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Bundesverwaltungsgericht 02.09.2011 D-4042/2008

2. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,097 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Mai 2008

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4042/2008/sed Urteil   v om   2 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A.________ geboren am (…) Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler,  BAS Beratungsstelle für Asylsuchende,  (….) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,  Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 16. Mai 2008 / N_______

D­4042/2008 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  aus  der  Provinz  B.______  (Dorf  C._______  Bezirk  D.______)  stammender  afghanischer  Staatsangehöriger mit  letztem Wohnsitz  in  E.______–  am  15. August  2007 im F.______ um Asyl nachsuchte,  dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer aufgrund dessen Angabe,  sechzehn  Jahre  alt  und  damit  noch  minderjährig  zu  sein  (vgl.  BFM­ Protokoll  A18  S.  1),  unter  Berücksichtigung  von  Art.  17  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  und  der  diesbezüglichen  Rechtsprechung  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1998 Nr. 13) eine Vertrauensperson beiordnete, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  im  F.________  vom  20.  August  2007  und  der  Anhörung  vom  26.  September  2007  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  im  Wesentlichen  angab,  ein  Politiker  namens  G._______,  für  den  sein  Vater tätig gewesen sei, sei  im Jahr 2005 von unbekannten Personen  ermordet worden, dass  vermutlich  dieselben  Personen  im  Frühling  2007  seinen  Vater  umgebracht  hätten,  worauf  seine  Mutter  aus  Furcht,  dass  auch  er  Opfer  werden  könnte,  einen  in  England  lebenden  Onkel  des  Beschwerdeführers benachrichtigt habe,  dass  dieser  einen  Schlepper  organisiert  habe,  mit  dessen  Unterstützung der Beschwerdeführer zehn Tage nach dem Tod seines  Vaters Afghanistan habe verlassen können, dass das BFM mit Verfügung  vom 16. Mai  2008 das Asylgesuch des  Beschwerdeführers  vom  15.  August  2007  ablehnte,  dessen  Wegweisung  anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich erachtete, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom  17. Juni 2008 an das Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob mit  den  Anträgen,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  den  Sachverhalt  pflichtgemäss  zu  untersuchen;  eventualiter  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  hinsichtlich 

D­4042/2008 der  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  weitere  Abklärungen  auch  unter  Berücksichtigung des Kindeswohls zu treffen,  dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um Verzicht  auf  das  Erheben eines Kostenvorschusses ersuchte, dass  der  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  2. Juli  2008  antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete  mit dem Hinweis, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  werde  im  Endentscheid befunden,  dass  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  25.  Juli  2008  die  Abweisung der Beschwerde beantragte, dass die Rechtsvertreterin  in  ihrer Replik  vom 20. August  2008 unter  anderem  auf  den  fraglichen  Aufenthaltsort  der  Familienangehörigen  des Beschwerdeführers hinwies,  und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM entscheidet,  ausser  bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art.  105  Abs.  1  AsylG  i.V.m.  Art.  31  –  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das  Bundesgericht  [BGG,  SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  sowie  Art. 48 Abs. 1 VwVG),

D­4042/2008 dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  1  AsylG  und  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG sowie Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  von  der  Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers ausging, dass  daher  auf  die  Rüge  in  der  Beschwerde,  wonach  das  BFM  im  Zusammenhang  mit  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Ermordung  seines  Vaters  und  des  Politikers  A.  R.  den  Sachverhalt  nicht genügend festgestellt habe, nicht näher einzugehen ist,  dass  das  BFM  im  Weiteren  zu  Recht  eine  begründete  Furcht  des  Beschwerdeführers,  wie  sein  Vater  von  unbekannten  Personen  umgebracht zu werden, verneinte, dass  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  nur  dann  vorliegt,  wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht,  letztere hätte sich ­ aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  ­  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit und  in absehbarer Zeit verwirklicht und würde sich  auch  noch  aus  heutiger  Sicht  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer Zukunft verwirklichen, das eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung nicht genügt,  sondern  konkrete  Indizien  vorliegen  müssen,  welche  den  Eintritt  der  erwarteten  Benachteiligung  als  wahrscheinlich  und  dementsprechend  die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz 11.117), dass  sich,  wie  vom  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  festgehalten,  aus  den  Akten  keine  Hinweise  ergeben,  dass  der  Beschwerdeführer,  anders  als  dessen  Vater,  für  den  Politiker  G.______  tätig  gewesen  wäre  oder  sonstwie  in  Beziehung  zu  ihm  gestanden  hätte,  weshalb wenig wahrscheinlich  erscheint,  dass  er  in  diesem  Zusammenhang  Behelligungen  der  Personen,  welche 

D­4042/2008 möglicherweise  seinen  Vater  wegen  dessen  Beziehung  zu G.______  umgebracht haben, zu befürchten hat, dass  an  dieser  Einschätzung  der  allgemeine,  nicht  näher  substanziierte  Hinweis  in  der  Beschwerde,  wonach  "bei  Reflexverfolgungen häufig gerade das älteste männliche Mitglied einer  Familie,  wie  vorliegend  der  Beschwerdeführer,  am meisten  gefährdet  sei, selber Opfer eines Anschlags zu werden, auch wenn dieses selbst  nie politisch aktiv gewesen sei", nichts zu ändern vermag, dass  schliesslich  festzuhalten  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  eigenen Aussagen  im Heimatstaat nicht politisch  tätig war und weder  mit den Behörden noch mit Drittpersonen jemals Schwierigkeiten hatte  (vgl. A1 S. 4), dass  aus  den  genannten  Gründen  eine  begründete  Furcht  des  Beschwerdeführers vor Reflexverfolgung zu verneinen ist, dass somit das BFM zu Recht das Asylgesuch abgelehnt hat,  dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilli­ gung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 

