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Bundesverwaltungsgericht 08.08.2011 D-4238/2011

8. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,280 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung) | Asyl und Wegweisung (Flughafen-Verfahren); Verfügung des BFM vom 20. Juli 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4238/2011 Urteil   v om   8 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas,   Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz. Parteien A._____, geboren am (…), Demokratische Republik Kongo (Kinshasa),   vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Flughafen­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 20. Juli 2011 / N (…).

D­4238/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  sein  Heimatland   am 26. Juni 2010 verliess, mit einem Einbaum nach B._______ (Republik  Kongo) gelangte und von dort am 7. Juli 2010 mit einem Lastwagen nach  C._______ und schliesslich nach D._______ in Kamerun reiste,  dass er sich dort  falsche Papiere besorgte und dann mit der E._______  nach  F._______  flog  und  in  der  Folge  weiter  mit  der  G._______  nach  H._______ gelangte,  dass er sich von August 2010 bis November 2010 in H._______ aufhielt   und sich dann am 29. November 2010 nach Griechenland begab,  dass  er  schliesslich  am  7.  Juli  2011  mit  dem  Flugzeug  von  I._______  nach J._______ reiste,  dass er am folgenden Tag am Flughafen J._______ um Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  gleichentags  die  Einreise  des  Beschwerdeführers  in  die  Schweiz  mit  Zwischenverfügung  vorläufig  verweigerte  und  ihm  für  die  Dauer  von  maximal  60  Tagen  den  Transitbereich  des  Flughafens  J._______ als Aufenthaltsort zuwies, dass  am  11.  Juli  2011  die  Kurzbefragung  und  am  14.  Juli  2011  die  Anhörung zu den Asylgründen stattfand, dass  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  zu  Protokoll  gab,  er  habe  am  16.  Dezember  2009  erfahren,  dass  der  Minister  entschieden  habe,  das  dritte  Semester  der  Doktoranden  an  der  K._______  nicht  mehr  durchzuführen, wogegen er zusammen mit anderen demonstriert habe, dass am 18. Dezember 2009 endgültig der Entscheid gefallen sei, dieses  Semester endgültig zu streichen, dass er  und andere Studenten  am 13. März  2010 erneut  gegen diesen  Beschluss demonstriert hätten und den Minister ausgepfiffen und gegen  seinen Wagen Steine geworfen hätten, dass  er  dabei  festgenommen  worden  und  für  zehn  Tage  in  das  Regionalgefängnis "L._______"  in M._______ gekommen sei,

D­4238/2011 dass er am 24. März 2010 ins Spital gegangen sei, um die Verletzungen,  welche  im  Gefängnis  durch  Schläge  und  Misshandlungen  entstanden  seien, behandeln zu lassen, dass  er  am  14.  Juni  2010  erneut  an  die  Uni  gegangen  sei  um  dort  Studenten im Sinne eines Tutorates einzuführen, dass er dann gesehen habe, wie die Überschrift der Universität geändert  worden  sei,  indem man die  alte Überschrift  überstrichen und eine neue  Schrift darübergeschrieben habe, dass an diesem Ort auch Polizisten anwesend gewesen seien und er mit  ihnen habe reden wollen,  dass  er  zudem  der  Ansicht  gewesen  sei,  dass  sein  Kurs  rechtmässig  hätte stattfinden dürfen, dass  man  ihn  und  den  Hausmeister  des  Institutes  mit  dem  Jeep  ins  provinzielle Polizeipräsidium gebracht und ihn dort  in eine Zelle gesteckt  habe, dass  die  Polizisten  ihn  geschlagen  hätten  und  ihm  mitteilten,  dass  sie  herausgefunden hätten, dass er auch ein Menschenrechtsaktivist sei,  dass  die  Polizisten  ihm  gesagt  hätten,  dass  ein  bedeutender  Menschenrechtsaktivist mit seinem Chauffeur ermordet worden sei, dass man ihn am 16. Juni 2010 ins Gefängnis N._______ überführt habe, dass  er  dort  keine  Besuche  seiner  Familie  erhalten  habe,  jedoch  ein  Mann  ihm  geholfen  habe,  aus  dem  Gefängnis  zu  fliehen,  unter  der  Bedingung, er müsse M._______ verlassen,  dass er herausgefunden habe, dass es sein Schwiegervater gewesen sei,  der Kontakt mit diesem Mann aufgenommen habe, der ihm die Flucht aus  dem Gefängnis ermöglicht habe, dass  er  ansonsten  noch  nie  mit  den  öffentlichen  Sicherheitskräften  in  Kontakt gekommen sei und sich auch sonstwie nie exponiert habe, dass das BFM mit Verfügung vom 20.  Juli   2011 – eröffnet  am 22.  Juli  2011  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 

