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Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 C-8103/2009

24. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,610 Wörter·~13 min·3

Zusammenfassung

nach Auflösung der Familiengemeinschaft | Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­8103/2009 Urteil   v om   2 4 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richter Jean­Daniel Dubey,    Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa­Haake. Parteien A._______,   vertreten durch Rechtsanwältin Ruth Dönni,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

C­8103/2009 Sachverhalt: A.  Der  aus  Brasilien  stammende  A._______,  geboren  1974,  reiste  im  November 2003 in die Schweiz ein. Er heiratete am 24. Januar 2004 die  in  Zürich  lebende  Schweizerin  B._______  und  erhielt  im  Kanton  Zürich  eine  Aufenthaltsbewilligung,  die  in  der  Folge  regelmässig  verlängert  wurde. Am 18. Januar 2005 kam die gemeinsame Tochter G._______ zur  Welt.  A._______  zog  am  16.  Oktober  2006  aus  der  gemeinsamen  Wohnung  aus.  Das  Zusammenleben  wurde  danach  nicht  wieder  aufgenommen.  B.  Am  26.  Januar  2007  beantragte  A._______  eine  weitere  Verlängerung  seiner Aufenthaltsbewilligung. Das Migrationsamt des Kantons Zürich (im  Folgenden:  Migrationsamt)  stellte  nach  entsprechenden  Abklärungen  fest, dass der Gesuchsteller trotz der ehelichen Trennung den Kontakt zu  seiner  Tochter  weiterpflegte.  Es  verlängerte  aufgrund  dessen  seine  Aufenthaltsbewilligung  für  ein  weiteres  Jahr,  stellte  aber  –  so  das  Schreiben  vom  10.  Mai  2007  –   in  Aussicht,  bei  der  nächsten  Verlängerung  die  Beziehungen  zum  Kind  erneut  abklären  zu  wollen.  Folgerichtig geschah dies auch, als A._______ am 8. Januar 2008 eine  weiteres Verlängerungsgesuch, dem schlussendlich entsprochen wurde,  stellte.   C.  Am  5.  Januar  2009  beantragte  A._______  wiederum  die  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung.  Hierzu  tätigte  das  Migrationsamt  erneut  Abklärungen und ersuchte  ihn und die Kindesmutter, wie  in  den beiden  Jahren  davor,  um  schriftliche  Beantwortung  diverser  Fragen  zur  Vater­ Tochter­Beziehung.  Unter  Mitwirkung  des  Bezirksgerichts  Zürich  trafen  die  Ehegatten  […]  am  10.  März  2009  eine  Vereinbarung  über  die  Scheidungsfolgen.  Ihre  Ehe  wurde  mit  Urteil  vom  27.  Mai  2009  geschieden,  wobei  ihrer  vorhergehenden  Vereinbarung  zufolge  die  elterliche Sorge über das Kind der Mutter übertragen wurde. Desweiteren  verpflichtete  sich  der  Kindesvater  zur  Zahlung  von  Kindesunterhalt  und  erhielt  –  abgesehen  von  einer  speziellen  Regelung  für  bestimmte  Feiertage  –  für  jedes  zweite  Wochenende  ein  Besuchsrecht.  Das  Migrationsamt befürwortete aufgrund dieser Umstände die Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  unterbreitete  dem  BFM  am  10.  August  2009 einen entsprechenden Antrag auf Zustimmung.

C­8103/2009 D.  Das BFM vertrat die Ansicht, der Gesuchsteller könne weder aus der nur  kurze  Zeit  gelebten  Ehe  noch  aus  der  Anwesenheit  der  Tochter  einen  Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung herleiten. Es teilte  A._______  mit  Schreiben  vom  11.  August  2009  mit,  es  erwäge,  die  Zustimmung zur beantragten Verlängerung zu verweigern, und gewährte  ihm hierzu das rechtliche Gehör.  E.  In diesem Rahmen äusserte sich A._______ am 31. August 2009 durch  seine  Rechtsvertreterin.  Er  machte  geltend,  seine  Tochter  G._______  habe  zu  ihm  eine  intakte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung.  Er  liebe  seine Tochter sehr, nehme seine Vaterpflichten ernst und sei stets seiner  Unterhaltspflicht  nachgekommen.  Auch  die  Kindesmutter  habe  bei  den  jeweiligen Abklärungen des Migrationsamtes bestätigt, dass er zu seiner  Tochter eine liebevolle Beziehung unterhalte und dass diese sich jeweils  auf die Besuche beim Vater  freue. Diese Beziehung könne er nur  in der  Schweiz  leben.  Von Brasilien  aus wären  regelmässige  Besuche  bereits  aus  finanziellen  Gründen  nicht  möglich,  zum  einen  wegen  der  erheblichen  Flugkosten,  zum  anderen  wegen  des  dort  relativ  niedrigen  Einkommensniveaus.  Vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  habe  er  in  Brasilien nur circa 1000 Franken pro Monat verdient. F.  Mit  Verfügung  vom  24.  November  2009  verweigerte  das  BFM  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  wies  A._______ aus der Schweiz weg.  F.a Zur Begründung  führte die Vorinstanz aus, der Gesuchsteller könne  kein  Aufenthaltsrecht  aus  Art.  50  des  Ausländergesetzes  vom  16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) herleiten, denn diese Bestimmung  erfordere entweder eine vorherige eheliche Gemeinschaft von drei Jahren  sowie eine erfolgreiche Integration oder aber wichtige persönliche Gründe  für einen weiteren Aufenthalt  in der Schweiz. Die eheliche Gemeinschaft  des  Gesuchstellers  habe  jedoch  lediglich  zwei  Jahre  und  knapp  zehn  Monate gedauert. Bei ihm, der erst im Alter von 29 Jahren in die Schweiz  eingereist  sei  und  nur  einen  unqualifizierten  Beruf  im  Logistikbereich  ausübe, sei auch nicht ersichtlich, dass er hier über besonders intensive  und über das übliche Mass hinausgehende Bindungen verfüge. All  dies  spreche dafür, dass er sich in seinem Heimatland wieder in sozialer und  wirtschaftlicher Hinsicht integrieren könne.

