Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 C-8260/2010

11. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,010 Wörter·~15 min·2

Zusammenfassung

Leistungsstreitigkeiten zwischen Versicherungsträgern | Leistungsstreitigkeit zwischen Unfallversicherern

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­8260/2010 Urteil   v om   1 1 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richterin Elena Avenati­Carpani, Richter Michael Peterli, Gerichtsschreiberin Patricia Egli. Parteien A._______AG,  Laupenstrasse 27, 3001 Bern,   Beschwerdeführerin,  gegen X._______AG,  Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,   Beschwerdegegnerin,  Bundesamt für Gesundheit BAG,  Direktionsbereich Kranken­ und Unfallversicherung,  Schwarzenburgstrasse 165, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Leistungsstreitigkeit zwischen Unfallversicherern.

C­8260/2010 Sachverhalt: A.  E._______ (nachfolgend: Versicherte) war als Serviertochter zu 100% in  dem  von  der  G._______  GmbH  betriebenen  Restaurant  Z._______  angestellt, wodurch sie bei der A._______AG obligatorisch gegen Berufs­  und Nichtberufsunfälle versichert war. Am 13. März 2009 begab sich die  Versicherte  nach  Arbeitsschluss  um  23.00  Uhr  in  die  Diskothek  "D._______",  wo  sie  an  jenem  Abend  einen  Probeeinsatz  als  Barmaid  absolvierte  (act. 1  016,  act.  1  033).  Kurz  nach  Mitternacht  betraten  ihr  Vater  sowie  zwei  ihrer  Brüder  die  Diskothek,  welche  die  Versicherte  aufforderten,  mit  ihnen  nach  Hause  zu  kommen.  Die  Versicherte  widersetzte  sich  dieser  Aufforderung  und  begab  sich  mit  ihrem  Mobiltelefon in einen Lagerraum, wo sie die Polizei um Hilfe rufen wollte.  Sie  kam  jedoch  nicht  dazu,  da  die  Brüder  ihr  folgten  und  ihr  das  Mobiltelefon  wegnahmen.  Da  sich  die  Versicherte  weiterhin  weigerte,  nach  Hause  zu  gehen,  schlugen  die  Brüder  mehrmals  auf  sie  ein.  Schliesslich trugen die beiden Brüder die Versicherte aus dem Lagerraum  ins  Auto,  wobei  sie  von  ihrem  Vater  unterstützt  wurden.  Als  sie  in  der  Familienwohnung  ankamen,  wurde  die  Versicherte  ins  Zimmer  eines  Bruders geführt, wo die ganze Familie  ihr Vorwürfe machte. Dabei  kam  es  zu weiteren  Schlägen  und  sogar  zu  einer  Todesdrohung  gegenüber  der  Versicherten.  Die  Versicherte  wurde  schliesslich  allein  im  Zimmer  eingeschlossen. Um Hilfe zu holen und die Polizei zu alarmieren, sah die  Versicherte daraufhin keine andere Möglichkeit, als aus dem Fenster der  Familienwohnung  im  2.  Stockwerk  zu  springen.  Die  Versicherte  verlor  dabei das Bewusstsein und musste  ins Spital eingeliefert werden (act. 3  004 – 3 007). B.  Die A._______AG erbrachte ohne definitive Stellungnahme Vorleistungen  für  das  vorstehende Unfallereignis. Mit Schreiben  vom 19.  Januar 2010  teilte  sie  der  X._______AG  als  Unfallversicherer  der  Diskothek  "D._______"  mit,  dass  es  sich  bei  dem  Unfall  vom  14. März  2009  um  einen  Berufsunfall  handle  und  daher  die  X._______AG  für  die  Schadenregulierung zuständig sei (act. 1 027). Die X._______AG bestritt  indessen mit Schreiben vom 15. Februar 2010  ihre Zuständigkeit  (act. 1  028).  C.  Mit  Schreiben  vom  9.  April  2010  beantragte  die  A._______AG  beim 

C­8260/2010 Bundesamt  für  Gesundheit  BAG  den  Erlass  einer  Verfügung  nach  Art.  78a des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20).  D.  Das BAG  stellte mit  Verfügung  vom  15.  November  2010  fest,  dass  die  A._______AG  für  den  Unfall  der  Versicherten  vom  14.  März  2009  leistungspflichtig sei und auferlegte ihr Verfahrenskosten in der Höhe von  Fr. 1'544.­. E.  Gegen  diese  Verfügung  hat  die  A._______AG  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  am  29.  November  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht erhoben. Sie beantragt die Feststellung, dass  die Verfügung des BAG vom 15. November 2010 nichtig sei. Eventualiter  sei  die  Verfügung  aufzuheben  und  es  sei  die  Zuständigkeit  der  X._______AG  für  die  Folgen  des  Unfalls  vom  14.  März  2009  nach  Massgabe des UVG festzustellen. F.  Die  X._______AG  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin)  beantragt  mit  Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2011 die Abweisung der Beschwerde. G.  Das  BAG  (nachfolgend:  Vorinstanz)  reichte  am  10.  Januar  2011  seine  Vernehmlassung  ein,  in  der  es  vollumfänglich  an  seiner  Verfügung  festhält und die Abweisung der Beschwerde beantragt. H.  Am  4.  Februar  2011  replizierte  die  Beschwerdeführerin.  In  ihrer  Replik  hält sie vollumfänglich an ihren Anträgen fest. I.  Mit  Schreiben  vom  16. März  2011  verzichtete  die  Beschwerdegegnerin  auf die Einreichung einer Duplik und hält an ihren Anträgen fest. J.  Die  Vorinstanz  machte  von  der  ihr  eingeräumten  Möglichkeit  zur  Einreichung einer Duplik bis 24. März 2011 keinen Gebrauch. 

