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Bundesverwaltungsgericht 20.07.2011 D-4026/2011

20. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,140 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4026/2011 Urteil   v om   2 0 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi (Vorsitz), mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, alias C._______, geboren B._______, alias D._______, geboren B.__, China,   vertreten durch Katerina Baumann, Fürsprecherin, Berner  Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, E._______ Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011 /  N _______.

D­4026/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  China  zu  einem  ihm  unbekannten  Zeitpunkt  auf  dem  Landweg  verliess  und am 21. April 2011 nach F._______ gelangte, dass  er  laut  seinen  Aussagen  F._______  am  11.  Mai  2011  auf  dem  Luftweg  verliess,  mit  einer  ihm  unbekannten  Fluggesellschaft  an  einen  ihm unbekannten Ort gelangte, von wo aus er seine Flugreise  fortsetzte  und  erneut  an  einen  ihm  unbekannten  Ort  gelangte,  worauf  er  seine  Reise  im Auto  via  ihm unbekannte Destinationen  fortsetzte  und  am 12.  Mai  2011  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  G._______  um  Asyl  nachsuchte, dass  ein  Abgleich  der  Fingerabdrücke  des  Beschwerdeführers  mit  der  Eurodac­Datenbank  ergab,  dass  dieser  am  H._______  im  Vereinigten  Königreich  anlässlich  der  Einreichung  eines  Asylgesuches  von  den  britischen Behörden daktyloskopisch erfasst worden war, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ G._______  vom  27. Mai  2011  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  am  I._______  habe  er  in  J._______  an  einer  Demonstration  teilgenommen,  worauf  er  festgenommen worden  und  ohne  richterliches  Urteil für K._______ inhaftiert worden sei, dass er wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Gefängnis entlassen  worden  sei  und  man  ihm  gesagt  habe,  nach  der  Behandlung  seiner  L._______ habe er vor Gericht zu erscheinen, dass  er  nach  der  Entlassung  aus  dem Spital  zu Hause  von  der  Polizei  aufgesucht  worden  sei  und  diese  ihm  mitgeteilt  habe,  er  müsse  vor  Gericht erscheinen, dass er sich aus Furcht zum Verlassen seines Heimatlandes entschieden  habe,  dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im  EVZ  das  rechtliche  Gehör  zum  Umstand  gewährt  wurde,  wonach  gestützt  auf  seine  Aussagen  und  den  Eurodac­Treffer  vom  H._______ mutmasslich  das  Vereinigte  Königreich  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 

D­4026/2011 Wegweisungsverfahrens zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein  Asylgesuch nicht eingetreten werde, dass der Beschwerdeführer angab, er sei in England gewesen und habe  dort kein Asyl erhalten, dass  ihn  die  britischen  Behörden  weggeschickt  hätten,  weshalb  er  England im M._______ verlassen habe und in die Schweiz gereist sei, dass  der  Beschwerdeführer  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Verfahrens dem Kanton N._______ zugewiesen wurde, dass das BFM am 20. Juni 2011 die britischen Behörden um Übernahme  des Beschwerdeführers ersuchte, dass  das  Vereinigte  Königreich  am  5.  Juli  2011  diesem  Gesuch  zustimmte, dass das BFM mit Verfügung vom 8. Juli 2011 – eröffnet am 11. Juli 2011  – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung ins Vereinigte Königreich sowie den Vollzug spätestens am  Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist anordnete, dass  es  gleichzeitig  feststellte,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  den  Entscheid  komme  keine  aufschiebende  Wirkung  zu,  und  die  Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an  den Beschwerdeführer verfügte, dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  anführte,  der  Abgleich  der  Fingerabdrücke mit  der  Zentraleinheit  Eurodac  habe  ergeben,  dass  der  Beschwerdeführer  am  H._______  im  Vereinigten  Königreich  ein  Asylgesuch eingereicht habe, dass  das  Vereinigte  Königreich  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26.  Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­ Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem Königreich Norwegen 

D­4026/2011 über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­ Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren  zur Bestimmung des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder  in Norwegen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember  2004,  SR  0.362.32)  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  sei, dass  die  britischen  Behörden  dem  Gesuch  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers zugestimmt hätten, dass die Überstellung an das Vereinigte Königreich – vorbehältlich einer  allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung  –  bis  spätestens  am  5.  Januar 2012 zu erfolgen habe, dass auf das Asylgesuch daher nicht einzutreten sei, dass sein – im Rahmen des ihm gewährten rechtlichen Gehörs – geltend  gemachter  Einwand,  wonach  er  im  Vereinigten  Königreich  kein  Asyl  erhalten  habe,  keine  Änderung  an  der  Zuständigkeit  zu  bewirken  vermöge  und  auch  nicht  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  spreche, dass sodann auch die Zulässigkeit  und die Möglichkeit  des Vollzugs  zu  bejahen seien, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Juli 2011 (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  das  Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erachten, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  ersuchte  und  beantragte,  die  Vorinstanz  sei  unverzüglich  anzuweisen,  bis  zum  Entscheid  über  die  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  von  jeglichen  Vollzugshandlungen abzusehen, dass er zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