C­8103/2009 F.b  Im  Hinblick  auf  die  Beziehung  zu  seiner  Tochter  könne  sich  A._______ auch nicht auf Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  berufen.  Ein  Ausländer  habe  zwar  grundsätzlich  einen  Rechtsanspruch auf eine ausländerrechtliche Bewilligung, wenn sein Kind  über  die  Schweizer  Staatsbürgerschaft  und  damit  über  ein  gefestigtes  Anwesenheitsrecht  verfüge;  dies  gelte  aber  nicht  absolut.  Der  nicht  sorgeberechtigte Ausländer könne die familiäre Beziehung zum Kind zum  Vornherein  nur  im  beschränkten  Rahmen  des  ihm  eingeräumten  Besuchsrechts pflegen, so dass er nicht  im gleichen Land wie sein Kind  leben  müsse.  Die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  lasse  hiervon  Ausnahmen  zu,  wenn  –  abgesehen  von  weiteren  Erfordernissen –  zwischen  Kind  und  Elternteil  in  wirtschaftlicher  und  affektiver  Hinsicht  eine besonders enge Beziehung bestehe. Diese sei im vorliegenden Fall  nicht  gegeben.  Das  Verhältnis  zwischen  Vater  und  Tochter  sei  zwar  offensichtlich  gut,  was  auch  die  Kindesmutter  trotz  Kritik  an  der  Zuverlässigkeit ihres Ex­Ehemannes einräume. Das Wahrnehmen der im  Scheidungsurteil  gerichtsüblich  festgelegten  Besuchszeiten  spreche  jedoch  nicht  für  eine  besonders  intensive  Beziehung  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung;  eine  solche  Beziehung  müsse  deutlich  über  ein  standardmässig  eingeräumtes  Besuchsrecht  hinausgehen. F.c  Bestehe  kein  Aufenthaltsrecht  mehr,  so  sei  A._______  aus  der  Schweiz  wegzuweisen.  Der  Vollzug  seiner  Wegweisung  sei  auch  möglich, zulässig und zumutbar.  G.  Mit Eingabe vom 28. Dezember 2009 erhob A._______ Beschwerde an  das  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Zustimmungserteilung  zur  Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung.  G.a  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  er  und  seine  fünfjährige  Tochter  G._______  hätten  eine  sehr  schöne,  innige  Beziehung  miteinander   und  unternähmen  auch  viel  zusammen.  Verschiedene  Bekannte könnten dies bestätigen. Bis zum Alter von anderthalb Jahren  sei  hauptsächlich  er  es  gewesen,  der  sich  um  G._______  gekümmert  habe.  Heute  verbringe  sie  jede  zweite  Woche  den  Samstag  und  den  Sonntag  bei  ihm;  hinzu  kämen  verschiedene  Feiertage.  Sehr  oft  wolle  seine  Tochter  bei  ihm  übernachten,  und  er  selbst  würde  seine  Tochter 

