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Bundesverwaltungsgericht 22.07.2011 D-4071/2011

22. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,079 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Juli 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4071/2011/wif Urteil   v om   2 2 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi;   Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Serbien,  (…), Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 12. Juli 2011 / N (…).

D­4071/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin, eine ethnische Roma mit letztem Wohnsitz  in B._______ (Republik Serbien), am 18. November 2002 in der Schweiz  erstmals um Asyl nachsuchte, dass das BFM ihr erstes Asylgesuch mit Verfügung vom 30. Januar 2003  ablehnte,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und  den  Vollzug  anordnete, dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) eine gegen diese  Verfügung  gerichtete  –  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffende  –Beschwerde  vom  24.  Februar  2003  mit  Urteil  vom  17.  März  2003  abwies, dass  die  Beschwerdeführerin  beim  BFM  am  9.  September  2003  durch  ihren damaligen Rechtsvertreter ein Wiedererwägungsgesuch einreichen  liess, das mit Verfügung vom 15. September 2003 abgewiesen wurde, dass die ARK eine dagegen erhobene Beschwerde vom 16. September  2003 mit Urteil vom 24. September 2003 abwies, dass  die  Beschwerdeführerin  am  11.  Dezember  2003  nach  Serbien  zurückgeführt wurde, dass  die  Beschwerdeführerin  ihr  Heimatland  eigenen  Angaben  zufolge  am  21.  Mai  2011  verliess  und  am  folgenden  Tag  in  der  Schweiz  zum  zweiten Mal um Asyl nachsuchte, dass  die  Beschwerdeführerin  bei  der  Kurzbefragung  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  vom  7.  Juni  2011  und  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  28.  Juni  2011  im  Wesentlichen  geltend  machte,  sie  habe Serbien verlassen, weil ihr Ehemann Probleme mit der Mafia gehabt  habe, dass  sie  und  ihr  Ehemann  einen  Marktstand  geführt  hätten,  wo  sie  Früchte und Gemüse verkauft hätten, dass Drogensüchtige und Drogenhändler von ihnen Geld verlangt hätten, dass diese gedroht hätten, ihre Kinder zu entführen beziehungsweise ihre  Familie umzubringen, falls ihr Ehemann nicht bezahle,

D­4071/2011 dass drei­ bis viermal beziehungsweise andauernd zwei beziehungsweise  drei  beziehungsweise ein  ganzes Auto  voll Männer  bei  ihnen  zu Hause  aufgetaucht seien und ihr gedroht hätten, dass sie die Kinder an den äussersten Rand des Gartens geschickt habe,  sobald sie das Auto habe kommen hören, dass  sie  von  den  Männern  vergewaltigt  worden  sei,  ihr  Ehemann  von  diesem Vorfall indessen nichts wisse, dass sie die Erpressungsversuche überall gemeldet hätten, ihnen jedoch  niemand geholfen habe, dass  sie  zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  ein  Schreiben  eines  serbischen  Rechtsanwalts,  ein  Schreiben  der  Schule  ihrer  Kinder,  zwei  Katasterauszüge  und  eine  CD  zu  den  Akten  reichte  (act.  C1/1;  Beweismittelumschlag), dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  12.  Juli  2011  –  eröffnet  am  14.  Juli  2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundesrat  habe Serbien mit Beschluss  vom 6. März  2009 als  verfolgungssicheren  Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet,  weshalb  das  BFM  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eintrete, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung, dass vorliegend keine derartigen Hinweise ersichtlich seien, dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  nicht  überzeugten,  da  sie  äusserst  widersprüchlich,  unsubstanziiert  und  nicht  nachvollziehbar  seien,  dass  sie  nicht  habe  angeben  können,  wie  viele  Männer  wie  oft  gekommen seien, habe sie doch bei der Erstbefragung angegeben, drei­  bis viermal seien jeweils zwei Männer gekommen, aber bei der Anhörung  davon gesprochen, es seien zwei, drei beziehungsweise ein ganzes Auto  voll Männer dauernd gekommen,

