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Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-463/2012

21. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,452 Wörter·~7 min·3

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­463/2012 Urteil   v om   2 1 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , und B._______, geboren am … , sowie die Kinder  C._______, geboren am … , D._______, geboren am …,  E._______, geboren am …, und  F._______, geboren am …, Kosovo,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 28. Dezember 2011 / N … .

D­463/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige des Kosovo, welche  ursprünglich aus X._______ stammen und der ethnischen Minderheit der  albanisch­sprachigen Roma angehören – am 2. Mai 2006 ein erstes Mal  in der Schweiz um Asyl nachsuchten,  dass  sie  damals  geltend  machten,  sie  hätten  im  Juli  1999  an  ihrem  Wohnort  in X._______ Nachstellungen von albanischer Seite  respektive  von Mitgliedern der UÇK erlitten und  zudem  ihr Haus an einen Albaner  verloren,  dass  sie  namentlich  angaben,  sie  hätten  den  Kosovo  aufgrund  dieser  Ereignisse  nach  einem  kurzem  Aufenthalt  bei  den  Eltern  der  Beschwerdeführerin  in Y._______ in Richtung Serbien verlassen, wo sie  bis zum Frühjahr 2006 unter schwierigen Verhältnissen in Belgrad gelebt  hätten,  dass sie von Belgrad nach einem kurzen Aufenthalt in Montenegro in die  Schweiz  gekommen  seien,  da  der  Beschwerdeführer  im  Kosovo  auch  später noch von den Albanern gesucht worden sei,  dass  das  BFM  über  das  damalige  Schweizerische  Verbindungsbüro  im  Kosovo  Abklärungen  veranlasste,  wozu  sich  die  Beschwerdeführenden  anschliessend äussern konnten (vgl. act. A24 und A25),  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  November  2008  das  erste  Asylgesuch der Beschwerdeführenden ablehnte und deren Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  in  den  Kosovo  anordnete,  dass  dieser  Entscheid  –  auf  Beschwerde  hin  –  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts D­8249/2008 vom 10. Februar 2011 bestätigt  wurde,  wobei  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  in  den  Kosovo  mangels  tragfähigem  Beziehungsnetz  zwar  als  fraglich  bezeichnet, nach Serbien jedoch als zumutbar erklärt wurde, da sich die  Beschwerdeführenden  ihren  Angaben  zufolge  längere  Zeit  in  Belgrad  aufgehalten  hätten  und  ihren  Angaben  zufolge  auch  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin dort wohnhaft seien (vgl. a.a.O., E. 6.2.2 und 6.2.3),  dass  die  Beschwerdeführenden  am  24.  März  2011  mit  einem  Wiedererwägungsgesuch  ans  BFM  gelangten  und  unter  anderem 