C­8103/2009 auch gerne öfter bei sich haben. In der Scheidungsvereinbarung – in der  er eine gütliche Regelung mit der Mutter habe finden müssen – sei dies  jedoch  nicht  vorgesehen.  Dies  dürfe  ihm  nicht  zum Nachteil  gereichen,  zumal es den Scheidungsparteien überlassen worden sei, sich über eine  Ausdehnung  des  Besuchsrechts  zu  einigen.  Immerhin  verbringe  seine  Tochter  mindestens  vier  Tage  pro  Monat  bei  ihm.  Entgegen  den  Ausführungen  der  Kindesmutter  sei  er  bei  der  Ausübung  des  Besuchsrechts  auch  immer  zuverlässig  gewesen  und  sei  den  Unterstützungspflichten  gegenüber  der  Tochter  nachgekommen.  Dass  die  Unterhaltszahlungen  in  der  Vergangenheit  zuweilen  bis  längstens  einen  Monat  zu  spät  erfolgt  seien,  dürfe  angesichts  der  gesamten  Umstände nicht ins Gewicht fallen. Für ihn ergebe sich ein Anspruch auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  auch  unter  Berücksichtigung  des  Kindeswohls,  denn  Art.  10  Abs.  2  des  Übereinkommens  vom  20.  November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes  (SR  0.107)  schütze  die  regelmässige persönliche und unmittelbare Kontaktpflege des Kindes zu  beiden Elternteilen. Müsse er die Schweiz verlassen, so sei die Ausübung  des Besuchsrechts von Brasilien aus nicht realistisch und würde faktisch  das Ende des Kontakts zwischen Vater und Tochter bedeuten.  G.b Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe er, der Beschwerdeführer,  auch  gestützt  auf  Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG  einen  Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Dass  er  und  seine  Ehefrau  nach  zwei  Jahren  und  zehn  Monaten  die  Haushaltsgemeinschaft  aufgegeben hätten,  lasse nicht auf ein Scheitern der Ehe  innerhalb von  drei  Jahren schliessen. Vielmehr hätten die Ehegatten  im Oktober 2006  lediglich  eine  vorübergehende  Trennung  beabsichtigt.  Auch  wichtige  persönliche  Gründe  im  Sinne  von  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  würden  seinen weiteren Aufenthalt  in der Schweiz erforderlich machen. So halte  er  sich  seit  sechs  Jahren  in  der  Schweiz  auf,  habe  sich  hier  sehr  gut  integriert,  spreche  ausgezeichnet  deutsch  und  habe  sich  einen  neuen  Bekanntenkreis  aufgebaut.  Abgesehen  von  den  eingehaltenen  Unterhaltsverpflichtungen gegenüber  seiner Tochter  sei  er auch stets  in  der  Lage  gewesen,  für  seinen  eigenen  Lebensunterhalt  aufzukommen.  Es  könne  ihm  daher  nicht  zugemutet  werden,  nach  Brasilien  zurückzukehren  und  sich  dort  eine  neue  Existenz  aufzubauen.  Sollte –  trotz  dieser Sachlage – die Verlängerung  seiner   Aufenthaltsbewilligung  keine  Zustimmung  erfahren,  so  sei  ihm  jedenfalls  aufgrund  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu erteilen. 

C­8103/2009 H.  In ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2010 erläutert die Vorinstanz ihre  vorhergehenden  Erwägungen  und  beantragt  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Des  Weiteren  betont  sie,  dass  sich  aus  dem  Übereinkommen  über  die  Rechte  des  Kindes  keine  über  Art.  8  EMRK  hinausgehenden  Bewilligungsansprüche  ergäben.  Die  familiäre  Beziehung  des  Beschwerdeführers  zu  seiner  Tochter  könne  auch  von  Brasilien  aus  gelebt  werden,  wobei  die  Modalitäten  des  Kontakts  in  geeigneter  Weise  auszugestalten  seien.  Beispielsweise  könnten  sporadische  Besuche  erfolgen;  zudem  sei  es  mit  modernen  Kommunikationsmitteln  wie  Webcams  sogar  möglich,  sich  beim  Telefonieren zu sehen. I.  In  der  darauf  folgenden  Replik  vom  14.  April  2010  macht  der  Beschwerdeführer erneut geltend, dass er im Falle seiner Rückkehr nach  Brasilien den Kontakt zu seiner Tochter nicht mehr im bisherigen Rahmen  ausüben  könnte.  Beide  seien  auf  physische  Kontakte  angewiesen  und  müssten vor allem auch gemeinsam etwas unternehmen können. J.  Der  weitere  Akteninhalt  –  einschliesslich  der  der  beigezogenen  kantonalen  Akten  –  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen  Berücksichtigung finden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33  aufgeführten  Behörden  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen  des  BFM,  welche  sowohl  die  Zustimmung  zur  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  als  auch  die  Wegweisung  betreffen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig,  soweit  nicht  die  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  an  das 

C­8103/2009 Bundesgericht  offen  steht  (vgl.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  und  4  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 1.3.  Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  zu  deren  Anfechtung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).   Auf  die  frist­  und  formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE  2011/1 E. 2 und Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­2682/2007 vom  7. Oktober 2010 E. 1.2 und 1.3). 3.  Am  1.  Januar  2008  traten  das  Ausländergesetz  und  seine  Ausführungsbestimmungen in Kraft – unter anderem die Verordnung vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem  Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  bleibt  nach  der  übergangsrechtlichen  Ordnung  des  Ausländergesetzes das alte materielle Recht anwendbar, wobei es ohne  Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – so explizit Art. 126 Abs. 1  AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2). 3.1.  Dem  Beschwerdeführer  ist  zwar  noch  unter  dem  Geltungsbereich  des  Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  eine  erstmalige  Aufenthaltsbewilligung erteilt worden; da er  jedoch  letztmals mit Gesuch 