D­4071/2011 dass sie nicht  in der Lage sei, eine eindeutige Antwort auf eine konkret  gestellte  Frage  zu  geben,  und  sie  Fragen  immer  wieder  dahingehend  ausgewichen sei, indem sie bereits Gesagtes wiederholt habe, dass sie nicht  in der Lage gewesen sei, die beiden Peiniger, die sie seit  längerem kenne, detailliert zu beschreiben, dass sie auch nicht habe angeben können, wann sich die Vergewaltigung  zugetragen habe, dass  schwer  nachvollziehbar  sei,  dass  ihr  16­jähriger  Sohn  von  der  Vergewaltigung  nichts  mitbekommen  habe,  obwohl  sie  laut  geschrien  habe und anschliessend benommen gewesen sei, dass sie dies damit habe erklären wollen, dass sie ihre beiden Söhne an  das  Ende  des  Gartens  geschickt  habe,  als  das  Auto  gekommen  sei,  wogegen  ihr  älterer  Sohn  ausgesagt  habe,  sein  Bruder  und  er  seien  immer zu Nachbarn gegangen, wenn diese Männer gekommen seien, dass  ihre  Vorbringen  in  keiner  Weise  überzeugten,  woran  auch  die  eingereichten Beweismittel nichts ändern könnten,  dass  sich  die  Lage  der  ethnischen  Minderheiten  in  Serbien  entspannt  habe,  die  Roma  als  ethnische  Minderheit  anerkannt  worden  seien  und  den Schutz des Minderheitengesetzes genössen, dass  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  Roma  nicht  ausgeschlossen  werden  könnten,  Übergriffe  durch  Drittpersonen  aber Straftaten darstellten, die verfolgt würden, dass bei Untätigbleiben von Behördenvertretern die Möglichkeit bestehe,  die Rechte bei höheren Instanzen einzufordern, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  18.  Juli  2011  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  dabei sinngemäss beantragte, die Verfügung des BFM vom 12. Juli 2011  sei aufzuheben und ihr Asylgesuch sei zu prüfen, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­4071/2011 dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Ansetzung  einer  Frist  zur Beibringung von Beweismitteln und Identitätspapieren ersuchte, dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und  – soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 

D­4071/2011 aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten  nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung)  nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung  (Art. 34  Abs. 1 AsylG), dass  deshalb  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung,  dass  es  genügt,  wenn  nicht  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  erkennbare  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  damit  geprüft  werden  muss, ob die Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt  ist  (vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 5.1 S. 248 f. und EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c  S. 35 f., je mit weiteren Hinweisen), dass  das  BFM  in  der  Verfügung  vom  12.  Juli  2011  ausführlich  und  zutreffend dargelegt hat, dass keine derartigen Hinweise auf Verfolgung  vorliegen,  zumal  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  die  vorgebrachten Übergriffe beziehungsweise Drohungen von Drittpersonen  glaubhaft zu machen, dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen des BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  verweisen  ist,  da  die  Beschwerdeführerin  den  Erwägungen  des  BFM  nichts  Konkretes  und  Stichhaltiges entgegenhält,

D­4071/2011 dass  der  Antrag,  der  Beschwerdeführerin  sei  Frist  zur  Einreichung  von  Beweismitteln  und  Identitätspapieren  zu  setzen,  abzuweisen  ist,  da  sie,  die in der Schweiz, Deutschland und Schweden bereits je einmal um Asyl  nachsuchte,  um  die  Wichtigkeit  von  Beweismitteln,  die  sie  aus  ihrer  Heimat allenfalls hätte mitbringen können, wusste, und die Beweismittel,  die sie beibringen möchte, nicht näher spezifiziert, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  zu  Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9,  EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu  Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

D­4071/2011 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihr  im  Heimat­  oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  angesichts  der  heutigen  Lage  in Serbien  nicht  von  einer Situation  allgemeiner Gewalt  oder  kriegerischen  respektive  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen gesprochen werden kann, dass  zwar  –  wie  von  der  Vorinstanz  bereits  erwähnt  –  Übergriffe  von  Privatpersonen  auf  Angehörige  der  Roma  und  teilweise  behördliche  Schikanen  sowie  Diskriminierungen  nicht  ausgeschlossen  werden  können, indessen diese im Allgemeinen nicht ein Ausmass erreichen, das  den Wegweisungsvollzug in jedem Fall als unzumutbar erscheinen liesse, dass  somit  die  Rückkehr  des  zur  Volksgruppe  der  Roma  zugehörigen  Beschwerdeführerin nach Serbien grundsätzlich zumutbar ist, dass  auch  keine  individuellen  Gründe  ersichtlich  sind,  welche  die  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden, da sich in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden,  sie  würde  aus  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten,

D­4071/2011 dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  in  Serbien  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete Gefährdung  der Beschwerdeführerin  im Falle  einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung  vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  ihr  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4071/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

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