D­463/2012 vorbrachten,  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  würden  doch  nicht  in  Serbien, sondern im Kosovo leben, dass  das Wiedererwägungsgesuch  vom Bundesamt mit Verfügung  vom  20. April 2011 abgelehnt wurde,  dass die Beschwerdeführenden bereits am Tag darauf beim BFM von der  zuständigen kantonalen Behörde als  verschwunden abgemeldet wurden  (vgl. "Vollzugs­ und Erledigungsmeldung" vom 21. April 2011),  dass die Beschwerdeführenden am 22. August  2011 ein  zweites Mal  in  der Schweiz um Asyl nachsuchten, worauf sowohl der Beschwerdeführer  und die Beschwerdeführerin als auch  ihre älteste Tochter vom BFM am  31.  August  2011  summarisch  befragt  und  am  19.  Dezember  2011  einlässlich zu ihren Gesuchsgründen angehört wurden,  dass  sie  dabei  vorbrachten,  sie  seien am 23. März  2011  selbständig  in  den  Kosovo  zurückgekehrt  und  sie  hätten  sich  vom  25. März  2011  bis  zum  18. August  2011  abwechselnd  bei  den  Eltern  der  Beschwerdeführerin  in  Y._______  (  …  )  und  bei  der  Schwester  des  Beschwerdeführers in Z._______ ( … ) aufgehalten,  dass  sie  namentlich  geltend  machten,  sie  seien  selbständig  in  den  Kosovo  zurückgekehrt,  da  sich  der  Beschwerdeführer  vor  der  Kosovo­ Polizei  fürchte,  und  sie  hätten  ihre Heimat  am  19.  August  2011 wieder  verlassen, da er während ihres Aufenthalts im Kosovo mehrfach von den  Albanern  gesucht  worden  sei,  nachdem  er  1999  für  die  Serben  gezwungenermassen Hilfsdienste verrichtet habe (angeblich albanisches  Eigentum plündern und Leichen respektive Leichenteile verladen),  dass sie dabei als Beweismittel – neben einer Verschwundenenliste aus  dem Jahre 1999 –  insbesondere eine Bestätigung des Roma­Vertreters  von  Y._______  vom  29.  Juli  2011  vorlegten,  im  welcher  ausgeführt  wurde, die Beschwerdeführenden, welche kurze Zeit in Y._______ gelebt  hätten,  könnten  nicht  an  ihren  ursprünglichen  Wohnort  in  X._______  zurückkehren,  da  sie  dort  als  Roma  nicht  mehr  willkommen  seien  und  wegen eines Streites mit einem Nachbarn nicht mehr frei leben könnten,  dass  sie  daneben  unter  Vorlage  von  Flüchtlingsausweisen  vorbrachten,  entgegen  ihren  früheren  Angaben  seien  sie  vor  ihrer  ersten  Einreise  in  die Schweiz nicht  in Serbien gewesen, sondern sie hätten sich ab 1999  als  Flüchtlinge  in  Mazedonien  aufgehalten,  wo  sie  in  …  [einem 

D­463/2012 überwiegend von Roma bewohnter Teil von Skopije] gelebt hätten, bis sie  das  Land  2006  wegen  ungenügender  finanzieller  Unterstützung  durch  das UNHCR in Richtung der Schweiz verlassen hätten, dass  das  Bundesamt  über  die  Schweizerische  Botschaft  im  Kosovo  nochmals  Abklärungen  vornehmen  liess,  worauf  sich  Widersprüche  zu  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  ergaben  (vgl.  C16­C18  bzw.  C23­C25),  wozu  die  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  der  Anhörung  vom 19. Dezember 2011 Stellung nehmen konnten, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  28.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  30. Dezember  2011  –  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  ablehnte  und  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug in den Kosovo anordnete,  dass  es  dabei  die  Vorbringen  über  angeblich  1999  vom  Beschwerdeführer  erzwungene Hilfsdienste  für  die Serben aufgrund der  Akten  als  offenkundig  nachgeschoben  erklärte,  womit  den  Vorbringen  über angeblich  im Sommer 2011 erlittene Nachstellungen die Grundlage  entzogen sei,  dass es gleichzeitig festhielt, die als Beweismittel vorgelegte Bestätigung  vom  29.  Juli  2011  sei  aufgrund  der  Abklärungsergebnisse  der  Schweizerischen Botschaft  im Kosovo als blosses Gefälligkeitsschreiben  zu erkennen, woraus sich die behauptete Gefährdungslage nicht ableiten  lasse,  dass  es  schliesslich  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  über  ein  angeblich andauerndes versteckt halten im Kosovo während des ganzen  Sommers 2011 als nicht nachvollziehbar erklärte,  dass das Bundesamt vor diesem Hintergrund die Gesuchsvorbringen als  insgesamt unglaubhaft erkannte,  dass es im Anschluss daran den Wegweisungsvollzug in den Kosovo als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erklärte,  wobei  es  auf  die  dort  vorhandenen  persönlichen  Anknüpfungspunkte  der  Beschwerdeführenden  verwies  (in  der  Person  der  Eltern  …  [und  vier  Geschwistern]  der  Beschwerdeführerin  sowie  zweier  …  [Geschwister]  des Beschwerdeführers), 