C­8103/2009 vom   5. Januar 2009 die Verlängerung der Bewilligung beantragt hat,  ist  im vorliegenden Verfahren neues Recht anwendbar. 3.2. Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und  Verlängerung  von  Bewilligungen.  Vorbehalten  bleibt  jedoch  die  Zustimmung durch das BFM. Dessen Zustimmungserfordernis ergibt sich  im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 Abs. 1 Bst. a VZAE.  Letztgenannte Bestimmung wird präzisiert durch die Weisungen des BFM  im  Ausländerbereich  in  der  Fassung  vom  30.  September  2011  (www.bfm.ch  >  Dokumentation  >  Rechtliche  Grundlagen  >  Weisungen  und  Kreisschreiben).  Diese  sehen  in  Ziffer  1.3.1.4  Bst. e  vor,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  der  Auflösung  der  ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder  ausländischen  Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem  Mitgliedstaat  der  EFTA  oder  der  EG  stammt.  Im  Rahmen  des  Zustimmungsverfahrens  ist  das  BFM  nicht  an  die  Beurteilung  der  kantonalen Instanzen gebunden. 4.  Gemäss  Art.  42  Abs.  1  AuG  haben  ausländische  Ehegatten  von  Schweizerinnen  und  Schweizern,  wenn  sie  mit  diesen  zusammenwohnen,  Anspruch  auf  Erteilung  und  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  –  nach  einem  ordnungsgemässen  und  ununterbrochenen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  –  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Niederlassungsbewilligung  (Art.  42  Abs.  3  AuG).  Nach  Auflösung  der  Ehe  oder  Familiengemeinschaft  –  mitgemeint  ist  auch  die  eheliche  Gemeinschaft – besteht der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  die  Ehegemeinschaft  mindestens  drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  wenn  wichtige  persönliche  Gründe  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  erforderlich machen  (Art.  50  Abs.  1  Bst. b AuG). 5.  Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass sich die Ehegatten […]  im  Oktober 2006 nach einer Ehedauer von zwei Jahren und zehn Monaten  trennten. Der Beschwerdeführer hat zwar geltend gemacht, seinerzeit sei  lediglich eine vorübergehende Trennung beabsichtigt gewesen; allerdings  hat  er  nicht  präzisiert,  wie  lange  und  auf  welche  Weise   die  eheliche  Gemeinschaft  trotz  Trennung  überhaupt  noch  weiter  funktioniert  haben 

C­8103/2009 soll.  Somit  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  sein  Ehewille  über den Trennungszeitpunkt hinaus fortdauerte und gemäss Art. 49 AuG  wichtige  Gründe  für  eine  getrennte  Wohnsitznahme  bestanden.  Laut  Angaben  seiner  Ex­Ehefrau  wurde  zwar  noch  im  Dezember  2006  ein  letzter Versuch zur Rettung der Ehe beschlossen, dieser Beschluss aber  bereits  vor Ende des Monats wieder  revidiert;  danach, ab Januar 2007,  habe  der  gemeinsame  Kontakt  nur  noch  der  Regelung  von  Administrativem  und  Besuchen  des  Kindes  gedient  (vgl.  das  von  B._______  am  20.  Februar  2007  an  das  Migrationsamt  gerichtete  Schreiben).  Auch  unter  Berücksichtigung  der  Schilderungen  der  Ex­ Ehefrau kann somit nicht angenommen werden, dass die am 24. Januar  2004 begründete eheliche Gemeinschaft drei Jahre dauerte (zur strikten  Massgabe  der  Dreijahresfrist  von  Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG  vgl.  BGE  2C_784/2010  vom  26. Mai  2011 E.  3.1.3).  Der  Beschwerdeführer  kann  folglich  daraus  keinen  Anspruch  auf  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  herleiten.  Schliesslich  wurde  die  Ehe,  wie  im  Sachverhalt  erwähnt,  am  27.  Mai  2009  geschieden,  ohne  dass  es  zu  einer Wiederaufnahme der Haushaltsgemeinschaft gekommen wäre.   6.  Damit stellt sich die Frage, ob wichtige persönliche Gründe im Sinne von  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  den  weiteren  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  der Schweiz  erforderlich machen. Solche Gründe  können namentlich – so explizit Art. 50 Abs. 2 AuG – vorliegen, wenn der  betreffende  Ehegatte  Opfer  ehelicher  Gewalt  wurde  und  seine  soziale  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland  stark  gefährdet  erscheint;  beide  Bedingungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 136 II 1 E. 5 S. 3  ff.). Weitere wichtige,  im Zusammenhang mit der Ehe stehende Gründe  können  sich  auch  daraus  ergeben,  dass  der  in  der  Schweiz  lebende  Ehepartner gestorben  ist  oder gemeinsame Kinder  vorhanden sind  (vgl.  MARC  SPESCHA  in:  Spescha/Thür/Zünd/Bolzli,  Kommentar  Migrationsrecht, Zürich 2009, Art. 50 AuG N 7 sowie MARTINA CARONI  in:  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 50 N 23  f.).  Auch  die  in  Art.  31 Abs.  1  VZAE  genannten,  aber  nicht  erschöpfenden  Kriterien  können  für  die  Beurteilung  eines  sogenannten  "nachehelichen  Härtefalls" herangezogen werden (BGE 2C_784/2010 vom 26. Mai 2011  E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 7.  Im  Falle  des  Beschwerdeführers  fällt  in  Betracht,  dass  er  Vater  eines 