D­4238/2011 Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  ablehnte,  ihn  aus  dem  Transitbereich des Flughafens J._______ wegwies und den Vollzug der  Wegweisung anordnete, dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  dass  der  Beschwerdeführer zwar sehr viele Kenntnisse bezüglich der universitären  Situation habe, dass er hingegen die wichtigen politischen Ereignisse der Reform sowie  deren Daten nicht habe nennen können, dass  der  Beschwerdeführer  insbesondere  wenig  Informationen  zur  Demonstration vom 16. Dezember 2009 habe geben können, dass  es  gemäss  den Aussagen  des Beschwerdeführers  ausschliesslich  Studenten  gewesen  seien,  die  sich  am  13.  März  2010  gegen  die  Schliessung des dritten Semesters gewehrt hätten, dass  ein  solcher  Vorfall  nicht  zu  einer  derart  starken  Verfolgung  hätte  führen sollen, wie es der Beschwerdeführer vorgetragen habe, dass er wenig detaillierte Angaben über seinen Gefängnisaufenthalt habe  machen können, dass  zudem  die  Erläuterungen  über  seine  Haft  sowie  über  die  Befreiungsaktion durch seinen Schwiegervater nicht überzeugen würden, dass  seine  Vorbringen  nicht  glaubhaft  und  somit  die  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31) nicht erfüllt seien, dass es schliesslich ausführte, ein Vollzug der Wegweisung erweise sich  als zulässig, zumutbar und möglich, dass  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  vom  29. Juli 2011 ( Poststempel und vorab per Fax) gemäss Art. 108 Abs. 2  AsylG  fristgerecht  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess,  der Entscheid  des BFM  vom 20.  Juli  2011  sei  aufzuheben,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  bewilligen  und  die  Sache sei  zur genaueren Abklärung  im Sinne von Art.  41 AsylG an die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  eventualiter  sei  Asyl  zu  gewähren  oder 

D­4238/2011 jedenfalls die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und subeventualiter sei  die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung nachsuchen liess, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  29.  Juli  2011  per  Telefax  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  gegenVerfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  ff.  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

D­4238/2011 sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG) und als Flüchtling eine ausländische Person anerkannt wird, wenn  sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften  Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen  ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft   gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass  nach  Durchsicht  und  Prüfung  der  Akten  grundsätzlich  auf  die  vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden kann, dass  auch  das  Gericht  feststellt,  dass  der  Beschwerdeführer  auf  die  Frage,  wieso  die  Universität  geschlossen  worden  sei,  keine   genaue  Antwort  geben  konnte,  sondern  die  Schliessung  seiner  Fakultät  damit  begründet habe, diese sei nicht mehr auf dem neusten Stand gewesen, dass ebenfalls   festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer genaue und  ausführliche Angaben zum Milieu der Universität  von M._______ geben  konnte, jedoch wichtige Probleme und den Ablauf der Reformen, welche  mit der Schliessung zusammenhängen, nicht aufzeigte, dass  in  der  Beschwerdeschrift  vorgebracht  wurde,  der  Befrager  der  Bundesanhörung  habe  nie  eine  Frage  gestellt,  bei  welcher  der  Beschwerdeführer  generell  über  die  Reformen  der  kongolesischen  Regierung hätte sprechen können, dass dem entgegengehalten werden muss,  dass  im Protokoll  die Frage  gestellt  wurde,  aus  welchem Grund  der Minister  die  Universität  um  ein  Semester habe kürzen wollen (A13/ S. 3), dass   der  Beschwerdeführer  hierzu  die  Möglichkeit  gehabt  hätte,  die  aktuelle und politische Bildungssituation einzubringen, zumal auch in der 