C­8260/2010 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Anfechtungsgegenstand  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  15. November  2010.  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten Ausnahmen – Beschwerden gegen Verfügungen nach Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  die  von  Vorinstanzen  nach  Art. 33 VGG erlassen wurden. 1.2. Der  angefochtene Entscheid  ist  als  Verfügung  im Sinne  von Art.  5  Abs. 1 Bst. a VwVG zu qualifizieren, und eine Ausnahme gemäss Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor. Das BAG  ist  eine Vorinstanz  im Sinne  von Art.  33  Bst. d VGG. Das Bundesverwaltungsgericht  ist somit  für die Behandlung  der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen.  Sie  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges  Interesse  im  Sinne  von  Art.  48  Abs.  1  VwVG.  Sie  ist  daher  zur  Beschwerdeführung legitimiert. 1.4.  Die  Beschwerdegegnerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen.  Die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  würde  in  den Bestand  ihrer Rechte und Pflichten eingreifen; demnach besteht  ihr  Interesse darin, dass die Beschwerde abgewiesen und die angefochtene  Verfügung bestätigt wird. Die Beschwerdegegnerin ist somit als Partei im  Sinne  von  Art.  6  VwVG  zu  betrachten  (vgl.  zur  Parteistellung  ISABELLE  HÄNER,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich/St. Gallen 2008, Art. 6, Rz. 5). 1.5.  Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2.  Streitig  und  zu  prüfen  ist  im  vorliegenden  Fall,  ob  die  Vorinstanz  die 

C­8260/2010 Beschwerdeführerin  zu  Recht  als  für  den  Unfall  der  Versicherten  vom  14. März 2009 leistungspflichtig erklärt hat.  3.  Vorab  ist  darzulegen,  welche  Rechtsnormen  in  zeitlicher  Hinsicht  im  vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1.  Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung  Geltung  haben  (BGE  130  V  1  E. 3.2).  Gemäss  Art.  1  Abs.  2  Bst.  c  UVG  kommt  das  am  1.  Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR  830.1)  im Verfahren um geldwerte Streitigkeiten zwischen Versicherern nicht zur  Anwendung.  3.2.  In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Da die  Leistungskoordination  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  der  Beschwerdegegnerin  in  Bezug  auf  die  Ansprüche  der  Versicherten  aus  dem  Unfall  vom  14. März  2009  strittig  ist,  sind  vorliegend  die  Bestimmungen  des UVG  und  der  Verordnung  vom  20. Dezember  1982  über  die  Unfallversicherung  (UVV,  SR  832.202)  in  der  in  diesem  Zeitpunkt gültig gewesenen Fassung anwendbar. 4.  Die Beschwerdeführerin macht zunächst eine Verletzung des rechtlichen  Gehörs geltend. 4.1.  Der  verfassungsmässige  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  [BV,  SR  101])  dient  einerseits  der  Sachverhaltsaufklärung  und  stellt  andererseits  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  der  Parteien  dar.  Zum  formellen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör,  der  für  das  Verwaltungsverfahren in Art. 26 ff. VwVG konkretisiert worden ist, gehört  insbesondere auch das Recht auf Akteneinsicht  (Art. 26 Abs. 1 VwVG).  Aus  Inhalt  und  Funktion  des  Akteneinsichtsrechts  folgt  nach  der  Rechtsprechung,  dass  grundsätzlich  sämtliche beweiserheblichen Akten  den  Beteiligten  gezeigt  werden  müssen,  sofern  in  der  sie  unmittelbar 

C­8260/2010 betreffenden  Verfügung  darauf  abgestellt  wird.  Denn  es  gehört  zum  Kerngehalt  des  rechtlichen  Gehörs,  dass  der  Verfügungsadressat  vor  Erlass eines  für  ihn nachteiligen Verwaltungsaktes  zum Beweisergebnis  Stellung nehmen kann (BGE 132 V 387 E. 3.1). Das Akteneinsichtsrecht  bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind,  Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch  zu  gewähren,  wenn  die  Ausübung  des  Akteneinsichtsrechts  den  Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die  Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden,  kann  demnach  nicht  mit  der  Begründung  verweigert  werden,  die  fraglichen  Akten  seien  für  den  Verfahrensausgang  belanglos.  Es  muss  vielmehr dem Betroffenen selber überlassen sein, die Relevanz der Akten  zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2). 4.2.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ist  formeller  Natur.  Die  Verletzung des Anspruchs  führt daher ungeachtet der Erfolgsaussichten  der Beschwerde  in  der Sache  selbst  zur Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung (BGE 135 I 187 E. 2.2). Nach der Praxis des Bundesgerichts  kann  eine  Gehörsverletzung  im  Rechtsmittelverfahren  jedoch  geheilt  werden,  wenn  die  Beschwerdeinstanz  in  Sach­  und  Rechtsfragen  über  dieselbe  Kognition  verfügt  wie  die  Vorinstanz  und  dem  Betroffenen  dieselben Mitwirkungsrechte wie vor dieser zustehen (BGE 132 V 387 E.  5.1).  Unter  dieser  Voraussetzung  ist  selbst  bei  einer  schwerwiegenden  Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  abzusehen,  wenn  und  soweit  die  Rückweisung zu einem  formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen  Verzögerungen  führen  würde,  die  mit  dem  (der  Anhörung  gleichgestellten)  Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen  Beurteilung  der  Sache  nicht  zu  vereinbaren  wären  (BGE  137  I  195  E.  2.3.2, BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1). Die Verletzung  des rechtlichen Gehörs zieht somit nicht ohne Weiteres die Nichtigkeit der  Verfügung nach sich, was ohnehin nur bei besonders schwer wiegenden,  offensichtlichen  Verfahrensfehlern  in  Betracht  kommt  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N. 956 ff.). 4.3.  Die  Vorinstanz  hat  mit  Schreiben  vom  19.  Juli  2010  beim  Untersuchungsrichteramt Oberwallis um die Zusendung einer Kopie des  im  Verzeigungsbericht  der  Kantonspolizei  erwähnten  Berichts  des  Instituts  für  Rechtsmedizin  der  Universität  Bern  gebeten.  Das  vom  Untersuchungsrichteramt  O._______  in  der  Folge  am  17.  August  2010 