C­8103/2009 Kindes  ist,  das  die  schweizerische  Staatsangehörigkeit  besitzt.  Er  hat  aufgrund  dessen  geltend  gemacht,  die  Verweigerung  seines  weiteren  Aufenthalts  stelle  eine  Verletzung  des  durch  Art. 8  EMRK  geschützten  Rechts auf Familienleben dar. 7.1. Art. 8 Abs. 1 EMRK und der insoweit gleichbedeutende Art. 13 Abs. 1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  gewährleisten  das Recht  auf  Achtung  des  Privat­ und Familienlebens. Hat ein Ausländer nahe Verwandte mit einem  gefestigten  Anwesenheitsrecht  in  der  Schweiz  und  wird  die  zu  ihnen  bestehende  intakte  Beziehung  tatsächlich  gelebt,  so  kann Art.  8  Abs. 1  EMRK verletzt sein, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt  und  damit  sein  Familienleben  vereitelt  wird  (BGE  135  I  143  E.  1.3.1  S. 145  f.  mit  Hinweis).  Der  entsprechende  Schutz  gilt  jedoch  nicht  absolut; vielmehr gestattet Art. 8 Abs. 2 EMRK einen Eingriff  in das von  Abs. 1 geschützte Rechtsgut, wenn er gesetzlich vorgesehen und unter  den dort aufgeführten Voraussetzungen –  insbesondere sicherheits­ und  ordnungspolitischer Art – notwendig ist. Insofern erfordert der Eingriff eine  Abwägung  der  sich  gegenüberstehenden  privaten  Interessen  an  der  Bewilligungserteilung  und  den  öffentlichen  Interessen  an  deren  Verweigerung;  diese müssen  jene  in  dem Sinne  überwiegen,  dass  sich  der Eingriff  in das Privat­  und Familienleben als notwendig erweist  (vgl.  BGE  2C_327/2010,  2C_328/2010  vom  19.  Mai  2011  E.  4.1.1  mit  Hinweisen). 7.2. Bei dieser Interessenabwägung fällt es zugunsten der um Aufenthalt  ersuchenden  Person  ins  Gewicht,  wenn  diese  mit  der  in  der  Schweiz  anwesenheitsberechtigten Person zusammenlebt. Im Verhältnis zwischen  getrennt  lebenden  Eltern  und  ihren  minderjährigen  Kindern  gilt  dies  jedenfalls  für  den Elternteil,  dem  die  elterliche Sorge  zusteht  (vgl.  BGE  2C_327/2010,  2C_328/2010  vom  19.  Mai  2011  E.  4.2).  Der  nicht  sorgeberechtigte Elternteil  kann die  familiäre Beziehung von Vornherein  nur  in  einem  beschränkten Rahmen  –  innerhalb  des  ihm  eingeräumten  Besuchsrechts – ausüben. Hierfür ist regelmässig nicht erforderlich, dass  er sich dauernd  im gleichen Land wie das Kind aufhält; vielmehr genügt  es  den  Anforderungen  von  Art.  8  EMRK,  wenn  er  das  Besuchsrecht –  unter den geeigneten Modalitäten – vom Ausland her ausüben kann. Ein  weitergehender  Anspruch  –  der  auch  dem  nichtsorgeberechtigten  Elternteil  ein  Aufenthaltsrecht  vermitteln  würde  –  kann  aber  dann  bestehen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders  enge  Beziehung  zum  Kind  besteht,  diese  wegen  der  Distanz  zum 