D­463/2012 dass die Beschwerdeführenden gegen diesen Entscheid am 25.  Januar  2012 Beschwerde einreichten, wobei sie  in  ihrer Eingabe die Aufhebung  der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  und  die  Anordnung  einer  vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragten,  dass  sie  gleichzeitig  unter  Vorlage  einer  aktuellen  Fürsorgebestätigung  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  und  um  Befreiung  von  der  Kostenvorschusspflicht ersuchten, dass  sie  in  ihrer  Eingabe  an  ihren  Gesuchsvorbringen  festhielten  und  namentlich geltend machten, nachdem sie  im März 2011  in den Kosovo  zurückgekehrt  seien,  sei  es  ihnen  nicht  gelungen,  dort  wieder  Fuss  zu  fassen,  sondern  sie  hätten  sich  entweder  beim  Vater  der  Beschwerdeführerin  oder  bei  der  Schwester  des  Beschwerdeführers  verstecken halten müssen, da von albanischer Seite – mutmasslich von  Leuten  ihres  albanischen  Nachbars,  mit  welchem  es  1999  Probleme  gegeben  habe  –  immer  wieder  nach  dem  Beschwerdeführer  gefragt  worden sei,  dass sie in diesem Zusammenhang an der Aussagekraft der vorgelegten  Bestätigung  vom  29.  Juli  2011  festhielten,  welche  ihnen  nach  persönlicher Vorsprache vom Roma­Präsidenten ausgestellt worden sei,  dass  sie  gleichzeitig  vorbrachten,  die  auch  heute  noch  aktuelle  Gefährdungslage  des  Beschwerdeführers  sei  darauf  zurückzuführen,  dass er  im März 1999 gezwungenermassen den Serben beim Plündern  von Häusern und dem Beseitigen von Leichen und Leichenteilen geholfen  habe,  dass  sie  daneben  auf  weitere  Ereignisse  im  Jahre  1999  verwiesen  (namentlich  auf  die  Verschleppung  des  Beschwerdeführers,  seiner  Mutter,  eines  Bruders  und  eines  Cousins  durch  die  UÇK,  eine  anschliessende Befreiung durch die KFOR und schliesslich ihre Ausreise  nach Mazedonien, wo sie als vom UNHCR registrierte Flüchtlinge gelebt  hätten),  dass  sie  den  vorinstanzlichen  Feststellungen  betreffend  die  Unglaubhaftigkeit  ihrer  Gesuchsvorbringen  entgegen  hielten,  bei  einer  Gesamtbeurteilung aller Elemente seien  ihre Schilderungen vielmehr als  glaubhaft  gemacht  zu  erkennen,  zumal  sie  im  vorliegenden  zweiten 

D­463/2012 Asylverfahren  – anders als noch im ersten Verfahren – durchwegs zutreffende Angaben  gemacht  hätten,  indem  sie  jetzt  beispielsweise  auch  ihren Aufenthalt  in  Mazedonien bestätigt hätten,  dass  sie  daran  anschliessend  die  Gefährdungslage  des  Beschwerdeführers  als  flüchtlingsrechtlich  relevant  und  in  der  Folge  namentlich  den  Wegweisungsvollzug  in  den  Kosovo  als  unzumutbar  erklärten,  da  sie  dort  nicht  nur  kein  gefestigtes  Beziehungsnetz  hätten,  sondern gerade auch  ihre Kinder keinen Bezug zu diesem Land hätten,  wie  vom  Bundesverwaltungsgericht  bereits  im  Urteil  D­8249/2008  vom  10. Februar 2011 festgehalten,  dass  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  2. Februar 2012 das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten – zufolge  Aussichtslosigkeit  der  Begehren  –  abgewiesen  und  gleichzeitig  ein  Kostenvorschusses  von  Fr.  600.–  einverlangt  wurde  (vgl.  dazu  Art.  65  Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]),   dass der einverlangte Kostenvorschuss am 2. Februar 2012  fristgerecht  zu Gunsten des Bundesverwaltungsgerichts eingezahlt wurde,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Partei  um  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 [BGG, SR 173.110]), dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 AsylG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­463/2012 dass  auf  die  frist­  und  formgerechte  Eingabe  der  legitimierten  Beschwerdeführenden einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52  Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG),  dass  die  vorliegende  Beschwerde  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt –  offensichtlich  unbegründet  ist,  weshalb  darüber  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  gleichzeitig  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art.  111a  Abs.  1  und  2  AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  anerkannt  wird,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  wo  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss, wobei unglaubhaft insbesondere Vorbringen sind,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  sich  massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel  stützen  (Art. 7  AsylG), dass  das  BFM  in  seinem  Entscheid  auf  massgebliche  Mängel  im  Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführenden verweist, welche von den  Beschwerdeführern  alleine  mit  dem  Festhalten  an  ihren  Gesuchsvorbringen weder erklärt noch ausgeräumt werden,  dass  gerade  die  beantragte  Gesamtbetrachtung  aller  Elemente  zu  Ungunsten  der  Beschwerdeführenden  ausfallen  muss,  zumal  sie  die  Asylbehörden bereits mehrfach getäuscht haben respektive zu  täuschen  versuchten und relevante Beweismittel von ihnen über Jahre unterdrückt  wurden (vgl. dazu die nun vorgelegten Flüchtlingsausweise von 1999),  dass die Vorbringen über angeblich vom Beschwerdeführer erzwungene  Hilfsdienste  für  die  Serben  im  Jahre  1999  aufgrund  der  Akten  als  offenkundig  nachgeschoben  zu  erkennen  sind,  zumal  diese  Vorbringen 