C­8260/2010 zugesandte, vom Institut  für Rechtsmedizin der Universität Bern erstellte  Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Versicherten vom 28. April  2009  nahm  die  Vorinstanz  zu  ihren  Akten.  Sie  hat  es  jedoch  unbestrittenermassen  unterlassen,  die  Beschwerdeführerin  über  den  Beizug  dieses  Gutachtens  zu  informieren.  Die  Beschwerdeführerin  konnte daher vor Vorinstanz keine Einsicht  in dieses rechtsmedizinische  Gutachten nehmen und zu seinem Inhalt Stellung nehmen. Allerdings gilt  es  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht wesentlich auf dieses Gutachten abstellt und es  lediglich einmal  in  Ziff. 2.1 erwähnt: "Den  Akten  lässt  sich  nicht  entnehmen,  dass  Frau  E._______  bereits  im  Dancing  Verletzungen  erlitten  hätte,  welche  eine  Behandlungsbedürftigkeit  oder  gar  Arbeitsunfähigkeit  zur  Folge  gehabt  hätten.  Das  Rechtsmedizinische  Institut  Bern  hält  in  seinem  Gutachten  fest,  die  festgestellten  Verletzungen  könnten  mit  dem  Sturz  aus  dem  Fenster  in  Einklang gebracht werden (Rechtsmedizinisches Gutachten des  Instituts  für  Rechtsmedizin Bern, S. 4)." Die Vorinstanz stützte sich daher für  ihre Einschätzung zunächst auf die  Akten,  welche  die  allgemeinen  Akten  (act.  1  001  –  1  033),  die  medizinischen  Akten  (act.  2  001  –  2  021)  und  die  Akten  des  Untersuchungsrichteramts (act. 3 001 – 3 052) umfassen, von denen die  Beschwerdeführerin  umfassend  Kenntnis  hatte.  Bereits  in  diesen  Akten  werden die behandelten Verletzungen der Versicherten einzig mit  ihrem  Fenstersturz begründet. So wird im Protokoll der Operation vom 14. März  2009  vom  Spital  S._______  als  Diagnose  festgehalten:  "Defenestration  avec TCC,  fracture  du  bassin,  fracture  des  corps  vertébraux  lombaires,  fracture du calcanéum et  fracture  intra­articulaire à bascule palmaire du  poignet et  luxation palmaire du carpe"  (act. 2 006). Auch  im Bericht der  Clinique  romande  de  réadaptation  vom  23.  April  2009  über  eine  neuropsychologische  Untersuchung  vom  16.  und  17.  April  2009  wird  ausgeführt,  die  Patientin  sei  Opfer  "d'un  polytraumatisme  sur  défenestration  du  3ème  étage,  avec  multiples  fractures,  contusion  périorbitale bilatérale et troubles de la vision" (act. 2 011). Im Bericht der  Clinique romande de réadaptation vom 30. April 2009 wird als Grund der  Hospitalisation  angegeben:  "Rééducation  orthopédique  après  défenestration  survenue  le  14.04.2009  dans  un  contexte  de  conflit  familial"  (act.  2  012).  Die  von  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  erwähnte  Feststellung  des  Gutachtens  des  Instituts  für  Rechtsmedizin  der  Universität  Bern,  wonach  die  Verletzungen mit  dem  Sturz aus dem Fenster in Einklang gebracht werden könnten, stellt somit 

C­8260/2010 keine neue Erkenntnis dar, sondern bestätigt lediglich die Feststellungen  in  den  vorerwähnten  Akten  des  Spitals  S._______  und  der  Clinique  romande  de  réadaptation.  Das  Gutachten  enthält  daher  keine  neuen  entscheidrelevanten  Gesichtspunkte,  sondern  stimmt  inhaltlich  mit  den  medizinischen Berichten überein, in welche die Beschwerdeführerin volle  Einsicht  hatte  und  zu  denen  sie  auch  Stellung  nehmen  konnte.  Vorliegend  kann  daher  nur  von  einer  geringfügigen  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs gesprochen werden, die einer Heilung zugänglich ist. 4.4.  Dem  Bundesverwaltungsgericht  kommt  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren volle Überprüfungsbefugnis zu (Art. 49 VwVG). Es  verfügt  damit  über  dieselbe  Kognition  wie  die  Vorinstanz.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  die  Beschwerdeführerin  in  das Verfahren  einbezogen  und  einen  doppelten  Schriftenwechsel  durchgeführt.  Die  Beschwerdeführerin  erhielt  damit  Gelegenheit,  sich  zu  dem  ihr  auf  Aufforderung hin von der Vorinstanz am 23. November 2010 zugestellten  Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern einlässlich  zu  äussern.  Die  Stellungnahmen  der  Beschwerdeführerin  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  entgegengenommen,  zur  Klärung  des  Sachverhalts  beigezogen  und  eingehend  gewürdigt.  Vor  diesem  Hintergrund  würde  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zu  einem  formalistischen  Leerlauf  und  damit  zu  einer  unnötigen  Verfahrensverzögerung  führen,  weshalb  vorliegend  die  geringfügige  Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten ist. 4.5.  Zusammenfassend  kann  festgehalten  werden,  dass  die  nicht  besonders  schwer  wiegende  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  im  vorinstanzlichen  Verfahren  durch  das  vorliegende  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht geheilt wurde. 5.  Die Versicherte war im Unfallzeitpunkt am 14. März 2009 zu 100% in dem  von der G._______ GmbH betriebenen Restaurant Z._______ angestellt  und  auf  Grund  dieses  Arbeitsverhältnisses  bei  der  Beschwerdeführerin  gemäss Art. 1a Abs. 1  i.V.m. Art. 6 Abs. 1 UVG obligatorisch gegen die  Folgen  von  Berufsunfällen,  Nichtberufsunfällen  und  Berufskrankheiten  versichert.  Am  Abend  des  13.  März  2009  absolvierte  die  Versicherte  einen  Probeeinsatz  in  der  Diskothek  "D._______".  Im  Rahmen  dieses  Probearbeitseinsatzes  bestand  –  trotz  fehlendem  Entgelt  –  die  obligatorische Berufsunfallversicherung bei der Beschwerdegegnerin (Art.  1a Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 1 UVV; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C­8260/2010 C­940/2009  vom  1.  Juli  2011  E.  5),  nicht  jedoch  eine  Nichtberufsunfallversicherung (Art. 13 Abs. 1 UVV). 5.1. Als Berufsunfälle gelten nach Art. 7 Abs. 1 Bst. a UVG Unfälle, die  dem  Versicherten  zustossen  bei  Arbeiten,  die  er  auf  Anordnung  des  Arbeitgebers  oder  in  dessen  Interesse  ausführt.  Erforderlich  ist  somit,  dass zwischen dem Unfall und der angeordneten oder  im  Interesse des  Arbeitgebers  ausgeführten  Arbeit  eine  zeitliche  Koinzidenz  besteht  (ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985,  S. 95, Fn. 146). Der Arbeitnehmer muss zeitlich während der Ausführung  arbeitgeberischer  Weisungen  oder  bei  der  Erfüllung  einer  im  Interesse  des  Arbeitgebers  stehenden  Tätigkeit  verunfallen.  Unerheblich  ist  demgegenüber, ob zwischen der angeordneten Arbeit und dem Unfall ein  Kausalzusammenhang besteht oder ob die angeordnete Arbeit während  oder ausserhalb der normalen Arbeitszeit verrichtet wird (MAURER, a.a.O.,  S. 94 f., Fn. 146). Für die Definition eines Berufsunfalls knüpft Art. 7 Abs.  1  Bst.  a  UVG  somit  einzig  an  die  Berufstätigkeit  selbst  an,  bei  deren  Ausübung  sich  der  Unfall  ereignen  muss  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts C­5/2006 vom 12. März 2009 E. 7.2.1.). Art.  7 Abs. 1 Bst.  b UVG qualifiziert  als Berufsunfall weiter Unfälle während  der  Arbeitspausen  sowie  vor  und  nach  der  Arbeit,  wenn  sich  der  Arbeitnehmer  befugterweise  auf  der  Arbeitsstätte  oder  im  Bereiche  der  mit  seiner  beruflichen  Tätigkeit  zusammenhängenden Gefahren  aufhält.  Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt ein Berufsunfall im Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  Bst.  b  UVG  allerdings  nur  vor,  wenn  ein  sachlicher  Zusammenhang  zwischen  der  vereinbarten  Arbeitstätigkeit  und  dem  Aufenthalt der versicherten Person auf der Arbeitsstätte oder  im Bereich  der mit  ihrer  beruflichen  Tätigkeit  zusammenhängenden Gefahr  besteht  (Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2009 vom 19. Juni 2009 E. 3.1). Als  Nichtberufsunfälle gelten demgegenüber gemäss Art. 8 Abs. 1 UVG alle  Unfälle, die nicht zu den Berufsunfällen zählen.  5.2.  Dem  Begriff  des  Berufsunfalls  nach  Art.  7  Abs.  1  UVG  liegt  der  Unfallbegriff  von  Art.  4  ATSG  zu  Grunde.  Danach  ist  ein  Unfall  die  plötzliche,  nicht  beabsichtigte  schädigende  Einwirkung  eines  ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit  oder  den Tod  zur Folge hat  (vgl.  dazu UELI KIESER,  ATSG­ Kommentar,  2.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  4,  Rz.  11  ff.).  Das  Unfallereignis  muss  somit  eine  bestimmte  Folge  –  in  der  Form  der  Beeinträchtigung  der  Gesundheit  oder  des  Todes  –  haben,  damit  ein 