C­8103/2009 Heimatland  des  Ausländers  praktisch  nicht  mehr  aufrecht  erhalten  werden  könnte  und  das  bisherige  Verhalten  des  Betroffenen  in  der  Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (vgl. BGE 120 Ib 1 E. 3c  S. 5, 22 E. 4a/b S. 25 f. und Urteil des Bundesgerichts 2C_171/2009 vom  3. August 2009 E. 2.2 mit Hinweisen). Die geforderte besondere Intensität  der  affektiven  Beziehung  kann  in  der  Regel  nur  dann  bejaht  werden,  wenn  ein  grosszügig  ausgestaltetes  Besuchsrecht  eingeräumt  ist  und  dieses kontinuierlich, spontan und  reibungslos ausgeübt wird  (Urteil des  Bundesgerichts  2C_799/2010  vom  20.  Februar  2011  E.  3.3.1  mit  Hinweisen). 7.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  geltend  gemacht,  er  pflege  zu  seiner  Tochter  eine  innige  und  liebevolle  Beziehung  und  sei  seinen  Unterhaltsverpflichtungen  –  abgesehen  von  zuweilen  verspäteten  Zahlungen  –  stets  nachgekommen.  Seine  damalige  Ehefrau  hat  diese  Behauptungen  im Wesentlichen  bestätigt,  als  das Migrationsamt  in  den  Jahren  2007  bis  2009  zur  jeweiligen  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  ihres Ehemannes Abklärungen vornahm (vgl.  ihre  an  das  Migrationsamt  gerichteten  Schreiben  vom  3. April  2007,  28.  Februar  2008  und  20.  März  2009).  In  ihrem  letzten  Schreiben  hat  sie  zwar ausgeführt, der Kindesvater sei in der Ausübung des Besuchsrechts  nicht sehr zuverlässig bzw. halte die vereinbarten Zeiten nicht immer ein;  sie hat aber dennoch eingeräumt, dass sein Kontakt zur Tochter liebevoll  sei und diese ihren Vater auch gern habe. Im gleichen Schreiben hat sie  jedoch  auch  beklagt,  sie  müsse  oft  dem  Geld  nachrennen,  immerhin  würde der Kindesunterhalt aber innerhalb eines Monats bezahlt.  7.4. Die auch vom Beschwerdeführer eingeräumte Unpünktlichkeit einiger   Unterhaltszahlungen  wirft  zwar  die  Frage  auf,  ob  er  überhaupt  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  eine  besonders  enge  Beziehung  zu  seiner  Tochter unterhält. Da er jedoch betont, zwischenzeitlich, d.h. nach Erhalt  einer  Festanstellung   einen  Dauerauftrag  für  die  Alimentenzahlungen  eingerichtet  zu  haben,  kann  diese  Frage  zugunsten  des  Beschwerdeführers bejaht werden. Ebenso wenig ist in Abrede zu stellen,  dass  zwischen  Vater  und  Tochter  eine  intakte  und  gelebte  Beziehung  besteht.  Sowohl  die  Angaben  der  Kindesmutter  als  auch  die  vom  Beschwerdeführer  mit  seiner  Rechtmitteleingabe  übersandten  Sympathieschreiben  bestätigen  dies.  Letztere  können  aber  keinen  Aufschluss  darüber  geben,  ob  die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte  Beziehung zur Tochter eine gefühlsmässig enge Verbundenheit im Sinne  der  oben  (E.  7.2)  beschriebenen  Kriterien  darstellt.  Insbesondere  stellt 

C­8103/2009 sich die Frage, ob der zeitliche Umfang der getroffenen Besuchsregelung  überhaupt ausreicht, um in affektiver Hinsicht eine besonders enge Vater­ Tochter­Beziehung annehmen zu können.  Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau kurz  nach  der  Trennung  über  ein  väterliches  Besuchsrecht  verständigten,  welches  bereits  ab  Januar  2007  –  mit  ein  bis  zwei  Tagen  alle  zwei  Wochen  –  wahrgenommen  wurde  (vgl.  das  an  das  Migrationsamt  gerichtete  Schreiben  der  Ehefrau  vom  3. April  2007).  In  der  nachfolgenden  Trennungsvereinbarung,  die  offensichtlich  im März  2007  getroffen  wurde  (vgl.  hierzu  die  Schreiben  der  Ehefrau  an  das  Migrationsamt  vom  20.  Februar  2007  und  vom   3. April  2007),  wurde  vereinbart,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Tochter  jedes  zweite  Wochenende am Samstag und am Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr sehen  könne.  Die  gleiche  Regelung  enthielt  auch  die  Scheidungsfolgenvereinbarung, wobei noch gewisse zusätzliche Besuche  während der Feiertage geregelt wurden. Laut dieser Vereinbarung – und  wie von  ihm selbst auch geltend gemacht – sieht der Beschwerdeführer  seine Tochter an mindestens vier Tagen pro Monat. 7.5.  Die  zeitliche  Ausgestaltung  des  Besuchsrechts  für  die  Tochter  G._______ entspricht den üblichen Vereinbarungen, welche Kindeseltern  –  jedenfalls  Eltern  kleinerer  Kinder  –  anlässlich  einer  Trennung  oder  Scheidung  vornehmen.  Ein  vierzehntägiges  Besuchsrecht  am  Samstag  und  Sonntag  ist  sozusagen  der  Mindeststandard,  der  dem  nichtsorgeberechtigten  Elternteil  erlaubt,  seine  Beziehung  zum  Kind  aufrecht  erhalten  zu  können.  Von  einem  grosszügig  ausgestalteten,  kontinuierlich,  spontan  und  reibungslos  ausgeübten  Besuchsrecht –  Zeichen  für  eine  besonders  intensive  affektive  Beziehung  –  kann  bei  einer  solchen  Vereinbarung  jedoch  nicht  die  Rede  sein.  Dementsprechend  hat  das  Bundesgericht  eine  enge  gefühlsmässige  Vater­Kind­Beziehung  auch  nur  in  den  Fällen  bejaht,  in  denen  der  Kontakt über das übliche Mass hinausging (vgl. BGE 120 Ib 1 E. 3a S. 4,  Urteil  des Bundesgerichts  2C_718/2010  vom 2. März  2011 E.  3.2.1 mit  Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 2C_787/2010 vom 16. Juni 2011  E. 3.2.2 mit Hinweisen).  7.5.1. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, er selbst sowie auch  seine  Tochter  wünschten  sich  eine  Erweiterung  des  Besuchsrechts,  insbesondere dahingehend, dass sie an den Besuchswochenenden auch  bei  ihm  übernachten  dürfe.  Die  Scheidungsfolgenvereinbarung  habe  es 

