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Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 D-4564/2011

24. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,389 Wörter·~7 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. August 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4564/2011/sed Urteil   v om   2 4 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A.______, Komoren, vertreten durch Melanie Aebli, MLaw, Freiplatzaktion Zürich,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. August 2011 / (…).

D­4564/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer erstmals am  (…)  in der Schweiz um Asyl  nachsuchte, dass  er  zur  Begründung  geltend  machte,  er  sei  komorischer  Staatsangehöriger  islamischer Religionszugehörigkeit aus B._______,  wo  er  bis  zur  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  am  (…)  ansässig  gewesen sei, dass  er  wegen  seiner  Homosexualität  in  seinem  islamisch  geprägten  Heimatstaat  auf  Ablehnung  gestossen  sei  und  diesen  mangels  Unterkunft  und  Arbeit  in  Richtung C._______  verlassen  habe,  um  zu  arbeiten,  und  schliesslich  von  dort  im  Jahr  (…)  in  die  Schweiz  weitergereist  sei,  wo  er  in  der  Folge  einer  Erwerbstätigkeit  nachgegangen sei, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  (…)  in  Anwendung  von  Art. 33  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie deren Vollzug anordnete, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  dagegen  am  (…)  erhobene  Beschwerde mit Urteil vom (…) abwies, dass dem Beschwerdeführer daraufhin durch das BFM eine neue Frist  zum  Verlassen  der  Schweiz  bis  zum  (…)  gesetzt  wurde,  nachdem  D.______ ihn mit Verfügung vom (…) wegen (…) verurteilt hatte, dass der Beschwerdeführer gemäss Verhaftsrapport der E.______ am  (…) in F.______ wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom  16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR  142.20)  beziehungsweise  rechtswidrigen  Verhaltens  im  Lande  und  Missachtens der Ausreisefrist sowie wegen (…) verhaftet und am (…)  durch die E.______ einvernommen wurde, dass  er  am  27. Juni  2011  durch  G.______  dem  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  H.______  zugeführt  wurde  und  dort  am  selben Tag zum zweiten Mal in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

D­4564/2011 dass er am 13. Juli 2011 im EVZ zur Person befragt und ihm, ebenfalls  dort,  am  29. Juli  2011  durch  das  Bundesamt  das  rechtliche  Gehör  gewährt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  ausführte,  nach  dem  erwähnten  Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts habe er in F.______ bei (…) gewohnt,  welche ihn unterstützt und verköstigt hätten, und der Aufforderung zum  Verlassen der Schweiz nicht nachgekommen sei, weil er nicht gewusst  habe, wohin er gehen solle, dass sich bezüglich seiner im ersten Asylverfahren geltend gemachten  Asyl­ und Ausreisegründe nichts geändert habe und diese auch für das  zweite Asylverfahren gelten würden, wobei einzig neu sei, dass – wie  er sich vergewissert habe beziehungsweise aus zusammen mit seiner  Rechtsvertreterin  angestellten  Recherchen  auch  wisse  –  das  Recht  der Komoren Homosexualität verbiete und unter Strafe stelle, dass  er  deswegen  dort  aufgrund  seiner  homosexuellen  Veranlagung  bestraft und in Haft genommen, allenfalls sogar umgebracht würde, da  die  afrikanischen  Gefängnisse  bekanntlich  nicht  menschenwürdig  seien, dass  er  auch,  worüber  er  bisher  mit  niemandem,  auch  nicht  mit  I.______ gesprochen habe,  als  (…)  von einem J.______  vergewaltigt  worden sei, und bedroht würde, weil dieser Lehrer immer noch lebe, dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Einreichung  des  zweiten  Asylgesuchs  erneut  schriftlich  und  in  der  Folge  auch  mündlich  aufgefordert  wurde,  innert  48  Stunden  rechtsgenügliche  Reise­  und/oder Identitätspapiere einzureichen, dass  er  dieser  Aufforderung  nicht  nachkam  und  über  seine  Rechtsvertretung einzig (…) zu den Akten reichte, dass er über seine Rechtsvertretung mit Schreiben vom 11. Juli 2011  (…) zu den Akten reichte, sowie (…) nachreichen liess, dass das BFM mit Verfügung vom 9. August 2011 – eröffnet am (…) –  gestützt  auf  Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der 