C­8260/2010 Unfall  im Sinne  von  Art.  4  ATSG  vorliegt.  Zwischen  dem Unfallereignis  und  der  Folge  wird  ein  natürlicher  Kausalzusammenhang  gefordert.  Ursachen  im  Sinne  des  natürlichen  Kausalzusammenhangs  sind  alle  Umstände,  ohne deren Vorhandensein  der  eingetretene Erfolg  nicht  als  eingetreten oder nicht als  in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen  Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118 V  289  E.  1b).  Ob  zwischen  einem  schädigenden  Ereignis  und  einer  gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,  ist  eine  Tatfrage,  worüber  die  Verwaltung  bzw.  im  Beschwerdefall  das  Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im  Sozialversicherungsrecht  üblichen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  zu  befinden  hat.  Die  blosse  Möglichkeit  eines  Zusammenhangs  genügt  für  die  Begründung  eines  Leistungsanspruchs  nicht (BGE 119 V 338 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b). Kann der behauptete  Kausalzusammenhang  zwischen  einem  Ereignis  und  einer  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  nicht  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  bewiesen  werden,  trägt  diejenige  Partei  die  Folgen  der  Beweislosigkeit,  welche  aus  der  unbewiesen  gebliebenen  Behauptung  Rechte  ableitet  (MAURER,  a.a.O.,  S.  266).  Die  Leistungspflicht  des  Unfallversicherers  setzt  im  Weiteren  voraus,  dass  zwischen  dem  Unfallereignis  und  dem  eingetretenen  Schaden  ein  adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat  ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn  es  nach  dem  gewöhnlichen  Lauf  der  Dinge  und  nach  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  an  sich  geeignet  ist,  einen  Erfolg  von  der  Art  des  eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das  Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, BGE  125 V 461 E. 5a).  5.3.  Damit  ein  Unfall  den  Anspruch  auf  Versicherungsleistungen  begründet, muss die für den Unfallbegriff vorausgesetzte Schädigung der  Gesundheit zudem weitere Voraussetzungen erfüllen. Sie muss entweder  eine  Heilbehandlung  nötig  machen  oder  eine  Arbeitsunfähigkeit  oder  sogar  den Tod  verursachen  (MAURER,  a.a.O.,  S.  172).  Es  ist mithin  ein  Kausalzusammenhang  zwischen  der  durch  das Unfallereignis  bewirkten  gesundheitlichen  Störung  und  den  versicherungsrechtlich  relevanten  Auswirkungen  in  der  Form  von  Behandlungsbedürftigkeit,  Arbeitsunfähigkeit oder Tod gefordert (MAURER, a.a.O., S. 165). 5.4.  Die  Leistungspflicht  bei  Versicherten  mit  mehreren  Arbeitgebern  richtet sich nach Art. 99 UVV. Erleidet ein Versicherter, der bei mehreren 