C­8103/2009 den Eltern überlassen, sich über eine Ausdehnung des Besuchsrechts zu  einigen.  Ihm dürfe es nicht zum Nachteil gereichen, dass sich seine Ex­ Ehefrau  mit  einer  Erweiterung  der  Besuchszeiten  bisher  nicht  einverstanden  gezeigt  habe.  Diese  rechtliche  Einschätzung  trifft  jedoch  nicht  zu.  Entscheidend  ist,  wie  sich  die  Beziehung  zwischen  nichtsorgeberechtigtem  Elternteil  und  Kind  im  gegenwärtigen  Zeitpunkt  darstellt, nicht, wie sie unter den bestmöglichen Voraussetzungen gelebt  werden könnte. Zugegebenermassen kann es in der Praxis nur dann ein  grosszügig  ausgeübtes  Besuchsrecht  geben,  wenn  diesbezüglich  bei  beiden  Elternteilen  Einvernehmen  herrscht.  Anders  ist  ein  solches  Besuchsrecht,  das  eine  gewisse Offenheit  und  gegenseitiges Vertrauen  der  Beteiligten  erfordert,  aber  auch  gar  nicht  denkbar,  denn  die  wesentlichen  Eigenschaften,  die  ein  solches  Besuchsrecht  ausmachen,  lassen  sich  gegenüber  dem  sorgeberechtigten  Elternteil  nicht  zwangsweise  durchsetzen.  Es  ist  daher  unerheblich,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Kindesmutter  für  die  stagnierende  Besuchsregelung verantwortlich zu machen versucht. Er hat übrigens im  weiteren  Verfahrensverlauf  auch  keine  Erklärungen  mehr  dazu  abgegeben, ob sich mittlerweile beim Besuchsrecht Änderungen ergeben  haben.  7.5.2.  Weder  die  vorliegenden  Akten  noch  die  Beschwerdevorbringen  einschliesslich  der  vorgelegten Beweismittel  liefern  somit  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  zu  seiner  Tochter  G._______  eine  besonders  intensive  affektive  Beziehung  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  unterhält.  Vor  diesem  Hintergrund  erübrigt es sich darauf einzugehen, ob der Beschwerdeführer – wie es die  Kindesmutter  gegenüber  dem  Migrationsamt  behauptet  hat  –   bei  der  Einhaltung der vereinbarten Besuchszeiten gelegentlich unzuverlässig ist.  Verneint  man  das  Vorliegen  einer  intensiven  gefühlmässigen  Vater­ Tochter­Beziehung, so kommt es auch nicht mehr darauf an, mit welchen  (räumlichen  und  finanziellen)  Einschränkungen  der  Beschwerdeführer  den Kontakt zu seiner Tochter von seinem Heimatland aus weiterführen  kann. Diese Frage wäre   nur – bei Bejahung einer  intensiven affektiven  Beziehung  –  kumulativ  zu  prüfen.  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  somit  zuzumuten, den Kontakt  zu seiner Tochter auf andere Weise als bisher  zu  pflegen  und  sein Besuchsrecht  –  dessen Modalitäten  in  diesem Fall  anzupassen wären –  im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Heimatland  her auszuüben. Den Anforderungen, die Art. 8 EMRK an die Möglichkeit,  ein  Familienleben  zu  führen,  stellt,  ist  damit  Genüge  getan.  Das 

C­8103/2009 Übereinkommen  über  die  Rechte  des  Kindes  gewährt  keine  darüberhinausgehenden Rechte. 8.  Damit  stellt  sich die Frage, ob sonstige wichtige persönliche Gründe  im  Sinne  von Art.  50 Abs.  1 Bst.  b AuG einen Anspruch auf Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  vermitteln  können.  Als  insofern  relevante  Auslegungskriterien  (vgl. E.  6 am Ende)  nennt Art. 31 Abs.  1 VZAE die  Integration  (Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst.  b),  die  Familienverhältnisse  (Bst. c),  die  finanziellen  Verhältnisse  sowie  den  Willen  zur  Teilhabe  am Wirtschaftsleben  und  zum  Erwerb  von  Bildung  (Bst.  d),  die  Dauer  der  Anwesenheit  (Bst.  e),  den  Gesundheitszustand  (Bst.  f) und die Möglichkeiten der Wiedereingliederung  im Herkunftsland  (Bst. g). 8.1. Eigenen Angaben zufolge hat sich der Beschwerdeführer  in privater  und  beruflicher  Hinsicht  gut  integriert.  Auch  die  Vorinstanz  hat  seine  Integration  nicht  in  Abrede  gestellt.  Der  Vorinstanz  zufolge  verfügt  der  Beschwerdeführer  aber  nicht  über  Beziehungen,  die  in  beruflicher  oder  sozialer Hinsicht über das Mass einer normalen Integration hinausgehen. 8.2.  Aus  den  kantonalen  Akten  ergibt  sich,  dass  A._______  seit  September 2004 berufstätig  ist, wobei er  in den ersten vier Monate über  keine  Bewilligung  für  den  Stellenantritt  verfügte.  Seit  Beginn  seiner  Berufstätigkeit hat er lediglich unqualifizierte Berufstätigkeiten als Lagerist  oder  als  Hauswart  ausgeübt.  Seinem  letzten  Gesuch  um  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  vom  5.  Januar  2009  zufolge  arbeitete  er  als  Kommissionierer  bei  einer  Verteilzentrale  der  Firma Denner.  Im Verlauf  des  Jahres  2010  hat  er  den  Arbeitgeber  erneut  gewechselt.  In  privater  bzw.  sozialer  Hinsicht  hat  sich  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  den  Umständen  und  der  Zeitdauer  entsprechend  integriert.  Weder  der  Hintergrund  seines  bisherigen  Aufenthalts  noch  seine  Vorbringen  sprechen  jedoch dafür,  dass er hier  verwurzelt  ist. Zudem  ist  er erst  im  Dezember  2003,  im Alter  von  29  Jahren,  in  die  Schweiz  eingereist.  Es  kann daher ohne Weiteres angenommen werden, dass er sich bei einer  Rückkehr  in  sein Heimatland  dort wieder  integrieren wird  und  sich  eine  neue  Existenz  aufbauen  kann;  dabei  ist  ohne  Belang,  dass  die  wirtschaftlichen  Lebensverhältnisse  bzw.  Verdienstmöglichkeiten  in  Brasilien  nicht  denen  der  Schweiz  entsprechen.  Da  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  auch  keine  gesundheitlichen  Probleme  hat,  gibt  es  in  Anbetracht  seiner  gesamten  Situation  keine  wichtigen 