D­4564/2011 Schweiz  anordnete,  wobei  er  diese  am  Tag  nach  Eintritt  der  Rechtskraft zu verlassen habe, dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  der  Beschwerdeführer  habe  in  der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos durchlaufen und sei  in der Folge nicht  in seinen Heimatstaat  zurückgekehrt, sondern habe sich an verschiedenen Adressen bei (…)  in H._______ aufgehalten, dass die neuen Vorbringen des Beschwerdeführers auf denjenigen  im  rechtskräftig abgeschlossenen ersten Asylverfahren aufbauten und wie  damals  dazu  dienten,  den  drohenden  Vollzug  einer  Weg­  oder  Ausweisung  zu  vermeiden,  was  sich  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  daraus  ergebe,  dass  er  gemäss  seiner  Rechtsvertretung  bereits  (…)  die Einreichung eines (…) geplant habe, dass  die  Vorbringen  im  zweiten  Asylverfahren  keine  Verfolgung  oder  begründete Furcht vor einer solchen erkennen liessen, dass  das  neu  geltend  gemachte,  gesetzlich  verankerte  Verbot  von  Homosexualität  auf  den  Komoren,  weswegen  er  nicht  dorthin  zurückkehren  könne,  bereits  mit  der  Abweisung  des  ersten  Asylgesuchs unbeachtlich geworden sei, dass  nämlich  die  (…)  Bestimmung  des  Strafgesetzbuchs  nicht  die  homophile  Veranlagung,  sondern  gleichgeschlechtliche  Handlungen  unter Strafe stelle, dass  gemäss  den  Informationen  des  BFM  Homosexualität  auf  den  Komoren  zwar  gesellschaftlich  nicht  toleriert  werde  und  europäische  Nachbarländer  Reisenden  dorthin  empfehlen  würden,  sich  mit  entsprechender  sexueller  Ausrichtung  nicht  zu  exponieren,  der  Beschwerdeführer  jedoch  gemäss  seinen  Aussagen  seine  Homosexualität  in  seinem  Heimatland  nicht  offen  gezeigt  habe  und  deshalb  auch  keinen  diesbezüglichen  Gefahren  ausgesetzt  gewesen  sei, dass  zudem  gemäss  den  erwähnten  Empfehlungen  der  Begriff  Homosexualität  im  Strafgesetzbuch  nicht  erwähnt  werde,  beziehungsweise  keinerlei  Gesetze  existierten,  die  sich  mit  dieser  befassten,

D­4564/2011 dass  es  dem  Beschwerdeführer  schliesslich  nicht  gelungen  sei,  plausibel  zu  erklären,  weshalb  er  die  beinahe  beiläufig  erwähnte  Vergewaltigung  durch  einen  J._______  nicht  bereits  früher  geltend  gemacht habe, dass  das  am  (…)  eingeleitete  Asylverfahren  seit  dem  (…)  abgeschlossen sei und sich nach dem Gesagten aus den Akten keine  Hinweise  ergäben,  dass  nach  dessen  Abschluss  Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  wären,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant seien, dass  der  Beschwerdeführer  nach  wie  vor  keine  rechtsgenüglichen  Reise­  und/oder  Identitätspapiere  eingereicht  und  bisher  auch  nichts  zu deren Beschaffung unternommen habe, dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu  verweisen ist, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. August 2011 (Datum  des  Poststempels)  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid Beschwerde  erheben  liess, worin  er  beantragte,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  das  Verfahren  zwecks  materieller Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei  ihm  infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  im  Sinne  von  Art. 83 Abs. 4 AuG die vorläufige Aufnahme zu erteilen, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde,  den  Erlass  der  Bezahlung  allfälliger  Verfahrenskosten  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragte, dass auf die Begründung, soweit  für den Entscheid wesentlich,  in den  Erwägungen eingegangen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am (…) beim Bundesverwaltungsgericht  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­4564/2011 und zieht in Erwägung: dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – auf die frist­  und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 AsylG  sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  die  Beurteilungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt  ist, ob die Vorinstanz zu Recht  auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

D­4564/2011 dass  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene Verfügung  aufzuheben  und  die Sache  zu  neuer Entscheidung  an  die Vorinstanz  zurückzuweisen  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1), dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat  (Art. 42 AsylG) und  das BFM einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht  entzogen  hat  (Art. 55  Abs. 2  VwVG),  weshalb  auf  den  Antrag  auf  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung nicht einzutreten ist, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in  der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  oder  während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  zurückgekehrt  sind,  ausser es gebe Hinweise,  dass  in  der  Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG), dass  die  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  eine  summarische  materielle  Prüfung  der  Glaubwürdigkeit  der  gesuchstellenden Person voraussetzt, aus der sich das offensichtliche  Fehlen  von  Hinweisen  auf  die  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  beziehungsweise  auf  die  Voraussetzungen  der  Gewährung  des  vorübergehenden Schutzes ergibt (vgl. EMARK 2000 Nr. 14 S. 102 ff.), dass  diese  summarische  materielle  Glaubhaftigkeitsprüfung  der  Verfolgungsvorbringen  vorliegend  –  wie  eine  Überprüfung  der  Akten  ergibt – vom BFM in korrekter Weise vorgenommen wurde, dass  unbestritten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  vorgängig  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  hat  und  seither  nicht  in  seinen  Heimatstaat zurückgekehrt ist, dass  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  (Gefährdung  wegen  Homosexualität  beziehungsweise  deren  Auslebens)  –  mit  Ausnahme  der  geltend  gemachten  Vergewaltigung  durch  einen  J._______  (…)  Jahre  vor  der Ausreise  aus dem Heimatstaat  –  derselbe Gegenstand  beziehungsweise  ein  gegenüber  dem  ersten,  rechtskräftig  abgeschlossenen  Asylverfahren  unveränderter  Sachverhalt  zugrunde  liegt,  welcher  einlässlich  gewürdigt  worden  ist,  und  mithin  die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  Beschwerde  letztlich  als  eine  appellatorische  Kritik  am  als  ungerecht  empfundenen  Urteil  vom  (…) 