C­8260/2010 Arbeitgebern  beschäftigt  ist,  einen  Berufsunfall,  so  ist  gemäss  Art.  99  Abs.  1  UVV  der  Versicherer  jenes  Arbeitgebers  leistungspflichtig,  in  dessen  Dienst  der  Versicherte  verunfallt  ist.  Bei  Nichtberufsunfällen  ist  gemäss  Art.  99  Abs. 2  UVV  der  Versicherer  jenes  Arbeitgebers  leistungspflichtig, bei dem der Versicherte vor dem Unfall zuletzt tätig und  für Nichtberufsunfälle versichert war. 6.  Im  Folgenden  ist  zunächst  zu  prüfen,  wie  die  Geschehnisse  im  Lagerraum der Diskothek "D._______" in der Nacht vom 13. auf den 14.  März 2009 rechtlich zu qualifizieren sind. 6.1.  Nach  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  wurde  spätestens  zum  Zeitpunkt  der  Ereignisse  im  Lagerraum  der  Tatbestand  des  Unfallereignisses im Sinne von Art. 4 ATSG i.V.m. Art. 7 UVG erfüllt und  damit  die  Leistungspflicht  der  Beschwerdegegnerin  begründet.  Es  sei  davon auszugehen, dass die linksseitigen Verletzungen der Versicherten  vom heftigen Fusstritt gegen den Oberschenkel herrühren, welcher ihr im  Lagerraum des "D._______" zugefügt worden sei. Die Halteverletzungen  an  den  Armen  seien  sodann  wahrscheinlich  beim  Heraustragen  der  Versicherten  aus  dem  Lagerraum  entstanden.  Bei  diesen  Verletzungen  sowie den zahlreichen Schlägen habe es sich um mehr als eine Bagatelle  gehandelt,  was  auch  ohne  den  nachfolgenden  Fenstersturz  eine  zumindest  kurzfristige  Behandlungsbedürftigkeit  sehr  wahrscheinlich  mache.  Ob  sich  die  Versicherte  ohne  die  später  erlittenen,  weit  schwereren  Verletzungen  in  ärztliche  Behandlung  hätte  begeben  müssen, sei durch das Institut für Rechtsmedizin nicht abgeklärt worden.  Es  habe  insbesondere  nicht  präzisiert,  ob  die  Verletzungen  durch  Gewaltanwendungen  vor  dem  Sturz  oder  durch  den  Sturz  selber  verursacht worden seien. Die  Vorinstanz  führt  demgegenüber  aus,  den  Akten  sei  nicht  zu  entnehmen, dass die Versicherte bereits im Dancing Verletzungen erlitten  hätte, welche  eine Behandlungsbedürftigkeit  oder  gar Arbeitsunfähigkeit  zur  Folge  gehabt  hätten.  Die  festgestellten  Verletzungen  könnten  nach  dem Gutachten des rechtsmedizinischen Instituts Bern mit dem Sturz aus  dem  Fenster  in  Einklang  gebracht  werden.  Fest  stehe,  dass  die  Versicherte  durch  die  Sturzverletzungen  behandlungsbedürftig  und  arbeitsunfähig  geworden  sei.  Der  Unfallbegriff  nach  Art.  4  ATSG  sei  daher  erst  auf  Grund  des  Sturzes  und  den  damit  verbundenen  Verletzungen erfüllt worden.

C­8260/2010 Die Beschwerdegegnerin weist im Wesentlichen darauf hin, dass sich die  Versicherte als Folge der Misshandlungen durch den Vater und die zwei  Brüder  aus  dem  Fenster  gestürzt  und  dabei  schwere  Verletzungen  erlitten  habe.  Auch  wenn  ein  Kausalzusammenhang  zwischen  den  Ereignissen  im  Dancing  "D._______"  und  dem  Fenstersturz  bestehe,  könne nicht der ganze Geschehensablauf als ein Unfallereignis bewertet  werden.  Vielmehr  sei  der  Sturz  aus  dem  Fenster  als  eigenständiges  Unfallereignis  anzusehen,  das  von  der  Beschwerdeführerin  zu  übernehmen sei.  6.2. Aus dem Verzeigungsbericht der Polizei vom 10. Juni 2009 und den  polizeilichen Einvernahmen  geht  zwar  hervor,  dass  der  Versicherten  im  Lagerraum der Diskothek  "D._______"  von  ihrem Bruder ein Fusstritt  in  ihren linken Oberschenkel versetzt wurde (act. 3 005, act. 3 031). Jedoch  lässt  sich  den  Akten  nicht  mit  dem  notwendigen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  entnehmen,  dass  dieser  einmalige  Fusstritt eine körperliche Schädigung der Versicherten zur Folge gehabt  hätte,  die  eine  Heilbehandlung  nötig  gemacht  oder  eine  Arbeitsunfähigkeit  verursacht  hätte.  Im  rechtsmedizinischen  Gutachten  der Untersuchung vom 20. März 2009 wird lediglich ausgeführt, dass die  Versicherte  am  linken  Oberschenkel  aussenseitig  eine  flächenhafte,  gelbe Hautunterblutung  von  ca.  7  x  5  cm  und  am  linken Oberschenkel  streckseitig  eine  flächenhafte,  livide,  rundliche Hautunterblutung  von ca.  2 cm Durchmesser  aufweise  (Gutachten  des  Instituts  für Rechtsmedizin  der Universität Bern, S. 3). Ob eine dieser Hautunterblutungen von einem  Fusstritt  oder  aber  vom  Sturz  der  Versicherten  aus  dem  Fenster  verursacht wurde,  ist allerdings weder dem Gutachten noch den übrigen  Akten  zu  entnehmen.  Der  natürliche  Kausalzusammenhang  zwischen  dem Fusstritt und einer körperlichen Beeinträchtigung der Versicherten ist  somit  nicht mit  dem Beweisgrad  der  überwiegenden Wahrscheinlichkeit  belegt.  Doch  auch  wenn  eine  dieser  Hautunterblutungen  Folge  des  einmaligen Fusstrittes des Bruders gewesen wäre, so geht aus den Akten  klar  hervor,  dass  diese  Hautunterblutungen  keine  Heilbehandlung  nötig  machten  und  auch  keine Arbeitsunfähigkeit  der Versicherten  verursacht  haben. Laut den übereinstimmenden medizinischen Berichten des Spitals  S._______  und  der  Clinique  romande  de  réadaptation  liegt  der  Behandlung der Versicherten  folgende Diagnose zu Grunde (act. 2 012,  vgl. auch act. 2 004, act. 2 016, act. 2 021, act. 2 001): "Polytraumatisme sur défenestration le 14.03.2009 avec:

C­8260/2010 – fracture du bassin de type C: fracture  ilio­ischiopubienne gauche  et de l'aile iliaque gauche (T 91.2) – fracture de la partie supérieure du mur postérieur de L2 (T 91.1) – fracture­luxation  du  poignet  gauche  (fracture  intra­articulaire  du  radius  distal  avec  rupture  du  ligament  annulaire  du  carpe,  du  ligament scapho­lunaire) (T 92.2) – fracture plurifragmentaire du calcanéum gauche (T 93.2) – condensation de la base pulmonaire gauche (T 91.4) – contusion péri­orbitale bilatérale (T 90.4) – troubles de la vision (T 90.4) Status post­réduction ouverte de la fracture du poignet et fixation par  plaque  palmaire;  réduction  et  fixation  de  la  luxation  palmaire  du  carpe,  neurolyse  du  nerf  médian  au  tunnel  carpien  à  gauche  et  embrochage radio­naviculaire à gauche, le 14.03.2009 (Z 98.8)" Behandelt  wurden  einzig  die  obenstehenden  körperlichen  Beeinträchtigungen, die als Folge des Sturzes der Versicherten aus dem  Fenster der Familienwohnung  im 2. Stock  festgestellt wurden. Die nach  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  bestehende  körperliche  Beeinträchtigung in Form einer Hautunterblutung am linken Oberschenkel  der  Versicherten  als  Folge  eines  Fusstrittes  des  Bruders  löste  demgegenüber gemäss den Akten weder eine Behandlungsbedürftigkeit  noch  eine  Arbeitsunfähigkeit  der  Versicherten  aus.  Fehlt  jedoch  die  Behandlungsbedürftigkeit  einer  körperlichen  Beeinträchtigung  oder  führt  diese  nicht  zu  einer  Arbeitsunfähigkeit,  so  begründet  sie  auch  keinen  Anspruch  auf  Versicherungsleistungen  gestützt  auf  das  Unfallversicherungsgesetz (MAURER, a.a.O., S. 172).  Gleiches  gilt  für  die  von  der  Beschwerdeführerin  angeführten  Halteverletzungen  an  den  Armen,  die  nach  ihrer  Auffassung  wahrscheinlich beim Heraustragen der Versicherten aus dem Lagerraum  entstanden  seien.  Nach  den  polizeilichen  Befragungen  wurde  die  Versicherte  beim  Heraustragen  von  einem  Bruder  an  den  Händen  gepackt, vom anderen Bruder an den Füssen (act. 3 041, act. 3 031, act.  3 027), und der Vater trug die Versicherte zum Schluss noch am Rücken  (act. 3 041, act. 3 031). An den Händen der Versicherten waren  jedoch  gemäss  dem  rechtsmedizinischen  Gutachten  keine  körperlichen  Beeinträchtigungen  vorhanden,  die  von  diesem  Heraustragen  stammen 

C­8260/2010 könnten.  An  der  linken  Hand  wurden  gar  keine  Verletzungen  dokumentiert,  und  die  am  rechten  Handrücken  festgestellte  Hautunterblutung  ist  im  Zusammenhang  mit  einem  Injektionsnadeleinstich  zu  sehen  (Gutachten  des  Instituts  für  Rechtsmedizin der Universität Bern, S. 3). Auf Grund der Akten lässt sich  somit  nicht  mit  dem  notwendigen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit belegen, dass das Heraustragen der Versicherten aus  dem Lagerraum  körperliche Beeinträchtigungen  zur  Folge  gehabt  hätte.  Zudem  gilt  es  auch  bei  diesen  nach  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  möglichen  körperlichen  Beeinträchtigungen  festzustellen, dass sie nach der Diagnose des Spitals S._______ und der  Clinique  romande  de  réadaptation  keine  Behandlungsbedürftigkeit  oder  Arbeitsunfähigkeit und damit auch keine Leistungspflicht gestützt auf das  Unfallversicherungsgesetz  begründeten  (act.  2  012,  act.  2  004,  act.  2  016, act. 2 021, act. 2 001). 6.3. Diese Einschätzungen werden durch die Angaben der Versicherten  zum  Unfallereignis  in  den  Akten  bestätigt.  Diese  führt  bei  ihren  Befragungen  aus,  dass  sie  zu  Hause  Schläge  erlitten  habe  und  von  einem  ihrer Brüder von hinten gewürgt worden sei. Als sie daraufhin  im  Zimmer eingeschlossen worden sei, sei sie zum Fenster hinausgeklettert  und dann zwei Stockwerke  in die Tiefe gefallen (Gutachten des  Instituts  für Rechtsmedizin  der Universität  Bern,  S.  1  f.;  act.  1  015,  act.  1  006).  Ihre Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit führt die Versicherte  auf  diese  Ereignisse  in  der  Familienwohnung  und  nicht  auf  die  Geschehnisse im Lagerraum der Diskothek "D._______" zurück.  6.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der einmalige Fusstritt des  Bruders  in  den  linken  Oberschenkel  der  Versicherten  und  das  Heraustragen  der  Versicherten  aus  dem  Lagerraum  der  Diskothek  "D._______" nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  körperliche  Beeinträchtigungen  der  Versicherten  zur  Folge gehabt haben. Auch wenn solche körperlichen Beeinträchtigungen  im  Übrigen  zu  bejahen  wären,  so  hätten  sie  keine  Behandlungsbedürftigkeit  oder  gar  eine  Arbeitsunfähigkeit  der  Versicherten  begründet,  weshalb  keine  Leistungspflicht  gemäss  Unfallversicherungsgesetz  besteht.  Aus  den  Ereignissen  im  Lagerraum  der  Diskothek  "D._______"  folgt  daher  entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.