D­4238/2011 Beschwerde dargelegt wurde,  dass der Beschwerdeführer  eine wichtige  Position  innehatte,  sowie  auch  aufgrund  seiner  wissenschaftlichen  Tätigkeiten bekannt und auch mit dem Minister in Kontakt gewesen sei, dass  es  nicht  nachvollziehbar  ist,  dass  der  Beschwerdeführer,  der  bildungspolitisch sehr engagiert gewesen sein will, nicht wusste, weshalb  der Minister im März 2011 an die Universität gekommen sei, dass  das  ärztliche  Attest  vom  27.  März  2010,  welches  die  in  der  Haft  entstandenen Blessuren des Beschwerdeführers belegen soll, von durch  uniformierte  Unbekannte  zugeführten  Verletzungen  spricht  und  keinen  Hinweis auf eine Inhaftierung enthält, dass  der  Beschwerdeführer  sich  diese  Verletzungen  auch  durch  ein  anderes Ereignis, wie zum Beispiel dasjenige vom 13. März 2010, hätte  zuziehen können, dass  zudem  weder  aus  den  Akten,  noch  aus  der  Beschwerdeeingabe  genau hervorgeht, wie es genau am 14. Juni  2010 zu seiner Festnahme  gekommen sein soll, dass  die  Vorinstanz  zu  Recht  nicht  geglaubt  hat,  dass  der  Beschwerdeführer vor dem Institut mit den Polizisten nur geredet haben  soll, diese ihn deshalb auf das Polizeipräsidium mitgenommen hätten und  schliesslich ohne sein Wissen nach N._______ transferiert hätten, dass  der  Beschwerdeführer  zwar  hervorbrachte,  er  sei   Mitglied  beziehungsweise  Aktivist der Menschenrechtsorganisation CIDH, dass  diese Mitgliedschaft  aber  gemäss  seinen  eigenen Angaben  nichts  mit den Demonstrationen an seiner Universität zu tun gehabt hätten, dass  zudem  der  Beschwerdeführer  ausdrücklich mitteilte,  die Mitglieder  der Universität und nicht die CIDH habe sich aktiv gegen die Schliessung  gewehrt, dass  somit  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgestellt  hat,  dass  seine  Schilderungen  betreffend  seine  Haft  recht  dürftig  erscheinen  und  somit  angenommen werden müsse, er habe diese Situation nicht selbst erlebt, dass insbesondere auch die kurze Darlegung der Haftsituation, vor allem  im Gegensatz  zu den  längeren Ausführungen bezüglich der Universität, 