D­463/2012 nicht  nur  in  klarem  Widerspruch  zu  den  früheren  Ausführungen  der  Beschwerdeführenden  stehen,  sondern  auch  in  keiner  Weise  substanziiert sind,  dass  sich  auch  die  Vorbringen  über  angebliche  Nachstellungen  von  albanischer Seite im Sommer 2011 als völlig unsubstanziiert erweisen,  dass  vor  diesem  Hintergrund  die  Schilderungen  zu  den  angeblich  ausreiserelevanten Ereignisse als offensichtlich unglaubhaft zu erkennen  sind,  woran  auch  die  als  Beweismittel  vorgelegte  Bestätigung  aus  Y._______ vom 29. Juli 2011 nichts zu ändern vermag, zumal diese mit  dem BFM als blosses Gefälligkeitsschreiben zu erkennen ist,  dass  im  Resultat  keine  Hinweise  darauf  bestehen,  die  Beschwerdeführenden  wären  vor  ihrer  erneuten  Ausreise  aus  dem  Kosovo konkreten Nachstellungen aus den von ihnen geltend gemachten  Gründen  ausgesetzt  gewesen,  sondern  aufgrund  ihrer  Ausführungen  vielmehr  zu  schliessen  ist,  sie  hätten  sich  im  Sommer  2011  ohne  nennenswerte  Probleme  bei  ihren  Verwandten  in  Y._______  und  in  Z._______ aufgehalten,  dass  es  den  Beschwerdeführenden  damit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, weshalb die Ablehnung ihrer Asylgesuche zu bestätigen ist, dass  nach  der  Ablehnung  der  Asylgesuche  die  Anordnung  der  Wegweisung  aus  der  Schweiz  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  ebenfalls  zu  bestätigen  ist  (vgl.  Art. 44 Abs. 1  AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass in der Folge zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der  Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von  Ausländern anzuordnen hat, wenn sich der Wegweisungsvollzug als nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  erweist  (vgl.  dazu  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]), dass  in  diesem  Zusammenhang  anzumerken  ist,  dass  bezüglich  der  Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen nach Praxis des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  Vollzugshindernisse  sind  zu 