D­4564/2011 zu  erachten  sind,  weshalb  auf  diese  und  die  entsprechenden  Unterlagen vorliegend nicht einzugehen ist, dass es sich auch bei der im ersten Asylverfahren nicht vorgebrachten  angeblichen  Vergewaltigung  nicht  um  ein  in  der  Zwischenzeit  eingetretenes  Ereignis  handelt,  weshalb  bereits  aus  diesem  Grund  darauf nicht einzugehen wäre, dass  abgesehen  davon  erhebliche  Zweifel  an  diesem  Vorbringen  bestehen,  zumal  der  Beschwerdeführer  dieses  im  selben  Zusammenhang  stehende  Vorbringen  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens nicht geltend gemacht hat, obwohl er eigenen Angaben  zufolge zum Zeitpunkt der Einreichung des ersten Asylgesuchs seinen  Heimatstaat  bereits  (…)  Jahre  zuvor  verlassen,  sich  während  dieses  Zeitraums  in  K.______  aufgehalten  und  dort  eine  Partnerschaft  aufgebaut  hatte,  weshalb  kaum  nachvollziehbar  ist,  dass  ihn  starkes  Schamgefühl  an  der  Nennung  dieses  Ereignisses  gehindert  haben  sollte, dass  auch  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  er  deswegen  zum  heutigen Zeitpunkt in seinem Heimatstaat (noch) gefährdet wäre, dass  sich  die  Erwägungen  des  vorinstanzlichen  Entscheids,  auf  welche an dieser Stelle zu verweisen ist, nach Überprüfung der Akten  als  zutreffend  und  die  in  der  Beschwerde  erhobenen  Einwände  als  unbegründet erweisen, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  zum  Schluss  gelangt,  dass  Hinweise  auf  inzwischen  eingetretene  Ereignisse,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  des  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind,  offensichtlich fehlen, dass  zur  Vermeidung  unnötiger Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann, dass  der  Beschwerdeführer  auch  auf  Rekursebene  klarerweise  keine  Hinweise  darzulegen  vermochte,  wonach  seit  dem  Abschluss  seines  vorgängigen Asylverfahrens derartige Ereignisse eingetreten sind,

D­4564/2011 dass  demnach  das  BFM  zu  Recht  gestützt  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. e  AsylG  auf  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  Bst. a  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren  oder  unmöglichen  Vollzugs  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  weil  keine  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  in  seinem Heimatstaat  drohen  könnte  (Art. 83  Abs. 3  AuG), dass  weder  die  im  Heimatstaat  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  dorthin sprechen, dass der Beschwerdeführer den grösseren Teil seines Lebens in seinem  Heimatstaat  verbrachte,  diesen,  ohne  über  ein  Beziehungsnetz  im  Ausland zu verfügen, verliess und in der Folge in der Lage war, während  mehr  als  (…)  Jahren  in  Europa  weitgehend  selbst  für  seinen  Lebensunterhalt aufzukommen, dass  in  der  Beschwerde  eingewendet  wird,  inzwischen  seien  I.______  gestorben  und  dieser  habe  ausser  zu  L.______,  welcher  ihn  zudem  verstosse, keinen Kontakt mehr zu den Komoren,

D­4564/2011 dass  diesen  Ausführungen  indes  die  Aussage  des  Beschwerdeführers  anlässlich des ersten Asylverfahrens entgegensteht, wonach seine Eltern  bereits  im  Jahr  2003  beziehungsweise  2006  verstorben  seien  (vgl.  act. A1/13 S. 4), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  den  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat auch deshalb nicht unzumutbar erscheint, weil er noch relativ  jung  ist,  soweit  aktenkundig,  an  keinen  schwerwiegenden  gesundheitlichen Problemen  leidet, und  in Europa  teilweise erwerbstätig  war,  so  dass  ihm  die  dabei  erworbenen  Kenntnisse  in  seinem  Heimatstaat nützlich sein dürften, dass  unter  den  gegebenen  Umständen  nicht  davon  auszugehen  ist,  er  würde bei einer Rückkehr  in eine existenzbedrohende Situation geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  schliesslich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  grundsätzlich  möglich  (Art.  83  Abs.  2  AuG)  erscheint,  da  es  Pflicht  des  Beschwerdeführers  ist,  sich  um  die  Beschaffung  der  für  die  Rückkehr  notwendigen  Reisepapiere  zu  bemühen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  durch  das  vorliegende  Urteil  gegenstandslos  ist,  weshalb  darüber  nicht  mehr zu befinden ist, dass  das  –  mit  keinem  Wort  begründete  –  Gesuch  um  Erlass  der  Verfahrenskosten,  ungeachtet  der  vom  Beschwerdeführer  nicht  nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit,  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu  bezeichnen sind,

D­4564/2011 dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  (Dispositiv nächste Seite)

D­4564/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand:

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