen  mit  den  Kindern  in  Italien  aufgehalten  zu  haben,  wo  ihr  von  der  Polizei  die  Fingerabdrücke abgenommen worden seien, dass zudem ein Eurodac­Treffer vom (…) in Italien vorliege, dass  Italien  für  die Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  sei  und  das  BFM  am  (…)  ein  Ersuchen  um  Übernahme  der  Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  an  Italien  gestellt  habe, auf welches bis zum (…) keine Antwort Italiens eingegangen sei, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  (…)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  in  der  Hauptsache  beantragen  liessen,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben und das Amt  sei  anzuweisen,  sein Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben und sich für die Asylgesuche als zuständig zu erachten,

D­4974/2011 dass  diese Beschwerde  in Bestätigung  des  vorinstanzlichen Entscheids  mit  Urteil  vom  (…)  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  abgewiesen  wurde, dass  die  Beschwerdeführenden  am  (…)  nach  Italien  zurückgeführt  wurden, II. dass die Beschwerdeführenden am 28. März 2011 erneut in der Schweiz  um Asyl  nachsuchten, wozu  die Beschwerdeführerin  am 31. März  2011  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ befragt wurde, dass  sie  dabei  erklärte,  sie  habe  dieselben  Asylgründe  wie  in  ihrem  ersten Asylverfahren in der Schweiz und sei nach der Rückkehr auf dem  Luftweg  nach  Italien  in  eine  Unterkunft  in  I._______  gebracht  worden,  deren  Verwalter  sie  drei  Tage  später  aufgefordert  habe,  diese  zu  verlassen, dass  sie  daraufhin  per  Bahn  nach  J._______  gefahren  seien,  wo  sie  zunächst auf der Strasse gelebt hätten, bevor sie von (…) aufgenommen  worden seien, dass  sie  nach  einem  (…)  Aufenthalt  in  J._______  zusammen  mit  den  Kindern in die Schweiz gereist sei, um mit ihrem Ehemann K._______ in  L._______ zusammenzuleben, dass  sie  gegen  eine  allfällige  Wegweisung  nach  Italien  einzuwenden  habe, sie möchte nicht dorthin zurückkehren, da ihre Kinder dort auf der  Strasse  landen würden und sie dort keinerlei Hilfe erhalten würden  (vgl.  Akten BFM B9/14 S. 11), dass  der  Beschwerdeführerin  ebenfalls  am  31. März  2011  im  EVZ  das  rechtliche  Gehör  betreffend  die  geltend  gemachte  Familieneinheit  mit  K._______ und zu  ihrem sinngemässen Ersuchen um Zuteilung an den  Kanton M._______ gewährt wurde, dass  für die weiteren Aussagen der Beschwerdeführerin,  soweit  für den  Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten zu verweisen ist,

D­4974/2011 dass das BFM die Beschwerdeführenden mit Verfügung vom (…) für die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  G._______  als  Aufenthaltsort  zuwies, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  am  selben  Tag  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  mit  Urteil  vom  (…)  abwies,  und  zur  Begründung  im Wesentlichen  ausführte,  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  werde  nicht  verletzt,  da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  sei,  die  geltend  gemachte  Ehe  beziehungsweise  eine  eheähnliche  Gemeinschaft  mit  K._______  rechtsgenüglich  nachzuweisen, dass das BFM am (…) gestützt auf den Eurodac­Treffer vom (…) und die  Aussagen der Beschwerdeführerin  ein Ersuchen um Übernahme an die  italienischen  Behörden  stellte  (Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO),  welches bis zum Ablauf der Frist am (…) unbeantwortet blieb, dass  das  Bundesamt mit  Verfügung  vom  2. September  2011  –  eröffnet  am  (…)  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 28. März 2011 nicht eintrat,  die Wegweisung nach Italien verfügte, die Beschwerdeführenden – unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  G._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende  Wirkung,  und  den  Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  die  Beschwerdeführerin habe gemäss ihren Aussagen und den Informationen  der Eurodac­Datenbank am (…) in Italien ein Asylgesuch gestellt, dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  internationalen  Abkommen  (insbesondere  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen  (DAA),  SR 0.142.392.68]  und  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik 

D­4974/2011 Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  [Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32])  Italien  für  die  Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens zuständig sei, und  aufgrund des Ausbleibens einer Stellungnahme die Zuständigkeit gestützt  auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO auf Italien übergegangen sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung (Art. 19 f. Dublin­II­VO) – bis zum (…) zu erfolgen habe, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  ihr  am  31. März  2011  gewährten  rechtlichen  Gehörs  erklärt  habe,  sie  habe  die  Zuständigkeit  Italiens  für  das Dublin­Verfahren  verstanden, möchte  aber  nicht  dorthin  zurückkehren, da ihre Kinder dort auf der Strasse landen würden und sie  auch keinerlei Hilfe erhalten hätten, dass es sich dabei – so das BFM – nicht um  relevante Gründe handle,  die  einer  Rückkehr  nach  Italien  entgegenstünden,  zumal  dieser  Signatarstaat  des  Dublinabkommens  als  Rechtsstaat  die  Menschenrechte  und  das  Non­Refoulement­Gebot  respektiere  und  die  Beschwerdeführenden  dort  ohne  Weiteres  um  Schutz  nachsuchen  könnten, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Bestätigung  der  Zuteilungsverfügung  des  BFM  vom  (…)  die  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Familieneinheit  mit  (…)  K._______  verneint  habe,  weshalb  sich die Beschwerdeführenden nicht  auf dessen Aufenthaltsstatus in der  Schweiz zu berufen vermöchten, dass  der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Italien  zulässig,  zumutbar  und  möglich  sei,  wobei  insbesondere  weder  die  dort  herrschende  Situation  noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen  Staat sprechen würden, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  9. September  2011  (Datum Poststempel) gegen diese Verfügung durch ihren Rechtsvertreter  unter  Kosten  und  Entschädigungsfolge  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liessen,  die  angefochtene  Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die  Vorinstanz zurückzuweisen,