D­463/2012 beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  dazu  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Basel  2009, Rz. 11.148), dass  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher  Weise  gegen  den  vom  BFM  angeordneten  Wegweisungsvollzug  sprechen, mithin  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  sowohl  von der Zulässigkeit  als  auch Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des  Vollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG), dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist (Art. 83  Abs.  3  AuG),  da  weder  Hinweise  auf  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung  im  Kosovo  bestehen  noch  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung (im Sinne von Art. 3 der Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]) ersichtlich sind, dass in der Folge auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  auszugehen  ist  (Art.  83  Abs.  4  AuG),  da  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  keine  individuellen  Vollzugshindernisse  zu  erblicken sind,  dass  das  Vorbringen  betreffend  das  angebliche  Fehlen  eines  Beziehungsnetzes  im  Kosovo  nicht  überzeugen  kann,  da  sowohl  in  Y._______  (mit  den  Eltern  und  mehreren  Geschwistern  der  Beschwerdeführerin) als auch in Z._______ (in der Person der Schwester  des  Beschwerdeführers)  konkrete  persönlichen  Anknüpfungspunkte  vorhanden sind,  dass  namentlich  eine  Rückkehr  nach  Y._______  als  zumutbar  zu  erkennen  ist,  wo  der  Vater  der  Beschwerdeführerin  im  letzten  Sommer  mit  dem Bau  eines  neuen Hauses  beschäftigt  gewesen  sei  und wo  die  Angehörigen der ethnischen Minderheit der Roma gemäss den Aussagen  des  örtlichen  Roma­Vertreters  keine  Probleme  mit  der  albanischen  Bevölkerungsmehrheit haben,  dass  von  den  Beschwerdeführenden  zwar  vorgebracht  wird,  sie  hätten  sich  von  1999  bis  2006  doch  nicht  in  Belgrad,  sondern  vielmehr  in  Mazedonien aufgehalten, wobei sie gleichzeitig auf die Erwägungen zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  im  Urteil  D­

D­463/2012 8249/2008  vom  10.  Februar  2011  verweisen,  ihre  diesbezügliche  Argumentationskette  gegen  eine  Rückkehr  in  den  Kosovo  jedoch  nicht  verfangen kann, dass  es  zum  einen  nicht  angeht,  dass  Asylsuchende  ein  zweites  Asylverfahren anstrengen, um ihre bewusst falschen Aussagen aus dem  ersten  Verfahren  zu  korrigieren,  um  auf  diese  Weise  zu  einer  neuen  respektive für sie günstigeren Beurteilung ihrer Situation zu gelangen, dass von den Beschwerdeführenden zum andern verkannt wird, dass den  vormaligen  Erwägungen  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzug  keine  Relevanz  mehr  zukommen  kann,  da  sie  mittlerweile  aufgezeigt  haben,  dass  sie  im  Kosovo  –  anders  als  früher  geltend  gemacht  –  nach  wie  vor  über  konkrete  persönliche  Anknüpfungspunkte verfügen,  dass  nach  dem  Gesagten  zu  schliessen  ist,  die  Beschwerdeführenden  könnten  sich  im  Kosovo  –  mit  der  Unterstützung  ihres  breiten  verwandtschaftlichen  Beziehungsnetzes  sowohl  dort  als  auch  in  der  Schweiz und in Deutschland – eine neue Existenz aufbauen, womit kein  Anlass zur Annahme besteht, sie würden durch den Wegweisungsvollzug  einer existenzgefährdenden Situation ausgesetzt,  dass  die  Beschwerdeführenden  im  Übrigen  auf  die  Möglichkeit  der  Ausrichtung  von  Rückkehrhilfe  zu  verweisen  sind,  zumal  sie  soweit  ersichtlich  noch  nie  mit  einem  entsprechenden  Ersuchen  an  das  BFM  gelangt  sind  (vgl.  dazu  Art.  93  Abs.  1  AsylG  i.V.m.  Art.  62  ff.  Asylverordnung 2  vom  11. August  1999  über  Finanzierungsfragen  [AsylV 2, SR 142.312]) ,  dass  schliesslich  auch  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  auszugehen  ist  (Art.  83  Abs.  2  AuG),  da  keine  technischen  Vollzugshindernisse bestehen und die Beschwerdeführenden verpflichtet  sind,  an der Beschaffung  von Reisepapieren mitzuwirken  (Art.  8 Abs.  4  AsylG),  dass nach dem Gesagten die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu  bestätigen  ist,  womit  die  beantragte  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme in der Schweiz ausser Betracht fallen muss, 

D­463/2012 dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet im vereinfachten Verfahren abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens den Beschwerdeführenden die  Kosten des Verfahrens aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]),  dass  die  Kosten  –  welche  auf  Fr.  600.–  anzusetzen  sind  –  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  vollständig  gedeckt  und  mit  diesem  zu  verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite)

D­463/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Die  Kosten  sind  durch  den  geleisteten  Vorschuss  vollständig  gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand:

D-463/2012 — Bundesverwaltungsgericht 21.02.2012 D-463/2012 — Swissrulings