D­4026/2011 dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  19.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in  casu nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig  entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren der Vorinstanz  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG),

D­4026/2011 dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens­ entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen materiellen  Prüfung enthält,  die angefochtene Verfügung aufhebt  und die Sache zu  neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asyl­ suchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  vorgängige  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  im  Vereinigten  Königreich, wo er am H._______ ein Asylgesuch einreichte, feststeht und  er diesen Sachverhalt auch nicht bestreitet, dass die britischen Behörden dem Ersuchen des BFM vom 20. Juni 2011  um Übernahme des Beschwerdeführers am 5. Juli 2011 zustimmten, dass somit das Vereinigte Königreich für die Prüfung seines am 12. Mai  2011  in  der  Schweiz  neuerlich  eingereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl.  DAA  sowie  die  Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrages  zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat gestellt hat [Dublin­II­Verordnung], und die Verordnung [EG]  Nr. 1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates [DVO Dublin]), dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  im  Wesentlichen geltend macht, bei einer Rückschiebung nach China drohe  ihm  als  O._______,  der  China  unerlaubterweise  verlassen  habe,  eine  durch das Völkerrecht verpönte Strafe, und auch F._______ komme als 

D­4026/2011 Zielland  nicht  in  Frage,  weil  von  dort  Rückschaffungen  nach  China  stattgefunden hätten, dass er Gefahr laufe, Opfer einer Kettenabschiebung zu werden, weshalb  die  Vorinstanz  anzuweisen  sei,  von  ihrem Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  zu  machen  und  sich  für  die  Beurteilung  des  vorliegenden  Asylgesuchs  zuständig zu erklären, dass  Art.  3  Abs.  2  erster  Satz  Dublin­II­Verordnung  nicht  direkt  anwendbar  ist,  indessen die Souveränitätsklausel anzuwenden ist, wenn  sich  ein  Asylgesuchsteller  in  einem  Beschwerdeverfahren  auf  die  Verletzung  einer  direkt  anwendbaren  Bestimmung  des  internationalen  öffentlichen  Rechts  oder  einer  Norm  des  Landesrechts,  welche  einer  Überstellung entgegenstehen, berufen kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S.  635 f.), dass die Dublin­II­Verordnung voraussetzt, dass alle Mitgliedstaaten des  Dublin­Raums  ihren  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nachkommen,  diese  Vermutung  grundsätzlich  gilt,  solange  nicht  erhärtet  ist,  dass  der  Zielstaat  der  Überstellung  seinen  Mindestverpflichtungen  aus  dem  EU­ Gemeinschaftsrecht  systematisch  nicht  nachkommt,  und  die  Vermutung  durch  ernsthafte  Hinweise  darauf,  dass  die  Behörden  des  zuständigen  Staates  im  konkreten  Fall  das  internationale  Recht  nicht  respektieren  würden, umgestossen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f. S. 637  ff.), dass  das  Vereinigte  Königreich  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) ist, dass  keine  ernsthaften  Hinweise  im  Sinne  der  dargelegten  Rechtsprechung  dafür  bestehen,  das  Vereinigte  Königreich  würde  sich  vorliegend nicht an die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen der EMRK, halten, dass  in  der  Beschwerde  denn  auch  nicht  nachgewiesen  wird,  Grossbritannien  verletze  in  systematischer  Weise  und  über  die 

D­4026/2011 Überstellungsfrist  von  sechs  Monaten  hinaus  seine  ihm  obliegenden  völkerrechtlichen Mindestverpflichtungen, dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­Verordnung) hätten veranlassen sollen, zumal mit  dem  Vorbringen,  Grossbritannien  habe  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  rechtskräftig  abgewiesen,  nicht  feststeht,  dass  die  britischen Behörden ihn nach China zurückschaffen würden, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE  2008/34  E.  9.2  S.  510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass  im Rahmen des Dublin­Verfahrens,  bei  dem es sich um ein Über­ stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen  Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im  Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorgehende  Erwägungen), dass in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung in das  Vereinigte  Königreich  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtete, dass  der  Beschwerdeführer  demnach  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

D­4026/2011 dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen  ist,  weshalb  sich  der  Antrag  auf  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  und  auf  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  als  gegenstandslos  erweist, dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  hinfällig geworden ist, dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1  und  2 VwVG  abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)  

D­4026/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand:

D-4026/2011 — Bundesverwaltungsgericht 20.07.2011 D-4026/2011 — Swissrulings