D­4042/2008 einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Betrachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil  keine  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  die  sich  nicht  als  offensichtlich  haltlos  erweisen,  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer  in Afghanistan droht  (Art. 83  Abs. 3 AuG), dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen  hat,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre  Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen  bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist, dass  es  von  dieser  allgemeinen  Feststellung  die  Situation  in  der  Hauptstadt  Kabul  ausdrücklich  unterschied  und  den  Vollzug  der  Wegweisung dorthin unter Umständen als zumutbar erachtete, dass es dabei  festhielt, angesichts der konstanten Verschlechterung der  Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  der  auch  in  Kabul  schwierigen  Situation  verstehe  es  sich  von  selbst,  dass  die  bereits  in  EMARK  2003  Nr.  10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall sorgfältig geprüft und erfüllt sein müssten,  dass  es  für  die  Bejahung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  insbesondere  das  Vorhandensein  eines  sozialen  Netzes,  das  sich  im  Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als  tragfähig erweist, als unabdingbare Voraussetzung erachtete,

D­4042/2008 dass der – zum jetzigen Zeitpunkt volljährige – Beschwerdeführer aus der  Provinz B._______ (Dorf C.______, Bezirk D.______) stammt, wohin der  Wegweisungsvollzug in Beachtung des genannten Urteils nicht zumutbar  ist,  indessen  seit  dem 12.  Lebensjahr  bis  zu  seiner Ausreise mit  seiner  Familie in E._______ gelebt hat (vgl. A1 S. 8), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 die Frage, ob hinsichtlich der Stadt  E._______  in  Bezug  auf  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  Ähnliches  gesagt  werden  könne  wie  zu  Kabul,  offenliess,  da  der  Beschwerdeführer  im genannten Fall dort ohnehin über kein  tragfähiges  Sozialnetz verfügte, dass auch im vorliegenden Fall nicht mit hinreichender Bestimmtheit von  einem  tragfähigen  sozialen  Netz  des  Beschwerdeführers  an  seinem  letzten Wohnsitz E.________ ausgegangen werden kann, dass  nämlich  der  Beschwerdeführer  angab,  seit  längerer  Zeit  keinen  Kontakt  mehr  mit  seiner  Mutter  und  seinen  Geschwistern  gehabt  zu  haben und, wie auf Beschwerdeebene zutreffend geltend gemacht, nicht  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  sich  die  Familie  des  Beschwerdeführers  aufgrund  der  veränderten  familiären  Situation  nach  der  Ermordung  des  Vaters  gezwungen  sah,  an  einem  anderen  –  dem  Beschwerdeführer unbekannten – Ort Wohnsitz zu nehmen,  dass  somit  die  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  an  seinen  letzten  Wohnsitz  E._______  mangels  mit  hinreichender  Bestimmtheit  feststehendem  sozialen  Beziehungsnetz  es  nicht  als  zumutbar  zu  erachten ist,  dass  sich  im  Weiteren  den  Akten  keine  Hinweise  entnehmen  lassen,  wonach der Beschwerdeführer einen der Tatbestände von Art. 83 Abs. 7  AuG (Ausschluss von der vorläufigen Aufnahme) erfüllen würde, weshalb  der Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs  in der Schweiz vorläufig aufzunehmen ist,  dass  die  Beschwerde  nach  dem  Gesagten  bezüglich  der  Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Verweigerung des  Asyls sowie der Anordnung der Wegweisung abzuweisen ist, dass  die Beschwerde,  soweit  die Anordnung  des Wegweisungsvollzugs  betreffend,  demgegenüber  gutzuheissen  und  das  BFM  anzuweisen  ist, 

D­4042/2008 den  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Art. 44 Abs.  2 AsylG und Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dem  Beschwerdeführer  aufgrund  seines  bloss  teilweisen  Obsiegens  die  um  die  Hälfte  zu  reduzierenden Verfahrenskosten von Fr. 300.­­ aufzuerlegen wären (Art.  63 Abs. 1 VwVG), dass  indessen  das  vom  Beschwerdeführer  gestellte  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  VwVG  gutzuheissen  ist,  da  die  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  nachgewiesen  wurde  und  die  Beschwerde  nicht  von  vornherein  aussichtslos  erschien,  weshalb  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind, dass  die  Partei  im  Umfang  ihres  Obsiegens  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen Kosten zu entschädigen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass gestützt auf die mit der Beschwerde eingereichte, als angemessen  zu  erachtende  Kostennote  vom  17.  Juni  2008  und  des  weiteren  geschätzten  Aufwandes  die  vom  BFM  im  hälftigen  Umfang  zu  entrichtende  Parteientschädigung  von  Amtes  wegen  auf  Fr.  700.­  (inkl.  Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird. (Dispositiv nächste Seite)

D­4042/2008 D­4042/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  betreffend  Vollzug  der  Wegweisung  (Dispositivziffern  4­5  der  angefochtenen  Verfügung)  gutgeheissen.  Das  BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Im  Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Die  Parteientschädigung  wird  auf  Fr.  700.­  festgesetzt.  Das  BFM  wird  angewiesen, diesen Betrag an den Beschwerdeführer auszurichten. 4.  Dieses Urteil  geht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

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