C­8103/2009 Gründe, die gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG die Verlängerung seines  Aufenthaltes erfordern würden. Angesichts dessen kommt es nicht mehr  darauf  an,  dass  er  in  der  Schweiz  bisher  für  seinen  Lebensunterhalt  selbst  aufkommen  konnte  und  sich   –  abgesehen  von  oben  erwähnter  Verfehlung beim ersten Stellenantritt  –  in  strafrechtlicher Hinsicht  nichts  hat zuschulden kommen lassen. 9.  Der  Beschwerdeführer  besitzt  somit  weder  gestützt  auf  Art.  50  Abs.  1  Bst. a  AuG  (dreijährige  Ehegemeinschaft  und  erfolgreiche  Integration)  noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe)  einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass  die  Vorinstanz  innerhalb  des  Beurteilungsspielraums  der  Art.  18  –  30  AuG  einen  fehlerhaften  Ermessensentscheid  getroffen  haben  könnte,  bestehen  keine  Anhaltspunkte;  insbesondere  wäre  in  diesem  Rahmen  auch keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht  gekommen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­6133/2008 vom  15.  Juli  2011  E.  8).  Dass  die  Vorinstanz  die  Zustimmung  zur  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, kann daher nicht  beanstandet werden. 10.  Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung  hat der Beschwerdeführer die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c  AuG). Es bleibt aber zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der  Wegweisung anzunehmen sind  (Art.  83 Abs.  2  –  4 AuG) und das BFM  gestützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. 10.1. Die Möglichkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stehen  im vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls  relevant,  ob  die  zwangsweise Rückkehr  für  den Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre. 10.2.  Der  Wegweisungsvollzug  kann  für  die  betroffene  Person  unzumutbar  sein,  wenn  sie  in  ihrem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  oder  einer  medizinischen Notlage ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten,  von  welchen  die  ansässige  Bevölkerung  regelmässig  betroffen  ist,  wie  Wohnungsnot oder ein schwieriger Arbeitsmarkt, vermögen jedoch keine  konkrete  Gefährdung  zu  begründen.  Dagegen  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zumutbar,  wenn  dieser  für  die  ausländische  Person 

C­8103/2009 höchstwahrscheinlich  zu  einer  existenziellen  Bedrohung  führen  würde,  beispielsweise  dann,  wenn  sie  sich  nach  ihrer  Rückkehr  mit  völliger  Armut, Hunger, Invalidität oder Tod konfrontiert sähe. 10.3. Der Beschwerdeführer hat sich nur insofern zur Situation in seinem  Heimatland  geäussert,  als  er  die  schlechteren  wirtschaftlichen  Lebensumstände und ihre Auswirkungen auf sein Besuchsrechts geltend  gemacht hat. Dieser Aspekt berührt die Frage nach der Zumutbarkeit des  Wegweisungsvollzugs  jedoch  nicht.  Es  ist  auch  ansonsten  nicht  erkennbar,  aus  welchen  Gründen  die  Wegweisung  für  ihn  zu  einer  existenzbedrohenden  Situation  führen  könnte.  Der  Vollzug  seiner  Wegweisung ist damit als zumutbar zu erachten. 11.  Aus  diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im  Ergebnis  als  rechtmässig  zu  bestätigen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 12.  Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). Dispositiv nächste Seite

C­8103/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:  1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  900.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz […] – das Migrationsamt des Kantons Zürich […] Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Barbara Giemsa­Haake Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie die Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-8103/2009 — Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 C-8103/2009 — Swissrulings