C­8260/2010 7.  Weiter  gilt  es  abzuklären,  ob  es  sich  beim  Sturz  der  Versicherten  aus  dem  Fenster  der  Familienwohnung  am  14.  März  2009  um  einen  Berufsunfall  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  UVG  handelt  oder  ob  ein  Nichtberufsunfall  gemäss  Art.  8  Abs.  1  UVG  vorliegt.  Bei  einem  Berufsunfall  wäre  die  Beschwerdegegnerin  als  zuständiger  Berufsunfallversicherer  der  Diskothek  "D._______"  leistungspflichtig.  Handelt  es  sich  demgegenüber  um  einen  Nichtberufsunfall,  hat  die  Beschwerdeführerin  als  zuständiger  Versicherer  der  G._______  GmbH  für den Unfall aufzukommen. 7.1. Die  Beschwerdeführerin macht  geltend,  der  Sturz  der  Versicherten  aus dem Fenster  sei  als Berufsunfall  im Sinne  von Art.  7 Abs.  1 Bst.  a  UVG  zu  werten.  Unfallversicherungsrechtlich  seien  die  einzelnen  Ereignisse  der  Nacht  als  eine  Gesamtheit  von  Ereignissen  zu  qualifizieren, wobei der Sturz aus dem Fenster die natürlich und adäquat  kausale  Folge  einer  bereits  am  Arbeitsplatz  gegen  den  Willen  der  Versicherten  entstandenen  und  schliesslich  ununterbrochen  aufrecht  erhaltenen,  den  Unfallbegriff  im  Sinne  von  Art.  4  ATSG  erfüllenden,  Bedrohungs­  und  Gewaltsituation  gebildet  habe.  Doch  auch  wenn  der  Sturz als ein eigenständiges, isoliertes Ereignis zu werten wäre, müsse er  als Berufsunfall im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Bst. a UVG qualifiziert werden.  Es  sei  unbestritten,  dass  die  Versicherte  gegen  ihren  Willen  und  gewaltsam  vom  Arbeitsplatz  weggeführt  worden  sei.  Ebenso  stehe  ausser Frage, dass sie ihre Arbeit weitergeführt hätte, wenn sie nicht von  ihrem Arbeitsplatz gewaltsam entfernt worden wäre. Ferner habe sich der  Sturz zu einem Zeitpunkt ereignet, zu dem sie noch gearbeitet hätte. Es  wäre  vor  diesem  Hintergrund  offensichtlich  stossend,  der  Versicherten  den  Versicherungsschutz  im  Rahmen  der  Berufsunfallversicherung  mit  der  Begründung  zu  versagen,  sie  habe  sich  zum  Zeitpunkt  des Unfalls  nicht  an  ihrem  Arbeitsplatz  befunden.  Die  Versicherte  sei  im  Rahmen  einer  vom  Arbeitgeber  angeordneten  Arbeit  verunfallt,  weshalb  ein  Berufsunfall vorliege. Die Vorinstanz weist demgegenüber darauf hin, dass die Versicherte erst  durch  ihren  Sturz  aus  dem  Fenster  und  nicht  bereits  im  Dancing  "D._______"  verletzt  worden  sei.  Die  Verletzungen  seien  demzufolge  nicht  im  Einflussbereich  ihres  Arbeitsortes,  sondern  im  häuslichen  Bereich entstanden, weshalb der vorliegende Unfall als Nichtberufsunfall  im Sinne von Art. 4 ATSG  i.V.m. Art. 8 Abs. 1 UVG zu qualifizieren sei. 

C­8260/2010 Bei  Nichtberufsunfällen  sei  die  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  Art.  99  Abs. 2 UVV i.V.m. Art. 13 Abs. 1 UVV leistungspflichtig.  Die Beschwerdegegnerin bestreitet  ihrerseits  im Wesentlichen, dass der  ganze  Geschehensablauf  als  ein  Unfallereignis  anzusehen  sei.  Der  Geschehensablauf erfülle den Unfallbegriff nicht, da es am Kriterium der  Plötzlichkeit  fehle,  mit  dem  ein  zeitlicher  Rahmen  gesteckt  werde.  Der  Sturz  aus  dem  Fenster  sei  als  eigenständiges  Unfallereignis  zu  qualifizieren,  das  als  Nichtberufsunfall  von  der  Beschwerdeführerin  zu  übernehmen sei.  7.2.  Für  das  Vorliegen  eines  Berufsunfalls  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  Bst. a  UVG  ist  explizit  eine  zeitliche  Koinzidenz  mit  Arbeiten  gefordert,  welche die Versicherte auf Anordnung des Arbeitgebers oder  in dessen  Interesse  ausführt.  Der  Arbeitnehmer  muss  somit  zeitlich  während  der  Ausführung arbeitgeberischer Weisungen oder bei der Erfüllung einer im  Interesse  des  Arbeitgebers  stehenden  Arbeit  verunfallen  (vgl.  E.  5.1.).  Der  Sturz  der  Versicherten  aus  dem Fenster  der  Familienwohnung  aus  dem 2. Stock, der nachweislich körperliche Beeinträchtigungen und damit  die Behandlungsbedürftigkeit und die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten  bewirkte,  ereignete  sich  allerdings  nicht  während  der  Verrichtung  von  Arbeiten,  die  sie  auf  Anordnung  der  Diskothek  "D._______"  ausgeführt  hat. Ebenso wenig ereignete sich der Sturz während der Erledigung von  Arbeiten, die sie im Interesse der Diskothek erledigte. Vielmehr ereignete  sich  der  Sturz  nach  der  –  wenn  auch  unfreiwilligen  –  Beendigung  der  beruflichen  Tätigkeit  für  die  Diskothek,  nach  der  Heimkehr  der  Versicherten  in  die  Familienwohnung  beim  Versuch,  sich  nach  der  Auseinandersetzung mit  ihrer  Familie  aus  dem  verschlossenen  Zimmer  zu befreien und zu ihrem eigenen Schutz Hilfe bei der Polizei zu suchen  (act. 1 015, act. 3 050, act. 3 007). Diese Handlungen der Versicherten  weisen nicht die für einen Berufsunfall geforderte zeitliche Koinzidenz zur  Arbeitstätigkeit  für  die  Diskothek  "D._______"  auf,  weshalb  kein  Berufsunfall  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  Bst.  a  UVG  vorliegt.  Ebenso  wenig kann der Sturz der Versicherten aus dem Fenster als Berufsunfall  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  Bst.  b  UVG  qualifiziert  werden.  Der  Unfall  ereignete sich nicht während einer Arbeitspause und auch nicht nach der  Arbeit bei befugtem Aufenthalt auf der Arbeitsstätte oder im Bereiche der  mit  der  beruflichen Tätigkeit  zusammenhängenden Gefahren. Der Sturz  der  Versicherten  aus  dem  Fenster  der  Familienwohnung,  der  nachweislich  körperliche  Schädigungen  verursachte,  die  eine 