D­4974/2011 dass  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt  wurde,  es  sei  der  Beschwerde  die aufschiebende Wirkung zu gewähren und auf die die Erhebung eines  Kostenvorschusses zu verzichten, dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und –  soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist, dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  12. September  2011  beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorleigen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend  –  wie  nachfolgend 

D­4974/2011 aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass sich die vorinstanzlichen Erwägungen aufgrund der Überprüfung der  Akten  als  zutreffend  erweisen,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  in  Italien  unbestritten ist, dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  nicht  geantwortet haben und das BFM zu Recht feststellte, dass damit gestützt 

D­4974/2011 auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für das Asyl­ und  Wegweisungsverfahren auf Italien übergegangen sei, dass der  Inhalt der Beschwerde, welcher sich  im Wesentlichen auf eine  Wiederholung  der  Ausführungen  in  der  Beschwerde  vom  (…) –  namentlich unhaltbare Aufenthaltsbedingungen  für verletzliche Personen  in  Italien  –  beschränkt,  offensichtlich  zu  keiner  anderen  Einschätzung  führt, dass  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden   –  mit  Ausnahme  der  geltend  gemachten  Anwesenheit  des  Ehemannes  beziehungsweise  Kindsvaters in der Schweiz – derselbe Gegenstand beziehungsweise ein  gegenüber  dem  ersten,  rechtskräftig  abgeschlossenen  Asylverfahren  unveränderter Sachverhalt  zugrunde  liegt, welcher  einlässlich  gewürdigt  worden  ist,  und  mithin  die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  Beschwerde  letztlich  als  eine  appellatorische  Kritik  am  als  ungerecht  empfundenen  Urteil  vom  (…)  zu  erachten  sind,  weshalb  auf  diese  vorliegend nicht einzugehen ist, dass nach dem Gesagten die Zuständigkeit von Italien zur Durchführung  des Asylverfahrens der Beschwerdeführenden feststeht, dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen,  Italien  werde  sich  als  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot, halten, dass  die  Beschwerdeführerin  weder  im  Rahmen  des  ihr  gewährten  rechtlichen  Gehörs  noch  auf  Beschwerdeebene  hinreichend  bestimmte  Vorbehalte  gegen  eine  Rückkehr  nach  Italien  geltend machte,  weshalb  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  dass  die  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Italien  in  eine  existenzielle Notlage geraten würden, dass  sodann  zwar  eingewendet  wird,  der  angebliche  Ehemann  der  Beschwerdeführerin beziehungsweise Vater von deren Kindern habe sich  am  (…) zusammen mit  seiner Familie  in einem Labor  in N.______ zum  Nachweis der Vaterschaft einem DNA­Test unterzogen, dessen Ergebnis  demnächst vorliegen würde,

D­4974/2011 dass  das  Ergebnis  des  Testes  indes  nicht  abzuwarten  ist,  zumal  die  Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht bereits im ersten  Asylverfahren,  in  welchem  sie  vorgab,  verwitwet  zu  sein,  verpflichtet  gewesen wäre, ihre wahren familiären Verhältnisse offenzulegen, dass  im  vorliegenden  Asylverfahren  im  Zusammenhang  mit  der  Kantonszuteilung mit Urteil (…) des Bundesverwaltungsgerichts seit dem  (…)  rechtskräftig  feststeht,  dass  der  Beschwerdeführerin  der  Nachweis  der Ehe beziehungsweise eheähnlichen Gemeinschaft misslungen ist und  es  ihr  deshalb  zuzumuten  gewesen  wäre,  diesen  beziehungsweise  die  geltend gemachte Vaterschaft ohne Verzug mit geeigneten Beweismitteln  zu erbringen, dass  in  diesem  Zusammenhang  auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  wie  auch  in  der  Verfügung  vom  2. September  2011  zu  verweisen ist, welche sich nach der Überprüfung der Akten ebenfalls als  zutreffend erweisen, das  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden    und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und  Flüchtlingen annehmen, dass in Italien ein rechtsstaatlich konformes Verfahren zur Prüfung des  Asylgesuchs und der Wegeisung garantiert ist, dass  nach  dem  Gesagten  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  dass  die  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten würden, dass somit das BFM keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt (Art. 3  Abs. 2 Dublin­II­VO) gehabt hat, dass  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  und  Folgerungen  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann und die Entgegnungen  in  der  Beschwerde  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  offenkundig  nicht  durchzudringen vermögen, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG  auf  die  erneuten  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist,

D­4974/2011 dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt –  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG  steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der  Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  –  wie  oben  erwähnt – regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge)  des Nichteintretensentscheids und demnach hier nicht mehr zu prüfen ist, dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem Dublin­Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4  des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung  –  soweit  notwendig  –  vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden muss (vgl. vorstehende Erwägungen), dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils ohne vorgängige Instruktion  die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos  werden,  weshalb  darüber  nicht  mehr zu befinden ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4974/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand:

D-4974/2011 — Bundesverwaltungsgericht 14.09.2011 D-4974/2011 — Swissrulings