D­4238/2011 bei denen der Beschwerdeführer wortgewandt und detailliert die Situation  der Semesterkürzung darlegte, festzustellen ist, dass  es  zwar  durchaus  möglich  sein  kann,  dass  ein  Häftling  nicht  in  Kenntnis  gewisser  internen  Haftbedingungen,  wie  z.B.  die  Versorgung  der Krankenpflege, sein kann,  jedoch zu erwarten  ist, dass  jemand, der  eine  einschneidende  Erfahrung   in  einem  Gefängnis  machen  musste,  diese Situation detaillierter beschreiben kann, dass auch nicht geglaubt werden kann, dass sein Schwiegervater einen  Mann beauftragen konnte, der  ihn aus dem Gefängnis wieder  freilassen  würde,  zumal  niemand  in  seiner  Familie  ihn  im  Gefängnis  N._______  besucht haben will, dass  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  in  ihrer  Eingabe  auf  Dokumente  bei  den  Akten  verweist,  welche  die  Menschenrechtsaktivitäten des Beschwerdeführers beweisen sollen, dass der eingereichte Mitgliederausweis der CIDH jedoch lediglich belegt,  dass der Beschwerdeführer Mitglied derselben Organisation war,  jedoch  nichts  in  Bezug  auf  allfällige  Aktivitäten  für  diesen  Verein  auszusagen  vermag, dass  der  Beschwerdeführer  selbst  keine  konkreten  Tätigkeiten  beziehungsweise  Aktionen  in  seiner  Funktion  als  Mitglied  des  CIDH  vorbringt, dass  die  Rechtsvertreterin  ebenfalls  auf  einen  Bericht  der  Hilfswerkvertretung  verwies,  welcher  ausführen  soll,  dass  der  Beschwerdeführer  plastisch,  detailliert  und  plausibel  die  Ereignisse  geschildert habe, dass  das  anlässlich  der  Anhörung  von  der Hilfswerkvertretung  signierte  Blatt  –  entgegen  den  Ausführungen  in  der  Beschwerde  –  ausser  der  Unterschrift und den Daten, nichts enthält, dass  auch  die  übrigen  eingereichten  Beweismittel  zwar  die  Ausbildung  und  Tätigkeit  des  Beschwerdeführer  beweisen,  nicht  aber  die  Glaubwürdigkeit  der  Vorbringen  hinsichtlich  den  Inhaftierungen  zu  begründen vermögen,

D­4238/2011 dass für die weiteren Begründungen auf die vorinstanzlichen Erwägungen  verwiesen werden kann, dass er im Übrigen­ unabhängig von seiner fehlenden Glaubwürdigkeit –  keine Asylgründe im Sinne von Art. 3 AsylG geltend macht, sondern sein  Gesuch  mit  sicher  nicht  einfachen  erziehungspolitischen  Verhältnissen  respektive  Sparmassnahmen  zulasten  von  Ausbildungsmöglichkeiten  in  seinem Heimatland begründet, dass  es  ihm  somit  insgesamt  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  dass  in  der  Beschwerde  pauschal  darauf  verwiesen  wird,  dass  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  genauer  geprüft  und  weitere  Abklärungen hätten durchgeführt werden müssen, dass das BFM insgesamt überaus ausführlich dargelegt hat, weshalb die  Vorbringen des Beschwerdeführers nicht glaubhaft seien,  dass das BFM gesamthaft gesehen zu Recht von weiteren Abklärungen  gemäss  Art.  41  AsylG  abgesehen  und  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers abgelehnt hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  auch  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom BFM zu Recht  angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 

D­4238/2011 strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  von  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) die ihm im Heimatstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  der  Demokratischen  Republik  Kongo noch  individuelle Gründe auf  eine  konkrete Gefährdung  im Falle  einer Rückkehr schliessen lassen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich möglich  ist  (Art.  83 Abs. 2 AuG), wobei es  ihm 

D­4238/2011 obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs. 4 AsylG), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass aufgrund des direkten Entscheides  in der Hauptsache das Gesuch  um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos  geworden ist, dass  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als  aussichtslos zu qualifizieren und daher das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG –  unabhängig  von  der  Frage  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers –  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art.  1  ff.  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4238/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Bettina Schwarz Versand:

D­4238/2011 Zustellung erfolgt an: – die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax;  Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) – das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  (per  Telefax  zu  den  Akten  N […]) – die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl  (per  Telefax)

D-4238/2011 — Bundesverwaltungsgericht 08.08.2011 D-4238/2011 — Swissrulings