C­8260/2010 Behandlungsbedürftigkeit  und  eine  Arbeitsunfähigkeit  bewirkten,  stellt  daher ein Nichtberufsunfall im Sinne von Art. 8 Abs. 1 UVG dar. 7.3. Was  die  Beschwerdeführerin  dagegen  vorbringt,  vermag  nicht  zu  überzeugen. Zunächst verkennt sie, dass der Unfallbegriff  im Sinne von  Art.  4 ATSG definitionsgemäss  nicht  die Gesamtheit  der Ereignisse  der  Nacht  vom  13.  auf  den  14.  März  2009  –  von  der  Bedrohungs­  und  Gewaltsituation  am  Arbeitsplatz  bis  zum  Sturz  aus  dem  Fenster –  umfassen  kann.  Ein  Unfall  setzt  die  plötzliche,  nicht  beabsichtigte  schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den  menschlichen Körper voraus, die eine Beeinträchtigung der körperlichen,  geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die  Voraussetzung  der  Plötzlichkeit  ist  dabei  zu  bejahen,  wenn  sich  die  schädigende  Einwirkung  in  einem  kurzen,  abgrenzbaren  Zeitraum  abspielt.  In der Regel  ist  die Einwirkung auf  kürzeste Zeit  – auf wenige  Sekunden oder Bruchteile davon – beschränkt (KIESER, a.a.O., Art. 4, Rz.  13;  MAURER,  a.a.O.,  S. 170).  Die  Plötzlichkeit  eines  Ereignisses  wird  hingegen  verneint,  wenn  die  schädigende  Einwirkung  kontinuierlich  mehrere  Stunden  dauert  (MAURER,  a.a.O.,  S.  170).  Die Gesamtheit  der  Ereignisse  in  der  Nacht  vom  13.  auf  den  14.  März  2009  kann  daher  bereits mangels Plötzlichkeit  nicht  als Unfall  im Sinne  von Art.  4 ATSG  betrachtet  werden.  Darüber  hinaus  ist  nicht  mit  der  notwendigen  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  erstellt,  dass  die  Gesamtheit  der  Ereignisse  eine  Beeinträchtigung  der  Gesundheit  der  Versicherten  zur  Folge  gehabt  hätte  (vgl.  E.  6.).  Demgegenüber  erfüllt  der  Sturz  der  Versicherten aus dem Fenster der Familienwohnung im 2. Stock nicht nur  das Kriterium der Plötzlichkeit,  sondern  hatte  unzweifelhaft  auch die  für  den Unfallbegriff notwendige Folge der Beeinträchtigung der Gesundheit  der  Versicherten  zur  Folge.  Allein  der  Sturz  der  Versicherten  aus  dem  Fenster  ist  daher  als Unfall  im Sinne  von Art.  4  ATSG  zu  qualifizieren.  Dieser  Unfall  stellt  jedoch  entgegen  den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  nicht  einen Berufsunfall  im Sinne  von Art. 7 Abs.  1  Bst.  a  UVG  dar.  Für  das  Vorliegen  eines  Berufsunfalls  ist  nach  dem  Wortlaut von Art. 7 Abs. 1 Bst. a UVG einzig die zeitliche Koinzidenz mit  der  Ausübung  der  angeordneten  oder  im  Interesse  des  Arbeitgebers  ausgeübten  Berufstätigkeit  erforderlich.  Unerheblich  ist  demgegenüber,  ob  zwischen  dieser  Berufstätigkeit  und  dem  Unfall  ein  Kausalzusammenhang besteht (MAURER, a.a.O., S. 94 f., Fn. 146). Auch  wenn die Arbeit der Versicherten in der Diskothek "D._______" Anlass für  die  familiäre  Auseinandersetzung  bildete,  die  zum  unfreiwilligen  Wegbringen der Versicherten,  ihrem Festhalten  in einem Zimmer  in der 

C­8260/2010 Familienwohnung und schliesslich zum Sturz aus dem Fenster führte, so  lässt  sich  dadurch  der  Unfall  doch  nicht  als  Berufsunfall  gemäss  Art.  7  Abs. 1 Bst. a UVG qualifizieren. Unerheblich ist weiter, ob sich der Unfall  während  der  ursprünglich  vereinbarten  Arbeitszeit  der  Versicherten  ereignet  hat  und ob die Arbeit  freiwillig  oder  unfreiwillig  beendet wurde.  Entscheidend ist einzig, dass sich der Unfall der Versicherten wie gezeigt  nicht  bei  der  Erfüllung  von  arbeitgeberischen  Weisungen  oder  bei  der  Ausübung von Arbeiten im Interesse des Arbeitgebers ereignete, sondern  bei  Handlungen  im  eigenen,  persönlichen  Interesse  der  Versicherten  nach  deren  Heimkehr  in  die  Familienwohnung  (vgl.  E.  7.2.).  Da  die  Voraussetzungen von Art. 7 Abs. 1 UVG somit nicht erfüllt  sind,  ist das  Vorliegen eines Berufsunfalls zu verneinen.  8.  Auf  Grund  der  vorstehenden  Erwägungen  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Sturz der Versicherten  aus  dem  Fenster  der  Familienwohnung  am  14.  März  2009  ein  Nichtberufsunfall  im  Sinne  von  Art.  8  Abs.  1  UVG  darstellt.  Da  bei  Nichtberufsunfällen  der  Versicherer  jenes  Arbeitgebers  leistungspflichtig  ist,  bei  dem  der  Versicherte  vor  dem  Unfall  zuletzt  tätig  und  für  Nichtberufsunfälle versichert war (Art. 99 Abs. 2 UVV), hat die Vorinstanz  zu  Recht  die  Beschwerdeführerin  als  leistungspflichtig  erklärt.  Die  angefochtene Verfügung  ist somit zu bestätigen und die Beschwerde  ist  abzuweisen. 9.  9.1.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  werden  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  (Art.  63  Abs.  2  zweiter  Halbsatz  VwVG).  Sie werden  in Anwendung von Art. 1  i.V.m. Art. 2 und Art. 3 Bst. b des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 6'000.­  festgesetzt  und  mit  dem  einbezahlten  Kostenvorschuss  von  Fr.  6'000.­  verrechnet. 9.2.  Gemäss  Art.  64  Abs.  1  VwVG  und  Art.  7  Abs.  1  VGKE  haben  obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten.  Keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  haben  Bundesbehörden  und  in  der  Regel  andere  Behörden, die als Parteien auftreten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Die Vorinstanz  hat als Bundesbehörde  im Sinne von Art. 1 Abs. 2 Bst. a VwVG keinen 

C­8260/2010 Anspruch  auf  Parteientschädigung.  Die  Beschwerdegegnerin  stellt  hinsichtlich der Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung eine  Organisation mit öffentlich­rechtlichen Aufgaben und damit eine Behörde  im  Sinne  von  Art.  1  Abs.  2  Bst.  e  VwVG  dar,  die  in  der  Regel  keinen  Anspruch auf Parteientschädigung hat. Eine Ausnahme von dieser Regel  ist  vorliegend  nicht  angebracht,  weshalb  auch  der  Beschwerdegegnerin  keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  6'000.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  einbezahlten  Kostenvorschuss  von  Fr. 6'000.­ verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 521.0006­6/727539; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Patricia Egli Rechtsmittelbelehrung:

C­8260/2010 Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat  die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-8260/2010 — Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 C-8260/2010 — Swissrulings